Sportliches Pool Billard I - Ralph Eckert - E-Book

Sportliches Pool Billard I E-Book

Ralph Eckert

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Beschreibung

Pool Billard gehört zu den schwierigsten Hand - Augen -Koordinationssportarten der Welt! Ein Spiel das auf dem ganzen Globus, schon seit Jahrhunderten gespielt wird. Kaum eine Tätigkeit kann einem eine solche Freude über die eigenen Fähigkeiten bis ins hohe Alter bereiten wie die, mit einem Holzstab bunte Plastikkugeln in Löcher zu stoßen! Dieses Buch soll Ihnen als verlässlicher Wegweiser dienen, Pool Billard auf sportlichem Wege zu erlernen. Mit „Sportliches Pool Billard“ zeigt der Autor Ralph Eckert, selbst seit Jahrzehnten im Poolsport international aktiv und internationaler Trainer, einen Weg auf, so effektiv wie nur möglich den Pool Billardsport zu erlernen. Von den Grundlagen zum Spielen und darüber hinaus auf sportlicher Basis zu dem PAT-System, mit Spaß am Spiel zu kommen ist das Ziel des Buches. Mit PAT, dem Playing Ability Test, einem vom Autor selbst entwickelten und weltweit eingesetztem Spielvermögenstest, wird dann die Hinführung zur sportlichen Grundlage geschaffen. Ergänzt werden die Trainingseinheiten in diesem Buch durch Kommentare von Bundestrainer Dipl.-Ing. (FH) Andreas Huber, Jahrgang 1969, einem weiteren Experten des Pool-Billards, Mitentwickler des PAT-Systems und Gründer der Billard-Akademie Dachau. Seine Hinweise zur Spielpraxis vermitteln zusätzlich ein immenses Erfahrungsrepertoire, welches er sich in langjährigem Einsatz als Spieler und Trainer erworben hat.

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Seitenzahl: 153

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Sportliches Pool Billard I

Technik und Training nach dem PAT System Teil 1

von

Ralph Eckert

© Litho-Verlag e.K., Wolfhagen

www.litho-verlag.de

Alle Rechte vorbehalten

Umschlaggestaltung: Thomas Wirtz

1. Auflage 2006

2. Korrigierte Auflage 2014

Printed in Germany

ISBN Print: 978-3-981040-08-1

ISBN Ebook: 978-3-941484-69-6 (PDF)

ISBN Ebook: 978-3-941484-39-9 (epub)

3

Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Vorwort............................................................................5

1. Vor dem ersten Stoß.............................................8

1.1 Zur Haltung und über „Überlernmengen“..................8

1.2 Der Stand................................................................10

1.3 Oberkörper und Kopf..............................................12

1.4 Die Queueführung..................................................13

1.5 Handbrücke............................................................16

1.6 Die Hilfsbrücke........................................................20

2. Trainingsprogramm(nach PAT 1 mit offizieller Empfehlung des Weltverbandes!)................................................22

2.1 Speed.....................................................................28

2.2 Die Stoßgeradlinigkeit.............................................43

2.3 Die Stoßwirksamkeit, Nachläufer............................61

2.4 Der Rückläufer........................................................69

2.5 Das Positionsspiel im kleinen Bereich....................78

2.6 Positionsspiel im großen Bereich...........................94

2.7 Press Bande Situationen......................................104

2.8 Endlos drill............................................................114

2.9 Zyklik (als Grundlage zum persönlichen Spielrhyth-mus)......................................................................122

2.10 Freistil Situation..................................................135

3. Regeln und Spielarten......................................142

3.1 8-Ball.....................................................................143

3.2 9-Ball.....................................................................147

3.3 14.1 endlos...........................................................150

4

Inhalt

4. Das Material......................................................153

4.1 Der Tisch...............................................................153

4.2 Queues.................................................................156

4.3 Die Kugeln............................................................161

5. Trainingsspiele.................................................165

5.1 Equal Offense.......................................................165

5.2 Bowlliard...............................................................168

5.3 Progressive X-Ball................................................173

5

Vorwort

Vorwort

So kann eine 8 Ball Partie perfekt aussehen:

Angefangen mit einem Rückläufer von der 1 auf die 4, dann natürlicher Lauf von der 4 auf die 2, dann wieder einen Rückläufer auf die press an der Bande liegende 2er Kugel, um Position auf die 7 zu bekommen. Von dort dann einen Nachläufer mit etwas linkem Effet, von da dann ein kleiner Druckstoßrückläufer mit etwas rechtem Effet auf die 3 mit Position zur 5, dann auf diese 5 ein Druckstoss knapp oberhalb der Mitte angesetzt, dann mit einem natürlichen Lauf auf die 6 und über zwei Banden mit etwas rechtem Effet und ungefähr Speed 2,5. Damit bekommen wir perfekte Position auf die 8! Dann nur noch einen Stoppball zum Sieg!

Was nutzt jetzt einem Anfänger diese Information? Umsetzen wird er es trotz all dieser Hinweise doch noch nicht können, oder? Langes, sehr langes, mitunter jahrelanges Spielen wird notwendig sein, um solche Spielzüge umsetzen zu können und diese dabei noch möglichst einfach aussehen zu lassen.

Mit dem vorliegenden Programm möchte ich Ihnen einen Weg zeigen so effektiv wie nur möglich an solche Fähigkeiten hin-

6

Vorwort

7

Vorwort

klasse! Kommen Sie mit und...

„Wenn sie auf eine Schwierigkeit stoßen,

machen sie Halt und widmen sich ihr.“

*Lao Tse, ca. 400 v. Chr.

Aus dem 63. Spruch seines Buches “Tao Te King”.

Ralph Eckert,

Mannheim, den 22. Februar 2006

8

Vor dem ersten Stoß

Vor dem ersten Stoß

Zur Haltung und über „Überlernmengen“

Beachtet in diesem Zusammenhang auch unbedingt die Tipps zum „Einhändigen Spielen“und zur „persönlichen Nullstellung“unter Punkt 2.2 Stoßgeradlinigkeit!! Das sind eigentlich die wesentlichen Grundsatzübungen, die jedoch an der entsprechend relevanten Position (eben Stoßgerad-linigkeit!) behandelt werden, während hier nur die anderen „Eckpunkte“ einer korrekten Haltung wiedergegeben werden!

Wenn Ihr wirkliche Einsteiger seid, dann versucht einfach mal die noch folgenden Tipps zur Haltung und Queueführung für Euch umzusetzen. Falls das nicht gleich klappen sollte, wendet Euch an Euren Vereinstrainer, der Euch sicherlich gern behilflich sein wird.

Wenn Ihr schon eine Weile am spielen seid, dann checkt Eure Haltung einfach mal ab. Macht eine Selbstbeobachtung vor dem Spiegel oder vielleicht auch mit Hilfe einer Kamera! Was macht Ihr „richtig“ und was weicht von einer Schulmäßigen Haltung bei Euch ab? Wenn alles passt ist ja alles OK, aber was ist wenn Ihr vielleicht schon seit Jahren einen kleinen Fehler mit Euch herumschleppt, der eventuell den weiteren Fortschritt hindert? Zwei Möglichkeiten! Entweder Ihr bleibt dabei und mittels dem noch folgenden Übungsprogramm, könnt Ihr Euch wenigstens Leistungsmäßig stabilisieren! Oder Ihr habt etwas Zeit übrig, um einen eingeschliffenen Fehler wieder auszuschleifen? Dazu werden in Sportarten die einen hohen Anspruch an Präzision und Geschicklichkeit haben (dies ist im Pool Billard mindestens der Fall!) 10.000 bis 15.000 Wiederholungen angegeben! Je nach Alter und wie lange man schon mit so einem kleinen Fehler spielt!

9

1. Kapitel

Doch auch wer erst anfängt, darf sich auf die entsprechenden „Überlernmengen“ gefasst machen! Mit „Überlernmengen“ bezeichnet man im Sport, die Wiederholungsmengen eines Ablaufs, die ein jeder Sportler machen muss, bevor eine Be-wegung wirklich „sitzt“ bzw. Automatisiert ist!

Und da Ihr ja schon wisst wie hoch hier der Anspruch in Sachen Präzision und Geschicklichkeit ist, so dürfen auch für junge Einsteiger doch mindestens 5.000 Wiederholungen anzusetzen sein!

Beschäftigt Euch intensiv mit diesem Thema, kommt dann zu einer für Euch passenden Lösung und ganz wichtig; Lasst dann von diesem Thema ab! Lasst dann nicht mehr an Euch herummäkeln! Das wird Euch Sicherheit geben! Nur wenn Ihr euch nicht wirklich damit auseinandergesetzt habt, seid Ihr empfänglich für irgendwelche Bemerkungen, die Eure Queueführung oder Stand in Frage stellen, was letztlich zu Unsicherheiten führen wird.

Doch X-tausend Wiederholungen von was, bzw. welcher Be-wegung denn? Kommt noch! Erst mal darüber wie es denn Schulmäßig sein sollte.

Wenn nun im folgenden einige Fotos zu den verschiedenen Aspekten der Haltung aufgeführt werden, sind diese praktisch als eine Art Ausgangsmaterial zu betrachten, wobei im Text natürlich im einzelnen auf wichtige Details hingewiesen wird. Details deren Beachtung durchaus wichtig ist und die auch von jedem in seinem individuellen Stil durchgeführt werden können.

10

Vor dem ersten Stoß

Der Stand

Abb. 1.2-F001

Abb. 1.2-F002

11

1. Kapitel

Hierbei solltet Ihr folgendes beachten: Die Beinesollten leicht versetzt gestellt werden, um die größtmögliche Stabilität zu erreichen. Sind die Beine in einer Linie nebeneinander gestellt, neigt Ihr dazu, nach vorn oder nach hinten zu schwanken. Sind die Beine in einer Linie hintereinander angeordnet, schwankt Ihr leicht nach rechts oder links. Aus diesen Gründen steht Ihr am besten gemäß Abbildung leicht versetzt. Weiterhin gilt, dass Ihr mit dem hinteren Bein (Standbein), durchgestreckt steht und nicht in die Knie geht. Beachtet Ihr dies nicht, neigt Ihr dazu, das Bein zu bewegen. Doch außer des Spielarmes sollte sich möglichst nichts bewegen. Man könnte auch sagen, dadurch würde eine Unbekannte mehr in die Gleichung gebracht und damit die Fehleranfälligkeit erhöht. Und solche kleinen Fehler machen sich fast nur in Stresssituationen bemerkbar. Für das vordere Bein gilt: Je nach Bequemlichkeit könnt Ihr es anwinkeln oder eben durchstrecken, das hängt auch von Eurer individuellen Statur ab.

Dipl. Ing. und Bundestrainer Andreas Huber:

Einer der häufigsten Fehler bei von mir trainierten Sportlern ge-hört sicher zum Thema Stand - die Lastverteilung. Gerade seit den vielen Snooker-Übertragungen im Fernsehen und den (völlig richtigen) Anmerkungen der Trainer, das hintere Bein am Besten durchzustrecken hat sich eine sehr einseitige Lastverteilung auf eben dieses Bein eingeschlichen. Gerade hier liegt allerdings eine sehr große (und oft völlig übersehene) Fehlerquelle: Snookerspieler achten sehr darauf, auf ihrem vorderen Standfuß ausreichend Last zu haben (erzeugt durch eine Drehung des vorderen Knies nach innen). Wandert der Schwerpunkt des Standes zu weit nach hinten, „fällt“ der Spieler beim Durchgehen auf seinen Stoß und gibt so ungewollt Effet. Das leichte Anspannen der Oberschenkelmusku-latur oder einfach der Versuch, den Boden unter dem vorderen Fuß deutlich zu spüren genügt völlig, um diese Fehlerquelle zu eliminieren.

12

Vor dem ersten Stoß

Oberkörper und Kopf

Abb. 1.3-F003

Abb. 1.3-F004

Mit dem Oberkörperund dem Kopfbeugt Ihr Euch über das Queue, während selbiges möglichst waagerecht gehalten wird (ganz waagerecht ist selten möglich und auch nicht zwingend). Euer Kopf befindet sich direkt darüber, d.h. das Queue bewegt sich vertikal gesehen direkt unter Eurem Kinn und Nase bzw. zwischen den Augen. Beachtet dabei, dass Ihr nicht zu tief (etwa eine Handbreite, bzw. vier Finger Abstand) über das Queue gebeugt seid, also das Kinn den Queue fast berührt. Denn dann habt Ihr meist (je nach Körperstatur) nicht genügend Platz, das Queue mit dem Spielarm korrekt durch-zuführen. Solange dafür genügend Raum ist, könnt Ihr auch entsprechend tief über dem Queue sein. Mit zunehmendem Alter bückt Ihr Euch ohnehin nicht mehr allzu tief.

13

1. Kapitel

Dipl. Ing. und Bundestrainer Andreas Huber:

Wie Ralph schon erwähnt hat, sollte sich der Spieler beim Suchen „seines“ Standes und seiner Körperhaltung auf sein eigenes Kör-pergefühl verlassen - das gilt speziell für die Anordnung des Queues unter dem Kopf: fast jeder Mensch hat ein sog. „liniendominantes“ Auge. Das Queue wird sich demnach auch eher auf der Seite dieses Auges befinden, wenn der Spieler einen geraden Stoß später auch als gerade erkennen können will.

Später wird auch Ralph noch einmal genauer auf dieses Thema eingehen, da es sich hierbei - neben der Lastverteilung beim Stand - wohl um den zweiten „kleinen Fehler mit enormer Konsequenz“ handelt. Vielen Top-Spielern konnte in der Vergangenheit nur durch Korrektur dieser „Kleinigkeiten“ enorm geholfen werden.

Die Queueführung

Beim Führungsarm(vorderer Arm) ist darauf zu achten, dass dieser von Euch bis auf wenige Ausnahmesituationen (z.B. Break) fastdurchgestreckt wird. Winkelt Ihr ihn zu stark an oder legt den Unterarm sogar auf dem Tisch auf, lauft Ihr Ge-fahr, beim Stoß mit dem ganzen Körper nach vorne zu gehen. In diesem Falle würde der angewinkelte Arm wie eine Feder wirken und wäre damit die Ursache für weitere Fehlerquellen. Die Handbrücke in der wir unser Queue führen behandeln wir noch separat an anderer Stelle. Beim Stoßarm(hinterer Arm) stehen mehrere Punkte zur Beachtung an;

• Für den Queuegriffgilt, das Queue ganz zu umfassen, lediglich der Mittel-, Ring- und kleine Finger geben beim Rückschwung etwas nach, bleiben aber am Queue und unterstützen dessen Führung und Gefühl! Würdet ihr das nicht tun, müsstet Ihr beim Schwingen den Oberarm stark

14

Vor dem ersten Stoß

mitbewegen und dies würde wiederum einen geradlinigen Verlauf des Queues gänzlich verhindern. Das der Oberarm sich ein wenig mitbewegen muss ist nicht zu vermeiden, wenn das Queue wirklich geradlinig geführt werden soll, dies soll aber nicht mehr als nötig sein.

• Das Handgelenkbewegt sich dabei möglichst gar nicht.

• Der Ausgangspunkt für den Unterarmist wie bereits erwähnt möglichst senkrecht und dessen Handgriffam Queue liegt in etwa auf Höhe des Standbeins.

• Der Oberarmsollte in der Ausgangsstellung mit dem Un-terarm in etwa einen rechten Winkel bilden.

• Beim Stoßselbst wird der Oberarm fast automatisch nach-gezogen. Das ist auch gut so, denn andernfalls müssten sie ja Muskeln anspannen, um den Stoß aufzuhalten! Und einen verspannten Stoß können wir hier mal überhaupt nicht gebrauchen.

• Der Ellenbogenbefindet sich vertikal gesehen über dem Queue.

Je nach Körperbeschaffenheit ist es für Euch bestimmt nicht ganz einfach, all diese Punkte zu erfüllen. Scheut Euch also nicht den Rat von jemandem, der in diesen Dingen Erfahrung hat (ausgebildete Vereinstrainer (C-Trainer)) anzunehmen. Was soll sonst ein Landestrainer oder gar Bundestrainer denken, wenn Ihr tatsächlich mal in einen Landes- oder Bun-deskader kommt.

15

1. Kapitel

Abb. 1.4-F005

Abb. 1.4-F006

Abb. 1.4-F006

16

Vor dem ersten Stoß

Handbrücke

Bei aller Freude am Detail: Was die Handbrückebetrifft, will ich mir zunächst einfach mal mit wenigen Worten und mit ein paar Fotos behelfen.

Tief angesetzt.

Der Mittelfinger wird dabei etwas nach unten – also auf den Tisch gepresst.

Mitte angesetzt.

Der Standard, bei dem die Mittel-, Ring- und der kleine Finger gut gespreizt sein sollten, weil dies die Stabilität (Un-verrückbar) erhöht. Die Handbrücke wird damit stabiler.

Oben angesetzt.

Die Finger ziehen sich nun mehr zu-sammen, damit die Brücke die nötige Höhe bekommt.

17

1. Kapitel

In meinen Trainings begleite ich diese Prozedur beschreibend etwa mit folgenden Worten:

• Brücke zunächst offen führen,

• dann den Daumen an das „obere“ (dem Handballen am nächsten) Gelenk des Mittelfingers führen.

• Der Zeigefinger muss dabei nach oben ausweichen.

• Dann suche ich mit meinem Queue eine Mulde in dieser Daumen – Mittelfinger – Führung.

• Der Zeigefinger bleibt dabei weiter oben!

* Bei der Muldenfindung hilft es gewöhnlich das Handgelenk ein wenig einzuwinkeln.

• Ist die Mulde gefunden, soll das Queue wie vor einem Stoß - durch die noch offene Brücke - geschwungen werden.

• Dann erst – während dem Schwingen des Queues – wird der Zeigefinger langsam über das Queue an den Daumen geführt.

• Der Zeigefinger darf dabei die Führung des Queues in keinster Weise behindern!

• Der Zeigefinger soll sicher auf dem Daumen platziert wer-den, ohne (!) dass er dabei den Queue beim Schwingen behindert!

Er verhindert damit nur das Ausbrechen des Queues während dem eigentlichen Stoß, nicht schon beim Anschwingen!

Dipl. Ing. und Bundestrainer Andreas Huber:

Zwei kleine Anmerkungen:

1. Das Eindrehen des Handgelenkes (s.o.) dient auch dazu, die Bewegung des Queues in der Führung der Finger nicht zu be-hindern - oft „ziehen“ Spieler mit gestrecktem Handgelenk ihren Stoß „krumm“

2. Die Bockhand ist das dritte Standbein eines Pool-Spielers und muss daher auch genügend Last tragen - eine unbelastete Füh-

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Vor dem ersten Stoß

rungshand führt ebenfalls oft zu unruhigen Stößen und erschwert einen sauberen Stoß „in den Ball“. Das Queue bewegt sich sogar oft „in Richtung Lampe“ (wo es sicher nicht hingehört…)

Viele möchten am Anfang allerdings den Queue lieber mit einer offenen Brückeführen. Ich kann das ja verstehen aber für Pool-Billard ist die geschlossene Brückenun mal die zweckmäßigste, ganz im Gegensatz zum Snooker, wo fast ausschließlich mit einer offenen Brücke gespielt wird.

Da man im Pool-Billard eine erhöhte Stoßtechnik benötigt und nicht soviel Schwierigkeiten mit dem Treffen hat wie im Snoo-ker, versteht es sich von selbst, dass Ihr im Pool-Billard eine Queuebrücke braucht, die das Queue sicher führt, besonders wenn Ihr mal etwas weiter durchgehen müsst oder Ihr im Stoß den gegebenen Effet noch etwas verstärken wollt.

Bei der offenen Brücke neigt Ihr übrigens dazu, das Queue im Stoß hochzuziehen, was nicht gerade wünschenswert und für manchen Abrutscher verantwortlich ist. Ich will damit sagen, dass Ihr mit einer geschlossenen Brücke nicht nur mehr Wir-kung an der Spielkugel erzielen könnt, sondern diese auch besser kontrollieren könnt. Je früher Ihr Euch daran gewöhnt desto besser.

Falls Ihr euch immer noch sträubt, machen wir eben eine Abmachung! Ihr macht einen ehrlichen Versuch und ich akzep-tiere eure Entscheidung nach diesem Versuch! Ein ehrlicher Versuch dauert allerdings mindestens zwei Wochen! So lange spielt ihr - auch wenn es noch so unangenehm ist - jeden Ball mit geschlossener Brücke!

Die Ausrede die ich öfter höre, das doch so viele von den Spitzenspielern auch gelegentlich mit offener Brücke spielen, entgegne ich mit der Tatsache, dass diese ja dennoch über Jahre hinweg mit eine geschlossenen Brücke gespielt haben

19

1. Kapitel

und dadurch das Queue eben dennoch so lange wie nötig geradlinig verläuft! Ihr kommt also kaum drum herum.

Falls das Queue nicht bequem durch Eure Finger gleiten sollte, dann versucht es mal mit etwas Talkum! Kein Körper- oder Babypuder! Das ist nämlich zu feinkörnig und parfümiert. Da-mit wird Euer Queue auf Dauer nur schmutziger! Mein Tipp: Talkum aus der Apotheke! Sehr günstig!

Dipl. Ing. und Bundestrainer Andreas Huber:

Der Spieler sollte wählen dürfen - zwischen der geschlossenen Brücke, der geschlossenen Brücke und alternativ natürlich der geschlossenen Brücke…

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Vor dem ersten Stoß

Die Hilfsbrücke

Die Queuehilfe, auch Oma oder Brücke genannt, gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Sie kommt zum Einsatz, wenn Ihr mit der Spielkugel eine Position erreicht habt, die bei normaler Körperhaltung nicht mehr zu erreichen ist.

Beim Umgang mit der Queuehilfe ist zu beachten, dass immer noch mit beiden Augen gezielt wird. Das Queue ist also wieder mittig, diesmal vor und nicht unter dem Kopf, auszurichten. Das Queue wird freizügig zwischen Daumen und Fingern geführt. Es ist besonders darauf zu achten, dass der Führungsunter-arm waagrecht ausgerichtet wird wobei die Queuehilfe selbst fest auf dem Tisch gehalten wird und zwar so, dass Ihr sie im Bedarfsfall auch rechtzeitig wieder wegziehen könnt. Die Fotos geben an dieser Stelle den nötigen Aufschluss über die korrekte Handhabung.

Standardqueuehilfe für Fälle, in denen die Spielkugel so weit weg liegt, dass man sich schon auf den Tisch legen müsste, um diese sauber anspielen zu können. Die Uralt-Regel, dass man einen Fuß auf dem Boden behalten muss ist immer noch - zu Recht - gültig!

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1. Kapitel

Standardqueuehilfe hochkant geführt, um über eine im Weg liegende Objektkugel hinweg zu kommen.

Eine Kreuzhilfsbrücke wird hier über eine hochgestellte Standardqueuehilfe geführt. So kann man auch über größere Hindernisse hinweg-kommen.

Wichtig ist, dass ihr dabei die beiden Queueenden der Hilfs-brücken noch fest in der Hand halten könnt.

Dipl. Ing. und Bundestrainer Andreas Huber:

Das Spiel mit der Oma muss in so gut wie allen Spielklassen dringend trainiert werden - einfach immer mal wieder eine Stunde lang nur mit dem Hilfsqueue spielen

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Trainingsprogramm

Trainingsprogramm(nach PAT 1 mit offizieller Empfehlung des Weltverbandes!)

Dieses kleine Programm mit Test wurde