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Whitley Strieber

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Beschreibung

Sind wir bereit, das »Unmögliche« in Betracht zu ziehen?

Whitley Strieber ist als Autor von Die Besucher weltweit bekannt geworden. Vielen hat dieses Buch die Augen in Bezug auf Alien-Kontakte geöffnet. Nach dessen Veröffentlichung hat Whitley Strieber sein Leben der Untersuchung und Erforschung von Nahbegegnungen gewidmet.

Wer sind sie? Was wollen sie? Ist das Alien-/UAP-Phänomen für die Menschheit eine großartige Chance ... oder eine große Gefahr - oder womöglich beides? Them ist das erste Buch überhaupt, das die Absichten der Präsenz, die als »Aliens« oder »Besucher« bezeichnet wird, aus der Perspektive von Soldaten und Zivilisten untersucht, die ihr tatsächlich begegnet sind - mit explosiven Ergebnissen.

Ein Buch wie Them wurde noch nie geschrieben. Es ist ebenso ein Novum wie Whitley Striebers bahnbrechendes Buch Die Besucher. Er greift darin auf mehr als 3 Jahrzehnte Studium und Forschung zurück, um eine Vorstellung des Kontakts zu entwerfen, die als Schlüssel zu einem besseren Verständnis dessen dienen könnte, was heute oft als verworrene, manchmal gewalttätige und belastende Erfahrung wahrgenommen wird.

Die Zukunft der Menschheit

Strieber wagt eine düstere, aber auch hoffnungsvolle Prognose: Wenn wir verstehen, was wirklich vor sich geht, könnte es das Schicksal der Menschheit für immer verändern.

Wir befinden uns an einem kritischen Wendepunkt. Wenn wir akzeptieren, dass es eine nicht menschliche Intelligenz gibt, die uns möglicherweise seit Jahrtausenden beobachtet oder sogar beeinflusst, dann stehen wir vor einer der größten Herausforderungen unserer Geschichte.

Striebers Botschaft ist klar: Die größte Gefahr ist nicht, dass wir nicht allein sind - sondern dass wir uns weigern, das Phänomen zu akzeptieren und ernsthaft zu untersuchen.

Der mit dem Pen Award ausgezeichnete Mitch Horowitz stellt in seinem Vorwort fest, »Them ... gehört zu den wichtigsten Interpretationen des Besucher-Phänomens seit Erscheinen von Jacques Vallées Passport to Magonia«.

Colm Kelleher, stellvertretender Leiter von Bigelow Aerospace, bezeichnet Them zugleich als »erschreckend« und »meisterhaft«.

Leslie Kean, die Autorin von UFOs - Generäle, Piloten und Regierungsvertreter brechen ihr Schweigen nennt das Buch »im wahrsten Sinne des Wortes bahnbrechend«.

Jaques Vallée erklärt in seinem Vorwort: »In diesem Buch wird eine Tatsache nach der anderen angeführt, um Beweismaterial zusammenzutragen, welche der staatlichen Politik eine tiefgreifende Neuausrichtung auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ermöglichen.«

 

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2025

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1. Auflage April 2025

Copyright © 2023 by Walker & Collier Inc. Copyright © 2023 Preface by Mitch Horowitz Copyright © 2023 Foreword by Jacques Vallée Copyright © 2023 Afterword by Jeffrey J. Kripal

Titel der amerikanischen Originalausgabe: Them

Copyright © 2025 für die deutschsprachige Ausgabe bei Kopp Verlag, Bertha-Benz-Straße 10, D-72108 Rottenburg

Alle Rechte vorbehalten

Übersetzung aus dem Amerikanischen: Theresia Übelhör Covergestaltung: Carolin Sienz Satz und Layout: Mohn Media Mohndruck GmbH, Gütersloh

ISBN E-Book 978-3-98992-104-7 eBook-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

Gerne senden wir Ihnen unser Verlagsverzeichnis Kopp Verlag Bertha-Benz-Straße 10 D-72108 Rottenburg E-Mail: [email protected] Tel.: (07472) 98 06-10 Fax: (07472) 98 06-11

Unser Buchprogramm finden Sie auch im Internet unter:www.kopp-verlag.de

Widmung

Dieses Buch ist Anne Strieber gewidmet, ohne deren Mut, Entschlossenheit und Verständnis Die Besucher und alles Anschließende nicht entstanden wären.

Zitate

»Was auch immer dies sein mag, es ist komplexer, als wir es uns vorstellen können.«

Oberst John Alexander

»Die Spezies Mensch ist zu jung, um Überzeugungen zu haben. Was wir brauchen, sind gute Fragen.«

Anne Strieber

»Mit jedem Tag fühlt sich das Leben mächtiger an, und überwältigender, was wir zu sein vermögen.«

Emily Dickinson

Danksagungen

Würde ich allen, die es verdient haben, für ihre Unterstützung danken, wäre dieses Buch eine einzige Dankesrede, denn jeder Einzelne, der im zivilen oder militärischen Bereich die Erfahrung einer Nahbegegnung gemacht hat, spielt in Them eine Rolle. Selten hört man von ihnen, weil sie es nicht wagen, sich zu äußern. Ich habe versucht, im Laufe der Jahre mit meiner Arbeit dazu beizutragen, dass sich diese Situation ändert, und hoffe, Them wird sich dabei als hilfreich erweisen.

Ich möchte so vielen Freunden danken, die mich an ihrem Wissen und ihrer Erfahrung haben teilhaben lassen, allen voran Oberst John Alexander, Robert Bigelow, Richard Dolan, Dr. Christopher »Kit« Green, Mitch Horowitz, Leslie Kean, Dr. Jeff Kripal, Dr. Garry Nolan, Dr. Diana Walsh Pasulka, Dr. Hal Puthoff und Dr. Jacques Vallée.

Außerdem möchte ich an die Menschen erinnern, die die Besucher in unserer Blockhütte miterlebt haben: Lorie Barnes, Raven Dana, Peter Frohe, Annie Gottlieb, Dora Ruffner, Jacques Sandulescu sowie jene, die nicht genannt werden können.

Auch möchte ich der Familie meinen Dank bekunden, die mich aufnahm, als die Situation in meinem Haus, auf die ich in einem späteren Kapitel dieses Buches eingehen werde, zu beunruhigend für mich wurde, als dass ich dort hätte arbeiten können. Ein Großteil von Them wurde an ihrem Küchentisch verfasst, und ich kann ihnen für ihre Großzügigkeit und Freundlichkeit gar nicht genug danken.

Zum Geleit von Mitch Horowitz

Vom Ob zum Warum: Konfrontation mit Whitley Striebers Buch Them

In Them unternimmt Whitley Strieber etwas Beispielloses. Und das ist wie bei den meisten radikalen Thesen so einfach, dass wir uns wundern, weshalb wir es nicht schon längst so zu sehen versucht haben.

Der Autor geht »Besucher«-Phänomenen und ihrer Bedeutung aus der Perspektive der fraglichen Wesen selbst nach. Mit diesem einfachen Perspektivwechsel – untermauert durch historische beziehungsweise medizinische Berichte, kritische Aussagen, technische Beweise und Tausende von Begegnungserfahrungen (einschließlich seiner eigenen) – stellt Whitley fast das gesamte aktuelle UFO-Narrativ auf den Kopf, und dazu gehören auch die Streitigkeiten über Geheimhaltung und Vertuschung, die nach dem Motto »er sagte, sie sagte« in einer Endlosschleife laufen.

Seit der Veröffentlichung von Die Besucher im Jahr 1987 wird Whitley beschimpft, und all denen, die ihn ablehnen oder ihm mit Satire oder Skepsis begegnen, kommen leicht unangebrachte und spalterische Begriffe wie »Spinner« über die Lippen. Ich habe mit Whitley mehr als 12 Jahre lang zusammengearbeitet; wir sind Freunde, Kollegen und Gesprächspartner. Wie unter Freunden üblich hatten auch wir gelegentlich Streit und haben uns wieder versöhnt. Ich habe Whitley sowohl als Mann wie auch als Autor stets als anständig, fleißig, zuverlässig und überaus kompetent erlebt. Wie viele Menschen hatte auch er das Lebensziel, eine Familie zu gründen, für den Ehepartner zu sorgen (was in seinem Fall bedeutete, seine Frau mit einem Gehirntumor im Endstadium zu pflegen) und einen Haushalt zu führen. Er ist humorvoll und bescheiden. Wenn er Kritik äußert, tut er dies direkt und dennoch diplomatisch. Menschen, die zu einer Psychose neigen oder chronisch »flunkern«, geraten irgendwann an einen absoluten Tiefpunkt. Ihm passierte dies nicht.

Einfach ausgedrückt: Die »größten Hits« sowohl der Ufologie (mit ihrer Neigung zur endlosen Schönfärberei) als auch ihrer grundsätzlichen Ablehnung (mit tautologischen Ausflüchten und »Tötet den Boten«-Methoden) bilden eine Vorlage, die wir als ernsthaft suchende Gemeinschaft endlich verlassen müssen. Them zeigt, wie wir da herauskommen.

Der rationalistisch eingestellte Philosoph David Hume (1711–1776) schlug eine einfache, aber häufig missverstandene Formel zur Einschätzung von Wundern vor: Gegenbehauptungen (»Käfer auf der Windschutzscheibe«, »Drohnen«, »Wahnvorstellungen«, »Lichttäuschungen«, »Vertuschungen«) müssen, nachdem sie gründlich analysiert worden sind, verworrener erscheinen als die infrage stehende Kategorie von Phänomenen selbst. Wie Whitley in Them zeigt, befinden wir uns genau auf dieser Schwelle.

Dieses Buch wird leidenschaftliche Kritiker nicht überzeugen, und es überzeugt auch mich als kritischen Sympathisanten der Besucher-These nicht an jeder Stelle. Es wäre aber für den Vater des Empirismus William James (1842–1910) eine Genugtuung gewesen, denn der legte großen Wert auf Zeugenaussagen beziehungsweise auf das, was Kontrahenten fälschlich als anekdotisch bezeichnen. Zeugenaussagen werden mit der Zeit zu einem Bericht – ein Umstand, den wir uns in der medizinischen Wissenschaft routinemäßig zunutze machen. Was ich in Them am spannendsten finde, ist Whitleys teilweise zoologisch begründete Analyse der angeborenen Schwierigkeit – wenn nicht Unmöglichkeit – für unterschiedliche Spezies, einander zu verstehen. Grundelemente der Kommunikation lassen sich entziffern, nicht aber Bedeutungsfragen. Dies könnte uns, so folgert der Autor, am meisten daran hindern, einer Antwort auf die Besucher-Frage näherzukommen.

Warum interessieren sie sich für uns? Brauchen sie Empathie und wollen diese von uns lernen? Sprechen sie Warnungen aus, dass die Menschheit nicht überleben könnte? Sind Besucher-Phänomene mit außerkörperlichen Erlebnissen oder mit Nahtoderfahrungen verbunden? Diesen Fragen geht Whitley unter anderen nach.

Vor Darwin fehlte es keineswegs an Beweisen für die biologische Evolution, denn uns lagen ja Fossilien, Knochen und organische Daten vor. Woran es mangelte, war eine Theorie, die all dies zusammenführte. Und die brachte Darwin an. In einem gewissen Sinn tut Whitley in Them etwas Ähnliches. Das Buch wird Diskussionen auslösen, und das soll es auch. Doch woran ich absolut nicht zweifle, ist, dass es zu den wichtigsten Interpretationen des Besucher-Phänomens seit dem Erscheinen von Jacques Vallées Buch Passport to Magonia im Jahr 1969 gehört. Jacques’ Buch hat die interdimensionale These von UFOs populär gemacht. Them stellt eine psychologische These auf.

Dadurch, dass Whitley überlegt, was die Besucher von uns wollen könnten und welche Schwierigkeiten wir haben, sie zu verstehen (und sie vielleicht uns), verlagert er die Debatte dahin, wo sie hingehört: von der Frage nach dem Ob zur Frage nach dem Warum.

Mitch Horowitz ist Historiker und wurde mit dem PEN-Award ausgezeichnet. Zu seinen Büchern gehören Occult America und Uncertain Places. 1

Er veröffentlichte bei Penguin Random House drei von Whitley Striebers Sachbüchern – The Key,Solving the Communion Enigma und The Super Natural (Mitautor Jeffrey J. Kripal). 2

Vorwort von Dr. Jacques Vallée

Große Geheimnisse und eine noch größere Fremdheit

In Them geht es um Aliens – und es geht um uns. Das Buch baut auf all dem auf, was Whitley Strieber mit seinem tiefgründigen Forschergeist in Erfahrung gebracht und sein Leben lang untersucht hat. Seine Leser sind ihm schon früher auf seinem Weg durch dieses gefährliche Territorium gefolgt, während seine Kritiker, wie wir hören, die Wahrhaftigkeit seiner Beobachtungen infrage stellen. Dieses neue Buch liefert den Beweis für die Glaubhaftigkeit seiner Forschungen. Doch nicht nur das. Them ist eine zweiteilige Abhandlung über das tiefere Wesen des Phänomens. In Teil 1 gibt er den privaten Aussagen seiner vertrauenswürdigsten Leser, den Zeugen von Nahbegegnungen selbst, jene Stimme, die ihnen bislang verweigert wurde; und Teil 2 ist das Ergebnis seiner langwierigen Untersuchung der offiziellen Lügen und politischen Taschenspielertricks, die die Aufzeichnungen verzerrt und damit die wahre Natur der Daten verschleiert und eine dringend notwendige objektive, wissenschaftliche Untersuchung in den Vereinigten Staaten nahezu unmöglich gemacht haben.

Whitley hat eine einzigartige Position, von der aus er diese beiden Schauplätze beobachten kann, und das besondere Talent, ihre Essenz herauszufiltern.

Im Leben vieler Familien – unserer Nachbarn – spielt sich ein Drama ab, wie man es bisher nicht gekannt hat. Ich hatte viele Jahre lang das Privileg, die Arbeit von Whitley – und ganz besonders seiner verstorbenen Frau Anne – zu verfolgen und zu beobachten, wie sie die Aussagen Tausender Zeugen retteten, katalogisierten und schließlich (in der Rice University) sicher unterbrachten. Dieses Buch kann nur kleine, aber repräsentative Auszüge aus diesem Drama wiedergeben, aber es setzt dem Verdacht ein Ende, das Ganze sei ein Mythos, der einzig und allein Whitleys Fantasie entsprungen sei: Dieses Phänomen ist real. Es betrifft viele Familien, die weder Vorerfahrungen noch irgendein Interesse daran hatten. Und all den »Experten« zum Trotz, die sich im Fernsehen oder vor dem Kongress in Pose werfen, hat die Wissenschaft keine Erklärung dafür. Doch es einfach zu ignorieren, ist intellektuell nicht akzeptabel.

Der Kontrast zwischen den direkten, ehrlichen Berichten gewöhnlicher Zeugen und den verdrehten Verlautbarungen von Beamten in verantwortlicher Position ist das, was in Teil 2 am meisten heraussticht. Ein solches Verhalten beleidigt nicht nur normale Leute, die über wichtige Erlebnisse berichten: Es ist schlicht und einfach falsch und zeugt von einem Autoritätsmissbrauch, der offensichtlich das Ziel hat, die Öffentlichkeit zu täuschen. In einigen Fällen verstößt es auch gegen die rechtmäßige Umsetzung von Vorschriften, die für den Umgang mit Geheimsachen gelten.

Die Tatsache, dass die moderne Wissenschaft, das Rechtssystem und unsere komplizierte Verwaltung keinen geeigneten Kanal für eine umfassende Untersuchung finden, sollte nicht dazu führen, dass Zeugen, die über dieses Drama berichten, lächerlich gemacht oder ignoriert werden. Indem dieses Buch Stück für Stück Beweismittel zusammenträgt, gibt es der öffentlichen Politik Kriterien an die Hand, mit denen sie sich neu und tiefgehender an den Bedürfnissen der Öffentlichkeit ausrichten kann.

In den vergangenen Jahren hat sich die Einstellung der Amerikaner diesem Phänomen gegenüber tiefgreifend verändert. Wir können nur hoffen, dass es in der offenen Forschung zu einer ähnlichen Veränderung kommen wird, aber es kann genauso gut sein, dass die unbequemen Daten noch tiefer in den Katakomben der Behörden verschwinden werden als zuvor. Jedenfalls werden die Fakten hier neu und klarer formuliert, als es bisher je der Fall gewesen ist. Wie Whitley werden sich einige unter uns weiterhin den unbekannten Wesen stellen und den einzigen glaubwürdigen Ratgebern vertrauen, die wir haben, wenn wir uns einen Reim auf sie machen wollen: den Zeugen selbst.

Jacques Vallée

Paris, 12. Januar 2023

Einleitung

Eine unglaubwürdige und zwiespältige Situation

Immer mehr Menschen gewinnen den Eindruck, dass es außer uns noch jemanden hier gibt. Und sehr wahrscheinlich mehr als nur einen Jemand. Da inzwischen offiziell eingeräumt wird, dass auf einigen vom Militär aufgenommenen Videos Objekte unbekannten Ursprungs zu sehen sind, scheint es angebracht, sich das Narrativ der Nahbegegnungen noch einmal anzuschauen. Aber lassen Sie uns nicht immer wieder dieselben langweiligen alten Seiten umblättern und uns mit einer Debatte aufhalten, die im Moment nicht beigelegt werden kann. Lassen Sie uns etwas Neues ausprobieren.

Wenn es stimmt, dass wir irgendwelche Besucher in unserer Mitte haben, so scheinen diese auf einer gewissen Ebene mit uns kommunizieren zu wollen. Manchmal behandeln sie uns nicht so, wie wir es verdient zu haben glauben, und es kommt zu Reibung und Gewalt. Außerdem setzen sich zivile ebenso wie militärische Zeugen von Nahbegegnungen Gefahren aus, darunter der der Ausbeutung.

Dieses Buch ist ein Versuch, die Situation ernsthaft und tiefgreifend zu betrachten und zu erkunden, inwiefern Menschenleben und die Gesellschaft betroffen sind. Es befasst sich nicht mit der Frage, ob unsere Besucher Außerirdische sind oder nicht. Dafür liegt kein konkreter Beweis vor. Ich werde vielmehr so vorgehen, als ob die Nahbegegnungen, die viele Tausend Menschen erleben, eine gewisse Grundlage in der Realität hätten – was nicht unbedingt heißt, dass das, was wir wahrnehmen, auch das ist, was geschieht, sondern dass irgendetwas geschieht, das nicht erklärt werden kann. Ich will nicht über die Präsenz oder das Wesen unserer Besucher spekulieren, sondern vielmehr erkunden, wie unsere Beziehung zu ihnen – wer oder was auch immer sie sein mögen – tatsächlich funktioniert, und daraus hoffentlich Erkenntnisse über ihre Motive und ihre Geisteshaltung erlangen.

Hinter der vehementen Leugnung und Weigerung, das offenkundige menschliche Problem anzugehen, das aus den Nahbegegnungsberichten hervorgeht, verbirgt sich Angst. Aus diesem Grund habe ich mein Buch nach dem Science-Fiction-Film Them! (auf Deutsch Formicula) von 1954 benannt. Er handelt davon, dass wenige Jahre nach der Detonation einer Atombombe auf dem Trinity-Testgelände Riesenameisen in der Mojave-Wüste New Mexikos auftauchen, und gibt perfekt die Angst vor Außerirdischem wieder, die unsere Annäherung an UAPs/Nahbegegnungen 3 in der realen Welt und das damit verbundene Unbekannte dominiert.

Es ist Zeit, dies einer genauen Betrachtung zu unterziehen, damit wir diese Angst ein für alle Mal hinter uns lassen können.

Unsere Besucher sind hinter einer Mauer der Geheimhaltung versteckt. Das liegt einerseits an der Angst und andererseits an Fehlern, die gemacht wurden, und an der zersetzenden Wirkung, die das Eingestehen dieser Fehler hätte. Doch nicht unseren Verteidigungs- und Geheimdienstbehörden kommt die Schuld dafür zu, dass die Geheimhaltung institutionalisiert wurde, sondern wie wir sehen werden, haben unsere Besucher die Regierung dahin gehend manipuliert.

Gleichwohl ist die Geheimhaltung außer Kontrolle geraten, und bei Themen wie UAPs und Nahbegegnungen ist dies auch dringend notwendig. Erwin Griswold, Generalanwalt der Vereinigten Staaten unter Präsident Lyndon Johnson und Richard Nixon, sagte 1989: »… es findet eine massive Überklassifizierung statt, und dabei geht es den Klassifizierern nicht um die nationale Sicherheit, sondern um die Blamage der Regierung …« Womöglich ist die Hauptursache dafür, dass so viel Material über UAP-Begegnungen als Geheimsache eingestuft wird, genau dies: Angst, sich zu blamieren. Und das ist keineswegs banal. Denn bei der Blamage, von der ich hier spreche, dreht es sich um die Unfähigkeit, mit einer sehr beunruhigenden Situation umzugehen, die für jeden Menschen auf diesem Planeten von unmittelbarer Bedeutung ist.

Man geht immer davon aus, dass die UAP-Geheimhaltung der offiziellen Politik zuzuschreiben ist. Das entspricht aber nicht der Wahrheit. Überaus geheimnistuerisch, wie sie sind, haben unsere Besucher durch ihr Handeln dafür gesorgt, dass unsere Politik ihrer Strategie gefolgt ist. Sie haben unsere offizielle Welt in eine Lage gebracht, in der sie keine andere Wahl hatte, als ihre Geheimnisse für sich zu behalten. Ich werde zeigen, wie sie das getan haben, und erläutern, was wir tun können, um diese Situation zu ändern.

Bevor ich fortfahre, möchte ich kurz erklären, weshalb ich statt »Außerirdische« oder »Aliens« den Begriff »Besucher« verwende. Der erste Grund ist der, dass sie in unser Leben treten und wieder gehen. Sie bleiben nie lange hier. Der zweite ist der, dass »Besucher« ein neutraler Begriff ist, denn wir haben keine Ahnung, was sie sind und woher sie kommen.

Die moderne Erfahrung mit Nahbegegnungen begann mit der Sichtung eines unbekannten Flugobjekts am Himmel unweit des Mount Rainier durch den Piloten Kenneth Arnold am 24. Juni 1947. Viele weitere Sichtungen folgten, und in den 1960er-Jahren begann man, über Nahbegegnungen zu berichten. Dabei wurden diese von Anfang an auf unserer Seite verleugnet und auf ihrer geheim gehalten.

Aber warum? Warum sind sie 1947 nicht einfach gelandet und haben sich uns gezeigt? Oder genauer gesagt, da es viele Anzeichen dafür gibt, dass sie schon lange hier waren: Weshalb haben sie sich bewusst getarnt, sodass wir sie mythologisieren, anstatt sich so zu zeigen, wie sie sind … was auch immer das sein mag? Wären sie Außerirdische von einem anderen Planeten, würden sie dann nicht einfach landen? Wären wir in der Lage, zu einem anderen bewohnten Planeten zu fliegen, würden wir nicht so handeln?

Das sind gute Frage, denen wir nachgehen sollten.

Menschen begegnen unseren Besuchern häufig, und nicht nur alleine und nachts. Solche Begegnungen kommen oft gruppenweise vor und sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Die meisten Betroffenen sind nie mit Techniken zur Rückgewinnung von Erinnerungen wie Hypnose in Berührung gekommen. Vor der Veröffentlichung von Die Besucher hatten sie auch viel weniger Gelegenheit, auf Geschichten über Nahbegegnungen zu stoßen, als heute, wo diese kulturell weitverbreitet sind. In den Briefen in diesem Buch spiegelt sich der Mangel an Kontakt ihrer Autoren mit Veröffentlichungen über das Phänomen, das sie erlebten.

Obwohl Menschen durch Nahbegegnungen häufig unter enormen Druck geraten und großem Leid ausgesetzt sind, reagiert die Öffentlichkeit darauf zumeist mit Gleichgültigkeit, Feindseligkeit oder Gespött, und von offizieller Seite mit Verleugnung oder Schweigen. In einem Artikel im Spectator vom 17. Dezember 2022 beschreibt Sir Martin Rees, der Astronom von Königin Elizabeth II., die Haltung, auf die zu stoßen jeder, der von einer Nahbegegnung berichtet, sich gefasst machen muss, wenn er versucht, seine Informationen an Beamte, Intellektuelle oder Wissenschaftler weiterzugeben: »Manche Leute behaupten, die Antwort bereits zu kennen – und viele von ihnen schreiben mir gerne Briefe in grüner Tinte. Ich antworte gewöhnlich mit der Frage: Wenn Außerirdische ungeheure Reisen durch den interstellaren Raum gemacht hätten, würden sie sich dann wohl nur mit einem oder zwei bekannten Spinnern treffen, vielleicht ein paar Kornkreise zeichnen und dann wieder davonfliegen? Und ich fordere sie auf, nicht mir, sondern sich untereinander zu schreiben.«

Es schmerzt, den Kommentar von Sir Martin zu lesen, aber es ist nicht seine Schuld, dass er sich bemüßigt sah, ihn zu schreiben. Er reagiert lediglich auf die überprüfbaren Beweise, die ihm zur Verfügung stehen, und mehr kann ein verantwortlicher Wissenschaftler nicht tun. Dass ihm keine besseren Daten vorliegen, ist tragisch. Diese Daten sind nicht geheim. Sie sind ohne Weiteres verfügbar, wurden aber nie wirklich erfasst. Und damit meine ich nicht nur die Zeugenaussagen. Es gibt neurologische Techniken, die mehr objektive Erkenntnisse über die – innerlichen oder äußerlichen, eingebildeten oder realen – Ereignisse versprechen, welche hinter diesen Aussagen stecken könnten.

Wie dem auch sei, weshalb liegen nach mehr als 50 Jahren und Hunderttausenden von gemeldeten Nahbegegnungen keine herkömmlichen konkreten Beweise vor? Es gibt kein einziges eindeutiges und verifiziertes Foto von einem unserer Besucher. Keine überprüfbare Verbindung zwischen Nahbegegnungen und UAPs. Kein Bild einer entführten Person.

Äußerungen von Ronald Moultrie, die der Unterstaatssekretär im Verteidigungsministerium, der für Nachrichtendienste und Sicherheit verantwortlich ist, bei einer Pressekonferenz am 16. Dezember 2022 gemacht hat, belegen diesen offenkundigen Mangel an Beweisen. Als er gefragt wurde, ob das Verteidigungsministerium irgendetwas habe, was die Anwesenheit von »Außerirdischen aus dem Weltall« auf der Erde belege, antwortete er: »Nein, wir haben nichts.« Wie wir in Teil 2 dieses Buches sehen werden, hat er vielleicht nicht gelogen, doch wenn Menschen wie der herausragende Ingenieur Dr. Robert I. Sarbacher, der mir 1986 persönlich mitteilte, dass er in offizieller Funktion an außerirdischen Materialien gearbeitet hat, die beim Roswell-Absturz geborgen wurden, keine pathologischen Lügner sind, dann lagen zu diesem Zeitpunkt immerhin solche Dinge vor. Der Grund für diesen Widerspruch liegt darin, dass die Geschichte der UAPs durch die extreme Geheimhaltung katastrophalen Schaden genommen hat. Senator Daniel Patrick Moynihan, der Interesse für die Situation zeigte, nannte diese Geheimhaltung »eine Krankheit«, und warnte genauso wie Generalstaatsanwalt Ganz, dass dadurch »Fehler geheim gehalten« würden. Ich würde nicht so weit gehen und sie als Krankheit bezeichnen, aber die Verheimlichung von Fehlern und Peinlichkeiten gehört grundlegend zur Realität des Systems.

Laut Diana Walsh Pasulkas Aussage in ihrem Buch American Cosmic4 wurde die Untersuchung solcher Materialien noch vor wenigen Jahren fortgesetzt. Falls ihre Informationen korrekt sind, hat man von anderen Orten als Roswell weiteres Material geborgen. Einen von ihnen bezeichnet sie als »Spenderort«, weil dort trotz jahrelanger sorgfältiger Suche immer wieder Materialien gefunden werden. Wenn das in dieser einsamen Wüstenregion tatsächlich geschieht, dann ist es eine sehr clevere Art, uns weiterzuhelfen, ohne die Art von kultureller Kolonisation zu riskieren, zu der es bei direkten Nahbegegnungen kommen würde.

Im März 2022 erhielt Black Vault, die Website des UFO-Forschers John Greenewald jr. und die weltweit führende Quelle für offizielle UAP-bezogene Informationen, gemäß dem Freedom of Information Act (Bundesgesetz zur Informationsfreiheit) einen Bericht von der Defense Intelligence Agency (dem militärischen Nachrichtendienst) mit dem Titel »Anomalous Acute and Subacute Field Effects on Human Biological Tissues« (»Anomale akute und subakute Feldeffekte auf biologisches menschliches Gewebe«). Datiert auf den 11. März 2010, beschreibt er die zahlreichen negativen Auswirkungen von Nahbegegnungen, von denen Zeugen schon lange berichtet haben, die von den Medien jedoch regelmäßig lächerlich gemacht und als öffentlichkeitsgeil abgekanzelt wurden. Das Dokument belegt, dass den Geheimdiensten durchaus bewusst war, dass diese Nahbegegnungen – einschließlich der Entführungen und unerwarteten Schwangerschaften sowie zahlreicher verschiedenartiger Verletzungen, auf die wir in diesem Buch noch zu sprechen kommen werden – real und gefährlich waren. Doch sie taten nichts, um die Fehler in der Berichterstattung zu korrigieren. Im Gegenteil, das Mantra der Verleugnung hat das Problem noch vergrößert.

Wenn die Entführungen real sind, dann werden regelmäßig menschliche Eier, Föten und Samen entnommen. Ich wurde selbst zur Samenabgabe durch den Einsatz eines elektrischen Ejakulationsgeräts von der Art gezwungen, wie sie vor der Entwicklung von Medikamenten wie zum Beispiel Viagra bei Männern mit sexueller Dysfunktion eingesetzt wurden. Während ich mich dagegen wehrte, wurde mein Rektum eingerissen; diese Verletzung macht mir bis heute gelegentlich zu schaffen. Von der Öffentlichkeit wurde mir keinerlei Mitgefühl angesichts dieser Vergewaltigung entgegengebracht, ich wurde international als Witzfigur hingestellt und zum »Rektalsonden«-Mann abgestempelt.

Ich hoffe, dass dieses Buch mehr Klarheit in das belastete und schwierige Thema bringt, zu einem besseren Verständnis des Rätsels und infolgedessen zu einem humaneren Umgang mit den Zeugen führen wird.

Die Briefe, die ich zur Analyse ausgewählt habe, stammen aus dem Communion Letters Archive (Besucherbriefe-Archiv), das inzwischen in den Archives of the Impossible (Archiven des Unmöglichen) in der Rice University in Houston untergebracht ist. Meine Frau Anne beschloss in einem Akt wahrer Voraussicht, die vielen Tausend Briefe zu retten, die wir nach der Veröffentlichung von Die Besucher erhielten. Sie stellte eine Sekretärin ein und verbrachte Jahre damit, diese Briefe zu öffnen, zu lesen und zu katalogisieren. Jene mit detaillierten Beschreibungen bewahrte sie auf, und die befinden sich jetzt in dem Archiv. Wenn die Besucher real sind, dann zählt dieses Archiv zu den wichtigsten der Welt, denn es gibt uns die Chance, sie und ihre Beweggründe für ihre Anwesenheit zu verstehen. Falls nicht, wird es als größte Sammlung moderner Überlieferung, die je zusammengetragen wurde, eine andere Verwendung finden.

Eine Analyse der Briefe zeigt, dass die beschriebenen Nahbegegnungen in einigen Fällen unmöglich das Produkt einer Halluzination oder Imagination sein können. Bei einigen von ihnen spielen mehrere Zeugen und Nahbegegnungen bei Tage eine Rolle, und keiner der Briefeschreiber wurde einer Hypnose oder anderen Bemühungen unterzogen, das Gedächtnis zu stimulieren. Ihre Geschichten sind auch keine Wiederholungen der Erfahrungen, die ich in Die Besucher veröffentlicht habe. Ja, die meisten Berichte unterscheiden sich nicht nur von meinen, sondern sind von Grund auf anders. Das bedeutet natürlich, dass die Autoren ihre eigenen Geschichten erzählt und nicht einfach meine bearbeitet haben.

Irgendjemand hat die komplexen Ereignisse herbeigeführt, die diese Zeugen beschreiben. War es ein Aspekt des menschlichen Geistes? Möglicherweise, aber die Logik, die sich darin durchaus entfaltet, entspricht nicht der unsrigen. Beim Durchgehen der Briefe wird deutlich, dass der Geist unserer Besucher nicht von menschlicher Logik oder gar von einer menschlichen Realitätserfahrung geprägt ist.

Da wir jetzt wissen, dass Regierungen seit Generationen gelogen haben, was die unerforschte Natur und unbekannte Herkunft nicht identifizierter Flugobjekte betrifft, werde ich den Erklärungen, die sie in der Vergangenheit abgegeben haben, keinen Glauben schenken. Das ist vorbei. Stattdessen werde ich unter all dem, was sie fälschlich aussortiert haben, die ursprünglichen Geschichten suchen, die sie verbergen sollten.

Die zähste und nachhaltigste Strategie unserer Besucher ist Geheimhaltung. Nichtsdestoweniger können wir viel über unsere Beziehung zu ihnen herausfinden, indem wir die Daten, die der Öffentlichkeit bereits zugänglich sind, mithilfe der uns zur Verfügung stehenden Forschungsinstrumente analysieren und indem wir Zeugen von Nahbegegnungen direkt in die Untersuchungen einbeziehen. Doch damit Wissenschaftler und Akademiker Zugang zu Zuschüssen bekommen, muss der offizielle Widerstand gegen die Förderung dieser Forschung ein Ende haben. Derzeit gibt es keine einzige große Finanzierungsquelle für die UAP-Forschung, ganz zu schweigen von Mitteln für die Erforschung des Phänomens von Nahbegegnungen.

Als 2017 ein Artikel in der New York Times enthüllte, dass Piloten der U.S. Navy auf Patrouillenflügen Videoaufnahmen von nicht identifizierten Objekten gemacht hatten, bestand die erste Reaktion einiger Wissenschaftskommentatoren darin, die gleiche Behauptung wie seit Jahren aufzustellen: Es müsse sich um Reflektionen auf den Cockpitfenstern gehandelt haben.

Diese Feststellung entspricht so wenig den Tatsachen, dass sie einfach ignoriert wurde – endlich. Doch mit diesem Argument und anderen Plattitüden wurden jahrelang korrekte und glaubwürdige Berichte abgetan, und dies sehr häufig aus Motiven, die nicht genannt wurden. Leute wie Philip Klass, der Herausgeber von Aviation Week & Space Technology, dessen Erfolg und der seines Blattes von seinen guten Beziehungen zur United States Air Force abhingen, zählten zu den führenden Leugnern.

Die Gemeinschaft der Intellektuellen hätte sich schon längst klarmachen sollen, dass das Schweigen und Leugnen des Militärs keineswegs bedeuteten, dass die Lage den offiziellen Verlautbarungen entsprach. Angesichts der Vielzahl von Zeugenaussagen hätten Wissenschaftler und Akademiker die Idee ernsthafter verfolgen müssen, das Beweismaterial zu erforschen, das außerhalb der offiziellen Welt bereits im Überfluss zugänglich ist.

Obwohl inzwischen viele verschiedene Arten von Beweisen zur Verfügung stehen, haben abgesehen von einer winzigen, aber engagierten Gruppe von UAP-Ermittlern nur wenige Leute versucht, diese zu nutzen. Bis auf einige bahnbrechende Studien zu den Auswirkungen von Kontakten auf das Gehirn, auf die wir in einem späteren Kapitel eingehen werden, findet man nichts, und schon gar nichts in der von Fachleuten überprüften Literatur. Selbst wenn eine solche Studie durchgeführt würde, ist das Vorurteil nach aktuellem Stand so grundsätzlich, dass ein Fachgremium, das sie objektiv überprüfen könnte, wahrscheinlich gar nicht aufzufinden wäre.

Das ist zum Teil die Folge der sozialen Kontrolle, die unsere cleveren Besucher einsetzen, doch zum Teil auch emotional bedingt, und Letzteres können wir verändern. Selbstverständlich fühlen sich die Menschen von der Vorstellung einer unbekannten Intelligenz in unserer Mitte bedroht, die über geheimnisvolle Kräfte verfügt. Das hat unsere intellektuelle Führung veranlasst, mit einem Schweigen zu reagieren, das dem der Berater der Inka beängstigend ähnlich sieht, als diese sich Francisco Pizarro und seiner Handvoll spanischer Soldaten gegenübersahen. Dieses Schweigen hatte fatale Folgen, und dasselbe könnte für das Verschweigen unserer Besucher gelten, wenn wir nicht über unsere Emotionen hinausblicken und uns der Realität des Rätsels stellen.

Das Narrativ der Nahbegegnungen ernst zu nehmen, bedeutet nicht, dass man die Vorstellung akzeptiert, dass Außerirdische hier sind oder dass tatsächlich irgendetwas außerhalb des menschlichen Geistes im Spiel ist. Inzwischen können wir ziemlich sicher sein, dass es an unserem Himmel Objekte gibt, die wir nicht verstehen; ob sie aber mit den Berichten über Nahbegegnungen in Verbindung stehen oder nicht, ist nicht bewiesen. Wir sollten gründlicher nachforschen, bevor wir Schlussfolgerungen ziehen, und vor allem nicht in die Falle tappen, einen Vorschlag zu diskutieren, bevor alle Fakten bekannt sind. Mit diesem Ansatz geben wir uns die Mittel, herauszufinden, ob der Kontakt eher traumartig oder halluzinatorisch ist oder ob eine stringente Strategie dahinterzustecken scheint. Mit Strategie meine ich einen klaren Hinweis darauf, dass man irgendetwas von uns will, was wiederum nahelegt, dass die Wesen, denen ich und andere begegnet sind, real und keine Hirngespinste sind. Wenn wir logisch vorgehen, werden wir auf Details unserer Beziehung stoßen, die vermuten lassen, dass es sich um eine reale Präsenz irgendwelcher Art handelt, oder eben nicht.

Zu Beginn eines solchen Unterfangens sollte man sich nicht mit Geheimdokumenten oder dem Geflüster von »Insidern« befassen, sondern mit zivilen ebenso wie militärischen Zeugenaussagen. Mit anderen Worten ist es an der Zeit, die Frage hinter sich zu lassen, ob Menschen lügen oder Opfer von durch Hypnose hervorgerufenen falschen Erinnerungen sind, denn im Vergleich zu den zahlreichen Menschen, die sich – sehr häufig zusammen mit ihren Familien und Freunden – den Besuchern gegenübersahen, trifft die Hypnoseversion tatsächlich nur für eine Handvoll von Nahbegegnungszeugen zu.

Am 9. September 2022 antwortete die U.S. Navy auf einen Antrag von John Greenewald jr. gemäß dem Freedom of Information Act (FOIA), sie sei tatsächlich im Besitz von weiteren UAP-Videos, werde diese aber nicht freigeben. Sie erklärte: »Die Freigabe dieser Informationen wird der nationalen Sicherheit schaden, weil sie Gegnern wertvolle Informationen hinsichtlich Operationen, Schwachstellen und/oder Fähigkeiten des Verteidigungsministeriums/der Navy liefern könnten.« Gregory Cason, der stellvertretende Direktor des FOIA-Büros der Navy, fügte hinzu: »Aus den Videos lassen sich auch keine Auszüge machen und freigeben.« In einem späteren Kapitel werden wir besprechen, was das genau bedeutet. Was die U.S. Air Force anbelangt, so hat sie zu dieser Angelegenheit geschwiegen, und das, wie sich zeigen wird, aus gutem Grund.

Im November 2021 kündete das Verteidigungsministerium die Gründung einer Airborne Object Identification and Management Synchronization Group (AOIMSG – Gruppe, die Objekte aus der Luft identifiziert und für eine Synchronisierung der Forschungsleitung sorgt) an. Im Juli 2022 wurde daraus das AARO, das All-domain Anomaly Resolution Office (Büro, das sich gebietsübergreifend mit Anomalien befasst), und nachdem im Dezember 2022 vom Kongress der National Defense Authorization Act (Ermächtigungsgesetz zur nationalen Verteidigung) und der Intelligence Authorization Act (Nachrichtendienstliches Ermächtigungsgesetz) für das Jahr 2023 verabschiedet worden waren, entstand daraus das Unidentified Aerospace-Undersea Phenomena Joint Program Office (Büroverband für Programme für nicht identifizierte Luftfahrtphänomene und unterseeische Raumfahrtphänomene). Dieser Verband hat die Aufgabe, Daten von sechs Geheimdienstorganisationen zu sammeln, zu denen die Defense Intelligence Agency (der miltitärische Nachrichtendienst) und die National Geospatial-Intelligence Agency (Nationale Geheimagentur, die sich mit dem geografischen Raum befasst), die Air Force, die Space Force sowie die Navy gehören. Ich glaube, diese Behörde wurde aufgrund des signifikanten Anstiegs von UAP-Aktivitäten eingerichtet, der in den vergangenen Jahren weltweit festgestellt wurde. Sie hat allerdings nicht den Auftrag, ihre Berichte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es gibt zwar ein sicheres Verfahren für alle, die Geheimhaltungsvereinbarungen in Bezug auf UFOs/UAPs unterzeichnet haben, über welches sie das, was sie zuvor unabhängig von der Geheimhaltungsstufe geheim zu halten hatten, der AARO und dem Kongress offenlegen können, doch sie haben keine Möglichkeit, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Auch die NASA ist inzwischen involviert. In der Pressemitteilung über ihre Untersuchung, die im Oktober 2022 begann, heißt es, ihr Programm diene dazu, »Daten beziehungsweise Ereignisse am Himmel zu sammeln, die nicht als Flugzeug oder bekanntes Naturphänomen identifiziert werden können«. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals CNN stellte die NASA außerdem fest, es gebe »keine Beweise dafür, dass UAPs außerirdischen Ursprungs« seien. Angesichts der Tatsache, dass sie bereits mit dieser Mutmaßung beginnen, könnte es sein, dass ihre Schlussfolgerungen am Ende wie jene im Condon-Report 5 der Air Force von 1968 klingen werden, in dem es hieß, dass »UFO-Phänomene kein fruchtbares Feld für große wissenschaftliche Erkenntnisse bieten«. Eine solche Feststellung war damals gerade noch vertretbar – heute aber nicht mehr.

Am 25. Juni 2021 gab das Verteidigungsministerium eine »vorläufige Einschätzung« von UAPs – nicht identifizierten Luftphänomenen – heraus. Sie war wenig aussagekräftig, bestätigte aber, dass einige Bilder und weitere gesammelte Daten unerklärlich blieben.

Im Oktober 2021 veröffentlichte James T. Lacatski, ein Teilnehmer des Advanced Aerospace Weapon System Application Program (AAWSAO, »Anwendungsprogramm für fortschrittliche Luft- und Raumfahrtwaffensysteme«), ein Buch namens Skinwalker im Pentagon: EinInsiderbericht über das geheime UFO-Programm der amerikanischenRegierung, mitverfasst von dem Journalisten und Rundfunksprecher George Knapp sowie Colm Kelleher von den Bigelow Aerospace Advanced Space Studies. Skinwalker im Pentagon enthüllte eine umfangreiche Serie von Programmen, die innerhalb der Defense Intelligence Agency (des militärischen Nachrichtendienstes) durchgeführt wurden und nicht nur vielen Fragen zu technologischen Aspekten wie den Antriebssystemen von UAPs nachging, sondern auch dem Phänomen der Entführungen und anderen kontaktbezogenen Phänomenen. In einigen Rezensionen wurde über das Buch gespottet, weil es sich mit sogenannten »paranormalen« Ereignissen befasse, die auf der offenkundig falschen Annahme basierten, dass etwas, das als Geist oder Werwolf oder was auch immer wahrgenommen wird, gar nicht existiert. Denn solche Dinge »können nicht real sein«. Festzustellen, dass eine Wahrnehmung nicht stattgefunden hat, weil ihre Beschreibung unmöglich erscheint, ist absurd. Solange jemand, der eine seltsame Geschichte erzählt, nicht absichtlich lügt, ist auf jeden Fall etwas geschehen. Ob die Beschreibung korrekt ist oder nicht, ist eine andere Frage.

Am 10. November 2021 äußerte sich Avril Haines, die Direktorin des Nationalen Geheimdienstes, bei der Veranstaltung »Our Future in Space« (»Unsere Zukunft im Weltall«) in der National Cathedral in Washington folgendermaßen: »Es bleibt immer die Frage, ob es nicht etwas gibt, das so anders ist, dass wir es nicht verstehen können, und das extraterrestrisch sein könnte?«

In der Geheimdienstcommunity und im Kongress gibt es verschiedene Lager, von denen einige einen offeneren Umgang mit dem Thema befürworten, während andere es weiter verschweigen wollen. Zur Zeit dieser Niederschrift hat das Lager, das an der Geheimhaltung festhalten will, die Kontrolle wiedererlangt, falls es sie je verloren hatte.

In Teil 2 dieses Buches werden wir auf die Gründe zu sprechen kommen, weshalb die offizielle Welt letztlich dazu gezwungen wurde, die Geheimnisse der Besucher zu wahren.

Wenn es zu einem Kontakt kommt, steht das meiste in der Geschichte der Menschheit auf dem Spiel. Wenn wir es richtig anstellen, besteht die sehr reale Möglichkeit, zu einer neuen Spezies, ja tatsächlich zu einer neuen Menschheit zu werden. Sie kann sich tiefgreifend verändern – jedoch auch auf eine äußerst seltsame und negative Weise, die irreversibel ist.

Dennoch denke ich, während ich dies hier schreibe, über die Tatsache nach, dass ich keinen einzigen eindeutigen Beweis für die physische Existenz eines Besuchers wie dem, der auf dem Cover meines Buches Die Besucher dargestellt ist, vorlegen kann. Weshalb nicht? Wie erklärt sich der bizarre Umstand, dass wir über einen riesigen Bestand von Zeugenaussagen verfügen und doch keinen einzigen echten Beweis haben?

Irgendetwas stimmt nicht.

Teil 1: Was im Verborgenen geschieht

TEIL 1

Was im Verborgenen geschieht

»Ist da jemand?«

Whitley Strieber in Die Besucher

»Was war denn das?« – »Ich weiß es nicht.«

Trooper Blackburn und Sergeant Petersen in Them!

Kapitel 1 – Nahbegegnung: Die Kritiker melden sich zu Wort

KAPITEL 1

Nahbegegnung: Die Kritiker melden sich zu Wort

Mein Buch Die Besucher wurde auf allen gesellschaftlichen Ebenen heftig kritisiert, aber es gab nur eine Gruppe von Kritikern, die mich wirklich beunruhigte. Und das waren die Besucher selbst. Seit 1988 habe ich eine leise Ahnung, was sie denken, aber erst als ich im Briefarchiv der Rice University saß, fand ich heraus, dass da noch mehr war.

Das Archiv ist in Ablageboxen untergebracht, die nach Datum geordnet sind. Mir wurde eine Box gebracht, und ich begann sie durchzusehen. Einer der ersten Briefe, den ich herauszog, stammte von einem Mann, der ein paar Besucher dabei beobachtet hatte, wie sie sich in einer Buchhandlung in Bayside, New York, ein Exemplar meines Buches ansahen.

Kurz nach der Veröffentlichung von Die Besucher war Bruce Lee, Redakteur für Militärgeschichte bei William Morrow & Company, in eine Buchhandlung in Manhattan gegangen, um zu erfahren, ob sich das Buch gut verkaufte. Als er zwei Männer in Mänteln und Hüten sah, die gerade ein Exemplar durchblätterten, trat er näher und beobachtete ihre Reaktion auf das, was sie lasen.

Er war schockiert, als er feststellte, dass sie das Buch nicht nur außerordentlich schnell durchblätterten, sondern sich auch darüber unterhielten und lustig machten, dass ich das eine oder andere falsch verstanden hatte. Dann hielten sie inne und blickten zu Mr. Lee auf. Riesige schwarze Augen sahen ihn an. Er holte sofort seine Frau und sagte ihr, sie müssten umgehend das Geschäft verlassen. Als sie dies taten, folgten ihnen die beiden seltsamen Wesen. Er beobachtete, wie sie die Straße entlanggingen … ohne dass ein einziger Passant ihnen Beachtung schenkte. Man könnte meinen: »Ja klar, das ist eben New York.« Aber es gibt noch einen anderen Grund, nämlich Täuschung. Zauberkünstler machen sich diese Technik schon lange zunutze. Um zu sehen, wie wirksam sie ist, braucht man sich auf YouTube nur das Video »The Monkey Business Illusion« anzuschauen. Die beiden Besucher, die die Straße entlanggingen, ohne bemerkt zu werden, setzten einfach auf die Angewohnheit des menschlichen Geistes, seine Aufmerksamkeit nur auf das zu richten, was er zu sehen erwartet.

Als ich Mr. Lees Bericht über sein Erlebnis zum ersten Mal las, war ich äußerst bestürzt. Ich hatte das Gefühl, meine ganze Mühe sei umsonst gewesen. Die Besucher hielten mein Buch für lächerlich. Doch Anne war anderer Meinung. »Sie haben reagiert, und zwar auf eine Weise, die wir nicht leugnen können. Sie haben deine Bemühung gewürdigt, dich aber aufgefordert, noch härter zu arbeiten und besser zu verstehen.«

Mag sein.

Der Brief: Besucher in einer Buchhandlung

Anfang April 1999 erhielten wir einen zweiten Brief von einem Zeugen, der uns bereits einen Teil seiner Nahbegegnung geschildert hatte, aber, nachdem er die Geschichte von Bruce Lee gelesen hatte, noch einiges hinzufügen wollte. Anne hat seinen Brief mit der Nummer 1 und einem Ausrufezeichen versehen, maß ihm also eine außergewöhnliche Bedeutung bei. Unter all den Briefen, die sie aufbewahrt hat, ist er Nummer 3843. Ich hatte ihn vor meinem Archivbesuch noch nie gesehen.

Er ist insofern wichtig, weil er die Beschreibung einer Begegnung enthält, die der von Mr. Lee erstaunlich ähnelt. Da Mr. Lees Bericht 1988 in Transformation, dem Folgewerk von Die Besucher, ausführlich beschrieben wurde, kann ich nicht sagen, ob der Brief verfasst wurde, bevor Lees Geschichte öffentlich bekannt wurde. Anne hat das wohl nicht geglaubt; sie hatte nämlich zuvor mit dem Autor gesprochen, da sie von ihm einen anderen Brief in dem von uns damals herausgegebenen Newsletter veröffentlicht hatte.

Am 2. März 1987 ging ich zügig auf der Ostseite des Bell Boulevards in Bayside in südlicher Richtung auf der 39th Avenue zur Buchhandlung Waldenbooks, um nachzusehen, ob Die Besucher schon ausgeliefert worden waren. Vor mir laufen vier sehr ausgelassene Personen, die herumtorkeln, laut lachen und sich ungehobelt benehmen. Für einen so warmen Tag sind sie seltsam gekleidet. Sie tragen wollene Schirmmützen, dicke Schals um den Hals und riesige Sonnenbrillen. Das wenige, das ich von ihren Gesichtern sehen kann, scheint weiß geschminkt zu sein. Ich komme zu dem Schluss, dass sie betrunken sind. Da mir das nicht geheuer ist, bleibe ich stehen und warte, bis sie an Waldenbooks vorbeigegangen sind. Doch sie bleiben vor der Buchhandlung stehen, hängen laut lachend und scherzend davor herum und blockieren den Eingang. Weil ich mich nicht in ihrer Nähe aufhalten will, gehe ich auf die andere Straßenseite und beschließe, um den Block zu gehen. Als ich zurückkomme, sind sie nicht mehr da.

Ich betrete die Buchhandlung und gehe zur Theke. Die Angestellte hat mir den Rücken zugewandt und steht so weit wie möglich von dem Verkaufstisch entfernt. Ich erkundige mich nach Die Besucher. Ihr Blick wirkt verängstigt, und ich frage mich, was sie beunruhigen mag. Sie informiert mich, das Buch sei dort drüben zu finden, »dort, wo die Vier stehen«.

Ich gehe hinüber. Sie stehen paarweise zusammen und teilen sich jeweils ein Buch. Sie blättern die Seiten hastig durch und vor und zurück, lachen leise und geben Kommentare ab. »So ist es nicht«, sagen sie immer wieder. Die eine Gruppe sagt zur anderen: »Schaut euch diese Seite an«, und sie lachen wieder. Als ich an ihnen vorbei nach einem Buch im Regal greife, drehen sie die Köpfe, und ich bemerke, dass ihre Kopfhaut sehr weiß ist, und entdecke hinter den Sonnenbrillen auf ihren Gesichtern ihre riesigen Augen.

Ich fürchte mich und trete 6 Meter zurück auf die andere Seite des Geschäfts. Sie werden übermütig. Ich stehe da und beobachte sie.

Nach etwa einer Minute betritt ein junges Paar den Laden. Der Mann, in Anzug und Krawatte, fragt nach dem Buch Die Besucher. Er geht zu den Besuchern und erkundigt sich freundlich, was sie von dem Buch halten. Sie drehen ihm die Gesichter zu, woraufhin er zur Theke zurückkehrt, seiner Begleiterin auf die Schulter tippt und mit leiser, ängstlicher Stimme sagt: »Lass uns schnell gehen«. Sie verlassen das Geschäft.

Die Besucher überfliegen das Buch kichernd und lachend noch weitere gefühlte 5 Minuten lang. Dann wenden sie sich zum Gehen und kommen paarweise an mir vorbei. Ich halte den Kopf gesenkt und blicke nach unten, weil ich nicht möchte, dass sie wissen, dass ich sie bemerkt haben. Ich habe Angst.

Als sie an mir vorbeigehen und ich schon fast erleichtert aufatme, schert jener auf der rechten Seite aus, dreht sich um und kommt direkt auf mich zu. Die anderen drei, die langsam auf die Tür zugehen, bemerken es nicht. Er geht an mir vorbei, hält kurz inne und lacht leise. Das Lachen wirkt höhnisch. Als er sich umdreht und noch einmal an mir vorbeikommt, streift er mich mit dem Arm. Ich denke, er versucht, mich niederzuschlagen, doch die Berührung ist sanft. Inzwischen ist mir klar, dass die Besucher uns Fallen stellen und mit uns spielen können. Diese Art von Berührung sagt mir, dass sie es nicht böse meinen.

Analyse

Dass ich mich nicht entsinne, diesen Brief gesehen zu haben, kann daran liegen, dass Anne sich daran erinnerte, wie sehr mich die Geschichte von Bruce Lee verunsicherte, und deshalb beschloss, ihn mir nicht zu zeigen. Die Tatsache, dass er mir scheinbar zufällig bei einem kurzen Besuch in einem Archiv, das so viele Tausend Briefe enthält, in die Hand fiel, ist typisch für die ganze Geschichte. Ich kann es nicht erklären und möchte nicht spekulieren. Wenn man in seinem Leben mit den Besuchern zu tun hat, dann läuft das so. Da die Briefe derzeit ausschließlich nach Datum katalogisiert sind, kann meine Entdeckung unserem Realitätsverständnis zufolge nur dem Zufall zugeschrieben werden.

An dieser Stelle können wir sehr gut mit unserer Ermittlung ansetzen, was die Besucher von sich preisgegeben haben, während sie uns begegneten. Zunächst einmal sind sie keine Engel oder mythologischen Wesen, die mit geheimnisvoller Erhabenheit befrachtet sind. Und sie sind auch keine Dämonen, aus deren Poren der Gestank des Bösen strömt. Obwohl beeindruckende, schreckliche Wesen mit Sicherheit Teil unserer Erfahrung mit dem Numinosen und dem Unbekannten sind, ist für mich nicht klar, ob dies hier irgendetwas damit zu tun hat.

In unserem speziellen Fall stellt jemand offensichtlich etwas zur Schau, das ziemlich sicher dazu gedacht ist, dass es mir kommuniziert wird. Zuerst erlebt es ein Freund. Dann erhalten wir einen Brief von einem Mann, der das Gleiche erlebt hat und der, wie wir sehen werden, zuvor bei einer außergewöhnlichen Sichtung anwesend war, die einer von unseren Freunden erlebte. Wir werden in dem, was unsere Besucher tun, immer wieder ein bestimmtes Muster erkennen, das uns dazu herausfordert, die entscheidenden Verbindungen herzustellen.

Im ersten der beiden Fälle herrscht ein leicht unheimlicher Ton vor – als die beiden Besucher Lee anblicken, ist er so verängstigt, dass er die Buchhandlung verlässt. Als der zweite Zeuge dasselbe tut, fordern sie ihn heraus, versichern ihm dann aber auf subtile Weise, dass sie es nicht böse meinen. Doch stimmt das?

In beiden Fällen war die Erkenntnis, dass sie keine menschlichen Wesen waren, ein wichtiger Grund für die ängstliche Reaktion. Doch eine noch größere Rolle spielten die Augen.

Die riesigen Augen unserer Besucher zählen zu den wirkungsvollsten Motiven der modernen Kultur, und unsere Reaktion auf große Augen ist tief in uns verwurzelt. Sie spiegelt sich in den »Augengott«-Statuen aus ferner Vergangenheit und in den hypnotischen Augen einiger Politiker und Berühmtheiten von heute. Die gigantischen Augen des Besuchers auf dem Cover von Die Besucher weckten bei Menschen rund um den Globus eine Flut von Erinnerungen. Aber sie lösten auch Ehrfurcht und Angst aus. Es stellt sich die Frage: Schauen wir, wenn wir in diese Augen blicken, in die physischen Augen von Außerirdischen, die sich auf natürliche Weise so entwickelt haben, oder sehen wir etwas, das die Aufgabe hat, uns zu überwältigen, oder vielleicht sogar in gewisser Weise zu uns gehört? Zwar liegt die Annahme nahe, dass derart seltsam aussehende Wesen von irgendeinem anderen Ort im Universum herstammen müssen, aber es liegen nicht genügend Beweise vor, um diese Frage abschließend zu beantworten. Meiner Erfahrung nach ist die Begegnung mit einem solchen Besucher fast so, als würde man einer lebenden Maske begegnen. Doch was verbirgt sie? Wenn sie tatsächlich telepathisch miteinander verbunden sind, könnte es sich um eine eigene Spezies handeln. Das würde jedenfalls das Gefühl der Ehrfurcht erklären, das sich bei einer solchen Begegnung einstellt.

In frühen Kulturen sind Götter mit riesigen Augen allgegenwärtig, und Julian Jaynes stellt in Der Ursprung des Bewusstseins durch den Zusammenbruch der bikameralen Psyche die Theorie auf, dass »Augenidole« einst auditive Halluzinationen hervorriefen und von Menschen, die noch kein modernes Bewusstsein entwickelt hatten, welches einen eigenen inneren Monolog erzeugt, als Gedächtnisstützen genutzt wurden. Könnte es also sein, dass die riesigen Augen der Besucher uns in eine Art früheren Geisteszustand zurückversetzen und dasselbe überwältigende Machtgefühl einflößen, das antike Völker in Furcht versetzte, wenn sie vor diesen imposanten Bildnissen standen?

Das ist typisch für jene Art von Widerspruch, auf die man im Zusammenhang mit solchen Begegnungen stößt. Wenn sie aus unserem Inneren oder auf irgendeine Weise aus unserer Welt stammen, was wir aber – womöglich aufgrund unserer Wahrnehmungs- und Denkweise – nicht eindeutig verstehen können, dann schauen wir hier gleichermaßen in einen Spiegel, der allerdings auf einer seltsamen Schattenlinie zwischen Geist und Materie einen Balanceakt vollzieht.

Wenn die Analyse letztlich aber ergeben sollte, dass es sich um Wesen aus einer anderen Welt handelt, könnte unsere Fixierung auf ihre Augen mit der uralten Herausforderung zusammenhängen, die die Augen von Säugetieren darstellen; es gibt sie bei vielen Spezies in unterschiedlichen Formen, sie ist bei den Primaten aber besonders stark ausgeprägt. Schauen Sie beispielsweise einem Gorilla nie in die Augen, und wenn Sie einem anderen Menschen tief in die Augen blicken, werden in Ihnen alsbald sehr komplizierte Gefühle hochkommen. Der Blick in die Augen unbekannter Wesen, die aufgrund ihrer Größe einschüchtern, kann sehr herausfordernd sein. (Das kann ich Ihnen versichern. Es fühlt sich an, als würden sie tiefer in dich hineinsehen als du selbst. Das ist demütigend und erschreckend.)

Doch wie sind sie mit Bruce Lee und dem Briefschreiber umgegangen? Beiden Männern war unheimlich zumute, und zwar nicht, weil sie bedroht wurden, sondern nur wegen dieser Augen. Ihr Verhalten unserem Briefschreiber gegenüber schien fast eine Parodie auf eine taffe Jugendgang zu sein, die von einem potenziellen Opfer ablässt und ihm dann die Angst nimmt, dass sie ihm etwas antun könnte.

Sowohl Bruce als auch unser Briefpartner berichteten, dass die Besucher das Buch sehr schnell durchblätterten. Letzterer sagte sogar, sie hätten bestimmte Seiten erwähnt, doch zu meinem Ärger sagte er nicht, welche.

Ich war enttäuscht, als Bruce mir erzählte, dass sie über mein Buch gelacht hatten, und das ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass Anne mir diesen Brief nie gezeigt hat. Sie war der Meinung, dass sie mich würdigen, indem sie meine Bemühungen überhaupt anerkennen, und betonte, sie hätten so bei keinem anderen Buch, Film oder bei irgendetwas reagiert, was wir in Bezug auf sie gesagt oder getan hatten. Das mag ja alles gut und schön sein, dennoch würde ich gerne wissen, was sie für falsch hielten und was sie zum Lachen brachte.

Aber hier ist mehr auszuloten als ihre Reaktion auf das Buch, schließlich haben wir hier zwei äußerst seltene Fälle, wo sich Besucher offen in der menschlichen Welt bewegen. Als Bruce Lee sie erblickte, trugen sie Mäntel, Hüte und Sonnenbrillen. Sie plauderten und lachten, als sie hinter ihm hinausgingen. Waren absolut entspannt. Wussten, wie man lässig eine belebte Straße entlangschlendert. Und waren sich sicher, dass niemand bemerken würde, was sie waren.

In der Buchhandlung Waldenbooks waren die Besucher anders vorgegangen. Es schien ihnen egal zu sein, ob jemand etwas bemerkte, aber sie tarnten sich vorsorglich auf ähnliche Weise, damit ihr fremdes Aussehen nicht sofort erkennbar wurde. Ihre Tarnungen waren so minimal und so offenkundig (es war nicht kalt genug, um Mäntel und Schals zu tragen), dass sich mir der Eindruck aufdrängt, dass sie letztlich bemerkt werden wollten. Anders ausgedrückt: Sie wollten, dass der Brief über die Begegnung mit ihnen geschrieben wurde, so wie die ersten beiden Besucher gewollt hatten, dass Bruce Lee seine Geschichte zu William Morrow & Company und folglich zu mir bringt.

Auf den ersten Blick nimmt unser Briefpartner die Besucher auf dem Gehsteig als »vier sehr ausgelassene Personen« wahr, »die herumtorkeln, laut lachen und sich ungehobelt benehmen«. Dann fällt ihm ihre unangemessene Kleidung und der Umstand auf, dass ihre Haut »weiß geschminkt« zu sein scheint. Ein Jahr später sollte ich dasselbe seltsame Weiß bei einem Besucher feststellen, auf den ich an einem öffentlichen Ort traf. Es kam mir vor, als hätten sie Bestatterwachs aufgetragen. (Auf diese Begegnung werde ich in Teil 2 eingehen.)