Keine Ahnung die Zweite - Kornelia Gaber - E-Book

Keine Ahnung die Zweite E-Book

Kornelia Gaber

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Beschreibung

Nein, ich wurde immer noch nicht aus diesem Irrenhaus entlassen! Ich habe mal heimlich in meine Akte geguckt und was soll ich sagen, die Prognosen stehen schlecht, dass es in naher Zukunft passieren wird. Also bleibt mir wohl nichts weiter übrig, als das zu tun, was hier normal ist, verrückt sein! Obwohl ich immer noch der Meinung bin, dass die Verrückten draußen sind und ich überhaupt nur ihretwegen hier bin. Oh, ich muss schon wieder in eine Sitzung. Was wollen die nur immer von mir? Ich soll bestimmt wieder »loslassen«! Beim letzten Mal ging es jedenfalls um Brückengeländer und Balkonbrüstungen. Völlig idiotisch!

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Seitenzahl: 139

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INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort

Risiken und Nebenwirkungen

1. Sport frei

2. Das Alter

3. Frühlingsgefühle

4. Systemfehler

5. Es war einmal

6. Zukunft - was ist das?

7. Sicherheit

8. Therapie

9. Tipps für Verbraucher

10. Prost Mahlzeit

11. Wanderzirkus

12. Zeitlos

13. Fleischeslust

14. Eisberg voraus

Werbeblock

15. Weichgespült

16. Kontaminierungsalarm

17. Donnerwetter

18. Der Schein trügt

19. Schnappschuss

20. Weitsicht

21. Paarungszeit

22. Für die Tonne

23. Kundenbindung

24. Kommunikation

Werbeblock

25. Nahverkehr

26. Bankgeschäfte

27. Feiertage

28. Redensarten

29. Frühjahrsputz

30. Das Wort zum Sonntag

Vorwort

Auf Grund der großen Nachfrage einer einzelnen Dame fühle ich mich genötigt, noch ein zweites Buch zu schreiben. Auch in diesem Buch befindet sich ein Beipackzettel mit Risiken und Nebenwirkungen, denn nichts geht über diese wohlige Sicherheit, dass Dinge, die uns vertraut sind, bleiben. Aber dazu kommen wir später. Diesmal gibt es allerdings nur zwei Werbeblöcke, denn auch daran haben wir uns gewöhnt … weniger Inhalt zum gleichen Preis!

In meinem Kopf herrscht immer noch ein heilloses Durcheinander. Das ist aber kein Grund zur Sorge, denn ich kann und mein Mann muss damit leben. Zumindest habe ich keine schlaflosen Nächte mehr, weil ich jetzt immer mit einer Zitrone ins Bett gehe. Oh, bitte nicht falsch verstehen. Es war kein Tipp von einer Partnervermittlung! Sie steht aufgerissen … ich meine, aufgeschnitten auf meinem Nachttisch. Ich war nämlich im Netz auf der Suche nach Sendungen mit politischem Inhalt. Plötzlich stand da geschrieben … »Sie suchten nach Einschlaf-Tipps, dann könnte Sie das hier auch interessieren.« Ja, und dann kam das mit der Zitrone.

Probieren geht bekanntlich über studieren. Wenn es nicht geklappt hätte, gäbe es immer noch die Möglichkeit, sie aus lauter Frust mit heißem Wasser zu übergießen. Ich schlafe seitdem jedenfalls wie ein Murmeltier, obwohl ich gar nicht weiß, wie Murmeltiere schlafen. Sie müssen sich jedenfalls keine Gedanken darüber machen, ob das Geld morgen noch für die Miete reicht, oder wie man eine Steuererklärung ordnungsgemäß ausfüllt.

Es ist wieder soweit, Zeit für die Steuererklärung … also für Elster. Jetzt muss ich doch gleich an den Abendgruß im DDR-Fernsehen denken … Herr Fuchs und Frau Elster, das war entspannt. Heute sitze ich vor diesem Elster-Programm und bin total gestresst. Da nützt das Lavendelsäckchen, das ich mir jedes mal unter die Nase binde, wenn ich das Steuerprogramm öffne, auch nichts mehr. Ich habe inzwischen sogar schon die Befürchtung, dass sich dieses Problem zu einer »Elsterphobie« ausweiten könnte.

Wie kam man denn nur auf den Namen »Elster«? Das Programm könnte doch auch Zilpzalp, Fitis oder Girlitz heißen. Oder geht es vielleicht doch eher um einen diebischen Charakter?

Ich werde jedenfalls auch weiterhin unsere Steuererklärung selber machen. Auch auf die Gefahr hin, dass die Mitarbeiter im Finanzamt meinetwegen, inzwischen schon psychologische Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Ich habe die Steuergesetze nicht gemacht und bin auch nur ein Opfer.

So, nun aber wieder raus aus der Opferrolle, sonst ist das Buch fertig und besteht nur aus einem Vorwort.

Heute geht es sportlich los! … Na ja, wie man es nimmt!

Risiken und Nebenwirkungen

»Keine Ahnung!«

Buch mit 30 Kapiteln

Wie ist »Keine Ahnung!« einzunehmen:

Empfohlen werden 3 Kapitel täglich, einzunehmen mit etwas Flüssigkeit, z.B. Wasser, Wein, Bier oder ein Likörchen. Bei Bedarf kann die Dosis erhöht werden.

Die Einnahme kann jederzeit abgebrochen oder nach Abschluss der Behandlung beliebig oft wiederholt werden.

Nebenwirkungen:

Schnappatmung, Weitung der Nasenlöcher, Herzkasper, Kammerflimmern, Lachanfall oder Bauchkrämpfe

»Keine Ahnung!« wird nicht zur Behandlung von Kindern unter 6 Jahren empfohlen, denn die können meist noch gar nicht lesen.

Mäuse, die »Keine Ahnung!« bereits eingenommen haben, sind völlig unbeschadet und haben ihre Laborberichte sogar selbst im Internet unter der Rubrik »Rezensionen« veröffentlicht.

Die zusätzliche Einnahme von Erfahrungsergänzungsmitteln ist vollkommen unbedenklich.

1. Kapitel

Sport frei

Ich bin völlig sportfrei und erinnere mich nur äußerst ungern an den Sportunterricht in der Schule und an die, meiner Meinung nach, viel zu oft stattfindenden Sportfeste. Deshalb weiß ich eigentlich auch gar nicht, wie ich darauf komme. Es ist fast so, als würde ein Pinguin einen Bericht über seine Laktoseintoleranz verfassen. … Also bitte beim Lesen unbedingt den Diskretionsabstand einhalten! Nicht, dass diese höchst sensiblen Informationen noch in die falschen Hände geraten.

Was man auf diesen Sportfesten aber auch alles machen musste. - Hochsprung, Weitsprung und zu allem Überfluss auch noch Kugelstoßen - Eins habe ich jedenfalls unter Schmerzen gelernt. Die Kunst beim Kugelstoßen ist es, noch während des Abstoßes den linken Fuß nach hinten zu ziehen, damit die Kugel nicht auf selbigen fällt. Ich muss allerdings zugeben, dass es bei mir wohl doch eher ein »Loslassen« war. Hört man doch immer wieder, dass man loslassen muss. Solche Gedanken kommen natürlich ausgerechnet immer dann, wenn man sie am wenigsten braucht.

In der Schule war es aber noch viel problematischer. - Deutsch, Mathe, Physik und dann auch noch Sport - alles an einem Tag! Da kommt man doch ganz durcheinander. Beim Stangenklettern war ich gedanklich immer noch im Physikunterricht und musste mich mit der Anziehungskraft der Erde auseinandersetzen. Aber wann braucht man das denn mal? Es gibt Treppen, Rolltreppen und sogar Fahrstühle. Selbst die Feuerwehrleute rutschen nur runter und nicht hoch.

Warum mussten wir überhaupt alles auf einmal lernen? Zumal unsere Deutschlehrerin doch auch nur Deutsch konnte. Wenn es hieß, dass wir in der nächsten Stunde Mathe haben, hat sie nämlich immer einen anderen Lehrer zu uns geschickt. Sie konnte ja nicht mal meine Diktate richtig nummerieren. Mal stand eine Drei drunter, dann eine Fünf und manchmal auch eine Vier. Eigentlich geht es doch mit einer Eins los, oder war Mathe etwa auch für die Katz'?

Auf dem Schwebebalken wurde mir wieder einmal schwankend die Mangelwirtschaft in der DDR vor Augen geführt. … zu wenig Holz! Der Begriff »Schwebebalken« ist mir aber heute noch suspekt. Ich konnte machen, was ich wollte - auf dem Balken, unter dem Balken, rechts und links daneben - Es ist mir wohl einfach nicht vergönnt zu schweben.

Unsere Politiker denken sich ja gerne lustige Namen aus, wie das »Gute Kita-Gesetz« oder die »Respekt-Rente«. Ich bin mir sicher, dass sie schon eine Idee in petto haben, wie man diesen Balken zukünftig nennen könnte. Natürlich habe ich mir darüber auch schon Gedanken gemacht und bin bei dem Begriff »Holzbalken« hängen geblieben.

Bockspringen war auch nicht so meins. Geräteturnen ist eben nicht jedermanns Sache. Ich nahm zwar immer einen rasanten Anlauf, aber nachdem mir unterwegs alle nur denkbaren Worst-Case-Szenarien durch den Kopf gingen, gab es für mich nur eine Option ... Geschwindigkeit drosseln und noch vor dem Bock zum Stehen kommen! Nachdenken kann Leben retten!

Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um Sport zu treiben. ... Aber ich denke eher nicht, denn mein innerer Schweinehund drückt mich, nur allein bei dem Gedanken, immer wieder so tief in das Sofa, dass mein Mann es gar nicht mehr bemerkt, wenn ich schon zu Hause bin. Man kann doch auch die Sportschau gucken, um zumindest ein wenig sportlich zu wirken. Hochsprung - auch sehr interessant! Besonders dann, wenn man es nicht selber machen muss. Aber irgendwann ist doch Schluss, da geht es einfach nicht mehr höher. Es sei denn, die Hochspringer schauen der Pharmalobby mal über die Schulter. Man muss doch einfach nur die Grenzwerte … ich meine, Messlatte tiefer ansetzen und schon ist man ganz oben.

Bowling zählt wohl auch zu den sportlichen Aktivitäten und es ist auch erst fünf Tage … ich meine, Jahre her. Es dauerte jedenfalls ewig, bis ich dran kam und als es dann soweit war, konnte ich aber nicht. Ich hatte zwischenzeitlich nämlich eine Illustrierte aus meiner Handtasche gekramt um zu gucken, was die Reichen und Schönen so machen. Eins habe ich im Leben gelernt! Man muss Prioritäten setzen und Bildung geht nun mal vor! ... Na, das ist doch wirklich eine gute Idee! Einfach mal wieder in einer Zeitschrift blättern und ausspannen … ich meine, bilden.

Während ich so blättere, überlege ich krampfhaft, ob ich nicht doch irgendwie sportliche Stärken habe. Hammerwerfen hatte ich mal in unserer Garage ausprobiert. Der einzige Effekt war eine große Delle in der Motorhaube unseres Autos. Meinem Mann habe ich dann erzählt, dass es ein riesiges Hagelkorn war. Klimawandel ... das glaubt dir jeder!

Vielleicht sollte ich die Zeitschrift wieder beiseite legen und mich mal zum Probetraining in einem Fitnessstudio anmelden, um festzustellen, ob Bewegung überhaupt das Richtige für mich ist.

Gesagt, getan ... es macht Spaß! Als ich am nächsten Tag wieder los wollte, ging das aber leider nicht. Wir hatten Unwetter … es hat genieselt! Außerdem hatte ich vom Tag zuvor noch einen fürchterlichen Muskelkater und brauchte dringend eine Auszeit. ... Na gut, ich hätte aber durchaus einen haben können. Das war schließlich ganz schön anstrengend für jemanden, der schon einen Tennisarm kriegt, nur weil er sich eine Kaffeetasse aus dem Schrank geholt hat.

Um etwas gesünder zu leben reicht es eben nicht, nur über Sport zu reden, man muss auch was essen. Also bin ich zum 100 Meter entfernten Supermarkt gelaufen … ich meine, gefahren und habe mir ein Brötchen gekauft und an der Fleischtheke gegenüber zwei Scheiben Aufschnitt. Die Verkäuferin konnte sich die Bemerkung »Oh, ein Großeinkauf!« aber nicht verkneifen. Ich erwiderte dann, dass es sich nur um einen Großeinkauf handelt, weil sie keine halben Scheiben verkauft.

Wir müssen wirklich achtsam mit den Lebensmitteln umgehen und öfter mal darüber nachdenken, wo sie herkommen. Das hat mit Sport allerdings nicht so viel zu tun, aber ich ja auch nicht.

Jedenfalls habe ich schon einiges ausprobiert und mich informiert. Dabei musste ich leider feststellen, dass wir in einem Land leben, in dem ein Fitnessvertrag eine längere Laufzeit haben kann, als so mancher Arbeitsvertrag. Für diesen Fakt hat wohl die SPD gesorgt, denn die steht für harte Arbeit und hartes Training. Deshalb soll es zukünftig auch eine »Respekt-Rente« geben. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass alle anderen auch weiterhin die respektlose Rente erhalten. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen! Deshalb sollte man sich auch gar nicht darüber ärgern, dass Politiker nichts in die Rentenkasse einzahlen. Wenn die Beiträge nämlich nur von hart arbeitenden Einzahlern kommen, hat sich die ganze Sache doch recht schnell geklärt.

Ich merke doch schon wieder, dass ich vom Thema abschweife, deshalb schalten wir nun aus der SPD-Parteizentrale wieder zurück ins Sportstudio.

Eine Stunde ist geschafft und während einigen Sportfreunden der Schweiß von der Stirn tropfte, habe ich fast gefroren. Alle Blicke sind nun auf mich und meine Winterjacke gerichtet. Dabei ist es doch so wichtig, nicht gleich zu übertreiben und die Sache langsam angehen zu lassen.

Nichts desto trotz gehe ich mit meiner Freundin jetzt regelmäßig zum Sport und freue mich immer riesig darauf. Danach sitzen wir dann ganz gemütlich in einem kleinen Café, trinken einen Latte Macchiato und ich gönne mir ein Stück Sahnecreme-Torte.

Man muss sich auch mal selbst belohnen … macht ja sonst keiner! Es ist auch schon wieder so weit, also ab ins Fitnessstudio, klimatisierte Luft atmen und mit Hilfe des künstlichen Lichtes, den Vitamin-D-Haushalt in Ordnung bringen.

Let's go!

2. Kapitel

Das Alter

Ich habe keine Probleme mit dem Alter. Obwohl … neulich im Club hätte ich mir schon gewünscht, dass mich der junge Mann am Einlass nach meinem Ausweis fragt. Aber nein, er hat mich durchgewunken, als hätte ich nur noch ein paar Stunden Zeit.

Wir sollten einfach nicht so viel Gewicht auf unser Alter legen, sondern eher darauf, wie wir uns fühlen.

Oh, bin gerade vom Sofa aufgestanden und plötzlich ganz anderer Meinung. Es hat geknackt … könnte aber auch das Sofa gewesen sein! In meinem Alter sollte man jede Position, in der man sich gerade befindet, ausnutzen. Weil ich nun gerade stehe, suche ich mir also eine »stehende Beschäftigung«. Am Herd, zum Beispiel!

Da haut man ein paar Schnitzel in die Pfanne, weil es mal wieder schnell gehen muss und was macht mein Mann? Er fragt mich, warum ich schon wieder einen neuen Zimmerspringbrunnen gekauft habe. »Nein Schatzi, es ist das Discounterfleisch, das mit seiner fast fünfzig Zentimeter hohen Wasserfontaine das Wohnklima verbessert.«

Nun kann es aber durchaus passieren, dass man sich das Billigfleisch gar nicht leisten kann. Der Mindestlohn wurde erhöht und mancher hat dadurch nicht mehr Geld, sondern einfach nur mehr Freizeit. Ich kann euch aber beruhigen. Dieser Zimmerspringbrunnen im Bratpfannendesign funktioniert auch mit Margarine, ganz ohne Fleisch.

Irgendwie hat das aber schon eine Logik. Wenn man weniger arbeitet, verbraucht man auch weniger Energie und muss nicht mehr soviel essen. Dann dürfte die Margarine doch völlig ausreichen. Zur Not kann man ja noch einen Butterkeks dazu essen. Der wird sich bestimmt noch in irgendeiner Keksdose finden lassen.

Apropos Butter … Es gibt unzählig viele Hautpflegeprodukte, Antiaging-und Faltencremes und dann gibt es noch Butter. Wer zarte Hände haben möchte, kann sie sich mit Butter einreiben, diese dann zehn Minuten einwirken lassen und anschließend mit lauwarmem Wasser abspülen. Man kann dieses Hautpflegeprodukt aber auch als Brotaufstrich verwenden. Das funktioniert bei den anderen Cremes leider nicht. Ich habe es mal probiert und es schmeckte total eklig … irgendwie nach Lavendel. Nur gut, dass der eine beruhigende Wirkung hat, sonst hätte ich mich bestimmt wieder aufgeregt.

Mir fällt aber noch ein, dass nur die Arbeitszeit verkürzt wurde und nicht die Arbeit. Vielleicht verbraucht man dann sogar noch mehr Energie, weil alles viel schneller gehen muss. Man darf aber auch wirklich nicht bis ganz zu Ende denken.

Ich sehe gerade, dass sich unser Wellensittich über die Schnitzelreste hermacht, weil mein Mann sie nicht weggeräumt hat. Dabei ist er es immer, der sagt, dass der Vogel Körner fressen soll. Aber wer will denn schon so einen Öko-Vogel im Haus haben. Er frisst jedenfalls alles, was wir auch essen und erfreut sich bester Gesundheit. Übrigens ist er schon 10 Jahre alt, das sieht man ihm aber nicht an. - glattes Federkleid und keine Falten - Obwohl, unter den Federn habe ich noch gar nicht nachgeguckt.

Man sollte sich aber auf das Thema »Alter« auch nicht zu sehr fokussieren, denn es gibt so viele schöne Dinge, über die man nachdenken kann. Ich denke zum Beispiel darüber nach, mit 63 Jahren in Rente zu gehen, mit Abschlägen versteht sich. Ihr wisst schon - Grundeinkommen!

Wenn ich auf dem Sofa liege, ist mein Rentenordner nicht weiter als eine Armlänge von mir entfernt. Es ist schließlich bald soweit. - Nur noch 1123 Tage! - Mich beschleicht sowieso das Gefühl, dass die Zeit immer schneller vergeht. Kaum genießt man den Samstag, dann ist plötzlich schon wieder Donnerstag. Wenn das so weitergeht, kommen wir aus dieser Wochenendstimmung gar nicht mehr raus. … Oh, meine Stimmung ist gerade gekippt! … Alle, die ab dem 01.April 2004 in Rente gegangen sind, dürfen sich erst zum Monatsende auf das Geld freuen. Vielleicht möchte man nur verhindern, dass sie die Kohle gleich in den ersten vier Wochen des Monats verpulvern. Ich bin sichtlich gerührt von unserem Fürsorgestaat und mir kullern fast die Tränen vor lauter Nestwärme. Einen Tag im Monat in Wohlstand zu leben, sollte doch wohl ausreichen!

Apropos Wohlstand … wir dürfen uns zur Rente mit 63 natürlich noch etwas hinzuverdienen. Vorausgesetzt, man fühlt sich geistig und körperlich noch dazu in der Lage und findet keine Pfandflaschen mehr. Aber auch hier gibt es natürlich finanzielle Beschränkungen, damit man nicht noch auf die Idee kommt, sich ein etwas größeres Portemonnaie zu kaufen.

Wem haben wir diese Beschränkungen überhaupt zu verdanken? ... Es sind unsere Politiker, die ungebremst und unbeschränkt in großen Unternehmen kleine Vorträge halten, weil sie sich einfach nicht mit ihren Diäten zufrieden geben wollen, die schon fett genug sind. … Stopp! Ich muss mal googeln. … So, ich habe das ganze Internet durchsucht aber leider nichts gefunden. Ich dachte wirklich, dass es eine Regel gibt, die besagt, dass man im zuletzt geschriebenen Satz das letzte Komma durch ein »und« ersetzen muss. - wirklich schade! -

Jedenfalls kennen sich die Politiker doch gar nicht mit Beschränkungen aus. Eine Frage habe ich aber noch. Von wem holen sich die Unternehmen eigentlich das Geld zurück, das sie für diese Vorträge bezahlt haben? Doch nicht etwa von uns, als Endkunden? Ich komme aber manchmal wirklich auf blöde Ideen.

Ich sehe vor meinem geistigen Auge schon die neuen Wahlplakate mit dem Slogan »Für mehr Zusammenhalt! Arbeitet für uns! Das machen wir auch!« Nein, mit mir nicht! Da würde ich lieber eine »Partei zum Schutz von Bandwürmern« wählen. … wenn es da nicht noch das »Bündnis Grundeinkommen« gäbe!

So, das musste mal gesagt werden, sonst nehme ich das noch mit ins Gras … ich meine, Grab.

3. Kapitel

Frühlingsgefühle