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Eine Liebe in Zeiten der Verfolgung: Hans Keilsons Sonette für Hanna in einer zweisprachigen Ausgabe. Seit 1936 im holländischen Exil, verliebt sich Hans Keilson während der Untertauchzeit 1944 in die junge Hanna Sanders – davon berichtet sein ›Tagebuch 1944‹. Unter dem Eindruck dieser Liebe, aber auch im Spannungsfeld zwischen zwei Kulturen und Sprachen schreibt er einen Zyklus von 46 Sonetten, in denen die grausamen Umstände von Krieg und Verfolgung und das Nachdenken über Liebe und Dichtung ihren Widerhall finden. Der Dichter Jos Versteegen hat nun die Sonette zum ersten Mal ins Niederländische, in die eigentliche Sprache der Liebenden, übertragen und gemeinsam mit Marita Keilson-Lauritz kommentiert. Diese zweisprachige Ausgabe erscheint gleichzeitig im Verlag Nieuw Amsterdam.
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Seitenzahl: 174
Veröffentlichungsjahr: 2016
Dr. Hans Keilson
Deutsch-Niederländisch
Als nach dem Tod Hans Keilsons 2011 seine Frau Marita den Nachlass ordnete, fand sie ein mit Schreibmaschine getipptes Konvolut mit 46 Sonetten, die sie zunächst für Übersetzungen hielt, da Hans Keilson selbst nie von einem eigenen Sonettzyklus gesprochen hatte.
Erst bei der Transkription des in der Untertauchzeit verfassten ›Tagebuchs 1944‹ wurde der Zusammenhang klar: Inspiriert von seiner Liebe zur jungen Hanna Sanders, einer jüdischen Niederländerin, die ebenfalls untergetaucht war, aber auch beeinflusst durch das Grauen der Zeitumstände, schrieb Hans Keilson die 46 Sonette in seinem Versteck in Delft – in Deutsch, der Sprache des gemeinsamen Feindes.
Der holländische Lyriker Jos Versteegen hat die Sonette nun ins Niederländische übertragen und damit in die eigentliche Sprache der Liebenden. Zusammen mit Marita Keilson-Lauritz hat er diese zweisprachige Ausgabe, die gleichzeitig in den Niederlanden erscheint, ediert und kommentiert.
Weitere Informationen finden Sie auf www.fischerverlage.de
Zwischen den Kulturen – zwischen den Sprachen
Tussen twee culturen – tussen twee talen
Sonette für Hanna Sonnetten voor Hanna
I
I
II
II
III
III
IV
IV
V
V
VI
VI
VII
VII
VIII
VIII
IX
IX
X
X
XI
XI
XII
XII
XIII
XIII
XIV
XIV
XV
XV
XVI
XVI
XVII
XVII
XVIII
XVIII
XIX
XIX
XX
XX
XXI
XXI
XXII
XXII
XXIII
XXIII
XXIV
XXIV
XXV
XXV
XXVI
XXVI
XXVII
XXVII
XXVIII
XXVIII
XXIX
XXIX
XXX
XXX
XXXI
XXXI
XXXII
XXXII
XXXIII
XXXIII
XXXIV
XXXIV
XXXV
XXXV
XXXVI
XXXVI
XXXVII
XXXVII
XXXVIII
XXXVIII
XXXIX
XXXIX
XL
XL
XLI
XLI
XLII
XLII
XLIII
XLIII
XLIV
XLIV
XLV
XLV
XLVI
XLVI
Eine Liebe in Zeiten der Verfolgung
Wer ist Hanna?
Die Sonette
Een liefde in de onderduik
Wie was Hanna?
De sonnetten
Notizen zu den Sonetten
I: Ich Sohn, Du Tochter
II: Des Denkens müd
III: Bekenn Dein Alter
IV: Als ich mich näher bog
V: Ist’s Liebe? Ist es Freundschaft?
VI: Komm sing!
VII: Die Schwester, als sie weinte
VIII: Ich kenne Dein Gesicht
IX: Erst branntest Du
X: Mein erster Vers!
XI: Bin ich Dein Mund
XII: Die kleine Kammer
XIII: Brich mich noch einmal!
XIV: Das erste Mal, dass ich sie sah
XV: Mein Elternhaus
XVI: Die ersten Zärtlichkeiten
XVII: Die Liebe hat tiefstes Grauen
XVIII: Die Stunden all
XIX: Musik dem Ohr!
XX: Mein Mund, wie stumm
XXI: Du kamst des Abends
XXII: Zuweilen bin ich meinem Herzen fremd
XXIII: Der Tod ist so alltäglich
XXIV: Oft denk ich: wenn ich alt bin
XXV: Die Zeit des Grauens
XXVI: Komm schlaf!
XXVII: Krieg und Verfolgung
XXVIII: Tiefe Gespräche
XXIX: Liebe den Freund nicht nur
XXX: So viele sind’s
XXXI: Wie wenn ein Geiger
XXXII: Weh jenem, der Liebesgesänge singt
XXXIII: Dein Aug’ hat Tränen, Küsse hat Dein Mund
XXXIV: Die Dunkelheit
XXXV: Nimm Lüge, Kunst, Verstellung, Eitelkeit
XXXVI: ’S ist Totenfeier!
XXXVII: Gas!
XXXVIII: Wenn mein Verstand
XXXIX: Unsterbliche Gedichte
XL: Sieh, dies ist unser Feind
XLI: Unsterblichkeit!
XLII: Nur ein Gesang
XLIII: Wann endet Liebe
XLIV: Ward je der Zunge
XLV: Wenn Deine Augen
XLVI: So manche Tat aus früherm Jahr
Notities bij de sonnetten
I: Wij, zoon en dochter
II: Het peinzen, steeds die angst
III: Wat is je leeftijd
IV: Ik boog voorover
V: Is ’t liefde? Vriendschap?
VI: Kom, zing!
VII: Mijn zuster, toen ze huilde
VIII: Zo ken ik jouw gezicht
IX: Eerst jij: een brand achter een berg
X: Mijn eerste vers!
XI: Ben ik jouw mond
XII: De kleine kamer
XIII: Breek mij nog eenmaal!
XIV: Zij stond, de eerste keer dat ik haar zag
XV: Mijn ouderhuis
XVI: De eerste tederheden
XVII: De liefde kent huiver
XVIII: Van haar zijn deze uren
XIX: Muziek voor ’t oor!
XX: Door kussen van jóúw mond
XXI: Je kwam hier ’s avonds
XXII: Soms is mijn eigen hart mij niet vertrouwd
XXIII: Een alledaagsheid als een glas
XXIV: Vaak denk ik: als ik oud ben
XXV: Gruwtijd
XXVI: Kom, slaap!
XXVII: Oorlog, vervolging
XXVIII: Gesprekken, diep
XXIX: Heb niet alleen je vrienden lief
XXX: Talrijk zijn zij
XXXI: Zoals een violist
XXXII: Wee hem, die liederen van liefde zingt
XXXIII: Je mond die kussen, je oog dat schreien kan
XXXIV: De duisternis
XXXV: Neem leugens weg, kunst, veinzen, ijdelheid
XXXVI: ’t Is dodendag!
XXXVII: Gas!
XXXVIII: Wanneer ’t verstand
XXXIX: Verzen, onsterfelijk
XL: Zie, dit is onze vijand
XLI: Onsterfelijkheid!
XLII: Eén zang slechts
XLIII: Wanneer sterft liefde
XLIV: Heeft ooit een dichter
XLV: Wanneer jouw ogen
XLVI: Zo veel van wat ik deed in vroeger jaren
Quellen/Bronnen
Archive/Archieven
Dank
Es ist der Sommer 1944, im fünften Jahr der deutschen Besetzung der Niederlande. Hans Keilson, vierunddreißig Jahre alt, geboren in Bad Freienwalde an der Oder, geflohen vor der Judenverfolgung in Deutschland, eingeholt vom Verfolger, lebt versteckt bei niederländischen Freunden in Delft. Dort lernt er eine niederländische junge Frau kennen und lieben, jüdisch wie er, untergetaucht lebend wie er. Für sie schreibt er sechsundvierzig Sonette – auf Deutsch. Und das heißt: in der Sprache des gemeinsamen Feindes.
Wie sehr ihm dieser Umstand ein Problem wurde, lässt sich auch in diesen Sonetten nachlesen. Und so schienen mir diese Gedichte, die hier erstmals in einer selbständigen Ausgabe vorliegen, auch einen Auftrag zu enthalten: sie zu überführen (fast möchte man sagen: zurückzuführen) in die Sprache, in der sie ›eigentlich‹ hätten geschrieben werden sollen. Das ist mit der dem Original verpflichteten und doch irgendwie ›neu‹ klingenden, liebevollen Übertragung von Jos Versteegen möglich geworden. Und so stehen sie hier nun in der Sprache des Liebenden – in der Sprache des Dichters – und in der Muttersprache der Geliebten von einst.
Diese Zweisprachigkeit, von der in den Sonetten mehr als ein aus dem Niederländischen übernommenes Wort zeugt, ist zugleich symbolisch für die Existenz von Hans Keilson: fünfundsiebzig Jahre in den Niederlanden, als niederländischer Arzt, aber als Schriftsteller und Dichter mit einem deutschsprachigen literarischen Werk, und mit Wurzeln, die im Osten Deutschlands liegen, in einer kleinen jüdischen Gemeinschaft, die es dort nicht mehr gibt. Aber dessen Kinder und Kindeskinder als Niederländer aufwachsen, und die nun in ihrer niederländischen Muttersprache die Gedichte ihres Vaters und ihres Großvaters lesen und lieben.
›Mein Großvater schrieb Gedichte‹, sagt die siebenjährige Leila stolz zu ihren Freundinnen. Und dann liest sie ihnen vor, was vor mehr als siebzig Jahren in Delft auf Deutsch geschrieben wurde – auf Niederländisch.
Marita Keilson-Lauritz
Bussum/Niederlande, im Februar 2016
Het is zomer 1944, het vijfde jaar van de Duitse bezetting van Nederland. Hans Keilson, 34, geboren in Bad Freienwalde aan de Oder, gevlucht voor de jodenvervolging in Duitsland, ingehaald door zijn vervolgers, is ondergedoken bij Nederlandse vrienden in Delft. Daar ontmoet hij een jonge Nederlandse vrouw. Het is liefde op het eerste gezicht. Voor haar schrijft hij zesenveertig sonnetten – in het Duits. Dat wil zeggen: in de taal van de vijand, haar vijand maar ook zijn vijand.
Dat hem dat niet onberoerd laat, valt in deze sonnetten te lezen. En dus leken deze gedichten, die hier voor het eerst in een aparte editie worden uitgegeven, tevens een opdracht te bevatten: ze dienden terug te keren naar de taal waarin ze ›eigenlijk‹ hadden moeten worden geschreven: het Nederlands. De prachtige vertaling, waar Jos Versteegen een jaar aan heeft gewerkt, maakt dat mogelijk. Ze zijn er nu in beide talen, in de moedertaal van de dichter en in de taal van de geliefde van toen.
De tweetaligheid van deze editie, die overigens in de oorspronkelijke sonnetten ook al zichtbaar is door de vele uit het Nederlands overgenomen woorden, is tevens symbolisch voor het leven van Hans Keilson: hij woonde vijfenzeventig jaar in Nederland, werkte hier als Nederlandse arts, maar schreef zijn proza, poëzie en essays in het Duits. Hij woonde en werkte hier, maar had wortels in het oosten van Duitsland, in een kleine Joodse gemeenschap, die daar niet meer bestaat. Zijn kinderen en hún kinderen zijn in Nederland geboren en getogen. Zij lezen de gedichten van hun vader en grootvader nu in hun moedertaal.
En ze houden van deze gedichten. ›Mijn opa schreef gedichten,‹ zegt Leila (7) trots tegen haar vriendinnen. En dan leest ze voor wat hij zeventig jaar geleden in Delft in het Duits heeft geschreven – in het Nederlands.
Marita Keilson-Lauritz
Bussum, februari 2016
Hans Keilson
Ich Sohn, Du Tochter, Kinder eines Blutes,
dem Tod so bitter-reif in seiner Mahd,
tief in dem Dunkel unseres Leidenmutes
gärte sein Gift ein Korn zu neuer Saat.
Zu neuer Saat! Und wie zu einem Frieden
der Liebe Stimmen, dass wir nicht verwaist.
Erspäht hat uns sein Aug, jedoch gemieden
die bleiche Hand, die unversöhnlich kreist.
Wir nehmen, Liebste, alles mit hinein
in die Umarmung, Tod und fahles Grauen.
Kein Kuss, den wir in Tränen nicht anschauen.
Und wissen nicht, hören wir nächtens schreien,
ruft’s aus der Erde, singt es einen Reihen,
ist es Verwesung, ist’s ein Liebesbauen?
Wij, zoon en dochter van hetzelfde bloed,
zo bitter-rijp, klaar voor de zeis, als graan –
diep in de nacht van onze lijdensmoed
maakte de dood uit gif nieuw zaaigoed aan.
Nieuw zaad! En wij waren niet ouderloos,
zo spraken liefdesstemmen, en ’t leek vrede.
Zijn oog zag ons; zijn hand, meedogenloos
en bleek, ging rond maar heeft ons steeds vermeden.
Mijn lieveling, omhelzen wij elkaar,
dan zijn ook dood en grauw afgrijzen daar.
Wij zien geen kus zonder een traan te laten.
En wat is dat rumoer, ’s nachts, in de straten?
Kreten, diep uit de grond? Een zingen, luid?
Is het bederf of liefde die ontspruit?
Des Denkens müd, der Ängste ohne End,
gleich nächt’gen Augen an gebrochenen Scheiben,
sass ich am Wasser, wo die Wellen treiben
den dunklen Sternenstrom zum Firmament.
Und Seufzerwolken, die kein Wind vertrieb
und kein Gebet. Mein Liedermund so kalt!
In meiner Hand die Gerte und ich hieb
aufs Wasser ein mit liebloser Gewalt.
Und hinter mir Einer die Rute schwang
zu meinem Schlag. Ich wusste niemals: wer?
Er endete, als ich anhob Gesang.
Und wenn ich stockte, ging sein Atem schwer.
Abwechselnd so wir beide, ich und Er.
Ich sang und rang mit Ihm, wie Jacob rang.
Het peinzen, steeds die angst – ik was het moe.
Als ogen, ’s nachts, achter een ruit die brak,
zat ik aan ’t water, waar de sterrenvloed
donker opgolfde naar het hemeldak.
Mijn zuchtenwolken, die geen wind verjoeg
en geen gebed. Mijn liedermond – zo koud!
En in mijn hand hield ik een twijg en sloeg
venijnig op het water met dat hout.
Iemand, ook met een twijg, sloeg achter mij
dezelfde maat. Een raadsel: wie was hij?
Ik hief een lied aan. Hij hield op met slaan.
Zijn zware adem toen mijn zingen stokte.
Zo ging het telkens, om en om. Ik zong
en vocht met Hem als Jacob heeft gedaan.
Bekenn Dein Alter, sag mir Deinen Namen!
Halb Kind, halb Frau, und schon so untertan
dem tiefen Strömen. Deines Blutes Bahn
ist wie besät mit Liebe, die in Armen
ihr End nicht findet. Mit Erfüllung kamen
Träume, neue Wünsche. Und vertan
ist bald die Jugend. Einmal bricht der Wahn,
zurück senkt sich die Frucht in ihrem Samen.
Wer Dich anschaut, im Blicke unentschieden
ob er was reif, geniesst, die Knospe wacht,
ist seiner Ruh verlustig. Und kein Frieden
der ihm wie sonst den Schlaf ergeben bracht.
Er steht am Fenster. Dunkelheit hinieden.
Ein Stern flammt auf und schwindet in der Nacht.
Wat is je leeftijd en hoe luidt je naam?
Reeds nu gehoorzaam jij, half vrouw, half kind,
aan diepe driften. Door je aderbaan
stroomt volop liefde, die geen einde vindt
in minnaarsarmen. Zó ben je voldaan
en zó zijn daar je nieuwe dromen weer.
Straks is je jeugd verspild, straks breekt de waan
en legt de vrucht zich in haar zaden neer.
Wie naar jou kijkt en nog niet zeker is
of hij de bloem zal plukken die daar wacht
als knop – hij vindt geen rust meer. En geen vrede
brengt hem nog, trouw, de slaap voor moede leden.
Hij staat aan ’t venster, ziet de duisternis.
Een ster vlamt op en dooft dan in de nacht.
Als ich mich näher bog, sah ich in Dir
den starken Toten liegen, unbegraben,
seitlings der Mauer. Wie ihn Soldaten haben
liegen gelassen, so lag er schwer in Dir.
Sein Leichnam füllte ganz den Hintergrund
des Auges, dass Du ihn nicht sahst, geblendet,
bestürzt von jener Angst, die ihm geendet,
da er anheimfiel seiner letzten Stund.
Ich zögerte. Kann denn Geliebte sein,
wer sich so schwesterlich dem Tode gattet?
Mein toter Bruder, glüht Dein Kuss allein
nur jenen Lippen, die für mich ermattet?
Ich nahm Dich an der Hand, und wir zu zwein
haben ihn Aug an Aug in uns bestattet.
Ik boog voorover en ik zag in jou
een dode liggen, sterk nog, door soldaten
terzijde van de muur achtergelaten.
Zo, onbegraven, lag hij zwaar in jou.
Zijn lichaam vulde heel de achtergrond
van ’t oog: verblind was je, je zag hem niet,
besprongen door de angst die hem verliet
in hetzelfde uur dat hij zijn einde vond.
Ik aarzelde. Kan een vrouw je toebehoren
die voor de dood zo’n zusterliefde voelt?
Mijn dode broer, drijft slechts jouw kus nog gloed
in lippen die bij mij hun vuur verloren?
Ik nam je hand, hij daalde in ons af:
wij beiden werden, oog in oog, zijn graf.
Ist’s Liebe? Ist es Freundschaft? Blick und Kuss
tun uns genüge? Ist des Herzens Strahl
zu scharf geschliffen? Hat er seine Wahl
hinaufgehalten zu dem Thron des Genius?
Brennt jeglicher Berührung tieferes Greifen
zur Wunde in den lauteren Kristall
einer Verwandtschaft? Bricht der Überschwall
in seiner Inbrunst? Kann ein Reifen reifen?
So nah in der Entfernung, in der Nähe
so fern ist dies Vermählen ohne End
im Sichversagen, das sein ganzes Wehe
ergiesst wie ein berauschendes Ferment
– o Lust, die sich frei ohne Lust erspähe! –
in unsere Zwiesprach, die kein Name kennt.
Is ’t liefde? Vriendschap? Schenken blik en kus
voldoening? De – te scherpe? – hartstraal, reikt
zij naar omhoog, naar waar de genius
ten troon zit, opdat zo haar keuze blijkt?
Kan onze tastzin bij een dieper grijpen
brandwonden slaan in het kristal, zo puur,
dat zielsverwantschap is? Kan rijpheid rijpen?
De gloedgolf, breekt zij in haar eigen vuur?
Ver weg zijn in nabijheid en nabij
ver weg – zo, eindeloos, versmelten wij
én weren af, en onze smart, zo groot,
lijkt een ferment, wekt roes op en doorstroomt
– o, zag de lust zich lustvrij in ’t gelaat! –
ons tweegesprek waarvoor geen naam bestaat.
Komm sing! – Ich kann nicht singen. – Ein Lied?
Ich weiss nicht was. – ’S ist Scham? – Vielleicht
auch das. Mein Herz, wenn unerreicht
sein Klang ihm bleibt, der es verriet,
dämpft Trauer. Und wer trauert, flieht
Gesang. – Doch wenn sie einmal weicht
der Liebe? – Dann, ja, dann vielleicht
in meinen Mund ein Singen zieht …
Und als Du sangst, mit dunklem Beben
ein fremdes Volkslied, wie es Brauch,
als schlüge es mit leichten Stäben
in Dir den Takt zum Tanze auch,
spürt ich herauf vom Grund ein Schweben,
von Kuss und Zärtlichkeit den Hauch.
Kom, zing! – Maar zingen kan ik niet. – Een lied?
Ik weet niets. – Schaam je je? – Wellicht ook dat.
Mijn hartsklank, die mij vast verraden had,
sterft weg in droefheid als het doelwit niet
bereikt is. En wie wandelt in verdriet,
schuwt elk gezang. – Maar als de droefheid zwicht
voor liefde, op een dag? – Ja dan, wellicht,
dan legt zich op mijn lippen weer een lied…
En toen je zong, je stem een donker beven
dat hoorde bij het vreemde wijsje, was
het of in jou de maat werd aangegeven
met kleine, lichte stokjes, voor een dans,
en iets leek van de grond omhoog te zweven:
van kus en tederheid een eerste glans.
Die Schwester, als sie weinte, die ganze Nacht –
Ich lag jenseits der Wand und hörte, wie schwer
ihr Körper schluchzend sich verriet. So sehr
ist sie, die Ältere, anders, voll Stolz, nicht sacht
wie ich, die gerne weint … Als ich im Schacht
von ihrem Zimmer stand und um mich her
nur dieses dunkele Stossen, heftiger,
denn je mir eigenes, wundes Lieben bracht,
hab’ ich an ihrem Bett, als wär’s für mich,
die ganze Nacht Tränen geweint, um einen,
den mein Herz nicht meint. So bitterlich
hab ich noch nie gerufen. ’S gab keinen
anderen Weg zum Trost für sie und mich
als in dem grossen Weinen zu vereinen.
Mijn zuster, toen ze huilde, heel de nacht –
ik lag in bed en door de wand naast mij
klonk hartverscheurend snikken, zo liet zij
zich gaan, zij, ouder, anders, trots, niet zacht
als ik, die snel huilt… Eenmaal in haar klein
en smal vertrekje was er nog alleen
dat fel en donker schokken om mij heen,
feller dan ooit bij mij, bij liefdespijn,
en aan haar bed, de hele nacht, vergoot
ik tranen om wie ik niet eens beminde.
Zo bitter was mijn klagen, mijn geschrei
nog nooit geweest. Versmelten in een groot
en hevig huilen was voor haar en mij
de enige manier om troost te vinden.
Ich kenne Dein Gesicht, wenn’s trauert, lacht,
bei Tage, wenn es träumend still gedenkt.
Jetzt auch im Schlaf. Du warst mir neu geschenkt,
als ich Dich aus den Armen nahm der Nacht
in meinen Arm. Dein Auge bat: hab acht,
und schwieg. Jetzt weiss ich, was Dein Leben lenkt –
Doch Brust und Haar und Lippen, alles drängt
schon zu der einen, unerfüllten Macht.
Und ein Erstaunen, das die Seele netzt
mit tausend Wundern, hat sich ausgespannt
zwischen den Lidern unterm Firmament
und schützt den Schlaf zu zweit, der langsam brennt,
und von der Zärtlichkeit von Hand in Hand
ansteigt zur Innigkeit von Bald und Jetzt.
Zo ken ik jouw gezicht bij dag: het lacht,
is droevig of verzinkt in mijmerij.
En nu dan slapend. Nieuw was je voor mij
toen ik jou uit de armen van de nacht
in míjn arm nam. Je blik zei wat je dacht:
pas op, voorzichtig. Nu ken ik jouw aard –
maar borst, haar, mond, ik zie hoe alles naar
dat ene, machtige, onvervulde smacht.
Met duizend wonderen, zielsverkwikkend, spreidt
zich dan iets uit boven ’t gesloten oog:
een groot verbazen aan de hemelboog,
ons hoedend in de slaap, die zachtjes gloeit,
en uit liefkozend hand-vasthouden groeit
een straks, een nu van diepe innigheid.
Erst branntest Du, hinter dem Berg ein Feuer,
zur Flammenbrunst vom Sturm genährt im Tal,
mit Angst umgürtet, doch bald Rauch und Strahl.
So brach es durch der Seele fest Gemäuer.
Dann brannte ich, ein Glimmen unter Aschen,
vor man’s vergisst, dass noch ein roter Schein.
Die Funken mehrten ihres Schatzes Schrein,
wie Wort an Wort im Vers sich wob zu Maschen.
Wir beide – vor des Gottes Angesicht
lodernde Feuersäule, Tag und Nacht,
wie er, wenn er aus dunkler Wolke spricht.
Zeugender Odem, der das Werk vollbracht.
Und Tod endlich, urscheinend Geisterlicht,
wenn alle Liebestaten sind bedacht.
Eerst jij: een brand achter een berg, een vuur
oplaaiend door een storm in de vallei,
betoomd door angst – maar rook en stralen, zij
doorbraken snel jouw sterke zielenmuur.
Toen ik: vuur onder as, een gloeiend licht,
een net nog niet vergeten rode schijn.
Aanwas van vonken, schatten in hun schrijn,
als ’t woorden-weefpatroon van een gedicht.
Wij stonden voor Gods aangezicht, wij beiden,
een vuurkolom die vlamde, dag en nacht,
als Hij, die uit een wolk te spreken placht.
De scheppingsadem had zijn taak volbracht.
Ten slotte: dood. Spooklicht uit grijze tijden.
De liefde was ten einde toe gedacht.
Mein erster Vers! für Dich ward er geschrieben,