Sportliches Pool Billard II - Ralph Eckert - E-Book

Sportliches Pool Billard II E-Book

Ralph Eckert

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Beschreibung

Das PAT-System (Playing Ability Test) ein einheitliches, vom Weltverband WPA (World Pool-Billard Association) und dem Europaverband EPBF anerkanntes und standardisiertes Auswertungs- und Trainingssystem für Pool Billard. Durch regelmäßige Leistungskontrollen wird das spielereigene PAT-Level überprüft und mit Punkten und Leistungsabzeichen honoriert. Ergänzt werden die Trainingseinheiten in diesem Buch durch Kommentare von Bundestrainer Dipl.-Ing. (FH) Andreas Huber, Jahrgang 1969, einem weiteren Experten des Pool-Billards, Mitentwickler des PAT-Systems und Gründer der Billard-Akademie Dachau. Bisher noch nie in einer Fachveröffentlichung geschildert zeigt der Autor völlig Neues wie Positionsfelddifferenzierungen, Übungen hierzu und Positionssysteme. Besonderen Wert legte der Autor auf den Übergang von trockenen, theoretischen Übungen zu praktischen Anwendungen im Spiel im Bereich der Treff-, Positions- oder Safe Situationen.

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Seitenzahl: 197

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Sportliches Pool Billard II

Technik und Training nach dem PAT System Teil 2

von

Ralph Eckert

2

Inhalt

© Litho-Verlag e.K., Wolfhagen

www.litho-verlag.de

Alle Rechte vorbehalten

Druck: Druckerei Chroma, Römerberg

Umschlaggestaltung: Thomas Wirtz

1. Auflage print 2008

1. Auflage ebook 2014

Printed in Germany

ISBN print: 978-3-9811713-2-7

ISBN ebook: 978-3-941484-70-2 (PDF)

ISBN ebook: 978-3-946128-01-4 (epub)

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Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Vorwort..............................................................5

1. Über das PAT-System...................................9

Tests, WPA-Embleme, Weltrangliste, Motivation

2. Das Trainingsprogramm............................19

2.1. Die Stoßgeschwindigkeit................................19

Alternative Übungen, Trainingssystematik, Anwendungsbeispiele

2.2. Die Stoßgeradlinigkeit....................................34

Ratschläge, alternative Übungen, Praktische Spielsituationen

2.3. Stoßwirksamkeit: Nachläufer.........................50

Fehlerquellen, „Nachlauf – Differenzierung, Anwendungsbeispiele

2.4. Die Stoßwirksamkeit; Rückläufer...................64

Replacements, Follow-Slides, Backslides, Differenzierungszyklus „Kim“

2.5 Das Positionsspiel im kleinen Bereich............97

Positionsfelddifferenzierung, Übungen & Safe Anwendungen

2.6 Das Positionsspiel im großen Bereich...........118

Schillder-Drill, Replacement-, Follow-Slide, Back-Slide, Tangenten, Reimerings Positionssystem

2.7. Press Bande Situationen.............................139

Alternative Übungen, „Crass Cross“ Level 1-3

4

Inhalt

2.8. Endlos drill...................................................154

Schiller-Drill 3, Safes im großen Bereich, Treffsicherheitszyklus

2.9. Zyklik und Rhythmus durch Standardpositionsbälle.............................167

Maximaleffet, Rhytmusfindung, Metronom Training, Alternatives

2.10. Spielsituation..............................................187

Übungssplitting, 8-Ball Alternatuven, Distance Drill, Die 3 Phasen des Einspielens!

3. Trainingsspiele.........................................199

3.1. Penalty play 14.1e.......................................199

Das Spiel, die Möglichkeiten

3.2. Straight 8-Ball..............................................203

Regeln & Zählweise, Zusatz: 3 Schwierigkeitsstufen

3.3. Break Stats Game 9-Ball.............................206

Regeln & Dokumentation, Analyse, 9-Ball Breaks

4. Eine kleine Historie des Billardspiels.....219

von 1100 n.Chr bis Heute, Billardsäle, Blüte, Abgang, Neubeginn, legendäre Spieler vor 1950

5

Vorwort

Vorwort

Zwei mir unerklärliche Fragen haben mich bewogen, ein Vor-wort für dieses schöne Buch zu schreiben.

Die erste Frage ist, warum die meisten Gelegenheitsspieler, die ich beim Billardspielen sehe, im Achtball eine Regel haben, bei der die 8 in das gegenüberliegende Loch zu senken ist, in welches die letzte Kugel der eigenen Farbe versenkt wurde.

Ich denke mal, diese Regel kommt aus einer Zeit, als ich für 5 Mark 3 Partien spielen durfte und so den Genuss des Spiels verlängern wollte. Warum sich ungeübte Spieler bei Tischpreisen, die sich nach Zeit richten, weiter an diese Regel halten, ist für mich eines der wahrhaft ungelösten Geheimnisse unseres Sports – und soviel sei hier schon verraten, auch ein Meister wie Ralph Eckert wird dieses Geheimnis in diesem Buch nicht aufdecken – es wird nicht einmal erwähnt, außer hier, im Vorwort.

Die zweite Frage ist, warum gesunde, normale Menschen es sich antun, in einer Sportart wie Billard über das Maß und Niveau eines Freizeitspielers hinauszugehen.

Billard ist die nach Fußball am häufigsten genannte Sportart die Menschen schon mal praktiziert haben. Beinah ein jeder hat schon einmal einen Queue in der Hand gehalten und eine Kugel in ein Loch gespielt oder auf eine andere Kugel gedro-schen, in der Hoffnung, dass diese dann ins Loch fällt.

Das macht Spaß, selbst auf einem Niveau der Kreis- und Be-zirksliga zu spielen bedeutet für die meisten einen gewissen Erfolg – für relativ geringe Trainingsleistung. Aber danach?? Ab Verbands- oder Regionalliga bis hin in die zweite Bundes-liga, da ist doch weit mehr Trainingsleistung gefordert, da hat Billard keinen Freizeitcharakter mehr, fordert unendlich viel Zeit und bringt dennoch kein Einkommen, um den eigenen

6

Vorwort

Lebensunterhalt sicherzustellen.

Und für eine Zielgruppe, die so verrückte Sachen macht, soll ich ein Vorwort schreiben?

Ja, das mache ich, ich schreibe Vorwörter wie ihr Billard spielt, zu gut für einen Amateur, lausig aus der Sicht eines Profis, mies oder gar nicht bezahlt und den Saft, den ich beim Schreiben trinke, nicht mal den bekomme ich spendiert.

Ich schreibe also für eine Zielgruppe, die mehr will als Durch-schnitt, die eine Leidenschaft besitzt für Billard, die bereit ist, viel Zeit in diese Sache zu investieren, die voran kommen will. Ich habe dieses Buch gelesen, habe ich es verstanden? Ich weiß es nicht, denn unterschiedliche Betrachtungswinkel bieten sich hier. Ralph Eckert schreibt über Stoßwirksamkeit, Präzision, Perfektion. Euch ist klar, dass in einer Ablage eine Differenz von einigen Zentimetern entscheidend sein kann. Dass ein flüssiger Stoß, der in korrekter anatomischer Haltung abläuft, Voraussetzung ist, so viel Wirksamkeit zu erzeugen, um die in diesem Buch geforderten Leistungen zu bringen.

Ein Weltklassespieler wird dieses Buch nicht lesen, warum auch, es birgt für ihn ja nichts Neues. Ein Anfänger sollte dieses Buch nicht lesen, er könnte auch ein technisches Handbuch der Klingonen lesen, es bietet genau so viel Analogie zu sei-nem Spiel wie dieses Buch, nämlich gar keine.

Ihr, die Ihr mit Liebe für diesen Sport gesegnet seid, die Lust einer ausgeschossenen Partie kennt, den Genuss eines Turniers zwischen Seeligkeit und Verzweiflung, die so gern besser werden möchten, um des besser sein Willens, Ihr seid richtig in diesem Buch, denn es gibt Euch einen Leitfaden und eine Vorstellung.

Seit vielen Jahren berate ich Menschen, die in unterschied-lichen Bereichen ihres Lebens erfolgreicher sein wollen, sei

7

Vorwort

es im privaten Umfeld, in der inneren Zufriedenheit oder im Beruf. Ich habe viele erfolgreiche Menschen kennengelernt, und sie besitzen Gemeinsamkeiten.

Sie haben eine klare innere Vorstellung davon, wo sie hinwol-len, und sie haushalten mit Zeit und Energie, sie verzetteln sich nicht. Sie bezahlen für jeden Fortschritt einen Preis, und sie zahlen gern, denn sie entwickeln sich, und sie wollen das.

In meinen Augen habt Ihr mit dem Kauf dieses Buches eine gute Entscheidung getroffen, denn dieses Buch ist jeden Cent wert. Ob Euch dieses Buch auch nur einen Schritt weiterbringt, das liegt in Euren Händen. Es ist zum Glück so klein dass es fast überall mitgenommen werden kann, man kann Passagen und einzelne Kapitel, immer wenn mal Zeit ist, wieder und wieder lesen, so lange bis man ein Bild hat und beginnt dies umzusetzen.

Ich muss nicht jede Übung, die hier vorgestellt wird, nachspie-len, aber sogar das ist erlaubt. Wenn Ihr aus einer gewissen „Entfernung“ auf dieses Buch schaut, dann spricht es über Rhythmus, Genauigkeit, Beharrlichkeit und 10 Bereiche, in denen ich mein eigenes Spiel messen kann, herausfinden kann, wo in diesen Bereichen meine Stärken und Schwächen liegen, und ich bekomme Wege aufgezeichnet, mich in den Bereichen zu verbessern.

Also habe ich ein Entwicklungsbuch mit einem Meßsystem, mache meine Übungen, schreibe diese auf, berechne den Durchschnitt und habe die klare Erkenntnis wo ich stehe, von wo ich komme und vielleicht dann auch ein klares Bild wo ich lande.

Dieses Buch vermittelt vielleicht Erkenntnisse, aber im We-sentlichen vermittelt es klare Handlungsanleitungen, befolgt Ihr diese, begleitet durch Euren Trainer oder Trainingspartner,

8

Vorwort

dann sind Weiterentwicklungen die unvermeidliche Folge – die-ses Buch ist der freundliche Begleiter, der euch als durstiges Pferd zur Tränke führt, saufen müsst ihr schon selbst.

Dirk Schwiewager (PAT Company CEO)

Grävenwiesbach, den 11. April 2007

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1. Kapitel

1. Über das PAT-System

Zum Billardsport

Billard gilt als eine der technisch anspruchvollsten Sportarten überhaupt – man spricht sogar von der anspruchvollsten Hand-Augen-Koordinationssportart der Welt!

Bisher war es allerdings nicht möglich, die eigene technische Leistungsfähigkeit zu dokumentieren und mit der anderer Spieler zu vergleichen. Diese Möglichkeit wird nun durch das PAT-System geschaffen.

PAT – was ist das?

Playing Ability Test steht für Spiel-Vermögens-Test – bleibt die Frage: „Was kann man sich darunter vorstellen?“

Um den eigentlichen Sinn dieser Tests besser verstehen zu können, wenden wir uns einmal dem Kampfsport zu: Hier ist es seit ewigen Zeiten ganz normal, die technischen Fähig-keiten eines Sportlers anhand spezieller Tests zu bewerten (Gürtelprüfungen). Jeder Sportler trägt also seine eigene „Güteklasse“ gut sichtbar als Farbe des jeweiligen Gürtels auf seiner Kleidung. Das PAT-System funktioniert ähnlich bis genauso und berechtigt ebenfalls zum Tragen eines farblich unterschiedenen Abzeichens.

Die PAT-Tests

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Tests in unterschiedli-chen Schwierigkeiten – vom Freizeitspieler bis hin zum Profi im Spitzensport. Der PAT-TEST selbst besteht aus 10 einzelnen Übungen oder Übungsgruppen, mit denen ausgewählte Fer-

10

Vor dem ersten Stoß

tigkeiten des Pool-Billards bewertet und dokumentiert werden. Darunter finden sich unter anderem Inhalte wie Stoßqualität, Treffsicherheit oder das Positionsspiel.

Als Ergebnis liefert jede Übung einen Zahlenwert, der dem erreichten Ergebnis in Prozent entspricht (0 bis über 100 Punkte). Die Übungen enthalten „Überhang“ – man muss also nicht jeden Test komplett bewältigen, um 100% zu erreichen. Im Gegenzug gibt es Ergebnisse mit mehr als 100 Punkten und am Ende damit auch mehr als 1000 Punkte für den ge-samten Test.

Die Leistungsembleme

Leistungsabzeichen haben Vorbildfunktion und sind moti-vierend – wie man im Kampfsport oder auch im Schulsport schon lange weiss. Daher hat der (durch das IOC anerkannte) Weltverband WPA (World Pool-Billiard Association) offizielle Leistungsembleme für dieses System erstellt.

Spielt jemand PAT Start, PAT 1 oder PAT 2 gilt:

• Ein Ergebnis unter 500 Punkten (also nur zu 50% der Anforderung erfüllt) als Rückstufung. D.h. derjenige sollte sich eher mit dem nächst tieferen PAT befassen, da unter 50%ige Resultate eher frustrierend wirken und daher kontraproduktiv wären. Ausgenommen natürlich bei PAT Start. Ein Resultat von weniger als 500 Punkten bei PAT Start sollte unter Anleitung leicht zu verbessern sein!

• Ein Ergebnis ab 600 Punkten als erste, dritte und fünfte Erfolgsstufe wird mit entsprechenden WPA-Farbemblemen honoriert.

• Ein Ergebnis ab 800 Punkten (also über 80% der Anforde-

11

1. Kapitel

rung erfüllt!) als zweite, vierte und sechste Erfolgsstufe wird ebenfalls mit WPA-Farbemblemen honoriert. Außerdem gilt der Test quasi als „Bestanden“. D.h. es wird empfohlen, einen PAT höher zu spielen!

• Ein Ergebnis ab 1000 Punkten (also über 100% der Anfor-derung erfüllt!) gilt als „Ausgezeichnet“ und wird neben dem WPA-Emblem – das es ja schon ab 800 Punkten gibt – noch zusätzlich mit einer Urkunde anerkannt. Diese Urkunde trägt neben der Unterschrift des PAT Trainers auch die Unterschrift vom Präsidenten des Weltverbandes! Bei einem solchen Er-gebnis hat man definitiv nichts mehr in diesem PAT verloren und muss einen PAT höher spielen.

Spielt jemand PAT 3 gilt:

• Ein Ergebnis von unter 400 Punkten als Rückstufung (in PAT 3 kann man die „Frustgrenze“ etwas tiefer ansetzen – Spieler dieser Qualität müssen das aushalten!).

• Ein Ergebnis ab 550 Punkten als siebte Erfolgsstufe wird mit dem schwarzen WPA-Emblem honoriert! Da kann man schon mal das ein oder andere Profiturnier mitspielen, ohne dass man Angst vor einer Blamage haben müsste. In Deutsch-land ist das schon etwa 2. Bundesliga.

• Ein Ergebnis ab 700 Punkten als achte Erfolgsstufe wird mit dem roten WPA-Emblem honoriert! Da kann man technisch gesehen mal eine der vorderen Platzierungen bei Profitur-nieren erreichen. In Deutschland ist man spätestens dann bundesligareif!

• Ein Ergebnis ab 850 Punkten als neunte Erfolgsstufe wird mit dem goldenen WPA-Emblem honoriert! Spätestens hier hat man technisch gesehen das Spielvermögen um Profiturniere

12

Vor dem ersten Stoß

gewinnen zu können. Da tummelt sich die Prominenz der Pool Billard Welt!

• Ein Ergebnis ab 1000 Punkten als zehnte und höchste Erfolgsstufe wird mit dem rosa WPA-Emblem + Urkunde honoriert! Die Farbe der Kirschblüte (also rosa) galt bei den alten Samurai als Sinnbild für Vollkommenheit – Nun wissen Sie, warum die Farbe Rosa als höchste ausgewählt wurde. Nach heutigem Stand der Dinge hat noch niemand diesen Wert erreicht! Irgendwann wird es aber wohl jemand schaffen.

Nochmals im Überblick:

(2.0 –WPA Emblem) Die Flächen mit der Schrift (Sport & WPA) tragen dann die jeweilige Farbe.

PAT Start: Weiß (600 Punkte) und Schwarz-Weiß (800 Punkte) Freizeit – Bereich

PAT 1: Hellgrün (600 Pkt.) und Dunkelgrün (800 Pkt.) Sport – Bereich

PAT 2: Hellblau (600 Pkt.) und Dunkelblau (800 Pkt.)

PAT 3: Schwarz (550), Rot (700), Gold (850) und Rosa (ab 1000)! Spitzen- & Profisport

13

1. Kapitel

Die PAT Weltrangliste

Die Tests können bei einem lizensierten Trainer offiziell ab-gelegt werden. Das Ergebnis des Tests wird dann – falls der Teilnehmer das möchte – auf der Webseite der PAT-Company in der offiziellen weltweiten Rangliste veröffentlicht. Diese Rangliste dient als weitere Motivation und natürlich auch als Auswertungs- und Kontrollinstanz.

Die weltweite Einheitlichkeit der Tests hat in Verbindung mit den selektiven Auswahlkriterien dieser Rangliste (Damen, Her-ren, Jugend, Kontinent, Nation) nationale und internationale Vergleiche erst möglich gemacht.

Ein weltweites Netz von abnahmeberechtigten PAT Instrukto-ren ist die Basis dafür – Machen Sie mit!

Das Warum – die PAT Motivation

Die motivierende Wirkung eines Abzeichens wurde ja bereits erwähnt und neben dem technischen Feedback eines jeden PAT – d.h. es wird immer eine wertvolle Auswertung in Form von Stärken und Schwächen dem Sportler zur weiteren Trai-ningsplanung mitgegeben – liegt der tiefere Grund, den Test abzulegen allerdings in der Frage „Wie gut bin ich wirklich?“.

Gerade in technischen Sportarten ist das Streben nach Per-fektion eine der primären Triebfedern: im wahrsten Sinne ist dort jeder Spieler ein Amateur (aus dem Lateinischen „Amator“ – „ein Liebender“ oder „amare“ – „lieben“). Man liebt also seine selbst gewählte Kunst, in der man versucht, sich immer weiter zu perfektionieren!

Das heißt, die Motivation den PAT abzulegen, kann nie äu-ßerer Natur sein (Preisgelder), sondern wird immer innerlich

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Vor dem ersten Stoß

ausgerichtet sein. Man tut es, weil man gerne Billard spielt und darin weiterkommen will, um sich selbst immer mehr darin zu vervollkommnen und sich dabei mit anderen zu messen!

Jeder Sportpsychologe wird übrigens bestätigen, dass inner-lich motivierte Sportler weitaus bessere Leistungen bringen als nur äußerlich motivierte!

Um gleich den – vor allem in Deutschland – aufkommenden Vorwürfen zu begegnen, dass dies ein voll kommerziell be-triebenes System sei, darf ich noch erwähnen, dass die World Pool-Billiard Association dabei mit partizipiert und diese Gewin-ne zweckgebunden zur weltweiten Förderung der Jugendarbeit des Pool Billard Sports verwendet werden.

Jeder Sportler, der in offiziellen Wettkämpfen sein WPA-Leistungsabzeichen trägt, zeigt damit also nicht nur sein technisches Spielvermögen, sondern vor allem auch sei-ne persönliche Unterstützung des Weltverbandes und damit des gesamten Pool Billard Sportes Weltweit!

Werden auch Sie Teil der weltweiten WPA / PAT-Community!

Ergänzend

Einen nicht zur eigenen Zufriedenheit abgeschlossenen PAT kann und soll man natürlich auch wiederholen (PAT Start & 1 nach 3 Monaten, PAT 2 & 3 nach jeweils 6 Monaten). In den auf www.pat-billiard.com verwalteten Ranglisten bleibt jeder registrierte Teilnehmer mit seinem besten Wert dargestellt d.h. wenn sich jemand in einem PAT verschlechtert, bleibt sein alter Wert bestehen! Auch wenn der eigene Leistungszenit überschritten ist, wird für immer dokumentiert bleiben, wie „gut“

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1. Kapitel

jemand einmal war - man braucht es dann nicht immer erzählen und bleibt so mit Sicherheit auch ein wenig glaubwürdiger...

Das PAT System zielt natürlich im Wesentlichen auf die Jugend ab - wer einmal eine Kampfsportart betrieben hat, weiß, wie motivierend es für Jugendliche ist, sich Leistungsstufe um Leistungsstufe nach oben arbeiten zu können.

In regionalen und nationalen Kadern wird daher bereits mit PAT gearbeitet. Mittlerweile gibt es da auch schon Nachfragen von Spielern, die nicht in einem Kader sind sondern einfach nur trainieren wollen und den Vergleich mit anderen Billard-sportlern suchen...

Damit nicht überall neue und unterschiedliche Leistungsbe-wertungssysteme entstehen - die dann natürlich wieder kaum vergleichbar wären - war es notwendig, ein solches System auf möglichst hoher Verbandsebene im Billardsport genehmigen oder so schützen zu lassen. Das ist mit der offiziellen Aner-kennung von PAT durch die World Pool-Billiard Association (WPA) gelungen!

Mehr Informationen über PAT, finden sie unter:

www.pat-billiard.com

16

Vor dem ersten Stoß

PAT 2 in diesem Buch

Die ersten 4 Teilbereiche von PAT 2 befassen sich mit der Stoßqualität. Wir unterscheiden also zunächst zwischen Stoßgeschwindigkeit (Tempogefühl), Stoßgeradlinigkeit und Stoßwirksamkeit (stärkere Rotationserzeugungen wie Nach- und Rückläufer).

Die darauf folgenden 6 Teilbereiche befassen sich quasi mit den spielerischen Aspekten des Pool Billards. Unterteilt in Positionsspiel im kleinen und großen Bereich, bei Press Bande liegenden Situationen, bei Fortsetzungssituationen, im Bereich des zyklischen Ablaufs mit Treffsicherheit und schließlich im praktischen Anwendungsbereich.

Diese 10 Teilbereiche, mit denen sich dieses Buch nun nach und nach befasst, können Sie auch schon im Inhaltsverzeich-nis leicht identifizieren! Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß und persönlichen Erfolg auf Ihrem Weg durch dieses Training!

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1. Kapitel

18

Vor dem ersten Stoß

Sie können natürlich auch auf irgendeinem Blatt Ihre Resultate notieren, aber speziell dafür entwickelt wurden die offiziellen PAT Trainingshefte(von PAT Start bis PAT 3). Hefte, in denen Sie entsprechende Vordrucke für den Test, genaue Sollwerte, die Faktoren für genaue Prozentwerte, sowie Trainingsvor-drucke für ein strukturiertes Training jeder einzelnen Übung finden können. Darüber hinaus auch noch ein paar alternative Übungen und Vordrucke für passende Trainingsspiele.

Ergänzend sind auch die offiziellen PAT DVD’serhältlich, in denen jede einzelne Übung nicht nur vorgespielt wird (von dem mehrfachen Weltmeister Thorsten Hohmann), sondern auch ausführlich erklärt wird (von Bundestrainer Andreas Huber und Ralph Eckert), ebenso wie die erforderlichen Techniken in Einklang und zur Ergänzung zu diesem Buch!

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2. Kapitel

2. Das Trainingsprogramm

2.1. Die Stoßgeschwindigkeit

Dass Tempogefühl von entscheidender Bedeutung im Pool Billard ist, dürfte klar sein. Solange es nur um das Versenken von Bällen geht, ist noch zu vernachlässigen, ob diese mit hohem oder eher niedrigem Speed gespielt werden. Drin ist drin. Sobald wir aber mit dem Spielball (also der Weißen) noch eine bestimmte Position erreichen möchten, um auch auf den nächsten Ball eine aussichtsreiche Position zu bekommen und von dort wieder zum nächsten usw., wird zumindest nachvoll-ziehbar, weshalb die Stoßgeschwindigkeit spätestens dann von essentieller Bedeutung ist.

Noch größer wird die Bedeutung, wenn es darum geht, eine „Si-cherheit“ (einen sogenannten „Safe“) zu spielen. Da möchten wir schon ganz präzise die Spielkugel hinter einer bestimmten Objektkugel parken, damit unser Gegner keinen direkten Stoß auf seine Kugel durchführen kann.

Bundestrainer Andreas Huber:

Das Stellungsspiel und damit die Kontrolle über das Billardspiel besteht eigentlich nur aus dem Wissenum das Verhalten der Spiel-kugel - speziell nach dem Treffen der Objektkugel - und dem Gefühl für die passende Länge des Stoßes (=Stoßgeschwindigkeit).

Man könnte also sagen, dass es sich um 25% bis 50% der gesam-ten Spielkontrolle handelt.

Schon im ersten Band wurde die Grundlage gelegt und mit Speed 1, 2, 3 und 4 schon mal eine kleine Maßeinheit ge-schaffen. Wobei Speed 1 im Wesentlichen einer Tischlänge entspricht (d.h. die Spielkugel läuft vom einen zum anderen

20

Trainingsprogramm

Ende des Tisches), Speed 2 sind dann zwei Tischlängen usw. Tempogefühl also einerseits eine Grundlage aber anderer-seits auch im fortgeschrittenen Bereich immer noch weiter zu trainieren, um auch hier immer feiner Laufentfernungen der Spielkugel – und auch der Objektkugeln – differenzieren zu können.

Im PAT 2 ist die Speed-Übung zwar immer noch die Gleiche wie in PAT 1, aber der Sollwert liegt bei 4,0 also 100%. D.h. es ist eine der wenigen Übungen, die keinen „Überhang“ mehr haben, weil sie in diesem Schwierigkeitsgrad von fortgeschrit-tenen Spielern einfach komplett erfüllt werden muss. Beginnen wir also mit der offiziellen...

Pat 2 Speed-Übung:

Die gleiche Übung wie in PAT 1. Die 4 Objektkugeln, werden zeichnungsgemäß an der Kopflinie aufgesetzt. Jede ist in „ih-rem“ Diamantensegment verlegbar. Wesentlich ist nur, dass

2.1. t001

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2. Kapitel

Kugel 1 im angegebenen Speedfeld 1 zum Liegen kommt. Kugel 2 über eine oder auch zwei Banden im angegebenen Speedfeld 2 zum Liegen kommt. Kugel 3 über zwei oder auch drei Banden im angegebenen Speedfeld 3 zur Ruhe kommt. Dann respektive Kugel 4 über drei oder auch vier Banden im Speedfeld 4 liegen bleibt. Es spielt also keine Rolle, ob die Objektkugeln die „kurze“ Bande berühren oder nicht.

Darüber hinaus gilt:

• Die Objektkugeln dürfen sich gegenseitig nicht berühren!

• Die Objektkugeln dürfen nicht die (seitliche) lange Bande berühren.

• Sie dürfen auch nicht in eine Tasche fallen.

• Sollte Kugel 3 in das Diamantensegment von Kugel 4 laufen und dort zur Ruhe kommen, darf Kugel 3 in die Mitte ihres Diamantensegments geschoben werden, damit gewährleistet ist, dass der Spieler für Kugel 4 auch seine volle Toleranz ausnutzen kann.

Wieviele von den 4 Kugeln können im vorgesehenen Speed – Feld korrekt hineingespielt werden? Das Ganze soll dreimal ausgeführt werden. D.h. das perfekte Ergebnis wäre 4 – 4 – 4! Durchschnitt 4,0 also 100%! Jeder der sich unter 3 – 3 – 4 gespielt hat (bei Kaltstart – also ohne langes rumprobieren!), sollte sich nun unbedingt mit den noch folgenden Übungen befassen.

Um hier etwas spielrealistischer zu werden, sind diese Übun-gen später mit Objektkugeln auszuführen. Schließlich geht es beim Tempogefühl in der Praxis fast ausschließlich darum, nach der Karambolage (zwischen Spiel- und Objektkugel) die Kräfteaufteilung auf beide Kugeln richtig einzuschätzen.

Spiele ich mit Speed 3 auf eine Objektkugel und treffe sie halbvoll, wieviel Laufweg bleibt bei der Spielkugel übrig? Klar

22

Trainingsprogramm

lässt sich das physikalisch errechnen, aber so spielen wir ja nicht! Geschweige denn stehen wir mit einem Taschenrech-ner am Billardtisch. Das Wissen oder die Kenntnis dieser Zusammenhänge nützen uns also gar nichts, wenn wir nicht das Gefühl dafür in unserem Arm durch teilweise jahrelanges Spielen entwickelt haben!

Um nun differenziert und speziell einer Schwäche im Tempo-gefühl entgegenzuwirken, eigenen sich folgende Übungen:

Abb. 2.1 t002: “Sharp-speed-drill”

Die Verfeinerung der PAT Grundübung. Wir spielen hier mit 7 Kugeln. Die Breite der Speedfelder zeigt nur die Startzone an, innerhalb derer die Kugeln auf der Kopflinie verlegt werden können. Wesentlich ist das Erreichen der Speedzone (der Länge nach!), ohne die lange Bande oder eine andere Kugel zu berühren.

Kugel 1 wird in das Speedfeld 1,0 gespielt, die kurze Bande darf dabei immer noch berührt werden. Jedoch ist zu erken-

23

2. Kapitel

nen, dass die Speedzonen um die Hälfte – im Gegensatz zur offiziellen PAT 2 Übung – gekürzt sind. Dann geht es weiter mit Kugel 2 in Speedzone 1,5 (natürlich wie angegeben über eine Bande!). Kugel 3 in Feld 2,0 usw. wie aus der Zeichnung zu ersehen ist. Kugeln, die in die Bahn von noch nicht gespielten Kugeln laufen, dürfen auf die Seite gelegt werden.

1. Aufgabe: Zunächst erst mal eine Kugel nach der anderen von 1-7 spielen bis sie im jeweiligen Feld zur Ruhe kommt.

2. Aufgabe: Wieder von 1-7 spielen, allerdings soll nun jede Position dreimal in Folge gelingen, bevor Sie zur nächsten Position (zum nächsten Speed-Feld) übergehen.

3. Aufgabe: Sie spielen diesmal von 7 bis 1! Jetzt sollen Ihnen aber alle 7 Speed-Felder in Folge gelingen! Dann das Ganze noch mal, aber wieder vorwärts von 1-7.

Das ist natürlich sehr schwierig! Aber man muss sich nur eine Weile damit befassen, dann wird man sehen, dass es möglich ist! Es muss ja auch nur einmal gelingen. Dann habt Ihr schon genug aus dieser Übung für Euer Spielvermögen heraus gezogen!

24

Trainingsprogramm

Abb. 2.1 t003: „Kick-speed-drill“

Hier also schon wie angekündigt, mit Beteiligung von Objekt-kugeln. Kugel 1 und 2 werden zeichnungsgemäß aufgesetzt. Die Spielkugel ist frei verlegbar!

1. Ziel: Kugel 1 soll in direkter Richtung an die nächste Bande gespielt werden und die Spielkugel soll in Zone 1A zum Liegen kommen. Dann dasselbe auf Zone 1B.

2.