SOP Handbuch Interdisziplinäre Notaufnahme - Sabine Blaschke - E-Book

SOP Handbuch Interdisziplinäre Notaufnahme E-Book

Sabine Blaschke

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Beschreibung

Die Interdisziplinären Notaufnahmen stellen an die dort tätigen Mitarbeitenden besondere Herausforderungen, denn unterschiedlichste Notfälle müssen schnell, kompetent und erfolgreich erkannt, bewertet, eingeteilt, behandelt und in die richtigen „Bahnen“ gelenkt werden. Neu strukturiert und um viele Leitsymptome, Leitdiagnosen sowie diagnostische und therapeutische Maßnahmen erweitert, vermittelt dieses Praxisbuch strukturierte und praxisorientierte Anleitungen (SOPs, Standard Operating Procedures) für über 170 Notfälle auf Basis der aktuellen fachdisziplinären Leitlinien. Wesentliche Neuerungen in der zweiten Auflage umfassen die Erweiterung auf das gesamte Spektrum der Notfälle in der klinischen Akut- und Notfallmedizin, mit Ergänzung des Kapitels „Notfallmedizinische Leitsymptome“, gemäß Vorgaben der EUSEM sowie die Anpassung der Inhalte an das BÄK Kerncurriculum der Zusatzweiterbildung „Klinische Akut- und Notfallmedizin“. Darüber hinaus ist die Qualität der Inhalte durch die beteiligten Fachgesellschaften mittels aufwendigen Reviewprozess gesichert.

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EPUB

Seitenzahl: 707

Veröffentlichungsjahr: 2022

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S. Blaschke | F. Walcher | M. Kulla | C. Wrede (Hrsg.)

SOP Handbuch Interdisziplinäre Notaufnahme

2. Auflage

unter Mitarbeit von

S. Agha-Mir-Salim | A.P. Anastasiadis | S. Antweiler | U. von Arnim | M. Baacke | U. Bachmann | A. Ballon | B. Bandelow | M.-K. Bärmann | S. Barnick | W. Bauer | G. Bauerschmitz | P. Bergschmidt | M. Bernhard | T. Bertelmann | D. Beutner | N. Bevis | R. Biber | S. Blaschke | J. Bräunig | R. Breitkreutz | S.C.B. Bremer | C. Buck | J. Dahmen | D. Damjanovic | T. Deffner | Y.-J. Dettmer | E. Diehl-Wiesenecker | H. Dormann | T. Duwe | M. Ebbecke | H. Eiffert | B. Erdmann | K. Esslinger | M. Euler | K. Fessele | N. Fleiter | S. Flohé | T. Frank | C. Freiberg | J. Gallwas | H. Gerstmann | M. Geuting | D. Goertz | K. Gollisch | M.B. Göricke | I. Gräff | G. Grimaldi | M. Groening | I. Gröning | P. Grünholz | K. Habbinga | C. Hamann | F. Hanses | U. Harding | A. Harth | H. Himmelreich | D. Hinzmann | R. Hoffmann | C. Hohenstein | B. Hossfeld | J. Hupf | F. Kaiser | P. Kasten | A. Katthän | G. Kemmeries | D. Kiefl | S. Kirschner | T. Kleindienst | C. Kopschina | A. Kraus | M.T. Kremer | P.C. Kreuz | S. Krüger | M. Kulla | B. Kumle | S. Kunsch | P. Lang | M. Leenen | A. Lepper | C. Lex | T. Lindner | T. Lögters | C.O. Lorenz | K.J. Lorenz | B. Lucas | I. Lück | T. Lustenberger | L. Maier | R. Marohl | N. Marschalek | A. Martinschek | S. Merz | M. Michael | W. Mittelmeier | M. Möckel | M. Münzberg | J. Nowotny | U. Obertacke | C. van Oterendorp | T. Paffrath | H.-G. Palm | P.-F. Petersen | C. Petzold | S. Piatek | M. Pin | A. Pozniak | C. Probst | D. Raddatz | C. Reimertz | P. Reis | G. Reith | T. Reuter | C. van Riesen | C. Römer | F. Rosenmüller | J. Sahm | D. Schachinger | M. Schädel-Höpfner | A. Schaper | M. Scheele | S. Schellhaas | R. Schmid | W. Schmidt | R. Schneider | T.C. Schröder | U. Schweigkofler | H. Schwörer | C. Senft | R. Somasundaram | R. Stark | J. Strube | N. Struß | M. Uhlenbruch | L. Villa | F. Walcher | D. Wedekind | D. Weise | S. Wenske | P. Wilke | K. Wincheringer | F. Wösten | C. Wrede | M. Zimmermann

Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

Das Herausgeber-Team

Prof. Dr. med. Sabine Blaschke, CEDE

Georg-August-Universität

Universitätsmedizin Göttingen

Zentrale Notaufnahme

Robert-Koch Straße 40

37075 Göttingen

Prof. Dr. med. Felix Walcher, MME

Universitätsklinikum Magdeburg

Klinik für Unfallchirurgie

Leipziger Straße 44

39120 Magdeburg

Prof. Dr. med. Martin Kulla, DESA

Bundeswehrkrankenhaus Ulm

Akademisches Krankenhaus der Universität Ulm

Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin

und Schmerztherapie

Oberer Eselsberg 40

89081 Ulm

Prof. Dr. med. Christian Wrede

Helios Klinikum Berlin-Buch GmbH

Interdisziplinäres Notfallzentrum

Schwanebecker Chaussee 50

13125 Berlin

MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Unterbaumstr. 4

10117 Berlin

www.mwv-berlin.de

ISBN 978-3-95466-768-0 (eBook: PDF)

ISBN 978-3-95466-769-7 (eBook: ePub)

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Informationen sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Berlin, 2023

Dieses Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdrucks, des Vortrags, der Entnahme von Abbildungen und Tabellen, der Funksendung, der Mikroverfilmung oder der Vervielfältigung auf anderen Wegen und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten.

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Im vorliegenden Werk wird zur allgemeinen Bezeichnung von Personen nur die männliche Form verwendet, gemeint sind immer alle Geschlechter, sofern nicht gesondert angegeben. Sofern Beitragende in ihren Texten gendergerechte Formulierungen wünschen, übernehmen wir diese in den entsprechenden Beiträgen oder Werken.

Die Verfasser haben große Mühe darauf verwandt, die fachlichen Inhalte auf den Stand der Wissenschaft bei Drucklegung zu bringen. Dennoch sind Irrtümer oder Druckfehler nie auszuschließen. Der Verlag kann insbesondere bei medizinischen Beiträgen keine Gewähr übernehmen für Empfehlungen zum diagnostischen oder therapeutischen Vorgehen oder für Dosierungsanweisungen, Applikationsformen oder ähnliches. Derartige Angaben müssen vom Leser im Einzelfall anhand der Produktinformation der jeweiligen Hersteller und anderer Literaturstellen auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden.

Eventuelle Errata zum Download finden Sie jederzeit aktuell auf der Verlags-Website.

Produkt-/Projektmanagement: Viola Schmitt und Anna-Lena Spies, Berlin

Copy-Editing: Monika Laut-Zimmermann, Berlin

Layout, Satz & Herstellung: zweiband.media, Agentur für Mediengestaltung und -produktion GmbH, Berlin

E-Book: Zeilenwert GmbH, Rudolstadt

Zuschriften und Kritik an:

MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Unterbaumstraße 4, 10117 Berlin, [email protected]

Vorwort der Herausgeber

Nach intensiven Vorarbeiten steht das lang erwartete „SOP Handbuch Interdisziplinäre Notaufnahme“ nun erfreulicherweise in der zweiten Auflage zur Verfügung.

Neben der rasanten Entwicklung des notfallmedizinischen Fachwissens und den gesetzlichen Maßnahmen zur Reform der Notfallversorgung in Deutschland mit Einführung des neuen G-BA Notfallstufenkonzeptes, haben uns in diesem langjährigen Prozess insbesondere die nachstehenden Verbesserungen/Neuerungen in der Erstellung dieser Auflage vor immense Herausforderungen gestellt. Neben der COVID-19-Pandemie waren diese nur mit einem intensiven Arbeits- und Zeitaufwand, großer Sorgfalt und vor allem der konzertierten Anstrengung aller beteiligten Autorinnen und Autoren sowie Co-Autorinnen und -Autoren erfolgreich zu bewältigen.

Jetzt aber liegt ein umfassendes Werk mit den praxisorientierten und strukturierten Arbeitsanleitungen (sog. Standard Operating Procedures, SOPs) für die häufigsten Notfälle in den Zentralen Notaufnahmen aller G-BA Notfallstufen vor, das einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der klinischen Akut- und Notfallmedizin in Deutschland markiert. Besonders hervorzuheben ist die schon als historisch zu bezeichnende Tatsache, dass sich alle an der Notfallmedizin beteiligten Fachgesellschaften mit ihren Inhalten erstmals in einem Werk zusammengefunden haben.

In der aktuellen Fassung wird der einheitliche Aufbau der einzelnen SOPs zur zeitkritischen Diagnostik und Therapie sowie weiterem Behandlungspfad beibehalten. Auch bleibt der Hinweis erhalten, dass die dargestellten diagnostischen und therapeutischen Empfehlungen nur eine Orientierung bieten und in jedem individuellen/speziellen Notfall geprüft werden müssen.

Wesentliche Neuerungen in der zweiten Auflage umfassen die

Erweiterung auf das gesamte Spektrum der Notfälle in der klinischen Akut- und Notfallmedizin mit Ergänzung des Kapitels „Notfallmedizinische Leitsymptome“ gemäß Vorgaben der EUSEM,

Anpassung der Inhalte an das BÄK Kerncurriculum der Zusatzweiterbildung „Klinische Akut- und Notfallmedizin“,

Ergänzung der aktuellen Literaturhinweise inklusive der gültigen Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften und

Qualitätssicherung der Inhalte durch die beteiligten Fachgesellschaften mittels aufwendigem Reviewprozess.

Unser zukünftiges Ziel ist es, die SOPs des Handbuchs zeitnaher zu aktualisieren.

Unser besonderer Dank geht an dieser Stelle an die zahlreichen Mitwirkenden, die mit großem Engagement zuverlässig und stringent sowie in stetig konstruktiver Zusammenarbeit mit uns und dem Verlag ihre Beiträge gemäß der neuen Vorgabe erstellt und bearbeitet haben. Darüber hinaus möchten wir uns bei den vielen Reviewern sowie den beteiligten Fachgesellschaften bedanken, die uns in der Phase der fachlichen Begutachtung und Konsentierung der SOP-Inhalte hervorragend unterstützt haben.

Prof. Dr. med. Sabine Blaschke

Universitätsmedizin Göttingen

Prof. Dr. med. Martin Kulla

Bundeswehrkrankenhaus Ulm

Göttingen, Magdeburg, Ulm, Berlin im September 2022

Prof. Dr. med. Felix Walcher

Universitätsklinik Magdeburg

Prof. Dr. med. Christian Wrede

Helios-Klinikum Berlin-Buch

Inhalt

ILeitdiagnosen

ASchockraumbehandlung

1Herzkreislaufstillstand und Kardiopulmonale Reanimation (Erwachsene)Sabine Blaschke

2Herzkreislaufstillstand und Kardiopulmonale Reanimation (Kinder)Sabine Blaschke

3SchockSabine Blaschke

4KomaSabine Blaschke

5Akutes AbdomenUlrike Bachmann und Claudia Römer

6Polytrauma und SchwerverletzteThomas Lustenberger, Martin Kulla, Felix Walcher und Sektion NIS der DGU

BKardiovaskuläre Notfälle

1Akutes Koronarsyndrom (ACS)Lars Maier und Julian Hupf

2Kardiogener SchockLars Maier und Julian Hupf

3LungenödemLars Maier und Julian Hupf

4Bradykarde ArrhythmieLars Maier und Julian Hupf

5Tachykarde ArrhythmieLars Maier und Julian Hupf

6Aneurysma dissecansLars Maier und Julian Hupf

7Lungenarterienembolie (LAE)Lars Maier und Julian Hupf

8Tiefe Venenthrombose (TVT)Lars Maier und Julian Hupf

9Akuter arterieller VerschlussLars Maier und Julian Hupf

10Infektiöse EndokarditisLars Maier und Julian Hupf

11MyokarditisLars Maier und Julian Hupf

12PerikarditisLars Maier und Julian Hupf

13Hypertensive KriseSabine Blaschke

CPulmonale Notfälle

1Respiratorische InsuffizienzCordula Buck und Sabine Blaschke

2PneumonieCordula Buck und Sabine Blaschke

3Akutes Asthma bronchiale/AsthmaanfallCordula Buck und Sabine Blaschke

4Akut exazerbierte COPD (AECOPD)Cordula Buck und Sabine Blaschke

5PleuraergussCordula Buck und Sabine Blaschke

6PneumothoraxCordula Buck und Sabine Blaschke

DNephrologische Notfälle

1Akutes Nierenversagen (ANV)Sabine Blaschke

2Dekompensierte chronische NiereninsuffizienzSabine Blaschke

3HyponatriämieSabine Blaschke

4HyperkalzämieSabine Blaschke

5Akute Harnwegsinfektion (HWI)/Akute Pyelopnephritis (PN)Sabine Blaschke

6RhabdomyolyseSabine Blaschke

7Akute Notfälle nach NierentransplantationSabine Blaschke

8Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)/Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)Sabine Blaschke

9Rapid-Progressive Glomerulonephritis (RPGN)/Systemische VaskulitisSabine Blaschke

EUrologische Notfälle

1Nephro-/UrolithiasisRasmus Schneider und Sabine Blaschke

2Akute ZystitisRasmus Schneider und Sabine Blaschke

3Akute ProstatitisRasmus Schneider und Sabine Blaschke

4Akute EpididymitisRasmus Schneider und Sabine Blaschke

5Akute HodentorsionRasmus Schneider und Sabine Blaschke

6MakrohämaturieRasmus Schneider und Sabine Blaschke

7Akuter NiereninfarktRasmus Schneider und Sabine Blaschke

FGastrointestinale Notfälle

1Obere gastrointestinale (OGI-)BlutungSebastian C.B. Bremer, Steffen Kunsch und Harald Schwörer

2Untere gastrointestinale (UGI-)BlutungDirk Raddatz und Sabine Blaschke

3Akute MesenterialischämieSabine Blaschke

4Akute Gastritis – Ulcus ventriculi/duodeniSabine Blaschke

5Akute PankreatitisDirk Raddatz und Sabine Blaschke

6Akutes Leberversagen (ALV)Dirk Raddatz und Sabine Blaschke

7IleusDirk Raddatz und Sabine Blaschke

8Akute AppendizitisSabine Blaschke

9SigmadivertikulitisSabine Blaschke und Harald Schwörer

10Akute Gallenkolik/akute CholecystitisDirk Raddatz und Sabine Blaschke

GEndokrinologische Notfälle

1Akute diabetische StoffwechselentgleisungDirk Raddatz und Sabine Blaschke

2HypoglykämieDirk Raddatz und Sabine Blaschke

3Thyreotoxische KriseDirk Raddatz und Sabine Blaschke

4Hypothyreose/MyxödemDirk Raddatz und Sabine Blaschke

5Akute Nebennierenrinden-Insuffizienz (Addison-Krise)Katja Gollisch, Dirk Raddatz und Sabine Blaschke

HInfektionen und Sepsis

1SepsisSabine Blaschke

2Akute GastroenteritisHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

3Infektionen der oberen Luftwege und des HNO-TraktesHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

4HautinfektionenHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

5WeichteilinfektionenHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

6Infektionen nach ZeckenstichverletzungHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

7TetanuserkrankungHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

8TollwutHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

9TuberkuloseHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

10MalariaHelmut Eiffert, Harald Schwörer und Sabine Blaschke

11HIV-InfektionHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

12Meningitis, Meninogoenzephalitis und Enzephalopathie bei HIVHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

13Pneumonie bei HIV-InfektionHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

14Dysphagie/Diarrhoen bei HIV-InfektionHelmut Eiffert und Sabine Blaschke

IHämato-onkologische Notfälle

1AnämieFlorian Kaiser und Sabine Blaschke

2Fieber bei NeutropenieFlorian Kaiser und Sabine Blaschke

3Hämorrhagische Diathesen/erworbene GerinnungsstörungenFlorian Kaiser und Sabine Blaschke

4HämophilieFlorian Kaiser und Sabine Blaschke

5Von-Willebrand-SyndromFlorian Kaiser und Sabine Blaschke

6Immunthrombozytopenie (ITP)Florian Kaiser und Sabine Blaschke

7Disseminierte intravasale GerinnungFlorian Kaiser und Sabine Blaschke

8Obere EinflussstauungFlorian Kaiser und Sabine Blaschke

9Tumorlyse-SyndromFlorian Kaiser und Sabine Blaschke

10Vorgehen bei Zytostatika-ParavasatFlorian Kaiser und Sabine Blaschke

JRheumatologisch-immunologische Notfälle

1Arteriitis temporalis/Polymyalgia rheumatica (PMR)Sabine Blaschke

2Pulmorenales Syndrom

3Akuter GichtanfallSabine Blaschke

KDermatologisch-allergologische Notfälle

1Akute DermatitisSabine Blaschke

2ErysipelSabine Blaschke

3Allergische Reaktion/Allergischer SchockSabine Blaschke

LNeurologische Notfälle

1Ischämischer SchlaganfallMeike Bettina Göricke

2Intrakranielle BlutungMeike Bettina Göricke

3Subarachnoidalblutung (SAB)Meike Bettina Göricke

4Epileptischer AnfallMeike Bettina Göricke

5Status epilepticusTobias Frank

6Bakterielle MeningitisMeike Bettina Göricke

7Virale Meningitis/virale MeningoenzephalitisMeike Bettina Göricke

8Akute MuskelschwächeMeike Bettina Göricke

9Akutes Querschnittssyndrom, traumatisch und nicht-traumatischMeike Bettina Göricke

10Akinetische Krise beim idiopathischen ParkinsonsyndromChristoph van Riesen

11Psychose bei Patient mit fortgeschrittenem idiopathischem ParkinsonsyndromChristoph van Riesen

12Malignes neuroleptisches SyndromChristoph van Riesen

13Multiple Sklerose – akuter SchubMeike Bettina Göricke

MPsychiatrische Notfälle

1Suizidale SyndromeDirk Wedekind und Borwin Bandelow

2SubstanzentzugssyndromDirk Wedekind und Borwin Bandelow

3Paranoid-halluzinatorisches SyndromDirk Wedekind und Borwin Bandelow

4PanikattackenDirk Wedekind und Borwin Bandelow

5Dissoziative AnfälleDirk Wedekind und Borwin Bandelow

6StuporDirk Wedekind und Borwin Bandelow

7Akute BelastungsreaktionDirk Wedekind und Borwin Bandelow

8Depressives SyndromDirk Wedekind und Borwin Bandelow

9Manisches SyndromDirk Wedekind und Borwin Bandelow

10Wernicke-EnzephalopathieDirk Wedekind und Borwin Bandelow

11Somatoformes (Schmerz-)SyndromDirk Wedekind und Borwin Bandelow

12Ausgewählte Skalen zur diagnostischen Einschätzung und SchweregradeinteilungDirk Wedekind und Borwin Bandelow

13Häufig verwendete Medikamente bei psychiatrischen NotfällenDirk Wedekind und Borwin Bandelow

14Rechtliche Aspekte bei psychiatrischen NotfällenDirk Wedekind und Borwin Bandelow

NIntoxikationen

1Vorgehen bei IntoxikationenNadja Struß, Sabine Blaschke und Andreas Schaper

2Sedativa-IntoxikationMartin Ebbecke, Sabine Blaschke und Andreas Schaper

3Neuroleptika-IntoxikationAstrid Katthän, Sabine Blaschke und Andreas Schaper

4Antidepressiva-IntoxikationNadja Struß, Sabine Blaschke und Andreas Schaper

5Analgetika: Opioide (Morphin, Heroin, etc.) IntoxikationJakob Strube, Sabine Blaschke und Andreas Schaper

6Paracetamol-IntoxikationJakob Strube, Sabine Blaschke und Andreas Schaper

7DigitalisintoxikationNadja Struß, Sabine Blaschke und Andreas Schaper

8AlkoholintoxikationAstrid Katthän, Sabine Blaschke und Andreas Schaper

9Inhalationstrauma und Rauchgasinhalation-IntoxikationMartin Ebbecke, Sabine Blaschke und Andreas Schaper

10Säuren und Laugen-IntoxikationNadja Struß, Sabine Blaschke und Andreas Schaper

OSchädel-Hirn-Trauma (SHT) und Verletzungen des Gesichts

1Schädel-Hirn-Trauma (SHT)Carsten Kopschina und Christian Senft

2MittelgesichtstraumaAlexander Ballon

3UnterkiefertraumaAlexander Ballon

PVerletzungen der Wirbelsäule und Stamm

1HWS-TraumaMichael Leenen und Sascha Flohé

2BWS-LWS-TraumaMichael Leenen und Sascha Flohé

3Schiefhals (Torticollis)Peter Cornelius Kreuz, Wolfram Mittelmeier, Philipp Bergschmidt und Jörg Nowotny

4ThoraxtraumaMichael Leenen und Sascha Flohé

5AbdominaltraumaMichael Leenen und Sascha Flohé

6BeckentraumaThomas Lustenberger, Stefan Piatek und Felix Walcher

QVerletzungen und Erkrankungen obere Extremität

1SchultertraumaMarkus Baacke, Alexandros P. Anastasiadis und Michael Leenen

2EllenbogentraumaJanosch Dahmen, Michael Leenen und Markus Baacke

3HandgelenkstraumaBenjamin Lucas, Agnieszka Pozniak, Thomas Lustenberger, Udo Obertacke, Tim Lögters, Stefan Piatek und Felix Walcher

4HandtraumaMichael Leenen, Michael Schädel-Höpfner und Janosch Dahmen

RVerletzungen und Erkrankungen untere Extremität

1HüfttraumaMichael T. Kremer, Yoon-Joo Dettmer, Kristina Wincheringer und Uwe Schweigkofler

2OberschenkeltraumaMichael T. Kremer, Kristina Wincheringer, Yoon-Joo Dettmer und Uwe Schweigkofler

3KnietraumaYoon-Joo Dettmer, Kristina Wincheringer, Michael T. Kremer, Jörg Nowotny, Peter Cornelius Kreuz, Wolfram Mittelmeier und Uwe Schweigkofler

4UnterschenkeltraumaKristina Wincheringer, Yoon-Joo Dettmer, Michael T. Kremer und Uwe Schweigkofler

5SprunggelenkstraumaBenjamin Lucas, Agnieszka Pozniak, Nikolai Fleiter, Yoon-Joo Dettmer, Kristina Wincheringer, Uwe Schweigkofler, Stefan Piatek und Felix Walcher

6FußtraumaYoon-Joo Dettmer, Kristina Wincheringer, Michael T. Kremer und Uwe Schweigkofler

SVerletzungen und Erkrankungen Knochen und Weichteilgewebe

1Offene FrakturenChristian Probst, Georg Reith und Thomas Paffrath

2AmputationsverletzungJanosch Dahmen und Michael Leenen

3Penetrierende VerletzungPeter-Friedrich Petersen und Sven Antweiler

4Pathologische FrakturenStephan Kirschner, Christine Hamann, Jörg Nowotny, Wolfram Mittelmeier und Peter Cornelius Kreuz

5HautverletzungenPeter-Friedrich Petersen und Sven Antweiler

6BissverletzungPeter-Friedrich Petersen und Sven Antweiler

7Wundinfektion, WundheilungsstörungSaskia Barnick, Michael Euler, Uwe Schweigkofler und Markus Baacke

8Infekt FingerFelix Walcher, Benjamin Lucas, Stefan Piatek und Armin Kraus

9KompartmentsyndromMarkus Baacke

TBesondere Unfall- und Verletzungsmechanismen

1StromunfallCarsten Kopschina, Matthias Münzberg, Klaus Fessele und Thomas Reuter

2StrangulationIngo Gräff

3Ertrinken, Beinahe-ErtrinkenIngo Gräff, Michael Euler und Michael Leenen

4Tauchunfall/Gasembolie (M. Caisson, Dekompressionskrankheit)Ingo Gräff, Michael Euler und Michael Leenen

5VerbrennungPeter-Friedrich Petersen, Sven Antweiler und Ingo Gräff

6Erfrierung/UnterkühlungPeter-Friedrich Petersen und Sven Antweiler

7StrahlenunfallSabine Blaschke

UOphthalmologische Notfälle

1Augenverletzung/FremdkörperThomas Bertelmann

2Glaukomanfall (= akuter Winkelblock)Christian van Oterendorp

3Netzhautablösung (Amotio retinae, Ablatio retinae)Thomas Bertelmann

4ZentralarterienverschlussThomas Bertelmann

5GlaskörperblutungThomas Bertelmann

VHNO-Notfälle

1Akute Otitis mediaDirk Beutner und Nicholas Bevis

2HörsturzDirk Beutner und Nicholas Bevis

3Akute LaryngitisDirk Beutner und Nicholas Bevis

4Angina tonsillarisDirk Beutner und Nicholas Bevis

5AngioödemDirk Beutner und Nicholas Bevis

6Akute SinusitisDirk Beutner und Nicholas Bevis

IILeitsymptome

AAllgemeinsymptome

1Allgemeine SchwächeUlf Harding und Bernadett Erdmann

2FieberFrank Hanses

3SynkopeLars Maier und Julian Hupf

4Periphere ÖdemeChristian Hohenstein

BHerz-Kreislauf-System

1Thoraxschmerz und/oder DyspnoeLars Maier und Julian Hupf

2PalpitationenMartin Möckel

CLunge

1DyspnoeMartin Möckel

2Hyperventilation und Hyperventilationssyndrom (HVS)Martin Pin

3Hämoptysen/HämoptoeMarie-Kristin Bärmann, Mark Uhlenbruch, Stefan Krüger und Martin Pin

4StridorJulian Sahm und Daniel Kiefl

DNiere

1PolyurieDaniel Kiefl und Holger Gerstmann

2Oligo/-AnurieDaniel Kiefl und Holger Gerstmann

3DysurieDavid Goertz

4HämaturieLuigi Villa

EUrogenitaltrakt

1Akuter HarnverhaltJulian Hupf

2FlankenschmerzUlrike von Arnim

3Leistenschwellung/LeistenschmerzPeter Grünholz

4Hodenschwellung/HodenschmerzSlatomir Wenske

5Penisschwellung/PenisschmerzSlatomir Wenske

FGastrointestinaltrakt

1DiarrhoeAnne Lepper und Martin Pin

2ObstipationWolfgang Bauer und Rajan Somasundaram

3Übelkeit/ErbrechenBernadett Erdmann und Ulf Harding

4HämatemesisGuido Kemmeries und Philip Reis

5Meläna/HämatochezieIngmar Gröning

6IkterusFrank Wösten

GHaut

1PruritusSabine Merz und Bernhard Kumle

2Erythem/ExanthemJan Bräunig

3Lokale Schwellung/RötungChristian Petzold, Nils Marschalek und Daniel Schachinger

4Purpura/PetechienJan Bräunig

HZentrales Nervensystem/Peripheres Nervensystem

1Bewusstseins-/VigilanzstörungenTobias Lindner und Wolf Schmidt

2Sprach- und SprechstörungenChristian Hohenstein

3Gang-/BewegungsstörungenReinhard Stark

4Sensibilitätsstörungen/ParästhesienThomas Duwe

5Kopfschmerzen (häufige Arten)Meike Bettina Göricke

6SchwindelMeike Bettina Göricke

IPsyche

1ErregungszustandDirk Wedekind und Borwin Bandelow

2DelirDirk Wedekind und Borwin Bandelow

JMuskuloskelettales System

1Rückenschmerz ohne TraumaCarsten Kopschina, Jörg Nowotny, Wolfram Mittelmeier, Peter Cornelius Kreuz und Christian Wrede

2Schmerzen Schulter ohne TraumaJörg Nowotny, Peter Cornelius Kreuz, Wolfram Mittelmeier und Philip Kasten

3Schmerzen Hand ohne TraumaChristian Otis Lorenz, Martin Scheele, Michael Euler und Michael Leenen

4Schmerzen Hüfte ohne TraumaPeter Cornelius Kreuz, Wolfram Mittelmeier, Philipp Bergschmidt und Jörg Nowotny

5Schmerzen Knie ohne TraumaYoon-Joo Dettmer, Kristina Wincheringer, Michael T. Kremer, Uwe Schweigkofler, Jörg Nowotny, Wolfram Mittelmeier und Peter Cornelius Kreuz

6Schmerzen Fuß (und Sprunggelenk) ohne TraumaYoon-Joo Dettmer, Kristina Wincheringer, Michael T. Kremer, Jörg Nowotny, Peter Cornelius Kreuz, Wolfram Mittelmeier und Uwe Schweigkofler

7Entzündliche und septische Erkrankungen mit muskuloskelettalen SchmerzenJörg Nowotny, Stephan Kirschner, Wolfram Mittelmeier und Peter Cornelius Kreuz

8Schmerzen nach Endoprothesen-ImplantationJörg Nowotny, Peter Cornelius Kreuz, Wolfram Mittelmeier und Stephan Kirschner

9Ausstrahlende Schmerzen mit unklarem Fokus ± periphere neurologische und vaskuläre ErkrankungenJörg Nowotny, Stephan Kirschner, Wolfram Mittelmeier und Peter Cornelius Kreuz

KAuge

1VisusstörungenKirsten Habbinga

2Akutes „Rotes Auge“Christian van Oterendorp und Markus Zimmermann

3PhotophobiePetra Wilke

4DiplopieFlorian Rosenmüller

5LidödemEva Diehl-Wiesenecker und Rajan Somasundaram

LHNO-Trakt

1OhrenschmerzenRanka Marohl und Isabel Lück

2OtorrhoeDirk Beutner und Nicholas Bevis

3Hörverlust/HörminderungMichael Groening

4HalsschmerzenSchahriar Agha-Mir-Salim und Daniel Schachinger

5HalsschwellungenSabine Merz und Bernhard Kumle

6DysphagieFrank Wösten

7Gesichtsschmerz ohne TraumaChristian Wrede

8EpistaxisClaudia Römer, Nicholas Bevis, Kai J. Lorenz und Dirk Beutner

IIIAlters- und geschlechtsspezifische Notfälle

AGynäkologische Notfälle

1MastitisGerd J. Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

2VulvovaginitisGerd J. Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

3OvarialzystenrupturGerd J. Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

4OvarialtorsionGerd J. Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

5DysmenorrhoeGerd J. Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

6Vaginale BlutungGerd J. Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

7Schwellung der LabienGerd J. Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

BNotfälle in der Schwangerschaft

1EPH Gestose (Prä-Eklampsie) und HELLP-SyndromGerd Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

2NabelschnurvorfallGerd J. Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

3Placenta Praevia/vorzeitige PlazentalösungGerd J. Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

4Vaginale Blutung in der SchwangerschaftGerd J. Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

5Vena cava-KompressionssyndromGerd J. Bauerschmitz, Sabine Blaschke und Julia Gallwas

6Pharmakotherapie in der SchwangerschaftSabine Blaschke

CPädiatrische Notfälle

1AnaphylaxieChristiane Lex

2Akute AtemnotChristiane Lex

3Dehydratation/HypovolämieClemens Freiberg

4Akuter cerebraler Anfall und Status epilepticus im Kindes- und JugendalterDagmar Weise und Clemens Freiberg

5Fieber beim KindClemens Freiberg

6Schreiendes KindSabine Blaschke

7Besonderheiten beim kindlichen PolytraumaThomas Lustenberger

8Trauma obere Extremität beim KindJanosch Dahmen, Michael Leenen und Alexandros P. Anastasiadis

9Trauma untere Extremität beim KindMartin Scheele und Janosch Dahmen

10Schmerzen Hüfte beim KindPeter Cornelius Kreuz, Wolfram Mittelmeier, Philipp Bergschmidt und Jörg Nowotny

DGeriatrische Notfälle

1Besonderheiten bei geriatrischen NotfallpatientenSabine Blaschke

2Geriatrischer Patient nach TraumaRoland Biber, Nikolai Fleiter, Uwe Schweigkofler, Matthias Münzberg und Carsten Kopschina

IVNotfallmedizinische Kernverfahren

AKardiopulmonale Reanimation beim Erwachsenen/Kind

1S. SOP Herzkreislaufstillstand und Kardiopulmonale Reanimation (Erwachsene)

2S. SOP Herzkreislaufstillstand und Kardiopulmonale Reanimation (Kinder)

BAnalgesie/Schmerztherapie

1SchmerztherapieMarkus Baacke, Ingo Gräff und Bernhard Kumle

CAtmungs- und Beatmungsmanagement

1Atemwegsmanagement und NotfallnarkoseMark Michael, Björn Hossfeld und Michael Bernhard

2Nicht-invasive Ventilation (NIV)Harald Dormann

3Pleurapunktion und ThoraxdrainageSabine Blaschke

DMaßnahmen Herz-Kreislauf-System

1Zentraler VenenkatheterSabine Blaschke

2Arterieller ZugangSabine Blaschke

3Temporäre SchrittmacherSabine Blaschke

4Elektrokardioversion (EKV)Sabine Blaschke

5PerikardpunktionSabine Blaschke

EMaßnahmen Gastrointestinaltrakt

1MagensondeSabine Blaschke

2AszitespunktionSabine Blaschke

FMaßnahmen Urogenitaltrakt

1Anlage transurethraler BlasenkatheterRobin Schmid und Andreas Martinschek

2Anlage suprapubischer BlasenkatheterRobin Schmid und Andreas Martinschek

GMaßnahmen HNO

1RhinoskopieKai J. Lorenz

2OtoskopieKai J. Lorenz

3NasentamponadeKai J. Lorenz

4Kanülenwechsel/TracheostomaKai J. Lorenz

HMaßnahmen Auge

1AugenspülungSabine Blaschke

IMaßnahmen Neurologie

1LiquorpunktionAndreas Harth und Martin Kulla

JVerfahren Traumatologie

1Allgemeine WundversorgungHans-Georg Palm

2Reposition in der UnfallchirurgiePatricia Lang

3Berufsgenossenschaftliches HeilverfahrenChristoph Reimertz und Reinhard Hoffmann

4Akzidentelle Nadelstichverletzung (NSV)Sabine Blaschke, Heiko Himmelreich und Markus Baacke

5Postexpositionsprophylaxe (PEP)Sabine Blaschke, Heiko Himmelreich und Markus Baacke

6TetanusschutzSabine Blaschke und Heiko Himmelreich

KSpezielle diagnostische Verfahren in der Notaufnahme

1EKG DiagnostikSabine Blaschke

2Notfallsonographie (E-FAST und FEEL)Raoul Breitkreutz, Daniel Kiefl, Markus Geuting, Tobias C. Schröder, Domagoj Damjanovic und Sebastian Schellhaas

3Röntgen-/CT-DiagnostikSabine Blaschke

LHygienemaßnahmen

1Hygienemanagement in der ZNASabine Blaschke

MDRG-Abrechnung in der Notaufnahme

1Vergütungssysteme einer NotaufnahmeKatrin Esslinger

2ICD-Kodierung in der Zentralen NotaufnahmeTanja Kleindienst

NAngehörige und Mitarbeitende in der Notaufnahme

1Angehörige in der NotaufnahmeTeresa Deffner, Gina Grimaldi und Dominik Hinzmann

2Potenziell traumatisierende Ereignisse von MedizinpersonalGina Grimaldi, Dominik Hinzmann und Felix Walcher

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

aBGA

arterielle Blutgasanalyse

ACC

N-Acetylcystein

ACG

Acromioclaviculargelenk

ACI

A. carotis interna

ACS

Akutes Koronarsyndrom

ABCDE

Airway, Breathing, Circulation, Defibrillation, Environment/Exposure

AFC

Atrial Fibrillar Contraction

AICD

Automatischer implantierbarer Cardioverter/Defibrillator

AION

Anteriore ischämische Optikusneuropathie

AKN

Aseptische Knochennekrose

ALT

Alanin-Aminotransferase

ANA

Antinukleäre Antikörper

Anti-CCP

Antikörper gegen cyclische, citrullinierte Peptide

ANV

Akutes Nierenversagen

AST

Aspartat-Aminotransferase

BAL

Bronchoalveoläre Lavage

BB

Blutbild

BD

Benzodiazepine

BG

Berufsgenossenschaft

BGA

Blutgasanalyse

BK

Blutkultur

BMI

Body Mass Index

BPH

Benigne Prostatahyperplasie

BPL

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel

BSV

Bandscheibenvorfall

BWS

Brustwirbelsäule

BZ

Blutzucker

CAP

Ambulant erworbene Pneumonie

CCT

Craniales Computertomogramm

CED

Chronisch-entzündliche Darmerkrankung

CIDP

Chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie

CK

Creatinkinase

CMP

Kardiomyopathie

CRP

C-reaktives Protein

CRPS

chronic regional pain syndrome (M. Sudeck)

CPAP

Continuous positive airway pressure

CPR

Cardiopulmonary resuscitation

CT

Computertomographie

CTA

CT-Angiographie

CTG

Kardio-Tokogramm

CTP

CT-Perfusion

DAB

D-Arztbericht

DAV

D-Arztverfahren

D-Arzt

Durchgangsarzt

DD

Differenzialdiagnose

DHC

Ductus hepaticus communis

DHS

Dynamische Hüftschraube

DIC

Disseminierte Intravasale Gerinnung

DNAOP

Diabetisch neuropathische Osteoarthropathie

DOAK

Direktes orales Antikoagulanz

DS

Druckschmerz

DSA

Digitale Subtraktionsangiographie

DXA

Duale Röntgen Absorptiometrie (Knochendichte-Messung)

EBM

Einheitlicher Bewertungsmaßstab

ECF

Epiphysiolysis capitis femoris

ECMO

Extracorporale Memebranoxygenierung

ECOG

Eastern Cooperative Oncology Group Index

Echo

Echokardiographie

ED

Erstdiagnose

EDH

epidurales Hämatom

EEG

Elektroencephalogramm

EK

Erythrozytenkonzentrat

EKG

Elektrokardiogramm

EPH

Edema-Proteinuria-Hypertension

EPMS

Extrapyramidal-motorische Störungen

ESIN

elastische stabile intramedulläre Nagelosteosynthese

EUG

Extrauteringravidität

EVD

Externe Ventrikel-Drainage

FA

Facharzt

FAG

Fluoreszenzangiographie

FAST

Fokussierte abdominelle und thorakale Sonographie

FFP

Fresh Frozen Plasma

GBS

Guillain Barré Syndrom

GCS

Glasgow Coma Scale

GIT

Gastrointestinaltrakt

Glc

Glucose

GoR

Grade of Recommendation (Grad der Empfehlung)

HAP

Nosokomiale Pneumonie (Hospital-acquired pneumonia)

H.

Hübe

HBO

Hyperbare Sauerstofftherapie

HD

Hämodialyse

HELLP

Hemolysis – elevated liver enzymes – low platelet

H.E.

Hounsfield Einheit

HF

Herzfrequenz

HG

Handgelenk

H. infl.

Hämophilus influenzae

HIT

Heparin-induzierte Thrombozytopenie

HOCM

Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie

HK

Herzkatheter

HLM

Herz-Lungenmaschine

HPT

Hyperparathyreoidismus

HRST

Herzrhythmusstörungen

HSHS

Hyperosmolares, hyperglykämisches Syndrom

HSV

Herpes simplex Virus

HTIG

Humanes Tetanus-Immunglobulin

HTN

Hypertonie

HUS

Hämolytisch-urämisches Syndrom

HVL

Hypophysenvorderlappen

HWI

Harnwegsinfekt

HWS

Halswirbelsäule

ICP

Intrakranieller Druck

ICS

Inhalierbare Kortikosteroide

ICU

Intensivstation

IMF

Intermaxilläre Fixierung

IMC

Intermediate Care Station

ISG

Iliosakralgelenk

ITP

Immunthrombozytopenie

IUGR

Intrauterine Growth Retardation

KHK

Koronare Herzkrankheit

KDS

Klinischer Dehydratations-Score

KKT

Körperkerntemperatur

KM-CT

Kontrastmittel-CT

KOF

Körperoberfläche

KS

Kopfschmerzen

KF

Kammerflimmern

KI

Kontraindikation

KM

Kontrastmittel

KMP

Knochenmarkspunktion

LABA

Long-acting β2 agonists

LAE

Lungenarterienembolie

LAMA

Long-acting muscarinic antagonists

LK

Lymphknoten

LP

Lumbalpunktion

LSB

Linksschenkelblock

LWS

Lendenwirbelsäule

M1

sphenoidales Segment der A. cerebri media

MAD

Mittelerer arterieller Druck

MDS

Myelodysplastisches Syndrom

MK

Mitralklappe

MKG

Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

MNS

Mundnasenschutz

MOV

Multiorganversagen

MRA

MR-Angiographie

MRSA

Methicillin resistenter Staphylococcus aureus

MRT

Magnetresonanztomographie

MS

Multiple Sklerose

NC

Normalstation

NCHI

Neurochirurgie

NI

Niereninsuffizienz

NIHSS

NIH Stroke Scale

NIV

Nicht-invasive Beatmung

NMH

Niedermolekulares Heparin

NNH

Nasennebenhöhle

NNR

Nebennierenrinde

NOAK

Neue Orale Antikoagulantien

NSAR

Nichtsteroidale Antirheumatika

NSV

Nadelstichverletzung

OA

Oberarm

OAK

Orale Antikoagulation

OCT

Optische Kohärenztomographie

OD

Osteochondrosis dissecans

ÖGD

Ösophagogastroduodenoskopie

OK

Oberkörper

OMF

Osteomyelofibrose

ORL

Orale Rehydratationslösung

OSG

Oberes Sprunggelenk

pAVK

periphere arterielle Verschlußkrankheit

PCP

Pneumocystis carinii Pneumonie

PCT

Procalcitonin

pDMS

periphere Durchblutung, Motorik, Sensibilität

PE

Perikarderguß

PEG

Perkutane endoskopische Gastrostomie

PEP

Postexpositionsprophylaxe

PFO

Persistierendes Foramen ovale

PN

Pyelonephritis

PNP

Periphere Polyneuropathie

PML

Progressive, multifokale Leukenzephalopathie

PMR

Polymyalgia rheumatica

PPI

Protonenpumpeninhibitor

PsA

Psoriasisarthritis

PSA

Persönliche Schutzausrüstung

PSNA

Psychosoziale Notfallversorgung

Q

Quick-Wert

RA

Rheumatoide Arthritis

RAPD

Relativer afferenter Pupillendefekt

RF

Rheumafaktor

RPGN

Rapid progressive Glomerulonephritis

RR

Blutdruck

RSI

Rapid Sequence Intubation

SABA

short-acting beta2-agonist

SAB

Subarachnoidalblutung

SAMA

short-acting muscarinic antagonist

SAV

Schwerverletztenartenverfahren

SB

Schneller Block: Kreatinin, Natrium, Kalium, Glc

SCG

Sternoclaviculargelenk

SCIWORA

Spinal Cord Injury Without Radiographic Abnormality

SDH

Subduralhämatom

SE

Status epilepticus

SG

Säugling

SGA

Supraglottische Atemwegssicherung

SHT

Schädelhirntrauma

SLE

Systemischer Lupus erythematodes

SM

Schrittmacher

SpO2

Sauerstoffsättigung

SS

Schwangerschaft

SSRI

Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer

SSS

Sick sinus Syndrom

SSSS

Staphylococcal scalded skin syndrome

STSS

Streptococcal toxic shock syndrome

SVT

Supraventrikuläre Tachykardie

TAA

Tachyarrhythmia absoluta

TEE

Transösophageale Echokardiographie

TEP

Totalendoprothese

THD

Tageshöchstdosis

TIA

Transitorisch ischämische Attacke

TIG

Tetanus-Immunglobulin

TIPSS

Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt

TropT/I

Troponin T/I

TRUS

Transrektaler Ultraschall

TTP

Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura

TVT

Tiefe Beinvenenthrombose

UA

Unterarm

UAGST

Unterarmgehstützen

UGT

Urogenitaltrakt

US

Unterschenkel

U-Stix

Urinstix

VAV

Verletzungsartenverfahren

vBGA

venöse BGA

VES

Ventrikuläre Extrasystolen

VHF

Vorhofflimmern

VT

Ventrikuläre Tachykardie

vWF

von Willebrand-Faktor

VZV

Varicella Zoster Virus

WG

Wegener’sche Granulomatose

ZAV

Zentralarterienverschluss

ZPM

Zentrale pontine Myelinolyse

ZVK

Zentralvenöser Katheter

I

Leitdiagnosen

A

Schockraumbehandlung

1Herzkreislaufstillstand und Kardiopulmonale Reanimation (Erwachsene)Sabine Blaschke

Leitsymptomatik

Bewusstlosigkeit

Schnappatmung, Atemstillstand

Pulslosigkeit (A. carotis/femoralis)

Sofortmaßnahmen

→Basic Life Support (BLS)

→Eigenschutz beachten

→Bewußtsein prüfen: lautes Ansprechen, leichtes Rütteln

→Atmung prüfen: Brustkorbhebungen sehen, Luftstrom an der Wange fühlen

→Keine Reaktion, keine Atmung

→Beginn Cardiopulmonary resuscitation (CPR)

→30 Thoraxkompressionen im Wechsel mit 2 Beatmungen

→Kreislauf alle 60 sec prüfen

→Fortsetzen der CPR 30 : 2 bis Eintreffen AED/Defibrillator

Diagnosen/Differenzialdiagnosen

primärer Herzstillstand: akuter MI, Arrhythmien, Lungenarterienembolie (LAE)

primärer Atemstillstand: Verlegung der Atemwege, zentrale/periphere Atemdepression

4 HITS

Herzbeuteltamponade

Intoxikation

Thrombembolie

Spannungspneumothorax

4 Hs

Hypoxie

Hypovolämie

Hypo-/Hyperkaliämie

Hypothermie

Diagnostik

→Klinische Untersuchung

→Labor

BB, Glucose (Glc), Na, K, Ca, Krea, HN, Creatinkinase (CK), CK-MB

Troponin T/I (TropT/I), C-reaktives Protein (CRP)

Q oder INR, PTT

D-Dimere

→Arterielle Blutgasanalyse (aBGA)

→EKG-Diagnostik

Häufigste Ursachen des Herzkreislaufstilstandes

defibrillierbare Rythmen:

Kammerflimmern (KF)

pulslose Ventrikuläre Tachykardie (VT)

nicht defibrillierbare Rhythmen:

Asystolie

pulslose, elektrische Aktivität (PEA)

→Echokardiographie (Echo)

Perikardtamponade?

Rechtsherzbelastungszeichen?

Kontraktilität

Therapie

→Advanced Life Support (ALS) (s. Abb. 1)

→Vorgehensweise bei VF/pVT

CPR 30 : 2 (Frequenz 100/min)

1. Defibrillation 150–200 J biphasisch (300 J monophasisch)

CPR 30 : 2 für 2 min (5 Zyklen, unmittelbar nach Defibrillation)

Beurteilung Elektrokardiogramm (EKG)

2. Defibrillation 150 J–360 J

CPR 30 : 2 für 2 min (5 Zyklen, unmittelbar nach Defibrillation)

Beurteilung EKG

3. Defibrillation 150–360 J

CPR 30 : 2 für 2 min (5 Zyklen, unmittelbar nach Defibrillation)

i.v. 1 mg Adrenalin, 300 mg Amiodaron

→Vorgehensweise bei Asystolie/PEA

CPR 30 : 2

i.v. Zugang

Adrenalin 1 mg i.v.

CPR 30 : 2 für 2 min

Erfolgskontrolle (Palpation des Pulses A. carotis)

CPR 30 : 2 kontinuierlich fortsetzen

Adrenalin alle 3–5 min

i.v. Zugang

Punktion V. jugularis externa

Punktion V. femoralis

alternativ: intraossärer Zugang

Abb. 1 Advanced Life Support

→Beatmung

endotracheale Intubation (ggf. supraglottischer Atemweg [SGA])

Narkoseinduktion (bei vorhandenen Schutzreflexen)

Prämedikation

Midazolam 5–10 mg i.v. (od. Fentanyl 0.2 mg) + Esketamin (Ketanest S®) 40–80 mg + Rocuronium 1 mg/kg KG

Tubusgröße Erwachsene

Männer 7,5–8,5, Frauen 7,0–8,0

Kontrolle der Tubuslage:

Auskultation Epigastrium und nachfolgend beide Lungenflügel

Inspektion/Palpation Thorax

Kapnographie

maschinelle Beatmung (s. Tab. 1)

Tab. 1 Grundeinstellungen maschinelle Beatmung

ParameterGrundeinstellung Erwachsene Atemzugvolumen AZV 6–10 ml/kg KG Atemfrequenz AF 10–12/min Atemminutenvolumen (AMV) 6–10 l/min Kontrolle über endtidales CO2 (PetCO2) bzw. art. CO2-Partialdruck (paCO2) Inspiration: Exspiration (I: E) 1 : 2 P inspiratorisch 15–25 cmH2O, max 40 cmH2O PEEP 5–10 cmH2O

→Medikamente

– Adrenalin

1 mg (1 : 10 mit 0,9% NaCl Lösung)

alle 3–5 min

Ind.

Asystolie/PEA: sofortige Gabe

VF/pVT: nach 3. erfolgloser Defibrillation

– Amiodaron

300 mg als Bolus, ggf. 150 mg bei refraktärem VF/pVF

Ind.:

nach 3 erfolglosen Defibrillationsversuchen

– Natriumbikarbonat (8,4%, 50 ml)

Indikationen

Hyperkaliämie

schwere metabolische Azidose bei Herzkreislaufstillstand

Intoxikation trizyklische Anidepressiva

→ROSC und Postreanimationsbehandlung (s. Abb. 2)

Kapnographie: Überprüfung der Tubuslage und Monitoring der Beatmung

Koronarangiographie

Indikation: STEMI, V.a. kardiale Ursache des Herzkreislaufstillstandes

Temperaturmanagement (TTM)

Indikation: alle erwachsenen Patienten mit ROSC nach Herzkreislaufstillstand

Zieltemperatur 32–36°C

Dauer 24 h

Abb. 2 Postreanimationsbehandlung

Literatur

ERC Guidelines 2021 https://cprguidelines.eu/ (abgerufen 1.6.2021)

Michels G., Bauersachs J, Böttiger BW et al. (2022) Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) zur kardiopulmonalen Reanimation 2021: Update und Kommentar. Kardiologe 16, 22–33. DOI: https://doi.org/10.1007/s12181-021-00518-0

2Herzkreislaufstillstand und Kardiopulmonale Reanimation (Kinder)Sabine Blaschke

Leitsymptomatik

Bewusstlosigkeit

Schnappatmung, Atemstillstand

Pulslosigkeit (A. carotis/femoralis)

Sofortmaßnahmen

→Paediatric Basic Life Support (BLS) (s. Abb. 1)

→Vorgehensweise Paediatric Basic Life Support (s. Abb. 1)

Eigenschutz beachten

Bewusstsein prüfen: lautes Ansprechen, leichtes Rütteln

Atmung prüfen: Brustkorbhebungen sehen, Luftstrom an der Wange fühlen

keine Reaktion, keine Atmung

5 initiale Beatmungen, dann 15 Thoraxkompressionen

Beginn CPR: 15 Thoraxkompressionen im Wechsel mit 2 Beatmungen

Kreislauf alle 60 sec prüfen

Fortsetzen der CPR 15 : 2 bis Eintreffen AED/Defibrillator

Ursachen/Differenzialdiagnosen

primärer Herzstillstand:

akuter MI

Arrhythmien

Lungenarterienembolie

primärer Atemstillstand:

Verlegung der Atemwege

zentrale/periphere Atemdepression

Abb. 1 Paediatric Basic Life Support

4 HITS

Herzbeuteltamponade

Intoxikation

Thrombembolie

Spannungspneumothorax

4 Hs

Hypoxie

Hypovolämie

Hypo-/Hyperkaliämie

Hypothermie

Diagnostik

→Klinische Untersuchung

→Labor

BB, Glc, Na, K, Ca, Krea, HN, CK, CK-MB

TropT/I, CRP, Q, PTT, D-Dimere

aBGA

→EKG

Defibrillierbare Rythmen

Kammerflimmern (VF)

pulslose Ventrikuläre tachykardie (VT)

Nicht defibrillierbare Rhythmen:

Asystolie

pulslose, elektrische Aktivität (PEA)

→Echokardiographie

Therapie

A Atemwege freimachen

B Beatmung

C Cirkulation

D Neurologisches Defizit

E Exploration

→Advanced Paediatric Life Support (s. Abb. 2)

→Vorgehensweise bei VF/pVT

CPR 15 : 2 – Herzdruckmassage: Druckpunkt Sternummitte, Kompressionstiefe 2–5 cm, Frequenz 100–120 S/min

1. Defibrillation 4 J/kg KG (NG: 15 J, KK 60 J, Schulkinder 100 J, Jugendliche 150–200 J)

CPR 15 : 2 für 2 min (5 Zyklen, unmittelbar nach Defibrillation)

Beurteilung EKG

2. Defibrillation 4 J/kg KG

CPR 15 : 2 für 2 min (5 Zyklen, unmittelbar nach Defibrillation)

i.v./intraossärer Zugang

Adrenalin 10 μg/kg KG i.v. oder intraossär oder 100 μg/kg KG endobronchial

3. Defibrillation 4 J/kg KG

CPR 15 : 2 für 2 min (5 Zyklen, unmittelbar nach Defibrillation)

Adrenalin 10 μg/kg KG i.v., Amiodaron 5 mg/kg KG

Abb. 2 Paediatric Advanced Life Support

→Vorgehensweise bei Asystolie/PEA

CPR 15 : 2 für 2 min

Intubation (s.u. Beatmung)

i.v. Zugang

Adrenalin 10 μg/kg KG i.v. oder intraossär oder 100 μg/kg KG endobronchial

CPR 15 : 2 über 2 min

Erfolgskontrolle (Palpation des Pulses A. carotis)

CPR 15 : 2 kontinuierlich fortsetzen

Adrenalin alle 3–5 min

→I.v. Zugang

Punktion V. jugularis externa

Punktion V. femoralis

alternativ: intraossärer Zugang

→Beatmung

Basismaßnahmen: Freimachen der Atemwege

Beatmung:

ohne Hilfsmittel über Mund und Nase

Gesichtsmaske

endotracheale Intubation (ggf. SGA)

Tubusgröße Kinder: siehe Tabelle 2

Kontrolle der Tubuslage

Auskultation Epigastrium und nachfolgend beide Lungenflügel

Inspektion/Palpation Thorax

Kapnographie

maschinelle Beatmung (s. Tab. 3)

Tab. 2 Größenempfehlung Tubus/Maske bei Kindern

AlterTubusGesichtsmaske NG 3,0 0 6 Monate 3,5 0 12 Monate 4,0 1 2. LJ. 4,5 2 3.–4. LJ. 4,5–5,0 2 5.–6. LJ. 5,0–5,5 2–3 7.–8. LJ. 5,5–6,0 3 9.–10. LJ. 6,0–6,5 3 11.–12. LJ. 6,5–7,0 3–4 13.–14. LJ. 7,0–7,5 4

Tab. 3 Beatmungsparameter Kinder

ParameterSäugling (SG)KleinkindSchulkind Atemzugvolumen AZV 6–8–10 ml/kg KG 6–8–10 ml/kg KG 10 ml/kg KG Atemfrequenz AF 30–40/min 20–30/min 15–20 Atemminutenvolumen (AMV) 100 ml/kg KG/min 100–300 ml/kg KG/min 100–300 ml/kg KG/min Inspiration: Exspiration (I: E) 1 : 2 1 : 2 1 : 2 P inspiratorisch 15–25 cmH2O, max 40 cmH2O 15–25 cmH2O, max 30 cmH2O 15–25 cmH2O, max 30 cmH2O PEEP 5–10 cmH2O 4–6 cmH2O 4–6 cmH2O

→Medikamente

– Adrenalin

10 μg/kg KG (= 0,01 mg/kg KG) i.v./i.o. alle 3–5 min (1 mg Adrenalin/100 ml 0,9% NaCl entspricht 0,01 mg/ml Adrenalin, mit dieser Verdünnung kann 1 ml/kg KG i.v. oder i.o. appliziert werden)

Indikation

Asystolie/PEA: sofortige Gabe

VF/pVT: nach 3. Erfolgloser Defibrillation

– Amiodaron

Bolus mit 5 mg/kg KG Amiodaron i.v.

Indikation

nach 3 erfolglosen Defibrillationsversuchen

Literatur

Notfall + Rettungsmedizin (2021) ERC-Reanimationsleitlinien 2021. Ausgabe 4. Springer Medizin, Heidelberg (Themenheft)

Deutscher Rat für Wiederbelebung (2021) Reanimationsleitlinien 2021. URL: https://www.grc-org.de/downloads/Leitlinien-kompakt_08.11.2021.pdf (abgerufen am 01.03.2022)

3SchockSabine Blaschke

Leitsymptomatik

Hypotonie: Blutdruck (RR) sys < 90 mmHg

Tachykardie: Herzfrequenz (HF) > 100 S/min

Zeichen der Zentralisation, periphere Zyanose

Zeichen der Mikrozirkulationsstörung: Verlängerung der Rekapillarisierungszeit

Bewusstseinstrübung, Apathie, Koma

zusätzliche Symptome nach Ursache

Hypovolämischer Schock: Halsvenen kollabiert

Kardiogener Schock: Ortho-/Tachypnoe bei Lungenödem, meist Halsvenenstauung

Anaphylaktischer Schock: Bronchospasmus, ggf. Larynxödem, Urtikaria, Übelkeit/Erbrechen

Septischer Schock: Fieber, Hyperventilation, Petechien

qSOFA Score:

AF > 22/min, Bewußtseinsstörung GCS < 15, RR ≤ 100 mmHg

Komplikationen

Multiorganversagen (Akutes Nierenversagen [ANV], ARDS, akutes Leberversagen)

Diagnosen/Differenzialdiagnosen

Hypovolämischer Schock

hämorrhagisch (gastrointestinale Blutung, Ruptur Bauchaortenaneurysma, postpartale Blutung, intraabdominelle Blutung)

traumatisch (Thorax-, Bauch-, Beckentrauma, Extremitätenfraktur, Gefäßverletzungen, Polytrauma)

Flüssigkeitsverlust (akute Gastroenteritis, Pankreatitis, Ileus, diabet. Koma, großflächige Verbrennung)

Kardiogener Schock

Myokardinfarkt

Vitium

Arrhythmie

Myokarditis

Obstruktiver Schock

Spannungspneumothorax

Perikardtamponade

LAE

Distributiver Schock

anaphylaktisch (Medikamente [Antibiotika, Analgetika], Kontrastmittel (KM), Insektenstich)

septisch (Endotoxinämie bei Infekt); Kriterien: Katecholaminpflichtige Hypotension (MAD ≤ 65 mmHg) trotz adäquater Volumentherapie; Laktat-Erhöhung > 2 mmol/l

neurogen (zerebrale Inschämie, Rückenmarksverletzung)

Diagnostik

→Klinische Untersuchung

RR, Puls, Rekapillarisierungszeit, O2 Sättigung, Bewusstseinslage (GCS), Herz-Lungen Auskultation, Abdomenpalpation, Urinausscheidung

→Labor

BB, Na, K, Glc, CK, CK-MB, TropT/I, Krea, HN, Lipase, CRP, Q, PTT

Laktat, aBGA

Blutgruppe, Kreuzblut

→Mikrobiologie

Blut-, Urin-, Sputumkultur bei sept. Schock

ggf. Stuhlkultur, Wundabstrich

→EKG

→Bildgebung

Echokardiografie (Perikardtamponade, Aortendissektion, Vitium, Pumpfunktion, Volumenstatus, Lungenarterienembolie)

Sono Abdomen (Aneurysma, Blutung, Fokus)

Rö-Thorax (Pneumo-/Hämatothorax), Rö-Abdomenübersicht (freie Luft), ggf. Computertomographie (CT)

Konsil

Kardiologie (Ind.: Kardiogener Schock)

Chirurgie (Ind.: Hypovolämischer Schock bei Blutung)

Therapie

→Allgemeine Maßnahmen

Schocklagerung

Sicherung der Vitalfunktionen nach Airway, Breathing, Circulation, Defibrillation, Environment/Exposure (ABCDE) Algorithmus

Volumensubstitution (Kontrolle: ZVD)

Kristalloide (NaCl 0,9%, Sterofundin®) + Kolloide

Cave: kardiogener Schock

Katecholamine (insbes. bei septischem Schock s.u.)

Noradrenalin

Adrenalin (insebs. bei anaphylaktischen Schock s.u.)

→Spezielle Maßnahmen

– Hypovolämischer Schock

Volumenersatztherapie:

Kristalloide + Kolloide

hämorrhagischer Schock:

EK, FFP-Substitution, Kompression und Kontrolle der Blutungsquelle

– Kardiogener Schock

Akuter Myokardinfarkt

interventionelle Koronarangiographie

(s. SOP Kardiogener Schock)

– Obstruktiver Schock

Lungenarterienembolie

Lyse (s. SOP Lungenarterienembolie)

Perikardtamponade

Perikardpunktion, ggf. Notfallthorakotomie

Spannungspneumothorax

Thoraxdrainage

– Distributiver Schock

Anaphylaktischer Schock

Adrenalin

Erwachsene: 0,5 mg i.m. repetitiv alle 5 min

Kinder: < 12 J. 0,3 mg i.m., < 6 J. 0,15 mg i.m.

nur Erfahrene: i.v. Gabe: Erwachsene 50 μg, Kinder 1 μg/kg KG

Methylprednisolon (Solu-Decortin®) 100–500 mg i.v.

Clemastin (Tavegil®) 2–4 mg i.v.

Septischer Schock

Antibiotika-Therapie

kalkuliert nach Fokus (Beginn mit Carbapenemen)

Beginn innerhalb der ersten Stunde nach Aufnahme

Volumen:

30 ml/kg KG i.v, ggf. additiv Katecholamine Noradrenalin

O2-Gabe

ggf. Intubation und Beatmung

Blutkulturen

Erregernachweis vor Einleitung der Antibiotika-Therapie

Laktat

Schwere der Sepsis

Urinausscheidung

Bestimmung der Nierenfunktion

Literatur

AWMF S3 Leitlinie Reg Nr. 079-001 Sepsis – Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge, Stand 31.12.2018, https://register.awmf.org/assets/guidelines/079-001l_S3_Sepsis-Praevention-Diagnose-Therapie-Nachsorge_2020-03_01.pdf (abgerufen am 19.06.2020)

Cannon JW (2018) Hemorrhagic Shock. N Engl J Med. 378(4), 370–379

Cecconi M, Evans L, Levy M, Rhodes A (2018) Sepsis and septic shock. Lancet. Jul 7;392(10141):75–87

Kislitsina ON, Rich JD, Wilcox JE, Pham DT, Churyla A, Vorovich EB, Ghafourian K, Yancy CW (2019) Shock – Classification and Pathophysiological Principles of Therapeutics. Curr Cardiol Rev.;15(2):102–113

LoVerde D, Iweala OI, Eginli A, Krishnaswamy G (2018) Anaphlaxis. Chest.;153(2):528–543

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Tewelde SZ, Liu SS, Winters ME (2018) Cardiogenic Shock. Cardiol Clin.;36(1):53–61

4KomaSabine Blaschke

Leitsymptomatik

Somnolenz: Patient schläfrig, aber jederzeit durch Ansprache und Schmerzreize erweckbar

Sopor: Patient schläfrig, nur durch laute Ansprache oder starke Schmerzreize erweckbar

Koma: Patient bewusstlos (Schweregrad der Bewusstseinsstörung [s. Tab. 1]), nicht durch laute Ansprache und Schmerzreize erweckbar, Koma-Stadien (s. Tab. 2)

Komplikationen

Aspiration

Hypoventilation, respiratorische Insuffizienz

Hypotension, Schock

Tab. 2 Koma-Stadien

Koma-StadiumPupillomotorikNeurologische Symptomatik I Normal Keine Paresen Normale Abwehrbewegung auf Schmerzreize II Anisokorie Paresen Ungezielte Abwehrbewegung auf Schmerzreize III Anisokorie Hirnstamm- und Mittelhirnsymptomatik: Streck/Beugesynergismen IV Weite, reaktionslose Pupillen Bulbärhirnsyndrom Tiefe Bewußtlosigkeit, keine motorische Reaktion Ausfall der Hirnstammreflexe (Korneal-, Ziliospinalreflex, Puppenkopfphänomen)

Sofortmaßnahmen

→Sicherung der Vitalfunktionen nach ABCDE-Algorithmus

Diagnosen/Differenzialdiagnosen

Intoxikation/Entzugssyndrom (Drogen, Medikamente, insbes. Benzodiazepine (BD), Opioide, Kohlenmonoxid, Methanol)

zerebral: Apoplex, ICB/SAB, Schädelhirntrauma (SHT), epileptischer Anfall, Status konvulsivus/non-konvulsivus oder postiktaler Zustand, zentrale pontine Myelinolyse (ZPM), Meningoenzephalitis, Basilaristhrombose

Schock: hypovolämisch, kardiogen, allergisch, septisch

endokrin: diabet. Koma, Hypoglykämie, Thyreotoxikose, Hypothyreose, Nebennierenrinde (NNR)-Insuffizienz (Addison-Krise), Hypophyseninsuffizienz

metabolisch: Coma hepaticum, Coma uraemicum

Hitzschlag/Unterkühlung

Ursachen/Anamnese

Fremdanamnese: Vorerkrankungen, Vormedikation

Diagnostik

→Klinische Untersuchung: Temperatur, RR, HF, Pulsoxymetrie, Blutzucker (BZ)

Hautbefund: Zyanose, Blässe, Ikterus, Exsikkose, Schwitzen

Foetor: Alkohol, Harn, Azeton

Atmung: Hypo-/Hyperventilation, Kußmaul Atmung, Cheyne Stokes Atmung

Motorik: Hemiparese, Tonuserschlaffung

Beurteilung der Hirnstammreflexe

Pupillenreaktion: Miosis, Mydriasis, Anisokorie

→Labor

BB, Na, K, Ca, Glc, GOT, Krea, HN, NH3, Q, PTT

TSH basal, Cortisol

aBGA

Drogenscreening (u.a. Alkohol, Morphin, trizykl. Antidepressiva, Barbiturate)

→EKG

→Bei Infektzeichen

Rö-Thorax, Urinstatus und -kultur, Blutkulturen

→Bei neurologischen Herdsymptomen

CCT/CTA/CTP oder

MRT/MRA

ggf. Elektroencephalogramm (EEG), Liquorpunktion

Konsil

Neurologie

Therapie

→Allgemeine Maßnahmen

Sicherung der Vitalfunktionen nach ABCDE-Algorithmus

Schutzintubation bei GCS < 9 und fehlenden Schutzreflexen

Volumensubstitution: Kristalloide

→Spezielle Maßnahmen nach Koma-Ursache

Hypoglykämisches Koma

Glucose 20% (0,3 g/kg KG) i.v.

Diabetisches Koma

Ketoazidose, Volumen, Natriumbikarbonat, Insulin

Diabetisches Koma

Hyperosmolares Koma, Volumen, Insulin

Addison Krise

Hydrocortison

Morphinintoxikation

Naloxon 0,4–0,8 mg i.v.

Benzodiazepinintoxikation

Flumazenil 0,2 mg i.v.

Urämisches Koma

Hämodialyse

Hepatisches Koma

Volumen, Lactulose

Literatur

Edlow JA, Rabinstein A, Traub SJ, Wijdicks EF (2014) Diagnosis of reversible causes of coma. Lancet. Dec 6;384(9959):2064–76

Erbguth F (2019) Acute Disorders of Consciousness and Coma – Systematics, Differential Diagnosis and Management. Dtsch Med Wochenschr. Jul;144(13):867–875

Traub SJ, Wijdicks EF (2016) Initial Diagnosis and Management of Coma. Emerg Med Clin North Am. Nov;34(4):777–793

5Akutes AbdomenUlrike Bachmann und Claudia Römer

Leitsymptomatik

plötzliche starke abdominelle Schmerzen

obligat: Abwehrspannung (bretthartes Abdomen)

Erbrechen, Obstipation, Diarrhoe

Unruhe, Schonhaltung

Komplikation: hypovolämischer oder septischer Schock (Tachykardie, Hypotonie, Blässe)

Ursachen des akuten Abdomens (s.a. Abb. 1)

Diffuse abdominelle Schmerzen in Ober- oder Unterbauch

Akute Pankreatitis, Ileus, Mesenterialischämie, Peritonitis, Hohlorganperforation, Gastroenteritis, rupturiertes Bauchaortenaneurysma, Aortendissektion, Meckeldivertikel

Schmerzen rechter oberer Quadrant:

Cholecystitis/Cholangitis, Gallenkolik, Ulcus duodeni, kongestive Hepatopathie, Hepatitis, Leberabszess, Nephrolithiasis, Niereninfarkt, akute Pyelonephritis, retrozökale Appendizitis, basale Pleuritis/Pneumonie, Myokardinfarkt, LAE

Schmerzen linker oberer Quadrant:

Milzabszess/ruptur/infarkt Akuter Myokardinfarkt, Ulcus ventriculi basale Pleuritis/Pneumonie, LAE, Nephrolithiasis, Niereninfarkt, akute Pyelonephritis

Schmerzen rechter unterer Quadrant:

Appendizitis, perityphilitischer Abszess, Adnexitis, Torsion Ovarialzyste, Extrauteringravidität, inkarzerierte Inguinalhernie, Hodentorsion

Schmerzen linker unterer Quadrant:

Sigmadivertikulitis, Adnexitis, Torsion Ovarialzyste, Extrauteringravidität, inkarzerierte Inguinalhernie, Hodentorsion

Sofortmaßnahmen

→Monitoring der Vitalparameter

→Intravenöser Zugang

→Nahrungskarenz

→Flüssigkeits- und Elektrolytersatz

→Schmerztherapie nach Dokumentation des Initialbefundes

Novaminsulfon 1 g i.v.

Piritramid 7,5–15 mg i.v.

Pethidin 25–50 mg i.v.

Butylscopolamin 10 mg i.v.

→Empirische Antibiotika-Therapie bei Peritonitis (s. unten)

→Ggf. Magensonde (Aspirationsschutz)

→Ggf. Harnblasenkatheter

→Ggf. abführende Maßnahmen von rektal (Klysmen)

Anamnese

Schmerzanamnese

Beginn, Intensität (Schmerzskala)

verstärkende/lindernde Faktoren (Körperhaltung)

Qualität/Charakter (Perforationsschmerz: perakuter Beginn mit Peritonitiszeichen, Entzündungsschmerz: progrediente Intensität, Kolik: schmerzfreie Intervalle; Mesenterialischämie: akuter Beginn, dann schmerzfreies Intervall)

Lokalisation, Ausstrahlung, Verlauf

Erbrechen, Übelkeit

Stuhlgang

Obstipation, Diarrhoe, Teerstuhl, Hämatochezie, Wind-/Stuhlverhalt

Miktion

Dysurie, Hämaturie, Braunfärbung

zeitlicher Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme

Medikamente und Noxen (nichtsteroidale Antirheumatika [NSAR], Antikoagulantien, Opioide, Antibiotika u.a., chron. Alkoholabusus)

Auslandaufenthalte

bekannte abdominelle oder kardiale Erkrankungen (Leberzirrhose, Divertikulose, Colon-CA, Vorhofflimmern, u.a.)

Z. n. Voroperationen abdominell

Familienanamnese (familiäres Mittelmeerfieber, akute intermittierende Porphyrie)

Ursachen/Differenzialdiagnosen (DD) (s. Abb. 1 nach Lokalisation)

Abdominelle und extraabdominelle Erkrankungen (kardial, pulmonal, muskuloskelettal, metabolisch, toxisch, infektiologisch, hämatologisch, vaskulär)

Seltene Ursachen

Vaskulitiden

Mittelmeerfieber

Porphyrie

diabetische Pseudoperitonitis

Abb. 1 Ursachen des akuten Abdomens (nach Lokalisation)

DD bei besonderen Patientengruppen:

Neugeborene (Mekonium) Ileus, Enterocolitis necroticans

Säuglinge: Darminvagination, Volvulus, Hernie

Kinder: Appendizitis, Lymphadenitis mesenterica, Gastroenteritis, Hodentorsion

Schwangere: Appendizitis, Extrauteringravidität, Ovarialtorsion

Ältere: Mesenterialischämie, BAA, Pneumonie, Myokardinfarkt (Cave: häufig reduziertes Schmerzempfinden, Risiko für vital bedrohliche Verläufe)

Diagnostik

→Klinische Untersuchung

alle 4 Quadranten: Inspektion, Palpation, Perkussion und Auskultation

Bruchpforten, Flankenklopfschmerz

DRU, ggf. vaginale Untersuchung

→Labor

BB, Glc, Elektrolyte, Krea, HN, CK, TropT/I, Ges. Prot., Alb, LDH und TSH

CRP, Aspartat-Aminotransferase (AST), Alanin-Aminotransferase (ALT), Bili, AP., γGT, Lipase

Q, PTT, D-Dimere

venöse(v)BGA, Laktat

Blutgruppe, Kreuzblut

Urinstatus/sediment

β-HCG (bei Frauen im gebärfähigen Alter)

ggf. Hämoccult

ggf. δ-Aminolävulinsäure, Porphobilinogen (V.a. Porphyrie)

→Mikrobiologie

Stuhlkulturen

Clostridium difficile Toxin (bei Antibiotika-Vorbehandlung)

→EKG

→Bildgebung

Sono Abdomen (Bildgebung der 1. Wahl), ggf. CW-Doppler-/PW-Dopplersonographie der Aorta, Leber-, Milz-, Nierengefäße

evtl. Rö-Abdomenübersicht (stehend od. LSL) Ind.: V.a. Ileus

Rö-Thorax: V.a. Pneumonie/Pleuritis

CT Abdomen/Becken. Ind.: V.a. Hohlorganperforation, V.a. Mesenterialischämie, bei unklarer Primärdiagnostik, eingeschränkte Beurteilbarkeit oder zur genaueren Lokalisationsdiagnostik bei V.a. Hohlorganperforation oder Mesenterialschämie

→Zusatzuntersuchungen nach Primärbefund

Gastroskopie, Koloskopie

Konsil

nach klinischem und laborchemischem Befund

Gastroenterologie

Chirurgie: Ind.: V.a. Appendizitis, akute Cholezystitis, Ileus, Mesenterialinfarkt, Magen-/Darmperforation, Aortenaneurysmen

Gynäkologie: Ind.: V.a. Adnexitis, stielgedrehte Ovarialzyste, Extrauteringravidität

Urologie: Ind.: V.a. Nierenkolik

Therapie

→Allgemeine Maßnahmen s.o.

→Spezielle Maßnahmen nach Ursache

→Operativ: Ursachen, die eine sofortige OP erfordern

akute Appendizitis

Perforation (Ulkus, Gallenblase, Divertikel, Tumor)

mechanischer Ileus (Hernie, Briden, Tumor, Fremdkörper)

Mesenterialischämie

Intraabdominelle Blutung

Ruptur BAA/Aortendissektion

Inkarzerierte Hernie

Tubarruptur

– Konservativ: Ursachen, die eine konservative Behandlung zulassen unter initial engmaschiger Reevaluation

Koliken bei Entzündungen von Gallenblase, -wege, Pankreas, Darm, Harnwegen

gynäkologische Erkrankungen (z.B. Adnexitis)

toxisches Megakolon

→Empirische Antibiotika-Therapie bei Peritonitis s. Tab. 1

Tab. 1 Antibiotika-Therapie der intraabdominellen Infektionen )

InfektionsfokusTherapie 1. WahlAlternativePrimäre Peritonitis Juvenile PeritonitisErreger: Streptokokken Typ A, Pneumokokken, seltener: H. influenzae Cefuroxim 3 x 1,5 g i.v. Amoxicillin/​Clavulansäure 3 x 1,2–2,2 g i.v. Spontan bakterielle PeritonitisErreger: E. coli, Enterokokken, Klebsiellen Ceftriaxon 1 x 2 g i.v.plus Metronidazol 3 x 500 mg i.v.oder Meropenem 3 x 1 g i.v. Piperacillin/​Tazobactam 3 x 4,5 g i.v. Sekundäre Peritonitis Lokal begrenzt z.B. bei Magenperforation < 6 h, akuter Cholecystitis, Appendizitis, perforiertErreger: meist Mischinfektionen, Enterobakterien, Enterokokken, Anaerobier Ceftriaxon 1 x 2 g i.v.plus Metronidazol 3 x 500 mg i.v. Amoxicillin/​Clavulansäure 3 x 1,2–2,2 g i.v. Diffuse PeritonitisErreger: meist Mischinfektionen, Enterobakterien, Enterokokken, Anaerobier Ceftriaxon 1 x 2 g i.v.plus Metronidazol 3 x 500 mg i.v.oder Ciprofloxacin 2 x 400 mgi.v.plus Metronidazol 3 x 500 mg i.v. Meropenem 3 x 1 g/d i.v. Postoperative PeritonitisErreger: Enterokokken, gramnegative Problemkeime, Anaerobier, Candida spp. Ceftriaxon 1 x 2 g i.v.plus Metronidazol 3 x 500 mg i.v. Piperacillin/​Tazobactam 3 x 4,5 g/d i.v. CAPD PeritonitisErreger: Staphylokokken, E.coli, Streptokokken (u.a. Enterokokken, ...), Acinetobacter, Enterobakterien, Pseudomonaden Cefuroxim 3 x 1,5 g i.p. Rasche Umstellung der Antibiotikatherapie nach Antibiogramm

Kriterien für die stationäre Versorgung

ICU/IMC: akutes Abdomen unklarer Genese, hämodynam. Instabilität, Ileus, akute Pankreatitis, akuter Myokardinfarkt, Aortenaneurysma

Stat. Aufnahme: akutes Abdomen, hämodynamisch und respiratorisch stabil, Pleuropneumonie, Sigmadivertikulitis, akute Cholecystitis/Cholangitis, Nierenkolik

Beachte

Beim Akuten Abdomen initial mögliche Diskrepanz aus Schmerzsymptomatik und klinischem Untersuchungsbefund; Labor nicht wegweisend.

Ausführliche Anamnese: Herzrhythmusstörungen, Immobilisierung etc.

Mesenteriale Ischämie, Hohlorganperforation: schmerzfreies Intervall, fluktuierende Schmerzsymptomatik.

Literatur

AWMF S2k Leitlinie Reg. Nr. 082-006, Kalkulierte parenterale Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen – Update 2018. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/082-006l_S2k_Parenterale_Antibiotika_2019-08-verlaengert.pdf (abgerufen am 11.03.2022)

Becker P, Böttcher KA, Schilling D. Acute Abdominal Pain. Dtsch Med Wochenschr. 2017;142(6):432–441

Gans SL, Pols MA, Stoker J, Boermeester MA; expert steering group. Guideline for the diagnostic pathway in patients with acute abdominal pain. Dig Surg. 2015;32(1):23–31

Hecker A, Hecker B, Kipfmüller K et al. Diagnosis and therapy of an acute abdomen. Med Klin Intensivmed Notfmed. 2014;109(6):445–56

Natesan S, Lee J, Volkamer H, Thoureen T. Evidence-Based Medicine Approach to Abdominal Pain. Emerg Med Clin North Am. 2016;34(2):165–90

6Polytrauma und SchwerverletzteThomas Lustenberger, Martin Kulla, Felix Walcher und Sektion NIS der DGU

Leitsymptomatik

→Indikationen zur Schockraumaktivierung

– Vitalparameter (vollständiges Schockraumteam)

GCS < 9 [GoR A]

RR syst. < 90 mmHg [GoR A]

Atemstörungen/Intubationspflicht [GoR A]

– Verletzungsmuster (vollständiges Schockraumteam)

penetrierende Verletzungen Rumpf und Hals [GoR A]

instabiler Thorax [GoR A]

Beckenfrakturen [GoR A]

Querschnittslähmung [GoR A]

offene Schädelverletzung [GoR A]

Frakturen > 2 körperstammnahe Röhrenknochen [GoR A]

Amputationen proximal der Hände oder Füße [GoR A]

Trauma und Verbrennung > 20% und Grad > 2b [GoR A]

Atemstörung/Intubation nach Trauma [GoR A]

– Unfallmechanismus (ggf. reduziertes Schockraumteam möglich)

Sturz aus über 3 Metern Höhe [GoR B]

Verkehrsunfall

mit Frontalaufprall mit Intrusion von mehr als 50 cm [GoR B]

Fußgänger- oder Zweiradkollision [GoR B]

Tod eines Insassen [GoR B]

Ejektion eines Insassen [GoR B]

Differenzialdiagnosen

Störung der Vitalfunktion aufgrund anderer Ursachen (s. SOPs Schockraumbehandlung)

bei Unfällen ohne nachvollziehbaren Mechanismus an internistische oder neurologische Ursache denken!

Ursachen/Anamnese

Eigen- und/oder Fremdanamnese erheben (Rettungsdienst, Dritte)

Diagnostik: Primary Survey (orientierende Erstuntersuchung)

Cave: Treat first what kills first!

Cave: bei Vorliegen eines lebensbedrohlichen Zustandes sofortige Therapie!

→Klinische Diagnostik

– Airway (unter Protektion der Halswirbelsäule [HWS])

Atemwege (Blut, Fremdkörper, Zunge, Weichteile) verlegt mit vergeblicher Atemexkursion

Verletzung Hals, Kehlkopfverletzungen, gestaute Halsvenen, Trachealshift

Mittelgesichtsfrakturen

inspiratorischer Stridor

Reevaluation der Maßnahmen der Atemwegssicherung

HWS Ruhigstellung

– Breathing

klinische Untersuchung des Thorax [GoR A]

Auskultation [GoR B], Perkussion

äußere Verletzungszeichen Thorax, Hautemphysem, Instabilität

Atemfrequenz [GoR B], Atemexkursionen (paradox, seitengleich)

Dyspnoe

Zyanose

– Circulation

Blutungen finden (Blood on the floor and 4 places more: 1. Thorax, 2. Abdomen, 3. Becken, 4. Oberschenkel)

klinische Untersuchung

Thorax

Abdomen [GoR A] (Prellmarken, Abwehrspannung)

Becken [GoR A]

Oberschenkel

kapilläre Reperfusionszeit

– Disability

Erfassung der Bewusstseinslage (GCS) [GoR A]

Pupillen (Größe, Lichtreaktion, Seitendifferenz) [GoR A]

Erhebung der orientierenden, peripheren und motorischen Funktion und Sensibilität

Sphinktertonus (in secondary survey)

– Exposure und Environment

vollständige Entkleidung

Vermeidung von Unterkühlung

achsengerechte Drehung (Check the back, Log roll) und Rücklagerung

→Apparative Diagnostik und Monitoring

– Airway (unter Protektion der HWS)

endexpiratorisches CO2 [GoR A] (immer bei maschineller Atemunterstützung, bei Spontanatmung erwägen)

– Breathing

SpO2 [GoR A]

Röntgen und/oder CT des Thorax mit Kontrastmittel bei V.a. Thoraxtrauma [GoR B]

Extended Focused Assessment with Sonography in Trauma [eFAST]): Sonographie des Thorax (Pleuragleiten im B- und M-Mode) an mind. 4 Untersuchungspunkten pro Seite

– Circulation

Rhythmus-EKG [GoR A], Blutdruck [GoR A], Pulsfrequenz

Extended Focused Assessment with Sonography in Trauma [eFAST] (s. SOP Notfallsonographie)

Blutentnahme Notfalllabor

venöse Blutgasanalyse (Hb, Base Excess)

Gerinnungsdiagnostik (statisch und dynamisch) [GoR A]

Kreuzblut und EK-Bereitstellung

ggf. Schwangerschaftsdiagnostik

CT bei Thoraxtrauma [GoR B] und bei Abdominaltrauma [GoR A] bei stabilisierbarem Kreislauf

Röntgen und/oder CT des Beckens [GoR A]

– Disability

Craniales Computertomogramm (CCT) entsprechend (s. SOP Schädel-Hirn-Trauma) [GoR A]

CT-Wirbelsäule [GoR B]

– Exposure und Environment

Temperaturmessung

Blasenkatheter

→Ganzkörper-Computertomographie/Trauma-Scan

bei entsprechendem Verletzungsmuster und Unfallmechanismus:

CCT nativ

HWS-CT

Thorax-, Abdomen- und Becken-CT mit Kontrastmittel in arterieller und venöser Phase

→Weitere apparative Diagnostik

Bildgebung

Röntgendiagnostik der Extremitäten

Dopplersonographische Untersuchung der Extremitäten

Angiographie oder Angio-CT

transurethrale Urethrographie bei Einblutung in Scrotum und/oder Blutung aus Meatus

MRT (Magnetresonanztomographie)

Labordiagnostik

vBGA, BB, SB, CRP, CK, Troponin T, Q, PTT, TSH basal

ggf. β-HCG im Serum bei Frauen im gebärfähigen Alter

Blutgruppe ggf. Kreuzblut

Drogenscreening: Alkohol, Antidepressiva, Benzodiazepine, Morphine

12-Kanal-EKG (bei V.a. Myokardverletzung [GoR B])

Echokardiografie bei Thoraxtrauma

→Diagnostik: Secondary Survey

fokussierte Anamnese (AMPLE History – Allergies, Medications, spezielle Gerinnungshemmer, Past Illness/Pregnancy, Last Meal, Events)

systematische klinische Untersuchung von Kopf bis Fuß

an typische Missed Injuries (z.B. Fuß- und Handverletzungen) denken und suchen

Therapie

→Airway

O2-Gabe via Maske

Esmarch-Manöver

Fremdkörperentfernung, Absaugen

manuelle In-line-Immobilisation der HWS zur Intubation unter temporärer Aufhebung der Ruhigstellung mittels Cervicalstütze [GoR-B]

endotracheale Intubation (ggf. alternativer Atemweg) bei Hypoxie SpO2 < 90% trotz O2-Gabe und Ausschluss eines Spannungspeumothorax, schweres SHT mit GCS < 9, traumaassoziierte hämodynamische Instabilität mit RR < syst. 90 mmHg, schweres Thoraxtrauma mit resp. Insuffizienz und Atemfrequenz < 6 oder > 29 [GoR B] nach Möglichkeit primär mit Videolaryngoskop durch Geübten

Reevaluation des Atemwegsmanagements

→Breathing

Anstreben von Normoxie (SpO2 > 90%) und Normokapnie [GoR A]

bei V.a. Spannungspneumothorax als Notfallmaßnahme Dekompression im 5. ICR in der vorderen Axillarlinie (in Bülauposition) [GoR A] ggf. mit Nadel vor anschließender Drainage oder chirurgische Eröffnung des Pleuraspaltes [GoR B]

Anlage Thoraxdrainage bei klinisch relevantem oder progredientem Pneumothorax [GoR A] sowie Hämatothorax

Anlage Thoraxdrainage mittels Minithorakotomie [GoR B]; großlumige Drainagen bevorzugen [GoR B]; kein Trokar [GoR B]

Reevaluation der eingeleiteten Maßnahmen

→Circulation

Blutung stoppen

Notfallthorakotomie bei penetrierender Verletzung [GoR B] (insbesondere nach kurz zurückliegendem Beginn des Herzkreislaufstillstandes und initial bestehenden Lebenszeichen)

Thorakotomie kann bei einem initialen Blutverlust von > 1,5 l oder bei einem kontinuierlichen Blutverlust > 250 ml/h über mehr als 4 Stunden aus der Thoraxdrainage erfolgen [GoR 0]

Perikardentlastung (operativ falls chirurgische Kompetenz vor Ort, sonst Punktionsversuch) bei Herzbeuteltamponade und sich akut verschlechterndem Vitalparametern [GoR B]

bei Herzkreislaufstillstand sofort Beginn CPR [GoR A]

während CPR Behandlung reversible Ursachen des Herzkreislaufstillstandes (4 Hs und HITS) [GoR A] ausschließen (s. SOP Herzkreislaufstillstand und Kardiomulmonale Reanimation [Erwachsene/Kinder])

vier Hs: Hypoxie, Hypovolämie, Hypo-/Hyperkaliämie/metabolisch, Hypothermie

HITS: Herzbeuteltamponade, Intoxikation, Thrombose (Myokardinfarkt, Lungenembolie), Spannungspneumothorax

Notfall-Laparotomie bei nicht stabilisierbarem Patienten mit einer intraabdominellen Verletzung [GoR B]

mechanische Notfallstabilisierung bei instabilem Beckenring und hämodynamischer Instabilität [GoR B] (Beckenschlinge, Beckenzwinge, Fixateur)

bei persistierender Blutung im Becken chirurgische Blutstillung/Packing und/oder Angiographie mit Embolisation [GoR B]

Ultima ratio: ggf. linksthorakale Thorakotomie oder Clampshellthorakotomie und Abklemmen der Aorta oder REBOA Manöver

bei Blutverlust an den Extremitäten Kompressionsverband, ggf. Tourniquet

bei Fraktur der großen Röhrenknochen Reposition und Schienung vor operativer Stabilisierung

großlumige periphervenöse Zugänge

ggf. intraossärer Zugang oder venous cutdown

balancierte Volumengabe (initial 1.000 ml Kristalloide, dann Blutprodukte)

Möglichst Point of Care Gerinnungsdiagnostik und gezielte Substitution

Gerinnungstherapie im Schockraum [GoR A]

bei Massivtransfusion von FFP und EK Verhältnis von 1 : 2 bis 1 : 1 anstreben [GoR B]

Substitution von 2–4 g Fibrinogen bei Werten von < 1,5 g/l (150 mg/dl) [GoR B]

Gabe von Tranexamsäure 1 g, ggf. zusätzlich 1 g über 8 Stunden

Ca2++ 10% 10 ml über 5 min i.v. und weiter Gerinnungstherapie, inklusive Reversierung medikamentös induzierter Hämosthasestörungen

Azidose vermeiden u.a. durch eine geeignete Schocktherapie [GoR B]

Vermeidung von Auskühlung, ggf. Erwärmung des Patienten [GoR B]

Anstreben von Normotonie [GoR A] beim SHT

wenn kein SHT vorliegt: permissive Hypotension tolerieren [GoR 0]

→Disability

bei SHT RR syst. 90–120 mmHg anstreben [GoR B]

bei GCS < 9 Intubation mit kontrollierter Beatmung indiziert [GoR A]

Anstreben einer Normoxie und Normokapnie [GoR A]

bei erhöhtem Hirndruck (ICP): Mannitol, Hyperventilation, hypertone Kochsalzlösung [GoR 0]

bei intrakranieller Blutung: Trepanation erwägen [GoR 0]

→Environment/Sonstiges

Wärmemanagement

Magensonde (Cave: nasal nur nach Ausschluss einer Schädelbasis-/Mittelgesichtsfraktur)

Tetanusimmunisation

Anti D Prophylaxe bei Schwangeren prüfen

Antibiose bei offener Fraktur

offene Frakturen 1. und 2. Grades: z.B. Cefuroxim 3 × 1,5 g i.v. für 24 h

offene Frakturen 3. Grades: z.B. Amoxicillin-Clavulansäure 3 × 2,2 g i.v. für 5 Tage

Grundprinzipien des ATLS

be prepared (Schockraumteam ggf. erweitern) [GoR A]!

do no further harm

treat first what kills first

time is of the essence

reevaluate

consider transfer (ggf. frühzeitige Verlegung in ein geeignetes Zentrum planen)

→Besonderheiten

Schockraumindikation durch die präklinische Einschätzung feststellbar

eine Bewusstseinsstörung kann auch durch ein C-Problem bedingt sein

keine Diagnose eines C-Problems ohne Ausschluss eines Spannungspneumothorax und/oder Perikardtamponade

persistierender ventraler Pneu auch bei liegender Thoraxdrainage möglich

Sonographie-Kontrollen, falls kein CT möglich [GoR B]

engmaschige Blutgasanalyse (BGA) Kontrolle [GoR A]

Literatur

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (2016) (Hrsg.) Interdisziplinäre S3 Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung. AWMF online (Register Nr. 012/019): URL: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/012–019.html

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B

Kardiovaskuläre Notfälle

1Akutes Koronarsyndrom (ACS)Lars Maier und Julian Hupf

Leitsymptomatik

Typische AP: linksthorakal/retrosternal drückende Schmerzen, Ausstrahlung li. Arm, Hals, Kiefer (Zähne), Oberbauch, Zunahme bei Belastung

Atypisch: punktuell, stechend, brennend, atemabhängig, epigastrisch, durch Druck auslösbar, nur Dyspnoe

Begleitsymptomatik: Übelkeit, Erbrechen, Blässe, Kaltschweißigkeit, Synkope, Dyspnoe

Komplikationen: kardiogener Schock, Kreislaufstillstand, Lungenödem, Rhythmusstörungen (tachykard & bradykard!)

Sofortmaßnahmen

→12-Kanal-EKG innerhalb von 10 min, ggf. erweiterte Ableitungen V7-V9, V3R/V4R

Diagnosen

STEMI

NSTE-ACS (ACS ohne ST-Hebungen): NSTEMI (→ Troponin) und instabile AP

Differenzialdiagnosen

Hypertensive Krise

Aortenklappenstenose

LAE

Pneumothorax

Aortendissektion

Peri-/Myokarditis

Muskuloskelettal

Ösophagitis/Magen-Ulcus

Diagnostik

→Labor

BB, Na, K, Krea, TropT/I, Q, PTT, (NT-pro)BNP, TSH

Troponin initial → 0/1 h oder 0/3 h ESC-Algorithmus je nach verwendetem Troponintest

NSTEMI: Troponin ↑ bzw. relevanter Anstieg/Abfall in Verlaufskontrolle

DD Troponin ↑: Dekomp. Herzinsuff. (keine Dynamik), Myokarditis, Tako-Tsubo, hypertensive Krise, chron. Niereninsuff., LAE, Klappenvitium, Tachykardie (v.a. Vorhofllimmern)

→EKG

STEMI: Hebung in V2/3 > 0,25 mV (m, < 40 J.), > 0,2 mV (m, > 40 J.), > 0,15 mV (w) oder > 0,1 mV in zwei anderen zusammenhängenden Ableitungen, Rechts- oder Linksschenkelblock (LSB) mit V.a. anhaltende Ischämie

NSTEMI: normal oder unspezifisch (ST-Senkung, transiente ST-Hebung, T-Negativierung)

Praxistipps

Troponin-Algorithmus und Grenzwerte abhängig vom Test (hochsensitiver Test, Hersteller)

EKG wiederholen bei persistierenden/rezidivierenden Beschwerden, erweiterte Ableitungen

Vergleich mit Vor-EKG

Kein Nitro bei RV-Infarkt oder PDE-V-Hemmer (Viagra, Cialis)

→Bildgebung

Echo: LV/RV-Funktion, Wandbewegungsstörungen? DD?

Röntgen Thorax: DD, Stauung?

→Herzkatheter (HK)

Konsil

Kardiologie, Verlegung in Zentrum (24 h/7 Tage!) zur Herzkatheteruntersuchung

Therapie

→Instabile AP

Aufnahme zur Ischämiediagnostik (ggf. auch ambulant)

→Allgemeine Maßnahmen bei ACS

O2-Gabe, wenn SpO2 < 90% oder Dyspnoe

Glycerolnitrat: 1–2 Hub s.l., 2–8 mg/h i.v. zur Symptomkontrolle (RRsys min. 100 mmHg) oder RR-Senkung

Analgesie mit Morphin 2–3 mg repetitiv, ggf. Antiemetikum (Ondansetron 4 mg)

Plättchenhemmung