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Ich weiß schon was Sie denken – Geschichten aus dem Leben eines Buchhändler-Dackels, was soll daran so spannend sein? Schließlich liege ich die meiste Zeit nur in meinem Körbchen neben dem Schaufenster und mache mir nur die Mühe meinen Kopf zu heben, wenn mein Lieblings-Postbote mit einem Leckerli auftaucht. Aber weit gefehlt – Ich kann Ihnen von allerhand Kuriositäten und lustigen Geschichten erzählen. Angefangen von lieben Stammkunden, die nur wegen MIR in den Buchladen kommen, bis zum Leserbesucher der für gewöhnlich seine eigene Jagdwurst mitbringt, um während der Lesung genüsslich davon abzubeißen. Aber eine Warnung muss ich dennoch aussprechen! Es könnte sein, dass Sie sich in den Personen, die in diesem Buch erwähnt werden, wieder erkennen. Wenn Sie sich dennoch diesem Abenteuer stellen möchten, sind Sie herzlich eingeladen dieses Buch zu lesen. Viel Spaß wünscht Ihr Buchdackel Nanni
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Seitenzahl: 50
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Ein BUCHDACKEL erzählt!
Geschichten aus dem Leben eines
Buchhändler-Dackels
Texte: Claudia Neudörfer
Lektorat: Petra Kind
Covergestaltung: Uwe Mayer
Alle Rechte dieser Publikation liegen beim Autor. Nachdruck, auch auszugsweise ist nicht gestattet. Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung.
Impressum:
Copyright: ©2020 Claudia Neudörfer
Covergestaltung: Uwe Mayer
1. Auflage
Herstellung und Verlag: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin
Hallo! Darf ich mich vorstellen? Ich bin Nanni, eine kleine, schwarze Dackeldame, die ihre meiste Zeit in einem kleinen Buchladen im beschaulichen Baden verbringt. Seit mein Frauchen vor über zwei Jahren Ihren Traum verwirklicht und einen kleinen Buchladen eröffnet hat, darf ich sie jeden Tag zur Arbeit begleiten.Sie hat mir ein Körbchen in der Nähe des Schaufensters hingestellt, von dem ich das Geschehen vor und in unserem Laden besonders gut beobachten kann.
Ich möchte Ihnen heute einen kleinen Einblick in mein Leben als Buchhändler-Dackel gewähren und Ihnen meine lustigsten Erlebnisse erzählen. Mein Frauchen meinte, ich solle Ihnen noch sagen, dass Ähnlichkeiten zu realen Personen natürlich rein zufällig und nicht beabsichtigt sind, was auch immer das bedeuten soll. Vielleicht sehen wir uns mal persönlich in unserer Buchhandlung. Bis dahin - Viele Grüße - Ihr Buchdackel
Hallo liebe Zweibeiner! Mein spannendes Leben bei meinem Frauchen in ihrer Buchhandlung begann damit, dass ich vor circa 8 Jahren aus einem rumänischen Tierheim gerettet wurde. Ich war 6 Monate alt und lebte bis zu meiner Vermittlung in einer Pflegefamilie in Deutschland. Meine Pflegeeltern mussten mich erst einmal aufpäppeln, denn ich war damals ein sehr magerer kleiner Dackel. Mein Fell war voller Flöhe und ich schreckte bei jedem Geräusch auf.
Nach ein paar Wochen entdeckte mich mein Frauchen in einer Anzeige im Internet und telefonierte sogleich mit meinen Pflegeeltern. Diese stimmten auch sofort einem Treffen zu und ich sah zum ersten Mal mein Frauchen. Ich war so aufgeregt!Natürlich hatte ich Angst, was nun geschehen würde, aber ich spürte, dass wir einfach zueinander gehörten und schleckte ihr zur Begrüßung erst einmal über das Gesicht. Ein paar Tage später brachte mich meine Pflegefamilie in das Haus meiner neuen Zweibeiner, damit ich mich umschauen konnte. Ich inspizierte das Haus und den Garten, saß Probe in meinem Korb und spielte mit dem bereitgestellten Hundespielzeug. Ich war damit einverstanden, zu bleiben. Meine Pflegeeltern waren der gleichen Meinung und ließen mich mit einem sehr guten Gefühl ziehen. Obwohl mich mein neues Frauchen in der ersten Nacht mehrfach aus ihrem Bett zurück in meinen Korb trug, gab ich nicht auf. Wer kann denn auch einem kleinen, zitternden Hund mit Dackelblick widerstehen? Den möchte ich mal treffen. Mein Frauchen ließ sich also bereits in der ersten Nacht erweichen. Aber schon bald hatte ich keine Angst mehr im Dunkeln und schlief gerne alleine in meinem gemütlichen Körbchen. Meine neue Leinenhalterin nahm mich schon damals sehr oft mit zur Arbeit ins Büro. Ich verkroch mich in meinem Korb unter dem Schreibtisch und stand nur auf, um die Mitarbeiter zu begrüßen. Das konnte sich unter Umständen lohnen, denn neben ausgiebigem Bauchkraulen, fiel auch mal ein Leckerli für mich ab. Doch nach ein paar Jahren wurde meinem Frauchen das Büroleben zu fade und sie entschloss sich, nicht nur nebenbei zu schreiben, sondern ihren Traum wahr zu machen und ihre eigene kleine Buchhandlung zu eröffnen. Sie nannte es eine Buchhandlung für „Selbstverleger“. Was diese Menschen aber verlegt haben und warum und wohin, weiß ich leider nicht. Aber es hatte auf jeden Fall etwas mit vielen Büchern zu tun. Mein Frauchen und „Oma“ und „Opa“ arbeiteten viele Wochen unentwegt, strichen Wände, erneuerten Lampen, bauten Regale auf und räumten Bücher ein. Dann war es endlich soweit und die Buchhandlung konnte öffnen. Der Buchladen wurde mein zweites Zuhause, schließlich verbrachte ich hier den Großteil des Tages. In unsere Buchhandlung kamen viel mehr Kunden als früher in das Büro und diese Menschen hatten meistens auch bessere Laune. Mein Frauchen meint, das liegt an den Büchern, denn wenn man unsere Buchhandlung besucht, betritt man eine andere Welt, in der die Zeit anders verläuft als vor der Tür. Wenn Sie mich fragen, eine etwas kitschige Vorstellung, aber da muss trotzdem etwas dran sein. Ich musste mich ein paar Regeln beugen, wie z.B. niemals auf die Straße laufen, auch wenn die Tür mal offen steht. Keine Menschen oder Hunde anbellen, die an unserem Laden vorbei gehen. Lieb zum Postboten sein. Bei der Lesung ruhig sein. Nicht im Laden rumrennen, wenn Kunden da sind. Keine Kunden anspringen. Natürlich halte ich mich penibel an die Wünsche meines Frauchens, ich bin ja schließlich gut erzogen! Ja, ja, Sie haben ja Recht, da habe ich ein bisschen geflunkert. Ich liebe unseren Postboten, ich bin bei den Lesungen immer ruhig, ich renne wirklich nur im Laden rum, wenn ich mit meinem Frauchen alleine bin. Und ich belle nur ganz selten andere Hunde an, und Kunden springe ich so gut wie keine an..., nur wenn ich sie so gerne mag, dass ich mich nicht mehr zurück halten kann, oder wenn sie nach Wurst riechen. Naja, ich bin eben doch nicht perfekt. Aber mein Frauchen sagt, ich bin perfekt für sie, das reicht. Inzwischen bin ich das Maskottchen der „Wortwerke Buchhandlung“. So heißt unser Geschäft, denn hier stehen viele „Wortwerke“, also Bücher. Warum auf unserem Schild nicht „Nannis Wortwerke Buchhandlung“ steht, keine Ahnung. Ich liebe mein neues Leben mit vielen Büchern und meinem Frauchen trotzdem.