Der Hexenclub - Jessica Lust - E-Book

Der Hexenclub E-Book

Jessica Lust

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Beschreibung

Leonie wird von ihren Eltern aufs Internat geschickt, da diese einen Job in Südamerika antreten. Zuerst ist die junge Frau entsetzt, doch dann lernt sie Emily und deren Freundinnen kennen und wird in ein Geheimnis der anderen sechs Frauen eingeweiht. Sie treffen sich in einer geheimen Kammer, die schon vor Jahrhunderten in dem zuvor errichteten Kloster als Ritualraum genutzt wurde.
Eine Vision führt Leonie näher zur Wahrheit und schon bald stöbern die sieben in alten Folianten auf der Suche nach unglaublichen Ritualen und entdecken ein Portal zu einer anderen Welt.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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JESSICA LUST

 

Der Hexenclub

 

Die geheime Kammer

 

 

 

(C) 2026 Neue Welten Verlag, Herford

Verfasst von Jessica Lust

 

 

 

 

 

1. Ausgabe 2026

 

 

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Das ziemlich einsame Haus auf der Klippe

Ein magischer Zirkel

Der geheime Club

For ohter ritula

Der Hexenzirkel

Das Ritual des Mondlichts

Das Ritual der Wahrheit

Ein Wächter der Dunkelheit

Der Tanz der Hexen

Die Magie der Kleidung

 

Prolog

Leonie saß an ihrem Schreibtisch, umgeben von den vertrauten Wänden ihres Zimmers, als ihre Eltern, Michael und Daniela S., mit einem ernsten Ausdruck im Gesicht den Raum betraten. Es war ein gewöhnlicher Nachmittag und sie hatte nicht damit gerechnet, dass dieser Moment ihr Leben für immer verändern würde, doch genau eine solche Veränderung stand ihr nun bevor. Die Sonne schien durch das Fenster und tauchte den Raum in ein warmes Licht, die Atmosphäre aber war alles andere als entspannt. Leonie spürte sofort, dass etwas nicht stimmte.

„Leonie, wir müssen mit dir reden“, begann Michael, während Daniela sich neben ihn stellte. Leonie legte ihren Stift nieder, drehte sich herum und sah die beiden fragend an. Sie wischte ihre langen blonden Haare aus ihrem Gesicht, die es nun wie Seide umrahmten. „Es geht um deine Schulbildung“, fuhr Daniela fort. „Wir haben eine Entscheidung getroffen, die dir dabei helfen wird, deine Zukunft zu sichern.“ Leonies Herz begann schneller zu schlagen. Sie hatte in letzter Zeit viel über das Abitur nachgedacht, über die Herausforderungen, aber auch die Möglichkeiten, die es ihr bieten würde. Doch die Worte ihrer Eltern ließen keinen Raum für Zweifel: „Du weißt, dass wir ein Jobangebot in Südamerika haben. Wir möchten, dass du in einer sicheren und stabilen Umgebung aufwächst und lernst, du sollst alle Chancen in deinem Leben haben, daher werden wir dich auf ein Internat schicken.“

Die Nachricht traf Leonie wie ein Schlag. „Ein Internat? Dann muss ich meine Schule verlassen und irgendwo leben, wo ich niemanden kenne?“ Ihre Stimme zitterte vor Verzweiflung. Die Vorstellung, in eine neue Umgebung ohne Freunde und Vertraute zu ziehen, war überwältigend. Sie fühlte sich wie ein Fisch, der an Land angespült worden war. Michael und Daniela versuchten, sie zu beruhigen, und erklärten ihr, dass das Internat eine hervorragende Bildung bieten würde und dass sie sich um ihre Sicherheit sorgten. Doch Leonie konnte die positiven Aspekte nicht sehen. In ihrem Kopf kreisten Gedanken über Einsamkeit, Angst und die Ungewissheit, die vor ihr lag.

Trotz der guten Absichten ihrer Eltern fühlte sie sich verloren und allein. Die Entscheidung ihrer Eltern schien ihr wie ein unüberwindbares Hindernis und sie fragte sich, ob sie jemals in der Lage sein würde, sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden.

Leonie saß auf ihrem Bett, die Beine angezogen und den Kopf in den Händen vergraben. Die Worte ihrer Eltern hallten in ihrem Kopf wider, während sie versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen. „Ich will nicht auf ein Internat!“, rief sie schließlich, als sie den Mut fand, ihre Stimme zu erheben. Michael und Daniela sahen sich an, als wären sie überrascht von der Intensität ihrer Reaktion.

„Leonie, wir verstehen, dass das eine große Veränderung für dich ist“, begann Daniela sanft. „Aber wir glauben, dass es das Beste für deine Zukunft ist.“ Leonie schüttelte den Kopf. „Das ist nicht fair! Ihr entscheidet über mein Leben, ohne mich zu fragen! Ich kenne dort niemanden und ich will nicht allein sein!“

Michael trat näher und setzte sich auf die Bettkante. „Es ist nicht so, dass wir dich einfach wegschicken wollen. Wir möchten, dass du die besten Chancen bekommst. Das Internat hat einen hervorragenden Ruf und die Lehrer sind sehr engagiert.“

Leonie spürte, wie sich ihre Wut in Traurigkeit verwandelte. „Aber was ist mit meinen Freunden? Was ist mit meinem Leben hier? Ich kann nicht einfach alles hinter mir lassen!“

„Natürlich ist es uns klar, dass es schwer für dich ist, aber du wirst neue Freunde finden“, versuchte Daniela, sie zu trösten. „Und du wirst so viel lernen! Das wird dir helfen, dein Abitur zu machen und deine Träume zu verwirklichen.“

Leonie fühlte sich, als würde ihr das Herz brechen. „Ich will nicht lernen, ich will nicht weg! Ich will bei euch bleiben! Könnt ihr mich nicht mitnehmen?“

„Aber Leonie! Das geht nicht. Wir werden mitten im Jungle sein, weitab jeder Möglichkeit für dich dein Abitur zu machen“, erklärte ihr Vater, doch Leonie ließ das nicht gelten.

Die Diskussion wurde hitziger. Leonie argumentierte leidenschaftlich, während ihre Eltern versuchten, sie von den Vorteilen des Internats zu überzeugen. „Was, wenn ich nicht klarkomme? Was, wenn ich nicht gut abschneide?“, fragte sie verzweifelt. „Ich kann nicht einfach in eine neue Welt springen, ohne zu wissen, was mich erwartet!“

Michael und Daniela schauten sich an, und Leonie konnte die Besorgnis in ihren Augen sehen. „Wir machen uns Sorgen um deine Sicherheit und deine Zukunft“, sagte Michael schließlich. „Wir wollen, dass du die besten Möglichkeiten hast, und wir glauben, dass dir das Internat dabei helfen wird.“

Leonie fühlte sich, als würde sie gegen eine Wand laufen. „Aber ich will nicht, dass ihr für mich entscheidet! Ich bin alt genug, um meine eigenen Entscheidungen zu treffen!“, rief sie. „Ich kann auch hier lernen und mein Abitur machen!“

„Hier? Alleine? Wer kümmert sich dann um dich?“

Die Diskussion zog sich über Stunden hin und Leonie war schließlich erschöpft. Sie wusste, dass ihre Eltern es gut meinten, aber der Gedanke, in eine fremde Umgebung geworfen zu werden, war für sie unerträglich. „Bitte gebt mir eine Chance, es hier zu versuchen. Ich verspreche, ich werde hart arbeiten und alles tun, um erfolgreich zu sein“, flehte sie.

Die Stille im Raum war drückend. Michael und Daniela schienen nachzudenken, und Leonie hielt den Atem an, in der Hoffnung, dass sie ihre Argumente berücksichtigen würden. Es war ein Kampf um ihre Freiheit und ihre Identität, und sie war bereit, alles zu geben, um nicht auf das Internat gehen zu müssen.

Die Luft im Raum war schwer von unausgesprochenen Worten, als Michael und Daniela die Diskussion schließlich beendeten. „Leonie, wir haben darüber nachgedacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass du auf das Internat gehen wirst“, sagte Michael mit fester Stimme.

Leonie fühlte, wie ihr das Herz in die Hose rutschte. „Das ist nicht fair! Ihr könnt mich nicht einfach so wegschicken!“, rief sie, doch ihre Stimme klang schwach und verzweifelt.

„Es ist unsere Entscheidung, Schatz. Wir sind für dich verantwortlich und wir glauben, dass es das Beste für dich ist“, antwortete Daniela mit ungerührter Miene. Leonie spürte, wie sich eine Welle der Ohnmacht über sie legte. Sie wollte schreien, weinen, alles gleichzeitig, doch stattdessen blieb sie stumm. Die Realität, dass sie bald in eine fremde Welt geschickt werden würde, überrollte sie wie ein Tsunami.

„Ich kann nicht glauben, dass ihr das wirklich durchzieht“, murmelte sie und wandte sich von ihren Eltern ab, die nun wortlos ihr Zimmer verließen. Enttäuschung und Schmerz schnürten ihr die Kehle zu. Sie fühlte sich verraten, als hätten ihre Eltern ihr die Kontrolle über ihr eigenes Leben entzogen.

In ihrer Verzweiflung griff sie zum Handy und wählte Sofias Nummer. „Sofia, kannst du kommen? Ich brauche dich“, sagte sie, als Sofia abnahm.

„Was ist los?“, fragte Sofia besorgt.

Leonie konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. „Meine Eltern haben entschieden, dass ich auf ein Internat gehen muss. Ich will nicht!“

Sofia hörte aufmerksam zu, doch Leonie hörte die Unsicherheit in ihrer Stimme, als sie antwortete: „Das klingt echt hart, Leonie. Aber vielleicht ist es nicht so schlimm, wie du denkst?“

Leonie schüttelte den Kopf, auch wenn Sofia es nicht sehen konnte. „Du verstehst nicht! Ich kenne dort niemanden und ich will nicht allein sein! Und nicht ohne dich. Du bist doch meine beste Freundin.“

„Ich weiß, dass es schwer ist, aber vielleicht kannst du neue Freunde finden“, versuchte Sofia, sie zu trösten. „Es könnte auch eine Chance sein, etwas Neues zu erleben.“

Leonie fühlte sich, als würde sie gegen eine Wand reden. „Das hilft mir nicht, Sofia! Ich will hier bleiben, bei dir und bei meinen anderen Freunden!“

Die beiden Mädchen schwiegen einen Moment und Leonie spürte, wie die Verzweiflung in ihr wuchs. „Ich weiß nicht, was ich tun soll“, gestand sie schließlich. „Ich fühle mich so allein mit dieser Entscheidung.“

Sofia seufzte: „Ich wünschte, ich könnte dir helfen, aber ich weiß auch nicht, was ich sagen soll. Vielleicht solltest du deinen Eltern noch einmal sagen, wie du dich fühlst?“

Leonie wusste, dass Sofia recht hatte, aber der Gedanke, sich erneut mit ihren Eltern auseinanderzusetzen, machte sie nervös.

„Ich weiß nicht, ob das etwas bringen wird“, murmelte sie. „Es fühlt sich an, als hätten sie sich bereits entschieden.“

 

„Ich bin für dich da, egal, was passiert“, sagte Sofia schließlich. „Wir werden das gemeinsam durchstehen, auch wenn es schwer wird.“

Leonie fühlte sich nur ein kleines bisschen besser, aber die Unsicherheit über die bevorstehenden Veränderungen blieb bestehen. Sie wusste, dass sie sich bald in eine neue Realität begeben würde, und die Angst vor dem Unbekannten nagte an ihr.

Tage vergingen und trotz aller Versuche, die Meinung ihrer Eltern zu ändern, und vieler Tränen blieben Michael und Daniela unerschütterlich bei ihrer Entscheidung. Leonie fühlte sich wie in einem Käfig gefangen, zwischen Wut und Ohnmacht hin- und hergerissen. Am Tag des Abschieds packte sie ihre Koffer mit schwerem Herzen, während ihre Eltern sie ermutigten, das Beste aus der Situation zu machen.

„Es wird eine neue Erfahrung für dich“, sagte Daniela, doch Leonie konnte ihre Worte nicht hören. Schließlich überkam sie eine Welle der Traurigkeit. Sie wusste, dass sie auf dem Weg zu einem neuen Leben war, doch die Angst vor dem Unbekannten ließ sie nicht los.

 

Das ziemlich einsame Haus auf der Klippe

Die Fahrt zum Internat war eine endlose Reise durch eine sich ständig verändernde Landschaft. Leonie hatte dabei immer stärker das Gefühl, von der Welt abgeschnitten zu sein. Michael saß am Steuer und fuhr konzentriert die kurvenreiche Straße entlang. Leonie starrte aus dem Fenster und ihre Gedanken wirbelten in ihrem Kopf. Sie passierten Städte, dann Dörfer, doch bald waren es nur noch einzelne Gehöfte oder Häuser und immer mehr Wald.

Die Straßen wurden schmaler und die Einsamkeit der Umgebung drang in Leonies Herz. „Wie lange noch?“, fragte sie schließlich. Ihre Stimme klang müde und resigniert. „Es dauert nicht mehr lange, Leonie“, antwortete Michael, ohne sie anzusehen. „Das Internat ist in den Bergen, und wir sind fast da.“

Die Stille im Auto war drückend. Leonie fühlte sich, als würde sie in einem Albtraum gefangen sein, aus dem es kein Entkommen gab. Die Gedanken an ihre Freunde, die vertrauten Gesichter und die Sicherheit ihres Zuhauses schmerzten sie. Sie wollte nicht hier sein, sie wollte nicht in diese neue, unbekannte Welt.

Die Landschaft veränderte sich weiter: Die sanften Hügel wichen steileren Abhängen und aus Laubbäumen wurden Nadelbäume. Leonie fröstelte es. Obwohl die Luft im Auto wohl tempariert war, hatte sie das Gefühl in eine kalte eisige Landschaft zu fahren.