3,99 €
Aurelias Traumwelten oder die Flucht in die Realität ist ein Traumtagebuch. Körper, Raum und Zeit verschmelzen zu einer Einheit in dieser sehr persönlichen Offenbarung. Es ist eine verzweifelte und doch hoffnungsvolle Suche nach Identität und Geborgenheit jenseits der bewussten Wahrnehmung. Mein Leben - ein schriller Wandelzirkus, flüstert der Text, gefolgt von der Stille eines Karussells.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 40
Veröffentlichungsjahr: 2024
Ich sehe mich im Traum als hundertjährige Frau, die auf dem Sterbebett liegt und alles vergessen hat. Es ist 2083, kurz vor Weihnachten. Meine große Liebe ist an meiner Seite. Er liest mir aus meinem Traumtagebuch vor. Damals hatte ich alles, was irreal war, wovon ich tagsüber oder meist nachts träumte, konsequent aufgeschrieben. Oft waren es prophetische Träume. Ich habe leider alles vergessen, was ich erlebt habe. Irgendwann stockten meine Träume. Ich weiß nicht warum. War ich zu alt geworden oder war meine Welt plötzlich in Ordnung? Daher liest meine große Liebe mir nun meine Träume vor. Wie kann man denn überhaupt vergessen, wovon man jemals geträumt hat? Ich habe die Kontrolle komplett abgegeben und schwebe nun mit dem Geist in der Ewigkeit. Anscheinend liege ich im Sterben. Es ist alles so schön leicht, es gibt keine Angst, keinen Groll, keinen Widerstand. Ich freue mich auf den Tod, wenn es so etwas wie Tod überhaupt gibt. Er erinnert mich an alles, was ich vergessen habe, auch an die Realität. Wir haben drei Kinder, ein Zwillingspaar (Junge und Mädchen), ein Adoptivkind, zwei Hunde und eine Katze. Wir leben in Plovdiv, Bulgarien, inzwischen herrscht dort ein subtropisches Wüstenklima. Es ist immer noch die älteste Stadt Europas, dazwischen ragen futuristische Gebäude. Die Menschen haben verlernt, miteinander zu sprechen. Eigentlich ist die Sprache überfiüssig geworden. Sie unterhalten sich fast nur mit Zeichen, Blicken oder Energieübertragung. Gibt es sie noch, die echten Menschen hier auf diesem Planeten oder nur noch unechte Träume? Die Liebe ist geblieben. Aber was kommt, nachdem der letzte Traum gelebt wird?
Deine Aurelia
Als ich fast das Leben verpasste
In einer Parallelwelt passt die Kleidung nicht immer zum Wetter da draußen
Manche Menschen wollen ihre Talente einfach nicht annehmen
Man muss aussteigen, um wieder einzusteigen
Von den Achterbahnfahrten, auf denen du deinen Schatz findest
Arschengel
Essen ist Leben ist Liebe
Ein einzelner Flügel unter der Decke versteckt
Wenn du deinem Schmerz tief in die Augen schaust
Schau nur vorwärts und bleib nicht stehen, sonst wirst du überfahren
Das, was nicht wie Gold glänzt und was keiner haben will
Als ich vergaß, dass ich eigentlich selbst der Pilot war
Ein verstecktes Licht brennt im Nachbarzimmer
Liebe und/oder Sex?
Mitten im Trubel ab und zu mal notlanden
Leben in den Tod bringen
Der Schatzkoffer auf Weltreisen
Wie Wut das Lebenspulver verschießt
Selbstverantwortung ist die beste Altersvorsorge
Das Flugzeug, das auf mich wartete
Wenn man gegen die Angst rebelliert, wechselt sie ihr Gesicht
Wenn Trennungen schmerzvoller als der Tod selbst sind
Viva la Virgen de Candelaria! ¡Viva la Patrona de Canarias! ¡Viva La Morenita!
Manche Menschen unterschreiben unsichtbar Verträge für einen
Der Kampf um den Raum
Als ich die Verantwortung abgab und mich somit in die größte Abhängigkeit begab
Blondinengespräche
Selbst ohne Schutz bleibt das Wertvollste sicher
Die Sonne darf auch nur für uns allein scheinen
Eine weiße Leinwand
Die unbekannte Gefahr
Das eigene Glück sabotieren
Traum vom 27.10.2013
Ich fuhr im Zug nach Berlin, mit Umstieg in einer Stadt, die ich nicht kannte. Darum habe ich verpasst auszusteigen. Ich übersah die Zwischenstation, in der Hoffnung, dass eine ähnliche Zwischenstation kommen würde, die doch die richtige wäre. Ich fuhr weiter mit meiner ganzen Familie, sie war im Zug verteilt.
Ich musste mich sammeln. Ich hatte mehrere Rucksäcke, Unterlagen und Krimskrams an verschiedenen Stellen verteilt. Ich hatte mich schließlich gesammelt und wartete auf die Zwischenstation, um in den Anschlusszug mit dem Ziel Berlin zu gelangen. Hatte Angst, den Bahnhof verpasst zu haben oder falsch auszusteigen und allein am Bahnsteig meiner Familie hinterherzutrauern.
Letztendlich gab ich es auf und wartete nicht mehr auf den Stopp, sondern genoss die Fahrt. Mein Gepäck war gesammelt und nah an der Tür, damit ich schnell aussteigen könnte, falls die richtige Zwischenstation kam. Ob ich dort den Anschluss bekommen würde, war mir nicht klar, ich habe es dem Zufall überlassen. Ich vergaß auszusteigen, weil ich auf die Familie im Zug fokussiert war und auf die Gespräche mit den Mitreisenden. Ich vergaß meine Zwischenstation, mein Endziel und mein Gepäck. War aber glücklich im Moment. Unglücklich hat mich nur die Angst gemacht, dass ich keine Zeit hatte, mich zu sammeln, dass ich in der Fremde nachts allein auf einen Zug nach Berlin warten würde, unwissend, ob er überhaupt kommen würde.
Traum vom 10.10.2018