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POLYGLOTT on tour Rom Menschen aus aller Welt pilgern in die Ewige Stadt, in der antike Monumente, barocke Plätze und lebendige Gegenwart eine einzigartige Symbiose eingehen und Forum Romanum, Kapitol, Spanische Treppe, Villa Borghese und der Vatikan gleichermaßen faszinieren. Modisch gelassen beobachten die jungen Römer das Treiben vor Pizzerien, Bars und Eisdielen. Mit dem POLYGLOTT on tour Rom lässt sich der Herzschlag der Ewigen Stadt hautnah erspüren. Die Autorin Renate Nöldeke führt in 15 ausgeklügelten Touren durch die Vielseitigkeit der Stadt und stellt Typisches, Besonderes und Eigenheiten vor. Schnuppern Sie römisches Lebensgefühl! Besichtigen Sie die Altstadt um die Piazza Navona und die Villa Borghese, begeben Sie sich auf Pilgerpfade und steigen Sie vom Colle Oppio auf den Monte Celio. Beim besten "gelato" der Stadt oder auf den schönsten Märkten und stimmungsvollsten Plätzen fühlt man sich wie die Einheimischen. Dank individueller Tipps zu spannenden Entdeckungen können Sie persönlich ins Leben der italienischen Metropole eintauchen und sind mittendrin. Auf einen Blick: - TYPISCH-Kapitel mit "Eine Reise wert", "50 Dinge" und "Was steckt dahinter" - Faltkarte für die perfekte Orientierung vor Ort - E-Book mit Verlinkungen zu Standorten der Adressen - POLYGLOTT im Web unter www.polyglott.de oder bei Facebook
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Seitenzahl: 203
Veröffentlichungsjahr: 2019
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© eBook: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2019
© Printausgabe: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2019
Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung und öffentliche Zugänglichmachung, auch auszugsweise, sowie die Verbreitung durch Film und Funk, Fernsehen und Internet, durch fotomechanische Wiedergabe, Tonträger und Datenverarbeitungssysteme jeder Art nur mit schriftlicher Zustimmung des Verlags.
Redaktionsleitung: Grit Müller
Verlagsredaktion: Anne Kathrin Scheiter
Autorin: Renate Nöldeke
Redaktion: Elke Sagenschneider Texte und Projekte, München
Bildredaktion: Dr. Nafsika Mylona, Alena Siamionava
Layoutkonzept/Titeldesign: fpm factor product münchen
Kartografie: Theiss Heidolph und Kunth Verlag GmbH & Co. KG
eBook-Herstellung: Anna Bäumner, Martina Koralewska
ISBN 978-3-8464-0631-1
1. Auflage 2019
GuU 0631 03_2019_02
Bildnachweis
Coverabbildung: Getty Images/LOOP IMAGES/Tiara Anggamulia
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SYMBOLE ALLGEMEIN
L
Erstklassig: Besondere Tipps der Autoren
C
Seitenblick: Spannende Anekdoten zum Reiseziel
1
Top-Highlights und
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Highlights der Destination
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Die POLYGLOTT-Touren
6
Stationen einer Tour
1
Hinweis auf 50 Dinge
Hotel DZ
Restaurant
€
bis 100 EUR
bis 30 EUR
€€
100 bis 200 EUR
30 bis 50 EUR
€€€
über 200 EUR
über 50 EUR
Zeichenerklärung der Karten
AutobahnSchnellstraßebeschriebene Region(Seite=Kapitelanfang)Hauptstraßesonstige StraßenFußgängerzoneSehenswürdigkeitenEisenbahnStaatsgrenzeTourenvorschlagLandesgrenzeNationalparkgrenzeDie wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Das Gotteshaus des Vatikans krönt eine Kuppel von Michelangelo.
Michelangelos Fresken erstrahlen in einer großartigen Farbenpracht.
Die Ruinen des antiken Stadtzentrums bezeugen die Macht des Römischen Reichs.
Bei Gladiatorenkämpfen vergnügten sich hier bis zu 50.000 Menschen.
Der schönste Platz der Ewigen Stadt ist Treffpunkt für Römer und Besucher.
Der größte Kuppelbau der Antike hat bis heute nicht an Faszination verloren.
Bunt und voller Lebensfreude zeigt sich der traditionelle römische Wochenmarkt.
Sehen und gesehen werden, heißt die Devise auf Roms berühmtestem Laufsteg.
Griechische Keramik und etruskische Sarkophage.
Die Kirche hat ihre frühchristliche Ausstattung mit Mosaiken bewahrt.
Auf drei Ebenen lädt die Kirche zu einer Zeitreise durch die Geschichte Roms ein.
In den kilometerlangen Schächten bestatteten die ersten Christen ihre Toten.
mehr entdecken, schöner reisen
Perfekte Planung > Parallel > aufschlagen
TOUREN
STADTVIERTEL
DAUER
TOUR1
Durch die Vatikanstadt
Vatikan, Borgo, Prati
5–6 Std.
TOUR2
Durch das antike Rom
Centro Storico, Monti, Trevi, Campitelli, Celio
4–5 Std.
TOUR3
Rund um die Piazza Navona
Centro Storico
2–3 Std.
TOUR4
Zwischen Tiberinsel und Tiberknie
Ripa, Centro Storico
4 Std.
TOUR5
Rund um die Via del Corso
Centro Storico, Trevi, Campo Marzio, Colonna, Pinciano
4–5 Std.
TOUR6
Rund um den Quirinal
Castro Pretorio, Trevi
3 Std.
TOUR7
In der Villa Borghese
Colonna, Ludovisi, Trevi, Pinciano
4–5 Std.
TOUR8
Stille Kirchen, lebendiger Esquilin
Monti, Equelino
4–5 Std.
TOUR9
Vom Colle Oppio auf den Celio
Monti, Celio
4–5 Std.
TOUR0
Vom Aventin vor die Mauern
Aventino, San Saba, Testaccio, Ostiense
4 Std.
TOUR!
Bummel durch Trastevere
Trastevere
3–4 Std.
TOUR@
Zum Ospedale di Santo Spirito
Trastevere, Gianicolense
3–4 Std.
TOUR#
Ein Wochenende in der Ewigen Stadt
Extra-Tour
2 1/2 Tage
TOUR$
Auf Pilgerpfaden durch Rom – die römischen Hauptkirchen
Extra-Tour
1/2 Tag
TOUR%
Stars und Paparazzi – Rom als Filmkulisse
Extra-Tour
1/2 Tag
© Lookphotos/Hans Georg Eiben
Beim Spaziergang rund um das Kolosseum fühlt man sich in die Antike zurückversetzt
Die italienische Hauptstadt bietet eine in der Welt einmalige Symbiose aus Alt und Neu: das Neben- und Übereinander jahrhunderte- wie jahrtausendealter Architektur, eine überbordende Zahl an Meisterwerken der Kunst aller Epochen, dazu der bunte Trubel auf Märkten, Plätzen und Straßen und die einladende Art der Römer, das Leben zu genießen.
© Renate Nöldeke
RENATE NÖLDEKE
Die Autorin studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Volkskunde. Die kulturellen Schätze, aber auch die kulinarischen Genüsse Italiens locken sie immer wieder gen Süden, häufig nach Rom und dort besonders zu den Ausgrabungen am Forum Romanum. Ohne frisch gerösteten caffè geht aber gar nichts!
Salve! Der Rombesucher hat richtig gehört – aber der lächelnde Mann in der Caffè-Bar ähnelt dem strengen Lateinlehrer nicht im Geringsten. Vielmehr heißt er jeden mit dem typisch römischen Gruß willkommen. Endlich in Rom! Angekommen mit dem Nachtzug im morgendlichen Chaos der Stazione Termini, stehe ich etwas zerknittert und verwirrt im Getümmel von Menschen, die aus Bahnen und Metrolinien zur Arbeit drängen.
Längst ist Rom über die Grenzen der Aurelianischen Stadtmauer des 5. Jh. weit in die ländliche Campagna Romana hineingewuchert – so gesehen unterscheidet sich die italienische Hauptstadt kaum von anderen europäischen Metropolen. Aber: Den Koffein-Kick holt man sich hier nicht als Coffee to go im Pappbecher, sondern schlürft ihn stilvoll aus der kleinen, dickwandigen Espressotasse. Auf die italienische Kaffeekultur! Ein, zwei Schluck im Stehen – mit ordentlich viel Zucker – und ein paar nette Worte vom Barista versüßen den Römern den Start in den Tag. Und ich gönne mir dazu ein cornetto con crema, lausche dem Kling-Klang von Tassen und Löffeln und dem Klick-Klack der Stöckelschuhe von schicken Römerinnen in der weitläufigen Bahnhofshalle. Der Barista verabschiedet mich schnell wie eine alte Bekannte und ein nicht mehr junger Mann faltet kurz seine rosafarbene »Gazetta dello Sport« zusammen, um mir viel Spaß in Rom zu wünschen.
© Jahreszeiten Verlag/Klaus Bossemeyer
Weithin sichtbar ragt die 40 m hohe Trajanssäule auf
Salve! Mein erster Gang in der Ewigen Stadt führt mich direkt ins einstige Zentrum des römischen Weltreichs: zum Kolosseum – wohl bekannt aus dem Geschichtsunterricht und mehr noch aus den italienischen Sandalenfilmen –, ins Forum Romanum und auf den Palatin. Das Kombiticket für die archäologischen Highlights dank Onlinekauf schon in der Tasche, schreite ich an der wartenden Besucherschlange vorbei. Zwischen zwar bröckelnden, aber immer noch eindrucksvollen Monumenten ragen stolz Marmorsäulen und Triumphbögen in den blauen römischen Himmel. Stets von Neuem beeindrucken mich die riesigen Ausmaße der Trajansmärkte – im Vergleich dazu wirkt die edle Einkaufspassage Galleria Alberto Sordi geradezu bescheiden. Nach wie vor kaufen Römer und Römerinnen gern ein – besonders Mode. Die ganz große Bühne bietet die Spanische Treppe, im Sommer für die neuesten Modelle der römischen Fashionistas.
Roms ewige Geschichte inspiriert nicht nur Künstler, sondern jeden Besucher, die Stadt ist Metropole von heute und gleichzeitig grandioses Freilichtmuseum: Obelisken, Thermen, Brunnen, Paläste und Kirchen mit wertvollen Kunstschätzen. Mal sind es glänzende frühchristliche Mosaiken oder orientalisch anmutende Cosmatenböden. Hier ein Altarbild von Caravaggio, dort von Raffael, dann wieder eine Skulptur von Bernini und ein Werk von Michelangelo.
Eigens eine Reise wert sind Roms Museen: allen voran die Vatikanischen mit der sagenhaften Sixtinischen Kapelle sowie die Kapitolinischen mit der Romulus und Remus säugenden Bronzewölfin, die übrigens zusammen mit der Abkürzung S.P.Q.R. das allgegenwärtige Zeichen der Kommune Rom ist. S.P.Q.R. steht für Senatus Popolusque Romanus (Senat und Volk von Rom), und nicht, wie Obelix meinte, für Sono Pazzi Questi Romani (Die spinnen, die Römer). Dieses Hoheitszeichen der Römischen Republik, auf Bussen und Kanaldeckeln allseits präsent, drückt den Stolz der Römer auf ihre Stadt aus. Und dementsprechend werden Ihnen Römerinnen und Römer behilflich sein, wenn Sie nach dem Weg, dem nächsten Bus oder einem empfehlenswerten Restaurant fragen.
© Shutterstock/Kirk Fisher
Gasse abseits des Trubels
Im sonnenverwöhnten Rom spielt sich das Leben auf der Straße ab, nicht nur auf den großen Plätzen, sondern auch in den verwinkelten Gassen der Altstadt. Nicht vergessen: Wer eine Münze in den Trevibrunnen wirft, kehrt garantiert hierher zurück! Um z.B. bei Giolitti das schokoladigste Schokoladeneis der Stadt, vielleicht sogar der Welt, zu genießen. Rund um die Piazza Navona und den Campo de’ Fiori locken zudem Caffè-Bars mit exzellentem selbst geröstetem Kaffee und leckeren Tramezzini sowie gemütliche Trattorien mit bodenständiger römischer Kochkunst.
Auf der Engelsbrücke geht es über den Tiber Richtung Peterskirche. Je näher man dem Vatikan kommt, desto mehr lassen sich auch nüchterne Protestanten von den fröhlich gestimmten Gläubigen mitreißen. Nicht weit vom Petersplatz startet die Tramlinie 19, die quer durch die Stadt zu den Gärten der Villa Borghese zuckelt. Nach so vielen Eindrücken gönne ich mir ein Nickerchen unter duftenden Pinien, begleitet vom munteren Geschrei spielender Kinder. Alles andere kann warten – Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut. Die Mischung aus hochkonzentrierter Kultur, quirligem Leben und gelassenem Lebensgefühl macht die Ewige Stadt immer wieder zum Erlebnis, ob tagsüber oder nachts, ob für ein Wochenende oder eine Woche. Und die Römer heißen Wallfahrer und Kunstfreunde, Weltenbummler und Nachtschwärmer gleichermaßen herzlich willkommen. Salve!
Die kleinen Geheimnisse sind oftmals die spannendsten. Hier werden die Geschichten hinter den Kulissen erzählt.
Die Stelen aus Marmor, Porphyr und Granit sind zum Teil schon jahrtausendealt. Acht Obelisken gelangten als Kriegsbeute von Tempeln aus Ägypten hierher, fünf gaben römische Kaiser in Auftrag. Als Zeichen der Macht des römischen Reichs wurden sie in Rom aufgestellt. Das Mittelalter jedoch überstanden die Obelisken nicht, sie wurden gestürzt und blieben verschüttet, bis man sie Jahrhunderte später wieder entdeckte. Die Päpste des 16./17. Jhs. bezogen ausgegrabene Exemplare in die Neugestaltung der Stadt ein, um die weiten Plätze mit klaren Sichtachsen zu akzentuieren und auswärtigen Pilgern den Weg zu weisen. Nur das Exemplar auf dem Foro Italico ließ Mussolini 1938 fertigen.
Es ist eine Legende, dass Papst Pius IX. den antiken Statuen im Vatikan höchstpersönlich die Penisse abschlug – sie waren einfach nur besonders bruchgefährdet. Jedoch ließen die Päpste im 18./19. Jh. die ohnehin knabenhaft kleinen Genitalien schamhaft verhüllen – meist nicht mit Feigen-, sondern mit Weinblättern aus Gips oder Blech. Heute werden im Vatikan fehlende Blätter nicht mehr ersetzt.
Der Begriff beschreibt das frühere Schlachthofviertel Testaccio > nicht wie andernorts im übertragenen Sinn als sozial verwahrlostes Viertel, sondern ist wörtlich zu nehmen. Denn hier, nahe dem alten antiken Tiberhafen, wurden die tönernen Scherben kaputter römischer Amphoren, ausgediente Transportbehälter für Wein, Öl oder Garum (Würzsoße aus vergorenem Fisch), säuberlich zu einem Hügel aufgeschichtet. Später wuchs Grün auf der antiken Müllhalde, aber bis heute sind die Stapel am Rande der Anhöhe deutlich zu erkennen. Und die schönen Spazierwege hinauf führen direkt über die jahrtausendealten Scherben.
Seit 1847 wird jeden Tag mittags um Punkt 12 Uhr eine Kanone oberhalb der Stadt abgefeuert. So erreichte Papst Pius IX. damals, dass alle Glocken von Rom gleichzeitig zu läuten anfingen. Die Kanone, die von drei Soldaten gezündet wird, steht seit 1904 auf dem Gianicolo unterhalb des höchsten Punkts des Hügels mit dem Denkmal für Giuseppe Garibaldi. Heute erinnert der Knall daran, dass zwar alle ihre Uhren, aber kaum mehr Zeit haben.
Hier wird entdeckt, probiert, gestaunt, Urlaubserinnerungen werden gesammelt und Fettnäpfe clever umgangen. Diese Tipps machen Lust auf mehr und lassen Sie die ganz typischen Seiten erleben. Viel Spaß dabei!
1Jahrtausende im Schein der Taschenlampe Die spannende Besichtigung der vielschichtigen Kirche San Clemente > führt vom 12. Jh. hinunter ins Rom des 4. und 1. Jh.n.Chr.
© Shutterstock/Alfredo Cerra
Früchte und Gemüse aus Italiens Gärten auf dem Markt Campo de’ Fiori
2Morgendlicher Marktbesuch Campo de’ Fiori >, sieben Uhr früh: Rom ist erwacht und bei einem caffè mit einem cornetto con crema lässt sich das geschäftige Treiben der Marktleute genießen.
3Römischer Sonntagsausflug In den Gärten der Villa Borghese > lockt der Giardino del Lago, denn bei einer Ruderpartie auf dem romantischen See rückt der Trubel im Park in weite Ferne (3 € pro Pers./20 Min.).
4Klassiker per pedes Dabeisein ist alles: Beim Stadtlauf Fun Run im April engagieren sich die Zuschauer genauso wie die 5-km-Läufer – auch Inlineskater sind erlaubt! Und anschließend gibt es eine große gemeinsame Party (Start: Via dei Fori Imperiali, Ziel: Circus Maximus, www.maratonadiroma.it).
5Eins, zwei, drei – Wünsche erfüllen Wer eine Münze in den Trevibrunnen > wirft, kommt garantiert nach Rom zurück. Mit zwei Münzen gewinnt man das Herz eines Römers oder einer Römerin, und die dritte führt dann zum Traualtar.
6Frostiger Wintertraum Riesenspaß zum Jahreswechsel: Im Dezember und Januar lassen sich auf einer künstlichen Eisbahn direkt an der Engelsburg > schwungvoll Pirouetten drehen (www.pistadipattinaggio.it, tgl. 10–24 Uhr, inkl. Schlittschuhmiete 9 €/Std.).
7Coole Sommergefühle Wenn die Stadt unter Sonne und Hitze ächzt, verspricht das Schwimmbecken Piscina delle Rose Online-Karte, das für die Olympiade 1960 im EUR-Viertel gebaut wurde, eine vergnügliche Erfrischung (Viale America 20, E.U.R., www.piscinadellerose.it, Mitte Mai bis Mitte Sept.).
© Seasons Agency/Jalag/Klaus Bossemeyer
Dieser Aquädukt ist nur einer von sieben im Archäologischen Park der Via Appia
8Radtour über die Via Appia Antica An Sonn- und Feiertagen präsentiert sich die Via Appia Antica > den Besuchern so autofrei wie einst den römischen Legionären. Und mit dem Fahrrad schafft man die 5,5 km von der Porta San Sebastiano bis zur 5. Meilensäule samt Besichtigungsstrapazen locker.
9Zarte Offenbarung In Öl eingelegte Artischocken sind eine schnörkellos einfache, leichte Vorspeise, und der Feinkosthändler Volpetti > verwandelt die Distelpflanze in eine Delikatesse – die außerdem die Leber kräftigt.
0Süßer Auftakt zur FastenzeitCastagnole alla Romana, ausgebackene und in Zucker gewälzte Teigkügelchen, sind das traditionelle römische Gebäck der Faschingszeit und vor allem dann in aller Munde, z.B. von der Pasticceria La Deliziosa Online-Karte(Vicolo Savelli 50, nahe Piazza Navona, Centro Storico).
!Obstsalat Die weiße, längliche Pizzutella-Traube aus Tivoli, die an den römischen Marktständen zu finden ist, bereichert bunte Salatmischungen aus Endivien, Feldsalat und Rucola mit ihrer sanften Süße (z.B. auf dem Campo de’ Fiori >).
@Zum Wohl Die kreativen Barmixer des Caffè Rosati > schufen mit dem Cocktail Sogni Romani (dt. »römische Träume«) in den Stadtfarben Roms – aus Orangensaft, rotem und gelbem Likör – ein traumhaftes Getränk für laue Sommerabende.
#Spezialität der Campagna Romana Der Schafmilchkäse Pecorino Romano aus Roms ländlicher Umgebung wird auf dem biomercato in Testaccio > in bester Qualität und allen Reifegraden angeboten, von würzig bis pikant – einfach ein Genuss!
$Caffè an der Bar Der frisch geröstete caffè von Tazza d’Oro > schmeckt bestens in der unterhaltsamen Gesellschaft von Römerinnen und Römern an der langen Theke. Außerdem sind die Preise an der Bar günstiger als am Tisch.
%Cremige Versuchung Köstliches Eis gibt es in Rom fast an jeder Ecke, aber keines zergeht so auf der Zunge wie das von Giolitti > direkt hinter dem Pantheon – der Klassiker Schokolade ist Trumpf.
^Grattachecca Die typisch römische Variante der Granita (zerstoßenes Eis mit Sirup) schmeckt am besten mit Mandelmilch (orzata) und bei Sora Mirella am Ponte Cestio >, in Trastevere gegenüber der Tiberinsel.
© Seasons Agency/Jalag/Andrea Di Lorenzo
Hier ist eine Pizza leckerer als die andere
&Römisches Street Food Partygänger stärken sich gern mit Pizza. So beliebt wie einfach ist die Margherita Doppia mit extra viel Tomaten, Büffelkäse und frischem Basilikum bei Bir & Fud Online-Karte(Via Benedetta 23, Trastevere).
*Römischer Sommerabend in Flaschen Eine laue Nacht in Trastevere wird perfekt mit einem erfrischenden Glas Frascati vor der Enoteca Ferrara >.
(Lukullisches Mahl Zu einem richtigen Essen gehören eine nette Tischrunde, viel Zeit und mehrere aufeinanderfolgende Gänge: Die bucatini all’amatriciana (Nudeln mit Ochsenschwanzsoße) sind der Auftakt für eine saltimbocca alla Romana (Kalbsschnitzel mit Schinken und Salbei) und carciofi alla Romana (frittierte Artischocken) sowie eine locker geschlagene Zabaione zum krönenden Abschluss, z.B. in der Trattoria Da Armando al Pantheon >.
)Rasante Zeitreise Bei den spektakulären 3-D-Kinovorführungen im Time Elevator Online-Karte mit beweglichen Sitzen, Special Effects und Panoramaleinwand vergehen 3000 Jahre römischer Geschichte wie im Flug (Via di SS. Apostoli 20, www.time-elevator.it, 12 €, erm. 9 €).
qLaufsteg der Römer Vom Caffè TrevieTritone in der Galleria Alberto Sordi > hat man die beste Sicht auf die vielen äußerst modebewussten Hauptstadtbewohner, die in der eleganten Einkaufspassage voll in ihrem Element sind.
© Shutterstock/Gianluca Figliola Fantini
Die Wasserspiele in den Gärten der Villa d‘Este inspirierten schon Franz Liszt
wWasserorgel In Tivoli, dem allzeit beliebten Ausflugsziel der Römer, faszinieren die Gärten der Villa d’Este > mit den hohen Fontänen am Neptunbrunnen.
eArche Noah alla Borghese Der ursprüngliche Empfangssaal der Galleria Borghese > fesselt durch seine Wandbemalung mit bunten Papageien und Schmetterlingen neben Jagdhunden, Hasen und Fasanen im Grünen, das sich vor den Fenstern im Park fortsetzt.
rArchitekturspektakel Das von Zaha Hadid entworfene MAXXI >, das Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst, ist der schönste Beweis dafür, dass die italienische Hauptstadt keineswegs in der Vergangenheit verharrt.
tNabel der Welt Bekanntlich führen alle Wege nach Rom, und mit dem unscheinbaren Steinhaufen Umbilicus Urbis (lat. »Nabel der Welt«) auf dem Forum Romanum > haben Sie das Zentrum des Römischen Weltreichs erreicht.
yGeballte Kraft Michelangelos 2,35 m hohe Marmorstatue des Moses in San Pietro in Vincoli > scheint voller Leben, wenn man die muskulösen Arme mit den fein ziselierten Adern betrachtet.
© Shutterstock/Isogood_patrick
Das Martyrium des hl. Matthäus aus dem Bilderzyklus von Caravaggio
uLicht und Schatten Die Betrachter von Caravaggios dramatisch inszenierter »Berufung des Matthäus« in der Kirche San Luigi dei Francesi > sind ähnlich verwundert über die realistische Darstellung wie der Zöllner Matthäus und seine Kumpane in der Taverne, als Jesus und Petrus Matthäus auffordern, ihnen zu folgen.
iRompanorama Der atemberaubende Blick von der Kuppel der Peterskirche > über die Stadt reicht bei günstigem Wetter bis zu den Albaner Bergen.
oFür alle Ewigkeiten Die über und über mit den Gebeinen und Knöchelchen von 4000 Mönchen dekorierte Kapuzinergruft > ist ein Ort zum Wundern und ein bisschen auch zum Gruseln.
pRosiges Parkidyll Die edlen Rosen im sonst grün verwunschenen Roseto > betören in den Monaten Mai und Juni mit prächtigen Blüten und intensiven Düften.
QKaleidoskop in Marmor Die hohe Dekorationskunst der Cosmaten beeindruckt durch ihren Form- und Farbreichtum an den Wänden und auf dem Boden in der Kathedrale der Lateranbasilika >.
WTriumphale Szenerie Wenn Sie sich unter dem fast 2000 Jahre alten Titusbogen > am Forum Romanum fotografieren, bleibt die Erinnerung an ihre Italienreise ewig lebendig.
EAusrüstung für Gladiatoren Viele der römischen Souvenirläden, z.B. auf der Via della Conciliazione >, verkaufen Holzschwerter und -schilde, die Kindern eine Freude machen oder als Accessoires im Fasching zu Ehren kommen.
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Unwiderstehlich lockt der Duft frisch gerösteten Kaffees
RCaffè mit Stil Sonnengelbe Espressotassen mit dem Logo der Kaffeerösterei Sant’Eustachio >, einem Hirschkopf mit prächtigem Geweih, zaubern römische Gelassenheit in den Alltag.
TDesign alla Roma Eine Parmesanreibe kann ungewöhnliche Formen haben. Bei C.U.C.I.N.A. >. ist dazu noch eine schöner als die andere. Die Küchenutensilien des Geschäfts nahe der Spanischen Treppe erfreuen zu Hause jeden Tag aufs Neue.
YMediterrane Düfte Die Träume von römischen Gärten hält ein kleines Orangenbäumchen für den Balkon – oder auch ein Tütchen voller Samen – wach, am besten von Formiche Verdi Online-Karte, dem Blumenladen des Stadtzentrums (Via Arenula 22, Centro Storico).
UFrischer Duft und starker Geschmack Roms Eine der besten Kaffeeröstereien der Stadt, Tazza d’Oro >, verkauft ihre aromatischen Bohnen und alternativ süße Schoko-Kaffeebohnen.
ILuxusmomente In 28 Arbeitsschritten werden die Lederhandschuhe von Sermoneta > gefertigt. Trotzdem sind auch die mit Kaschmir gefütterten erschwinglich (ab 59 €) und erinnern im kalten Winter daheim an wärmere römische Gefilde.
ODolce Vita in Tüten Dank der mit sehr viel Zucker konservierten Früchte kann man die Farben- und Geschmacksvielfalt römischer Obststände mit nach Hause nehmen, z.B. von Dolciumi e Frutta secca Onorati Online-Karte(Corso del Rinascimento 8, Centro Storico).
© Getty Images/Franz-Marc Frei
An der Porta Portese findet man Altes, Antikes … und manchmal auch ein Schnäppchen
PGlückliche Funde Den Flohmarkt an der Porta Portese > durchstöbern viele junge Leute nach alten Schätzen, vielleicht auch nach Erinnerungslöffeln aus Rom, die in den 1950er- und 1960er-Jahren ein beliebtes Mitbringsel waren und heute eine Zierde für jede Zuckerdose sind.
aHoheitszeichen Der Vatikan hat eigene Briefmarken und Münzen, die man beim Postamt am Petersplatz > erhält. Übrigens: Die vatikanische Post genießt den Ruf, um einiges schneller zu sein als die italienische.
sRom im eigenen Auto Meiden Sie das römische Verkehrschaos. In weiten Teilen der Innenstadt ist ohnehin nur Anwohnerverkehr erlaubt. Parken Sie Ihr Auto an einer der Metrostationen am Stadtrand oder in der Hotelgarage und nutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel >.
dSonntags Tickets für Straßenbahn oder Bus kaufen Fahrscheine gibt es weder an der Haltestelle noch in Straßenbahn oder Bus zu kaufen, und viele Tabakgeschäfte (tabacchi) bleiben sonn- und feiertags geschlossen. Also decken Sie sich bei Bedarf rechtzeitig ein.
fPicknicken in der Stadt Auf der Spanischen Treppe und bei anderen populären Monumenten ist der Verzehr mitgebrachter Speisen und Getränke im Sitzen verboten; es drohen Geldbußen von 50 €.
gHighheels auf der Via Sacra Im Forum Romanum oder auf der Via Appia Antica mit hohen Absätzen einigermaßen würdevoll von A nach B zu gelangen, erweist sich als Mission impossible.
hRichtiger Ort, falsche Zeit Um Kirchen in Ruhe besichtigen zu können, informieren Sie sich über die jeweiligen Gottesdienstzeiten. Heilige Messen finden in der Regel sonntags vormittags (10–12 Uhr) und Vespergottesdienste am frühen Abend (17–18 Uhr) statt. Übrigens: beim Kirchenbesuch Schultern und Knie bedeckt halten.
jEinzelrechnungen fordern Römische Kellner haben kein Verständnis für getrennte Rechnungen: zusammen essen, zusammen zahlen.
kCappuccino nach dem Essen Wer sich nicht gleich als Nordeuropäer outen will, bestellt nach dem Essen keinen Cappuccino. Die Italiener trinken ab mittags nur noch caffè (deutsch: Espresso).
lSouvenirs aus dem Trevibrunnen Geld aus dem Trevibrunnen > zu fischen ist verboten! Er wird streng bewacht – und man riskiert, festgenommen zu werden.
© Jahreszeiten Verlag/GARP/Gerald Hänel
Ein Moment der Stille
AAntike Scherben sammeln Alte Scherben, Steine oder Münzen nehmen Sie besser nicht mit nach Hause – die Ausfuhr antiker Kulturgüter ist untersagt.
© Jahreszeiten Verlag/GARP/Gerald Hänel
Der Park Villa Borghese verspricht Erholung – und Kunstgenuss in seinen vielen Museen
