Die drei ??? und der Dreiäugige Schakal (drei Fragezeichen) - Ben Nevis - E-Book

Die drei ??? und der Dreiäugige Schakal (drei Fragezeichen) E-Book

Ben Nevis

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Beschreibung

Werden wir beobachtet? Peter und Kelly wollten eigentlich einen romantischen Abend im Park verbringen. Irgendwie fühlen sich die beiden aber unbehaglich. Peter wird das seltsame Gefühl nicht los, dass sie nicht allein sind. Hat die große Bronzestatue vielleicht etwas damit zu tun? Als sie sich der Figur nähern, ist Peter verwirrt: Hat er es nur geträumt oder hat die Statue sich gerade tatsächlich bewegt? Seine Freunde müssen ihm helfen! Die drei ??? suchen gemeinsam nach Hinweisen, um das Geheimnis der lebenden Statue zu lüften. Ein neuer Kriminalfall für die beliebten Detektive aus Rocky Beach.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Titel

Die drei ???und der Dreiäugige Schakal

Ben Nevis

KOSMOS

Impressum

Der Autor dankt JOHNman für das Hintergrundgespräch über die Lebenden Statuen.

Alle Angaben in diesem Buch erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen. Sorgfalt bei der Umsetzung ist indes dennoch geboten. Verlag und Autoren übernehmen keinerlei Haftung für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden, die aus der Anwendung der vorgestellten Materialien und Methoden entstehen könnten. Dabei müssen geltende rechtliche Bestimmungen und Vorschriften berücksichtigt und eingehalten werden.

Distanzierungserklärung

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Umschlagsabbildung: © Silvia Christoph, Berlin

© 2024, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG

Pfizerstraße 5–7, 70184 Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

Mit freundlicher Genehmigung der Universität Michigan

Based in characters by Robert Arthur.

Wir behalten uns auch die Nutzung von uns veröffentlichter Werke für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.

ISBN 978-3-440-50907-4

E-Book-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Überraschung!ZentralePerplex Die Spur des Pick-upsRapper VideostarDie schwarze HandHausdurchsuchungLauschangriffEin wahrer FreundVerfolgtEndlich RechercheEine Überraschung am Morgen Fall gelöst?Die Falle Blitz und Donner»Uaaaahhhh!« Eine dunkle NachtÜber Stock und Stein Der Schlüssel zu allemDas Geheimnis

ÜBERRASCHUNG!

Es war spät, aber um sich jetzt schon zu trennen, dazu war dieser Sommerabend einfach viel zu schön. Tief sog Peter Shaw die salzige Luft ein, die vom nahen Pazifik herüberwehte. Er ließ den Blick schweifen. Scheinbar nur einen Handgriff entfernt glitzerten unter ihnen die Lichter von Rocky Beach, viel klarer und heller als der verschwommene Schein von Los Angeles, der wie immer über der nahe gelegenen Metropole hing.

Ein wunderbarer Abend, hier auf dem Hügel zwischen der Küste und den Bergen, über ihnen die Sterne und weit draußen auf dem Meer ein Schiff, dessen Lichterketten wie zur Ausschmückung von Peters Laune lieblich auf den Wellen tanzten.

»Schau, Peter, eine Sternschnuppe«, sagte Kelly, die dicht an ihn geschmiegt in den Himmel blickte. »Du kannst dir etwas wünschen. Aber du darfst es nicht aussprechen.«

Ich wünsche mir, Kelly, dachte Peter, dass es zwischen uns immer so schön ist wie heute Abend, ohne den ständigen Zoff, ohne die Eifersüchteleien, vor allem ohne die ganzen blöden Typen, die dir hinterherrennen wie Motten dem Licht … Peter spürte, wie seine gute Laune sich aufzulösen drohte, und konzentrierte sich schnell wieder auf die Gegenwart. »Kelly …«

Sie nahm seine Hand und tat einen Schritt zur Seite. »Komm! In dem Park ein Stück weiter oben steht eine wunderschöne Holzbank. Da hat man einen noch tolleren Blick auf alles und es ist auch gemütlicher.«

»Aber das Gelände ist abends abgeschlossen«, fiel Peter ein.

Kelly stöhnte leise auf. »Peter, nun sei doch mal ein bisschen romantisch …«

»Und steht da nicht der Dreiäugige Schakal?«

»Das ist ein Denkmal, Peter, eine Statue. Die beißt nicht. Und wenn du mit Justus und Bob unterwegs bist, hast du doch auch keine Angst?«

»Natürlich nicht«, beeilte sich Peter zu sagen. Er überlegte. Mit Kelly romantisch und eng umschlungen in einem einsamen, abgelegenen Park kuscheln. Warum nicht. Er fasste sie am Arm. »Na, dann los, oder willst du nicht mehr?«

Es waren ein paar Schritte über einen sandigen Weg, dann gelangte man zu einem Zaun, der an einer Schotterstraße entlangführte, bis man schließlich ein Einfahrtstor erreichte. Peter sah sich um. Abgesehen von einem silbernen Honda, der ein gutes Stück weiter weg parkte, deutete nichts auf die Anwesenheit anderer Menschen hin. Das Holztor, das nach Sonnenuntergang unbefugtes Betreten des Kingsbury-Parks verhindern sollte, war für sportliche Menschen wie Kelly und ihn kein Hindernis. Mit einer Flanke war Peter im Nu auf der anderen Seite. Problemlos machte seine Freundin es ihm nach. Vor ihnen lag ein breiter Weg, der, wie Peter von früher her wusste, zwischen Bäumen hindurch zu einem kleinen Platz führte. Dort stand die von Kelly erwähnte Bank. Auf dem Hügel dahinter, einige Meter oberhalb des Platzes, thronte der Dreiäugige Schakal. Eigentlich war es ein Mann mit der Maske eines Schakals über dem Kopf. Als Peter an den finsteren Blick dachte, mit dem die Statue über alles hinwegblickte, schauderte er kurz.

Als könnte sie Peters Gedanken lesen, sagte Kelly: »Außerdem hatte der Dreiäugige Schakal ja nur Gutes im Sinn.«

»Ganz bestimmt«, sagte Peter und stapfte los.

»So eine Art heutiger Robin Hood, der das Geld, das er durch seine Gaunereien erbeutet hat, an arme Leute weitergab. Darum hat er ja auch dieses Denkmal bekommen mit dem großen bronzefarbenen Herz auf dem schwarzen Umhang.«

»Trotzdem hat er diese Gaunereien vollbracht und andere Menschen erschreckt«, sagte Peter. »Soll ich das Handylicht einschalten oder ist der Mond hell genug?«

»Lass es aus«, sagte Kelly und schloss zu ihm auf.

»Außerdem beruht das alles auf Mutmaßungen«, fuhr Peter fort, »keiner weiß, was tatsächlich geschehen ist.«

Kelly nahm Peters Hand. Die letzten Meter bis zur Bank schwiegen sie. Bevor sie sich setzten, warf Peter einen schnellen Blick hinauf zur Statue. Als Kind war er mit seinen Freunden Justus und Bob hin und wieder hier gewesen. Da war die Statue noch neu gewesen, und sie waren den Hang zum Schakal hochgeklettert, um sich zu gruseln. Und um zu prüfen, wer von den dreien dessen Anblick wohl am längsten aushielt. Dazu hatten sie gleichzeitig dem Schakal in die grimmigen Augen gestarrt und jeder sollte sich vorstellen, was in ihnen für eine Gefahr lauerte. Bis sich der Erste abwand. Peter hatte regelmäßig verloren. Justus hatte regelmäßig gewonnen. Außer einmal, als es Peter gelungen war, die ganze Zeit über an ein großes Eis mit Sahne zu denken.

Es war eine bizarre Mensch-Tier-Figur, lebensgroß, in windgepeitschtem Gewand. Natürlich hätte das am rechten Fleck in den Umhang eingearbeitete Herz den Betrachter positiv stimmen können. Doch der Blick wanderte sofort weiter zu dem spitz zulaufenden schwarzen Hundegesicht mit den gefletschten Fangzähnen in der leicht geöffneten Schnauze. Darüber die Augen, ja, die Augen … Zwei schmale, dunkle Schlitze, und als wären sie nicht schon gruselig genug, befand sich ein drittes Auge mitten auf der Stirn. Und dann noch diese beiden spitzen Ohren, die wie Pfeile auf den Betrachter gerichtet schienen. Das war er, der Dreiäugige Schakal. Doch jetzt, aus der Entfernung, zeichneten sich nur seine dunklen Umrisse gegen das kalte Mondlicht ab.

Kelly zog Peter zu sich auf die Bank. »Schau mal, wie schön der Blick auf das Meer ist.«

Es stimmte. Von hier aus sah alles noch besser aus. Und es war viel bequemer. Und irgendwie auch wärmer.

Er drückte sich an sie und versuchte den Moment wiederzufinden, in dem er eben noch so glücklich gewesen war. Aber es gelang ihm nicht. Plötzlich hatte Peter das Gefühl, dass sie beobachtet wurden. Lag das an dieser dämlichen Statue?

Kelly bemerkte seine Irritation. »Was ist?«

Peter warf einen kurzen Blick nach hinten. »Nichts. Nichts Besonderes. Nur dieses dunkle Ding da.«

»Ach so.« Kelly holte Luft. »Weißt du, es ist wie in so einem Laden, in dem Schaufensterpuppen rumstehen. Dauernd fühlt man sich beobachtet, aber ehrlich: Das ist nur Einbildung!«

»Ich weiß«, murmelte Peter. »Entschuldige.«

»War eine blöde Idee, hierherzukommen«, sagte Kelly.

»Nein, nein! Alles gut! Ich kriege mich schon wieder ein.« Peter lenkte seine Gedanken auf den Wind, das Meer und Kellys Haare, die immer wieder sein Gesicht streiften. »Mir geht es gut, uns geht es gut, die Welt ist schön«, verkündete er.

Kelly lachte. »Mir auch. Mir geht es auch gut.«

»War da nicht ein Geräusch?« Peter zuckte zusammen.

»Ein Schakal vielleicht? Oder gleich drei?«, versuchte Kelly zu scherzen und sah den Hügel hinauf. Durch die Bäume führte eine schmale Lichtung nach oben zur Statue.

»Das Gewand hängt plötzlich anders«, sagte Peter. »Als ob der Schakal die Arme tiefer halten würde.«

»Ach komm …«

»Warum ist der eigentlich immer mit dieser gruseligen Schakalsmaske aufgetreten?«, fragte Peter. An der Statue bewegte sich nichts mehr. Vielleicht hatte er sich mit seiner Beobachtung getäuscht.

»Ist das eine Frage für euch drei Detektive?«

»Nein«, gestand sich Peter ein, »und ich kann sie mir auch selbst beantworten. Um nicht erkannt zu werden. Daher die Maske und die Verkleidung. Und um die reichen Leute zu erschrecken. Vermutlich.«

»Hundert Punkte«, sagte Kelly. »Um dies zu erkennen, brauchst du keinen Justus. Auf den kann ich eh verzichten.«

»Kelly, ich denke …«

»Entschuldige, ich weiß, dass dir das wichtig ist, Peter. Aber Justus und Bob, also euer Detektivbüro, das kostet so viel Zeit, Zeit, die ich lieber mit dir … Peter, bin ich dir auch wichtig?«

»Und ich dir?«

»Ja klar.«

»Dann lass doch bitte dieses Drei-???-Thema … Hey! Da … da war doch schon wieder was!«

Jetzt hatte es auch Kelly gehört. Es hatte wie ein bellendes Krächzen geklungen. Sie wandte sich um und starrte auf das mondbeschienene Denkmal auf dem Hügel. Doch nichts Auffälliges war zu sehen. Sie griff Peter, der aufgesprungen war, an den Arm. »Komm, setz dich wieder.«

Doch Peters Blick wanderte unruhig zwischen Denkmal, Wald und dem Platz hin und her. Schlich hier irgendwo jemand herum? »Lass uns lieber verschwinden«, sagte er heiser.

»Peter, so schnell hauen wir nicht ab. Vielleicht ein Tier. Bestimmt ein Tier! Ein Vogel, eine Eule. Bitte setz dich wieder.«

Es dauerte noch ein, zwei Minuten, bis Peter ihrem Wunsch nachkam. Ein, zwei Minuten, in denen der Wind leise durch die Bäume strich und eine Wolke am Mond vorüberzog. In denen die Dunkelheit des Waldes vor sich hin schwieg und Kelly drei Mal »Bitte« flüsterte. Steif hockte er sich schließlich wieder auf die Bank.

»Du fühlst dich an wie ein Holzbrett.«

»Mir ist auch nicht wohl.« Er rückte ein Stück weg von ihr.

»So geht das nicht!« Jetzt war Kelly aufgesprungen. »Pass auf! Wir klettern zu diesem Denkmal hoch und ich zeige dir, dass du dich nur von deiner blühenden Fantasie einschüchtern lässt. Da ist nichts außer einer kalten Bronzestatue, die Besseres zu tun hat, als ein Liebespaar zu erschrecken.«

»Nein.«

»Hast du Angst?«

»Ich hab keine Angst.«

Kelly nahm Peter an der Hand. »Na, dann komm. Oder willst du deine Freundin alleine da hochsteigen lassen?«

Missmutig stand Peter auf. Er warf einen Blick auf die dunkle Figur über ihm, die ihn jetzt anzugrinsen schien. Eigentlich hätte Peter das auf die Entfernung hin gar nicht sehen können. Das wusste er durchaus. Trotzdem spürte er es.

Kelly zog Peter über die Lichtung hinweg zum Hang und sie begannen, auf der Grasfläche zwischen den Bäumen den Hügel hinaufzuklettern.

»Ich weiß nicht«, flüsterte Peter nach einigen Metern. »Der Schakal ist ja wirklich harmlos. Es kann auch sein, dass sich jemand im Wald versteckt und wir ihn gehört haben.«

»Dann soll er schön dortbleiben«, sagte Kelly und fügte betont laut hinzu, »schließlich sind wir zu zweit und du kannst tierisch gut Karate.« Prüfend sah sie nach links und nach rechts zwischen die Bäume und dann nach oben den Hang hinauf. Die Hälfte der Strecke hatten sie schon geschafft.

»Hast du jetzt Angst?«, fragte Peter und lief ein Stück weiter.

Plötzlich im Wald ein Rascheln.

»So ein Denkmal ist mir bedeutend lieber als ein unheimlicher Typ im Wald, der uns beobachtet«, flüsterte Kelly, die das Geräusch auch gehört hatte.

»Egal.« Peter schob seine Beobachtung zur Seite und konzentrierte sich wieder auf die Statue. Sie war nun noch sieben, acht Meter entfernt. Glimmte ihr Herz nicht leicht rötlich? Darüber streifte das Mondlicht die Schnauze des Schakals. Die Augen jedoch lagen im Dunklen. »Sie hat sich bewegt! Das Gewand! Die Arme sind ein wenig auseinandergegangen, als wollte sie uns umschlingen.«

»Quatsch!« Doch auch Kelly spähte skeptisch nach oben.

»Lass uns abhauen«, sagte Peter. »Wir wollten doch gemütlich zusammen auf der Bank sitzen, und plötzlich klettern wir hier zu einem gruseligen Denkmal hinauf. Ich kann ja morgen bei Tageslicht zurückkommen und schauen, was los ist.«

»Du allein oder du mit Bob und Justus?« Kelly atmete hörbar aus. »Vielleicht war die Bewegung am Denkmal nur ein Lichteffekt. Komm, so schnell geben wir nicht auf. Ein kleines Abenteuer, nur wir zwei.« Sie stieg weiter.

Auch Peter setzte sich in Bewegung. Doch er ließ den Blick nicht mehr von dem Denkmal. Die schwarze Schnauze wies nun direkt auf ihn. Wie früher als Kind verspürte er den Drang, einfach die Augen zu schließen. Diese spitzen Zähne … Auch schien ihn die Figur jetzt direkt anzustarren. Etwas stimmt an den Augen nicht, schoss es Peter durch den Kopf. Was war es, das ihn plötzlich so irritierte?

»Eine Bronzestatue hat doch keine weißen Augäpfel.«

»Wenn man sie weiß anmalt, schon.« Auch Kelly hatte das Denkmal erreicht. »Siehst du«, sagte sie und trat dicht an die Figur heran, um sie anzufassen.

»Aber der Dreiäugige Schakal hat drei gleiche Augen und nicht zwei weiße und ein rotes«, murmelte Peter.

Kaum hatte er das ausgesprochen, stieß die Statue einen furchterregenden Schrei aus. Und nicht nur das: Wie Flügel breitete der Dreiäugige Schakal schwungvoll sein Gewand aus und bellte einen krächzenden Laut, als ob er sich direkt auf die beiden Besucher stürzen wollte. Der dunkelrote Lichtstrahl aus dem dritten Auge schien sie direkt ins Visier zu nehmen.

Peter zögerte keine Millisekunde. Er griff Kelly bei der Hand und floh mit ihr stolpernd den Hügel hinab. Nach ein paar Metern warf er einen Blick über die Schulter und sah, wie der Dreiäugige Schakal von seinem Sockel sprang und ihnen folgte.

»Hilfe«, brüllte Peter.

Es ging hinab über Stock und Stein. Peter verlor Kellys Hand. »Weiter«, schrie sie hinter ihm, »weiter!«

Erst als sie den Platz erreicht hatten, sah Peter zurück. Von dem Dreiäugigen Schakal fehlte jede Spur. Nur der Sockel des Denkmals stand noch da, mondbeschienen und verlassen.

ZENTRALE

Auf dem Bildschirm erschien Bob Andrews die Erde wie eine blau-weiße Murmel, als würde man sie vom Weltall aus sehen, wunderschön und sehr verletzlich.

Bob liebte den Anblick, der gleich folgen würde. Er liebte es, sich vorzustellen, er säße in einem Raumschiff, das sich plötzlich in Bewegung setzte und auf die Erde zuraste, nur, weil er zuvor einen Ort eingegeben hatte. Und wie sich der Ball, zu dem die Murmel längst angewachsen war, wie von Zauberhand bewegt an die richtige Stelle drehte. Rasend schnell stürzte nun das Raumschiff auf eine Gegend zu, die immer größer wurde, sodass man erste grüne und braune Flecken erkennen konnte. Daneben die große dunkelblaue Fläche, das Meer, bald auch helle Strände, eine graue Monsterstadt, die das Raumschiff jedoch seitlich liegen ließ, dann Straßennetze, Stadtteile, Gebäudekomplexe. Schließlich wuchs daraus ein einziges Grundstück mit einem einzigen Haus hervor: Rocky Beach, Sunrise Road 45, der Gebrauchtwarenhandel von Titus Jonas, Justus’ Onkel. Ein gelblich sandiger Platz, ein blauer Pick-up, Wellblechdächer und daran angeschlossen das silbern glänzende Dach der Zentrale der drei ???, des alten Campingwagens, in dem er, Bob, jetzt zusammen mit Justus Jonas saß und auf Peter wartete.

»Wann wurde das Satellitenbild eigentlich aufgenommen?«, fragte Justus. Er hatte Bob kurz über die Schulter geblickt, während er damit beschäftigt war, die Reste des Frühstücks zu verspeisen, das ihm seine Tante Mathilda mit viel Liebe zubereitet hatte. Zusammen mit seinem Onkel Titus betrieb sie den Altwarenhandel. Justus wohnte bei den beiden, seit seine Eltern vor langer Zeit bei einem Unfall ums Leben gekommen waren.

Bob zoomte das Bild weiter heran. »So lange ist es nicht her«, antwortete er, »hier steht noch das kleine gelbe Motorboot, das dein Onkel zur Reparatur hergeschleppt hatte.«