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Mit einer treffenden Bemerkung können Sie Konflikte entschärfen, Sympathien ernten, peinliche Situationen meistern oder Ihre Mitmenschen zum Lachen bringen. Und das Beste ist: Schlagfertigkeit lässt sich lernen. Mit diesem Buch stellen Sie Ihre Schlagfertigkeit systematisch auf. Sie lernen die gebräuchlichsten Grundtechniken kennen, erfahren, wie man sie einsetzt und und in welchen Situationen Vorsicht geboten ist. Zudem üben Sie, Ihre Witzfertigkeit zu schärfen, Ihren Wortschatz zu erweitern und unfaire Angriffe zu parieren. Inhalte: - Schlagfertig werden, aber wie? - Körpersprache und Stimme - Blockaden verstehen und durchbrechen - Vorgehen bei Wut - Schläge unter die Gürtellinie parieren - Wie Sie andere zum Lachen bringen - Schlagfertig vor PublikumNeu in der 5. Auflage: - Sich gegenüber rücksichtslosen Alphatieren behaupten - Habe ich was Falsches gesagt? - Was tun, wenn Sie selbst wütend werden? - Aktualisierte Beispiele
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Seitenzahl: 383
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Matthias Nöllke
Schlagfertigkeit
5. Auflage, September 2022
© 2022 Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg
haufe.de
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Dieses Buch ist vor mehr als zwanzig Jahren zum ersten Mal erschienen – damals noch in gelbem Einband mit Eiern auf dem Cover. Schnell entwickelte es sich zu einem überaus beliebten Standardwerk, was wohl auch daran lag, dass es damals noch nicht so viele Bücher zu diesem Thema gab. Trainer und Seminarleiterinnen empfahlen die Lektüre oder nutzten das Buch in ihren Kursen. Und auch in den Medien wie FAZ, Süddeutsche, Tagesspiegel oder ZEIT fand das »Eierbuch« mit seinen einfachen und wirksamen Techniken immer wieder Aufmerksamkeit. Dabei habe ich diese Techniken nicht erfunden. Vielmehr stammen sie aus unterschiedlichen Quellen, die hier auch genannt werden. Zusammen bilden sie einen Fundus, auf den Sie im Fall des Falles zurückgreifen können.
Nun hat sich in den zwanzig Jahren seit dem Erscheinen des Buchs einiges geändert. Deshalb haben wir in jeder Neuauflage die Techniken ergänzt und die Beispiele aktualisiert. Der Ton ist lockerer, mitunter auch schärfer und respektloser geworden – im Beruf und in der Freizeit. Zugleich hat aber auch die Sensibilität zugenommen. Eine flapsige Bemerkung wird nicht mehr einfach so hingenommen wie vielleicht noch vor einigen Jahren. Sie stößt auf Widerspruch, manche fühlen sich verletzt und zeigen das auch. Dies kann man durchaus positiv sehen. Doch sind nun viele verunsichert und haben Sorge, etwas »Falsches« zu äußern und sich ins Abseits zu stellen. Nicht gerade günstige Voraussetzungen für Schlagfertigkeit.
Und so werden wir uns in der vorliegenden Neuauflage genau mit diesen Themen beschäftigen: Wie kann ich mich gegenüber rücksichtslosen Alphatieren behaupten? Wie bleibe ich souverän, ohne sie vor den Kopf zu stoßen? Und überhaupt: Welche weichen Techniken gibt es, die dennoch Stärke ausstrahlen? Wie reagiere ich schlagfertig bei sensiblen Themen? Und schließlich: Was kann ich tun, wenn mir eine böse Bemerkung rausgerutscht ist? Gibt es eine Möglichkeit, die Situation zu retten?
Außerdem haben wir die Beispiele ergänzt und aktualisiert. So kommen die Virologin Sandra Ciesek, der Grünen-Politiker Omid Nouripour und der Journalist Denis Yücel zu Wort. Aber auch Äußerungen, die eher den »Klassikern« zuzurechnen sind und einfach gut passen, haben wir hier ergänzt. Abschließend möchte ich mich noch bei Haufe Publishing und meiner Lektorin Anne Rathgeber bedanken. Dass dieses Buch als »Schlagfertigkeit 5.0« erscheinen kann, ist vor allem ihnen zu verdanken. Wenn Sie Fragen oder Interesse an einem Schlagfertigkeitstraining oder einem Workshop haben, schreiben Sie an den Verlag oder an [email protected]. Und damit wünsche ich viel Vergnügen bei der Lektüre.
München, im Juni 2022
Matthias Nöllke
Schlagfertigkeit macht vieles leichter: Mit einer treffenden Bemerkung können Sie unfaire Angriffe abwehren, Konflikte entschärfen, Sympathien ernten, peinliche Situationen meistern oder Ihre Mitmenschen zum Lachen bringen – was manchmal Wunder wirken kann. Wer schlagfertig ist, setzt sich im Allgemeinen besser und vor allem schneller durch. Ob im Berufsleben oder privat: Wer schlagfertig ist, kann mit größerer Aufmerksamkeit und höherer Zustimmung rechnen. Nicht immer gewinnt das beste Argument. Gelegentlich müssen Sie sich mit unsachlichen Angriffen, Ablenkungsmanövern, emotionalen Ausbrüchen oder provokanten Fragen auseinandersetzen. Wenn Ihnen dabei die Worte fehlen, geraten Sie schnell ins Hintertreffen.
Doch wie wird man schlagfertig? Kann man das überhaupt lernen und trainieren? Oder ist das nicht vielmehr vom Naturell abhängig? Es gibt nun mal Menschen, die besonders wortgewandt sind, schneller als andere schalten oder wenigstens eine große Klappe haben, sodass sie sich nicht unterbuttern lassen. Andere hingegen tun sich da schwerer, sind eher bedächtig und wägen ihre Worte sorgfältig ab, was dann etwas dauern kann. Oder sie sind zu höflich, um einfach eine freche Bemerkung rauszuhauen.
Doch gerade Letztere haben den größten Nutzen, wenn sie sich mit dem Thema Schlagfertigkeit beschäftigen. Dabei geht es gerade nicht darum, sein Wesen zu verändern oder den Leuten mit der großen Klappe nachzueifern. Vielmehr sollen verschiedene Techniken dabei helfen, rechtzeitig die passenden Antworten parat zu haben. Passend bedeutet: passend zur Situation, aber auch passend zur eigenen Persönlichkeit.
Unser Buch hat das Ziel, dass Ihnen das gelingt. Sie werden Ihre Schlagfertigkeit systematisch aufbauen und trainieren, Sie werden die gebräuchlichsten Grundtechniken kennenlernen, Sie werden erfahren, wie man sie einsetzt und in welchen Situationen Vorsicht geboten ist. Sie üben ein, wie Sie Ihre Witzfertigkeit schärfen, Ihren Wortschatz erweitern und unfaire Angriffe souverän parieren können. Dabei werden Sie hoffentlich schnell feststellen, dass Schlagfertigkeit nicht nur nützlich ist, sondern auch Vergnügen bereitet.
In der ersten Lektion erfahren Sie, was Schlagfertigkeit mit Ihrer Körpersprache zu tun hat und warum es nicht ausreicht, die richtigen Sätze zu sagen. Wir beschäftigen uns mit der Körperhaltung, der Gestik, der Mimik, dem Einsatz der Stimme und dem Blickkontakt.
Es kommt nicht nur darauf an, was wir sagen. Mindestens ebenso wichtig ist, wie wir es sagen. Und bei dem Wie spielt die Körpersprache eine ganz entscheidende Rolle. Die Körpersprache ist sozusagen das Fundament, auf das wir unsere schlagfertige Antwort aufbauen. Wenn das Fundament wackelig ist, gerät auch der Aufbau ins Rutschen. Was Sie mit Ihrem Körper ausdrücken und was Sie mit Ihren Worten sagen, sollte miteinander in Einklang stehen. Gibt es da einen Widerspruch, so wird sich Ihr Publikum immer an das halten, was Ihr Körper zu »sagen« hat.
Beispiel: Wenn der Motivator weiche Knie bekommt
Die Firma Wendeler steckt in der Krise; die Umsatzzahlen sind rückläufig, Kunden wandern ab. Der Geschäftsführer Heinz Küpper tritt mit einer flammenden Rede vor die Belegschaft, um ihr Mut zuzusprechen. Seine Botschaft: Gemeinsam werde man die Krise meistern. Es gebe bereits Anzeichen einer Verbesserung der Situation. Dabei hält sich Küpper mit beiden Händen am Rednerpult fest, in geduckter Haltung liest er seine Rede ab; an besonders dramatischen Stellen hebt er seine Stimme und ballt die Faust, um sie gleich darauf schlaff neben sich hinsinken zu lassen. Gegen Ende der Rede fangen seine Knie ganz leicht zu zittern an. Welche Botschaft vermittelt er wohl seiner Belegschaft? Niemand der Anwesenden ist überzeugt, dass es jetzt aufwärtsgeht. Manche denken: Der arme Küpper, andere fühlen sich verschaukelt: Warum erzählt der uns solche Märchen, an die er selbst nicht glaubt?
Der Körper lügt nicht – zumindest nicht so offensichtlich
Mit unserem Körper senden wir ständig Signale aus. Häufig sind wir uns dieser Signale gar nicht bewusst. Teilweise sind sie auch der bewussten Kontrolle entzogen. Wenn sich Schweißperlen auf Ihrer Stirn bilden, sich Ihr Puls beschleunigt oder wenn Sie rot werden, dann geschieht dies einfach mit Ihnen – möglicherweise sogar gegen Ihren Willen. Wenn Sie versuchen, diese unwillkürlichen Körpersignale zu unterdrücken, und gegen sie ankämpfen, so kann die Sache nur schiefgehen. Ihr Körper verrät Sie, ob Sie wollen oder nicht.
Körpersprache ist etwas ganz Fundamentales, sie ist ursprünglicher als alles, was wir mit Worten ausdrücken. Daher ist sie auch überzeugender. Wenn Ihnen jemand mit[30]teilt, er sei »zutiefst erschüttert«, so werden Sie ihm keinen Glauben schenken, wenn sein Körper nicht dieselbe Botschaft aussendet. Auch wenn er im Ausdruck neutral bleibt, werden Sie ihm die Sache nicht recht abnehmen. Wenn er hingegen gar nichts sagt und einfach nur in sich gekehrt zu Boden starrt, so muss er Ihnen vermutlich seine Erschütterung gar nicht sprachlich mitteilen, damit Sie wissen, was mit ihm los ist.
Kein Zweifel, die Körpersprache ist glaubwürdiger. Und doch kann man auch mit dem Körper lügen oder zumindest etwas vortäuschen. Die Sache ist etwas langwieriger und komplizierter, aber es funktioniert. Sonst gäbe es keine Schauspieler und keine erfolgreichen Hochstapler. Denn wer mit Worten lügen will, muss mit dem Körper anfangen. Uns geht es aber nicht ums Lügen, sondern um einen überzeugenden Ausdruck dessen, was wir sagen wollen. Und da können wir unserer Körpersprache durch ein paar kleine Kniffe aufhelfen.
Es ist schwieriger, vorhandene Gefühle zu verbergen, als nicht vorhandene vorzutäuschen.
La Rochefoucauld
Wie wir bei den anderen ankommen, das entscheidet sich bereits durch unsere Körperhaltung. Wer mit verschränkten Armen vor seinen Zuhörern sitzt und sie zu einer »lebhaften Diskussion« auffordert, darf sich nicht wundern, wenn sie ausbleibt. Denn die verschränkten Arme signalisieren: Ich blocke ab.
Auf der anderen Seite wirkt jemand einladend, der mit offenen Armen auf uns zugeht (wie es manche Redner und Moderatoren tun). Was aber das Erstaunlichste ist: Durch die Haltung, die wir einnehmen, beeinflussen wir nicht nur die Art, wie uns die anderen wahrnehmen, vor allem nehmen wir auch Einfluss auf uns selbst, wie wir uns fühlen, wie wir die Situation erleben und welche Gedanken uns durch den Kopf gehen.
Welche Gefühle wir haben, bringen wir durch unsere Körpersprache zum Ausdruck. Es ist aber auch umgekehrt: Unsere Haltung wirkt auf unser inneres Erleben zurück. Sie kennen das vielleicht aus Stress-Situationen:
Sie sind verunsichert, Ihr Körper spannt sich an, Ihr Atem wird flacher, Ihr Mund wird trocken, Sie fühlen sich elend, Sie sollen etwas sagen, bringen kaum etwas heraus, [31]Ihre Stimme ist brüchig, das erschreckt Sie noch mehr und verstärkt Ihren Stress. Sie kommen einfach nicht aus dieser Spirale des Elends heraus.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine Spirale des Gelingens. Es geht Ihnen gut, Sie treten selbstbewusst durch die Tür, die anderen geben Ihnen zu verstehen: Ja, den halten wir für selbstbewusst. Das macht Sie sicherer. Sie reden mit fester Stimme, äußern mit der größten Selbstverständlichkeit Dinge, die Ihnen vorher nie eingefallen wären. Sie halten sich für überzeugend und Sie sind es auch. Und weil Sie es sind, halten Sie sich für noch überzeugender und bringen das wiederum zum Ausdruck. Daraus ergibt sich eine Aufwärtsbewegung:
Äußere und innere Signale verstärken einander und können bewirken, dass wir über uns hinauswachsen
Der Zusammenhang zwischen Ausdruck und Gefühl ist vielfach beschrieben worden und wird sogar therapeutisch genutzt. Wenn wir lächeln, und zwar richtig, also nicht unser Höflichkeitslächeln aufsetzen, dann zeigt dieses Lächeln nicht nur an, dass wir guter Stimmung sind, sondern es löst gleichzeitig positive Gefühle aus. Die Blutgefäße weiten sich, die das Hirn mit Sauerstoff versorgen, die Stirn entspannt sich, wir sind freier in unserem Denken, unser geistiger Horizont weitet sich. Tatsächlich gibt [32]es eine »Therapie des bewussten Lächelns«, die auf natürliche Weise Stress überwinden hilft. Wer sich ängstlich, nervös oder blockiert fühlt, der soll ganz bewusst lächeln und regelmäßig seine Mundwinkel nach oben ziehen. Wissenschaftler vermuten, dass es eine Verbindung zwischen bestimmten Muskelaktivitäten und entsprechenden Hirnzentren gibt. Anders gesagt: Wenn Sie schlechter Stimmung sind, können Sie Ihre Laune einfach dadurch verbessern, dass Sie Ihre äußere Haltung, Ihren Ausdruck verändern. Vorausgesetzt, dass Sie das überhaupt wollen.
Der Effekt hat weitreichende Konsequenzen für unser Thema. Bevor Sie weiterlesen, sollten Sie es einmal an sich selbst ausprobieren. Mit der Übung »Facebuilding«, ein Begriff, der auf den Humoristen René Schweizer zurückgeht.
Übung: »Facebuilding«