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Mit Thanksgiving beginnt in den USA die Zeit der aufwendigen Dekorationen, gehaltvollen Festmahlzeiten und natürlich des Weihnachtsshoppings. Stimmungsvoll und fröhlich zeigen wir die besten Rezepte von Gebratenem Truthahn über Pumpkin Pie zu Chocolate Cake. Und erzählen alle Geschichten zu den schönsten Weihnachtsbräuchen – zum Beispiel, wie Rudolph the Rednosed Reindeer zum Liebling von Santa Claus wurde.
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Seitenzahl: 146
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Gabriele Frankemölle
Petrina Engelke
Die schönsten Rezepte & Traditionen für eine
echt amerikanische Weihnachtszeit
Vorwort
THANKSGIVING
Amerikas großer Familienfeiertag
Perfect Roast Turkey
Salmon with Pumpkin Crust
Turkey Breast with Cider Glaze
Maple Butter Carrots
Cornbread & Southern Cornbread Stuffing
Cranberry Sauce
Green Bean Casserole
Party Potatoes
Pumpkin Pie
Frozen Peanut Butter Cups
Von einer, die auszog, einen Riesenvogel zu braten
FRIENDSGIVING
Mitbring-Essen mit der Wahlverwandtschaft
Mac and Cheese
Three Bean Salad
Autumn Beef Stew
Apple Crumble im Glas
PRESIDENTIAL TURKEY PARDON
Der Braten lebt
Portobello Wellington
DAS GROSSE WEIHNACHTSGESCHÄFT
Von Black Friday bis Giving Tuesday
Tuna Melt Sandwich
Coney Island Chili Dogs
Red Velvet Cake
SEASON’S GREETINGS
Post von der Familie
Cranberry Liqueur
Pistachio & Dulce de Leche Fudge
Schmuck aus der Natur
DECK THE HALLS
Weihnachtsschmuck auf Amerikanisch
Christmas Wreath
Christmas Tree Snack
DAS GEHEIMNIS DER WEIHNACHTSGURKE
Warum grünt es so grün am Weihnachtsbaum?
Smoked Salmon Cucumber Salad
HOLIDAY LIGHTS
Leuchtende Vorweihnachtszeit
Apple Cider Punch
Hot Chocolate
CHANUKKA
Das andere Lichterfest
Latkes & Lox
CHRISTMAS TREE HUNT
Die Axt im Tannenwald
Clam Chowder
Coffee Chili
Butternut Squash Soup
Spiced Brownies
SANTA CLAUS
Der durch den Schornstein kommt
Chocolate Chip Cookies
RUDOLPH THE RED-NOSED REINDEER
Ein Weihnachtswunder für den Außenseiter
Rudolph Reindeer Cookies
ADVENT AUF DER COUCH
Es weihnachtet im Fernsehen
Turkey Broccoli Casserole
Banana Pudding
Tomato Soup & Grilled Cheese Sandwiches
UNTERWEGS IM ADVENT
Vom musikalischen Rundgang bis zum Plätzchentausch
Gingerbread Men (and Women)
Cream Cheese Christmas Cookies
Maple Bourbon Eggnog
Eggnog Cheesecake
Orange Cider Hot Toddy – three ways
CHRISTMAS DAY
Weihnachten feiern in den USA
Cranberry Mimosas
Cinnamon Swirl Bread
French Toast
Buttermilk Pancakes
Breakfast Casserole
Honey Glazed Ham
Holiday Roasted Vegetables
Wedge Salad with Blue Cheese Dressing
Hasselback Sweet Potatoes
Cranberry Trifle
KWANZAA
Afroamerikanische Festtage
Sweet Potato Peanut Soup
Jerk Chicken
Jollof Rice
Coconut Cake
NEW YEAR’S EVE
Silvester in Amerika
New Year’s Charcuterie Board
Cocktail Meatballs from scratch
NEW YEAR’S DAY POLAR PLUNGE
Eiskalt ins neue Jahr
Brain Freeze
Hoppin’ John
Register der Rezepte
Über die Autorinnen
Bildnachweis
Was macht die Gurke am Weihnachtsbaum? Warum isst der US-Präsident den Truthahn nicht, den er geschenkt bekommt? Und wieso gibt es in den USA so viele Schlafanzüge mit weihnachtlichen Motiven? Das alles haben auch wir uns lange gefragt. Erst bei der Arbeit an diesem Buch ist uns dann klar geworden: Es sind die Feiertage, die die besten Ideen hervorbringen – und auch die kuriosesten.
Die Familie kommt zusammen, es wird (zu)viel gegessen und Nostalgie hat Saison: Das haben die USA und Deutschland gemeinsam, wenn es um die Feiertage geht. Wir schreiben bewusst »Feiertage«, und nicht »Weihnachten«, denn da fängt es mit den Unterschieden schon an: In den letzten Wochen des Jahres feiern US-Familien viel mehr als nur Weihnachten.
Den Anfang macht Thanksgiving, für viele gehört außerdem Chanukka oder Kwanzaa dazu. Die Rezepte und Bräuche, die mit diesen Feiertagen verbunden sind, folgen den Geschmäckern von mehr als 330 Millionen Menschen; jeder siebte von ihnen ist im Ausland geboren. Sie kochen im Schneegestöber von Minnesota oder in der trockenen Hitze Arizonas, sie ziehen black-eyed peas im Garten oder kaufen sie in Dosen, und alte Familienrezepte entziffern sie auf Englisch, Spanisch oder Mandarin. So beruht dieses Buch auf einem ganzen Kontinent von Gerichten und Geschichten, auch wenn der Schwerpunkt im amerikanischen Winter Wonderland liegt: in Neuengland.
Für dieses Buch gingen wir auf die Suche nach regionalen und saisonalen Spezialitäten, die in den USA über die Feiertage gern gegessen werden, und fanden auch scheinbar »unfestliche« Traditionsgerichte. Einige davon hatte die eine von uns – Gabi Frankemölle – bereits 1985 während eines Austauschjahrs gesammelt, heute kocht sie im Münsterland amerikanisch. Immer wieder reist sie in die USA, um Neues zu entdecken. Die andere von uns – Petrina Engelke – »mariniert« im American Way of Life, seit sie 2010 in den Nordosten der USA gezogen ist. Dort schreibt sie über die Kultur und Politik des Landes – und über Menschen wie die Erfinderin des Chocolate Chip Cookies.
Die Arbeitsteilung für »American Christmas« war also klar. Bei Gabi schmorte zu Ostern ein 8-Kilo-Truthahn – unter Lockdown-Bedingungen für ein Publikum von zwei Personen. In Petrinas Stammbibliothek wunderte sich unterdessen das Personal, warum sie ausgerechnet im Frühjahr stapelweise Weihnachtsbücher auslieh. Unsägliche Verse über die Weihnachtsgurke, die davon inspiriert waren, hätten Ihnen glatt den Appetit verderben können. Deshalb kam die bessere Version davon in dieses Buch. Vielleicht ist das typisch Amerikanisch: Erst mal machen, dann verbessern.
Nach all den transatlantischen Zooms unseres virtuellen Buchteams steht jetzt nur noch ein aus: unser erstes gemeinsames »echtes« Festessen. Wir hoffen, dass unser Buch auch in Ihnen den Wunsch weckt, sich gute Gesellschaft einzuladen und amerikanisch zu feiern: vielfältig, fröhlich und immer bereit, eine neue Tradition zu starten.
Thanksgiving
AMERIKAS GROSSER FAMILIENFEIERTAG
Weihnachten ist in den USA eigentlich nur der Nachklapp: Die amerikanische Feiertagssaison beginnt schon am vierten Donnerstag im November. Thanksgiving ist der wichtigste Familienfeiertag im ganzen Jahr und bringt einen Gutteil des Landes auf die Straßen und Flughäfen. Der Tag vor Thanksgiving gilt als der Hauptreisetag des Jahres. Dann brechen die Menschen auf zu ihren Familien, die sie teilweise seit einem Jahr nicht mehr gesehen haben.
Am Feiertag selbst dreht sich fast alles ums Essen. Zunächst muss ein gigantischer Truthahn in den Ofen und dann möglichst rechtzeitig auf den Tisch, dazu ein halber Regenbogen an Beilagen: Rote Cranberry-Sauce, oranger Kürbiskuchen, gelber Kartoffelbrei und Grüne-Bohnen-Auflauf sind nur einige der typischen Gerichte. So manche Amerikaner*innen glauben, das alles beruhe auf einem fröhlichen Festmahl im Jahr nach der Ankunft der Mayflower: Zusammen mit den hilfreichen indigenen Völkern, die in Deutschland meist Indianer*innen genannt werden, hätten die englischen Siedler*innen ihre allererste amerikanische Ernte bei Braten und Kuchen gefeiert. Das klingt wunderbar, ist aber nicht wahr.
Das Missverständnis beginnt schon mit den vermeintlich traditionellen Speisen: 1621 gab es in der Kolonie von Plymouth weder Kartoffeln noch Butter noch Mehl. Die Mayflower war auch nicht das erste europäische Schiff, das im heutigen Massachusetts anlegte. Einige der dort lebenden Wampanoag sprachen aufgrund früherer Kontakte zu Briten bereits Englisch. Sie schlossen mit den 100 Mayflower-Ankömmlingen einen Verteidigungspakt und zeigten ihnen, wie die einheimischen Pflanzen angebaut werden – aber zu deren erstem Erntefest waren sie nicht eingeladen. Dutzende Wampanoag-Männer marschierten kampfbereit zu der kleinen Kolonie, als sie von dort Schüsse hörten. Statt eines Kriegs war dort ein Festmahl mit Freudengeböller im Gange. Die Wampanoag blieben und steuerten mehrere Rehe zur Festtafel bei, die Stimmung war allerdings angespannt. Friedliches Beisammensein hatten die Siedler*innen auch beim ersten offiziellen Day of Thanksgiving nicht im Sinn. Im Jahr 1637 feierten sie damit ein Massaker: Englische Soldaten hatten mehr als 700 Menschen vom Volk der Pequot umgebracht – einschließlich der Frauen und Kinder.
Mit dem National Day of Mourning erinnern die indigenen Völker der USA an ihre Ahnen, die von den Ankömmlingen aus Europa vor 400 Jahren umgebracht wurden. In Plymouth veranstalten die Wampanoag dazu am vierten Donnerstag im November einen Trauer- und Protestmarsch. Abgesehen von diesem Tag feiert der Ort pauschal die Ankunft der Siedler*innen auf der Mayflower. Seit einigen Jahren aber beginnen manche Schulen, von der zuckersüßen Darstellung des »First Thanksgiving« abzurücken.
Wie konnte dieser ganze Irrglaube überhaupt entstehen? Wie auch bei anderen vermeintlichen »Traditionen« in den USA, haben einzelne Menschen die Mär von Thanksgiving vorangetrieben; doch die erste Geige spielt dabei der Zeitgeist. Die Mitte des 19. Jahrhunderts war eine verwirrende Zeit. Die aufkeimende Industrialisierung und Verstädterung stellten das Leben vieler Amerikaner*innen auf den Kopf, Wissenschaft hinterfragte die religiöse Ordnung, neue Geldquellen wie Eisenbahnbau und Ölförderung überholten Pelzhandel und Landwirtschaft. Neue, schnellere Verkehrs- und Kommunikationswege verbanden zuvor isolierte Regionen und brachten zutage, was im Rest des Landes vor sich ging. Die Sklaverei wurde zur zentralen Frage. Es kamen Zweifel auf, ob sich die Vereinigten Staaten wirklich vereinigen lassen.
Diese vielfältigen Veränderungen entfachten eine tiefe Sehnsucht nach der guten alten Zeit. Und genau an dieser Kreuzung von Fortschritt und Nostalgie entstand das Thanksgiving, das die USA bis heute feiern. Das Ideal einer am Herd versammelten Familie war genau das passende Vorbild für ein Land, das Spaltung überwinden wollte. Und wer hätte dieses Bild besser zeichnen können als die Frau, die mit einer Illustrierten häusliche Trends setzte?
Sarah Josepha Hale leitete über Jahrzehnte das meistgelesene Magazin der USA, sie überzeugte US-Bräute von einer Hochzeit in Weiß und die US-Regierung von einem Feiertag namens Thanksgiving. Die Vorzüge eines solchen Festtags beschwor Hale ab 1837 in Leitartikeln, Gedichten und herbstlichen Rezepten: Truthahnbraten mit stuffing sollte den Amerikaner*innen Thanksgiving buchstäblich schmackhaft machen. Zu diesem Hauptakt empfahl Hale unbedingt mehrere Gemüsebeilagen und Sauce, zum Nachtisch Pumpkin Pie und weitere Leckereien. Als i-Tüpfelchen gab sie in ihren Kochbüchern Tipps, die auch heute noch hilfreich sind, zum Beispiel: Bratenschneiden braucht Übung. Ein Massaker auf dem Teller sähe nicht nur peinlich aus, es könnten auch die besten Teile im Müll landen, warnte Hale mit Blick auf den Thanksgiving-Truthahn.
Obendrein ging Sarah Hale jahrzehntelang den mächtigen Männern ihrer Zeit auf die Nerven: Gouverneuren, Kongressabgeordneten und Präsidenten. Auf einen ihrer Briefe reagierte US-Präsident Abraham Lincoln. Am 3. Oktober 1863 erklärte er den letzten Donnerstag im November zu einem »Day of Thanksgiving and Praise«. Seine Begründung: Mitten in einem Bürgerkrieg beispiellosen Ausmaßes solle sich das amerikanische Volk Zeit für Dankbarkeit nehmen.
Bis heute gehören Spannungen zu Thanksgiving. Am Esstisch treffen oft verschiedene Persönlichkeiten und Ansichten aufeinander, und mit den Filterblasen der sozialen Netzwerke erscheint es manchen, die Fronten seien verhärtet wie nie. Die politische Spaltung der Gesellschaft zieht sich auch durch Familien. Entsprechend befassen sich Lifestyle-Magazine mit den Fragen, wie am Esstisch mit den rassistischen Sprüchen des Onkels oder der Stichelei der Schwägerin umzugehen ist.
Dampf ablassen können Streithähne beim Football. Seit ihrer Gründung hat die National Football League (NFL) an Thanksgiving Spiele angesetzt, und so läuft an diesem Tag in vielen Häusern der Fernseher. Heimspiele der Detroit Lions beginnen mittags, nachmittags folgen die Dallas Cowboys. Seit 2006 ist ein drittes Spiel am Abend hinzugekommen, bei dem jedes erdenkliche Team der Liga antreten kann. Dabei können die Familienmitglieder nicht nur über Spielzüge diskutieren, auch modisch gibt der Football an Thanksgiving Gesprächsstoff her:
Die Spieler treten meist in nostalgischen Trikots an. Auch eine andere Thanksgiving-Tradition bringt die Familien trotz aller Unterschiede zusammen: das Dankesagen. Oft gehört es zum Festessen dazu, reihum zu bekunden, wofür man in diesem Jahr dankbar ist. Irgendjemand erwähnt dabei dann meist auch das leckere Essen.
DER KLASSISCHE FESTTAGSBRATEN, SAFTIG & ZART
Was macht den Truthahn zum Perfect Roast Turkey? Das Bad in einer Würzlake. Es sorgt dafür, dass das Fleisch saftig bleibt – genauso wie die »Decke« über dem Truthahn während zwei Dritteln der Garzeit. Bitte denken Sie daran, den Auftauprozess rechtzeitig zu starten, wenn Sie einen tiefgefrorenen Truthahn zubereiten. Das kann Tage dauern und muss im Kühlschrank erfolgen.
Ergibt 12 Portionen
Für die Würzlake
6 l Wasser
225 g Salz
200 g Zucker
3 Zwiebeln, geschält und grob gehackt
2 Lauchstangen, geputzt und grob gehackt
3 Karotten, geputzt und grob gehackt
2 Stangen Staudensellerie, grob gehackt
3 Lorbeerblätter
6 Zweige Thymian
1 EL schwarze Pfefferkörner
Für den Truthahn
1 küchenfertiger Truthahn von 6–7 Kilo Gewicht
200 g Butter, geschmolzen
400 ml Weißwein
1 saubere Mullwindel (oder Geschirrtuch)
4 EL weiche Butter
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung
Bitte beachten: Die Zubereitung beginnt am Tag zuvor!
Für die Würzlake die Hälfte des Wassers mit Salz und Zucker aufkochen, dann vom Herd nehmen. Das vorbereitete Gemüse, die Gewürze und das restliche Wasser hinzugeben und vollkommen abkühlen lassen. Die Brühe in einen (supersauberen!) passenden Eimer füllen. Den Truthahn waschen, abtupfen und mit der Brustseite nach unten hineinlegen. Abdecken (mit Deckel oder mit Folie) und über Nacht oder maximal 24 Stunden kalt stellen.
Den Truthahn am Tag der Zubereitung aus der Lake nehmen und mit Küchentüchern trocknen. 1 Stunde bei Raumtemperatur stehen lassen. Währenddessen die Füllung (falls gewünscht, siehe Seite 25) zubereiten. Ofen auf 210 °C Ober-/Unterhitze vorheizen, Backblech auf die untere Schiene schieben.
Die geschmolzene Butter und den Wein in einer großen Schüssel verrühren, die Mullwindel (bzw. das Geschirrtuch) hineinlegen und sich vollsaugen lassen.
Den Truthahn mit der Brustseite nach oben auf das Backofengitter setzen. Die Leibeshöhle salzen und pfeffern und locker mit der Füllung füllen (falls verwendet). Die Beine zusammenbinden, die Flügel unterklappen. Den Truthahn mit etwas weicher Butter bestreichen, salzen und pfeffern. Dann die gefaltete Mullwindel über den Truthahn legen, sodass alles bedeckt ist.
Den Rost mit dem Truthahn über ein Backblech in den Backofen schieben und 30 Minuten bei 210 °C garen, dann die Temperatur auf 165 °C heruntersetzen. Truthahn etwa 2 weitere Stunden garen und dabei alle 30 Minuten mit dem restlichen Butter-Wein-Gemisch begießen. Das Tuch wird dabei braun – aber nicht schwarz, wenn Sie es immer gut durchfeuchten.
Für die Sauce
50 g Butter (alternativ abgeschöpftes Fett des Truthahns)
1 Möhre, geputzt und gehackt
2 Stangen Staudensellerie, geputzt und gehackt
1 Lauchstange, geputzt und gehackt
1 Zwiebel, grob gewürfelt
getrockneter Thymian und Rosmarin nach Geschmack
1 Lorbeerblatt
5 schwarze Pfefferkörner
½ Bund glatte Petersilie, grob gehackt
125 ml Weißwein
3 EL Weizenmehl
Salz und frisch gemahlener weißer Pfeffer
Nach 2,5 Stunden das Tuch abnehmen, den Truthahn wieder gründlich buttern und weitere 1–2 Stunden braten. Wird die Haut zu dunkel, mit Alufolie abdecken. Der Truthahn ist gar, wenn ein Bratenthermometer am dicksten Teil des Schenkels (nicht den Knochen berühren) 80–85 °C anzeigt.
Während des Garens die Sauce vorbereiten: Das Gemüse in der Butter oder etwas abgeschöpftem Truthahnbratenfett in einem separaten Topf schön braun anbraten. Gewürze und Petersilie dazugeben, den Wein und 1 l Wasser angießen und alles so lange einkochen lassen, bis noch etwa 500 ml Fond vorhanden sind, dann beiseitestellen.
Den fertig gebratenen Truthahn auf eine Platte heben, mit Folie abdecken und etwas ruhen lassen. Währenddessen den Saucenfond pürieren und (falls gewünscht) mit dem entfetteten Bratensatz des Truthahns verlängern. Mehl in 100 ml Wasser anrühren und nach und nach so viel von der Paste in den kochenden Saucenansatz einrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
Den Truthahn auf eine große Platte heben und am Tisch tranchieren.
HERBSTLICHES FISCHGERICHT, GANZ EINFACH ZUZUBEREITEN
Lachsfilets werden mit einer Masse aus fein geraspeltem Kürbis, Lauch und Gewürzen überbacken – das sieht beeindruckend aus, schmeckt toll und gelingt auch Anfänger*innen, die sich an »große Braten« nicht herantrauen. Lachs mit Kürbiskruste ist außerdem eine gute Idee fürs »Thanksgiving for two«, weil sich die Portionszahl problemlos reduzieren lässt. Versuchen Sie das mal mit einem Truthahn!
Ergibt 6 Portionen
1 Zwiebel
1 Stange Lauch
2 EL Öl
250 g Hokkaido-Kürbisfleisch (geputzt gewogen)
150 g saure Sahne
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Chiliflocken (optional)
6 Lachsfilets (jeweils etwa 125 g, falls tiefgefroren: aufgetaut)
3 EL Zitronensaft
75 g geriebener kräftiger Käse (Cheddar oder alter Gouda)
Zubereitung
Die Zwiebel abziehen und ganz fein hacken. Den Lauch waschen, putzen, der Länge nach halbieren und fein in halbe Ringe schneiden. Beides im Öl etwa 2–3 Minuten anschwitzen.
Währenddessen das Kürbisfleisch auf dem Gemüsehobel grob raspeln, zur Zwiebelmasse geben und weitere 5 Minuten garen. Die saure Sahne einrühren und alles kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken, falls gewünscht auch mit Chiliflocken.
Die Lachsfilets trockentupfen, mit Zitronensaft einreiben, kräftig salzen und pfeffern.
Eine ausreichend große Auflaufform ausfetten, den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Lachsfilets hineinlegen und mit der Kürbismasse bestreichen. Den Käse darüberstreuen und den Fisch auf der mittleren Schiene etwa 20–25 Minuten garen.
Tipp
Die Garzeit hängt davon ab, wie dick die
Fischfilets sind: Je dünner, desto kürzer garen.
Der Fisch ist gar, wenn er sich mit der Gabel
ganz leicht zerteilen lässt.
FESTTAGSBRATEN FÜR DIE KLEINERE RUNDE
Ein ganzer Truthahn überfordert die Kleinfamilie hoffnungslos. Da bietet es sich an, zum Festessen nur eine Putenbrust zuzubereiten und diese wie einen typischen Truthahn zu würzen. Das magere Putenfleisch wird allerdings sehr schnell trocken. Daher messe ich bei diesem Fleischstück immer die Kerntemperatur mit einem einsteckbaren Thermometer. Hat der Braten 78–80 °C erreicht, ist er gar und saftig. Man kann ihn dann gut in Alufolie gewickelt bei 80 °C warm halten.
Ergibt 8 Portionen
200 ml Apfelwein (Cidre/Hard Cider) oder Apfelsaft
100 ml Ahornsirup
100 g Butter
je ½ TL getrockneter Majoran und Thymian
etwas abgeriebene Zitronenschale
Salz und frisch gemahlener weißer Pfeffer
1 Truthahnbrust (2–2,5 kg, ohne Haut und Knochen)
Zubereitung
Apfelwein und Ahornsirup in einem Topf auf ein Drittel einkochen. Butter, Gewürze und Zitronenabrieb dazugeben, verrühren und alles kühlen, bis die Masse wieder fest wird. Fleisch mit dem Buttermix einreiben, kräftig salzen und pfeffern, in eine Brat- oder Auflaufform setzen.
Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Fleisch auf der zweiten Schiene von unten knapp 2 Stunden braten, bis die Kerntemperatur 80 °C beträgt. Dabei immer wieder mit der heruntergetropften Butter bestreichen. Falls das Fleisch zu dunkel werden sollte, mit Alufolie abdecken.
Braten vor dem Aufschneiden 10 Minuten ruhen lassen.
Tipp
Stressfrei finde ich auch die Zubereitung nach
der Niedrigtemperatur-Methode: Dabei wird
die Putenbrust gewürzt, rundum (wirklich
überall!) sehr kräftig etwa 10 Minuten an-
gebraten und mit dem Buttermix bestrichen.
Dann kommt sie in einer vorgewärmten
Auflaufform bei 80 °C Ober-/Unterhitze etwa
4,5–5 Stunden in den vorgeheizten Backofen.
SÜSSLICH-WÜRZIGE BEILAGE
So wird aus simplen Karotten eine tolle Beilage nach Art der USA: Geben Sie Ahornsirup und viel gehackte Petersilie zum gedünsteten Gemüse.
Ergibt 12 Portionen
12 große Karotten (etwa 1.200 g)
2–3 EL Ahornsirup
2–3 EL Butter
Salz und frisch gemahlener weißer Pfeffer
gehackte Petersilie
Zubereitung