1000 Places To See Before You Die - Bayerischer Wald - Marlis Kappelhoff - E-Book

1000 Places To See Before You Die - Bayerischer Wald E-Book

Marlis Kappelhoff

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Beschreibung

Willkommen im Bayerischen Wald Es ist die überraschende Vielfalt kulturhistorischer und landschaftlicher Sehenswürdigkeiten, die Niederbayern zu einem spannenden Reiseziel macht. Da sorgen die unterschiedlich geformten Giebelhausfassaden im Zentrum von Landshut für farbenfrohe Beschwingtheit, Passau lockt mit extravaganten fürstbischöflichen Prachtbauten sowie jugendlichem Flair dank seiner großen Universität und das fantastische UNESCO-Welterbe Regensburg ist die einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Großstadt nördlich der Alpen. Da sind die zahlreichen Sakralbauten der Brüder Asam, die der Region einen ganz einzigartigen Glanz verleihen. Und schließlich verdienen so großartige Museen wie das Gäubodenmuseum in Straubing oder das Granitzentrum in Hauzenberg Aufmerksamkeit. Abgesehen von den Städten ist Niederbayern eine eher stille, großräumige Region. Der Nationalpark Bayerischer Wald leuchtet in allen nur erdenklichen Grüntönen und ist das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Europas; Wanderungen im Nationalpark versprechen unerwartete Einblicke in diese weitgehend sich selbst überlassene, geschützte Natur. Ein äußerst vielseitiges Freizeitangebot lässt rund ums Jahr so gut wie keine Wünsche offen. Die zahlreichen Rad- und Wanderwege sind gut ausgeschildert. Im Winter bieten die gepflegten Pisten am Großen Arber oder im Skigebiet um Bodenmais das totale Skivergnügen, aber auch die gut gespurten Loipen lassen Niederbayern in dieser Jahreszeit zu einem Erlebnis werden. Nicht zu vergessen die Thermalbäder mit ihrem üppigen Wellnessangebot. Schließlich verleiht auch der »Waidler«, wie sich die Menschen hier ironisch selbst nennen, der Region seine ganz eigene Note. Zu seinen hervorstechenden Eigenschaften gehören Bescheidenheit, Stolz und eine gute Portion Kampfgeist, die zum Überleben in Niederbayern immer wieder nützlich sind. Gastfreundschaft ist ebenfalls ein hohes Gut, weshalb sich Fremde schnell wohlfühlen in den guten Stuben der Wirtshäuser und Schänken. Aber wer wollte hier nicht vor allen Dingen wandern und in vollen Zügen die Schönheit der Natur bewundern? Der Bayerische Wald lässt grüßen!

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Seitenzahl: 176

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Bayrischer Wald
Bayerischer Wald
Regioführer spezial
© Palenque/iStockphoto
Die Autoren
Marlis Kappelhoff arbeitete nach ihrem Studium der Publizistik sowie einer Ausbildung zur Fotojournalistin und längeren Auslandsaufenthalten als Redakteurin bei einer Lokalzeitung im Rheinland. Danach kehrte sie in ihre Wahlheimat München zurück, wo sie zuerst im Pressereferat des Goethe-Instituts und später als Lektorin in einem Reisebuchverlag tätig war. Heute ist sie freie Autorin; Fotos und Berichte ihrer Reisen kreuz und quer durch Europa sind in diversen Publikationen erschienen.
Gregor Wolf, Jahrgang 1986, ist nicht nur ausgebildeter Journalist und Waldführer, sondern auch begeisterter Natur-Fan. Jede freie Minute nutzt der Neuschönauer, um die Wälder seiner Heimat zu erkunden. Berichte über die Touren gibt’s dann auf seinem Blog waldundwelt.de.

Bayrischer Wald

Willkommen im Bayerischen Wald

Top 10: Das müssen Sie gesehen haben

Stadttouren

Ein Rundgang durch den Regierungssitz von Niederbayern

Service-Informationen Landshut

Ein Rundgang durch die Welterbe-Stadt

Service-Informationen Regensburg

Ein Rundgang durch die Stadt am Dreiflüsseeck

Service-Informationen Passau

Ausflugsziele:

Reiseblog

Der Kaitersberg-Höhenkamm

Zum wilden Schwarzen Regen: Bayerisch Kanada per Zug

Leopoldsreut und Schwendreut

Der Wackelstein

Das Ädäm’s im gläsernen Frauenau

Vista Points - Sehenswertes

Reiseregionen, Orte und Sehenswürdigkeiten

Entlang der Donau

Rohr

Abensberg

Bad Gögging

Kelheim

Bad Abbach

Straubing

Kloster Niederaltaich

Osterhofen/Altenmarkt

Vilshofen

Aldersbach

Fürstenzell

Das Bäderdreieck Bad Füssing, Bad Birnbach und Bad Griesbach

Passauer Land und Nationalpark Bayerischer Wald

Hauzenberg

Waldkirchen

Dreisessel

Freyung

Grafenau

Nationalpark Bayerischer Wald – Grenzüberschreitende Wildnis

Frauenau

Zwiesel

Großer Arber

Kleiner Arber

Großer Arbersee

Bayerisch Eisenstein

Furth im Wald

Bayerischer Wald

Deggendorf

Kloster Metten

Lalling

Bischofsmais

Regen

Viechtach

Chronik

Daten zur Geschichte

Service von A bis Z

Bayerischer Wald und Niederbayern in Zahlen und Fakten

Anreise

Auskunft

Einkaufen

Essen und Trinken

Feste und Veranstaltungen

Hinweise für Menschen mit Handicap

Klima und Reisezeit

Mit Kindern im Bayerischen Wald

Nachtleben

Notfälle, wichtige Rufnummern

Presse

Sport und Erholung

Sprachhilfe für das Niederbayerische

Unterkunft

Verkehrsmittel

Extras - Zusatzinformationen

Bildnachweis, Impessum, Karte

Willkommen im Bayerischen Wald
© CHRiiZ/shutterstock
Waldbaden: mit allen Sinnen die Waldatmosphäre aufnehmen und entspannen
Willkommen im Bayerischen Wald
Es ist die überraschende Vielfalt kulturhistorischer und landschaftlicher Sehenswürdigkeiten, die Niederbayern zu einem spannenden Reiseziel macht. Da sorgen die unterschiedlich geformten Giebelhausfassaden im Zentrum von Landshut für farbenfrohe Beschwingtheit, Passau lockt mit extravaganten fürstbischöflichen Prachtbauten sowie jugendlichem Flair dank seiner großen Universität und das fantastische UNESCO-Welterbe Regensburg ist die einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Großstadt nördlich der Alpen. Da sind die zahlreichen Sakralbauten der Brüder Asam, die der Region einen ganz einzigartigen Glanz verleihen. Und schließlich verdienen so großartige Museen wie das Gäubodenmuseum in Straubing oder das Granitzentrum in Hauzenberg Aufmerksamkeit.
Abgesehen von den Städten ist Niederbayern eine eher stille, großräumige Region. Der Nationalpark Bayerischer Wald leuchtet in allen nur erdenklichen Grüntönen und ist das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Europas; Wanderungen im Nationalpark versprechen unerwartete Einblicke in diese weitgehend sich selbst überlassene, geschützte Natur. Ein äußerst vielseitiges Freizeitangebot lässt rund ums Jahr so gut wie keine Wünsche offen. Die zahlreichen Rad- und Wanderwege sind gut ausgeschildert.
Im Winter bieten die gepflegten Pisten am Großen Arber oder im Skigebiet um Bodenmais das totale Skivergnügen, aber auch die gut gespurten Loipen lassen Niederbayern in dieser Jahreszeit zu einem Erlebnis werden. Nicht zu vergessen die Thermalbäder mit ihrem üppigen Wellnessangebot.
Schließlich verleiht auch der »Waidler«, wie sich die Menschen hier ironisch selbst nennen, der Region seine ganz eigene Note. Zu seinen hervorstechenden Eigenschaften gehören Bescheidenheit, Stolz und eine gute Portion Kampfgeist, die zum Überleben in Niederbayern immer wieder nützlich sind. Gastfreundschaft ist ebenfalls ein hohes Gut, weshalb sich Fremde schnell wohlfühlen in den guten Stuben der Wirtshäuser und Schänken. Aber wer wollte hier nicht vor allen Dingen wandern und in vollen Zügen die Schönheit der Natur bewundern? Der Bayerische Wald lässt grüßen!
© vencavolrab/istockphoto
Blick vom Großen Arber auf den Bayerischen Wald im Herbst
Top 10: Das müssen Sie gesehen haben
A St. Martin in Landshut bC2
Mit seinen 130,60 Metern besitzt St. Martin in Landshut den höchsten aus Ziegelsteinen gemauerten Kirchturm der Welt.
© Verkehrsverein Landshut e.V.
B Welterbe Regensburg C2
Zum UNESCO-Welterbe wurde die Stadt 2006 ernannt. Sie besitzt weltweit das größte zusammenhängende Ensemble romanischer und gotischer Architektur.
C Dom St. Stephan in Passau cB3
Die prunkvolle Kathedrale ist der größte Barockdom nördlich der Alpen und ihre Orgel ist mit 17974 Pfeifen, fünf Manualen und 233 Registern eine Weltsensation.
D Klosterkirche Mariä Himmelfahrt in Rohr E2
Wer die römisch-katholische Pfarr- und Klosterkirche im niederbayerischen Rohr betritt, erlebt ein religiöses Schauspiel der besonderen Art. Der erst 26-jährige Egid Quirin Asam schuf den grandiosen Hochaltar mit einer grazil gen Himmel schwebenden Maria.
E Donaudurchbruch D1
Die Fahrt mit dem Schiff ab Kloster Weltenburg nach Kelheim zwischen den steilen Felswänden des Donaudurchbruchs hindurch bietet ein ganz besonderes Landschaftserlebnis.
© Schneck/Regensburg Tourismus GmbH
F Gäubodenmuseum in Straubing D4
Der hochkarätige »Römische Schatzfund von Straubing« ist das Highlight des Gäubodenmuseums der Stadt. Versteckt in einem Bronzekessel wurde er erst Mitte des letzten Jahrhunderts gefunden.
G Nationalpark Bayerischer Wald B–D7–9
Der älteste Nationalpark Deutschlands bildet zusammen mit dem Nationalpark Šumava eine grenzüberschreitende Wildnis, das »Grüne Dach Europas«. Der Urwald, die Pflanzen- und Tierwelt sind einzigartig. Vom Baumei des Baumwipfelpfads in Neuschönau genießt man einen Blick auf das weite Grün.
H Glasmuseum Frauenau C8
Die fantastischen Sammlungen des Glasmuseums in Frauenau nehmen den Besucher mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Glasproduktion.
I Streuobsterlebnisgarten in Lalling D7
Lalling liegt mitten in einer bäuerlichen Kulturlandschaft und ist als »Obstschüssel des Bayerischen Waldes« weithin bekannt. Ein besonderes Erlebnis sind die Frühlingstage, wenn sich die Gegend in rosaweißer Blütenpracht präsentiert.
J Donau-Radweg
Das niederbayerische Teilstück des bekannten Donau-Radwegs verläuft von Weltenburg bis Passau, bevor dieser sich dann auf österreichischer Seite bis Wien zieht. Er bietet dem Radler eine ideale Kombination aus kulturellen und landschaftlichen Erlebnissen.
© starmaro/iStockphoto
Stadttouren
Ein Rundgang durch den Regierungssitz von Niederbayern
© Lou Gruber/Wikipedia
St. Martin – Stadtresidenz – Heiliggeistkirche – Neustadt – Burg Trausnitz.
Inmitten der weiten, leicht gewellten Ebene liegt Niederbayerns Regierungssitz Landshut F/G2/3 mit seinen rund 72 400 Einwohnern am Ufer der Isar. Einmalig sind im historischen Kern die beiden parallel verlaufenden, platzartigen Straßenzüge, genannt Alt- und Neustadt. Für eine weitere Überraschung sorgt der Formenreichtum der Giebelhäuser, die dem Zentrum nicht nur einen außergewöhnlichen architektonischen Glanz verleihen, sondern auch für eine gewisse Beschwingtheit sorgen. Und genau vor dieser prächtigen Kulisse findet alle vier Jahre das Historienspiel »Landshuter Hochzeit« statt.
© sodemikan/iStockphoto
Landshut mit der Basilika St. Martin im Zentrum der Altstadt
Schon als Regierungssitz des Teilherzogtums der Wittelsbacher wurde Landshut unter der Regentschaft der Reichen Herzöge (1393–1503) an den sich hier kreuzenden Handelsstraßen von der weithin sichtbaren Burg Trausnitz hoch oben auf dem Steilhang geschützt. Und unten dominiert der Turm von St. Martin, der höchste Backsteinturm der Welt, das Ensemble. Dass sich die Stadt aufgrund ihres italienischen Flairs bis heute besonderer Wertschätzung erfreut, hat sie letztendlich Herzog Ludwig X. zu verdanken, der 1537 auf seiner Reise Richtung Süden die Renaissance italienischer Prägung kennenlernte und gleich vor Ort begabte Baumeister für die Fertigstellung seiner Stadtresidenz in Landshut anwarb.
Unsere Tour beginnt vor der Stiftsbasilika ASt. MartinbC2. Der 130 Meter hohe, nur aus Ziegelsteinen gemauerte Turm ist der höchste seiner Art weltweit. Es wird kolportiert, dass Napoleon hier den Kopf in den Nacken legte, um mit Erstaunen diese einzigartige Meisterleistung europäischer Baukunst zu bewundern. Festgehalten hat die Begebenheit sein damals junger Kriegsberichterstatter Stendhal, der später als Schriftsteller bekannt wurde.
© Verkehrsverein Landshut e.V.
Mit den wunderschön bemalten Fresken ist das Landschaftshaus nicht zu übersehen
Das genaue Datum des Baubeginns der Kirche kann bis heute mit letzter Gewissheit niemand benennen, aber der Zeitraum zwischen 1380 und 1385 darf mit einiger Sicherheit angenommen werden. Demgegenüber ist das Jahr 1500 für die Fertigstellung des rostroten, gotischen Sakralbaus eindeutig belegt. Tatsache ist, dass vier Baumeister im Laufe der Jahrhunderte maßgeblich für die Errichtung verantwortlich waren: Hans Krumenauer, der später auch am Dom von Passau arbeitete, Hans von Burghausen, Hans Stethaimer, gebürtig aus Landshut, und schließlich Stefan Purghauser, dem letztendlich auch die Fertigstellung des Turms zu verdanken ist. Der lichte Innenraum beeindruckt unter seinem Netzgewölbe in einer Höhe von 29 Metern durch seine Schlichtheit. Der Hochaltar ebenso wie die Kanzel und die bei einer Renovierung freigelegten Fresken stammen aus der Zeit der Gotik. Für einigen Wirbel sorgten die erst nach dem Zweiten Weltkrieg vom Stadtrat in Auftrag gegebenen Fenster. Eine Plakette weist heute an der Westwand des Kirchenschiffs darauf hin, dass deutlich erkennbar sowohl Adolf Hitler mit Stahlhelm und Schwert als auch Josef Goebbels nur mit dem Schwert in der Hand als »Plagen der Menschheit« dargestellt sind.
© Verkehrsverein Landshut e.V.
Der 130 Meter hohe Turm von St. Martin
DasLandschaftshausbC2 gegenüber der Kirche ist deutlich anhand seiner Renaissancefresken auszumachen. Zu entdecken sind bedeutende Wittelsbacher Herrscher wie König Ludwig der Bayer (oben links) oder Kurfürst Maximilian I. (unten rechts). Das Gebäude war ab 1557 Sitz der Landstände, einer Vereinigung, die man als Vorläufer eines Landtagsparlaments bezeichnen kann. Das Haus besteht eigentlich aus drei Einzelgebäuden, die durch die gemeinsame Fassade nachträglich zu einem Ganzen zusammengefügt wurden. Viel später wurde das Anwesen, noch immer an dem Schriftzug sichtbar, als Post genutzt. Aktuell ist eine große Buchhandlung eingezogen.
© Bayerische Schlösserverwaltung, www.schloesser.bayern.de
Innenhof der Stadtresidenz Landshut
Wenn man der Altstadt in Richtung Isar folgt, stößt man linker Hand auf den bedeutendsten profanen Prachtbau der Stadt: die StadtresidenzbB/bC2. Sie besteht aus zwei Bauabschnitten und ist dem Italo-Fan Herzog Ludwig X. (1495–1545) zu verdanken. Der prunkliebende Fürst unternahm eine Reise nach Mantua, während die Bauarbeiten an seinem Stadtpalast bereits im Gange waren. Dort traf er nicht nur Kaiser Karl V. zu politischen Gesprächen, sondern ließ sich ganz nebenbei vom Baustil der Renaissance italienischer Prägung beeindrucken. Auf der Stelle entschloss er sich dazu, hinter den so gut wie fertigen »deutschen Bau« seiner Landshuter Residenz einen italienischen Flügel setzen zu lassen. Und so durchschreitet der Besucher den noch der Gotik verhafteten Eingangsbereich, um in den von Säulen getragenen Innenhof des italienischen Renaissance-Palazzo zu gelangen.
© Bayerische Schlösserverwaltung, www.schloesser.bayern.de
Der Italienische Saal der Stadtresidenz ist ein Besuchermagnet
Nach dem plötzlichen Tod Herzog Ludwigs X., der sich nur zwei Jahre an der Schönheit seines Palastes erfreuen konnte, zog viel später König Ludwig I. als Student ein. Auf ihn gehen auch einige Umgestaltungen der Räume zurück. Bei der Besichtigung der Gewölbesäle zählt der »Italienische Saal« zur Hauptsehenswürdigkeit. In zurückhaltenden Farben thematisieren die Fresken der Kassettenfelder der Decke Eintracht und Zwietracht. Im ersten Stock empfängt einen Ludwig X. im Outfit eines Renaissancefürsten.
Gegenüber liegt das RathausbB/bC2, ein weiteres herausragendes Gebäude in der Reihe der wunderschönen Giebelhäuser. Auch hier handelt es sich um drei Gebäude aus der Zeit der Gotik, die, nachdem die Stadt sie gekauft hatte, durch eine erst 1870 gestaltete Fassade zu einer Einheit wurden. Im Rahmen einer Führung wird der Prunksaal gezeigt, in dem 1475 während der Landshuter Hochzeit der Tanz der Brautleute stattfand. Zu sehen ist außerdem das aus Holz gefertigte Modell der Altstadt, das auch die Eingriffe der Neuzeit in das sonst in sich geschlossene Ensemble berücksichtigt.
Heiliggeistkirche und -brücke (Heiliggeistgasse 394) bB2 bilden die Schlusspunkte des leicht geschwungenen Straßenzugs der Altstadt und liegen gegenüber dem 1208 gegründeten Heiliggeistspital. Für die Pläne des Sakralbaus zeichnete Hans von Burghausen verantwortlich, der zeitgleich auch am Bau der Martinskirche tätig war. Nach seinem Tod sorgte ab 1432 Hans Stethaimer für den Abschluss der Bauarbeiten. Der lichte spätgotische Bau wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs stark zerstört und wird heute zur Präsentation wechselnder Ausstellungen genutzt.
Wenn man auf der Brücke eine Kehrtwende macht, biegt man nach 150 Metern links in die Herrngasse ein. Am Ende stößt man auf den Straßenzug NeustadtbB/bC2, der parallel zur Altstadt verläuft. Er ist vergleichsweise mit eher schlichten Giebelfassaden bestückt; dass er ein Schattendasein fristet, ist dennoch unberechtigt. Als Endpunkt direkt am Fuß des Burgbergs fällt der Blick auf das imposante ehemalige JesuitenkollegbC2. Der Grundstein für diesen Sakralbau mit seinen Seitenkapellen wurde im 17. Jahrhundert gelegt. Das Gebäude kann aber aufgrund gravierender Erdbewegung am Fuß des Burgbergs nicht mehr regelmäßig genutzt werden. Im Gegensatz zur Altstadt, in der sich zahlreiche Filialen bekannter Handelsketten finden, gibt es hier in der Neustadt und den vielen Gassen, die zu ihr führen, die interessanteren Einzelhandelsgeschäfte mit einem reichen und weitaus individuelleren Warenangebot.
© Bayerische Schlösserverwaltung, www.burg-trausnitz.de
Schlossähnliche Wohnanlage der Wittelsbacher: Burg Trausnitz
Auf dem höchsten Punkt des Steilhangs im Süden des historischen Stadtensembles steht weithin sichtbar Burg TrausnitzbC/bD2. Zu Fuß geht es vom Dreifaltigkeitsplatz die Alte Bergstraße hinauf, bis man links auf die Fürstentreppe trifft. Die Burg wurde 1204 zeitgleich mit der Stadtgründung auf den Grundmauern einer Festung aus dem Jahr 1150 errichtet und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umgebaut. Erst unter der Regentschaft von Wilhelm V. wurde der Sitz der Wittelsbacher zu einer schlossähnlichen Wohnanlage im Stil der Renaissance mit einem typischen Laubengang und prunkvoll ausgestatteten Repräsentationsräumen umgebaut. Als letzter Wittelsbacher veranlasste sogar noch Ludwig II. zahlreiche Veränderungen, die aber hauptsächlich dekorativen Charakter bei der Ausgestaltung der Räumlichkeiten hatten. Bei einem Brand am 21. Oktober 1961 wurden genau diese Räume in Mitleidenschaft gezogen. Gerettet werden konnte jedoch die berühmte Narrentreppe mit ihren Fresken, die Szenen aus der Commedia dell’Arte darstellen.
Von der mittelalterlichen Burganlage sind noch die eindrucksvollen Befestigungsmauern und der hoch aufragende Wittelsbacher Turm erhalten geblieben.
© Die Förderer e. V./O. Haßler, Landshut
Die Gruppe der Reisigen (Landsknechte) im Landshuter Hochzeitszug, im Hintergrund die Hochzeitskirche St. Martin
Fest für eine ganze Stadt
Landshuter Hochzeit
Landshut, Bayern
Es ist eines der größten historischen Feste Europas: Alle vier Jahre feiert Landshut die Fürstenhochzeit des Wittelsbacher Herzogs Georg des Reichen von Bayern-Landshut mit der polnischen Königstochter Hedwig im Jahr 1475. Sie war politisch von enormer Bedeutung, vereinte sie damals doch das christliche Abendland und hatte sogar Kaiser Friedrich III. zu Gast. In der Verbindung der beiden Geschlechter sah man ein starkes Bündnis gegen die Macht der Osmanen, die 1453 Konstantinopel erobert hatten, weshalb der Markgraf Albrecht Achilles bei der Begrüßung der Braut gesagt haben soll, dass diese Ehe »ein Nutz sollte sein für Christenheit und Reich«. Eben aus diesen Gründen sollte die Hochzeitsfeier das üppigste Fest des ausgehenden Mittelalters werden.
Der Bericht des Seligenthaler Klosterschreibers Hans Seybolt von 1482 und die Aufzeichnungen des Schreibers von Markgraf und Kurfürst Albrecht Achilles sind die historischen Grundlagen für den Ablauf der heutigen Landshuter Hochzeit. Die fand das erste Mal im Jahr 1902 statt, als Landshuter Bürger, inspiriert von einem Gemälde im Prunksaal des Landshuter Rathauses, den Verein Die Förderer e. V. gründeten, der bis heute die Geschicke der Landshuter Hochzeit leitet. Fand das Fest früher jedes Jahr statt, so wird es heute nur noch alle vier Jahre aufgeführt. Rund 2300 Bürger aus Landshut und Umgebung schlüpfen drei Wochen lang in historische Rollen und lassen das prunkvollste Kapitel der Stadtgeschichte wieder aufleben.
Monatelang bereitet sich die Stadt darauf vor: Authentische Kostüme werden genäht oder erneuert, mittelalterliche Tänze geübt, Musik-, Artistik- und Theateraufführungen geprobt. Wenn es dann soweit ist, zeigen die auserwählten Beteiligten, die sich vorher alle für ihre Rollen bewerben müssen, als Fürsten, Ritter, Edeldamen, Gaukler, Bettler und Pagen das Lagerleben oder führen den nächtlichen Mummenschanz auf. Reiter- und Ritterspiele werden ebenso detailgetreu dargestellt wie Tanzspiele, die den Ablauf der damals mehrere Tage andauernden Hochzeit wiedergeben sollen.
Höhepunkt der Festtage ist der Sonntag, an dem die Hochzeitsgesellschaft mit über 2000 Beteiligten durch die Altstadt von Landshut zieht und den Zuschauern begeistert zuruft. War damals die gotische St. Martinskirche das Ziel der Hochzeitsgesellschaft, wo der Erzbischof von Salzburg die Trauung zelebrierte, so endet der Festzug heute im Stadtpark auf dem Turnierplatz. Die Aufführung der »Landshuter Hochzeit 1475« ist mittlerweile immaterielles Kulturerbe Deutschlands und bemüht sich auch um die Anerkennung als Weltkulturerbe.
Info Landshuter Hochzeit: Die Förderer e. V., Spiegelgasse 208, 84028 Landshut, Tel. (08 71) 229 18, www.landshuter-hochzeit.de. Die Landshuter Hochzeit findet alle vier Jahre statt, das nächste Mal im Sommer 2027.
© Jesus Fernandez32/iStockphoto
Ein Jongleur auf der Landshuter Hochzeit
Service-Informationen Landshut
5 Tourist Information bB/bC2
Altstadt 315 (im Rathaus)
84028 Landshut
(08 71) 92 20 50
www.landshut.de
© Tourismusverband Ostbayern e. V.
Shopping in der Altstadt von Landshut
I Stadtführungen bB/bC2
Landshut
www.erleben.landshut.de
Im Angebot sind kurze und lange Stadtspaziergänge. Auch ohne Voranmeldung kann man sich bei der Tourist Information einem geführten Stadtrundgang anschließen. Dort gibt es zudem das Gesamtprogramm. Zur Auswahl stehen Spaziergänge für maximal 25 Teilnehmende zu den unterschiedlichsten Themen: Das Angebot reicht von der »Kennenlern-Tour« über die »Architektur-Tour« oder »Landshut mit dem Fahrrad« bis hin zum mittelalterlichen Rundgang.
© Gkuna/iStockphoto
Landshuter Giebel und Dachlandschaft
w Busverbindungen
Vom Bahnhof verkehren regelmäßig Busse ins Zentrum der Altstadt (Ticket ab € 2,50). Von dort können so gut wie alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreicht werden.
89 Burg Trausnitz mit Kunst- und Wunderkammer bC/bD2
Burg Trausnitz 168, Landshut
(08 71) 92 41 10
www.burg-trausnitz.de
© Mary Lane/iStockphoto
Herbstfarben auf Burg Trausnitz
In der Kunst- und Wunderkammer werden Schätze der herzoglichen Kunstkammer, wie kostbare Bronzen und Gemälde, aber auch ausgestopfte Tiere, Muscheln und Mineralien ausgestellt. Der Saal mit den »Exotica« ist dem Kunsthandwerk gewidmet. Gezeigt werden Schnitzereien aus Korallen, Perlmutt oder Elfenbein.
Die Stammburg der Wittelsbacher ließ Herzog Ludwig  I. von Bayern, genannt der Kehlheimer, ab 1204 errichten. Im späten Mittelalter, als Bayern in mehrere Herzogtümer unterteilt war, entwickelte sich Landshut von 1255 bis 1503 zum politischen Zentrum des Herzogtums Niederbayern.
© Die Förderer e. V./O. Haßler, Landshut
Fantastisches Ambiente: Fahnenschwinger der »Landshuter Hochzeit« im Innenhof von Burg Trausnitz
8 Skulpturenmuseum im Hofberg/Stiftung Koenig bC3
Am Prantlgarten 1
Landshut
(08 71) 922 38 90
www.koenigmuseum.de
Ausgestellt ist das plastische und grafische Werk des in Landshut allgegenwärtigen Künstlers Fritz Koenig.
8 Stadtresidenz bB/bC2
Altstadt 79, Landshut
(08 71) 251 42
www.schloesser.bayern.de
Wegen umfangreicher Sanierung voraussichtlich erst 2026 wieder zu besichtigen
Die Residenz besteht aus zwei Bauabschnitten: Hinter dem sogenannten »deutschen Bau« ließ sich Herzog Ludwig X. zusätzlich einen prunkvollen italienischen Flügel bauen. Es war der erste Renaissance-Palazzo in Deutschland, errichtet unter der Leitung des italienischen Architekten Giulio Romano (1499–1546). Die Schaufassade zur Altstadt hin wurde im 18. Jahrhundert klassizistisch umgestaltet. Die Gebäudetrakte sind von einem etwa 27 x 20 m großen Innenhof umgeben. Die drei Flügel des italienischen Baus sind zum Hof hin mit schönen Arkaden versehen, die eine Loggia bilden.
© Diego Delso/Wikipedia
Italienische Renaissance nördlich der Alpen: die Stadtresidenz in Landshut
7 Goldene Sonne bB2
Neustadt 520
Landshut
(08 71) 925 30
www.goldenesonne.de
Traditionshaus im Herzen der Altstadt mit 49 Zimmern und Suiten sowie dem gehobenen Restaurant »FRANZZ«, in dem Tradition auf Avantgarde trifft. Traditionelle, bayerische Küche, raffiniert verfeinert. Mit herrlichem Gastgarten. €€€
7 Augustiner an der Sankt Martinskirche bC2
Kirchgasse 251, Landshut
(08 71) 97 47 63 10
www.augustiner-andermartinskirche.de
Traditionslokal mit bayerischer Küche. Bier der ältesten Münchner Privatbrauerei Augustiner. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis! Immer gut besucht, deshalb am besten reservieren. €–€€
2 Aimée bC2
Schirmgasse 275, Landshut
(08 71) 97 46 48 46
www.mode-landshut.de
Mode, Schmuck und Accessoires: In diesem Laden finden sich außergewöhnliche Teile abseits der Massenwaren. Man setzt auf Nachhaltigkeit und Qualität.
2 Jahreszeiten bB2
Rosengasse 351, Landshut
(08 71) 97 50 36 32
www.facebook.com/JahreszeitenLandshut
Concept Store seit 1979 mit Dekoartikeln, außergewöhnlichen Taschen, farbenfrohen Tüchern, Schmuck und unkonventioneller Mode.
2 Kräuter & Gewürzhaus bC2
Schirmgasse 276, Landshut
(08 71) 97 10 73 64, www.haus.bio
Empfehlenswert: Üppiges Angebot von heimischen und exotischen Gewürzen, die sich auch als originelle Geschenke eignen.
2 Stans Store bB2
Herrengasse 381, Landshut
(08 71) 965 89 58
Hip-Hop- und Streatwear.
2 Märkte
Termine: www.landshut.de
Zu einer mehr als 30-jährigen Tradition hat sich der Landshuter Haferlmarkt auf dem großen Platz im Stadtteil Freyung in Landshut entwickelt. Er findet alljährlich Anfang September statt und knüpft an das traditionelle Töpferhandwerk des Mittelalters an.
Ein Weiterer Landshuter Traditionsmarkt ist die Frühjahrsdult,die auf die sogenannte Bruderkirchweihdult anlässlich der Einweihung der Dominikanerkirche 1386 zurückgeht.
Im Bereich der unteren Fußgängerzone der Altstadt bieten auf dem Schwaigermarkt vormittags häufig die Gemüsebauern des Umlandes ihre frischen Produkte an.
Der noch immer vom Traditionshandwerk geprägte Christkindlmarkt (ab dem Donnerstag vor dem ersten Advent) im Stadtteil Freyung lockt viele Besucher an.
© Verkehrsverein Landshut e.V.
Von Hand Gefertigtes wird auf dem Haferlmarkt feilgeboten
Ein Rundgang durch die Welterbe-Stadt
Stadtamhof – Steinerne Brücke – Dom St. Peter – Altes Rathaus – Schloss St. Emmeram.
Alles zusammen, die Gründung der Universität im Jahr 1962, das Verschwinden des Eisernen Vorhangs und zuletzt die Ernennung zum UNESCO-Welterbe 2006 haben BRegensburgC2 aus seiner jahrelangen Isolation zurück in die Gegenwart katapultiert. Die Stadt besitzt den größten zusammenhängenden Bestand originaler romanischer und gotischer Architektur nördlich der Alpen. Das Stadtensemble erstrahlt heute in gepflegter Geschlossenheit und das Lebensgefühl lässt sich als optimistisch-heiter beschreiben.
© Peter Ferstl/Regensburg Tourismus GmbH
Blick auf die Steinerne Brücke und den Regensburger Stadtbezirk Stadtamhof
Das kulturhistorische Schwergewicht in der nordwestlichen Ecke Niederbayerns ist der Regierungssitz der Oberpfalz. Als bedeutendster Umschlagplatz des mittelalterlichen Fernhandels vor allem mit Italien, aber auch als Bischofsstadt und Tagungsort des Immerwährenden Reichstags reichte schon damals die wirtschaftspolitische und kulturelle Strahlkraft der Stadt weit über ihre Grenzen hinaus. Und genau an diese Vergangenheit möchte man heute unter veränderten Vorzeichen wieder anknüpfen.
Wir beginnen unsere Tour auf der nördlichen Donau-Seite an der Steinernen Brücke in