111 Rezepte für schmerzfreie Gelenke - Dipl. Oec. Troph. Anne Iburg - E-Book

111 Rezepte für schmerzfreie Gelenke E-Book

Dipl. Oec. Troph. Anne Iburg

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Beschreibung

Eine gesunde Ernährung ist neben genug Bewegung das Wichtigste für unsere Gelenke. Denn nicht nur Übergewicht, sondern auch eine Nährstoffunterversorgung, kann die Beweglichkeit negativ beeinflussen. Besonders die Mikronährstoffe, d.h. Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente, leisten einen unentbehrlichen Beitrag für schmerzfreie Gelenke. Die Autorin zeigt, welche natürlichen Lebensmittel eine entzündungshemmende Wirkung haben, warum man auf eine gesunde Darmflora achten sollte und weshalb Alkohol, Zucker,Fleisch und Weißmehl einen geringen Anteil am Speiseplan haben sollten. Ihre 111 Rezepte sind gesund für Knie, Ellenbogen, Hüfte & Co., lecker und kalorienbewusst – mit ihnen läuft die Ernährungsumstellung fast wie von selbst.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 151

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Der beste Mikronährstoff-Booster

Ingwer-Kurkuma-Shot

Für 4 bis 5 Shots

In 10 Minuten fertig

20 g Ingwer20 g Kurkuma3 Zitronen (ergeben etwa 150 ml Saft)2 Orangen (ergeben etwa 250–300 ml Saft)1 EL Leinöl1 Prise Muskatnusspulver

Ingwer und Kurkuma waschen, schälen und grob hacken. Zitronen und Orangen aufschneiden und auspressen. Ingwer- und Kurkumastücke zum Zitronen- und Orangensaft geben und alles pürieren. 1 EL Leinöl und eine Prise Muskatnusspulver hinzufügen und unterrühren.

Wenn Sie keine Stückchen in Ihrem Shot haben möchten, können Sie den Saft noch durch ein Sieb geben. In eine gereinigte Flasche füllen, im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von fünf Tagen aufbrauchen.

Natürliche Mikronährstoff-Booster:

Vitamin C, Folsäure, B-Vitamine, Vitamin E, Omega-3-Fettsäure

Alpha-Linolensäure, Selen, Flavonoide, Carotionide, Lycopin,

Gingerol, Shogoal, Eugenol, Myristicin, Pinen, Safrol

Booster für den Knorpelaufbau:

Wer etwas für seinen Knorpelaufbau

tun will, kann noch

1 TL Hagebuttenpulver

direkt in seinen Shot

einrühren.

INHALT

VORWORT

THEORIE: GELENKE UND ERNÄHRUNG

Der Aufbau unserer Gelenke

Bestandteile eines Gelenks

Das schmerzende Gelenk

Risikofaktoren für Gelenkschmerzen

Erkrankungen der Gelenke

Schmerztreiber für Gelenkschmerzen

Schutz vor Gelenkschmerzen mit den drei „P“

Natürlich essen reduziert den Schmerz

Stimmt mein Körpergewicht?

Bunt essen hilft

Vollkorn schlägt Weißmehl

Purine verringern

Kein oder wenig Fleisch

Das Wechselspiel der Fettsäuren

Milch und Käse aufs Fett geschaut

Pflanzliche Öle wirken

Lachs, Hering & Co.

Süßes wohldosiert

Richtig trinken

Fasten reduziert den Schmerz

Heilfasten nach Buchinger

Intervallfasten

Gewürze und Kräuter: Wirksame Helfer aus der Natur

Vitamine und Co.: Der richtige Mikronährstoffmix

PRAXIS: REZEPTE, DIE DEN GELENKEN GUTTUN

Müslis, Bowls und Porridges

Brote und Brötchen

Aufstriche und Dips

Getränke und Smoothies

Salate

Suppen und Eintöpfe

Hauptgerichte

Kuchen und Kekse und Desserts

REZEPTREGISTER

VORWORT

Liebe Leser und Leserinnen,

230 Gelenke sorgen dafür, dass Sie sich aktiv bewegen können. Beim Laufen, beim Tennisspielen oder auch beim Tippen am Computer oder beim Geschirrspülen sorgen sie für einen reibungslosen Ablauf.

Doch durch tägliche Beanspruchungen verschleißen unsere Gelenke – das ist ganz natürlich, und so verwundert es nicht, dass mit zunehmendem Alter auch die Gelenkbeschwerden zunehmen. Aber auch junge Menschen haben vermehrt Probleme mit den Gelenken: Wissenschaftliche Studien belegen, dass mittlerweile jede zweite Person zwischen 20 und 40 Jahren unter Gelenkschmerzen leidet. Übergewicht ist die häufigste Ursache für Gelenkschmerzen in jungen Jahren.

Gelenke brauchen Bewegung, dafür sind sie gemacht. Eine Überbelastung wie etwa durch Leistungssport oder durch die falsche Ausführung von Übungen können die Gelenke allerdings schädigen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie für die regelmäßige Entlastung Ihrer Gelenke sorgen. Auch für die richtige Verarbeitung von Nährstoffen ist eine solche Entlastung notwendig, denn nur so können diese richtig aufgenommen und verarbeitet werden. Wählen Sie daher Sportarten, die schonend auf Ihre Gelenke wirken, z. B. Radfahren und Schwimmen.

Eine gesunde Ernährung ist, neben ausreichender Bewegung, das Wichtigste für Ihre Gelenke. Denn nicht nur Übergewicht, sondern ebenso eine Nährstoffunterversorgung kann die Funktionalität eines Gelenks negativ beeinflussen. Besonders die Mikronährstoffe, also Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente, leisten ihren Beitrag für einen schmerzfreien Bewegungsapparat.

Von diesen Mikronährstoffen haben manche eine besonders hohe Bedeutung für die Gelenke, daher sollten Sie stets für einen ausgeglichenen Nährstoffhaushalt sorgen. Die Rezepte in diesem Buch zeigen Ihnen, wie das gelingen kann.

Um die Gelenke zu stärken, ist es wichtig, dass Sie Ihrem Körper natürliche Lebensmittel, die eine entzündungshemmende Wirkung besitzen, zuführen. Beispielsweise Omega-3-Fettsäuren und Polyphenole sowie Ballaststoffe verfügen über diese Wirkung.

Einen positiven Effekt haben auch Lebensmittel, die zu einer gesunden Darmflora und damit zu einem niedrigen Entzündungsgeschehen im Körper beitragen. Alkohol, Zucker und Weißmehl sowie Fleisch sollten dagegen nur einen sehr kleinen Teil Ihrer Ernährung ausmachen, weil sie entzündungsfördernd wirken.

Damit Ihnen die Ernährungsumstellung leichtfällt, finden Sie in diesem Ratgeber 111 alltagstaugliche Rezepte, die gesund für Ihre Gelenke, lecker und kalorienbewusst sind. Überflüssige Pfunde werden purzeln und das gefährliche Bauchfett wird dahinschmelzen, Ihre Gelenke werden entlastet und Ihr Allgemeinbefinden verbessert sich.

Viel Spaß beim Lesen des Buches sowie beim Ausprobieren und Genießen der Rezepte wünscht Ihnen

Anne Iburg

GELENKE UND ERNÄHRUNG

Jeder Mensch hat mehr als 200 Gelenke. Die meisten Gelenke sind bewegliche Verbindungen zwischen zwei Knochen. Das Hüftgelenk, das Kniegelenk, die Gelenke des Wirbels und die Fingergelenke sind die Gelenke, die oft am meisten Schmerzen bereiten. Dagegen lässt sich etwas tun! In diesem Kapitel erfahren Sie, wie Gelenke funktionieren, was die Gründe für Gelenkschmerzen sein können und vor allem, wie Sie mit Ihrer Ernährung dazu beitragen können, dass Ihre Gelenke wieder besser funktionieren und sogar schmerzfrei werden.

Der Aufbau unserer Gelenke

Der menschliche Bewegungsapparat besteht aus vielen verschiedenen Einheiten: Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen tragen alle irgendwie dazu bei, dass wir uns fortbewegen können, uns hinsetzen und wieder aufstehen oder eine beliebige Tätigkeit verrichten können. Ohne Gelenke wäre das alles nicht möglich. Sie ermöglichen es den Muskeln und Knochen erst, ihre Arbeit überhaupt ausführen zu können, sie dienen der Kraftübertragung und machen uns flexibel – umso bedauerlicher, wenn sie ihren Dienst plötzlich nicht mehr oder nur noch mit Schmerzen versehen können.

Es gibt bewegliche Gelenke wie etwa das Kniegelenk, das größte Gelenk des Körpers, und unbewegliche oder fast unbewegliche, etwa die kleinen Knochen in der Handwurzel oder das Iliosakralgelenk. Im Folgenden geht es um die beweglichen Gelenke.

Bestandteile eines Gelenks

Wie sieht ein Gelenk eigentlich aus? Es besteht aus ...

• den knorpelbeschichteten Gelenkflächen der beteiligten Knochen,

• einem mit Gelenkschmiere gefüllten Gelenkspalt,

• einer umhüllenden Gelenkkapsel und

• den Gelenkbändern zur Festigung des Gelenks.

Der Knorpel verteilt den Druck im Gelenk auf den darunterliegenden Knochen.

Die Gelenkflächen der Knochen sind mit einer Knorpelschicht überzogen. Die Knorpelschicht bildet eine glatte Oberfläche, damit die Knochen bei einem beweglichen Gelenk möglichst wenig aneinanderreiben. Der Knorpel verteilt den Druck im Gelenk auf den darunterliegenden Knochen. Das ist besonders bei den Gelenken wichtig, die ein hohes Gewicht tragen, wie bei den Hüft- oder Kniegelenken.

Wie dick der Knorpel ist, variiert von Gelenk zu Gelenk. An den Fingermittelgelenken misst man zwischen 0,2 und 0,7 mm Knorpelgewebe und an der Kniescheibe sind es bis zu 6 mm.

Nach außen schließt die Gelenkkapsel das Gelenk luftdicht ab. Die Gelenkflächen werden durch einen dünnen Spalt getrennt. Der dadurch entstehende Raum wird Gelenkspalt genannt. Die Gelenkkapsel hat eine innere und eine äußere Schicht. In der inneren Schicht befinden sich Blutgefäße für die Nährstoffversorgung und Nerven. Sie informieren das Gehirn, in welcher Stellung sich das Gelenk befindet, oder senden Schmerzreize aus.

Der Aufbau eines beweglichen Gelenks: Das Hüftgelenk ist das zweitgrößte Gelenk im Körper und gehört zu den Kugelgelenken.

Die äußere Schicht der Gelenkkapsel besteht aus Fasergewebe. Muss ein Gelenk länger ruhiggestellt werden, können sich diese Fasern verkürzen: Die Gelenkkapsel schrumpft und das Gelenk ist nicht mehr so beweglich. Deshalb ist es wichtig, Gelenke nach einer Verletzung oder bei längerer Bettlägerigkeit mit mobilisierenden Übungen beweglich zu halten.

Vielfältig geformte Gelenke

Es gibt verschiedene Gelenkformen:

• Kugelgelenke, z. B. das Hüftgelenk

• Sattelgelenke, z. B. das Daumengrundgelenk

• Eigelenke, z. B. das Handgelenk

• Scharniergelenke, z. B. die Mittel- und Endgelenke der Finger

• Drehgelenke, z. B. das Ellen-Speichen-Gelenk

Manche Gelenke sind komplexer als andere aufgebaut: Zum Beispiel hat das Kniegelenk Zwischenscheiben aus Knorpel wie den Meniskus und die Kreuzbänder. Das Hüftgelenk hat eine besondere Form, bei dem die Hüftpfanne den Oberschenkelkopf fast vollständig umfasst. Im Ellenbogengelenk sind drei Knochen miteinander verbunden: Elle und Speiche des Unterarms sowie der Oberarmknochen.

Die Zellen der inneren Schicht der Gelenkkapsel produzieren Gelenkschmiere, die sogenannte Synovia. Diese zähe Flüssigkeit ernährt den Knorpel, sorgt dafür, dass die Gelenkflächen reibungslos aufeinander gleiten, und dient als Stoßdämpfer, indem sie den auf das Gelenk einwirkenden Druck verteilt. Ganz wichtig ist, dass die Ernährung der Knorpelzellen über die Gelenkschmiere erfolgt: Durch die Bewegung des Gelenks gelangen die Nährstoffe in den Knorpel. In der inneren Schicht der Gelenkkapsel wird eine sauerstoff- und nährstoffhaltige Flüssigkeit produziert. Damit die Zellen der inneren Schicht diese Gelenkflüssigkeit produzieren können, muss die Gelenkkapsel sehr gut durchblutet sein.

Werden die Knorpelzellen über einen längeren Zeitraum nicht ernährt, sterben sie ab und die Knorpelschicht baut sich komplett ab.

Nimmt die Durchblutung der Gelenkkapsel ab, werden der Knorpel sowie die umgebenden Bänder, Sehnen und Muskeln nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Das hat zur Folge, dass es zu einer Übersäuerung, entzündlichen Veränderungen und zu Schmerzen in der betroffenen Gelenkkapsel kommt. Werden die Knorpelzellen über einen längeren Zeitraum nicht ernährt, sterben die Knorpelzellen ab und die Knorpelschicht wird dünner bzw. baut sich komplett ab.

Wichtig zu wissen: Im Knorpel befinden sich keine Blutgefäße. Die Ernährung und somit das Überleben der Knorpelzellen wird nicht wie in anderen Geweben über das But und die Blutgefäße gesteuert, sondern durch die Gelenkschmiere gewährleistet. Dies besteht zu 94 Prozent aus Wasser. Der Rest sind Eiweiß, Fettsäuren, Glukose, Glykoproteine, Hyaluronsäure, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Gelenkschmiere ist Nährstofftransporteur und Schmiere für die Gelenke. Während der Belastungsphase des Gelenks gibt das Knorpelgewebe durch den Druck nährstoffarme Flüssigkeit ab und saugt während der Entlastungsphase nährstoffreiche Gelenkflüssigkeit aufgrund des Unterdrucks auf. Einfacher ausgedrückt: Nur unter Bewegung kann die Ernährung des Knorpelgewebes gesichert werden.

Durch unsere Muskeln können wir unsere Gelenke bewegen. Der Bewegungsspielraum hängt dabei auch von den Weichteilen, Bändern oder Knochen ab, die das Gelenk bilden. Durch Dehnübungen lässt sich die Beweglichkeit einiger Gelenke trainieren. Wie „gelenkig“ man ist oder wieder wird, hängt vom Lebensstil ab.

Das schmerzende Gelenk

Als Hauptfaktoren werden im Internet immer wieder Verschleiß, Alter und Gene benannt. Das ist jedoch nicht alles, denn Gelenkschmerz oder fachlich korrekter „degenerative Arthrose“ ist eine Zivilisationskrankheit. Das Auto, der Fahrstuhl, die Rolltreppen und neuerdings auch Lieferservices haben einiges dazu beigetragen, dass wir uns immer weniger bewegen. Von Verschleiß kann deshalb eigentlich keine Rede sein, eher von Nichtgebrauch der Gelenke. Die körperliche Bewegung hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Es wird geschätzt, dass die tägliche Gehstrecke der Bundesbürger bei durchschnittlich etwa 800 m liegt. Erschreckend!

Natürlich ist es richtig, dass im Alter die Gefahr einer Arthrose zunimmt. Doch nicht jeder alte Mensch hat eine Arthrose. Fitte Senioren belegen, dass eine Alterung ohne Gelenkschmerzen möglich ist. Der Unterschied liegt eher im Lebensstil: Ein gesunder Lebensstil und die richtige Ernährung bei ausreichend Bewegung und Ruhephasen tragen erheblich zu Ihrer Gelenkgesundheit bis ins hohe Alter bei.

Auch wenn Gene einen Einfluss auf unsere Gesundheit haben und sich nicht ändern lassen: Die äußeren Umstände können Sie mit etwas Mühe und anfänglicher Anstrengung durchaus beeinflussen!

Risikofaktoren für Gelenkschmerzen

Die Top-5-Risikofaktoren für Arthrose sind:

• mangelnde Bewegung

• Fehl- und Überernährung

• Belastung mit Toxinen

• chronischer Stress

• mangelnde Regeneration

Versuchen Sie die fünf Risikofaktoren für Arthrose einzuschränken, indem Sie Ihren Lebensstil nach und nach ändern.

Fällt Ihnen an den fünf Risikofaktoren etwas auf? Sie haben etwas gemeinsam: Sie sind unserer modernen Lebensweise geschuldet und sie lassen sich von Ihnen als Betroffene/r ändern. Dieses Buch legt den Schwerpunkt auf die Fehl- und Überernährung, doch allein diesen Punkt zu ändern, wird Sie nicht schmerzfrei machen. Versuchen Sie, an allen fünf Stellschrauben etwas zu verändern, denn sie greifen wie Zahnräder ineinander.

In Deutschland leiden 30 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen ab 55 Jahren an Gelenkschmerzen; am häufigsten sind die Kniegelenke betroffen. Rheumatische Erkrankungen wie Arthritis, Arthrose oder auch Gicht sind häufig die Ursache. Die Gelenke in den Knien, Hüftgelenken, Schultern, Fingern und Zehen entzünden sich dabei: Sie schwellen an, röten sich und schmerzen bei der kleinsten Bewegung. Ein gesunder Lebensstil kann dabei helfen, die Schmerzen im Alltag deutlich zu reduzieren.

Bei einer Arthritis greift das Immunsystem unerklärlicherweise die Gelenke an, eine Arthrose bedeutet die Rückbildung von Gelenkknorpel, und eine Gicht ist an dem hohen Harnsäurespiegel im Blut zu erkennen. Erkrankungen wie Fibromyalgie hingegen haben keine erkennbaren Ursachen.

Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht über die wichtigsten Erkrankungen der Gelenke.

Erkrankungen der Gelenke

Was ist Arthrose?

Von einer Arthrose spricht man, wenn es zu Verletzungen des Knorpels oder der Bänder der Gelenkkapsel des Gelenks kommt und diese Schmerzen verursachen. Zunächst sind die Veränderungen gar nicht sichtbar. Dann kommt es mehr und mehr zum Abbau des Knorpels, bis er oft an einzelnen Stellen ganz verschwunden ist, und schließlich auch zu Veränderungen am Knochen. Am Entstehungsprozess einer Arthrose sind immer – oft unterschwellige, nicht spürbare – Entzündungen beteiligt.

Links ein gesundes Gelenk, rechts mit Arthrose

Ein Wiederaufbauen von verlorenem Knorpelgewebe funktioniert nur sehr langsam. Das liegt vor allem daran, dass die Knorpelzellen nur passiv mit Nährstoffen und Wasser versorgt werden. Wenn dann noch Behinderungen der Nährstoffversorgung wie etwa eine Übersäuerung des Gewebes dazu kommen, wird eine ausreichende Versorgung der Knorpelzellen fast unmöglich. Am Ende sind hier die abbauenden Prozesse einfach schneller als die aufbauenden.

Prinzipiell können alle Gelenke von Arthrose betroffen sein, am häufigsten aber die stark belasteten Knieund Hüftgelenke.

Prinzipiell können alle Gelenke von einer Arthrose betroffen sein. Am häufigsten sind allerdings die sehr stark belasteten Knieund Hüftgelenke betroffen.

Eine Arthrose lässt sich einerseits durch eine klinische Untersuchung feststellen. Charakteristische Beschwerden sind Anlaufschmerz, Gelenkerguss und Verformung des Gelenks. Andererseits werden zum Nachweis einer Arthrose auch Röntgenaufnahmen oder MRTs der Gelenke durchgeführt.

Was ist Gicht?

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die dem rheumatischen Formenkreis zugeordnet wird. Männer haben ein zehnfach höheres Risiko, an Gicht zu erkranken. Die familiäre Hyperurikämie, die zu 99 Prozent mit einer verminderten Harnsäure-Ausscheidung einhergeht, wird meist vom Vater auf den Sohn vererbt. Frauen sind durch das Hormon Östrogen vor Gicht gut geschützt und erkranken in der Regel erst nach den Wechseljahren. Die Häufigkeit hat sich durch unseren modernen Lebensstil bei Frauen dennoch deutlich erhöht.

Kritisch wird es bei Harnsäurekonzentrationen über 0,4 mmol/l oder mehr als 6,5 mg/dl im Blutserum. Diese Werte liegen über der Grenze der Löslichkeit, das heißt, es fallen Harnsäurekristalle (Uratkristalle) aus. Ohne Ernährungsumstellung und/oder Medikamente bilden sich immer mehr Harnsäureablagerungen in den Gelenken, Weichteilen und Sehnen sowie in den Nieren und Harnwegen. Die scharfkantigen Kristalle reizen vor allem in den bewegten Gelenken das Gewebe. Durch die Reizung strömen Abwehrzellen ein und setzen Botenstoff e frei, die die Entzündung verschlimmern. Moderne Medikamente können die Krankheit glücklicherweise im Stadium erhöhter Harnsäurewerte aufhalten.

Erstes Alarmzeichen: Gichtanfall im Zeh

Unter ungünstigen Voraussetzungen und Harnsäurekonzentrationen über 9–10 mg/dl mündet die Entzündung in einen Gichtanfall. Der erste Anfall tritt häufi g ohne Vorwarnung nachts im Grundgelenk des großen Zehs auf. Dann ist die Körpertemperatur an den Körperenden leicht gesunken, die Harnsäure bleibt schlechter gelöst und kristallisiert aus. Der Anfall kann aber auch Daumengrundgelenk, Sprung- oder Kniegelenk betreff en. Das Gelenk wird heiß und rot und schwillt stark an, die Haut beginnt zu spannen und übt zusätzlichen Druck auf das Gelenk aus. Das führt zu extrem starken Schmerzen und hoher Druckempfi ndlichkeit sowie Fieber. Der Anfall erreicht innerhalb von 24 Stunden sein Maximum und ist in der Regel nach drei Tagen vorbei. Wenn sich die Gichtanfälle wiederholen, spricht man von chronischer Gicht.

Wenn sich die Gichtanfälle wiederholen, spricht man von chronischer Gicht.

Zur Diagnose Gicht gehören neben zu hohen Harnsäurewerten Harnsäurekristalle in der Gelenkfl üssigkeit und erhöhte Entzündungsparameter. Die Entzündungen beginnen, Knochen und Knorpel zu zerstören. Gelenke können dadurch so deformieren, dass sie nicht mehr beweglich und belastbar sind, erkennbar beispielsweise an knotigen, gekrümmten Fingern. Harnsäurekristalle können sich auch in den Weichteilen einlagern, sogenannte Gichttophi bilden sich z. B. an den Ohrmuscheln. Spätestens dann sind auch die Nieren betroffen. Etwa 40 Prozent aller Harnsäurekristalle lagern sich in den Nieren ab. Schlimmstenfalls bilden sich Nierengrieß oder Nierensteine, die die Niere schließlich verstopfen; Mediziner sprechen von der Uratnephropathie, der Gichtniere. Bluthochdruck, Harnstau und Harnwegsinfektionen sind die Folgen; im Endstadium kann es zum Nierenversagen kommen.

Übrigens: Von Pseudogicht spricht man, wenn Kristalle aus Kalziumpyrophosphat den Knorpel der Gelenke angreifen. Dabei kommt es zu gichtähnlichen Beschwerden.

Purine – endogen und exogen

Harnsäure entsteht natürlicherweise als Endprodukt des Purinabbaus. Purine kommen in den Zellen von Menschen, Tieren und Pflanzen als Bausteine der genetischen Information (DNA und RNA) vor. Sie fungieren zudem als Bestandteil von Enzymen oder energieübertragenden Substanzen.

Es gibt zwei Quellen für Harnsäure: Zum einen stammt sie aus den Purinen, die beim Abbau der körpereigenen Zellen anfallen. So hat eine Darmzelle eine Lebensdauer von ein bis zwei Tagen, eine Hautzelle von zwei bis vier Wochen; viele andere Körperzellen regenerieren sich innerhalb eines Jahres. Zum anderen liefern zellhaltige Nahrungsmittel Purine: Besonders viele stecken in Innereien, Fleisch und Wurst, Fisch und Meeresfrüchten, der Haut von Fisch und Geflügel oder in Hefe. Im Körper fällt vermehrt Harnsäure an, wenn außergewöhnlich viele Körperzellen abgebaut werden, z. B. beim Fasten oder sehr rascher Gewichtsabnahme. Die dann womöglich gebildeten Ketonkörper behindern zusätzlich die Ausscheidung der Harnsäure.

Was ist Rheuma?

Unter Rheuma versteht man eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen, die hauptsächlich Beschwerden im Stütz- und Bewegungsapparat verursachen. Neben den Gelenken und der Gelenkkapsel sind auch Knochen, Muskeln, Sehnen und das Bindegewebe beeinträchtigt. Rheuma oder fachsprachlich „rheumatische und muskuloskelettale Erkrankungen“ umfassen Hunderte einzelne Erkrankungen und lassen sich in vier Hauptgruppen aufteilen, doch verbergen sich hinter diesem Begriff mehrere Dutzend Erkrankungen. Die rheumatoide Arthritis (RA) ist eine der häufigsten Formen dieser Hauptgruppe – eine Gelenkentzündung, die dauerhaft, also chronisch ist. Die Erkrankung beginnt meist schleichend: Anfangs sind oftmals die kleinen Finger- und Zehengelenke betroffen. Sie fühlen sich überwärmt an, schwellen an, schmerzen und sind steif. Morgens ist es meist besonders schlimm.

Links eine gesunde Hand, rechts mit Rheuma

Die vier Hauptgruppen sind:

• Entzündlich-rheumatische Erkrankungen, z. B. rheumatoide Arthritis (RA)

• Degenerativ-rheumatische Erkrankungen, z. B. Arthrose

• Chronische Schmerzsyndrome des Bewegungsapparates, z. B. Karpaltunnelsyndrom

• Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden, z. B. Osteoporose, Gicht

Die Entstehungsgeschichte von Rheuma ist nur bei einzelnen Erkrankungen bekannt. Ursache entzündlich-rheumatischer Erkrankungen ist das Immunsystem. Es greift den eigenen Körper an – Gelenke und Sehnen, Haut und andere Körpergewebe, manchmal sogar innere Organe. Den nicht-entzündlichen Krankheitsbildern wie Arthrose oder Sehnenscheidenentzündungen liegen meist altersbedingter Verschleiß oder eine Überbeanspruchung zugrunde. Hier werden Übergewicht, Gelenkfehlstellungen, vergangene und/oder gelenknahe Knochenbrüche und entzündliche Gelenkerkrankungen als Risiko für die Entstehung von Rheuma diskutiert, aber auch hormonelle Unterschiede nach den Wechseljahren. Bei etwa zehn Prozent der Fälle entstehen Rheumaerkrankungen durch Medikamente (vor allem Kortison).

Was ist Osteoporose?

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Erkrankung, bei der die Knochen porös werden und leicht brechen. In Deutschland leben mindestens sechs Millionen Menschen mit dieser Diagnose. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Osteoporose tritt vor allem bei älteren Frauen nach den Wechseljahren auf, da die Östrogenproduktion nachlässt. Etwa bis zum 30. Lebensjahr baut der Körper Knochenmasse auf, danach verringert sie sich langsam.