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WILLKOMMEN AM STEINHUDER MEER! Entdecken Sie eine Region mit unberührter Natur, romantischen Rad- und Wanderwegen, attraktiven Freizeitmöglichkeiten und gelebtem Brauchtum. Dieses Reisehandbuch im praktischen Kleinformat ist ein nützlicher Begleiter mit den besten Vorschlägen für Urlauber und Einheimische. Es ist in erster Linie für jene konzipiert, die in der Urlaubsregion sportlich aktiv sein wollen und/oder das Gebiet kulturell erkunden möchten. Sie erhalten sowohl Hilfen für die Vorbereitung des Aufenthaltes durch umfangreiche Hintergrundinformationen als auch zahlreiche Insider-Empfehlungen. Die Ziele rund um das Steinhuder Meer sind übersichtlich in drei Teilräume gegliedert. Für jeden Ort werden die möglichen Freizeitaktivitäten sowie Einkehrmöglichkeiten jeweils mit Kontaktdaten für vertiefende Informationen beschrieben. Ausgewählte Wander- und Radtouren mit zugehörigen Karten oder entsprechenden Links zu Onlinekarten ergänzen die Beschreibungen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 130
Veröffentlichungsjahr: 2021
Für meine drei Liebsten
Dass die Urlaubsregion Steinhuder Meer weit mehr ist als der »Sehnsuchtsort internationaler Fischbrötchen-Experten« (so die beiden HAZ-Kolumnisten Bruno Bauer und Uwe Janssen auf der Steinhuder Meer Konferenz 2014), ist Einheimischen schon sehr lange bewusst.
Die Region stellt vor allem aufgrund seiner geschützten Flora und Fauna ein überregional bekanntes Ausflugsziel dar, das im Sommer von bis zu 50.000 Tagesgästen besucht wird. Dass dieses Reiseziel aber auch vielfältige Freizeitmöglichkeiten bietet, wird zuweilen unterschätzt.
Dieses Geheimnis an möglichen Aktivitäten mag der Grund sein, dass es bislang zwar relativ viele Naturführer und Bildbände über das Steinhuder Meer gibt. Reiseliteratur, die sich vorrangig mit den Aktivitäten auf und am See beschäftigt, sind bislang jedoch die Ausnahme.
Dabei taucht doch bei jedem im Urlaub unvermeidlich die Frage auf: »Was machen wir denn heute mal?«. Dieses Buch soll bei der Beantwortung dieser Frage behilflich sein. Denn neben einer zweifellos lohnenswerten Beobachtung der Flora und Fauna, warten auch liebevoll eingerichtete Museen, überregional bedeutende Denkmale und attraktive Sportangebote auf Besucher jeden Alters.
Es handelt sich um ein ideales Nachschlagewerk für einen entspannten Aktivurlaub mit oder ohne Kinder am Steinhuder Meer. Der detaillierte und reich bebilderte Ratgeber enthält darüber hinaus viele hilfreiche Internetadressen sowie Öffnungszeiten. Diese sind bei jeder Aktivität angegeben, so dass bereits von zu Hause aus oder aber von unterwegs auf dem Tablet oder Smartphone mögliche aktuelle Zusatzinformationen abgerufen werden können. Ausgewählte Radtourenvorschläge ergänzen das Kultur- und Freizeitangebot am Steinhuder Meer.
Da die Darstellung der Freizeitaktivitäten im Vordergrund steht, wurde ausdrücklich weitgehend auf historische Detailbeschreibungen verzichtet, damit dieses Buch der Begleiter für einen gelungenen Aktivurlaub sein kann, das aufgrund seiner Schwerpunktsetzung auf das Wesentliche, problemlos in die Jackentasche passt. Dabei richtet sich der Führer sowohl an Tagesgäste als auch an Langzeiturlauber, die ihre Zeit am Steinhuder Meer abwechslungsreich gestalten möchten.
Dass durch dieses Buch nicht nur Urlauber, sondern vielleicht sogar auch Einheimische neue attraktive Ziele finden, die Ihnen bislang aufgrund fehlender Informationen verborgen geblieben waren, wäre ein schöner »Nebeneffekt«.
Seit der ersten Auflage sind fast fünf Jahre vergangen und ich habe sehr viel positives Feedback zu diesem Reiseführer bekommen. Besonders hat es mich gefreut, dass das Werk - wie ursprünglich gehofft - auch bei Einheimischen Anklang fand und selbst diese »Zielgruppe« neue Freizeitaktivitäten für sich entdecken konnte.
Es war nun an der Zeit, die Inhalte des Buches erneut auf den Prüfstand zu stellen und die zahlreichen Hinweise von Lesern zu prüfen und einzuarbeiten. Sind die Beschreibungen noch zeitgemäß? Stimmen die angegebenen Kontaktdaten noch? Was fehlt?
Bei der Vorbereitung der Neuauflage ging es deshalb - neben der Beseitigung kleiner Fehler und Ungereimtheiten - primär um Aktualisierungen und einer besseren Übersichtlichkeit der Informationen. So habe ich in dieser 2. Auflage den Text zweispaltig aufgebaut und die Fotos weitgehend farbig wiedergegeben. Auf Öffnungszeiten wurde nun bewusst verzichtet, da sich diese, wie die Coronakrise leider gezeigt hat, sehr schnell verändern und unkompliziert auf den Homepages nachgeschaut werden können. Neu aufgenommen wurde hingegen das Kapitel »Ausgesuchte Ziele für Familien mit Kindern«. Dies war mit Abstand die am häufigsten gewünschte Änderung der Leser.
Auf Symbole direkt im Text habe ich verzichtet, da dies auf einige Leser störend wirkte.
Karte 1 Textstellen, die sich auf Karten beziehen, sind nun mit diesem Randsymbol gekennzeichnet.
Tipp Besondere Tipps erkennen Sie an diesem Randsymbol.
Ich möchte mich hier noch einmal ganz herzlich für die vielen Anregungen und Hinweise bedanken, die ich bisher erhalten habe und wünsche Ihnen mit dieser 2. aktualisierten und erweiterten Auflage meines Reiseführers eine abwechslungsreiche Zeit in der schönen »Urlaubsregion Steinhuder Meer«!
Kai Nülle
Die Urlaubsregion Steinhuder Meer
Warum eigentlich Meer und nicht See?
Die Entstehung des Steinhuder Meeres
Die Sage vom Riesen
Der Naturrraum
Hoch- und Niedermoor
Binnendünen
Wasser
Unerklärliches Phänomen
Natur- und Landschaftsschutz
Klima und Reisezeit
Historie
Die vermutlich älteste Schokoladenfabrik Deutschlands
Feste und Veranstaltungen
Wochenmärkte
Fischerei und Aalräucherei
Informationen und Gästebtreuung
Unterwegs in der Urlaubsregion
Bus & Bahn
Auto & Wohnmobile
Personenschifffahrt
Bootsverleih
Kutsch- und Planwagenfahrten
Sport und Aktivitäten
Wassersport
Postboje
Segeln
Windsurfen
Stand-up-Paddling
Kitesurfen
Kanu und Kajak
Angeln
Baden im Meer
Blaualgen
Frei- und Hallenbäder
Radfahren
Inlineskaten
Wandern & (Nordic) Walking
Reiten
Golfen
Minigolfen
Boule/Pétanque/Boccia
Klettern
Segelfliegen
Eissport
Führungen und geführte Wanderungen
Inhalt
Ziele in der Urlaubsregion Steinhuder Meer
Inseln im Meer
Wilhelmstein
Badeinsel
Die Seebühne
Der Süden
Sienhude
Hagenburg & Altenhagen
Wunstorf
Idensen
Bokeloh
Garbsen
Sachsenhagen
Bad Nenndorf
Mittellandkanal
Deister
Der Norden und Osten
Mardorf
Totes Moor
Neustadt a. Rbge.
Mariensee
Mandelsloh
Nienburg
Hannover
Der Westen
Meerbruchwiesen
Münchehagen
Loccum
Rehburg & Bad Rehburg
Stadthagen
Wiedensahl
Peterhagen
Mittelweser
Ausgesuchte Ziele für Familien
Freizeit- und Erlebnisparks
Schwimmbäder/Badestrände
Minigolfanlagen
Theater für Kinder
Sporteenter
Tiere, Landschaft, Natur
Anhang
Schlagwortregister
Kartenverzeichnis
Der Autor
Blick vom Kaliberg in Bokeloh auf das Steinhuder Meer
Das Steinhuder Meer ist gleichsam der Kristallisationskern des 310 km2 großen und 1974 gegründeten Naturparks Steinhuder Meer. Der Naturpark hat nun bereits zum dritten Mal (2006, 2013 und 2018) die vom Verband Deutscher Naturparke (VDN) verliehene Auszeichnung »Qualitäts-Naturpark« erhalten. Für das Jahr 2023 steht der nächste Qualitätscheck an. Entsprechend der Ramsar-Konvention von 1976 ist das Steinhuder Meer auch als »Feuchtgebiet internationaler Bedeutung« ausgewiesen. Das Übereinkommen über »Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung« dient der Erhaltung wichtiger Ökosysteme und damit auch dem umfassenden Schutz des Lebensraums zahlreicher Vogel- und Fischarten. In Deutschland wurden 34 Ramsar-Gebiete ausgewiesen. Dabei handelt es sich um Gebiete, die aus repräsentativen, seltenen oder einzigartigen Feuchtgebietstypen bestehen. Diese sind von internationaler Bedeutung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. So überwintern am Steinhuder Meer zahlreiche Zugvogelarten, deren Verbreitung weltweit stark zurückgegangen ist.
Dass es übrigens nicht Steinhuder See, sondern Steinhuder Meer heißt, liegt in der norddeutschen Sprache begründet. Der aus dem Germanischen »mori« oder »mari« abgeleitete mittelhochdeutsche Begriff »mer« bezeichnet einen Sumpf oder ein stehendes Gewässer. Diverse Binnenseen im Norden Deutschlands heißen daher Meer. Als See werden dagegen offene Gewässer wie z.B. die Nord- oder Ostsee bezeichnet. Genau genommen handelt es sich bei dem Steinhuder Meer um einen Flachsee.
Für die Entstehung des Steinhuder Meeres gibt es Inzwlschen mehrere Erklärungsansätze.
Einig ist sich die Wissenschaft weitgehend darüber, dass das Steinhuder Meer nach der Weichsel-Kaltzeit vor rund 12.000 bis 14.000 Jahren entstanden sein muss. Erdgeschichtlich ist es daher ein sehr junges Gewässer, das ursprünglich in seiner größten Ausdehnung rund dreimal größer gewesen ist als heute.
Der zwischen Mardorf und Bokeloh unter dem Steinhuder Meer vorhandene Salzsattel steht mit der Entstehung des Steinhuder Meeres wohl in keinem wesentlichen Zusammenhang. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass das Meer durch das Abtauen einer großen Eisllnse im Untergrund entstanden sein könnte. Die sich nach dem Abtauen dieser Eisllnse gebildete flache Wanne hat sich dann nach und nach mit Wasser gefüllt.
Der Wasserstand des Meeres wird auch heute noch ausschließlich aus dem Zustrom von Grundwasser und Regenwasser (z.B. Wlnzlarer Grenzgraben aus den Rehburger Bergen) gespeist. Trotz der erheblichen Wasserverdunstung im Sommer fließt dennoch stets Wasser über den einzigen Abfluss - den Meerbach im Westen - in die Weser ab. Der Wasserspiegel ist daher nahezu konstant und kann mit einem Wehr am Abfluss des Steinhuder Meeres reguliert werden.
Einer Infotafel in Mardorf ist folgende kleine Erzählung zu entnehmen:
»Vor langer, langer Zeit lebte im Grinder Wald einmal ein fröhliches Zwergenvölkchen, das aber ständig von einem Riesen belästigt wurde. Als ihr Leben immer schwieriger und gefährlicher wurde, beschloss das Zwergenvölkchen, diesen Wald zu verlassen und einen andern Wald aufzusuchen. Aber kaum hatten sie das schützende Dach der Bäume hinter sich gelassen, da erspähte sie der Riese. Er richtete sich auf, machte einen großen Schritt und begrub das ganze Zwergenvölkchen unter seinem Stiefelabsatz. Zornig verstärkte er den Fußtritt noch so sehr, dass der ganze Stiefelansatz tief in die Erde drang. Dann schaute er in das Loch hinein, um sicher zu sein, dass kein Leben mehr in ihm war und wollte zurückgehen in den Grinder Wald.
Blick vom Kaliberg in Bokeloh auf das Steinhuder Meer
Aber der Sand im Stiefel war ihm lästig. So zog er ihn aus und schüttete ein paar Mal hin und her, bis der Sand herausgefallen war. Schließlich zog er den Stiefel wieder an und ging seines Weges. In der Tiefe des Loches, in dem die Zwerge lagen, quoll nach und nach Wasser, füllte es aus, überschwemmte die Randgebiete und durchsickerte das Erdreich der Umgebung. Manche meinen, es seien die Tränen der Zwerge gewesen, die aus der Tiefe quollen, und der Sand aus dem Stiefel, das wäre heute der >Weiße Berg< am Nordufer.«
Das Steinhuder Meer liegt in der Großlandschaft der Hannoverschen Moorgeest im Norden und dem Bückeberg-Vorland im Süden. Prägend sind die Wasserflächen und Feuchtgebiete, die Moorflächen und Geestrücken. Die Fläche des Sees umfasst abhängig vom Wasserstand etwa 30 km2. Mit seiner Ausdehnung von etwa 8,0 x 4,5 km und durchschnittlich nur etwa 1,3 m bis 1,5 m Wassertiefe, handelt es sich um einen Flachsee, der sich im Sommer sehr schnell erwärmt.
Der Umfang des Meeres beträgt 24 km, das Volumen ca. 48 Millionen m3. Durchschnittlich liegt der Meeresspiegel auf ca. 37,9 m über NHN.
Im Naturpark finden sich mehrere Moorgebiete. Das Tote Moor ist dabei mit ca.. 2.300 ha sowohl das größte Randmoor als auch das größte zusammenhängende Hochmoor der Region Hannover. Es handelt sich um ein teilweise abgetorftes Hochmoor mit kleineren Niedermoorbereichen, das zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. Das Tote Moor trennt das Steinhuder Meer von der Niederterrasse der weiter östlich fließenden Leine.
Rauchsäule des brennenden Moores
Bei der ökologischen Moortypengliederung wird zwischen Hochmoor und Niedermoor unterschieden. Hochmoore liegen im Gegensatz zu Niedermooren erhaben in der Landschaft und zeichnen sich durch einen fast immer vorhandenen Wasserüberschuss aus. Um das zu erreichen, muss die Menge des Niederschlages den Wasserverlust durch Abfluss und Verdunstung übersteigen. Hochmoore werden ausschließlich von Regenwasser gespeist. Aus diesem Grund werden sie auch Regenwassermoore oder ombrotrophe Moore genannt. Aufgebaut sind sie aus Torfmoosen (Sphagnum), die sehr viel Wasser speichern können. Die Torfmoose sind Spezialisten und vertragen nicht nur kurzzeitiges Austrocknen, sondern schaffen sich selbst zusätzlich zu den ohnehin schon nährstoffarmen Bedingungen im Moor ein für andere Pflanzenarten feindliches saures Milieu. Nur sehr wenige andere Pflanzenarten können hier gedeihen. Größere Gehölze wie z.B. Birken laufen erst in gestörten Bereichen auf. Torfmoose können praktisch unbegrenzt wachsen. Während sich die Pflanze nach oben hin entwickelt, stirbt die Basis wegen Luftabschluss ab; aus dem sich kaum zersetzenden Torfmoos entsteht so schließlich Torf. Der Torfkörper wächst über Jahrhunderte immer weiter in die Höhe (ca.. 1 mm Jährlich). Die Bildung eines typischen Hochmoores ist ein sehr langsamer Prozess, der sogar bei günstigem, ungestörtem Ablauf Jahrhunderte bis Jahrtausende dauert. Echte Hochmoore zeigen im Aufbau eine meist markante Zweigliederung in Schwarztorf (stark zersetzt) und darüber liegenden Weißtorf (schwächer zersetzt). Dieser Wechsel ist eine Folge von Änderungen im Wasserhaushalt.
Binnendüne in Mardorf
Niedermoore, die auch Flachmoore genannt werden, sind keine tiefergelegten Hochmoore, sondern ein eigener Moortyp, der von nährstoffhaltigem Grundwasser gespeist wird. Die Bedingungen für das Pflanzenwachstum und die Tierwelt sind hier deutlich günstiger als in Hochmooren. Da diese artenreicher ist, wird dieser Moortyp auch als Reichmoor bezeichnet. Niedermoore entwickeln sich bei geeigneten Bedingungen über Zwischenmoorstadien weiter zu Hochmooren.
Neben dem Kranich brüten die sehr seltene Moorente und sogar der Fischadler im Toten Moor. Der Moorfrosch und verschiedene Schlangenarten wie z.B. die Kreuzotter sind hier ebenfalls heimisch. Durch Torfabbau und Entwässerungsmaßnahmen schrumpft der typische Lebensraum Moor jedoch leider auch am Steinhuder Meer. Dadurch hat das Moor viel von seinen wichtigen Funktionen wie z.B. die Wasserrückhaltung eingebüßt. Der Abbau des Torfes im bäuerlichen Handstich begann etwa Mitte des 18. Jahrhunderts. Der heute leider immer noch weithin sichtbare industrielle Torfabbau begann Anfang des 20. Jahrhunderts und hält bis heute an. Die Regeneration des Moores ist daher ein wichtiges Ziel des örtlichen Naturschutzes. Hin und wieder kommt es in sehr trockenen Sommem durch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen zu Moorbränden, die sich sehr schnell ausbreiten können.
Binnendünen sind vom Wind aufgewehte, äolische Bildungen aus Sand. Sie sind überwiegend unter kaltklimatischen, periglazialen Bedingungen am Ende der Weichsel- beziehungsweise Würm-Eiszeit (vor etwas mehr als 10.000 Jahren) entstanden als das Land nur lückenhaft bewachsen war und starke Westwinde den Sand ungehindert forttragen konnten. Die Altdünen am Nordufer des Meeres zeugen noch von diesen Eiszeiten. Der ausgeblasene Sand lagerte sich dort in Form verschiedener Dünenformen (u-förmige Parabeldünen, Längsdünen sowie unregelmäßig geformte Dünen) wieder an. Es entstanden offene Binnendünen. Dieser karg bewachsene, offene Extremstandort für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten ist in der Region Hannover inzwischen selten geworden. Aufgrund des nährstoffarmen Bodens wachsen nur wenige Bäume und eine spärliche Heide- bzw.. Krautschicht, die von vielen offenen Sandflächen unterbrochen wird. Das in separaten Büscheln (sog. Bulten) wachsende blaugraugrüne Silbergras ist hier die markanteste Art. Der sandige Boden der Dünen speichert kaum Wasser und heizt sich daher bei hoher Sonneneinstrahlung schnell auf. Nachts kühlt der trockene Sandboden relativ schnell wieder ab.
Von den während der Kaltzeiten entstandenen Altdünen werden die von Menschen verursachten Jungdünen unterschieden. Die im Mittelalter durch großflächige Holzeinschläge, Brandrodung und Ackerbau verarmten Böden waren nur noch spärlich bewachsen, so dass die Pflanzen den Sand nicht halten konnten. Der Wind hatte freies Spiel und formte durch Verwehungen auch die Altdünen um - neue Dünen entstanden.
Die meisten Dünen sind heute nicht mehr als solche zu erkennen, weil es zu einer systematischen Aufforstung der Dünen mit Kiefern, Birken und Eichen kam. Diese Forste schließen auch heute noch an die Siedlungslage Mardorfs an. Man ist bemüht die noch bestehenden Dünen als Landschaftselement zu erhalten und wieder sichtbar zu machen. Dazu wird die vorhandene Vegetation und auch auch die nährstoffhaltige Humusschicht entfernt. Es wird Magerrasen eingesät und mit relativ intensiven Pflegeaufwand erhalten.
Etwas nördlich der Seemitte verläuft in Ost-West-Richtung ein kleines Areal mit Wassertiefen von durchschnittlich 2,5 m. In diesen sogenannten »Deipen« (Tiefen) werden an der tiefsten Stelle rund 3,0 m gemessen. Auf dem Grund und besonders zu den Rändern hin findet sich in unterschiedlicher Stärke Schlamm (Mudde), der durch Zersatz abgestorbenen organischen Materials (z.B. Algen und Tiere) entsteht.
Das Wasser ist sehr nährstoffreich, was mit einer hohen Algenproduktion verbunden ist. Dadurch und durch das Aufwirbeln der Schlammablagerungen entsteht die oftmals zu beobachtende Wassertrübung.
Möwen und Kormorane genießen die Wintersonne
Auch die hin und wieder zu beobachtende Schaumbildung auf dem See insbesondere in Ufernähe hat natürliche Ursachen. Bei starkem Algenwachstum und stürmischem Wellengang bildet sich zuweilen Schaum auf dem Wasser. Dieser entsteht durch das Zerschlagen von Algen und ihrer Eiweißstoffe. Der Schaum ist klebrig und riecht unangenehm, ist jedoch ungiftig.
Unerklärliches Phänomen