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Gesundheits-Apps sind für viele Smartphone-Nutzer zum täglichen Begleiter geworden. Pharmaunternehmen bieten mit derzeit knapp 500 Apps noch – relativ – wenig Auswahl für die Patienten. Anne Thoring zeigt in ihrem Buch den aktuellen Stand von Angeboten für Patienten in fünf Bereichen auf. Dazu wurden im Apple Store 42 Apps von Pharmaunternehmen zur Empfängnisverhütung (15 Apps) und zu den Erkrankungen Rückenschmerzen (6 Apps), COPD (6 Apps), Reflux (3 Apps) und Allergien (12 Apps) mit Blick auf den Nutzen für die Patienten anhand eines Kriterienkatalogs ausgewählt und untersucht. Die Apps in den betrachteten Kategorien zeigen, dass die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Patienten, Herstellern, Ärzten, Apothekern sowie Krankenkassen bei Weitem noch nicht voll ausgeschöpft sind. Es werden beispielsweise bislang nur sehr wenige Möglichkeiten geboten, die erfassten Daten aus der App mit dem Apotheker oder Arzt zu teilen. Thoring sieht erkennbare Risiken für die Patienten vor allem im Datenschutz. Es ist in vielen Apps nicht transparent, ob Daten während der Nutzung der App durch Dritte erhoben werden und was mit den Daten geschieht. Zudem ist knapp die Hälfte der untersuchten Apps länger als ein Jahr nicht aktualisiert worden, was unter anderem zu Fehlerquellen in der Navigation führt. Das Buch gibt einen nützlichen Überblick über die Funktionen der Apps und die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Gestaltung. Für Patienten kann anhand von zehn Fragen geklärt werden, ob die Installation einer Gesundheits-App eines Pharmaunternehmens einen Mehrwert bieten kann. Für Unternehmen liefert das Buch wertvolle Ansätze, die Strategie der App-Gestaltung zu optimieren, um den gewünschten Mehrwert für die Patienten zu schaffen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 83
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ziel- und Aufgabenstellung
3. Material und Methode
3.1 Auswahl der Kategorien
3.2 Entwicklung des Kriterienkatalogs
4. Marktüberblick Gesundheits-Apps
4.1 Definition Gesundheits-App
4.2 Marktgröße und Marktpotential von Gesundheits-Apps
4.3 Daten zur Nutzung von Smartphones
4.4 App-Entwickler im Gesundheitsbereich
4.5 Pharmaunternehmen im Markt mit Gesundheits-Apps
5. Rechtliche Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Apps
5.1 Heilmittelwerbegesetz (HWG)
5.2 Medizinproduktgesetz (MPG)
5.3 Telemediengesetz (TMG)
5.4 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
6. App-Angebote zu Rückenschmerzen
6.1 Basisdaten und Zielsetzungen der Rückenschmerzen-Apps
6.2 Funktionen und Usability bei Rückenschmerzen-Apps
6.3 User-Bewertungen und Qualität der Rückenschmerzen-Apps
6.4 Datenschutz bei Rückenschmerzen-Apps
6.5 Kommunikationsmöglichkeiten bei Rückenschmerzen-Apps
7. App-Auswertung zu COPD
7.1 Basisdaten und Zielsetzungen der COPD-Apps
7.2 Funktionen und Usability der COPD-Apps
7.3 User-Bewertungen und Qualität der COPD-Apps
7.4 Datenschutz bei COPD-Apps
7.5 Kommunikationsmöglichkeiten bei COPD-Apps
8. App-Auswertung zur Refluxkrankheit
8.1 Basisdaten und Zielsetzungen der Reflux-Apps
8.2 Funktionen und Usability der Reflux-Apps
8.3 User-Bewertungen und Qualität der Reflux-Apps
8.4 Datenschutz bei Reflux-Apps
8.5 Kommunikationsmöglichkeiten bei Reflux-Apps
9. App-Auswertung zu Allergien
9.1 Basisdaten und Zielsetzungen der Allergie-Apps
9.2 Funktionen und Usability der Allergie-Apps
9.3 User-Bewertungen und Qualität der Allergie-Apps
9.4 Datenschutz bei Allergie-Apps
9.5 Kommunikationsmöglichkeiten bei Allergie-Apps
10. App-Auswertung zur Kontrazeption
10.1 Basisdaten und Zielsetzungen der Kontrazeptions-Apps
10.2 Funktionen und Usability der Kontrazeptions-Apps
10.3 User-Bewertungen und Qualität der Kontrazeptions-Apps
10.4 Datenschutz bei Kontrazeptions-Apps
10.5 Kommunikationsmöglichkeiten bei Kontrazeptions-Apps
11. Diskussion der Ergebnisse
12. Schlussfolgerungen und Ausblick
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ibidem-Verlag, Stuttgart
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Zusammenfassung
Gesundheits-Apps sind für viele Smartphone-User zum täglichen Begleiter geworden. Pharmaunternehmen bieten derzeit mit knapp 500 Apps noch relativ wenig Auswahl für die Patienten. Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es, sich ein Bild über das aktuelle Angebot von Pharmaunternehmen und Medizinprodukte-Herstellern zu verschaffen. Dazu wurden im Apple Store 42 Apps von Pharmaunternehmen zur Empfängnisverhütung (15 Apps) und zu den Erkrankungen Rückenschmerzen (6 Apps), COPD (6 Apps), Reflux (3 Apps) und Allergien (12 Apps) ausgewählt. Die angebotenen Apps wurden in Bezug auf den Nutzen für die Patienten sowie auf die Kommunikationsmöglichkeiten, insbesondere für das Arzt/Apotheker-Patientengespräch, untersucht. Dazu wurde ein Kriterienkatalog erstellt, der die angegebenen Basisdaten im App-Store, Zielsetzungen der Apps wie Adhärenz oder Prävention, Produkt-und Unternehmenswerbung, Funktionen und Usability, User-Bewertungen und Qualität (Transparenzkriterien) sowie die Anforderungen an den Datenschutz und die Kommunikationsmöglichkeiten via Apps umfasst.
Die Apps in den untersuchten Kategorien zeigen, dass die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Patienten, Herstellern, Ärzten und Apothekern sowie Krankenkassen noch nicht voll ausgeschöpft werden. Es werden wenige Möglichkeiten geboten, die erfassten Daten aus der App mit dem Apotheker oder Arzt zu teilen.
Vor dem Herunterladen einer App, sollte sich der Anwender genau überlegen, ob diese für seine Anforderungen einen Mehrwert bietet und er diese langfristig und häufig benutzen wird.
Erkennbare Risiken für die Patienten liegen vor allem im Datenschutz. Es ist in vielen Apps nicht transparent, ob Daten während der Nutzung der App durch Dritte erhoben werden und was mit den Daten geschieht. Zudem sind 48% der untersuchten Apps seit über einem Jahr nicht mehr aktualisiert worden, was zu Fehlerquellen in der Navigation führt.
Um als Pharmaunternehmen eine App erfolgreich zu gestalten, muss diese den Bedürfnissen der Patienten und des Pharmaunternehmens gleichermaßen angepasst werden. Es sollte genau analysiert werden, welchen Nutzen die App bietet und wie sie zielgruppenspezifisch eingesetzt werden kann.
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Das Smartphone hat als täglicher Begleiter auch die Art der Kommunikation stark verändert. Es ist multifunktional und dient mit seinen Apps zum Lesen, Chatten, E-mailen, Tracking oder zur Selbstorganisation. Im Sommer 2007 wurde das erste iPhone auf den Markt gebracht, welches diese neue Form der Kommunikation via mobiler Geräte einer breiten Bevölkerung zugänglich machte. Im Juli 2008 wurde dann der App Store von Apple gegründet, der dem Anwender die Individualisierung seiner Smartphone-Nutzung gemäß seinen Bedürfnissen ermöglichte (appyourself.net, 2015). Für diese Form der Individualisierung gibt es heute mehr als 1,4 Millionen Apps im Store von Apple. Für das Betriebssystem Android von Google werden sogar über 1,5 Millionen Apps allein in Deutschland angeboten. Fitness- und Gesundheits-Apps spielen dabei eine herausragende Rolle (bitkom.org, 2015). Für den Anwender wird es dabei immer schwieriger, sich im Dschungel der Apps zu orientieren und passende, seriöse App-Angebote zu finden.
Für Pharmaunternehmen und Medizinprodukte-Hersteller eröffnet sich durch den Einsatz von Apps ein neuer Weg, erweiterte Dienstleistungen zu Produkten anzubieten. Durch ihren gezielten Einsatz kann die Kommunikation zum Kerngeschäft des Unternehmens als auch die Kommunikation zwischen Patienten, Ärzten und Apothekern verändert werden. In der Entwicklung von Gesundheits-Apps müssen zusätzlich zum Datenschutz noch weitere gesetzliche Regelungen wie das Medizinproduktegesetz oder das Heilmittelwerbegesetz beachtet werden. In dieser Arbeit wurden 42 Apps aus fünf Gesundheitskategorien nach einem zuvor selbstdefinierten Kriterienkatalog* untersucht. Der Kriterienkatalog wird im Kapitel 3.2 erläutert. Die Zielsetzungen und Inhalte der einzelnen Apps sind dabei sehr unterschiedlich, aber alle untersuchten Apps sind für Laien zugänglich. Sie sollen vor allem die Adhärenz fördern oder zur Prävention bzw. Risikominimierung beitragen.
Während die Patienten auf dem klassischen Weg über Broschüren beim Arzt und in der Apotheke, sowie auf Webseiten zu bestimmten Produkten und zum Krankheitsbild informiert werden, kann über den Einsatz von Apps eine Individualisierung auf die jeweiligen Bedürfnisse des Patienten erfolgen.
* Der vollständige Kriterienkatalog steht zum Download bereit unter www.ibidem-verlag.de/downloads/9783838210094_kriterienkatalog.pdf
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Ziel dieser Arbeit ist es, einen aktuellen Marktüberblick über die angebotenen Gesundheits-Apps von Pharmaunternehmen und Medizinprodukte-Herstellern zu erhalten. Es soll aufgezeigt werden, welche Unternehmen im App-Markt in den ausgewählten Kategorien vertreten sind und wie sich die Apps voneinander unterscheiden. Der für die Analyse genutzte Kriterienkatalog umfasst sieben Bereiche. Dazu gehören die im App Store aufgeführten Basisdaten, d.h. das Datum der letzten Aktualisierung, der benötigte Speicherplatz für die App und die Angaben zum Entwickler. Ferner ist die Zielsetzung der jeweiligen App im Hinblick auf Prävention, Adhärenz oder Werbung zu unterscheiden. Für den Anwendernutzen werden die Funktionen nach Indikation und Anwendungsfreundlichkeit der Apps verglichen. Qualitätskriterien zur Transparenz und die Erfüllung von Datenschutzrichtlinien gemäß gesetzlichen Vorgaben sind ebenfalls zu untersuchen. Denn die Daten, die ein Anwender in der App speichert, können auch von Pharmaunternehmen oder damit beauftragten Dienstleistern zur Zielgruppen-Analyse verwendet werden. Deshalb soll eruiert werden, ob eine solche Nutzung tatsächlich erfolgt und in Datenschutzklauseln der Apps angegeben ist. Die Kernaufgabe ist es zu ermitteln, inwieweit Apps von Pharmaunternehmen als Kommunikationsmittel z.B. für Arzt-Patientengespräche einen Nutzen bieten können. Daraus folgend werden mögliche Chancen und Risiken durch den Einsatz der untersuchten Apps in der Kommunikation mit dem Patienten aus Sicht von Pharmaunternehmen, Patienten, Ärzten und Apothekern und zum Teil auch den Krankenkassen diskutiert.
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Die in dieser Arbeit verwendeten Apps sind im App Store von Apple ausgewählt worden, wobei das iPhone 6 mit dem aktuellem Betriebssystem iOS 9.2. verwendet wurde (Stand 30.12.2015). Dabei wurden Apps aus fünf gesundheitsspezifischen Kategorien analysiert, bei denen als Entwickler ein Pharmaunternehmen oder Medizinprodukte-Hersteller angegeben ist. Zusätzlich wurden auch Apps einbezogen, in denen ein pharmazeutischer Hersteller als Kooperationspartner angegeben ist. Alle ausgewählten Apps sind für Laien konzipiert und von ihnen uneingeschränkt nutzbar. Insgesamt sind 42 Apps analysiert worden, wobei die Untersuchung einer App zwischen 5 Minuten und 45 Minuten in Anspruch nahm.
Folgende fünf gesundheitsspezifische Kategorien wurden für die Analyse ausgewählt:
Rückenschmerzen
COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
Refluxkrankheit
Allergien
Kontrazeption (Empfängnisverhütung)
Sowohl die vier Erkrankungen als auch die Empfängnisverhütung können mit einer häufigen bzw. langfristigen Medikamenteneinnahme verbunden sein. Die Suche nach einschlägigen Apps erfolgte über Stichwörter zum jeweiligen Themengebiet.
App-Kategorien
Eingabe der Stichwörter
Anzahl Apps
Rückenschmerzen
Schmerzen, Rückenschmerzen
6
COPD
COPD, Husten, Raucherhusten, Raucher-App
6
Refluxkrankheit
Reflux; Sodbrennen
3
Allergien
Allergie, Pollenallergie, Heuschnupfen, Nahrungsmittel
12
Kontrazeption
Zyklus, Verhütung, Pille
15
Tabelle 1 - Anzahl Apps pro Kategorie
Für die Analyse der Apps wurde ein Katalog erstellt, der folgende Kriterien umfasst:
Basisdaten im App Store von Apple
Zielsetzung und inhaltlicher Schwerpunkt
Funktionen
Usability (Nutzen und Anwendungsfreundlichkeit)
User-Bewertungen und Qualität (Transparenzkriterien)
Datenschutz
Kommunikation
Unter den Basisdaten im App Store sind alle Informationen angegeben, die vor dem Herunterladen einer App ersichtlich sind. Dazu gehört der Name des Entwicklers, die Kategorie, der die App zugeordnet wurde wie z.B. Medizin oder Gesundheit und Fitness, das Datum der letzten Aktualisierung sowie technische Daten zur Kompatibilität, Version und Größe der App. Auch die Bewertung für die Altersfreigabe und die verfügbaren Sprachen der App zählen zu den Basisdaten.
Zunächst wurde erfasst, ob die App vorrangig das Ziel einer Unterstützung bei der Adhärenz oder Prävention für die Anwender verfolgt. Zusätzlich wurde untersucht, wie viele der ausgewählten Apps Produkt- oder Unternehmenswerbung enthalten. Der Unterschied der Zielsetzungen in den ausgewählten Kategorien wurde ebenfalls miteinander verglichen. Der inhaltliche Schwerpunkt der App ist aus dem Beschreibungstext vor dem Herunterladen aus dem App Store entnommen worden.
Unter Funktionen wurde aufgeführt, wie viele und welche Funktionen eine App anbietet, wobei eine Bewertung entsprechend der jeweiligen Kategorie erfolgte. Während für Rückenschmerzen vor allem die Funktion „Tipps zur Verbesserung der Körperhaltung“ relevant ist, ist bei einer Allergie die Funktion „Pollenvorhersage“ von besonderer Bedeutung. Die weiteren, allgemeinen untersuchten Funktionen einer App umfassen das Tracking von persönlichen Daten, Tagebuch-Funktionen, Apotheken- oder Arztfinder, Empfang von Push-Nachrichten, Erinnerungsfunktionen oder Informationen zur Erkrankung.
Unter dem Kriterium Usability wurde untersucht, wie anwendungsfreundlich die jeweilige App ist. Die Anwendungsfreundlichkeit gibt im Zusammenhang mit den Funktionen einer App Auskunft darüber, ob die App von einem Anwender leicht verstanden werden kann und ob sie auch angewendet wird. Denn eine fehlerfreie Navigation ist die Grundvoraussetzung für einen Nutzer. Ferner wurden Kriterien wie Design, Kontrast und Schriftgröße bewertet. Der Text sollte gut strukturiert und verständlich geschrieben worden sein. Für den Anwender ist auch von Bedeutung, ob eine App für die langfristige, häufige Anwendung gestaltet und eine On- und Offline-Nutzung möglich ist.