Modernes Pool - Ralph Eckert - E-Book

Modernes Pool E-Book

Ralph Eckert

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Beschreibung

Bereits in der fünften Auflage erschienen besticht dieses Buch durch seine umfassende Beschreibung des Poolbillardspiels. Ralph Eckert hat mit diesem Buch ein vollständiges Lern- und Trainingsprogramm für Poolbillard verfasst, das den Anfänger zum Fortgeschrittenen macht. Es schließt die Lücken des Wissen um die Feinheiten des Spiels. Seine Stoßerklärungen und Trainingseinheiten sind in über 260 Grafiken illustriert und verdeutlichen mit den Beschreibungen, dass Poolbillard mehr ist als die Beherrschung der Regeln. Über 45 Fotografien zeigen Spielmaterial und die körperlich korrekte Haltung. Durch seine Vollständigkeit ist es für Anfänger das richtige Werk zum Erlernen dieses Sportes. Fortgeschrittene können sich weiterbilden oder aber Fehler selbst erkennen, wenn der Punkt des nicht mehr Weiterkommens erreicht ist. Durch Trainingsanleitungen und Trainingsmethoden hilft der Autor den Spielern zum Selbsterlernen dieser faszinierenden Billardvariante. Der Autor, als einer der besten Spieler in Deutschland bekannt, hat dieses Wissen in über 10 Jahren gesammelt und durch seine Aufenthalte in der Pool-Hochburg Amerika ergänzt. Erstmalig gibt ein aktiver Spieler in Deutschland seine Tipps und Tricks durch ein vollständiges Buch weiter.

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Seitenzahl: 237

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Ralph Eckert

Modernes Pool

Techniken und Training

2



Fotos: Stefan Schmidt, Markus Ißle, Thomas Lindemann

Titelfoto: Denys Rudyi - fotolia

Grafiken: sofern nicht anders angegeben von Thomas Lindemann

© Litho-Verlag e.K., Wolfhagen 1995-2019

Alle Rechte vorbehalten

1. Auflage 1995

2. überarbeitete und ergänzte Auflage 1996

3. Auflage 2001

4. Auflage 2002 / Nachdruck 2003

/ Nachdruck 2006

/ Nachdruck 2014

/ Nachdruck 2019

Printed in Germany

ISBN Print: 978-3-9804706-0-5

ISBN Ebook PDF: 978-3-941484-59-7

ISBN Ebook epub: 978-3-941484-58-0

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Der Autor bedankt sich bei:

Billard-Bistro Pool-Position in Bensheim an der Bergstraße und Billard Bianco in Mannheim, in denen die vielen Aufnahmen zu diesem Buch entstanden sind, sowie besonders bei im folgenden genannten Personen für Rat-schläge, Unterstützung und Ideen:

Renate und Tobias Kim, Jimmy Reid, Grady Ma-thews, Dirk Emmerich für die Texterfassung, Stefan Schmidt und Markus Ißle für die Fotografien, Ute Maag für die Korrekturlesung, sowie Antonio Gahete, Mike und Francine Massey, Bob und Cathy Vanover, Dick Lane, Bernd Woitanowski, Pradit Vandeevatanakul, John Tho-mas, Chin Chance, Gary Urinowsky, Bob Ferrel, Tim Per-kins und Achim Sohnius.

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Inhalt

1 Materialhinweise........................9

1.1 Tisch...............................................9

1.1.1 A) Spielfläche / Spielbarkeit...............................9

1.1.2 B) Stabilität.......................................................11

1.1.3 C) Design..........................................................11

1.1.4 D) Preis.............................................................12

1.2 Queues..........................................12

1.3 Kugeln..........................................20

1.4 Tuch..............................................21

1.5 Kreide...........................................23

2 Regeln und Spielarten..............24

2.1 8-Ball............................................24

2.2 9-Ball............................................25

2.3 14.1 endlos....................................26

2.4 Rotation........................................28

2.5 One-Pocket...................................29

2.6 10-Ball..........................................29

3 Haltung.....................................30

3.1 Allgemein.....................................30

3.2 Stand.............................................31

3.3 Oberkörper und Kopf...................31

3.4 Arme.............................................32

3.5 Handbrücke...................................34

3.5.1 Handhabung der Queuehilfe.............................40

3.6 Konstanz.......................................41

4 Das Programm.........................42

4.1 Zielen............................................42

4.1.1 Übung:..............................................................43

4.2 Allgemeine Erklärung zum Be-einflussen der Weißen...................44

4.3 Erlangen des glatten, geradlinig durchgehenden Stoßes..................47

4.4 Standardbälle................................50

4.4.1 Die Standardbälle im einzelnen:.......................50

4.4.2 Exkurs: Spielschema (Ablauf Stoßvorbe-reitung)...........................................................51

4.5 Erstes Ausweichprogramm...........55

4.6 Erläuterung Effet..........................57

4.6.1 Effetverstärkung...............................................59

4.7 Erläuterung: Druckstoß................61

4.8 Erläuterung: Kiss- und Throw-Shot...............................................63

4.8.1 Kiss-Shot..........................................................63

4.8.2 Throw-Shot.......................................................65

4.9 Kleine Positionsübungen..............69

4.9.1 Erste Übung:.....................................................69

4.9.2 Zweite Übung:..................................................69

4.9.3 Dritte Übung:....................................................70

4.10 Zweites Ausweichprogramm........71

4.11 Standardpositionsbälle..................73

1. Standardpositionsball:...............................................73

2. Standardpositionsball:...............................................73

3. Standardpositionsball:...............................................74

4. Standardpositionsball:...............................................74

5. Standardpositionsball:...............................................75

6. Standardpositionsball:...............................................75

7. Standardpositionsball:...............................................76

8. Standardpositionsball:...............................................77

9. Standardpositionsball:...............................................77

10. Standardpositionsball:.............................................78

5



4.12 Drittes Ausweichprogramm..........79

1. Übung:.......................................................................79

2. Übung:.......................................................................79

3. Übung:.......................................................................80

4. Übung:.......................................................................80

5. Übung:.......................................................................81

Exkurs: 1. Geläufigkeitsübung “Ball-Shooting”...........81

4.13 Positionsübungen..........................83

4.13.1 Reihenübungen:................................................84

4.13.2 Bandenlageübungen:........................................85

4.14 Brain-Washing-Übung..................89

4.15 Viertes Ausweichprogramm.........90

4.16 Bank-Shot-Drills...........................93

4.16.1 Vorbanden Effet-System...................................95

4.17 Sondersession...............................98

4.17.1 Nachläuferbogen..............................................98

4.17.2 Nachläuferbogen im System............................99

4.17.3 Rückläuferbogen............................................101

4.17.4 Rückläuferbogen im System..........................101

4.17.5 Rückläuferbogen im Bandenspiel..................103

4.17.6 Nachläuferbogen im Bandenspiel..................104

4.17.7 Automatischer Effet........................................104

4.17.8 Bremsen der Weißen.......................................105

4.18 Theoretische Spielabläufe..........107

4.18.1 14.1 endlos......................................................107

Exkurs: 2. Geläufigkeitsübung, “Speed-Pool”............124

4.18.2 Theoretischer Spielablauf 9-Ball + 10-Ball Ergänzung....................................................124

4.18.3 Theoretischer Spielablauf 8-Ball....................140

4.18.4 One-Pocket.....................................................143

4.19 Bandenspiel/Diamantensysteme (ein, zwei und drei Vorbanden)...146

4.19.1 Allgemeine Voraussetzungen.........................146

4.19.2 Eine Vorbande, Grundsystem.........................146

4.19.3 Eine Vorbande, Spiegelsystem.......................147

4.19.4 Zwei Vorbanden, (kurze Bande, lange Bande)..........................................................149

4.19.5 Zwei Vorbanden, (lange Bande, kurze Bande)..........................................................152

4.19.6 Dreibandensystem..........................................153

4.20 Kritische Stöße (Critical Shots)..156

Anwendungen aus dem Karambolagebereich.............156

Double-Kiss-Shot........................................................158

Kopf- und Bogenstöße................................................159

Spezial-Mittellochbanker............................................162

Bandensprungbälle......................................................163

I. Bank-Jump-Shot......................................................163

II. Jump-Bank-Shots...................................................163

III. Bank-under-Jump-Shot:........................................163

IV. Jump-Bank-Shot die Bande entlang......................164

Dreiband-Wettstoß......................................................165

Hustler-Shot:...............................................................166

Peitschenrückläufer:....................................................167

Peitschennachläufer....................................................168

Jump-Shot-Session:.....................................................168

Backspin-Jump-Shot...................................................169

Follow-Jump-Shot.......................................................169

Jump-Shot Nachtrag....................................................170

Warp-Shot:..................................................................171

Positionsspiel aus der Bande heraus:..........................173

Bälle aus dem geschlossenen Dreieck beim 14.1e......175

Beeinflussen des Kiss-Shots.......................................176

Banden-Kiss-Shots anstelle von Kombinationen:......178

Press-Shots:.................................................................179

Exkurs: Schiedsrichter und Regeln in den USA und Europa...................................................179

Weitere Stöße..............................................................180

Rückläuferbogen im Bandensystem:..........................184

Resafe Situationen im Spiegelsystem:........................192

Rückläuferbogen, extrem:...........................................193

Jumpies 194

Nachläuferbogen, extrem:...........................................195

Gegeneffet, speziell:....................................................196

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7



Vorwort

Ich betrachte Pool-Billard als Unterhaltungsspiel sowie als Leistungssport. Die Kon-zeption des Buches möchte beiden Spielauffassungen gerecht werden. So liegt es am Le-ser, ob er dieses Buch durcharbeiten oder als Lektüre betrachten will.

Pool-Billard als Sport bedarf besonders in der Lernphase sehr viel Übung, wenn man ihn beherrschen will. Man entscheidet sich dabei aber auch für einen Sport, den man bis ins hohe Alter aktiv und erfolgreich betreiben kann.

Das vorliegende Lernprogramm ist ein aufeinander aufbauendes Programm der sich abwechselnden Erklärungs- und Trainingssessions. Den Trainingssessions liegt ein Leis-tungsprinzip zugrunde, d.h. man muss eine bestimmte Übung auch erfüllt haben, bevor man einen Schritt weitergehen kann. Dies hat den Sinn, dass, wenn ich z.B. auf die theo-retischen Spielabläufe der verschiedenen Spielregeln zu sprechen komme, sich diese Ab-läufe dann an Spielern orientieren, die sich eine entsprechende Spielstärke bis dahin auch angeeignet haben.

Die Anforderungen, die bei den Übungen gestellt werden, sind nicht immer einfach, aber wie sich in Trainingskursen, die ich schon seit Jahren durchführe, gezeigt hat, durch-aus erfüllbar. Manche Übungen fallen leicht, andere bedürfen eines gewissen Trainings-aufwandes.

An dieser Stelle soll erwähnt werden, dass sich dieses Programm als spielbegleiten-des Programm versteht. D.h. man muss nicht ständig nur versuchen, die Übungen durch-zuspielen. Es reicht vielmehr, dass man sich ein- oder zweimal die Woche eine Übung vornimmt und ansonsten den üblichen Spielfreuden nachgeht. Sollte eine Übung dennoch nach wiederholtem Anlauf nicht zu schaffen sein, so sind außerdem einige sogenannte Ausweichprogramme integriert, die den Schüler ein wenig ablenken und dennoch weiter aufbauen sollen.

Die im Programm reichlich und ausführlich vorhandenen Erklärungen sollen den Ein-zelnen auch in die Lage versetzen, sich selbst zu kontrollieren und dadurch zu verbessern. Denn wenn etwas nicht gelingt, muss man auch in der Lage sein, den eigenen Fehler zu erkennen, damit er sich nicht wiederholt.

Gehen Sie dieses Programm Schritt für Schritt durch, und wenn Sie glauben, schon alles zu wissen, wiederholen Sie es noch einmal. Wenn man etwas zum zweiten Mal durchgeht, findet man immer Dinge, die man beim ersten Mal nicht beachtet hatte. Dieses Lernprogramm ist schließlich nicht nur für Anfänger gedacht, sondern auch für erfahrene Spieler, die nicht weiterkommen, weil Fehler den Fortschritt behindern. Jeder, der dieses Programm durcharbeitet, kann ohne Zweifel ein guter Pool-Billard Spieler werden. Viel-leicht sehen wir uns ja irgendwann bei einem Turnier?

Ralph Eckert

Vorwort

8



Nicht das Beginnen wird belohnt, son-dern einzig und allein das Durchhalten

Katharina von Siena

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Tisch

Materialhinweise

Tisch

Zur Beurteilung eines Tisches sind vier wesentliche Kriterien zu beachten:

A) Spielfläche / Spielbarkeit

B) Stabilität

C) Design

D) Preis

A) Spielfläche / Spielbarkeit

Prioritäten

Dieser Punkt ist für den Spieler der Interessanteste. Denn die Spielbarkeit hat für den Spieler immer noch die höchste Priorität. D.h. in diesem Zusammenhang folgendes: Der Laie kann sich vorstellen, dass auch der nachlässigst zusammengebaute Tisch einigerma-ßen bespielbar sein muss. Es hängt nur von den Prioritäten ab, die der Einzelne an einen Tisch und dessen Spielbarkeit setzt. Die Ansprüche des Laien oder des Anfängers werden sich gewöhnlich auf die Ebenmäßigkeit der Spielfläche beschränken. Mit anderen Worten, der Tisch darf nicht ablaufen. Ein Spitzenspieler würde jedoch weit höhere Anforderun-gen an den Tisch stellen, auf dem er vielleicht ein sehr wichtiges Match zu spielen hat. An dieser Stelle wollen wir uns mit den höchsten Ansprüchen befassen.

Belag

Mehrere Dinge sind für den passionierten Pool-Spieler dabei maßgebend. Dies sind zum Ersten der Belag, d.h. das Tuch, mit dem der Tisch bespannt ist. Ist das Tuch schnell oder langsam, ist es alt oder gar frisch bezogen, greift die Kugel gut darauf oder rutscht sie mehr, fusselt es oder nicht, ist das Tuch sehr stramm gezogen worden oder locker, so dass man es fast anheben kann? Auf diese und andere Fragen werde ich noch näher eingehen, da unter der Rubrik Materialhinweise das Tuch gesondert behandelt wird.

Taschenöffnungen

Zum Zweiten interessiert sich der Spieler für die Löcher bzw. Taschen und deren Öffnungen. An dieser Stelle treten immer wieder Meinungsverschiedenheiten auf, nicht nur von Seiten der Spieler: Auch die Hersteller und verschiedene Billardorganisationen bzw. Verbände können sich nicht so recht auf eine einheitliche Taschenöffnung einigen. Das Problem ist, dass es verschiedene, mitunter auch konkurrierende Billardsportverbän-de gibt, die entsprechend unterschiedliche Auffassungen über die Taschenöffnungen an einem Pool-Billardtisch vertreten. Zum zweiten gibt es zahlreiche Hersteller von Pool-Bil-lardtischen, deren Taschenöffnungen in Ausmaßen, Winkeln und Toleranzen voneinander abweichen. Was die Spieler betrifft, so versteht es sich von selbst, dass diese die Taschen eines Tisches, auf dem sie gerade spielen, je nach Tagesform und Spiellaune entweder als zu eng oder als zu weit kommentieren.

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Materialhinweise

Es gibt zwar eine allseits bekannte und weitestgehend akzeptierte BCA-Norm (Bil-lard Congress of America), doch wird diese von Seiten der Hersteller nicht allzu genau genommen. Für Fragen zu diesem Thema bleiben aufgrund dieser Situation eigentlich nur folgende Verbände als Ansprechpartner:

BCA Billard Congress of America

PBTA Professional Billard Tour Association

WPA World Pool-Billard Association

PCA Professional Cue Sport Association

Banden

Was gibt es noch an der Spielfläche des Tisches zu beachten? Hier wären die Ban-den anzuführen. Dies ist ebenfalls ein sehr komplexes Thema, da es sehr viele verschie-dene Banden mit wiederum unterschiedlichen Eigenschaften gibt. Dieses Thema in allen Einzelheiten auszuführen dürfte hier den Rahmen sprengen. Im vorliegenden Werk steht außerdem der spielerische Aspekt im Vordergrund.

Man unterscheidet bei Banden zwischen Hard-, Medium- und Soft-Speed-Banden. D.h. man muss wissen, ob eine Bande nun hart oder weich ist. Spielerisch macht das ei-nen großen Unterschied, auch die Bandenhöhe spielt dabei eine wesentliche Rolle. Was die Auswirkungen auf das Pool-Billardspiel betrifft, muss ich auf ein späteres Kapitel ver-weisen, in dem wir uns mit Bank-Shots (Bandenstößen) und Vorbandenkicks beschäfti-gen werden. Den Abschnitt Banden möchte ich mit dem Hinweis abschließen, dass sich ein Spieler vor dem Spiel vergewissert, mit welcher Art Banden er es zu tun hat. Als gu-ter Spieler muss man in der Lage sein, sich auf die gegebenen Bandeneigenschaften ei-nes Tisches einzustellen, zumindest solange, bis diese tatsächlich vereinheitlicht werden.

Schieferplatten

Noch ein Wort zu den Schieferplatten, auf die das Tuch gespannt wird. Sie sind auch von spielerischem Interesse, besonders wenn es um Extremstöße wie z.B. den Kopfstoß geht. Schiefer kann sich etwas verziehen, da es ein temperaturempfindliches Material ist. Auch das kann ein Grund dafür sein, dass ein Tisch manchmal abläuft. Die Schieferplat-te für einen Pool-Tisch ist gewöhnlich dreiteilig. Einteilige Platten sind nicht nur unprak-tisch, sie verziehen sich auch leichter und werden fast ausschließlich für die kleineren Au-tomatentische verwendet. Meist weisen die Schieferplatten im Pool eine Stärke von 20-25 mm auf. 30 mm wären wünschenswert, sind aber selten anzutreffen. (Vgl. Karambolage u. Snooker, Plattenstärke hier gewöhnlich 50 mm).

Spielfläche

Noch sind wir mit der Spielfläche nicht fertig. Sie sollte auch korrekt eingezeichnet sein, d.h. Fußpunkt, Mittelpunkt, Kopflinie, Dreieck und Fußlinie sollten markiert sein (vgl. dazu Abb. 1).

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Tisch

B) Stabilität

Nachdem wir nun einige Anhaltspunkte zu den spielerischen Anforderungen eines Tisches gesammelt haben, kommen wir nun zu Punkt B) unserer vier Kriterien: die Sta-bilität: Wovon hängt diese ab und was bringt sie uns? Wenn der Unterbau eines Tisches vorwiegend aus Pressspan besteht, kann man sich vorstellen, dass dieser Tisch bei täg-lichem Gebrauch nicht allzu lange stehen wird. Daher ist die Standfestigkeit natürlich ein Kriterium, das für den Käufer eines oder mehrerer Tische von großer Bedeutung ist. Wenn ein billiger Tisch nach z.B. vier Jahren ersetzt werden muss, war er eigentlich zu teuer. Meistens sind es die teueren Tische, die auch eine höhere Stabilität aufweisen, d.h. meistens einen Unterbau aus Massivholz besitzen und damit eine extrem hohe Lebenser-wartung haben. Vom traditionellen Weg abweichend gibt es inzwischen auch Tische mit einem kompletten Metallunterbau, die damit theoretisch ewig halten.

Für den Spieler ist dies zwar von geringerem Interesse, aber ich finde, es sollte den-noch erwähnt werden. Das Buch wendet sich zwar in erster Linie an die Spieler, aber ich möchte auch Billardfans, die ihren Lieblingssport Zuhause spielen möchten, und Personen, die nur indirekt mit dem Spiel in Berührung kommen (z.B. Billardcafeinhaber, Funktio-näre etc.) einige hoffentlich interessante Informationen geben. Schließlich sind es gerade diese Leute, die entscheiden, welches Material dem Spieler in ihren Räumlichkeiten zur Verfügung steht.

C) Design

Punkt C) unserer Kriterien ist für das Spiel völlig ohne Bedeutung, aber genauso wie beim Essen das Auge mitisst, spielt es auch beim Spiel mit. Das Design eines Tisches ist natürlich absolute Geschmacksache und darüber lässt sich ja bekanntlich streiten. Ein po-tentieller Tischkäufer wird sich einen Tisch möglichst passend zu seiner sonstigen Ein-richtung aussuchen. Das Angebot reicht hier von rustikal bis modern, von schlicht bis pompös. Die verschiedenen Tischhersteller bieten meist zum gleichen Modell verschie-dene Designvariationen an.

G

M

F

E

D

A

B

C

L

J

K

I

H

Abb. 1: Tisch mit korrekten Markierungen und Bezeichnungen

A Tasche Kopf Links

B Tasche Mitte Links

C Tasche Fuß links

D Tasche Kopf rechts

E Tasche Mitte rechts

F Tasche Fuß rechts

G Kopflinie

H Kopfpunkt

I Mittelpunkt

J Fußpunkt

K Dreieck

L Fußlinie

M Kopffeld

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Materialhinweise

D) Preis

Der vierte Punkt sei hier zur Vollständigkeit erwähnt, denn in der Tischbeurteilung an sich spielt er schließlich keine unerhebliche Rolle. Gute Turniertische, die auch dem täglichen Gastronomiebetrieb ausgesetzt werden können, kosten gewöhnlich zwischen 2.500,- und 5.000,- Euro. Tische für Zuhause, sog. Heimtische, haben im Preis einen weit-aus größeren Spielraum.

Queues

Für einen Pool-Billardanfänger beginnen die Schwierigkeiten bereits beim Queuekauf: Es gab und gibt viele unkundige Interessenten, die sich ganz aus Versehen anstatt eines Pool-Queues ein Karambolage- oder Snooker-Queue gekauft haben. Dabei muss es sich nicht einmal um ein schlechtes Queue handeln - wenn man damit das Spiel spielt, für das das Queue gedacht ist: eben Karambolage oder Snooker. Für Pool-Billard sind diese Queues eher ungeeignet. Es wäre in etwa so, als würde man mit einem Squash-Racket Ten-nis spielen oder umgekehrt. Für einen Fortgeschrittenen oder auch Spitzenspieler stellen sich beim Kauf eines Queues natürlich ganz andere Fragen, z.B. welche Stoßeigenschaf-ten es haben sollte. Doch fangen wir vorne an.

Ein Pool-Billard-Queue ist gewöhnlich zweiteilig, ca. 148 cm lang und sein Gewicht liegt zwischen 17-22 Unzen (oz.), wobei 17 und 22 oz. bereits als Extreme anzusehen sind. Da die Erfahrung gezeigt hat, dass Spieler in ihrer Pool-Billard-Karriere beim Kauf eines neuen Queues mit dem Gewicht, wenn überhaupt, nach oben gehen, sollte man als Anfänger darauf achten, dass man sich zu Beginn kein allzu schweres Queue kauft. Ein gutes Pool-Queue verfügt außerdem über eine 13 mm Spitze. Es gibt auch 12,5- und 13,5 mm Spitzen, diese sind aber eher selten anzutreffen.

Hier eine kleine Auflistung, was einige Teilnehmer der amerikanischen Profi-Tour an Queues benutzen.

Spieler Gewicht Länge Spitze Leder Gewicht Länge Spitze

Name Spielqueue Spielqueue ø Breakqueue Breakqueue ø

Unzen Inch mm Härte Unzen Inch mm

Belinda Bearden 18,3 58 12 3/4 Hard 18,6 58 13

Robin Bell 19 1/4 58 12 1/2 Med.-Hard — — —

Nikki Benish 19 56 12 Hard 19 1/2 58 12

Peg Ledmann 18 58 13 Hard — — —

Mary Guarino 19 1,2 58 12 1/2 Hard 19 1/2 58 12 1/2

Loree Jon Jones 19 58 12 7/8 Hard 19 58 12 7/8

Jeanette Lee 19 1/2 58 12 3/4 Hard 19 1/2 58 12 3/4

JoAnn Msn-Parker 18 56 12 Hard 19 56 12

Ewa Mataya 19 58 12 3/4 Medium 22 58 13

Dawn Meurin 19 1/2 58 1/2 13 Hard 20 58 13 1/4

Kelly Oyama 19 58 13 Hard 19 58 13

Vicki Paski 19 1/2 58 13 Medium 19 1/2 58 13

Laura Smith 18 3/4 57 13 Hard 19 57 13

Tammie Wesley 19 1/4 57 13 Hard 19 57 13

Vivian Villarreal 19 58 13 Hard — — —

13

Queues

Foto 1: Pool-Billard-Queue mit zwei Oberteilen

14

Materialhinweise

Treffen und Versenken einer Kugel ist schwieriger, dem Positionsspiel - also dem Beein-flussen der Weißen - sind, bedingt durch die geringen Lochtoleranzen, Grenzen gesetzt. Man wird z.B. einen guten Snookerspieler selten mit Effet spielen sehen, denn das kann man sich bei diesen engen Löchern einfach nicht erlauben. Das Versenken der Kugel wäre dadurch gefährdet.

Im Pool hingegen, bei dem die Löcher etwas geräumiger und die Tische etwas kleiner sind, ist das Treffen und Versenken einer Kugel das geringere Problem. Im Pool kommt es mehr auf die Kontrolle der Weißen an. Dies wird dem Spieler spätestens im Rotations-Pool-Billard (9-Ball, 10-Ball, Rotation) voll bewusst. Noch einmal: Das Positionsspiel, sowie das Versenken von Kugeln, ist bei beiden Spielarten von grundlegender Bedeutung, aber im Snooker ist die erste Kunst das Versenken eines Balles, dann erst das Positions-spiel. Im Pool-Billard ist die erste Kunst die Kontrolle der Weißen und dann erst das Ver-senken einer Kugel.

Daher gilt: Beide Dinge, Positionsspiel und das Versenken von Bällen, sind in bei-den Spielen, Snooker und Pool, Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Spielen im Sin-ne der Spielregel.

Einfach ausgedrückt könnte man es etwa so formulieren:

Snooker: genauestes Zielen, weniger Stoßtechnik möglich

Pool-Billard: genaues Zielen, mehr Stoßtechnik möglich.

Im Pool-Billard z.B. kann man der weißen Kugel allein dadurch einen anderen Ver-lauf geben, indem man die zu treffende Kugel in die rechte oder linke Hälfte des Loches spielt. Im Snooker entfällt diese Alternative.

Da sich im Snooker das Positionsspiel gewöhnlich auf Rückläufer, Nachläufer, Stopp-bälle und die Druckstoßtechnik beschränkt, bedarf es hier eines eher steifen Queues, das mit offener Brücke geführt wird, zum besseren Zielen, was im Snookerspiel die eigentliche Kunst darstellt. Im Pool-Billard jedoch benötigt man ein eher flexibles Queue, das hier mit geschlossener Brücke geführt wird. Denn außer den oben genannten Positionsbällen wird der Pool-Billardspieler u.a. auch noch mit Effet-, Kiss-, Throw-, Warp-, Kopf-, Jump- und Bogenstößen konfrontiert.

Wenn man ein Pool-Queue wie vorher beschrieben in Schwingung setzt, wird man feststellen, dass die Spitze vorne stark ausschwingt, ca. 30 cm da-hinter das Schwingzentrum liegt und dahinter wiederum die Schwingungen weitergeführt werden. Wenn man nun mit diesem Queue die Weiße mit rech-tem oder linkem Effet anspielt und dabei das Queue gut durchgeführt wird, kann man sich vorstellen, wie das Queue im Stoßverlauf etwas in der Richtung des

Foto 2: Verschraubung des Unter- mit dem Oberteil

15

Queues

Effets nachgibt. Dadurch wird der Kontakt des Queues mit der Weißen verlängert, und dadurch wiederum kann auf die Weiße mehr Wirkung übertragen werden. Genau diese Wirkung braucht man im Pool-Billard und genau deshalb muss ein Pool-Queue auch die-se Eigenschaften besitzen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist nicht das Ziel, ein möglichst flexibles Queue zu finden, das wäre falsch. Es gibt auch zu flexible oder weiche Queues, je nach dem, wie es der Spieler gewohnt ist. Entsprechend seinen spielerischen Fähigkeiten muss er es auswählen. Als Grundregel gilt, dass ein Spieler, für den die Erzeugung von (Effet-) Wirkung, gleich welcher Art (Nachläufer, Rückläufer etc.), an sich noch ein Problem dar-stellt, eher ein weiches Queue wählen sollte. Er wird damit früher und einfacher den ge-wünschten Erfolg erzielen. Dies begründet sich darin, dass, wenn man mit einem flexible-ren Queue die Weiße außerhalb ihres Zentrums anspielt, das Queue entsprechend nachgibt und dadurch den Kontakt mit der Wei-ßen verlängert. Je länger der Kontakt des Queues mit der Weißen ist, desto mehr Wirkung kann übertragen werden. Diese Kontaktlänge ist natürlich hauptsächlich eine Frage des Stoßes, bzw. wie weit man das Queue im Stoß durchführt. Da der Anfänger mit diesem geradlinigen, wei-chen, beherrschten, glatten und durch-gehenden Stoß bekanntermaßen noch Schwierigkeiten hat, erklärt es sich von selbst, dass er es sich mit einem weichen Queue am einfachsten machen kann. Ein Spieler, für den die Erzeugung von Wir-kung an der Weißen kein Problem mehr darstellt, sollte entsprechend ein eher hartes Queue bevorzugen. Denn für ei-nen solchen Spieler geht es eher darum, die erzeugte Wirkung an der Weißen besser zu kontrollieren, einen Rückläu-fer z.B. nicht zu weit oder zu kurz lau-fen zu lassen.

Darüber hinaus gibt es zum Queue noch einiges zu sagen, z.B. über die Holzarten, die bei der Herstellung verarbeitet werden. Im Oberteil wird fast ausschließlich kanadi-sches Ahornholz verwendet. Im Unterteil gibt es dagegen etwas mehr Variationsmög-lichkeiten. Ahorn, Esche, Schlangenholz, Vogelaugenahorn, mexikanisches Bocoteholz, Gabun-Ebenholz und Cocobolaholz, um nur einige zu nennen, werden für das Unterteil verwendet. Eventuelle Einlegearbeiten werden meist mit Ebenholz gefertigt. Außerdem werden Perlmutt, Silber, Gold, Edelsteine und bis vor kurzem auch noch Elfenbein dafür verwendet. Diese Dinge machen ein Queue nicht unbedingt besser, aber durch den erhöh-

Foto 3: Mittelteil mit Einlegearbeiten

Foto 4: Butt-Teil mit Einlegearbeiten

16

Materialhinweise

ten Arbeitsaufwand und den Wert der eingelegten Teile selbst erhöht sich natürlich der Preis bzw. Wert des Queues. Es wird dadurch seltener, teuer und exklusiver.

Denn die Queuefertigung ist nicht nur Industrie, sie ist auch eine Kunst: Es gibt heut-zutage viele Queuehersteller. Man findet sie in der Massenherstellung und in der Einzel-fertigung von Meisterhand. Bis auf wenige Ausnahmen sind fast alle bedeutenden Queue-hersteller von heute in den USA aktiv.

Während in früheren Zeiten (An-fang / Mitte dieses Jahrhunderts) die Queues eher schlicht gehalten wurden, schrecken die Hersteller heutzutage selbst vor komplizierten und sehr auf-wendigen Einlegearbeiten nicht mehr zurück, nicht zuletzt durch neue com-putergesteuerte Fertigungsmöglichkei-ten. Dies hat in den letzten Jahren zu einer immensen Preissteigerung auf dem Queuemarkt geführt (auch bedingt durch eine stark gestiegene Nachfra-ge), obwohl durch diese modernen Fer-tigungsmöglichkeiten und den dadurch bedingten geringeren Arbeitsaufwand die Queuepreise eigentlich hätten fallen müssen. Queuehersteller, die auf die-se Fertigungsweise umgestiegen sind und höhere Stückzahlen bei geringerem Zeitaufwand produzieren, und andere Hersteller, die mit dieser Fertigung be-gonnen haben, orientieren sich bei Ihrer Preisgestaltung jedoch weniger an ihrem Aufwand als vielmehr an Queues hand-gefertigter Art mit vergleichbarem De-sign. Beim Kauf sollte man daher dar-auf achten, ob ein Queue handgefertigt wurde oder nicht. Ersteres würde einen höheren Preis durchaus rechtfertigen. Ein Queue, das mit modernen Mitteln maschinell hergestellt wurde, muss deswegen spielerisch nicht schlechter sein, man sollte es aber bei vergleichbarem Design etwas preiswerter erstehen können.

Was macht nun aber die Kunst in der Queueherstellung aus? Sind es die feingearbei-teten, detaillierten Einlegearbeiten oder sind es die Spieleigenschaften, die ein Queue aus-zeichnen? Es gibt Queuehersteller, die darauf bedacht sind, ein möglichst schönes Queue herzustellen, die Spieleigenschaften ergeben sich bei diesen Herstellern eher zufällig. Das bedeutet, dass die Spieleigenschaften von Queues ein- und derselben Marke durchaus ver-

Foto 5: Queuespitze mit Leder und Ferrule in optimalem Zustand

Foto 6: Zwei schlechte Beispiele mit überstehendem und abgespieltem Leder

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Queues

schieden ausfallen können. Das eine Queue ist flexibler als das andere, es spielt sich wei-cher oder härter, oder es ist im Gewicht vorder- oder eher hinterlastig etc.

Die Queues können noch so schön und exakt gearbeitet sein, ein Spieler wird es schwer haben, ein für ihn geeignetes Queue herauszufinden. Tatsächlich zeichnet sich ein Meister-Cuemaker dadurch aus, dass er in der Lage ist, bei seinen Queues bestimm-te Spieleigenschaften hervorzubringen, von denen der Cuemaker überzeugt ist, dass ein Queue eben diese Eigenschaften besitzen muss, damit man mit ihm hervorragendes Pool spielen kann. Nun müssen diese Queues noch nicht gut aussehen (wobei natürlich auch schlichte Queues gut aussehen können), doch gibt es auch einige wenige Queuehersteller, die beides miteinander vereinen können. Markennamen zu nennen wurde hier absichtlich vermieden, die Ausführungen zu den Charakteristika eines Queues sollen jedoch zur Er-weiterung und Verbesserung der Auswahlkriterien beitragen.

Doch noch sind einige Punkte, die das Queue betreffen, offen, z.B. die Spitze, das Leder, das sich auf der sogenannten Ferrule befindet. Die Ferrule besteht gewöhnlich aus Kunststoff der verschiedensten Arten. Früher verwendete man Elfenbein, davon ist man allerdings in den letzten Jahren immer mehr abgekommen. Das Spielverhalten des Queues wird dadurch kaum beeinflusst. Mit dem Leder allerdings lässt sich das Spielverhalten des Queues beträchtlich verändern. Grund-sätzlich gilt, dass für ein gutes Queue nur ein Klebeleder in Betracht kommt, d. h. das Leder wird auf die Ferrule ge-klebt. Man verwendet dazu am besten einen Zweikomponentenkleber. Das alte Leder wird zuerst entfernt, dann wird die Ferrule und das neue Leder fettfrei und plan geschliffen. Für die Ferrule gibt es dazu eine spezielle Vorrichtung. Dann wird der Klebstoff aufgetragen, das Le-der mittig ausgerichtet und unter Druck, ebenfalls mit einer speziellen Vorrich-tung, einige Stunden trocknen gelassen. Queues, die mit einem Schraub- oder Aufsteckleder ausgestattet sind, sind für sportliches Pool-Billard nicht emp-fehlenswert.

Doch wie wirkt sich das Leder spielerisch aus? Es gibt Queueleder der verschiedensten Marken mit entspre-chend unterschiedlichen Eigenschaften. Der Billardspieler unterscheidet meist zwischen hartem, weichem oder Me-diumleder. Dies ist aber allenfalls eine

Foto 7: Lederaufrauer

Foto 7: Schleifschiene

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Materialhinweise

Richtlinie, denn auch wenn eine Marke verwendet wird, deren Leder gewöhn-lich weich ausfallen, kann man dennoch ein Leder bekommen, das sehr hart ist und umgekehrt. Spielerisch kann man also ein Queue, das vom Schaft her eher unflexibel ist und sich daher hart spielt, mit einem weichen Leder etwas ausglei-chen und umgekehrt.

Um lange Freude an den leider sehr teuren Queues zu haben, sollte man sie sorgfältig pflegen. Diese Pflege be-schränkt sich gewöhnlich