12,99 €
Das Haschemitische Königreich ist ein sicheres Reiseland, das eine faszinierende Mischung aus Alt und Neu bietet. Kultur- und Naturbegeisterte bewundern besonders die Felsenstadt Petra sowie das Wadi Rum mit seiner bizarren Wüsten- und Gesteinswelt. Während das Tote Meer viele Kururlauber anlockt, zieht es die Aktiven eher zu Stränden und Tauchgründen des Roten Meeres. Mit dem POLYGLOTT on tour Jordanien lässt sich der Herzschlag des Landes am Jordan erspüren. Der Autor Walter M. Weiss führt in 13 ausgeklügelten Touren durch die Vielseitigkeit des arabischen Landes und lässt Sie Typisches, Besonderes und Eigenheiten der Region entdecken. Lernen Sie Jordanien hautnah kennen. Wandern Sie durch das Ajlun Nature Reserve oder machen Sie Kameltrekking im Wadi Rum, auf dem Königsweg oder zu den Städten der Dekapolis. Fiebern Sie mit bei rasanten Kamelrennen und bewundern Sie die faszinierenden Riffe im Roten Meer! Dank individueller Tipps können Sie ausprobieren und eintauchen, mitten hinein ins Leben des faszinierenden Landes in Nah-Ost. Auf einen Blick: TYPISCH-Kapitel mit "Eine Reise wert", "50 Dinge" und "Was steckt dahinter" Faltkarte für die perfekte Orientierung vor Ort E-Book mit Verlinkungen zu Standorten der Adressen POLYGLOTT im Web unter www.polyglott.de oder bei Facebook
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 205
Veröffentlichungsjahr: 2019
Unsere eBooks werden auf kindle paperwhite, iBooks (iPad) und tolino vision 3 HD optimiert. Auf anderen Lesegeräten bzw. in anderen Lese-Softwares und -Apps kann es zu Verschiebungen in der Darstellung von Textelementen und Tabellen kommen, die leider nicht zu vermeiden sind. Wir bitten um Ihr Verständnis.
© eBook: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2019
© Printausgabe: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2019
Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung und öffentliche Zugänglichmachung, auch auszugsweise, sowie die Verbreitung durch Film und Funk, Fernsehen und Internet, durch fotomechanische Wiedergabe, Tonträger und Datenverarbeitungssysteme jeder Art nur mit schriftlicher Zustimmung des Verlags.
Redaktionsleitung: Grit Müller
Verlagsredaktion: Anne-Katrin Scheiter
Autor: Walter M. Weiss
Redaktion: Renate Nöldeke
Bildredaktion: Nora Goth, Marie Danner
Layoutkonzept/Titeldesign: independent Medien-Design, München: Horst Moser (Artdirection), Lucie Heselich
Kartografie: Theiss Heidolph und Kunth Verlag GmbH & Co. KG
eBook-Herstellung: Anna Bäumner, Martina Koralewska
ISBN 978-3-8464-0685-4
1. Auflage 2019
GuU 0685-4 06_2019_02
Bildnachweis
Coverabbildung: laif/hemis.fr/Mattes, René
Fotos: AWL Images/Kozlowski, Karol: >, >; Fotolia/suronin: >; gemeinfrei: >; Getty Images/500px/ALZGHOUL, JA‘FAR: >;Getty Images/EyeEm/Cattaneo, Jan: >; Getty Images/Kupferman, Jacob: >; Getty Images/Lewis, Rachel: >; Huber images/Foulkes, Justin: >; Huber Images/Szyszka: >; imago stock&people: >; Jahreszeitenverlag/Schweigert, Thomas: >; Jordan Tourism Board: >, >, >, >, >, >, >, >, >, >, >, >; laif/hemis.fr/Gil, Giuglio: >; laif/Jaekel, Lutz: >; laif/Kirchgessner, Markus: >; mauritius images/age fotostock 1013/Levy, Yadid: >; mauritius images/Alamy/Zada, John: >; mauritius images/John Warburton-Lee/Adams, Peter: >; plainpicture/AWL/Paul Harris photography: >; plainpicture/Baum, Delia: >, >; plainpicture/Cavan Images/Black, Aaron: >; plainpicture/Mint Images: >; Schapowalow/Borchi, Massimo: >; Shutterstock/Achiedegids: >; Shutterstock/Adventure woman: >; Shutterstock/amnat30: >; Shutterstock/Clara: >; Shutterstock/cunaplus: >; Shutterstock/Ivanov, Anton: >, >; Shutterstock/Jandi, Attila: >; Shutterstock/Joozis: >; Shutterstock/Keitma: >; Shutterstock/KELENY: >; Shutterstock/Khabibullina, Iuliia: >; Shutterstock/leshiy985: >; Shutterstock/Popova, Tetiana: >; Shutterstock/RPBaiao: >; Shutterstock/Sun_Shine: >; Shutterstock/Vinokurov, Nickolay: >; stock.adobe.com/akturer: >; stock.adobe.com/Andronov, Leonid: >; stock.adobe.com/doethion: >; stock.adobe.com/Podzorov, Oleg: >; stock.adobe.com/Reto: >; stock.adobe.com/vetal1983: >; stock.adobe.com/WitR: >; Unsplash/Brown, Jamie: >; Weiss, Walter M.: >;
Unser E-Book enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Im Laufe der Zeit können die Adressen vereinzelt ungültig werden und/oder deren Inhalte sich ändern.
Bei Interesse an maßgeschneiderten B2B-Editionen: [email protected]
Die Polyglott-Homepage finden Sie im Internet unterwww.polyglott.de
www.facebook.com
SYMBOLE ALLGEMEIN
L
Erstklassig: Besondere Tipps der Autoren
C
Seitenblick: Spannende Anekdoten zum Reiseziel
1
Top-Highlights und
0
Highlights der Destination
1
Die POLYGLOTT-Touren
6
Stationen einer Tour
1
Hinweis auf 50 Dinge
Hotel DZ
Restaurant
€
bis 60 EUR
bis 20 EUR
€€
60 bis 120 EUR
20 bis 30 EUR
€€€
über 120 EUR
über 30 EUR
Zeichenerklärung der Karten
Autobahn Schnellstraßebeschriebene Region (Seite=Kapitelanfang)Hauptstraße sonstige Straßen FußgängerzoneSehenswürdigkeitenEisenbahn StaatsgrenzeTourenvorschlagLandesgrenze NationalparkgrenzeDie wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Jordaniens Hauptstadt ist eine moderne Metropole mit antiken Zeugnissen.
Das antike Gerasa gilt als eine der imposantesten Ruinenstätten im Nahen Osten.
Das »Palästchen« aus dem 8. Jh. ist für seine recht freizügigen Fresken berühmt.
Die Oase wartet mit einer Burg und zwei Naturschutzgebieten auf.
Der mineralienreiche Salzsee zeichnet sich durch Heilkraft und Tragfähigkeit aus.
Das Seitental des Jordangrabens ist ein Paradies für Natur- und Aktivurlauber.
Die freundliche Stadt am Königsweg bezaubert seit dem 6. Jh. mit Mosaikkunst.
Die Festung zählt zu den grandiosen Wehrbauten der Kreuzritter im Nahen Osten.
Das Wildreservat in faszinierender Gebirgsszenerie steht für sanften Tourismus.
Die Nabatäermetropole gehört zu den architektonischen Weltwundern.
Die Urlauberhochburg am Roten Meer begeistert mit ihrer Unterwasserwelt.
Die bizarre Wüstengebirgs- und Trockentallandschaft ist atemberaubend.
mehr entdecken, schöner reisen
Perfekte Planung > Parallel > aufschlagen
TOUREN
REGION
DAUER
TOUR 1
Ein halber Tag in Downtown
Amman
1/2 Tag
TOUR 2
Die Städte der Dekapolis
Der Norden Jordaniens
2 Tage
TOUR 3
Ajlun Nature Reserve: Village Orchards Trail
Der Norden Jordaniens
6 Std.
TOUR 4
Zu den Wüstenschlössern
Die Wüste im Osten
2 Tage
TOUR 5
Dana Nature Reserve: Wadi Dana Trail
Totes Meer & Straße der Könige
5–6 Std.
TOUR 6
Wadi Mujib Nature Reserve: Malaqi Trail
Totes Meer & Straße der Könige
6–8 Std.
TOUR 7
Rundwanderung Siq al-Barid & Ad-Deir
Petra
6–8 Std.
TOUR 8
Wanderung Jebel Haroun & Wadi Sabra
Petra
2 Tage
TOUR 9
Geländewagentour zum Jebel Umm ad-Dami
Rotes Meer & Wadi Rum
2 Tage
TOUR 0
Kameltrekking im Wadi Rum
Rotes Meer & Wadi Rum
3 Tage
TOUR !
Eine Woche klassisches Jordanien mit Wellness
Extra-Tour
1 Woche
TOUR @
Zweiwöchige Erlebnisrundreise
Extra-Tour
1 Wochen
TOUR #
18-tägige Wander- und Naturreise
Extra-Tour
18 Tage
© Huber images/Foulkes, Justin:
Das antike Petra mit dem berühmten Schatzhaus ist ein Jordanien-Highlight
Das Haschemitische Königreich bietet eine faszinierende Symbiose von Alt und Neu, die Vielfalt an Ruinenstätten und Kunstdenkmälern diverser Epochen, dazu kontrastierend das orientalische Flair von Basaren und moderner Schick, eingebettet in vielerorts grandiose Landschaften.
© Weiss, Walter M.:
WALTER M. WEISS
arbeitet von Wien aus als freier Autor und hat bereits mehr als 100 Sach- und Reisebücher verfasst. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören neben seiner Geburts- und Heimatstadt, der Kulturgeschichte Mitteleuropas und dem buddhistischen Kulturraum die islamisch geprägte Welt. Nähere Informationen unter www.wmweiss.com
Sebah al-cher! Merhaba! – »Guten Morgen! Willkommen!« Verdutzt reibt sich der Neuankömmling die Augen. Am Vorabend erst ist er auf Ammans Queen Alia Airport gelandet. Und heute Morgen noch, bei der Fahrt hinaus aus Jordaniens Hauptstadt, entsprach die Szenerie ganz der Erwartung. Ein wucherndes Häusermeer, dahinter braune Hügel, Geröll, Fels, kaum Vegetation. Nun aber, keine Autostunde später, empfängt uns der Ranger des Nationalparks von Ajlun inmitten idyllischer, herrlich blühender Natur. Hier, auf halber Höhe zwischen See Genezareth und Totem Meer, hat der mediterrane Frühling jetzt, Mitte März, schon seinen Blütenteppich und ein Duftpolster über das Land gebreitet. Minze, Salbei, Ginster, Mimosen, leuchtende Mohnblumenfelder, silbergrüne Olivenhaine auf roter Erde – der Liebreiz erreicht geradezu provenzalische Dimensionen.
Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen, mit denen ich Jordanien bereise und die damit eine unscheinbare Wüstenei verbanden, bass erstaunt sind über die landschaftliche Vielfalt angesichts wildromantischer Gebirgstäler, sanfter, üppig grüner Hügel, der bizarren Salzszenerie des Toten und des glasklaren Wassers des Roten Meeres mit seinen kunterbunten Korallenriffen. Im Norden, zwischen dem Namen und Leben spendenden Fluss und den Golanhöhen, hat das Land Anteil am sogenannten fruchtbaren Halbmond. Der aride Süden hingegen ist Lebensraum der Beduinen. Und in den Städten, allen voran der Viermillionenmetropole Amman, stellen die Jordanier palästinensischer Herkunft die Mehrheit. Apropos: Was mich an dem haschemitischen Königreich besonders fasziniert und freut, ist sein Geschick, den Frieden nach innen wie nach außen zu bewahren. Gewiss, das Land leidet unter seiner geostrategisch prekären Lage. Es wird von außen oft als Teil jener nahöstlichen Krisenzone wahrgenommen, in der es zwar, eingeklemmt zwischen Israel und Syrien, dem Westjordanland und Irak, in der Tat liegt. Und der Strom syrischer Flüchtlinge macht seinen Bewohnern – bei aller bewundernswerten Solidarität– arg zu schaffen. Doch hält Jordanien seit Jahrzehnten als politisch stabile Insel inmitten dieser von heißlaufenden Konflikten geplagten Region tapfer die Stellung.
Besondere Meriten hat es sich auch auf dem Gebiet des sanften Tourismus erworben. Die »Königliche Gesellschaft für Naturschutz« hat, über das gesamte Staatsgebiet verstreut, bislang sieben Nationalparks eingerichtet und damit das gängige Vorurteil des Westens, in der arabischen Welt schere man sich nicht um die Erhaltung der Umwelt und sei an ökologischen Fragen desinteressiert, Lügen gestraft. Sorgsam markierte Rundwanderwege ermöglichen die Erkundung einer verblüffend vielgestaltigen Fauna und Flora. Auf Abenteuerlustige warten Canyons, Klettersteige und ein breites Angebot an Trekkingtouren per pedes oder auf dem Rücken von Kamelen. Und wer es betulicher liebt, kann im Ballon über die grandiosen Wüstenszenerien schweben oder sich in den exquisiten Wellnessoasen am Toten Meer in heißem Thermalwasser räkeln oder in heilenden Schlamm packen lassen.
© Shutterstock/Ivanov, Anton:
Blick auf Amman
Nicht minder reizvoll ist die kulturelle Vielfalt: Die jordanische Erde bildet seit vielen Jahrtausenden einen ungemein fruchtbaren Nährboden für blühende Zivilisationen. Manche ihrer Hinterlassenschaften gehören zu den größten Kulturdenkmälern der Menschheit, allen voran Petra, die 2000 Jahre alte, inmitten einer atemberaubenden Gebirgsszenerie gelegene Handels- und Königsstadt der Nabatäer mit ihren unzähligen Felsgräbern, Tempeln und Opferplätzen. Entlang des Jordans und im östlich angrenzenden Bergland kreuzt man die Wege von Abraham, Moses und anderen biblischen Heroen. In Bethanien kann man dort stehen, wo Johannes lebte und Jesus, von diesem getauft, erstmals zu Gott betete und begann, seine Jünger um sich zu scharen. An Orten wie Pella, Umm Quays und, am imposantesten, in Jerash, aber auch im Herzen Ammans, dem antiken Philadelphia, erinnern Ruinenfelder an das zivilisatorische Raffinement der Römer. Entlang des King’s Highway zeugen die Burgen von Kerak und Shaubak vom Kampfeswillen der Kreuzritter und, weiter östlich, die Wüstenschlösser der Ummaijaden von der Dekadenz der frühislamischen Kalifen. Und in Madaba künden mit bunt schillernden Bildern belegte Böden von der vollendeten Kunst hellenistischer und byzantinischer Mosaizisten.
© Schapowalow/Borchi, Massimo:
Begegnung mit einem Taxifahrer in Irbid
Was mich, der sich nun schon seit drei Jahrzehnten ausgiebigst in diesem gesegneten Land zwischen Aqabah und den Golanhöhen tummelt, nach wie vor begeistert, ist die unkomplizierte Art des Reisens. Man fährt über tadellose Asphaltstraßen, findet zumindest ab der Mittelklasse und in den touristischen Zentren komfortable Hotels. Und die Menschen begegnen Fremden außerordentlich gastfreundlich.
Mit einem Wort: Jordanien bietet den schönsten Beweis dafür, dass der Wunsch, jemanden in die Wüste zu schicken oder über den Jordan gehen zu lassen, durchaus auch wohlgemeint sein kann.
Die kleinen Geheimnisse sind oftmals die spannendsten. Hier werden die Geschichten hinter den Kulissen erzählt.
Weil sie diesem »größten Geschenk Allahs« und robusten Transportmittel sehr viel, historisch genau genommen ihr Leben verdanken: sein wildbretähnliches Fleisch, seine an Mineralien und Vitaminen reiche Milch, die Haut – Rohmaterial für Riemen, Gürtel, Taschen und Sandalen – und die Haare, aus denen sich Zelte und wärmende Decken machen lassen. Sogar die Exkremente sind noch nutzbar – der trockene Dung als Brennstoff, der Urin als keimfreier Wundreiniger. Zudem sind die launigen Vierbeiner auch Kapital. Mit ihnen bezahlt man Bräute und sühnt Verbrechen. Außerdem haben sie schon manchen Wüstensohn vor dem Verdursten gerettet, indem sie mit ihrem sechsten Sinn eine Quelle fanden.
Durch geologische Prozesse wurde das Tote Meer vor etwa 3 Mio. Jahren vom Mittelmeer abgetrennt. Aufgrund extremer Lufttemperaturen verdunstete der größte Teil des Wassers und am tiefsten Punkt des Beckens entstand ein abflussloser See. Im Zuge der Verdunstung reicherte sich der Salzgehalt des Seewassers immer mehr an. Hinzu kommen Salze aus erodiertem Gestein der Erdkruste sowie vulkanischen Urprungs. Die Salzkonzentration im Toten Meer liegt heute bei über 30 % und ist auch verantwortlich für den enormen Auftrieb beim Bad im »Schwebezustand«.
Das Ritual des Feilschens wird oft mit dem Wesen der Orientalen erklärt. Doch so einfach ist die Sache nicht. Die Hauptgründe liegen vielmehr in den sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Ein Kennzeichen der traditionellen Basarökonomie ist der ständige Mangel an objektiver Information wie Warenzeichen oder Güteklassen. Da es bis vor ein, zwei Generationen noch viele Analphabeten gab, bedienen sich die Menschen bis heute einer Strategie des mündlichen Austauschs von Daten. So testet der Käufer zuerst einmal das aktuelle Preisniveau, indem er diverse Händler unverbindlich befragt. Wo er auf das günstigste Angebot stößt, beginnt er zu feilschen. Ziel des Verkäufers ist es dabei, einen Stammkunden zu gewinnen, Ziel des Käufers, mit einem vertrauenswürdigen Händler eine dauerhafte Beziehung aufzubauen, um künftig zeitsparend, ohne lange Verhandlungen einkaufen zu können. Beide Seiten profitieren also vom Feilschen.
Hier wird entdeckt, probiert, gestaunt, Urlaubserinnerungen werden gesammelt und Fettnäpfe clever umgangen. Diese Tipps machen Lust auf mehr und lassen Sie die ganz typischen Seiten erleben. Viel Spaß dabei!
1 Petra zu Fuß Die Faszination der antiken Stätte Petra > eröffnet sich bei einer Wanderung von Wadi Musa zum Jebel Madbah (Hoher Opferplatz, 1070 m), v.a. wenn man früh aufbricht und die Landschaft im Morgenlicht erlebt (2 1/2 Std. ab Visitor Centre).
2 Jordan ökologisch Vögel beobachten, die Flora des Jordantales studieren oder einfach die Landschaft genießen: Auf einer Exkursion lernen Sie am Ziglab-Stausee mit dem SHE Ecopark Online-Karte> ein Öko-Musterprojekt kennen – Übernachtung in Holzkabinen und spektakulärer Sternenhimmel inklusive (Tel. 079/800 04 70, www.jordanecopark.com).
3 Kamelritt auf den Spuren von Lawrence Das Wadi Rum von einem Höcker aus genießen – zwischen den hoch aufragenden Wänden des Siq al-Barrah > packt die Erhabenheit der Wüste besonders (2 Std. ab 30 JD, 1 Tag ab 60 JD).
© Shutterstock/Vinokurov, Nickolay:
Auf Rifftauchgang vor Aqabah
4 Auf Tauchstation vor Aqabah Für Tauchanfänger und Schnorchler bietet das schon im seichten Wasser beginnende Riff Japanese Garden unvergessliche Einblicke in die bunte Unterwasserwelt des Roten Meeres >(Schnorchelausflug ca. 45 JD, Tauchtag ca. 75 JD).
5 Wadi Rum von oben Spektakuläre Aussichten über das Trockental um Petra verspricht eine ca. 1-stündige Fahrt im Heißluftballon. Treffpunkt ist das Visitor Centre Online-Karte von Wadi Rum (Tel. 079/730 02 99, www.rascj.com Erw. 130 JD, Kinder 6–12 Jahre 65 JD).
© mauritius images/Alamy/Zada, John:
Bei den gefährdeten Oryxantilopen freuen sich die Wildhüter besonders über Nachwuchs
6 Antilopen beobachten Auge in Auge mit der so schönen wie scheuen und seltenen Oryxantilope steht man in der Oase Azraq bei einer Safari im Shawmari Wildlife Reserve >. Besonders eindrucksvoll sind die nächtlichen Touren (zu buchen bei der RSCN in der Azraq Lodge).
7 Durch die schwarze Schlucht Eine spannende Canyoningtour der RSCN führt watend, schwimmend, und kletternd durch den Canyon des Wadi Mujib >(www.rscn.org.jo, April–Okt.).
8 Kaskaden-Thermalbad Balsam für Leib und Seele: Suhlen Sie im heilkräftigen, 40 bis 60 °C warmen Schwefelwasser von Hammamat Ma’in > – in den natürlichen Felsenpools, Schultermassage unter dem Wasserfall inklusive.
9 Per Drahtesel auf der Straße der Könige Eine schöne geführte Radtour auf Nebenstraßen von Madaba nach Muqawir (56 km, 4 Std., ab 65 JD), begleitet von Blicken auf das Jordantal und das Tote Meer, organisiert Terhaal Online-Karte>(Amman, 22, Al Baouneyya, Jabal Al Weibdeh, Tel. 06/464 19 59, www.terhaal.com).
0 Kamelrennen im Wadi Rum Ein Spektakel nach alter Wüstentradition: Im Winterhalbjahr lassen Beduinen > meist freitags ihre geliebten Vierbeiner um die Wette laufen. Im Visitor Centre oder direkt bei den Beduinen nach Ort und Termin erkundigen und mitfiebern.
! Hammambesuch Wecken Sie nach dem Sightseeing der Nabatäerstadt Petra ihre Lebensgeister neu durch ein Komplettprogramm im Türkischen Bad, mit Peeling, Dampfbad, Sauna und Massage in alten Gewölben. Eine Topadresse in Petra ist das Salome Turkish Bath (Tel. 03/215 73 42, ab 7 JD).
@ Kunafeh Zucker, Honig, Sirup, Butter: Als die Dessertspezialität Jordaniens gilt das aus zartem Blätterteig und geschmolzenem Ziegenkäse fabrizierte Kunafeh (1–2 JD), etwa aus der Bäckerei Habibah Online-Karte, die in Amman etliche Filialen betreibt, zentral in der Al-Hussein St., nahe King Faisal St. (www.habibahsweets.com).
© Shutterstock/Adventure woman:
Die Shisha sorgt für Entschleunigung
# Shisha schmauchen Gönnen Sie sich beim Bummel durch Amman ein Stündchen mit einer Wasserpfeife. Die geselligen Straßencafés haben jede nur erdenkliche Sorte aromatisierten Tabaks im Angebot. Empfehlung: mit Apfelgeschmack, im Tche Tche Café Online-Karte(1st Circle, Rainbow St., Jebel Amman).
$ Nationalgericht Mansaf Tun Sie sich am Klassiker der Beduinenküche gütlich, einer delikaten Mischung aus Safranreis und gewürfelten Lammkoteletts in joghurtähnlicher Soße mit Mandeln und Petersilie auf Fladenbrot (ab 5 JD). Besonders lecker etwa im Restaurant Al Quds in Ammans King Hussein St.
% Beduinenkaffee an der Ecke Der Koffeinbooster, frisch aufgebrüht und pechschwarz serviert z.B. vom ambulanten Händler im Suq von Amman >, verleiht garantiert frische Energien. Und schmeckt dank Kardamom herrlich orientalisch (0,40–0,60 JD).
^ Petra-Küche Ob Meze, Klassiker wie Muloukhieh und Maqoubeh oder die süßen Ataif: Im Restaurant Petra Kitchen > lernen Sie in Abendkursen (oder mehrtägigen) unter Anleitung eines Kochprofis die Zubereitung arabischer Spezialitäten. Am Ende gibt’s ein gemeinsames Mahl (35 JD pro Pers.).
& Saftige Süße Löschen Sie Ihren Durst zwischendurch doch mit Zuckerrohrsaft (ca. 0,5 JD). In allen größeren Städten bekommt man in Lebensmittelläden das erfrischende Elixier kredenzt. Ein Tipp: Achten Sie darauf, dass man die fasrigen Stengel vor ihren Augen auspresst!
* Paradies für Schleckermäuler Vergessen Sie mal alle Vorsätze und verkosten Sie nahöstliche Süßigkeiten wie Nabulsieh, Faisalieh, Barazek, Ush Al-Bulbul, Ghriebeh oder Mamoul. Besonders verführerisch ist etwa das Sortiment der Zalatimo Brothers for Sweets Online-Karte in Amman (Shmeisani, Abed Al Hameed Sharaf St.; tgl. 9–22 Uhr).
( Lammfleisch im Mantel Gegen den Hunger zwischendurch empfiehlt sich ein Shawarma. Eine Klasse für sich sind die mit pikanten Fleischstückchen gefüllten Sandwiches bei einem Takeaway von Reem Online-Karte(drei Filialen in Amman, u.a. am 2nd Circle).
) Schlemmerausflug Unbedingt probieren sollten Sie Fattah, ein Gericht aus gebackenem Brot, gefüllt mit Hummus, Pinienkernen und wahlweise Lamm oder Huhn. Im Dorf Fuheis, 10 km nordwestlich von Amman, locken gleich zwei kulinarische Adressen hierfür >: Die Restaurants Zuwwadeh und Mallol sind beide weithin bekannt für ihre authentische Küche.
q Königs Fuhrpark Auto- und Motorradfans zieht es in das Royal Automobile Museum Online-Karte in Amman, das den Fuhrpark der Monarchen zeigt – darunter auch den Mercedes 300 SL, mit dem König Hussein Rennen fuhr (King Hussein Park, www.royalautomuseum.jo, Sa bis Mo, Mi/Do 10–19, Fr 11–19 Uhr).
w Jordan Museum Das jüngste Aushängeschild der nahöstlichen Museumsszene verdient schon wegen seiner kühn verschachtelten, traditionelle Elemente zitierenden Architektur mit sandsteinfarbenem Baumaterial und viel Glas aus der Hand des Architekten Ja’afar Touqan einen Besuch >.
e Abu-Darwish-Moschee Ihr Inneres ist Muslimen vorbehalten, die in Ablaq-Technik schwarz-weiß gestreift gestaltete Fassade der 1961 fertigestellten Moschee > verdient aber eingehendere Betrachtung – und ein paar Fotos.
r Altstadttreiben beobachten Besonders gut lässt sich das bunte quirlige Treiben in Ammans Stadtkern vom flaggenverzierten Balkon des Al-Rashid alias Eco-Tourism Café genießen >.
t Riffleben im Roten Meer Faszinierendere Perspektiven auf das bunte Treiben in den Korallenriffen hat man trocken in einer Glaskuppel sitzend bei einer Tour mit dem Semi-U-Boot von Neptune ab Talabay Marina , 10 km südlich von Aqabah (20 JD, Tel. 077/943 09 69, www.facebook.com/NeptuneBoat).
© Shutterstock/Jandi, Attila:
Das antike Gerasa liefert die stimmungsvolle Kulisse für das Jerash Festivals
y Jerash Festival Konzerte internationaler Orchester und Solisten, Tanz und Folklore an lauen Sommerabenden Ende Juni und im Juli vor der antiken Kulisse zweier Amphitheater > sind traumhaft.
u Das Heilige Land in Cinemascope Das Dead Sea Panorama > eröffnet von – durch Fußwege verbundenen – Aussichtspunkten phänomenale Fernblicke auf das Tote Meer in Richtung Jerusalem.
i Landkarte in Madaba Ein Meilenstein spätantiker Mosaizierkunst ist die aus etwa 2,3 Mio. Steinchen gefügte Palästinakarte in der St.-Georgs-Kirche >. Im Zentrum ist – der altchristlichen Auffassung vom Nabel der Welt folgend – das heilige Jerusalem erkennbar.
o Blaue Kuppel Da die König-Abdullah-Moschee > in Amman für alle zugänglich ist, sollte man nicht verpassen, einen Blick in die gigantische blaue Kuppel mit sternförmigen Goldverzierungen und riesigem Lüster zu werfen.
p Panorama in Umm Qays An klaren Tagen genießt man von Gadara > einen grandiosen Blick über das nördliche Jordantal, die Felsschlucht des Yarmuk und den See Genezareth bis zu den Golanhöhen und zum Berg Hermon.
Q Megafahne Ein Superlativ der speziellen Art: Am Ufer von Aqabah ragt der mit 138 m höchste Fahnenmast der Welt himmelwärts. Daran weht die 40 × 20 m große Flagge des arabischen Widerstands aus dem Ersten Weltkrieg.
© Shutterstock/Joozis:
Beduinenteppiche werden gern gekauft
W Webteppiche Auch wenn man dabei vielleicht nicht gleich an Jordanien denkt: Beduinen knüpfen aus Schafs- und Ziegenwolle wunderschön gemustere Exemplare. Und auch die Manufakturen in und um Madaba sind für hohe Kreativität und Qualität bekannt. Eine empfehlenswerte Adresse ist Bani Hamida House > in Muqawir (schöne Stücke ab ca. 300 JD).
E Souvenir fürs Badezimmer Nahe der Siedlung Rasun bei Ajlun hat die Königliche Naturschutzorganisation (RSCN) eine kleine Seifenfabrik > ins Leben gerufen, erreichbar über den sog. Soap Makers Trail. Dort verkaufen die Dorffrauen aus Olivenöl und Kräutern selbst fabrizierte, herrlich z.B. nach Lavendel oder Granatapfel duftende Ware (ca. 1 JD pro Stück).
R Sandflaschen Charmant sind die mit Sand gefüllten Fläschchen, die man in Petra feilbietet, wie etwa The Sand Castle >. In manchen Shops kann man sie mit dem eigenen Namen versehen lassen.
T Silberschmuck Im Besucherzentrum des Dana-Reservats wird hübscher Silberschmuck verkauft, den Frauen des nahen Dorfes in Heimarbeit herstellen >. Eine Halskette, ein Ring oder Ohrgehänge wecken dauerhaft schöne Erinnerungen.
Y Traditionelle Keramik Dekorative, hochwertige und kunstvoll mit arabischer Kalligrafie verzierte Keramik – etwa eine Schale oder einen Aschenbecher (ab 50 JD) – findet man bei Beit al-Bawadi > in Amman. Die Erlöse fließen direkt an die hier arbeitenden Kunsthandwerker.
U Beduinische Trachten Nichts für modische Langeweiler: Die traditionelle Festkleidung der Wüstenbewohner glitzert dank der kunterbunt applizierten Perlen, Pailetten und Stickereien. Eine Reihe gut sortierter Läden ist auf dem Jebel Amman beheimatet, eine ausgezeichnete Adresse ist Badr Addjua (2nd Circle, Abu Tammam St. Bldg. No. 15, Tel. 079/5526924).
I Perlmutt aus Palästina Weit verbreitet in jordanischen Läden ist Kunsthandwerk aus dem nahen Westjordanland. Schöne Mitbringsel sind Arbeiten aus Perlmutt bzw. mit -einlagen, wie Schatullen oder Brieföffner aus Bethlehem. Eine gute Adresse: Shiraz Stores Online-Karte(18 Mamdouh al Sarayrah Street, Amman, Tel. 06/585 89 33, Fr geschl.).
© Shutterstock/cunaplus:
Gewürze vom Basar sind ein geschmackvolles Mitbringsel
O Gewürzter Alltag Bringen Sie neuen Schwung in Ihre Küche mit Kostproben aus dem nahöstlichen Gewürzangebot. Das bunteste bietet in Amman der einschlägige Basar im Gassengewirr zwischen Al-Malek Talal und Quraysh St. Besonders schmackhaft: das säuerliche Sumach und die gerne mit Olivenöl verstrichene Mischung Zatar.
P Wasser verschwenden Das Lebenselixier ist in dem Wüstenstaat naturgemäß ein rares Gut. Deshalb bitte in Bad, Dusche und WC damit stets sparsam umgehen!
a »Bakschisch« vergessen Zeigen Sie sich gegenüber dem Taxifahrer, Servicepersonal oder Straßenhändler großherzig, denn das Trinkgeld ist ein unverzichtbarer Teil ihres Einkommens.
s Zu viel Haut zeigen Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Kurze Röcke, schulterfreie Kleider, tiefe Dekolletés sind taktlos und deplaziert. Sie verletzen die Gefühle der gläubigen Menschen und provozieren aufdringliche Blicke.
d Vor Publikum turteln Zurückhaltung geziemt sich auch für Paare. Öffentliches Küssen und Zärtlichkeiten sind absolute No-Gos, werden als grober Fauxpas empfunden.
f Einen über den Durst Jordanien ist bezüglich Alkohol für Touristen im Vergleich zu anderen islamischen Staaten recht liberal. Gerade deshalb ist jedes Zeichen von Trunkenheit zu vermeiden >.
g Kritik gegenüber König und Religion Sich abfällig über den Monarchen, dessen Familie und Politik zu äußern ist tabu. Auch ein Outing als Atheist erntet im besten Fall Mitleid, im schlechteren Empörung.
h »Antikes« kaufen Vor allem im Umfeld von Ruinenfeldern versuchen »Antiquitätenhändler« bisweilen, ahnungslosen Touristen überteuerte »archäologische Funde« anzubieten. Wären sie wirklich alt, hätten Sie auch spätestens bei der Ausreise ärgste Probleme >.
j Ungeniert die Hand reichen Frauen sollten bei Begrüßungen Zurückhaltung walten und fremden – speziell älteren – Männern nicht von sich aus die Hand geben. Wer die rechte Hand aufs Herz legt, bekundet nach alter Sitte Respekt.
k Gastfreundschaft fehldeuten Einladungen sind nicht immer wörtlich zu nehmen, sondern oft Höflichkeitsfloskeln, die man erst dann akzeptiert, nachdem sie zwei-, dreimal ausgesprochen wurden.
l Unsensibles Verhalten in Moscheen Jordanier heißen auch Nichtmuslime in vielen ihrer Gotteshäuser willkommen >, vorausgesetzt sie sind züchtig gekleidet, haben die Schuhe draußen abgelegt und stören bzw. fotografieren keine Gläubigen. Unbedingt vermeiden: vor Betenden vorbeigehen, da das Gebet dadurch ungültig wird.
A Hektik verbreiten Die sprichwörtliche orientalische Gelassenheit gilt in Jordanien vielerorts nach wie vor, der Alltag fließt gemächlicher als in anderen Weltregionen. Ergo: Anpassung statt Tempodrücken. Laune und Blutdruck werden es Ihnen danken!
