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POLYGLOTT on tour Südtirol Im Sommer wie im Winter, zum Törggelen und zum Skilaufen, ob Bozen oder Meran: Südtirol verbindet Nordeuropa mit dem Mittelmeerraum und vereint das Beste beider Kulturkreise. Mit vielseitigen Landschaften, lebendiger Kultur, köstlicher Küche und fantastischen Möglichkeiten im Freien aktiv zu sein, ist es wie gemacht für abwechslungsreichen Urlaub. Mit dem POLYGLOTT on tour Südtirol lässt sich der Herzschlag Norditaliens erspüren. Die Autoren Manuela Blisse und Uwe Lehmann führen in 18 ausgeklügelten Touren durch die Vielseitigkeit der italienischen Provinz und stellen Typisches, Besonderes und Eigenheiten vor. Schnuppern Sie italienisches Lebensflair und lernen Sie Südtirol hautnah kennen! Radeln Sie den Etschradweg entlang, erleben Sie Gletschereis und Weinberge zugleich und genießen Sie Silberrausch und Burgenromantik im Eisacktal. Bei der besten Adresse für köstlichste "Schlutzkrapfen" oder bei einem wunderbaren Ausblick auf das Panorama der Drei Zinnen fühlt man sich gleich wie die Einheimischen. Dank individueller Tipps zu spannenden Entdeckungen können Sie persönlich ins Südtiroler Leben eintauchen und sind mittendrin. Auf einen Blick: - TYPISCH-Kapitel mit "Eine Reise wert", "50 Dinge" und "Was steckt dahinter" - Faltkarte für die perfekte Orientierung vor Ort - E-Book mit Verlinkungen zu Standorten der Adressen - POLYGLOTT im Web unter www.polyglott.de oder bei Facebook
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Seitenzahl: 197
Veröffentlichungsjahr: 2019
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© eBook: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2019
© Printausgabe: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2019
Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung und öffentliche Zugänglichmachung, auch auszugsweise, sowie die Verbreitung durch Film und Funk, Fernsehen und Internet, durch fotomechanische Wiedergabe, Tonträger und Datenverarbeitungssysteme jeder Art nur mit schriftlicher Zustimmung des Verlags.
Redaktionsleitung: Grit Müller
Verlagsredaktion: Anne Kathrin Scheiter
Autoren: Manuela Blisse, Uwe Lehmann
Redaktion: Renate Nöldeke
Bildredaktion: Dr. Nafsika Mylona, Anne-Katrin Scheiter, Cathrin Bach
Layoutkonzept/Titeldesign: Independent Medien Design, München Horst Moser (Artdirection), Lucie Heselich
Kartografie: Theiss Heidolph und Kunth Verlag GmbH & Co. KG
eBook-Herstellung: Anna Bäumner, Martina Koralewska
ISBN 978-3-8464-0635-9
1. Auflage 2019
GuU 0635 03_2019_02
Bildnachweis
Coverabbildung: laif/Denger, Dietmar
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SYMBOLE ALLGEMEIN
L
Erstklassig: Besondere Tipps der Autoren
C
Seitenblick: Spannende Anekdoten zum Reiseziel
1
Top-Highlights und
0
Highlights der Destination
1
Die POLYGLOTT-Touren
6
Stationen einer Tour
1
Hinweis auf 50 Dinge
Hotel DZ
Restaurant
€
bis 80 EUR
bis 25 EUR
€€
80 bis 150 EUR
25 bis 40 EUR
€€€
über 150 EUR
über 40 EUR
Zeichenerklärung der Karten
Autobahn Schnellstraßebeschriebene Region (Seite=Kapitelanfang)Hauptstraße sonstige Straßen FußgängerzoneSehenswürdigkeitenEisenbahn StaatsgrenzeTourenvorschlagLandesgrenze NationalparkgrenzeDie wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Die mittelalterliche Bischofsstadt ist von einer faszinierenden Bergwelt umgeben.
Südtirols größte Klosteranlage überzeugt mit Rokokobibliothek und Weingut.
Europas größte Hochalm lockt Wanderer und Skifahrer.
Hier lassen sich Jungsteinzeit und Lebenswelt von Gletschermann »Ötzi« erleben.
Das Kirchlein birgt frühromanische Fresken.
Die traditionsreiche Kurstadt bietet mediterranes Klima vor Alpenkulisse.
Das Bergmassiv verdankt dem abendlichen Alpenglühen seinen Namen.
Dreitausender rahmen die Wintersport- und Olympiastadt.
Zu den Highlights zählen die Laubengasse und »Ötzi« im Archäologiemuseum.
Bergsteigerlegende Reinhold Messner gründete sechs Bergmuseen.
Ein romanischer Freskenzyklus ziert die Burgkapelle des Wehrbaus.
Das schmucke Weindorf rühmt sich der längsten Standseilbahn Europas.
mehr entdecken, schöner reisen
Perfekte Planung > Parallel > aufschlagen
TOUREN
REGION
DAUER
TOUR 1
Silberrausch und Burgenromantik
Eisacktal
1 Tag
TOUR 2
Bezaubernde Täler
Eisacktal
1 Tag
TOUR 3
Durch das grüne Tal
Pustertal
1 Tag
TOUR 4
Vom Antholzer ins Tauferer Ahrntal
Pustertal
1 Tag
TOUR 5
Hohe Berge, karges Land
Vinschgau
1 Tag
TOUR 6
Stilfserjoch und Ortlergebiet
Vinschgau
1 Tag
TOUR 7
Auf dem Meraner Höhenweg
Meran und Meraner Land
5–6 Tage
TOUR 8
Vom Gletschereis zu den Weinbergen
Meran und Meraner Land
1/2 Tag
TOUR 9
Radtour im Meraner Land
Meran und Meraner Land
1/2 Tag
TOUR 0
Im Land der Gipfelstürmer
Dolomiten
1 Tag
TOUR !
Durchs Reich der Bleichen Berge
Dolomiten
1 Tag
TOUR @
Die Sella Ronda – Vier-Pässe-Fahrt
Dolomiten
1 Tag
TOUR #
Auf Schusters Rappen durch die Berge
Dolomiten
5 Tage
TOUR $
Durch das Südtiroler Unterland
Südtirols Süden
1 Tag
TOUR %
Auf dem Etschradweg
Südtirols Süden
1 Tag
TOUR ^
Große Südtirolrundreise
Extra-Tour
8 Tage
TOUR &
Zu Klöstern, Burgen und Schlössern
Extra-Tour
5 Tage
TOUR *
Südtirol für Genießer
Extra-Tour
6 Tage
© Shutterstock/footageclips
Im milden Meraner Klima gedeihen neben alpinen auch mediterrane Pflanzen um Schloss Trauttmansdorff
Im Sommer wie im Winter, zum Törggelen wie zum Skilaufen: Südtirol hat immer Saison. Es verbindet den Norden Europas mit dem Mittelmeerraum und vereint das Beste beider Kulturkreise. Das spürt man, an jedem Tag und an jedem Ort: Es ist einfach schön, dort zu sein.
© Lehmann, Uwe
MANUELA BLISSE UND UWE LEHMANN
Die Autoren leben und arbeiten als Journalisten in Berlin. Gemeinsam reisen sie um die Welt und landen auch immer wieder in Südtirol. Mit ihrem Redaktionsbüro Surpress für Medien widmen sie sich hauptsächlich den Themen Reise, Essen und Trinken, Gastronomie und Lifestyle.
© Südtirol Marketing/Blickle, Frieder
Blick vom Pulverturm über Meran
Wer von Norden über den Brenner oder den Reschenpass nach Südtirol kommt, spürt ihn schon, den Hauch des Südens. Er weht durchs Autofenster herein, lässt einen bei der ersten Rast tief durchatmen – und spätestens im blühenden Meran oder im lebendigen Bozen ist man endgültig im Süden angelangt. Üppig wachsende Palmen, blühende Obstwiesen und ausladende Weinberge schaffen eine fast schon mediterran anmutende Atmosphäre. Egal wie oft wir Südtirol besuchen, dieser erste Eindruck fasziniert jedes Mal aufs Neue.
Ins Meraner Umland mit seinen schmucken Orten zieht es uns besonders oft. In der Kurstadt kann man auf den Spuren von Kaiserin Sisi wandeln, der es das milde Klima und die üppige mediterrane Pflanzen- und Blütenpracht angetan hatten – zu erleben etwa in den Gärten und im Schloss Trauttmansdorff, wo sich auch das sehenswerte Tourismusmuseum befindet. Danach entspannen wir uns gerne in der Meraner Therme und bummeln durch die Altstadt mit ihren mittelalterlichen Lauben.
Fast sogar noch mehr Freude macht uns der Altstadtbummel in Bozen, Hauptstadt und kulturelles wie gesellschaftliches Zentrum Südtirols. Rund um den Walther-Platz erschließt sich das historische Zentrum mit seinen zahlreichen Geschäften, Cafés und Restaurants selbst dem gemächlichen Spaziergänger. Auch das sehr sehenswerte »Museion – Museum für moderne Kunst« ist nur wenige Schritte entfernt. Doch neben dem alten Bozen existiert auch eine eher italienisch geprägte Neustadt, die nach dem Krieg entstanden ist. Im Unterschied zum übrigen Südtirol, wo etwa 75 Prozent der Bevölkerung Deutsch sprechen, ist in Bozen die Mehrheit der Einwohner italienischsprachig.
© Jahreszeitenverlag/Schinharl, Michael
Weinreben überziehen viele der sonnigen Südtiroler Berghänge
Für beide Volksgruppen aber gilt: In Bozen »spricht schon der Wein«, wie die Einheimischen sagen. Eine Fahrt über die Südtiroler Weinstraße, ein Besuch beim Winzer Alois Lageder und die Einkehr in einem der Toprestaurants, etwa im Zur Rose in St. Michael, sind auch für uns ein Muss. Quasi im Vorbeifahren auf dem Weg zum Wein nehmen wir gerne Schloss Sigmundskron mit, eine der ältesten Burgen Südtirols.
Das Schloss hat eine große politische Bedeutung für das Land, denn im Jahre 1957 demonstrierten hier über 30.000 Bürger für weitestgehende Autonomie ihrer Heimat. Das Schloss wurde jahrelang aufwendig restauriert und beherbergt seit 2006 das MMM Firmian, das Herzstück des Messner- Mountain-Museum-Projekts, das die Auseinandersetzung zwischen Mensch und Berg thematisiert.
Südtirol ist ein Land der reizvollen Gegensätze. Nur wenige Kilometer von der Blütenpracht entfernt, befindet man sich bereits in den kargen Bergregionen des ewigen Eises. Rund 3600 Meter Höhenunterschied sind es von den Weindörfern im Süden bis zu Südtirols höchstem Berg, dem 3905 Meter hohen Ortler. Nicht zu vergessen die Dolomiten, die seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählen. Wer einmal Langkofel und Rosengarten im Abendrot hat glühen sehen, der weiß, dass die einzigartigen Berge diesen Status zu Recht erhalten haben. Zudem liegt in den Dolomiten das Zentrum der ladinischen Kultur, die in Tälern wie dem Alta Badia oder dem Grödner Tal bis heute gepflegt wird und zur Bereicherung der Region beiträgt.
© Shutterstock/FOTOCROMO
Wintersportler genießen die Einsamkeit der Bergwelt
Anfang der 1970er-Jahre, als wir zum ersten Mal zum Skilaufen dort waren, gab es rund um den Piz la Villa das erste »Skikarussel«. Heute ist »Superski Dolomiti« eine Wintersportarena für Genießer mit insgesamt 1200 Pistenkilometern und 450 Liftanlagen in zwölf Skigebieten. Pistennahe Sternerestaurants und Gourmethütten gibt es ebenso wie zünftige Jausenstationen, die bodenständige Südtiroler Küche servieren. Genuss ist in Südtirol ein großes Thema, und das nicht nur beim Törggelen, bei dem der neue Wein verkostet wird.
Bleibt neben Landschaft, Natur, Genuss und Sport die Kultur. Das sind in erster Linie oftmals gut erhaltene Burgen, Schlösser und Klöster. Häufig dienen sie als Museen oder, wie die Bilderbuchburg Schloss Runkelstein bei Bozen, als Veranstaltungsorte für Konzerte und Ausstellungen. Fehlt noch der Ötzi. Auch den muss man im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen gesehen haben. Gefunden wurde die mumifizierte Gletscherleiche ganz weit oben und ganz weit hinten: im Schnalstal in der Nähe des Tisenjochs. Dem Mann aus dem Eis widmet sich in Schnals das Aktivmuseum ArcheoParc. Über dem Eingang zum Schnalstal thront im Übrigen das vorbildlich restaurierte Schloss Juval: Hier wohnt Reinhold Messner. Das ist uns immer wieder einen Besuch wert.
Die kleinen Geheimnisse sind oftmals die spannendsten. Hier werden die Geschichten hinter den Kulissen erzählt.
Allerdings! Nach drei Mahlzeiten, Frühstück, Neindern, Mittagessen, ist für die Südtiroler noch lange nicht Schluss. Denn am Nachmittag geht es zur Marende. Was in Bayern Brotzeit und anderswo Jause heißt, ist in Südtirol die Marende: ein üppig mit Käse, Wurst, Speck, Kaminwurzen, Butter, Brot und sauren Gurken bestücktes Brett, dazu ein Glas Wein. So gehaltvoll ersetzt sie fast schon eine Hauptmahlzeit. Die Marende ist fester Bestandteil des sogenannten Törggelen, bei dem man in alter Winzertradition in geselliger Runde zusammen isst und den heimischen Wein trinkt.
Natürlich nicht. Die Waale (!) haben mit den Meeressäugern nichts zu tun. Das Vinschgau ist ein trockenes Gebiet, die Landwirtschaft auf Bewässerung angewiesen. Um das Schmelzwasser der Gletscher zu den Feldern zu leiten, wurden seit dem 12. Jh. Bewässerungskanäle angelegt – eben die sogenannten Waale. 1939 zählte man im Vinschgau 225 wichtige Waale mit einer Gesamtlänge von 600 km. Zwar wurden die meisten Waale durch moderne Beregnungsanlagen abgelöst, doch viele sind noch erhalten bzw. wurden als wichtiges Kulturgut des Vinschgaus reaktiviert. Etliche wurden zu Wander- und Spazierwegen ausgebaut. Beliebt ist der 10 km lange Waal vom Schnalstal zu den Feldern von Kastelbell. Entlang der Waalwege laden Gasthäuser und Buschenschanken zum Verweilen ein.
Als die Römer unter Augustus den Alpenraum eroberten, unterwarfen sie die dort lebenden Räter, die das Volkslatein übernahmen und es mit Elementen der eigenen Sprache anreicherten. Mit der Völkerwanderung zerfiel der rätoromanische Sprachraum in drei Teile, die sich getrennt entwickelten: Graubünden (Rumantsch), die ladinischen Dolomiten (Ladinisch) und Friaul (Friaulisch). Im Mittelalter verdrängte Deutsch zunehmend das Ladinische in Tirol, und auch als Südtirol 1919 an Italien fiel, brachte dies den Ladinern keine größeren Selbstbestimmungsrechte – für die Faschisten galt Ladinisch als italienischer Dialekt. Heute sprechen etwa 38.000 Menschen in den Dolomitentälern von Gröden (Gherdëina), Gadertal (Badiot), Fassatal (Fascian), Buchenstein (Fodom) und Ampezzo (Anpezan) Ladinisch. Über Kultur und Sprache informiert das Ladinische Institut Micurà de Rü in St. Martin in Thurn (www.micura.it).
Hier wird entdeckt, probiert, gestaunt, Urlaubserinnerungen werden gesammelt und Fettnäpfe clever umgangen. Diese Tipps machen Lust auf mehr und lassen Sie die ganz typischen Seiten erleben. Viel Spaß dabei!
1 Kopfüber in die Tiefe 192 m hoch ist die Europabrücke in der Nähe vom Brenner. Ein Sturz kopfüber am Bungeeseil kostet Überwindung, ist aber ein einzigartiges Erlebnis (Mai–Okt. an den Wochenenden bei ProAlps, ab 179 €, Mobil-Tel. 34 59 12 81 38, www.proalps.net).
2 Erlebniswandern zum Abendglühen Auf dem König-Laurin-Weg wandert man ganz nah an die zerklüftete Felswand des Rosengartens > heran. Gegen Abend sollte man sich auf den Weg machen, denn bei Sonnenuntergang leuchtet das einstige Reich des Zwergenkönigs Laurin feuerrot.
3 Mit Akkordeon, Hackbrett oder Zither Auf vielen Südtiroler Bauernhöfen wird die Tradition der Hausmusik noch intensiv gelebt. Zuhören ist ebenso erlaubt wie Mitsingen, gute Stimmung garantiert. Unterhaltungsabende mit Hausmusik bietet z.B. der Tschötscherhof > in St. Oswald an.
4 Schnitzkurse im Tal der Herrgottsschnitzer Seit dem 16. Jh. werden im Grödner Tal, dem »Tal der Herrgottsschnitzer«, Kunstwerke aus Holz gefertigt >. Im Sommer haben Gäste die Möglichkeit, die Techniken und Feinheiten der Grödner Holzschnitzkunst in einem zweitägigen Kurs zu erlernen (Mitte Juni–Mitte Sept., 85 €, www.valgardena-active.com).
5 Historisches Klettern Viele Klettersteige in den Dolomiten stammen noch aus dem Ersten Weltkrieg. Wer den Klettersteig aus dem Höhlensteintal zum Monte Piano, den Nordgipfel des Monte Piana >, bezwingt, erfährt im Freilichtmuseum auf dem Plateau viel über die besondere Rolle der Klettersteige während des Krieges.
© Südtirol Marketing/Rier, Helmuth
Fahrradtag auf der Stilfser Joch-Passstraße
6 Kurventräume für Zweiradfans 1869 Höhenmeter, 48 Kehren und freie Fahrt für alle: Beim Stelviobike-Radtag Ende August bleibt das Stilfser Joch > ab 8 Uhr früh den Mountainbikern und Rennradlern vorbehalten. Anmeldung nicht erforderlich, variable Startzeit – kommen Sie einfach dazu (www.stelviopark.bz.it).
7 Ab ins Tal Am Bartlmastag (24. August) werden die Herden auf der Rittner Alm > zusammengetrieben, was seit Jahrhunderten mit einem ausgelassenen Almfest gefeiert wird. Um Punkt zwölf Uhr beginnt mit »Goaßlschnölln«, Gewieher und Gebrüll der Einzug des Almviehs (Shuttlebus oder Bus 166 ab/nach Klobenstein, www.ritten.com/de/veranstaltungen).
8 Zu Gast beim Senner Bergluft, Kuhglocken und richtig guter Käse, so präsentieren sich die schönsten bewirtschafteten Milchalmen im Vinschgau. In Sennhütten wie der Lyfi Alm bekommen Wanderer Joghurt oder Käse aus Eigenproduktion serviert (www.lyfialm.it).
9 Kraftplatzwandern Er ist ein magischer Ort, der 2515 m hohe Schlern >. Michl Trocker, Hotelier und Bergführer, führt auf seinen Wanderungen zu Kraft- und Kultplätzen am »Berg der Götter«, zu den mysteriösen Strahlenwällen im Laranzer Wald und zu verborgenen Hexentanzplätzen (www.wanderhoteleuropa.com).
0 »Marmor und Marillen« Unter diesem Motto feiert Laas > Anfang August seine beiden Exportschlager mit einem Genuss- und Kulturfestival. Die Marmorwerkstatt ist geöffnet – wer mag, kann sich bei einem mehrtägigen Workshop als Bildhauer versuchen (www.laas.info).
! Saftige Angelegenheit In ausgepresster Form ergeben Südtirols aromatische Äpfel einen köstlichen naturtrüben Durstlöscher: z.B. den Bioapfelsaft EVA aus dem Hofladen der Burg Latsch, Latsch >.
@ Die Kraft der Kräuter Mit Leidenschaft widmet sich Siegfried Platzer der Welt der Kräuter. Die Pflanzen für seinen Kräutersirup werden auf über 1300 m nach biologischen Richtlinien angebaut sowie in den Bergen rund um Stilfs wild gesammelt (Dorf 144, Unterkirch/Stilfs, Mobil-Tel. 34 07 11 93 30, www.stilfser-bergkraeuter.it).
© Schapowalow/Bernhart, Udo
Schinken gehört zur Südtiroler Brettljause »marende«
# Lecker speckig Magerer Rohschinken aus bestem Schweinefleisch, leicht geräuchert und in der reinen Alpenluft getrocknet – Südtiroler Speck (und mehr) vom Erzeuger bekommen Sie im Direktverkauf der Firma Moser Online-Karte in Naturns (Stein 17, www.moser.it)>.
$ Ein bisschen stinkig Zu einer zünftigen Brettljause gehört ein anständiger Käse. Südtirols würzigster Almkäse nennt sich Graukas, ist fettarm, geruchsintensiv und herrlich aromatisch. Ein Genuss nach einer Wanderung zum 1530 m hoch gelegenen Hof Kofler Online-Karte zwischen den Wänden (Ahornach im Tauferer Ahrntal, Tel. 04 74 69 10 05, www.kofler-zd-waenden.com).
% Pasta südtirolerisch Traditionell sind Schlutzkrapfen mit Spinat und Topfen gefüllt und werden mit Parmesan und brauner Butter serviert, doch gibt es die verschiedensten Variationen. Köstliche »Schlutzer« gibt’s im Schnalshuberhof Online-Karte in Algund bei Meran (Oberplars 2, 39022 Algund, Tel. 04 73 44 73 24).
^ Ein echter Südtiroler Ob die Rebsorte Gewürztraminer wirklich aus Tramin stammt, ist nicht endgültig bewiesen. Tatsache ist aber, dass sie hier perfekte Bedingungen vorfindet. Sehr schöne Gewürztraminer produziert etwa das Weingut J. Hofstätter >.
& Alles Wurscht Kaminwurzen, eine der bekanntesten Südtiroler Spezialitäten, werden aus magerem Schweine- und Kalbfleisch mit einer speziellen Gewürzmischung hergestellt. Besonders gut schmecken die kaltgeräucherten und luftgetrockneten Würste etwa beim Niedermair Online-Karte hoch über Kastelbell (Trumsberg 4, Tel. 04 73 62 40 91).
* Brot geschüttelt Schüttelbrot ist ein in Südtirol verbreitetes knuspriges Fladenbrot aus Roggenmehl mit Gewürzen. Auf dem Bauernhof Unich Online-Karte in Aldein wird das Getreide in der eigenen Mühle gemahlen und mit viel Liebe gebacken (Lerch 21, Tel. 04 71 88 67 47).
( Italiens erster Whisky Mit »Puni – The Italian Single Malt« Online-Karte ist Glurns > um eine hochprozentige wie architektonische Attraktion reicher: Seit 2012 wird hier Whisky nach der traditionellen Methode gebrannt (ab 59 €, Am Mühlbach 2, Tel. 04 73 83 55 00, www.puni.com).
) Feine Stangen Südtirols Süden rund um Terlan ist Spargelland. Im Dreieck Siebeneich, Terlan und Vilpian servieren neun Spargelrestaurants das frisch gestochene Gemüse nicht nur mit Bozner Soße. Dazu ein Glas Terlaner Sauvignon (www.spargelwirte.it) !
q Dolomiten von oben Aus der Luft erschließt sich die einzigartige Schönheit der Südtiroler Bergwelt erst richtig. Helikopterrundflüge gibt es ab Pontives im Grödnertal schon ab 120 € pro Person (www.elikos.com).
© stock.adobe.com/Zagler, Thomas
Frostberegnung schützt zarte Apfelblüten
w Wo der Frühling duftet Schennas > schönster Frühlingsbote besteht aus Abermillionen weiß-rosa Apfelblüten, die den Meraner Talkessel oft schon im März zum Duften und Leuchten bringen.
e Dolomiten-Idyll Im Herz des UNESCO-Weltnaturerbes Dolomiten liegt der Pragser Wildsee >. Er ist der Inbegriff urtümlichen Bergidylls und wird nicht umsonst auch »Perle der Alpenseen« genannt.
r Wein ganz weit oben Den Titel als »höchstgelegener Weinberg Europas« hat der Vinschgau vom Schweizer Wallis übernommen: Aus vier Rebsorten am Steilhang unterhalb des 1340 m hoch gelegenen Klosters Marienberg > werden fünf verschiedene Weine gekeltert (www.calvenschloessl.eu).
t Das Latemarium Die spektakuläre Aussichtsplattform in Schneckenoptik, die oberhalb von Obereggen > im Eggental über den Fels ragt, bietet gigantische Blicke auf die umliegende Gipfelwelt (www.latemarium.com).
y Weltcup in Alta Badia Die Gran-Risa-Piste herunter vom Piz la Villa > gehört zu den traditionsreichsten und schwersten Abfahrtsstrecken im alpinen Skiweltcup. Der Riesenslalom jedes Jahr kurz vor Weihnachten ist ein Klassiker und Topereignis für alle Skibegeisterten.
© Shutterstock/trotalo
Blick auf die Drei Zinnen
u Drei Zinnen Eine beeindruckende Sicht auf das Wahrzeichen der Sextener Dolomiten gewährt der Toblacher Drei-Zinnen-Blick von Höhlenstein im gleichnamigen Tal. Dort befindet sich auch ein kostenloses Fernrohr.
i Mit Schild und Schwert zurück ins Mittelalter Schluderns im Vinschgau > ist Schauplatz der Südtiroler Ritterspiele Ende August. Besucher erleben farbenprächtige Reitturniere, Schaukämpfe und Umzüge, Konzerte vor historischer Kulisse, Gaukler, Artisten, einen Markt mit mittelalterlicher Küche und Handwerkskunst (www.ritterspiele.it).
o Südtirol in Miniatur Vom Brenner bis zum Vinschgau: Die »Eisenbahnwelt« Online-Karte in Rabland hat auf 300 m² Südtiroler Landschaften im Maßstab 1 : 87 nach- und die größte digitale Modelleisenbahnanlage Italiens aufgebaut (Geroldplatz 3, Partschins/Rabland, www.eisenbahnwelt.eu).
© laif/Heuer, Frank
Die arbeitsintensive Pflege der Reben und Trauben ist die Sache erfahrener Weinbauern
p Neue Weinarchitektur Schluss mit dunklen Kellern. Südtiroler Wein ist modern, und so wollen ihn die Winzer auch präsentieren. Es gibt etliche architektonische Highlights, darunter die lichtdurchflutete Kellerei der Winzergenossenschaft Online-Karte in Tramin (Weinstr. 144, www.cantinatramin.it)>.
Q Heilige Medizin Wenn es zwickt und zwackt, dann hilft Medizin aus den Bergen wie etwa »Spirito Gallico« von Dr. Rössler, ein Branntweingel mit Südtiroler Latschenkieferöl. Erhältlich in gut sortierten Drogerien und Apotheken (250 ml 13,50 €).
W Süß und trocken Die Tradition des Dörrens wird in Südtirol schon seit vielen Jahren gepflegt. Ein Klassiker sind Vinschgauer Marillen: 50 g für 3,70 € beim Kandlwaalhof in Laas (Unterwaalweg 10, www.luggin.net).
E Gut beschürzt Nur in Blau ist die Bauernschürze das Südtiroler Original. Einst reine Arbeitskleidung, ist das gute Stück zum alpinen Lifestyle aufgestiegen. Kaum ein Südtiroler Wochenmarkt oder Souvenirshop, in dem es nicht die typische blaue Schürze zu kaufen gibt.
R Wein vom Gipfelstürmer Reinhold Messner gehört auch das kleine, feine Weingut Unterortl unweit von Schloss Juval. Köstlich ist z.B. der weiße Juval Glimmer 2017 (www.unterortl.it).
T Alles Knödel Wer die Südtiroler Küche lieben gelernt hat und sie auch zu Hause nicht missen möchte, findet im Kochbuch »So genießt Südtirol – 33 × Knödel« viele Anleitungen zum Selbermachen (12 €, Athesia BuchOnline-Karte, Lauben 186, Meran, www.athesiabuch.it).
© Südtirol Marketing/Blickle, Frieder
Südtiroler Obst in destillierter Form
Y Süße Früchtchen Südtirol ist Obstland. Im Hofladen des Frötscherhofes Online-Karte hoch über Brixen gibt es herrlich schmackhafte Fruchtaufstriche, etwa Holunder-Zwetschge oder Erdbeere-Rhabarber (Mellaun 174, Brixen/St. Andrä, www.froetscherhof.com).
U Hochprozentiges In Südtirol hat das Schnapsbrennen eine lange Tradition. Jeder Bauer hütet das Geheimrezept seiner Edelbrände wie einen Schatz, so auch Mathias Lamprecht vom Lahnerhof Online-Karte in Marling (Brugger Weg 2).
I Originelles aus Zeitungen Besondere Schmuckstücke fertigt Eva Maria Moser, nämlich Ringe, Ohrringe und Halsschmuck aus Zeitungspapier. Stöbern und schmökern können Sie in ihrem Shop in der Pension An der Linde Online-Karte in Algund (Mitterplars 15, www.evamariamoser.com).
O Aus Holz zum Tragen Norbert Öttl und Caterina Praticò kreieren Taschen aus Holz. Das Resultat aus diesem genialen Mix von Handwerk und Design sind einzigartige Modeaccessoires made in Südtirol (ab ca. 95 €, Werkstatt und Showroom, Online-Karte, Dorfstr. 69, 39040 Vahrn, www.embawo.com).
P Geschützte Flora pflücken Vom submediterranen Diptam bis zum hochalpinen Gletscherhahnenfuß – in Südtirol findet sich eine äußerst vielfältige Flora. Damit das so bleibt, sollten Besucher vor allem die 84 streng geschützten Pflanzen dort lassen, wo sie wachsen. Im Zweifel lieber gar keine Pflanzen mitnehmen.
a Leicht bekleidet auf den Berg Das Wetter kann sich in den Dolomiten auch im Sommer schnell ändern. Ein Schneesturm im T-Shirt ist aber kein Spaß.
s Das Glas Rotwein am Vormittag Merkwürdig, aber eine Tatsache: Nur wenn Sie als notorischer Säufer gelten wollen, sollten Sie vormittags Rotwein bestellen. Trinken Sie lieber ein Glas Weißwein.
d Spaghetti mit Gabel und Löffel essen Dies gilt als ausgesprochen unfein. Außerdem sind Nudeln (pasta) nicht nur als Beilage, sondern als eigener Gang in einem Menü zu betrachten.
f Drinnen rauchen Schon lange hat sich das Staatsgesetz zum Schutz der Nichtraucher durchgesetzt. Das heißt, man darf nur in explizit gekennzeichneten Raucherlokalen oder vor dem Haus rauchen.
g Der klassische Fauxpas Nach dem feinen Essen ordern Sie einen Cappuccino oder schlimmer noch, einen Latte Macchiato. Gilt auch in Südtirol als Barbarei. Besser einen Espresso bestellen.
h Ciao! Das klingt sympathisch und locker. Aber so grüßt man nur Bekannte und Freunde, nicht den Kellner, den Gastwirt, den Verkäufer oder den Schaffner.
j »Trockenen Wein« bestellen Damit outen Sie sich als ahnungsloser Tourist. Trockener Wein zum Essen ist in Südtirol eine Selbstverständlichkeit – und auf Eiswürfel im Wein verzichten Sie auch besser.
k Einheimisch, aber richtig Man sollte die Einheimischen tunlichst nicht als Italiener, Österreicher oder Deutsche bezeichnen. Richtig ist ausschließlich Südtiroler.
l Bozener Stau An einem regnerischen Samstagvormittag mit dem Auto nach Bozen zu fahren, wird zur Geduldsprobe. Nehmen Sie lieber die öffentlichen Verkehrsmittel!
© Shutterstock/JohannesS
In Ladinien ist die Beschilderung sogar dreisprachig – sonst deutsch und italienisch
A Vipiteno statt Sterzing
