Maktub - Paulo Coelho - E-Book

Maktub E-Book

Paulo Coelho

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Beschreibung

»Maktub – es steht geschrieben«: In seinen knapp 180 zeitlosen Geschichten und Gedanken über die Liebe, über Angst, Mut und die kleinen Wunder des Alltags zeigt uns Paulo Coelho, dass Glück und Erfüllung oft viel näher sind, als wir denken. ›Maktub‹ ist ein Schatz von persönlichen Erfahrungen Coelhos sowie von universellen Weisheiten aus verschiedenen Kulturen, die berühren und beflügeln. – Ein inspirierendes Begleitbuch zum Weltbestseller ›Der Alchimist‹.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 133

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Paulo Coelho

Maktub

Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Maralde Meyer-Minnemann

Diogenes

Für Nhá Chica, Patrícia Casé, Edinho und Alcino Leite Neto

Inhalt

Vorwort

19

Ein Haus aus Scherben

21

Niederlagen und Erfahrungen

23

Die Raupe und der Schmetterling

2

Vom Umgang mit Versuchungen

25

Entscheiden und mit den Konsequenzen leben

26

Eigenverantwortung

27

Macht Glauben unfrei?

28

Es steht geschrieben

29

Von müßigen Gedanken

31

Wo wohnt Gott?

32

Kein Feuer ohne Rauch oder Vom Wert der Eigenerfahrung

33

Ein kontemplatives Leben

34

Das Tor durch die Unmöglichkeit

35

Der Vogelschwarm oder Von der Vorstellungskraft

36

Der erste Schritt auf dem spirituellen Weg

37

Der spirituelle und der körperliche Schmerz

38

Vom Daumenlutschen und von anderen Lastern

39

Die sibyllinischen Bücher

40

Der Turm zu Babel

41

Das Ende der Angst

42

Zu etwas Lust haben oder nicht

43

Reichtum und Reichtümer

44

Vom Glauben

4

Die Voraussagung

46

Von der Hektik und der langsamen Seele

47

Vom Christus- und vom Zirkuskind

48

Überrasche dich selbst!

49

Aus der Reihe tanzen

50

Vom Innehalten

51

Von mutigen Schritten oder Von ganzen und halben Sachen

52

Die Segnungen des Tages

53

Sanfte Kraft

54

Macht Glück Angst?

55

Rache oder Vergebung

56

Die Wurzel des Baums

57

Vom Sprung ins kalte Wasser

58

Gibt es Gott?

59

Aus sich selbst heraustreten

60

Weinen wie ein Kind

61

Der richtige Moment

62

Die kleinen Freuden

63

Neu anfangen

64

Großzügigkeit mit sich selbst

6

Unbeirrt seinen Weg gehen

66

Ehrlich währt am längsten

67

Über Umwege

68

Vergebung und Läuterung

69

Von Angst, Feigheit und Leichtsinn

70

Sich auf das Leben einlassen

71

Schmerzen und ihre Ursachen

72

Gott näherkommen

73

Eine Sprache ohne Worte

74

Hassan und der blinde Bettler

75

Mutig drauf‌losleben oder Obsessive Sinnsuche

76

Der Zauberer und die drei Schwestern

77

Jorge Luís Borges oder Die Sprache jenseits der Worte

78

Der Elefant oder Die dünnen Fesseln der Gewohnheit

79

Die Tür des Herzens

80

Führe mich in Versuchung!

81

Die heilige Stunde der Dämmerung

82

Wer bin ich?

83

Was hast du gepflanzt?

84

Sich selbst zum Sklaven machen

8

Überheblichkeit und Demut

86

Vorahnungen

87

Leben ist Begeisterung

88

Bilanz

89

Der Versucher

90

Play it again!

91

Spirituelle Suche und Problemflucht

92

Wie einfach ist es doch, schwierig zu sein

94

Angst

95

Lieben und geliebt werden

96

Eva und die Eifersucht

97

Brief an mein Herz

98

Narben

99

Sanftmut

100

Disziplin

101

Die gute Tat

102

Kreuzwege

103

Im Namen der Wahrheit

104

Fehler und gerechte Strafen

105

Die Kerze

1

Die drei Bananen

107

Gib alles!

108

Das brennende Haus oder Notwendige Veränderungen

110

Unbenutzte Gegenstände

111

Der peruanische Galgen oder Freiheit und Gerechtigkeit

112

Neuer Lebenswille

113

Boykott der Voreingenommenen

114

Das Radrennen

115

In der Arabischen Wüste

116

John, der Feuerwehrmann

117

Sterben lernen

118

Unser Engel

119

Die innere Stimme

120

Vom Umgang mit Fehlern

121

Die spirituelle Anleitung

122

Die Botin des Lichts oder Vom Selbstvertrauen

123

Diogenes, Aristippos und das Linsengericht

124

Frage dein Herz!

125

Glück

126

Die Gebeine des Königs

1

Flüsse sah ich

128

Der beste Schwertkämpfer

129

Der Schlüssel zur Herrlichkeit

130

Gott gibt es zwei Mal

131

Unser Lebenswerk

132

Der Held

133

Liebe

134

Die drei aztekischen Priester

135

Der spirituelle Weg

136

Vergebung

137

Gestalten schaffen

138

Wie soll ich handeln?

139

Enthaltsamkeit und Genuss

140

Höre auf dein Herz!

141

Wozu leben?

142

Das Lotterielos

143

Fluch und Gnade der Erinnerung

144

Der persönliche Lebenstraum

145

Der Gürtel

146

Der Trinker

147

Gnade und Prüfungen

1

Unsere Wärme und die der anderen

149

Masel tov

150

Hingabe und Zurückhaltung

151

Vom Umgang mit Schwierigkeiten

152

Das Buch der Schöpfung

153

Der Pelikan

155

Entscheide und blicke nicht zurück

156

Alles ist geschehen und nichts ist geschehen

157

Auf den eigenen Rhythmus achten

158

Die Sprache der Zeichen

159

Die letzte Perle

160

Die Verrückten

162

Das würdige Geschenk

163

Die Burg der Mittelmäßigkeit

164

Wie die Welt besser wird

165

Selbstherrlichkeit

166

Die zwei Apostel

167

Der Beinah-Unfall

168

Das Brot

169

Die drei Orangen

1

Inneres Wachstum

171

Von der Schönheit

172

Von der Einsamkeit

173

Die böse Fee

174

Die Wege der Seele

175

Der Weg entsteht beim Gehen

176

Vom Schreiben

177

Minimale Abweichungen

178

Der Mercedesfahrer oder Vorschnelle Schlüsse

179

Seine Grenzen überwinden lernen

180

Spirituelle Schätze kann man nicht aufsparen

181

Ein wenig entspannen lernen

182

Der nächste Schritt auf dem spirituellen Weg

183

Zwei Freunde in New York

184

Wenn alles nichts nützt, hilft nur die Liebe

185

Was ist Poesie?

186

Das Straßenkind

187

Die beste Verfassung der Welt

188

Über die Inspiration

189

Ein Mensch wie alle anderen

1

Die Macht der Worte

191

Eine perfekte Welt

192

Die blaue Feder

193

Die Zehn Gebote

194

Routine und Ritual

195

Alltag und Gottsuche

196

Gott ist ein Künstler

197

Gottvertrauen

198

Die weiße Leinwand

199

Vom Gleichgewicht

200

Das Friedensangebot

201

Gerechtigkeit

202

Glauben und Gebet

203

Du brauchst dich bloß auf den Weg zu machen

204

Offen sein für Wunder

205

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.

Lukas 10,21

Heilige Maria,

ohne Sünden empfangen,

bete für uns,

die wir uns an dich wenden.

Amen.

Vorwort

Maktub ist kein Ratgeber-Buch – vielmehr teile ich in diesem Buch Erfahrungen mit meinen Lesern.

Einen großen Teil nehmen darin die Lehren meines Meisters aus den elf langen Jahren unserer Beziehung ein. Andere Texte basieren auf Berichten von Freunden oder von Menschen, denen ich irgendwann einmal begegnet bin, die mir aber eine unvergessliche Botschaft hinterlassen haben. Schließlich reflektiere ich darin auch Bücher, die ich gelesen habe, und Geschichten, die, wie der Jesuit Anthony de Mello sagt, zum geistigen Erbe der Menschheit gehören.

Ein Anruf‌ von Alcino Leite Neto, dem damaligen Direktor der Ilustrada, dem Kulturmagazin der Zeitung Folha de São Paulo, gab den Anstoß zu Maktub. Ich war gerade in den Vereinigten Staaten, als ich von ihm das Angebot erhielt, Kolumnen zu schreiben, ohne recht zu wissen, was die Themen sein würden. Aber die Herausforderung reizte mich, und ich beschloss, sie anzunehmen; Leben bedeutet, Risiken einzugehen.

Als mir klar wurde, wie viel Arbeit es bedeutete, wollte ich schon aufgeben. Das Schreiben einer täglichen Kolumne wurde aufgrund meiner Lese- und Pressereisen in alle Welt zu einem Problem. Doch die Zeichen sagten mir, dass ich weitermachen sollte: Mal war es ein Leserbrief, mal der Kommentar eines Freundes, mal jemand, der mir in seiner Brief‌tasche verwahrte ausgeschnittene Kolumnen zeigte. Nach und nach gewöhnte ich mir einen bewusst einfachen und direkten Schreibstil an. Auch musste ich für die Kolumnen Texte noch einmal lesen, etwas, was ich mir vorgenommen, aber immer aufgeschoben hatte, und die Wiederbegegnung mit ihnen war dann ein großes Vergnügen.

Ich begann, die Worte meines Meisters sorgfältiger zu notieren. Letztlich ging ich dazu über, alles, was um mich herum geschah, zum Anlass zu nehmen, Maktub-Kolumnen zu schreiben; dies hat mich so sehr bereichert, dass ich noch heute für diese tägliche Aufgabe dankbar bin.

Für diesen Band habe ich Texte ausgewählt, die zwischen dem 10. Juni 1993 und dem 11. Juni 1994 in der Folha de São Paulo erschienen sind. Die Kolumnen über den Krieger des Lichts sind nicht Teil dieses Buches. Sie wurden im Handbuch des Kriegers des Lichts veröffentlicht.

Im Vorwort zu einem seiner Bücher mit Geschichten macht Anthony de Mello folgende Bemerkung: »Meine Aufgabe war allein die eines Webers; Baumwolle und Garn waren nicht mein Verdienst.«

Das Gleiche gilt für mich.

 

Paulo Coelho

Ein Haus aus Scherben

Der Reisende sitzt inmitten eines Waldstücks und schaut auf ein einfaches Haus vor ihm. Er ist schon einmal mit ein paar Freunden hier gewesen, und damals ist ihm nur die Ähnlichkeit zwischen dem Stil dieses Hauses und dem eines katalanischen Architekten aufgefallen – der vor vielen Jahren gelebt, aber nie einen Fuß an diesen Ort gesetzt hat.

Das Haus steht in der Nähe von Cabo Frio im Bundesstaat Rio de Janeiro und ist über und über mit Scherben und Bruchstücken aller Art dekoriert. Sein Besitzer, Gabriel, träumte 1899 von einem Engel, der ihm sagte: »Baue ein Haus aus Scherben.« Gabriel begann zerbrochene Fliesen, Teller, Dekorationsstücke und Vasen zu sammeln. »Alles kleine Scherben, in Schönheit verwandelt«, sagte Gabriel über seine Arbeit. In den ersten vierzig Jahren hielten die Bewohner des Ortes ihn für verrückt. Dann entdeckten ein paar Touristen das Haus und begannen, Freunde mitzubringen. Gabriel wurde zum Genie erklärt. Doch der Reiz des Neuen verblasste, und Gabriel fiel in die Anonymität zurück. Dennoch baute er immer weiter an seinem Haus. Im Alter von 93 Jahren setzte er die letzte Glasscherbe. Und starb.

Der Reisende zündet sich eine Zigarette an; raucht schweigend. Heute denkt er nicht an die Ähnlichkeit zwischen Gabriels Haus und der Architektur von Antoni Gaudí. Er blickt auf die Scherben, überdenkt sein eigenes Leben. Auch seines ist, wie das eines jeden Menschen, aus Stücken all dessen zusammengesetzt, was vergangen ist. Aber irgendwann begannen diese Fragmente eine Form anzunehmen, und der Reisende erinnert sich an dieses und jenes aus seiner Vergangenheit, blickt auf das Scrapbook, das er auf seinem Schoß hält. Darin sind Stücke seines Lebens enthalten, Situationen, die er erlebt hat, Absätze aus Büchern, an die er sich immer wieder erinnert, Lehren seines Meisters, Geschichten von Freunden, Fabeln, die man ihm irgendwann einmal erzählt hat. In ihnen reflektieren seine Zeit und die Träume seiner Generation.

Wie Gabriel, der von einem Engel geträumt und das Haus gebaut hat, das der Reisende jetzt vor sich liegen sieht, versucht er, diese Notizen zu ordnen – um seine eigene spirituelle Entwicklung nachzuvollziehen. Er erinnert sich daran, als Kind ein Buch von Malba Tahan mit dem Titel Maktub! – Es steht geschrieben. Buch des Schicksals gelesen zu haben, und denkt:

»Vielleicht sollte auch ich ein solches Buch schreiben.«

Niederlagen und Erfahrungen

Der Meister sagt:

»Wenn wir ahnen, dass die Zeit für eine Veränderung gekommen ist, beginnen wir unbewusst, all unsere Niederlagen bis zu diesem Augenblick wie in einem Film vor unserem inneren Auge an uns vorbeiziehen zu lassen. Je älter wir werden, desto größer wird natürlich die Anzahl der Niederlagen. Doch mit ihnen ist auch unsere Erfahrung darin gewachsen, wie wir diese Niederlagen überwinden und einen Weg finden können, der uns weiterführt.

Auch diesen Film sollten wir in unseren geistigen Projektor einlegen.

Sehen wir nur den Film mit den Niederlagen an, lähmt uns das. Sehen wir uns nur den Film mit unseren Erfahrungen an, glauben wir am Ende, weiser zu sein, als es tatsächlich der Fall ist.

Wir brauchen beide Filme.«

Die Raupe und der Schmetterling

Stelle dir eine Raupe vor. Sie schaut sehnsüchtig zu den Vögeln auf, ist wegen ihres Schicksals und ihres Aussehens verbittert. »Ich bin das verachtenswerteste aller Tiere«, denkt sie, »ich bin hässlich, abstoßend und dazu verurteilt, herumzukriechen.«

Eines Tages trägt die Natur ihr auf, einen Kokon zu spinnen. Die Raupe ist bestürzt, noch nie hatte sie einen Kokon gesponnen. Glaubt, es ginge darum, ihre eigene Grabstätte herzustellen, und bereitet sich darauf vor zu sterben. Sie, die schon zuvor unzufrieden mit ihrem Schicksal gewesen war, beschwert sich erneut bei Gott: »Daran habe ich mich nun schon gewöhnt, doch jetzt nimmst du mir noch das wenige, was ich habe.«

Verzweifelt spinnt sie sich in ihren Kokon ein und wartet auf das Ende. Wochen später sieht sie, dass sie sich in einen wunderschönen Schmetterling verwandelt hat. Sie kann am Himmel fliegen, und die Menschen bewundern sie. Sie ist tief beeindruckt von den Plänen Gottes und den Wegen, die das Leben einschlagen kann.

Vom Umgang mit Versuchungen

Ein Fremder suchte den Abt des Klosters Sceta auf.

»Ich möchte ein gottgefälligeres Leben führen«, sagte er. »Aber ich kann nicht aufhören, sündigen Gedanken nachzuhängen.«

Der Abt bemerkte, dass draußen ein kühles Lüftchen wehte, und sagte zum Fremden:

»Hier drinnen ist es so heiß, könnten Sie nicht hinausgehen und etwas kühlen Wind hereinholen?«

»Das ist unmöglich«, sagte der Fremde.

»Genauso unmöglich, wie aufzuhören, Gedanken zu haben, die Gott beleidigen könnten«, antwortete der Mönch. »Doch wenn es Ihnen gelingt, Nein zu den Versuchungen zu sagen, werden sie Ihnen nicht schaden.«

Entscheiden und mit den Konsequenzen leben

Der Meister sagt:

»Wenn eine Entscheidung ansteht, solltest du sie treffen und mit den Konsequenzen leben. Du kannst im Voraus nicht wissen, wie diese Konsequenzen aussehen werden.

Alle Weissagungskünste sind dazu geschaffen worden, dem Menschen Ratschläge zu erteilen, niemals aber dazu, die Zukunft vorauszusagen. Sie sind ausgezeichnete Ratgeber, aber schlechte Propheten. In einem der Gebete, die uns Jesus gelehrt hat, heißt es: ›Dein Wille geschehe.‹ Wenn dieser Wille ein Problem mit sich bringt, so trägt er auch dessen Lösung in sich.

Wenn die Wahrsager tatsächlich die Zukunft voraussehen könnten, wären alle Wahrsager reich, verheiratet und glücklich.«

Eigenverantwortung

Der Schüler näherte sich dem Meister:

»Seit Jahren suche ich die Erleuchtung«, sagte er. »Ich fühle, dass sie nicht mehr weit ist. Ich möchte wissen, welchen Schritt ich als nächsten tun soll.«

»Und wie erwirbst du deinen Lebensunterhalt?«, fragte der Meister.

»Noch habe ich nicht gelernt, mich selbst zu ernähren. Mein Vater und meine Mutter unterstützen mich. Aber das tut doch hier nichts zur Sache.«

»Der nächste Schritt besteht darin, dass du eine halbe Minute lang in die Sonne blickst«, sagte der Meister.

Der Schüler gehorchte. Als die Zeit um war, bat der Meister den Schüler, er möge ihm das Feld um sich herum beschreiben.

»Ich kann es nicht sehen, die Helligkeit der Sonne hat meinen Blick getrübt«, antwortete der Schüler.

»Ein Mensch, der nur das Licht sucht und die Verantwortung für sich selbst anderen überlässt, wird die Erleuchtung nicht finden. Ein Mensch, der in die Sonne starrt, wird am Ende blind«, sagte darauf der Meister.

Macht Glauben unfrei?

Auf seiner Wanderung durch ein Tal in den Pyrenäen traf ein Mann auf einen alten Hirten. Er teilte sein Essen mit ihm, und sie saßen lange beieinander und sprachen über das Leben.

»Wenn ich an Gott glauben würde«, sagte der Reisende, »das hieße das für mich auch, dass ich mich damit abfinde, unfrei zu sein, denn dann würde Gott einen jeden meiner Schritte bestimmen.«

Da führte ihn der Hirt an eine Schlucht, deren Wände jedes Geräusch klar und deutlich als Echo zurückwarfen.

»Das Leben sind diese Wände, und das Schicksal ist der Schrei jedes Einzelnen von uns«, sagte der Hirt. »Das, was wir tun, wird zu Seinem Herzen aufsteigen und unverändert zu uns zurückkehren. Gottes Handeln ist das Echo unserer Taten.«

Es steht geschrieben

Das arabische Wort »Maktub« bedeutet: Es steht geschrieben. Manch ein Araber deutet »Es steht geschrieben« jedoch anders, denn Gott ist barmherzig und hat, obwohl alles schon geschrieben steht, Seine Feder und Seine Tinte oft nur dazu benutzt, um uns zu helfen.