Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Lassen Sie sich von der Aktualität des Kolosser- und Philemonbriefs überraschen. Denn es geht um Fragen, die auch heute wieder heiß diskutiert werden: Wie überlebt man als Christ in einer Welt des religiösen Pluralismus? Wie geht man mit dem Anspruch der Wissenschaft um, allein gültige Antworten zu geben? Doch auch die kleineren Fragen des täglichen Lebens kommen vor: Wie lebe ich als Christ meine Ehe? Wie erziehe ich meine Kinder? Was bedeutet es, als Christ Chef oder Arbeitnehmer zu sein? Wenn Christsein sich nicht in unserem Alltag bewährt, ist es nur eine schöne Theorie.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 71
Veröffentlichungsjahr: 2025
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Gerd Mankel
Brief an die Kolosser und an Philemon
anschaulich, verständlich, lebensnah
www.bibellesebund.net
Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.
© 2020 Bibellesebund Verlag, Marienheide
© 2025 der E-Book-Ausgabe
Lockenfeld 2
51709 Marienheide
Autor: Gerd Mankel
Lektorat: Burkhard Meißner
Titelfoto: © HarveyMade – Lightstock.com, © pemaphoto – Lightstock.com
Titelgestaltung: Luba Siemens
Layout des E-Books: Connie Waffenschmidt
Printausgabe: ISBN 978-3-95568-366-5
E-Book: ISBN 978-3-95568-594-2
www.bibellesebund.net
Hinweise des Verlags:
Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des Textes und der Bilder kommen.
Noch mehr E-Books des Bibellesebundes finden Sie auf
ebooks.bibellesebund.de/
Titel
Impressum
Liebe Leserin, lieber Leser
Der Brief an die Kolosser
Apostelpost (Kolosser 1,1-2)
Wie gut, dass es die Gemeinde gibt (Kolosser 1,3-8)
„Ich bete für euch“ (Kolosser 1,9-14)
Mit Paulus beten lernen
Das Bild des unsichtbaren Gottes (Kolosser 1,15-20)
Vorher – nachher (Kolosser 1,21-23)
Selbstloser Dienst (Kolosser 1,24-29)
Jesus allein genügt (Kolosser 2,1-5)
Verwurzelt und gegründet (Kolosser 2,6-15)
Paulus und die griechische Philosophie
Frei sein und frei bleiben (Kolosser 2,16-23)
Astrologie
Ablegen und abtöten (Kolosser 3,1-11)
In Gottes Kleiderkammer (Kolosser 3,12-17)
Hausgemeinden und Haustafeln
Die neuen Kleider in der Ehe (Kolosser 3,18-19)
Die neuen Kleider in der Familie (Kolosser 3,20-21)
Die neuen Kleider am Arbeitsplatz (Kolosser 3,22–4,1)
Von Gebeten und Gesprächen (Kolosser 4,2-6)
Ach, nur Grüße? (Kolosser 4,7-18)
Der Brief an Philemon
Hallo und Tschüss (Philemon 1-3 und 22-25)
Dank und Fürbitte (Philemon 4-7)
Sklaverei
Können Menschen sich ändern? (Philemon 8-21)
die Fragen und Antworten, um die es im Kolosserbrief geht, sind für einen fast 2000 Jahre alten Brief erstaunlich aktuell, da die Welt, in der die Christen damals lebten, unserer ähnelt. Sie war multireligiös und jeder ließ jeden gelten, solange niemand – wie die Christen – behauptete, er allein habe recht.
Kommt Ihnen bekannt vor? Genau! Die zweite große Geistesströmung war die Philosophie. Setzen wir dafür Wissenschaft ein, sind wir wieder mitten in unserer Zeit, in der von vielen jeglicher Glaube als unwissenschaftlich und damit irrational abgetan wird und umgekehrt für viele wissenschaftliche Erkenntnisse über allem stehen.
Beide Strömungen sickerten langsam in die Gemeinde ein und zogen diese weg von Jesus. Paulus reagierte darauf, indem er Christus groß machte! Denn er wusste, dass der beste Schutz gegen einsickernde Irrlehre die Imprägnierung durch den großen Christus ist.
Das habe ich von Paulus gelernt, als ich den Kolosserbrief in der Gemeinde gepredigt habe. Und ich wünsche auch Ihnen beim Durcharbeiten dieses Briefs, dass Ihnen Christus so groß wird, dass alles andere dagegen klein und bedeutungslos wird.
Der zweite Brief in diesem Heft ist der Brief an den in Kolossä lebenden Christen Philemon, mit dem wir einen Blick ins Herz von Paulus werfen. Er behandelt keine großen theologischen Fragen, sondern verwendet sich für den Philemon entlaufenen Sklaven Onesimus, der durch Paulus zum Glauben gekommen war. Wir erleben den Apostel also hier als Seelsorger, wie er Christen dabei hilft, das Evangelium von Jesus in ihrem Alltag ganz konkret liebevoll zu leben. Lassen Sie sich davon anstecken!
Gerd Mankel
Der Auslegung und den Fragen liegt die Elberfelder Bibel zugrunde, weil sie dabei hilft, möglichst genau zu erfassen, was die Bibel in den Ursprachen aussagen will.
Paulus sitzt im Gefängnis (Kapitel 4,18), als ihm sein Mitarbeiter Epaphras von der Gemeinde in Kolossä berichtet, die dieser möglicherweise (vielleicht im Auftrag von Paulus) gegründet hat (Kapitel 1,7). Kolossä war eine kleine Stadt in der heutigen Westtürkei, rund 200 Kilometer von Ephesus entfernt. Das, was Paulus da hört, beunruhigt ihn so sehr, dass er aus Sorge um die Gemeinde einen Brief schreibt, auch wenn er die Gemeinde gar nicht persönlich kennt.
Was ihn so besorgt, sind Irrlehrer, deren Einfluss in der Gemeinde zu wachsen beginnt. Was genau sie lehren, können wir nur aus dem erschließen, was Paulus darauf antwortet. Es geht darum, bestimmte (jüdische) Feiertage und Feste sowie Speisevorschriften zu beachten (Kapitel 2,16 und 21). Sie fordern zur Askese auf (Kapitel 2,20-21) und dazu, Weltelemente (Kapitel 2,8) und Engelmächte (Kapitel 2,18) zu verehren. All das kennzeichnet Paulus als Philosophie und leeren Betrug (Kapitel 2,8); es gehört jedenfalls nicht zu dem Evangelium, das die Kolosser gehört und worauf sie ihr Leben gegründet haben.
Weil hier Randdinge ins Zentrum gerückt werden und damit automatisch Christus aus der Mitte verdrängt wird, greift Paulus durch seinen Brief energisch ein. Vor allem die Verehrung von Engelmächten, aus Angst vor deren vermeintlicher Macht, ist ein Rückfall in tiefstes Heidentum und krassen Aberglauben.
Auch wenn Paulus gegen die Irrlehre Stellung bezieht, geht er doch nicht groß auf sie ein, sondern wählt einen ganz anderen Weg: Er macht den Kolossern Christus groß. Denn wer Christus in seinem Herzen hat, in dem die Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt (Kapitel 2,9), der ist damit imprägniert gegen alle Einflüsterungen der falschen Lehre, so verlockend diese auch klingen mögen. Denn er würde ja immer etwas Schlechteres bekommen als das, was er in Christus schon hätte.
Im zweiten Briefteil (Kapitel 3–4) beschreibt Paulus dann die praktischen Konsequenzen für das Leben als Christ, die sich aus dem Bekenntnis zu Jesus als dem Herrn ergeben. Wer aus der Macht der Finsternis herausgerettet und in das Reich des Sohnes versetzt worden ist (Kapitel 1,13-14), hat damit nicht nur die Erlösung und die Vergebung der Sünden (Kapitel 1,14), sondern der kann und soll auch das Alte ablegen, zum Beispiel Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung oder schändliches Reden (Kapitel 3,8). Damit er dann nicht nackt ist, ist es nötig, die von Gott bereit gelegten neuen Kleider anzulegen, zum Beispiel herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde und Langmut (Kapitel 3,12).
Damit das alles nicht nur schöne Theorie bleibt, buchstabiert Paulus in der sogenannten „Haustafel“ in Kapitel 3,18–4,1 durch, was es bedeutet, würdig dem Herrn zu wandeln zu allem Wohlgefallen, fruchtbringend in jedem guten Werk (Kapitel 1,10), wenn man Ehemann oder Ehefrau, Vater oder Kind, Sklavenhalter oder Sklave (die damals mit zum „Haus“ gehörten) ist. Denn wenn das Reden vom neuen Herz nicht nur frommes Geschwätz sein soll, muss es sich zuerst im Alltag von Familie und Beruf bewähren.
Am Schluss staunt man über die vielen Grüße, die Paulus mit der Gemeinde austauscht, obwohl er noch gar nicht in Kolossä gewesen ist. Ein Zeichen dafür, dass damals viele Menschen mobil waren, die Paulus aus anderen Zusammenhängen und von anderen Orten kannte. Und bleibender Ausdruck davon, dass Christen als Mitglieder der Familie Gottes zusammengehören, auch wenn sie räumlich getrennt sind. Paulus wäre sicher von den Möglichkeiten moderner Kommunikation wie Mobiltelefon oder E-Mail begeistert gewesen.
(Kolosser 1,1-2)
Erklärungen zum Text
Antike Briefe hatten keinen Umschlag, auf dem der Absender stand. Daher stellte man sich zu Beginn kurz seinen Lesern vor. Paulus nennt sich dabei betont Apostel Christi Jesu, weil er nicht privat schreibt, sondern als von Gott berufener Apostel. Damit macht er klar, dass er Verantwortung für die ihm anvertrauten Gemeinden trägt, auch wenn er sie, wie die Gemeinde in Kolossä, nicht selbst gegründet hat. Darum erwartet er, dass sein Brief bei den Christen in Kolossä Gehör findet, als ob Jesus selbst zu ihnen sprechen würde. Und doch schreibt Paulus nicht von oben herab als Chef der Gemeinde, sondern genauso wie Timotheus ist er Bruder der Christen in Kolossä, die wiederum untereinander und im Blick auf Paulus „Geschwister“ sind, denn in den „Brüdern“ sind die Schwestern inbegriffen. Als solche Geschwister sind die Christen in Kolossä heilig, was hier einfach meint, dass sie zu Gott gehören. Und sie sind gläubig, was ihre vertrauensvolle Beziehung zu Jesus beziehungsweise Gott betont. Denn „glauben“ meint in der Bibel vor allem, dass sich jemand Gott beziehungsweise Jesus anvertraut hat und nun mit ihm lebt.
Wenn Paulus Gott hier unseren Vater nennt, betont er, dass man nicht einsam und allein Christ ist (vergleiche das Vaterunser in Matthäus 6,9-13, das ein Gebet im Plural ist), sondern von Gott in die Gemeinschaft der Gemeinde hineinberufen wird. Gott ist dabei zwar der Schöpfer jedes Menschen, jedoch nur der Vater derer, die durch Jesus zu seinen Kindern geworden sind (vergleiche Johannes 1,12). Also sind nicht alle Menschen Gottes Kinder, sondern nur die, die an Jesus glauben.
Fragen zum Text
Wie bezeichnet Paulus die Christen in Kolossä?