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Was ist da los? Die Amerikaner verlassen den Mond, überlassen Nachzüglern den scheintoten Begleiter der Erde. Zeit zum Rekapitulieren: An einem Sonntagnachmittag in Berlin, auf dem Flugfeld des stillgelegten Aeroports Tempelhof, macht der Dichter Durs Grünbein eine folgenreiche Beobachtung. Was, wenn die Menschheit immer nur zurückkehren wollte von ihren Abenteuern der Raumerkundung? Gestern der Mond, morgen der Mars und übermorgen…? Da begegnet ihm Cyrano de Bergerac, der spöttische Reisende durch die Planetenreiche der Imagination, ein Zeitgenosse des René Descartes. Er ruft ihm über die Jahrhunderte hinweg zu: Es gibt nur eine Sensation – die der Heimkehr, alles andere sind Phantastereien! Und plötzlich öffnen sich alle Schleusen in Raum und Zeit, die Feier des Hierseins beginnt. Dort draußen die Unwirtlichkeit und die Krater (benannt nach den Helden der Wissenschaftsgeschichte, den Pionieren der Raumfahrt) – und hier unten die fragilen Elegien einer Spezies, die allmählich begreift, dass sie mutterseelenallein ist im All. Durs Grünbein hat einen neuen Gedichtzyklus geschrieben, der von der Sehnsucht ausgeht, von den verlorenen Erkenntnismühen einer im Kern romantisch gebliebenen Aufklärungskultur, die nichts anderes will, als zurückfinden zu sich, den Mond betrachten, als sei er immer noch da.
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Seitenzahl: 66
Veröffentlichungsjahr: 2014
Was, wenn die Menschheit von all ihren Abenteuern der Raumerkundung immer nur zurückkehren wollte? Seit fast einem halben Jahrhundert hat kein Mensch mehr den Mond betreten, lange vorbei der Rausch der Apollo-Missionen. Mit der symbolischen Landnahme eines kleinen Stücks toten Bodens zeigte sich: Die größte Sensation war die der Heimkehr. Kostbarer denn je erscheint den Erdflüchtigen seither unser Planet. Nun wissen sie es: Dort draußen herrscht die Unwirtlichkeit einer lebensfeindlichen Wüste, reiht sich vorm schwarzen Horizont Krater an Krater (benannt nach den Helden der Wissenschaftsgeschichte, den Pionieren der Raumfahrt) – während hier unten eine Spezies in fragilen Elegien begreift, daß sie mutterseelenallein ist im All.
Durs Grünbein hat einen Gedichtzyklus geschrieben, der von den wundersamen Projektionen ausgeht, von den Phantasmen einer im Kern romantisch gebliebenen Aufklärungskultur. Wollte sie je etwas anderes, als zu sich zurückfinden – den Mond betrachten, als sei er noch immer am rechten Fleck? Auf einmal öffnen sich Schleusen in Raum und Zeit, und es beginnt die Feier des Hier-Seins auf Erden.
Durs Grünbein, geboren 1962 in Dresden, Dichter und Essayist, lebt in Rom und Berlin. Neben anderen Auszeichnungen erhielt er den Büchner-Preis, den Nietzsche-Preis, den Hölderlin-Preis, den italienischen Pasolini-Preis und den schwedischen Tranströmer-Preis.
Durs Grünbein
Cyrano
oder
Die Rückkehr vom Mond
eBook Suhrkamp Verlag Berlin 2014
Der vorliegende Text folgt der Erstausgabe, 2014.
© der deutschen Ausgabe des Suhrkamp Verlag Berlin 2014
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Satz: Satz-Offizin Hümmer GmbH, Waldbüttelbrunn
Umschlaggestaltung:
Hermann Michels und Regina Göllner
eISBN 978-3-518-73674-6
Für
»Wir träumen von Reisen durch das Weltall.Ist denn das Weltall nicht in uns?« Novalis
Er ist zurückgekehrt. Jemand hat ihn gesehen
Hinter den Hangars, wo die Fallschirmseide
Im Herbstwind raschelt, ein Ballon sich bauscht.
Keine großen Sprünge macht er nun mehr,
Spielt nicht den Sturzgeborenen, das Mondkänguruh.
Getrocknet sind ihm die Freudentränen.
Doch hört man ihn atmen, konzentriert wie nie.
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