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Alles beginnt mit einem Erdbeereis, das so widerlich schmeckt, dass es dem kindlichen Erzähler buchstäblich im Halse stecken bleibt. Sein Vater bringt den Eismann kurzerhand um. Ein Mord, der eine Kette von Ereignissen in Gang bringt, die in ihrer schicksalhaften Unvermeidbarkeit eine groteske Tragik entwickeln. Die verstörende und unentwirrbare Ebenenverschiebung treibt die Erzählung in hoher Geschwindigkeit voran. Das Karussell kindlicher Boshaftigkeitenruft auf geniale Weise die wundersame Welt der Heranwachsenden und deren brutale Gewalt in Erinnerung. Nachdem der Vater durch eine bewusste Falschaussage des Erzählers statt zu 15 zu 25 Jahren Haft verurteilt wird, kommt es zu einer letzten Wendung, als die Ehefrau des Eismanns ihren Auftritt bekommt. Atemlos am Ende der Erzählung angelangt, beginnt die Suche nach einer Nonne. Finden wird sie nur, wer zwischen den Zeilen lesen kann.
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Seitenzahl: 142
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Bibliothek César Aira
Band 1
Herausgegeben und
übersetzt aus dem Spanischen
von Klaus Laabs
César Aira
Novelle
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Meine Geschichte, die Geschichte, »wie ich Nonne wurde«, begann sehr früh in meinem Leben, und zwar kurz nach meinem sechsten Geburtstag. Den Auftakt markiert eine lebendige Erinnerung, die mir noch bis ins kleinste Detail vor Augen steht. Davor ist nichts; alles hingegen, was danach kam, einschließlich der Zeiten, in denen ich schlief, bildet eine fortlaufende und ununterbrochene, einzige lebendige Erinnerung, bis ich in den Orden eintrat.
Wir waren nach Rosario umgezogen. Meine ersten sechs Lebensjahre hatten wir, Papa, Mama und ich, in einem Ort in der Provinz Buenos Aires verbracht, von dem sich in meinem Gedächtnis keine Spur mehr findet und in den ich später auch nie wieder zurückgekehrt bin: Coronel Pringles. Die große Stadt (als die mir Rosario erschien im Vergleich damit, wo wir herkamen) machte auf uns einen gewaltigen Eindruck. Und mein Vater brauchte kaum mehr als zwei Tage, um ein Versprechen zu erfüllen, das er mir gegeben hatte: mit mir Eis essen zu gehen. Es würde mein erstes sein, in Pringles gab es keins. Er, der als junger Mann Städte kennengelernt hatte, war mehr als einmal in Lobeshymnen auf diese Köstlichkeit ausgebrochen, die seiner Erinnerung nach eine Feiertagen vorbehaltene Delikatesse war, auch wenn es ihm nicht recht gelang, ihren Zauber in Worte zu fassen. Völlig zutreffend hatte er sie mir als etwas dem Uneingeweihten Unvorstellbares beschrieben, und dies genügte, das Eis in meiner kindlichen Vorstellung Wurzeln schlagen und es darin so lange wachsen zu lassen, bis es mythische Dimensionen annahm.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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