Moderne Pflege heute - Christa Büker - E-Book

Moderne Pflege heute E-Book

Christa Büker

0,0

Beschreibung

Der erste Band der Buchreihe "Bachelor Pflegestudium" zur akademischen Pflegeausbildung widmet sich dem Berufsbild der Pflege als einem modernen Gesundheitsberuf. Zentrale Themen sind die Entwicklung eines professionellen Berufsverständnisses, die Positionierung der Pflege im Gesundheitswesen, Pflegeorganisationen in Deutschland und weltweit sowie die Perspektiven einer akademischen Pflegeausbildung. Lern- und Reflexionsaufgaben helfen bei der Vertiefung der Inhalte und dienen zur Prüfungsvorbereitung. Praxisbeispiele veranschaulichen die Inhalte. Die zweite Auflage beinhaltet eine Aktualisierung grundlegender Daten und gesetzlicher Rahmenbedingungen. Aktuelle berufspolitische und akademische Perspektiven werden in den Ausführungen zu Berufsverständnis und professioneller Identität aufgegriffen.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 296

Veröffentlichungsjahr: 2025

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

Cover

Titelei

Vorwort der Reihenherausgeberinnen

Einleitung

1 Pflegeberuf heute

1.1 Bedeutung des Pflegeberufs

1.2 Handlungsfelder und Aufgaben einer modernen Pflege

1.3 Gesellschaftliche Einflüsse auf den Pflegeberuf

1.3.1 Demografische Entwicklung

1.3.2 Multimorbidität und Pflegebedürftigkeit

1.3.3 Veränderung von Familienstrukturen

1.3.4 Konsequenzen für die pflegerische Versorgung

1.3.5 Gesellschaftlicher Auftrag der Pflege

1.4 Gesetzliche Rahmenbedingungen des Pflegeberufs

1.4.1 Pflegeberufegesetz

1.4.2 Vorbehaltsaufgaben

1.4.3 Hochschulische Qualifizierung

1.5 Bildungskonzepte in der Pflege

1.6 Fazit

1.7 Literatur

Zum Weiterlesen – Pflegeberuf heute

2 Entwicklung des Pflegeberufs

2.1 Hintergrund: Historische Pflegeforschung

2.2 Pflegerische Tätigkeiten vom Altertum bis zur Neuzeit

2.2.1 Erste Hinweise auf Krankenpflege

2.2.2 Spirituell-Religiöse Prägungen

2.2.3 Klostergemeinschaften im Christentum

2.2.4 Pflege im 19. Jahrhundert: Entwicklung zum »Frauenberuf«

2.2.5 Pflege im Nationalsozialismus

2.3 Pflege als Ausbildungsberuf

2.3.1 Erste Ansätze zur Ausbildung in der Pflege

2.3.2 Beginn staatlicher Ausbildungsregelung

2.3.3 Pflegeberufegesetze nach 1945

2.4 Akademisierung in der Pflege

2.4.1 Entwicklung der Pflegewissenschaft

2.4.2 Beginn der hochschulischen Qualifizierung

2.5 Fazit

2.6 Literatur

Zum Weiterlesen – Entwicklung des Pflegeberufs

3 Berufsverständnis

3.1 Was ist Pflege? – Definitionen

3.1.1 Definition des International Council of Nurses (ICN)

3.1.2 Definition des Verbandes der PflegedirektorInnen der Unikliniken (VPU)

3.1.3 Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

3.1.4 Definition des Royal College of Nursing (RCN)

3.2 Handlungskonzept und Haltung in der Pflege – das Konzept des »Caring«

3.2.1 »Caring« als existenzerhaltende Strategie

3.2.2 Charakteristika und Phasen von Sorgehandeln

3.2.3 Kernstrategien professionellen Sorgehandelns

3.2.4 Fürsorgliches Handeln als zentrales Handlungskonzept beruflicher Pflege

3.3 Verantwortung und Berufsethik

3.4 Fazit

3.5 Literatur

Zum Weiterlesen – Berufsverständnis

4 Professionalisierung

4.1 Hintergründe zur Professionalisierung

4.1.1 Theoretische Grundlagen

4.1.2 Professionalisierung der Pflege in Deutschland

4.2 Pflege im Kontext anderer Gesundheitsberufe

4.2.1 Zusammenarbeit im Gesundheitssystem: Definitionen, Chancen und Hürden

4.2.2 Interprofessionelle Teamarbeit: Voraussetzungen und Weiterentwicklung

4.3 Fazit

4.4 Literatur

Zum Weiterlesen – Professionalisierung

5 Pflegeorganisationen

5.1 Interessenvertretungen der Pflege

5.2 Internationale Pflegeorganisationen

5.2.1 International Council of Nurses

5.2.2 European Federation of Nurses Associations

5.2.3 Internationale Fachverbände

5.3 Pflegeorganisationen in Deutschland

5.3.1 Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe

5.3.2 Berufsverband für Kinderkrankenpflege Deutschland

5.3.3 Deutscher Berufsverband für Altenpflege

5.3.4 Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft

5.3.5 Deutscher Pflegerat

5.3.6 Deutscher Bildungsrat für Pflegeberufe

5.4 Berufliche Selbstverwaltung der Pflege

5.4.1 Wesen einer Berufskammer

5.4.2 Ziele und Aufgaben einer Pflegekammer

5.4.3 Pflegekammern in anderen Ländern

5.4.4 Entwicklung in Deutschland

5.5 Fazit

5.6 Literatur

Zum Weiterlesen – Entwicklung in Deutschland

6 Perspektiven der akademischen Pflege

6.1 Entwicklung der Akademisierung der Pflege in Deutschland

6.1.1 Die Anfänge

6.1.2 Akademisierung der Pflegeausbildung als Modellstudiengänge

6.1.3 Gesetzliche Grundlage für ein primärqualifizierendes Pflegestudium

6.1.4 Pflegestudiumstärkungsgesetz

6.2 Pflegeausbildung international

6.2.1 Pflegeausbildung in den USA

6.2.2 Pflegeausbildung in Europa

6.3 Qualifikationsmix in der Pflege

6.4 Einsatzfelder hochschulisch ausgebildeter Pflegender

6.5 Weiterqualifizierung auf Masterebene

6.5.1 Erweiterte Pflegepraxis – Advanced Nursing Practice

6.5.2 Wissenschaftliche Karrierewege

6.6 Fazit

6.7 Literatur

Zum Weiterlesen – Perspektiven der akademischen Pflege

Register

Anhang

Seitenangaben der gedruckten Ausgabe

1

2

3

4

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

29

30

31

32

33

34

35

36

37

38

39

40

41

42

43

44

45

46

47

48

49

50

51

52

53

54

55

56

57

58

59

60

61

62

63

64

65

66

67

68

69

70

71

72

73

74

75

76

77

78

79

80

81

82

83

84

85

86

87

88

89

90

91

92

93

94

95

96

97

98

99

100

101

102

103

104

105

106

107

108

109

110

111

112

113

114

115

116

117

118

119

120

121

122

123

124

125

126

127

128

129

130

131

132

133

134

135

136

137

138

139

140

141

142

143

144

145

146

147

148

149

150

151

152

153

154

155

156

157

158

159

160

161

162

163

164

165

166

167

168

169

170

171

172

173

174

175

176

177

178

179

180

181

182

183

184

185

186

187

188

189

190

191

Cover

Inhaltsverzeichnis

Titelseite

Impressum

Inhaltsbeginn

Die Autorinnen/der Autor

Prof. Dr. Christa Büker, Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin. Seit 2010 Professorin für Pflegewissenschaft an den Hochschulen München und Bielefeld; Lehre im primärqualifizierenden Bachelorstudiengang Pflege und im Masterstudiengang Erweiterte Pflegeexpertise – Advanced Nursing Practice. Schwerpunkte Lehre: Ambulante Pflege, Multiprofessionelle Versorgungsgestaltung, Edukative Aktivitäten in der Pflege. Forschungsschwerpunkte: Bildungs- (Entwicklung von digitalen Lehr-Lernmaterialien für Pflegestudiengänge, curriculare Integration von Planetary Health) und Versorgungsforschung (Pflegende Angehörige, Tagespflege für ältere Menschen). Mitglied der Sektion Planetary Health und der Sektion Beraten, Informieren, Schulen in der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft e. V.

Prof. Dr. Julia Lademann, seit 2008 Professorin für Pflegewissenschaft an der Hochschule München und der Frankfurt University of Applied Sciences. Schwerpunkte in Lehre und Forschung: Professionalisierung und Akademisierung der Pflegeberufe, Pflege und Familie (pflegende Angehörige, ambulante Schwerstkrankenpflege), Gesundheitswissenschaften (Gesundheitsförderung und Prävention) sowie qualitative Gesundheits- und Pflegeforschung. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft e. V. (DGP) und Mitherausgeberin der Fachzeitschrift »Pflege & Gesellschaft«.

Prof. Dr. Klaus Müller, Krankenpfleger, Berufspädagoge und Gesundheitswissenschaftler. Professor an der Frankfurt University of Applied Sciences mit dem Lehrgebiet »Pädagogische Aufgaben in der Pflege«. Forschung zu praktischer Pflegeausbildung, Hospiz-Versorgung, Wertschätzungserleben von Pflegepersonen, Kompetenzkommunikation, Evaluation von anwendungsbezogenen Projekten. Hospiz- und Trauerbegleiter und Ethikberater im Gesundheitswesen. Arbeitsthemen: Professionelle Sorge, Diversity Care, Palliativpflege, Beratung/Coaching, Gestaltung von Bildungsprozessen.

Christa BükerJulia LademannKlaus Müller

Moderne Pflegeheute

Beruf und Profession zeitgemäßverstehen und leben

2. Auflage

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

Es konnten nicht alle Rechtsinhaber von Abbildungen ermittelt werden. Sollte dem Verlag gegenüber der Nachweis der Rechtsinhaberschaft geführt werden, wird das branchenübliche Honorar nachträglich gezahlt.

Dieses Werk enthält Hinweise/Links zu externen Websites Dritter, auf deren Inhalt der Verlag keinen Einfluss hat und die der Haftung der jeweiligen Seitenanbieter oder -betreiber unterliegen. Zum Zeitpunkt der Verlinkung wurden die externen Websites auf mögliche Rechtsverstöße überprüft und dabei keine Rechtsverletzung festgestellt. Ohne konkrete Hinweise auf eine solche Rechtsverletzung ist eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten nicht zumutbar. Sollten jedoch Rechtsverletzungen bekannt werden, werden die betroffenen externen Links soweit möglich unverzüglich entfernt.

2. Auflage 2026

Alle Rechte vorbehalten© W. Kohlhammer GmbH, StuttgartGesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Heßbrühlstr. 69, 70565 Stuttgart

[email protected]

Print:ISBN 978-3-17-044853-7

E-Book-Formate:pdf:ISBN 978-3-17-044854-4epub:ISBN 978-3-17-044855-1

Vorwort der Reihenherausgeberinnen

Mit dem im Jahr 2017 verabschiedeten Pflegeberufegesetz wurde (ergänzend zur fachberuflichen Pflegeausbildung) eine bundesgesetzliche Grundlage für eine primärqualifizierende hochschulische Pflegeausbildung geschaffen. Die Option einer hochschulisch fundierten pflegerischen Qualifikation gemäß internationalen Gepflogenheiten wurde damit auch für Deutschland gesetzlich festgeschrieben. Mit der Akademisierung der Erstausbildung soll einerseits den steigenden Anforderungen in der pflegerischen Versorgung entsprochen werden und andererseits die Attraktivität des Pflegeberufs erhöht werden.

Die damalige Gesetzesreform gab den Anstoß zur Entwicklung einer Lehrbuchreihe zur hochschulischen Erstausbildung in der Pflege. In dieser Reihe werden Themen aufgegriffen, die trotz heterogener Curricula hochschulübergreifend gelehrt werden und von grundlegender Bedeutung für Studium und Beruf sind. Die bislang erschienen Bände tragen die Titel »Moderne Pflege heute«, »Beziehungsgestaltung in der Pflege«, »Evidenzbasierte Pflege«, »Edukative Aktivitäten in der Pflege«, und »Interprofessionelle Pflegearbeit«.

Seit 2018 – dem Erscheinungsjahr des ersten Bandes »Moderne Pflege heute« – ist einiges in der Pflegelandschaft in Bewegung geraten. Mit dieser zweiten Auflage wird neuen Entwicklungen und gesetzlichen Anforderungen Rechnung getragen. Darüber hinaus werden aktuelle berufspolitische und akademische Perspektiven in den Ausführungen zu Berufsverständnis und professioneller Identität aufgegriffen.

In der Buchreihe wird ein einheitliches didaktisches Konzept verfolgt. So zeichnen sich die einzelnen Bände durch eine enge Verknüpfung von Theorie, Empirie und pflegerischer Praxis aus. Hiermit wird deutlich, dass pflege- und bezugswissenschaftliche Theorien und Konzepte sowie aktuelles, evidenzbasiertes Wissen eine elementare Grundlage für pflegeberufliches Handeln bilden. Durch den deutlichen Praxisbezug der Bände soll das Ziel der Vermittlung von Grundlagen zur Entwicklung einer wissenschaftsbasierten Pflegepraxis unterstützt werden.

Zielgruppe dieser Lehrbuchreihe sind in erster Linie Studierende, aber auch Lehrende primärqualifizierender Bachelorstudiengänge in der Pflege. Eine weitere Zielgruppe sind Studierende und Lehrende in berufsbegleitenden Bachelorstudiengängen für Pflegende mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die Lehrbücher können zur Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen und Prüfungen sowie als Nachschlagewerke eingesetzt werden. Der Praxisbezug dient der Veranschaulichung und regt zur Reflexion eigener Erfahrungen in der pflegerischen Praxis an. Die relevanten und aktuellen Literaturhinweise führen zu einer weiteren vertieften Bearbeitung der dargestellten Themen.

Die Herausgeberinnen sind erfahrene Pflegepraktikerinnen und ausgewiesene Pflegewissenschaftlerinnen, die seit Beginn der Entwicklung grundständiger Pflegestudiengänge an deren Umsetzung und Weiterentwicklung an verschiedenen Studienstandorten maßgeblich mitwirken. Bei der Auswahl der Autoren und Autorinnen für die Einzelbände erfolgt ebenfalls eine Orientierung an diesen Kriterien. Als Herausgeberinnen einer ersten Lehrbuchreihe für primärqualifizierende Pflegestudiengänge ist es uns ein Anliegen, einen Beitrag zu einer innovativen Weiterentwicklung von Pflege und Pflegeberuf zu leisten.

Christa Büker und Julia LademannBielefeld und Frankfurt, im Sommer 2025

Einleitung

Dieser erste Band in der Lehrbuchreihe zur akademischen Pflegeausbildung widmet sich dem Berufsbild der Pflege als moderner Gesundheitsberuf und deckt somit ein breites Spektrum an Themen ab. Zentrale Aspekte sind gesellschaftliche Bedeutung, Handlungsfelder und Rahmenbedingungen von Pflege sowie deren Geschichte und Entwicklung zum Beruf. Ebenfalls aufgegriffen werden relevante Hintergründe zur Bildung eines modernen Berufsverständnisses. Hierbei spielen Aspekte der Professionalisierung eine Rolle, ebenso wie Überlegungen zur Gestaltung einer adäquaten Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen. Schließlich werden sowohl die aktuelle Situation als auch der Entwicklungsbedarf der beruflichen Organisation und Selbstverwaltung vorgestellt und diskutiert sowie Perspektiven der akademischen Pflege aufgezeigt.

Damit werden Pflegestudierende in die Lage versetzt:

den Pflegeberuf als einen modernen Gesundheitsberuf von hoher gesellschaftlicher Relevanz zu verstehen,

die Entwicklung des Pflegeberufs bis in die heutige Zeit nachzuvollziehen,

ein professionelles Verständnis von ihrem Beruf und eine professionelle Haltung im Bewusstsein ihrer Verantwortung zu entwickeln,

die Pflege als eigenständige wissenschaftliche Disziplin und gleichberechtigte Berufsgruppe im Kontext der anderen Gesundheitsberufe zu begreifen,

die Bedeutung einer berufsständischen Organisation zu erkennen und

Perspektiven für ihre eigene berufliche Entwicklung zu entdecken.

In dem vorliegenden Buch werden die Kapitel jeweils mit einem praktischen Beispiel eingeleitet, um die Bedeutung der dann dargelegten Aspekte zu veranschaulichen. Am Ende der Kapitel finden sich zunächst Lernfragen, welche sich auf die theoretischen und empirischen Inhalte beziehen. Die darauffolgenden Reflexionsfragen sind wiederum eher praxisbezogen und regen die Leserinnen und Leser zu einer vertieften Auseinandersetzung an: Mit dem erarbeiteten Basiswissen und eigenen Praxiserfahrungen wird zu einer weitergehenden argumentativen Bearbeitung der Themen angeregt.

Moderne Pflege heute bietet als erster Band der Lehrbuchreihe Bachelor Pflegestudium die wichtigsten Grundlagen zum Verständnis dieses gesellschaftlich bedeutsamen Gesundheitsberufes. Er dient vor allem dazu, sich als »Neuling« im Feld der Pflege einzufinden und schafft eine Basis, um eine professionelle berufliche Haltung zu entwickeln. Die Autorinnen und der Autor erachten hierfür sowohl pflegewissenschaftlich fundierte Inhalte als auch Aspekte, welche sich auf die Entwicklung der Pflege als Beruf und Profession beziehen, als grundlegend.

Das erste Kapitel widmet sich dem Bild des Pflegeberufs als ein innovativer, anspruchsvoller und unverzichtbarer Gesundheitsberuf. Es zeigt die Vielfalt der möglichen Handlungsfelder und Aufgabenbereiche für Pflegefachpersonen auf, thematisiert relevante gesellschaftliche Entwicklungen mit ihren Konsequenzen für die Pflege und beschäftigt sich mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen von Ausbildung und Studium in der Pflege, die derzeit einem tiefgreifenden Veränderungsprozess unterliegen und wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Pflegeberufs haben werden.

Im zweiten Kapitel wird die Entstehung und Entwicklung des Pflegeberufs von den Anfängen bis in die heutige Zeit nachgezeichnet mit dem Ziel, im Wissen um die »Wurzeln« des Pflegeberufs ein vertieftes Verständnis für die derzeitige Situation der Pflege und die Wirkmächtigkeit traditioneller Vorstellungen zu entwickeln. In der Auseinandersetzung mit der beschämenden Rolle der Pflege in der Zeit des Nationalsozialismus werden grundsätzliche Fragen zum beruflichen Selbstverständnis und zur berufsspezifischen Verantwortung aufgeworfen, die auch heute noch von hoher Relevanz sind. Vervollständigt wird das Kapitel durch Ausführungen zur Entwicklung der staatlichen Ausbildungsregelung und die – zugegebenermaßen kurze – Geschichte der Pflegewissenschaft in Deutschland.

Das dritte Kapitel befasst sich mit der Klärung von grundlegenden Handlungskonzepten und der Entwicklung einer beruflichen Haltung in der Pflege. Pflegefachpersonen arbeiten mit Menschen und übernehmen Sorge für deren Wohlergehen und Gesundheit. Diese professionelle Sorge, konzeptionell als »Caring« gefasst, ist eingebettet in eine Pflegebeziehung, die von gegenseitiger Wahrnehmung und Vertrauen und damit einer Begegnung auf Augenhöhe geprägt ist. Caring als existenzerhaltende Strategie bedeutet eine hohe ethische Verantwortungsübernahme durch Pflegefachpersonen.

Eine Auseinandersetzung mit dem Stand der Professionalisierung der Pflege wird im vierten Kapitel vorgenommen. Dazu erfolgt zunächst einmal eine kritische Reflexion des Professionalisierungsbegriffs, seiner Merkmale und Kennzeichen sowie seiner Verwendung im Zusammenhang mit der Pflege. Anschließend wird dargelegt, unter welchem Verständnis von Professionalisierung diese für Pflege und Pflegeberuf zeitgemäß und sinnvoll sein kann. Im nächsten Schritt erfolgt eine Verortung der Pflege im Kontext anderer Gesundheitsprofessionen und im Hinblick auf die Gestaltung von interprofessioneller Zusammenarbeit.

Im Mittelpunkt des fünften Kapitels steht die Bedeutung berufsständischer Interessens- und Standesvertretungen. Mit dem Anliegen, für ein größeres berufspolitisches Interesse und Engagement der Pflegenden zu werben, werden nationale und internationale Pflegeorganisationen mit ihren jeweiligen Zielen und Aufgabenschwerpunkten vorgestellt. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Thema der pflegerischen Selbstverwaltung in Form von Landespflegekammern, die international längst eine Selbstverständlichkeit sind, sich hierzulande jedoch nur mühsam ihren Weg bahnen.

Im sechsten Kapitel wird zunächst dem (verspäteten) Akademisierungsprozess der Pflege in Deutschland nachgegangen, seinen Besonderheiten im Vergleich zu anderen Ländern und den daraus resultierenden Folgen. Im Mittelpunkt stehen anschließend die Chancen, die sich mit einer akademischen Erstausbildung in der Pflege ergeben. Es werden Einsatzfelder hochschulisch ausgebildeter Pflegender aufgezeigt und die damit eng verbundene Frage nach dem optimalen Qualifikationsmix in der Pflege behandelt. Schließlich sollen die mit Abschluss eines Bachelorstudiums sich eröffnenden Möglichkeiten einer weiterführenden Qualifizierung auf Masterebene dargelegt werden, die neue Perspektiven eröffnen und zu einer weiteren Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs beitragen.

Um Pflege inhaltlich voranzubringen, ist eine professionelle Weiterentwicklung unabdingbar: Eine qualitativ gute Pflege erfordert eine beruflich gut aufgestellte Profession. Engagierte Pflegefachpersonen, die sich für beides einsetzen, werden in der Zukunft benötigt. Ein erster »Samen« hierfür wird in Studium und Ausbildung gelegt – hierzu soll dieses Buch beitragen.

Zur Orientierung im Buch: Piktogramme

 Praxisbeispiel

T Zielsetzung

 Lernaufgaben

 Reflexionsaufgaben