Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Harry Johnsons Erbe In den 1860er Jahren erstmals erschienen und mehrfach überarbeitet, zählt Harry Johnsons Handbuch für Barkeeper (Originaltitel "Bartenders' Manual") zu den Klassikern der Barliteratur und ist eines der ältesten Bücher zum Thema. Der Autor war einer der ersten Barkeeper überhaupt, der sich nicht nur ernsthafte und grundlegende Gedanken über seinen Beruf machte, sondern seine Erfahrungen und Ansichten auch zu Papier brachte und eine Form des professionellen Lehrbuches für Anfänger wie Profis verfasste. Er legte damit den Grundstein für viele nachfolgende Generationen und steht neben Jerry Thomas am Anfang einer langen Liste berühmter Bartender. Seine Behauptung, er habe noch vor Jerry Thomas schon 1860 eine erste Version seines Buches verfasst, muss allerdings vermutlich ins Reich der Legenden verwiesen werden. Das Handbuch für Barkeeper ist nicht nur ein Fenster in die Vergangenheit, es zeigt außerdem auf, wie professionell einige Barkeeper schon damals ihrem Beruf nachgingen - eine Tatsache, die wir heutzutage nur allzu gerne vergessen oder ignorieren und die USA des 19. Jahrhundert stattdessen vielmehr mit staubigen Westernsaloons und schmutzigen Biergläsern in Verbindung bringen. Wenn auch vieles aufgrund des Alters nicht mehr zeitgemäß erscheinen mag – wer verwendet zum Beispiel heute noch ganze Eisblöcke oder hält Spucknäpfe für die Kundschaft bereit –, so ist dieses Buch dennoch ein Muss für Profis ebenso wie für enthusiastische Hobbymixer und gewährt wertvolle Einblicke in die Anfänge der modernen Barkultur.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 307
Veröffentlichungsjahr: 2024
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Die amerikanische Originalausgabe erschien 1934 unter dem Titel Harry Johnson’s New and Improved Bartenders‘ Manual and a Guide for Hotels and Restaurants im Verlag Charles E. Graham & Co., Newark N. J.
Copyright © der vorliegenden deutschsprachigen Ausgabe 2024: Thomas Majhen
Brunnenstraße 42, 10115 Berlin
Umschlaggestaltung basierend auf dem Originalcover:
Thomas Majhen
Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch: Thomas Majhen
Alle Rechte vorbehalten
VORWORT DES ÜBERSETZERS
Harry Johnson stammte ursprünglich aus Preußen und wurde im Jahr 1845 in Königsberg geboren. 1861 gelangte er als junger Seemann nach San Francisco, wo ihn seine Besatzung zur Ausheilung eines gebrochenen Armes und einer gebrochenen Hüfte – vermutlich die Folgen eines Sturzes – zurückließ. Im Alter von kaum sechzehn Jahren will sich Johnson sodann als Küchenjunge und Bartender im Union Hotel durchgeschlagen haben, bis es ihm schließlich gelang, sich zum Barmanager hochzuarbeiten. In San Francisco traf er außerdem erstmals auf Jerry Thomas, der sich zu jener Zeit ebenfalls in der Stadt aufhielt und mit dem ihn fortan eine lebenslange Rivalität verbinden sollte.
1869 verließ Johnson die Westküste und zog nach Chicago, wo er im selben Jahr seine erste eigene Bar eröffnete. Er hielt außerdem Vorträge und verfasste Artikel für Lokalzeitungen. Seine gewagte Behauptung, er habe zu jener Zeit die fünf besten Barkeeper der USA herausgefordert und sei aus dem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen, konnte bislang durch keine andere Quelle bestätigt werden. Nach dem Großen Brand von Chicago nur zwei Jahre später, bei der große Teile der Stadt vernichtet wurden, darunter auch das Gebäude, in dem Harry Johnsons Bar untergebracht war, verließ er die Metropole und zog nach New York City. Dort erwarb er 1877 die „Little Jumbo“ Bar, in der zuvor Jerry Thomas gearbeitet hatte – vermutlich eine bewusste Provokation. Drei Jahre später erreichte die Rivalität der beiden ihren Höhepunkt, als Johnson Thomas‘ Bar betrat und diesen vor seinen Gästen als Amateur beschimpfte.
1890 zog sich Harry Johnson aus der Gastronomie zurück und eröffnete eine Beratungsagentur für das Management von Bars. Er starb 1933 im Alter von 87 Jahren.
In den 1860er Jahren erstmals erschienen und mehrfach überarbeitet, zählt Harry Johnsons Handbuch für Barkeeper (Originaltitel "Bartenders' Manual") zu den Klassikern der Barliteratur und ist eines der ältesten Bücher zum Thema. Der Autor war einer der ersten Barkeeper überhaupt, der sich nicht nur ernsthafte und grundlegende Gedanken über seinen Beruf machte, sondern seine Erfahrungen und Ansichten auch zu Papier brachte und eine Form des professionellen Lehrbuches für Anfänger wie Profis verfasste. Er legte damit den Grundstein für viele nachfolgende Generationen und steht neben Jerry Thomas am Anfang einer langen Liste berühmter Bartender. Seine Behauptung, er habe noch vor Jerry Thomas schon 1860 eine erste Version seines Buches verfasst, muss allerdings vermutlich ins Reich der Legenden verwiesen werden und kann als weiterer Ausdruck einer erbitterten Rivalität angesehen werden.
In seinem Werk entführt Harry Johnson den Leser in eine Zeit, da Bartender offenbar noch dazu ermahnt werden mussten, bei einem Vorstellungsgespräch nicht auf einem Zahnstocher oder einer Zigarre zu kauen, auf den Fußboden zu spucken oder anderen üblen Angewohnheiten nachzugeben. Er gibt Ratschläge zum Führen einer Bar ebenso wie zum Umgang mit Angestellten und Gästen, wie Bierfässer und Weinflaschen zu handhaben sind, wie eine Bar ausgestattet sein sollte, wie man die Geschäftsbücher führt, über welchen Warenbestand ein Lokal verfügen sollte und vieles mehr. Die zweite Hälfte des Buches setzt sich aus Rezepturen für Cocktails, Punches, Bowlen und anderen Drinks zusammen, die zur damaligen Zeit in Europa und den USA "en vogue" waren. Die mutmaßlich älteste schriftliche Erwähnung des Martini Cocktails findet sich darin ebenso wie Anleitungen zum Mischen von Absinth und dem Frappieren von Champagner.
Das Handbuch für Barkeeper ist nicht nur ein Fenster in die Vergangenheit, es zeigt außerdem auf, wie professionell einige Barkeeper schon damals ihrem Beruf nachgingen – eine Tatsache, die wir heutzutage nur allzu gerne vergessen oder ignorieren und die USA des 19. Jahrhundert stattdessen vielmehr mit staubigen Westernsaloons und schmutzigen Biergläsern in Verbindung bringen. Wenn auch vieles aufgrund des Alters nicht mehr zeitgemäß erscheinen mag – wer verwendet zum Beispiel heute noch ganze Eisblöcke oder hält Spucknäpfe für die Kundschaft bereit –, so ist dieses Buch dennoch ein Muss für Profis ebenso wie für enthusiastische Hobbymixer und gewährt wertvolle Einblicke in die Anfänge der modernen Barkultur.
Um die Rezepturen für den heutigen Leser verständlicher zu gestalten, habe ich neben den ursprünglichen Mengenangaben die modernen metrischen Entsprechungen in Klammern angegeben. Dabei wird dem aufmerksamen Leser auffallen, dass die Drinks zu damaliger Zeit deutlich alkoholstärker zubereitet wurden, als wir es heute gewohnt sind. Weiterhin tauchen im Text immer wieder Begriffe auf, die uns heute fremd erscheinen, die nicht mehr gebräuchlich sind oder näherer Erklärung bedürfen. Diese Begriffe habe ich mit Endnoten versehen und am Ende des Buches nähere Ausführungen hinzugefügt. Ganz am Schluss findet sich außerdem eine Tabelle mit Maßeinheiten, um das Gemenge aus US-, UK- und metrischen Maßen übersichtlicher zu gestalten.
Thomas Majhen, Berlin im November 2024
______________________________
_________________
Harry Johnson, der „VORSTEHER“ der Barkeeper, hat das ursprüngliche Original dieses Handbuches 1860 veröffentlicht. Dieser vollständige Ratgeber für die Zubereitung von Mixgetränken und das erfolgreiche Betreiben einer Bar war zu einer Zeit, da das Trinken noch als Kunst galt, das maßgebende Handbuch zum Thema. Die Preise in dieser überarbeiteten Fassung entstammen Harrys eigener Kalkulation – ohne Frage sind sie nicht mehr zeitgemäß – für die Rezepturen jedenfalls verbürgen wir uns. Auch sind einige der erwähnten Marken nicht mehr erhältlich – ersetzen Sie diese einfach durch moderne Marken.
DER HERAUSGEBER.
Handbuch für Barkeeper
DAS NEUE UND VERBESSERTE
ILLUSTRIERTE
HANDBUCH FÜR BARKEEPER
ODER:
WIE MAN
AUF ZEITGEMÄSSE WEISE
MIXGETRÄNKE ZUBEREITET
Es beinhaltet weiterhin wertvolle Anleitungen und Hinweise für das Management einer Bar, eines Hotels und eines Restaurants; außerdem eine große Liste an Mixgetränken, darunter amerikanische, britische, französische, deutsche, italienische, russische, spanische usw., mit Illustrationen und einer umfassenden Beschreibung von Barutensilien, Weinen, Spirituosen, Bieren, Mixturen, usw., usw.
1934
Charles E. Graham & Co.
Newark, N. J.
Made in U. S. A.
Copyright 1934 by
Charles E. Graham & Co.
Newark, N. J.
Made in U. S.
VORWORT DES AUTORS
________
Nun, da ich dieses Handbuch der Öffentlichkeit zur Verfügung stelle, muss ich den Leser zunächst um Nachsicht ersuchen, denn ich komme nicht umhin, zuvor einige Anmerkungen zum Besten zu geben.
Die Profession – und als solches sollte der Beruf stets betrachtet werden – Mixgetränke zuzubereiten, erlernte ich in San Francisco und seither liegen vierzig Jahre Erfahrung hinter mir. Als ich 1868 Kalifornien verlassen hatte, eröffnete ich in Chicago einen Betrieb, der gemeinhin als der größte und erlesenste dieser Art im ganzen Land angesehen wurde. Doch die große Feuersbrunst von 18711 ließ mich mit einem Schaden von 100.000 $ zurück und so sah ich mich, finanziell vollkommen ruiniert, schließlich gezwungen, noch einmal ganz von vorne anzufangen. Es begab sich zu jener Zeit, dass ich den Wert wahrer Freundschaft zu schätzen lernte, denn so boten mir zahlreiche Bekannte ihre mitfühlende Hilfe an, was ich jedoch dankbar ablehnte.
Später trat ich eine Stelle in einem der führenden Hotels Bostons an, doch nur wenig später kehrte ich nach New York zurück, wo ich eine Anstellung in einem der bekanntesten Beherbergungsbetriebe der Metropole fand, bis ich mich wieder in der Lage sah, mein eigenes Unternehmen zu gründen, welches ich seither überwiegend erfolgreich betrieben habe.
Auch veröffentlichte ich dort, mittels eines Verlages aus San Francisco, das erste Handbuch für Barkeeper, das jemals in den USA herausgegeben worden ist. Diese Veröffentlichung war praktisch eine Notwendigkeit – das Ergebnis einer konstanten Nachfrage nach einer solchen Abhandlung durch jene, die selbst im Hotel-, Bar- oder Restaurantgewerbe beschäftigt sind. Als Beweis hierfür kann ich den Umstand anführen, dass innerhalb von nur sechs Wochen zehntausend (10.000) Exemplare meines Werkes zu einem weitaus höheren Preis als dem aktuell vorliegenden verkauft wurden.
1869 wurde ich von den fünf berühmtesten und besten Barkeepern unserer Zeit zu einem Wettbewerb in New Orleans herausgefordert, mit dem Ergebnis, dass ich mit dem Meistertitel der Vereinigten Staaten ausgezeichnet worden bin.
Zusammenfassend kann ich sagen: Nachdem ich seit meiner Jungenzeit im Hotel- und Spirituosengeschäft verschiedener Größenordnung tätig, angestellt in einigen der bekanntesten Hotels, Restaurants und Cafés in mehreren großen Städten war, und ausgiebig durch dieses und andere Länder gereist bin – vor allem durch solche Kontinentaleuropas – einzig dem Zweck dienlich, die verschiedenen Zubereitungsarten der vielen unterschiedlichen Mixgetränke zu erlernen, ausgestattet mit den höchsten Empfehlungsschreiben, die meine ausgezeichnete Befähigung bestätigen, habe ich es endlich unter großem Aufwand an Kosten und Zeit vollbracht, dieses Werk zu vervollständigen, das nunmehr in einer überarbeiteten Form auf der Höhe der Zeit vorliegt. Hier wird in schlichter Sprache beschrieben und veranschaulicht, wie man beliebte Mixgetränke, fantasievolle Getränke, Cocktails, Punches, Juleps usw. zubereitet. Dieser Band enthält außerdem grundlegende Anleitungen, die man bei der Leitung einer Bar beachten sollte, wie etwa in Bezug auf die Personalführung, wie man Gäste bedient, und all die vielen Details, die mit der Branche verknüpft sind, und zwar in spezifizierter Weise, sodass jede Person, die in Erwägung zieht, ihren Lebensunterhalt als Barkeeper zu bestreiten, einen perfekten und wertvollen Ratgeber zur Hand hat, um zur Meisterschaft dieses Berufszweiges angeleitet zu werden. Dieses Handbuch stellt gleichermaßen eine vollständige Liste an Barutensilien, Gläsern und Silberwaren, Mixturen, Spirituosen und verschiedenen Getränkemarken zu Verfügung, die vonnöten sind, mit Hinweisen zu deren angemessenen Gebrauch. Zusätzlich bietet es eine große Anzahl hilfreicher Hinweise und Informationen für Barkeeper und tatsächlich zu jedem Detail, das von Wichtigkeit sein könnte von dem Moment an, da jemand hinter den Tresen tritt, um ihn erfolgreich durch die alltäglichen Erfordernisse zu leiten. Diejenigen, die bereits über grundlegende Erfahrungen verfügen und deren Kompetenzen schon seit langem unbestritten feststehen, hielten dieses Werk ebenfalls für sehr wertvoll. Sie haben stets zuerkannt, dass es ein nützlicher Band ist.
Das Prinzip, das zu verbreiten es mich verlangt, ist, dass der Beruf – der mit Speis und Trank zu tun hat –, um mit angemessenen Erfolg betrieben zu werden, mit den gleichen legitimen Methoden durchgeführt werden muss, wie auch alle anderen geldbringenden Unternehmungen, die direkt mit der Öffentlichkeit zu tun haben. Er erfordert die gleichen Notwendigkeiten, wie das auch bei Herrenausstattern, Hutmachern und Schuhverkäufern der Fall ist, und er stellt eine ehrenwerte Art dar, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er sollte von Eigentümern wie von Angestellten keinesfalls als Möglichkeit betrachtet werden, Vetternwirtschaft zu betreiben, sich auf gut Glück in die Selbständigkeit zu wagen oder als eine Chance, mittels schändlicher Gelegenheiten Geld zu verdienen. Er sollte einzig mit Ernsthaftigkeit und Ehre ausgeübt werden. Glaube an dich selbst, und andere werden ebenfalls an dich glauben.
Der Autor hat weiterhin seine Berufung dahingehend ausgeübt, indem er all jene, die eine offenkundige Lernbereitschaft an den Tag legten, in der Kunst unterrichtet hat, eine Bar zu leiten – auch wenn das bereits viele Jahre zurückliegt. Blicke ich auf die große Zahl derer, die von mir in den neuesten und ausgeklügelten Methoden unterrichtet worden sind, so kann ich dies als Zeugnis meiner Befähigung anführen, ein Lehrer der Barkunde zu sein.
Schlussendlich verlangt es mich zu erklären, dass die vorliegende Veröffentlichung in ihrer ersten Auflage das Hauptwerk dieser Art in den Vereinigten Staaten war, wenn nicht in der Welt; und dass ich der Urheber einer Form des Handbuches bin, das dereinst vielleicht als Teil der Fachliteratur angesehen werden wird. Imitation ist immerzu die ehrlichste Form der Schmeichelei, und in der Konsequenz sind längst Versuche durch andere unternommen worden, die Gunst der Öffentlichkeit mit ähnlichen Werken zu gewinnen – Versuche, die allesamt darin gescheitert sind, die Beliebtheit und den Nutzen von Harry Johnsons Handbuch für Barkeeper zu untergraben.
Aber es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass dieser Band nicht nur ein Ratgeber für all jene sein soll, die in einer Bar arbeiten. Sein Zweck ist es, ein Referenzwerk zu sein, gleichermaßen für die Eigentümer von Hotels, Restaurants, Clubs, Dampfschifflinien, Kantinen und all jene, die damit beschäftig sind, die grundlegenden Bedürfnisse des „Inneren Menschen“ zu befriedigen.
Es ist meine Hoffnung, dass dieser Ratgeber nicht nur dem Beruf dienlich sein wird, denn dafür ist er in erster Linie gedacht, sondern darüber hinaus auch dem familiären Kreis und der Öffentlichkeit im Allgemeinen. Die Art und Kunst des Mixens wird mit Hilfe der zwanzig ungewöhnlichen Illustrationen veranschaulicht, besondere Aufmerksamkeit sollte dabei den Abbildungen Nr. 1 und Nr. 3 zuteilwerden. Abbildung Nr. 2 ist aber gleichfalls sachbezogen zum Text.
Hochachtungsvoll Ihr,
HARRY JOHNSON.
INDEX.
______
REGELN UND VORSCHRIFTEN.
VON 1 BIS 56.
1. Wie man eine bar führt.
2. Wie ein Barkeeper eine Anstellung erlangt.
3. Die wechselseitigen Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
4. Regeln für Barkeeper zu Beginn und Ende einer Schicht.
5. Die oberste Pflicht bei der Eröffnung einer Bar am Morgen.
6. Warum sich Barkeeper in einer eigenen Gewerkschaft zusammenschliessen sollten.
7. Wie man Rechnungen kassiert, wenn man beschäftigt oder in Eile ist.
8. Hinweise für das Anlernen eines Burschen.
9. Der Umgang mit Stammgästen – wie man sich diesen gegenüber verhält.
10. Wie man das Erscheinungsbild von Bar und Toilette verbessert.
11. Wie man in Erfahrung bringt, wie ein Gast sein Getränk gemixt haben möchte.
12. Hinweise des Autors.
13. Die eröffnung eines neuen Lokals.
14. Warum man über vollständige Preislisten verfügen sollte.
15. Wie man Ameisen und andere Insekten von den Mixflaschen fernhält.
16. Wie man Champagner und andere Weine behandelt.
17. Die Reinigung von Silberware, Spiegeln usw.
18. Wie Weinflaschen entkorkt werden sollten.
19. Über Glasgefässe, in die Mixgetränke abgeseiht werden.
20. Den Kühlraum im Untergeschoss oder Keller betreffend.
21. Wie man Spirituosen in Fässern oder Flaschen richtig handhabt.
22. Einige Anmerkungen bezüglich Flaschenware.
23. Ein Tpp für den Anfänger. – Wie man Geld verdient.
24. Wie man die Buchführung einfach hält.
25. Ein Restaurant in Verbindung mit einem Café.
26. Im Zusammenhang mit dem Girosystem.
27. Betreffend den hohen Alkoholgehalt von Spirituosen, Whiskeys, Branntweinen usw.
28. Einige Anmerkungen zu Hypotheken.
29. Einige Anmerkungen bezüglich der Annahme von Schecks.
30. Regeln in Bezug auf einen Messbecher.
31. Einige Worte bezüglich Lagerbier.
32. Wie Lagerbier gezapft und serviert werden sollte.
33. Über abgefülltes Lagerbier.
34. Über die Reinigung von Bier- und Ale-Leitungen.
35. Bezüglich Punschschüsseln.
36. Die korrekte Art Champagner zu öffnen und zu servieren.
37. Über den Bezug von Waren.
38. Barlöffel, die zu bestimmten Getränken gereicht werden.
39. Wie man Keller und Lagerraum in Ordnung hält.
40. Wie man Messing und andere Metalle reinigt.
41. Die Aufbewahrung von Glaswaren.
42. Das verwendete Eis betreffend.
43. Wenn man ein bereits bestehendes Lokal erwirbt.
44. Was beim Öffnen von Mineralwässern zu beachten ist.
45. Wie Getränke an Tischen serviert werden sollten.
46. Wie Rotweine behandelt werden sollten.
47. Der Umgang mit Mineralwässern.
48. In Bezug auf kostenlose Mittagessen.
49. Wie man Ale und Porter in Fässern handhabt.
50. Liköre, Bitter und Sirupe.
51. Wie Ale und Porter gezapft werden sollten.
52. Getränke mit Früchten dekorieren.
53. Wie man mit Obst, Eiern und Milch umgeht.
54. Die Bareinrichtung im Sommer mit Flor bedecken.
55. Zigarren, die an der Bar und anderswo verkauft werden.
56. Zu guter Letzt.
INE LISTE VON UTENSILIEN, WEINEN, SPIRITUOSEN UND GRUNDLEGENDEN WAREN EINES RESTAURANTS UND CAFES.
VON 57 BIS 70.
57. Eine vollständige Liste an Utensilien usw., die in einer Bar benötigt werden.
58. Eine Liste der Glaswaren, die in einer Bar oder einem Café benötigt werden.
59. Eine Liste verschiedener Spirituosen, die in einer Bar benötigt werden.
60. Eine Liste wichtiger Weine.
61. Eine Liste wichtiger Liköre.
62. Eine Liste mit Ales und Porters.
63. Eine Liste mit wichtigen Mineralwässern und Sodas.
64. Eine Liste mit wichtigen Sirupen.
65. Eine Liste mit wichtigen Bittern.
66. Eine Liste mit wichtigen Früchten, die in einem Café verwendet werden.
67. Eine Liste mit wichtigen Mixturen.
68. Sonstiges.
69. Der wichtigste Bestand eines Restaurants.
70. Der wichtigste Bestand eines Cafés.
EINE LISTE VON MIXGETRÄNKEN.
VON 71 BIS 337.
A
Absinthe Cocktail.
Absinthe Frappé.
Ale Sangaree.
American Glory.
Apollinaris Lemonade.
Apple Jack Cocktail.
Apple Jack Sour.
April Shower.
Arf and Arf.
B
Balaklava Nectar.
Baltimore Eggnog.
Beef Tea.
Bijou Cocktail.
Bishop.
Bishop à la Prusse.
Black Stripe.
Black Thorn.
Blue Blazer.
Bombay Punch.
Bottled Velvet.
Bradford à la Martini.
Brandy and Ginger Ale.
Brandy and Gum.
Brandy and Mint.
Brandy and Soda.
Brandy Crusta.
Brandy Daisy.
Brandy Fix.
Brandy Fizz.
Brandy Flip.
Brandy Julep.
Brandy Punch.
Brandy Sangaree.
Brandy Scaffa.
Brandy Shamparelle.
Brandy Shrub.
Brandy Smash.
Brandy Split.
Brandy Straight.
Brazil Cocktail.
Burnt Brandy and Peach.
C
California Sherry Wine Cobbler.
Champagne Cocktail.
Champagne Cobbler.
Champagne Cup.
Champagne Frappé.
Champagne Julep.
Champagne Punch.
Champagne Sour.
Champagne Velvet.
Chocolate Cocktail.
Cincinnati Cocktail.
Claret and Champagne Cup à la Brunow.
Claret Cobbler.
Claret Cup für eine Feier.
Claret Flip.
Claret Lemonade.
Claret Punch.
Coffee Cobbler.
Coffee Cocktail.
Col. Brown Punch.
Cold Brandy Toddy.
Cold Ruby Punch.
Cold Whiskey Sling.
Columba Skin.
Crème de Menthe.
Crimean Cup à la Marmora.
Curaçao Punch.
Currant Shrub.
D
Die amerikanische Art Absinth zu servieren.
Die deutsche oder Schweizer Art Absinth zu servieren.
Die italienische Art Absinth zu servieren.
Duke of Norfolk Punch.
Duke of Norfolk Punch zum Abfüllen.
E
East India Cocktail.
Egg Lemonade.
Egg Milk Punch.
Eggnog.
Egg Sour.
Eine Flasche Cocktail für Feiern.
Eine Schüssel Eggnog für eine Neujahrsfeier.
Empire Punch.
English Bishop.
English Curaçao.
English Royal Punch.
Eye Opener.
F
Faivre’s Pousse Café.
Fancy Brandy Cocktail.
Fancy Brandy Smash.
Fancy Brandy Sour.
Fancy Whiskey Smash.
Fedora.
G
General Harrison Eggnog.
Gin and Calamus.
Gin and Milk.
Gin and Molasses.
Gin and Tansy.
Gin and Wormwood.
Gin Cocktail.
Gin Daisy.
Gin Fix.
Gin Fizz.
Gin Julep.
Gin Rickey.
Gin Smash.
Gin Sour.
Gin Toddy.
Golden Fizz.
Golden Slipper.
Golden Thistle.
H
Highball.
High Life.
Hochzeitspunsch für eine Feier.
Horse’s Neck.
Hot Apple Toddy.
Hot Arrac Punch.
Hot Brandy Punch.
Hot Brandy Sling.
Hot Eggnog.
Hot English Rum Punch.
Hot Gin Sling.
Hot Irish Whiskey Punch.
Hot Lemonade.
Hot Locomotive.
Hot Milk Punch.
Hot Rum.
Hot Scotch Whiskey Punch.
Hot Scotch Whiskey Sling.
Hot Spiced Rum.
Hot Whiskey.
I
Imperial Brandy Punch.
Imperial Cocktail.
Irish Cocktail.
J
Jamaica Rum Sour.
Japanese Cocktail.
Jersey Cocktail.
John Collins.
K
Kirschwasser Punch.
Klondyke Cocktail.
Knickerbein.
Knickerbocker.
Köstliche Limonade für Feiern.
L
Limonade.
Little Egypt.
M
Maiden’s Dream.
Manhattan Cocktail.
Maraschino Punch.
Marguerite Cocktail.
Martini Cocktail.
May Wine Punch.
Medford Rum Punch.
Medford Rum Smash.
Medford Rum Sour.
Milk and Selters.
Milk Punch.
Mint Julep.
Mississippi Punch.
Montana Cocktail.
Morning Cocktail.
Morning Daisy.
Morning Glory Fizz.
Mulled Claret and Egg.
O
Old Fashioned Whiskey Cocktail.
Old Style American Punch.
Old Style Whiskey Smash.
Old Tom Gin Cocktail.
Olivette Cocktail.
Orange Lemonade.
Orange Punch.
Orchard Punch.
Orgeat Lemonade.
Oyster Cocktail.
P
Parisian Pousse Café.
Peach and Honey.
Philippine Punch.
Porter Cup für eine Feier.
Porter Sangaree.
Port Wine Cobbler.
Port Wine Flip.
Port Wine Lemonade.
Port Wine Punch.
Port Wine Sangaree.
Pousse Café.
Pousse l’Amour.
Prussian Grandeur Punch.
Punch à la Dwyer.
Punch à la Ford.
Punch à la Romaine.
R
Raspberry Shrub.
Reform Cocktail.
Remsen Cooler.
Rhine Wine and Selters.
Rhine Wine Cobbler.
Rochester Punch.
Rock and Rye.
Roman Punch.
Russian Punch.
S
Santinas Pousse Café.
Saratoga Brace Up.
Saratoga Cocktail.
Saratoga Cooler.
Sauterne Cobbler.
Selters Lemonade.
Shandy Gaff.
Sherry and Egg.
Sherry Cobbler.
Sherry Cocktail.
Sherry Flip.
Sherry Wine and Bitters.
Sherry Wine and Ice.
Sherry Wine Eggnog.
Sherry Wine Punch.
Sherry Wine Sangaree.
Silver Cocktail.
Silver Fizz.
Snow Ball.
Soda and Nectar.
Soda Cocktail.
Soda Lemonade.
Soda Negus.
Soldiers‘ Camping Punch.
Star Cocktail.
St. Charles Punch.
St. Croix Crusta.
St. Croix Fix.
St. Croix Rum Punch.
St. Croix Sour.
St. Joseph Cocktail.
Stone Fence.
Stone Wall.
T
Tea Cobbler.
Tea Punch für den Winter.
Tenderloin Reviver.
The American Champagne Cup.
The Old Delaware Fishing Punch.
Thorn Cocktail.
Tip-Top Punch.
Toledo Punch.
Tom and Jerry (kalt).
Tom Collins.
Trilby Cocktail.
Turf Cocktail.
Turkish Sherbet.
Tuxedo Cocktail.
V
Vanilla Punch.
Vermouth Cocktail.
Virgin Strawberry Ice Cream.
W
Weine zu einem formellen Abendessen
Whiskey and Cider.
Whiskey Cobbler.
Whiskey Cocktail.
Whiskey Crusta.
Whiskey Daisy.
Whiskey Fix.
Whiskey Fizz.
Whiskey Julep.
Whiskey Rickey.
Whiskey Smash.
Whiskey Sour.
White Lion.
White Plush.
Widow’s Kiss.
Wie man Absinth serviert.
Wie man einen Tom und Jerry ausgibt.
Wie man einen Tom und Jerry mixt.
Wie man ein Ponyglas Branntwein serviert.
Wine Lemonade.
Das grundsätzliche Erscheinungsbild des Barkeepers und wie er sich im Dienst stets benehmen sollte.
Der Autor dieses Werkes hat nach gründlicher Überlegung die folgenden Regeln für das Management eines Lokals zusammengestellt und empfiehlt die Befolgung dieser zweckmäßigen Anleitung, solange man die Leitung einer Bar innehat. Er war bestrebt, sein Bestmögliches zu geben, um diese in unmissverständlich klarer Sprache darzulegen, so wie auch die Arbeit selbst in der gleichen systematischen und angemessenen Weise ausgeführt werden muss wie jede andere Geschäftstätigkeit auch. Wenn Gäste bedient werden, so ist es zu jeder Zeit von höchster Wichtigkeit für den Barkeeper, sich höflich und aufmerksam in seinem Verhalten zu zeigen und ganz besonders in Bezug auf seine Art und Weise zu sprechen vonnöten, Fragen unverzüglich zu beantworten, sofern dies in seiner Macht liegt; er sollte gut gelaunt sein und eine fröhliche Miene zur Schau tragen. Es ist mehr als alles andere von absoluter Notwendigkeit für den Barkeeper nüchtern, sauber und ordentlich gekleidet zu sein. Er sollte höflich und freundlich zu jedermann sein, denn dies wird nicht nur die Gästeschaft erfreuen, sondern auch dem Barkeeper selbst zugutekommen.
Es wird angeraten, sobald eine Person an den Tresen herantritt, vor dieser ein Glas mit Eiswasser zu platzieren, um sodann in zuvorkommender Weise herauszufinden, was deren Begehr sein mag. Sollten Mixgetränke verlangt werden, so ist es die Aufgabe des Barkeepers, diese auf dem Tresen zuzubereiten, damit der Kunde den Vorgang beobachten kann; sie sollten in solch ordentlicher, schneller und systematischer Weise zubereitet werden, dass dadurch die Aufmerksamkeit der Umstehenden erregt wird. Es ist ebenso die Pflicht des Barkeepers, alles, was mit den Getränken in Berührung kommt, absolut rein und die Gläser stets in einem glänzend polierten Zustand zu erhalten.
Sobald ein Gast geendigt und die Bar verlassen hat, sollte der Barkeeper den Tresen gründlich säubern, sodass dieser ein sauberes, erneuertes Erscheinungsbild aufweist, und er sollte, sofern es die Zeit erlaubt, die benutzten Gläser penibel reinigen, damit diese wiederbenutzt werden können, sobald dies erforderlich ist. Betreffend die Arbeitsfläche, welcher eine wichtige Funktion zukommt, um eine Bar angemessen zu betreiben, so ist es die besondere Pflicht des Barkeepers, diese jederzeit sauber und in Schuss zu halten, und so wird dies, sofern korrekt ausgeführt, stets zu seinem eigenen Vorteil sein (siehe Illustration, Abbildung Nr. 2).
Weitere besondere Aspekte sind der Vorgang des Servierens und die verschiedenen Möglichkeiten, Zeit zu sparen. Jedes Mal, wenn Getränke gemixt werden, die es erfordern, in ein separates Fancy-Glas abgeseiht zu werden, wie z. B. Cocktails, Sours, Fizzes usw., mache man es sich zur Gewohnheit, ein Glas mit Eiswasser vor dem Gast zu platzieren, daneben das Glas, worein das Getränk abgeseiht werden soll, man gehe sodann zu Werke und bereite das Getränk zu; es sollte versucht werden, die Gläser in einer Reihe oder geraden Linie nebeneinander auf den Tresen zu stellen. Was das persönliche Auftreten des Barkeepers angeht, so ist es angemessen, sobald er seinen Dienst antritt oder Getränke zubereitet, dass er aufrecht steht, den Kopf gerade hält und sich selbst insgesamt in eine vorteilhafte Position bringt (siehe Illustrationen, Abbildungen Nr. 1 und 3).
___________
Sobald ein Barkeeper nach einer freien Stelle oder einer Neueröffnung Ausschau hält, ist es von größter Wichtigkeit, dass er sich sauber und ordentlich präsentiert. Es ist weiterhin für ihn angebracht, sobald er dem Eigentümer gegenübertritt, vorsichtig in seiner Sprache und Wortwahl zu sein, nicht zuviel zu reden und zu warten, bis ihm der potenzielle Arbeitgeber Fragen stellt, welche er ohne zu zögern beantworten sollte. Man führe, sofern möglich, gute Empfehlungsschreiben mit sich oder sei zumindest in der Lage, Referenzen beizubringen, die die eigene Zuverlässigkeit und Fähigkeit belegen. Sobald man ein Büro oder Restaurant betritt, gebietet es die Gepflogenheit, dass man den Hut abnimmt, ganz besonders aber, wenn man mit dem Inhaber spricht – andernfalls wäre das eine grobe Verletzung der Etikette. Viele Leute sind der Meinung, sie würden sich selbst erniedrigen, wenn sie ihren Hut lüfteten, das aber ist eine missverstandene Ansicht, ist es doch lediglich eine Frage der Höflichkeit und eine Geste angemessenen Respekts. Sollte der Inhaber ein Gentleman sein, so wird man feststellen, dass er es einem gleichtut, wenn er einem damit nicht sogar zuvorkommt; vielleicht um zu zeigen, dass er um die üblichen Gepflogenheiten von Sitte und Anstand weiß.
Ein Barkeeper, der sich um eine Stelle bewirbt, sollte glattrasiert sein, die Kleidung ordentlich gebürstet und die Schuhe geschwärzt und er sollte weder mit einer Zigarre im Mund zum Eigentümer sprechen noch sollte er auf den Boden spucken, auf einem Zahnstocher kauen, Slang oder grobe Umgangssprache gebrauchen oder anderen schlechten Gewohnheiten nachgeben. Jede seiner Antworten sollte kurz und in höflichem Ton verfasst sein.
Sobald das Gespräch auf die Frage des Gehalts gelenkt wird, muss man sich selbst gut einzuschätzen verstehen und wissen, was man wert ist, und jeder gute Barkeeper sollte eine anständige Bezahlung verlangen. Natürlich ist es viel besser, gleich zu Anfang eine angemessene Entlohnung zu fordern, als mit einem niedrigen Gehalt zu beginnen, um dieses später anzuheben, denn diese Vorgehensweise sorgt für ein unharmonisches Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, ganz besonders, wenn später die verlangte Gehaltserhöhung abgelehnt wird. Es ist ratsam für den Barkeeper, den Inhaber oder Manger auf höfliche Weise zu fragen, zu welchen Uhrzeiten er seine Arbeit verrichten soll, bei Tag oder bei Nacht, ob er berechtigt ist, Mahlzeiten einzunehmen oder nicht, welche Privilegien ihm gewährt werden, was von ihm erwartet wird, und insgesamt in Erfahrung zu bringen, welche besonderen Regeln und Vorschriften am Arbeitsort zu beachten sind. Sofern sich alles zu beiderseitiger Zufriedenheit gestaltet und man eingestellt wird, verlasse man den Ort unverzüglich in angemessener Manier, trödele nicht herum und versuche nicht, die Zeit des Inhabers über Gebühr in Beschlag zu nehmen, auch sollte man dem Barkeeper, der das Unternehmen verlassen wird oder der gekündigt werden soll, nicht die Gelegenheit bieten zu erfahren, worum das Gespräch sich drehte. Man bleibe auch nicht vor Ort, um mit möglicherweise anwesenden Bekannten über die eigenen Absichten zu tratschen.
Ich versuche jedem Barkeeper zu vermitteln, dass er seinen Beruf so gründlich wie möglich in jeder erdenklichen Weise studieren sollte, sodass er die bestmögliche Bezahlung für sich in Anspruch nehmen kann; ich glaube nämlich nicht an schlechtbezahlte Barkeeper. Es ist wesentlich besser für den Eigentümer, hohe Löhne an diejenigen zu bezahlen, die ihren Beruf vollkommen beherrschen, als „Schuhmacher“ anzuheuern, die nur wenig wenn überhaupt irgendetwas davon verstehen. Kostengünstige Angestellte, so kann gesagt werden, sind nichts wert.
___________
Es ist von großer Wichtigkeit, dass der Inhaber eines Hotels, Restaurants oder Lokals sein Bestes versucht, um gute Angestellte anzuwerben, die besten, die in seiner Branche zu bekommen sind, aus dem einfachen Grund, dass je größer die Unterstützung ist, die er in seinen Angestellten findet, er desto einfacher den Betrieb wird führen können und umso erfolgreicher sein wird. Nachdem eine gute Auswahl an Angestellten sichergestellt ist, ist es die Aufgabe des Eigentümers, diese gut zu bezahlen, jeden seiner jeweiligen Position entsprechend; er sollte sie alle mit Höflichkeit behandeln und durch sein Benehmen mit gutem Beispiel vorangehen. Zum Beispiel: - Wenn der Eigentümer seine Geschäftsräume am Morgen oder zu jeder beliebigen anderen Stunde betritt, sollte er seine Angestellten gemäß der Tageszeit begrüßen, ihnen freundlich zunicken und dadurch eine warmherzige Atmosphäre verbreiten, er sollte mit einigen von ihnen sprechen, diese beim Namen nennen, und er sollte sowohl zwanglos als auch geschäftlich mit ihnen umgehen. Wenn er sich hieran hält, wird er ein gutes Verhältnis zwischen seinen Angestellten und sich erzeugen, und selbst in seiner Abwesenheit werden seine Angestellten ihre Arbeit korrekt und zügig ausführen. Andernfalls aber, sollte er sie unfreundlich behandeln, kann nicht erwartet werden, dass die Angestellten besonderes Interesse am Wohlergehen des Betriebs zeigen oder mehr tun werden, als unbedingt erforderlich ist, um ihre Stelle zu behalten. Ein solcher Gegensatz wird sich natürlich auf das Geschäft auswirken. Es ist ganz und gar offensichtlich, wenn die Angestellten nicht anständig behandelt werden, der Eigentümer sich harsch oder überheblich gibt, niemals auch nur ein „gutes Wort“ für jemanden übrighat, selbst der einfachsten Höflichkeit wie eines „Guten Morgen!“ entbehrt, dass er sodann nicht erfolgreich sein wird; anstatt in seinem Interesse zu handeln, wird es seine Angestellten ganz im Gegenteil nur wenig oder gar nicht kümmern, ob sein Geschäft untergeht oder nicht. Tatsache ist, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer in jeder Hinsicht im Einklang miteinander sein, der Eigentümer in seinen Angestellten Freunde sehen und sie mit familiären Augen betrachten sollte, während sie ihm als Autoritätsperson angemessenen Respekt zollen sollten, jedoch ohne Angst und sicherlich auch nicht zu vertraut.
Es ist eine vernünftige Überlegung für einen Inhaber von Zeit zu Zeit, wenn das Geschäft gut läuft, seinen Angestellten einen kleinen Ansporn in Form einer Gehaltserhöhung zukommen zu lassen, jedem seiner jeweiligen Position gemäß. Das wird sie dazu bewegen, ernsthafter nach dem Wohle des Unternehmens zu streben, und dabei auch noch selbst zu profitieren. Es ist weiterhin angeraten, die Angestellten zu gegebener Stunde pünktlich gehen zu lassen und sie nicht aufzuhalten, sofern sie dafür nicht gesondert bezahlt werden. Die Angestellten sollten aber ihrerseits dazu angehalten werden, exakt zu der vorgegebenen Stunde zur Arbeit zu erscheinen. Es sollte ein genauer Dienstplan vorhanden sein, der von keiner der beiden Seiten missachtet wird. Sofern der Inhaber besonders erfolgreich ist und eine beachtliche Menge Geld verdient, ist es ratsam, gelegentlich in angemessenem Maß Sonderurlaub zu gewähren, vorausgesetzt die Angestellten haben sich diesen durch langen und ernsthaften Dienst verdient, oder alternativ, sofern möglich, den Angestellten während der Sommermonate zu gestatten, zu unterschiedlichen Zeiten kurze Ferien zu machen, was in unserer Branche aber natürlich eine schwierige Angelegenheit darstellt.
Sobald der Inhaber die Zeit für gekommen erachtet, einen der Angestellten mit einem Bonus zu belohnen, so sollte er, sofern er sich finanziell dazu in der Lage sieht, demjenigen persönlich, ohne jeglichen Kommentar und ohne, dass dies von anderen gesehen wird, eine Fünf- oder Zehn-Dollar-Note in die Hand drücken. Er sollte sich nicht selbst dafür loben – solch ein Verhalten führt zu nichts Gutem –, weiterhin ist es in einem solchen Fall angeraten, die linke Hand nicht wissen zu lassen, was die rechte gerade macht. Durch eine solche Vorgehensweise wird es gelingen, die guten, loyalen Angestellten bei sich zu behalten und außerdem wird sichergestellt, dass diese ihre Arbeit mit bestem Wissen und Gewissen verrichten. Sofern der Inhaber nicht dazu in der Lage ist, seine Angestellten mit finanziellen Zulagen zu belohnen, werden ein freundlicher Blick, aufmunternde Worte und freundliche Handlungen vieles bei denjenigen bewirken, die solches zu schätzen wissen, und können zu einem guten Teil Geldgeschenke ersetzen. Ist der Eigentümer erfolgreich, sollte er seinen Stolz über den eigenen Aufstieg nicht offen zur Schau tragen, sich nicht einbilden, dies alles wäre das Ergebnis seines eigenen brillanten Verstandes und die ganze Ehre für den finanziellen Erfolg gebühre ihm allein, sondern sich seiner Schuld gegenüber seinen Angestellten bewusst sein, denn ohne ihre Unterstützung hätte er nicht einen solch raschen Aufstieg auf der Leiter des Erfolgs erreichen können. Man ermuntere seine Angestellten, aber vermittle ihnen nicht den Eindruck, das Wachstum des Unternehmens wäre allein ihren Anstrengungen zu verdanken; wenn man den Angestellten zu sehr schmeichelt, kann man sie leicht verderben. Man zeige sich niemals hochtrabend oder herrschsüchtig. Es ist ein sehr vulgäres Verhalten, seinen Reichtum zur Schau zu tragen. Es ist unter gewissen Umständen weise, die Angestellten mit Mahlzeiten zu versorgen, und es sollte, sofern praktikabel, dafür Sorge getragen werden, dass die Angestellten gutes, reichhaltiges Essen erhalten, gut zubereitet und angemessen angerichtet. Man lasse ihnen keine minderwertigen Speisen oder gar Reste vorsetzen, sei nicht gleichgültig, wann und wie sie diese einnehmen können. Es ist nicht vonnöten, sie mit Delikatessen und Luxuswaren zu versehen, aber mit Nahrung, die einen bei Kräften und guter Gesundheit erhält, sowohl den kleinsten der Angestellten als auch den höchsten Assistenten. Es ist ratsam für einen Eigentümer oder Manager, die Hausregeln darzulegen, sobald Angestellte angeworben worden sind, darauf bestehend, dass selbige sauber, tatkräftig und nüchtern sind, nur eine begrenzte Menge zu den Mahlzeiten oder dazwischen trinken, denn so ist das Vorhandensein von Standardregeln weitaus nutzbringender in seiner Wirkung, Menschen in ihren Anstellungen zu erhalten, als das Fehlen solcher Regelungen, wo also jedermann mehr oder weniger tun kann, wie es ihm beliebt. Nachdem nun alle Fakten erwähnt und Hinweise dargebracht worden sind, wird man feststellen, dass diese zu beiderseitiger Zufriedenheit beitragen werden, sowohl für jene, die Einstellen, als auch für diejenigen, die sich verdingen. Ein Inhaber muss daran erinnert werden, dass die Regel „Tue andern, wie dir selbst getan werden soll“ von höchster Wichtigkeit ist.
Man mache es innerhalb eines großen Konzerns, da viele Angestellte beschäftigt werden, zu einer Regel, dass diejenigen, die auch als „leitende Angestellte“ bezeichnet werden (die Barkeeper, Kassierer, Hilfs-Kassierer, Manager, Oberkellner usw.), die Erlaubnis besitzen, ihr Essen von der Speisekarte auszuwählen (sofern sich ein Restaurant im Haus befindet) und lege in den Regeln genau fest, innerhalb welchen Wertbetrages, vielleicht zwischen 40 und 60 Cents, es ihnen erlaubt ist zu bestellen. Wenn hierfür nicht Sorge getragen wird, werden sich viele Angestellte durch maßloses Essen den Magen und in letzter Konsequenz die Gesundheit ruinieren, außerdem entsteht durch den Verzehr von Delikatessen Missgunst unter ihnen selbst, wie auch im Verhältnis zu den anderen Angestellten; als Folge davon wird der Inhaber schließlich gezwungen sein, die Regeln aufzustellen, die er schon zu Beginn hätte aufstellen sollen, was sich als sehr unerfreulich für alle Beteiligten herausstellen wird.
Es ist von absoluter Notwendigkeit für den Eigentümer, sein Personal vor Beleidigungen und unberechtigten Vorwürfen von Seiten der Gästeschaft zu schützen. Oftmals kommt es zu einem solchen Fall, wenn ein Stammgast ein wenig angetrunken ist und sich einbildet, über das Privileg zu verfügen, die Angestellten bei jedweden denkbaren Namen zu rufen. In solch einer Situation ist es die Pflicht des Inhabers einzuschreiten und den Mann zur Ordnung zu rufen. Wenn der Kellner beschuldigt wird, etwas falsch gemacht zu haben, so ist es am Eigentümer zu ermitteln, welcher der beiden sich im Irrtum befindet, und sollte er herausfinden, dass der Angestellte im Recht ist, so muss er diesen um jeden Preis verteidigen und unterstützen, ganz gleich welche Folgen das für ihn selbst haben mag. Es ist weiterhin die Aufgabe des Inhabers oder Managers Acht zu geben, dass die „leitenden Angestellten“ in vernünftiger Manier speisen, sich ruhig benehmen, besonders wenn sie sich im öffentlichen Speiseraum aufhalten, sodass die Gäste nicht durch eine Zurschaustellung schlechter oder vulgärer Tischmanieren belästigt werden. Der Inhaber sollte hierauf mit der gleichen Sorgsamkeit achten, wie er dies auch bei seiner eigenen Familie tun würde.
Es entspricht nicht meiner Intention zu erklären, dass jeder Eigentümer sich unbedingt an das halten sollte, was ich hier geschrieben habe, sondern natürlich seinem eigenen Urteil in Verbindung mit diesen Empfehlungen vertrauen sollte.
__________
Wenn die vorgegebene Zeit für einen Barkeeper erreicht ist, seinen Dienst zu beenden, so ist es seine Pflicht dafür Sorge zu tragen, dass sich die Arbeitsfläche in absoluter Ordnung befindet, alle Flaschen aufgefüllt sind, der Eisbehälter mit genügend Eis befüllt ist, alle Gläser sauber sind und alles in solcher Weise geordnet ist, dass, sobald seine Ablösung eintrifft, letztere auf keinerlei Schwierigkeiten stoßen wird und ohne Verzögerung damit beginnen kann, die Gäste zu bewirten.
Sobald die Ablösung den laufenden Betrieb übernimmt, ist es deren Aufgabe sich davon zu überzeugen, dass nichts vernachlässigt, Lager und Barbestand aufgefüllt und leere Flaschen entsorgt wurden und die Bierschankanlage über den nötigen Druck verfügt, ganz gleich ob es sich hierbei um Wasser-, Luft- oder Kohlensäuredruck handelt. Außerdem sollten genügend Früchte geschnitten, für den Gebrauch vorbereitet und alles in solcher Weise arrangiert werden, dass der Mann seine Schicht ohne Hindernisse antreten kann. Dort, wo kein Check-System vorhanden ist, muss weiterhin das Bargeld entsprechend vorbereitet werden. Dies wird üblicherweise durch den Eigentümer vorgenommen oder durch denjenigen, dem das Management anvertraut ist, und so wird es zu keinerlei Schwierigkeiten in Bezug auf den Zustand der Kassenlade kommen, welcher eine besonders wichtige Rolle zukommt.
__________