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die Gedanken schwingen sich auf schauen sich um verwundern sich als trüge der Wind Planeten davon die Sonne für sich zu entdecken Gedankenflüge umkreisen uns möchten einander ertasten
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Seitenzahl: 76
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Lisi:
die Gedanken schwingen sich auf
schauen sich um verwundern sich
als trüge der Wind
Planeten davon
die Sonne für sich
zu entdecken
Gedankenflüge
umkreisen uns
möchten einander ertasten
Eike:
Wenn ich nur wüsste
ob Gefühle sich in Worten
ausdrücken ließen
und Bekenntnisse
oder ob sie
leere Hüllen blieben
ohne mein Beisein
ohne dass du
meine Augen
lesen könntest
ich bin mir sicher
in meinen Augen
würdest du mich kennen
Allein
und ohne den Schutz
meiner Augen
wären denn Worte
nicht mehr als eine Krücke
ein morsches Geländer
an das zu lehnen
man sich hüten sollte
Schlimmer noch
Worte können verletzen
können
Schmerzen bereiten
einen Kummer
den man
anderen zufügt
aus Bequemlichkeit
aus einer Laune heraus
als ob man
Konfetti streute
Denn Worte
können auch berauschen
können sich
wie Segel blähen
fauchend im Wind
ein Sturmwind
der über uns
zusammenbricht
Flattersüchtig
sind sie
sind
wie ein betrunkener
Schmetterling
im Sinkflug
taumelnd
der Nacht entgegen
Einer Dunkelheit
in die sie mich stürzen
in der meine Augen
ihrer blinden Leere
Gefangene sind
Du wirst mich
nicht mehr sehen können
Doch sprich
sprich
denn ich glaube
an die Worte
ich glaube
dass sie ein Erkennen
eine Wahrheit
in sich bergen
Darum lass uns
Worte
achtsam binden
wie einen Blütenkranz
der ein
Lächeln zaubert
so
sollten Worte
geflochten sein
Lisi:
Worte können leer sein
blosse Hüllen ohne Sinn
können sein wie scharfe Schwerter
unbarmherzig
richten hin
Worte können dich
umschmeicheln
können tragen
dich beflügeln
manchmal
müssen sie sich
zügeln
wenn sie zu viel
Leid verbreiten
weiten sie die Seele nicht
spüren nicht
die Zärtlichkeit
wenn sich eins
ans andre schmiegt
---
Stell dir vor
ich schreibe dir
von Gefühlen
und von mir
schließ die Augen
denk an mich
meine Worte
fühlen dich
flechten Liebe
mit hinein
werden
Wärmeworte
sein
hab deine Augen
und dich
im Blick
du wirst es spüren
lasse es zu
Eike:
Etwas geschehen lassen
das heißt
etwas in sich aufzunehmen
den Blick des anderen
auf sich ruhen lassen
ja
du
ich lasse es zu
warum
sollte ich denn stets
meine eigenen
Antworten finden wollen
und selbst wenn
es gibt so viele Wahrheiten
oder wollen wir sie lieber
Sichtweisen nennen
und wenn du mir sagst
dass die Kuh blaue Flecken hat
dann hat sie blaue Flecken
denn das bist du
Lisi:
Wenn wir
beide
in der Bedeutung
des Wortes
übereinstimmen
können wir
uns lesend
verstehen
darum
will ich nicht mehr
andeuten
wenn ich dir schreibe
damit du mich
nicht
interpretieren musst
ob bewusst oder unbewusst
ich flechte
auch dir einen Blütenkranz
weil dir mein Lächeln
gelungen ist
du hast mir
schöne Gefühle geschenkt
Eike:
Das weiße Kaninchen lacht
es kennt die Antwort
auf alle Fragen
es weiß der Fliege
einen Ausweg
aus dem Fliegenglas
nicht nach oben
soll sie streben
der vermeintlichen
Freiheit entgegen
am Boden vielmehr
verharren
in Ruhe Einkehr haltend
es wird schon
eines Neugierigen Hand
das Glas anheben
Es finden sich Antworten
zuweilen
vom Kopf
auf die Füße
gestellt
Es finden sich
Antworten
nie
Kann denn die Grinsekatze
verschwunden sein
während ihr Lächeln
zurückgeblieben ist?
Lisi und Eike:
Ein Gedanke zum Himmel
Wenn doch der Himmel die Erde wär' könnt sich die Sehnsucht verkehren
---
Dann möchte es geschehen
dass ich über Wolkenpolster
ginge
und es mir
unter den Füßen kitzelte
---
deine Sehnsucht
wüsste ich nicht
sie soll dein Geheimnis sein
---
mein Geheimnis
soll es auch bleiben
dass Blüten in die Lüfte steigen
als hätte der Schnee
darauf gewartet
sich unter sie zu legen
---
Ich werde den Anker auswerfen
mein Schiff
zwischen den Sternen
schweben lassen
in leichter Dünung
mich bewegen
---
meine Gedanken
kehren erdenwärts
---
der Sehnsuchtsvogel
singt sein Lied
zu allen Seiten
---
Darin liegt Zuversicht
die leichte Dünung
macht das Träumen
wonniglich
der Himmel trägt die Erde
tief in sich
vergiss die Ungeduld
die Atemlosigkeit
der Mond
er plustert sich
und macht mich taumelig
vor lauter Glück
und Sterne
heften sich an meine Haut
---
So kehre ich zurück
und kehre ein in mir
weiß mich empfangen
---
von dir
die ich in mir
gefunden habe
---
zur Erde beugt
der Himmel sich
wie eine Mutter
schützend
in seinen Armen
singt uns
dieses Lied
von Sehnsucht
und von Anteilnahme
Lisi:
Der Himmel
der im Sonnenuntergang
auf seine Sterne wartet
wie eine Mutter
die mit offnen Armen steht
und wartet auf die Rückkehr
ihrer Kinder
und hofft
dass ihrer Liebe
nichts entgeht
ich nehme meine Liebe in den Arm
und seh den Himmel
und ich weiß
dass er versteht
Eike:
Wie Schlüsselblumen
an einer vernachlässigten
Böschung
von keiner
Menschenseele bedacht
die möchten
so gerne entdeckt werden
und wenn es
Kinderhände wären
die sie brechen wollten
es bleibt ihnen
das Sternengewölbe
allein
das ihnen Anfang war
und Ende bedeutet
das ist ein Weilen
in kosmischer Geschlossenheit
wo Wahrheit
und Schönheit
sich vereinen
es wäre
Rechtfertigung genug
---
Wenn wir nun gingen
du und ich
und hielten uns
bei den Händen
unbeherrscht
und
Unbeherrschbar
wir beide
was ich
wünschenswert fände
dass wir
diese Kinder
sein könnten
auf
Entdeckungsreise
Lisi und Eike:
Auf Entdeckungsreise
sind wir
du und ich
wehrlose Kinder
die staunen
---
auch über
Schlüsselblumen
---
so ist es das Kleine
in dem wir uns sehen
worüber wir
unsere Köpfe neigen
---
was unsere Münder weckt
das schafft Nähe
---
Ja
es ist dieses Kleine
dem wir begegnen
dem wir erlauben
sich zu entfalten
dass wir uns nah sind
macht uns nicht maßlos
geben wir gerne
in uns einen Platz
Eike:
Ich weite mich aus
wie der Mensch
es doch liebt
vom Kleinen
auf Großes
zu schließen
ungezügelt
erscheint es mir nicht
denke ich Glocken
kommen mir
Kathedralen
in den Sinn
in einer Kathedrale
wollte ich sitzen
mit dir
auf harten Bänken
doch das kümmert
uns wenig
ob es wohl Chartres sein könnte?
ein heißer Sommertag
draußen
drinnen die Kühle
wir
würden uns
dem Blau ergeben
Lisi:
Ich hör die Glocken schon
wie sie frohlocken
sie laden ein
die Stille zu genießen
lass uns den Tag der Sommersonnen
wende nehmen
die Sonne will den Messingknopf beschei
nen
dass uns das Fensterglas sein Licht
- in unerreichtem Chartres-Blau -
uns zu verzaubern schenkt
und dass die Orgel spielt
und unsre Herzen
vorbereitet
es weitet sich
das Labyrinth
gemeinsam
finden wir hinaus
Eike:
Biegsam ungebeugt
stehen die Weiden am Ufer
denen eingegeben
was uns Menschen
so schwer zu finden
eine Balance
einen Ausgleich
zu erreichen
den Stürmen des Lebens
begegnen
wir Menschenwesen
mit schreckhaften Augen
Ausrufen der Qual
erschöpften Herzens
ein Kantholz
unter die Tür gestemmt
scheint das letzte Mittel
denk nach
es sind nicht Auswege
nach denen wir suchen
es ist der Blick ins Freie
mit Türen
weit offen
Lisi:
wenn man sich
wie gefangen fühlt
weil alles
festgefahren scheint
die Lösung
bietet sich
nicht an
es stellt sich
alles quer
gleichmäßig
tickt das Metronom
das Taktverstellen
macht ihm nichts
doch du
beharrst darauf
die alten Wege
einzuhalten
der wankelmütige Mond
sucht Sterne
zwischen Lampions
dein Stern ist auch dabei
im BlickwinkelWechsel
siehst du ihn schon
geh ihm nur weit
entgegen
die Sicht
ist frei
Eike:
Wenn es die Gedanken wären
diese allein
die kein Jäger jemals
erschießen könnte
sind doch
die Schuhe wie Blei
und festgeklebt
an Ort und Stelle
da hilft kein Strampeln
doch die Ahnung
dass barfuß weiterzuwandern
einen Ausweg bieten könnte
wie eine Stromschnelle
eine Beschleunigung
des
InAussichtNehmens
doch nur
für einen überschwänglichen
Augenblick
zurückgesunken
in den ewigen Strom
Gleichmaß
des alltäglich
Zwiegespaltenen
Heimsuchung
und das Bild
einer versiegten Quelle
Lisi:
Eine kurzzeitige Verbitterung
kann ihren Sinn
darin haben
GedankenVerirrungen
geläutert zu entkommen
es können
neue Verirrungen entstehen
doch sie sind besser durchdacht
Eike:
Reglose Momente
wie eine Regentonne
bevor sie überschwappt
ein leises Kräuseln
regt sich
an der Oberfläche
tief am Grund
im Modder
zwischen Molchen
und ertrunkenen Mäusen
ein Herzschrittmacher
der den Takt vorgibt
die Wolken haben
sich aufgeschlissen
sie erscheinen
wie der Sänger
auf gleißender Bühne
der das Hemd sich
vom Körper reißt
dass die Knöpfe fliegen
seht her
will er damit sagen
mein Herz
es gehört euch
nur für euch
singe ich
manchmal
möchte ich es
gerne glauben
und ein Lachen steigt in mir auf das befreit
Lisi:
Als hätte die Landschaft
sich für uns geschmückt
der Sommer trägt Früchte
in Karmesin
als stiege neues Leben
aus der Schläfrigkeit
der Stille
wie eine Glocke
in reiner Luft
die neben sich
die Freude weiß
die Schwermut
und die Bitterkeit
zerstreut
befreites Lachen
ein Schwall
von Hoffnung
legt sich breit
auf einen Weg
der endlich weiß
sich anzufangen
Eike:
Es geschieht
wenn sich im Himmel
ein Fenster öffnet
zwei blaue Augen
ich sehe
und klettere
auf einer Regenleiter
zwischen die Wolken
spinnwebsilber
sind uns die Tage
und Orte
wo Zementburgen
starren
leuchten uns
Spiralnebel auf
es sind
Gedankenflüge
an Gedankenflügeln
eingestrichen
einer großen Kantate
Webefläche
und die Stille
lyrischer Magmafelder
hernach ...
und später
noch immer
---
wir
Lisi:
Zwischen den Wolken
aus Stille und Sehnsucht
balancieren Gedanken
auf blühendem Moos
lassen sich nieder
auf Seerosenteichen
legen die Rosen
sich in den Schoß
sie überschreiten
Flüsse und Grenzen
hören die Töne
der Regenleiter
und sie fliegen
immer weiter
bis du