Wandergenuss Allgäu - Bernhard Irlinger - E-Book

Wandergenuss Allgäu E-Book

Bernhard Irlinger

0,0

Beschreibung

Wandern im Allgäu ist mit seiner herrlichen und abwechslungsreichen Landschaft nicht nur optisch ein wahrer Genuss. In diesem Wanderführer für das Allgäu warten noch vielmehr Genussmomente darauf, entdeckt zu werden. Bezaubernde Schlösser, gemütliche Almen, wilde Klammen oder bunte Bergwiesen eigenen sich hervorragend zum Genusswandern. Obgleich es sich dabei um eine genüssliche Einkehr, ein kulturelles Highlight am Wegrand oder um eine einzigartige Naturschönheit handelt. Bei 40 Touren ist für jeden Geschmack eine passende Wanderung durch das Allgäu dabei. Detaillierte Wegbeschreibungen, informative Karten und praktische GPS-Tracks runden die 40 spannenden Natur- und Kulturerlebnisse, die es auf den Wanderungen zu entdecken gibt, perfekt ab.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 184

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Die kleine Holzkapelle in Treffisried (TOUR 13)

Bernhard Irlinger

Wandergenuss

ALLGÄU

40 spannende Natur- und Kulturerlebnisseauf aussichtsreichen Wegen

Exklusiv für Sie als Leser:

MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD

unter: gps.bruckmann.de

Inhalt

Genussvolle Touren vor den Bergen und in den Bergen

Praktische Informationen

TOUREN IM OSTALLGÄU

1Von Stötten auf den Auerberg3:15 Std.

Wallfahrtskirche und Römerwälle

2Rund um Roßhaupten3:00 Std.

Aussichtshöhen am Forggensee

3Von Buching auf den Buchenberg2:45 Std.

Am Rand der Ammergauer Alpen

4Vom Tegelberg nach Neuschwanstein4:45 Std.

Durch das königliche Jagdrevier

5Rund um den Alpsee3:15 Std.

Bergsee und Königsschlösser

6Von Füssen nach Hohenschwangau3:00 Std.

Im malerischen Königswinkel

7Rund um den Hopfensee2:15 Std.

Blaues Juwel am Fuß der Alpen

8Alatsee, Weißensee und Ruine Falkenstein4:45 Std.

Seen und Berge bei Füssen und Pfronten

9Eisenberg und Hohenfreyberg3:00 Std.

Mächtige Burgruinen im Alpenvorland

10Auf den Breitenberg2:30 Std.

Mit Seilbahnunterstützung zur aussichtsreichen Ostlerhütte

11Höllklamm bei Kappel2:30 Std.

Wilde Schlucht und aussichtsreiche Alpe

12Wasserfallweg über Nesselwang2:00 Std.

Wasserfall, Burgruine und Wallfahrtskirche

13Von Rückholz zum Trollweiher2:00 Std.

Aussichtsreiche Wiesen und stille Weiher

TOUREN IM TANNHEIMER TAL

14Von Zöblen auf den Schönkahler3:30 Std.

Stille Familientour mit Aussicht

15Vom Vilsalpsee zum Bärgacht-Wasserfall1:45 Std.

Romantischer Bergsee zwischen wilden Bergen

16Vom Neunerkopf zur Sulzspitze3:30 Std.

Hochgebirge light

17Auf dem Gräner Höhenweg4:15 Std.

Aussichtswege am Füssener Jöchle

18Von der Krinnenalp zum Haldensee3:00 Std.

Panoramaweg über Nesselwängle

TOUREN IM OBERALLGÄU UND KLEINWALSERTAL

19Auf das Wertacher Hörnle4:15 Std.

Sanfter Wanderberg mit großer Aussicht

20Zipfelsbachfälle bei Hinterstein4:00 Std.

Wasserfälle über dem Bergsteigerdorf

21Von Vorderburg zum Falkenstein4:15 Std.

Kleiner Berg mit großer Aussicht

22Starzlachklamm bei Sonthofen2:00 Std.

Felsschlucht am Fuße des Grünten

23Zum Hinanger Wasserfall1:00 Std.

Rauschendes Wasser im Abendlicht

24Bergseen am Weg zum Großen Daumen4:45 Std.

Panoramaweg am Nebelhorn

25Durch den Faltenbachtobel1:15 Std.

Schlucht an der Oberstdorfer Sprungschanze

26Von Oberstdorf nach Gerstruben4:45 Std.

Zur malerischen Höhensiedlung

27Rund um den Freibergsee1:45 Std.

Idyllischer See und riesige Skiflugschanze

28Über den Fellhornrücken4:30 Std.

Berühmte Allgäuer Blumentour

29Durch die Breitachklamm1:30 Std.

Tobendes Wasser im dunklen Schlund

30Am Gottesackerplateau6:00 Std.

Durch ein Meer aus Stein

31Von der Scheuenalpe zum -wasserfall1:45 Std.

Stille Wanderung bei Balderschwang

32Auf den Siplingerkopf5:30 Std.

Nagelfluhberge über Balderschwang

33Weiherkopf und Rangiswanger Horn4:00 Std.

Sanfte Panoramatour

34Gunzesrieder Säge und Ostertaltobel1:15 Std.

Schluchtwanderung im Gunzesrieder Tal

35Am Großen Alpsee3:00 Std.

Große Seerunde

36Von Wiedemannsdorf zur Salmaser Höhe4:30 Std.

Sanfte Höhen über der Konstanzer Ach

37Buchenegger Wasserfälle und Prodelkamm5:30 Std.

Kaskaden und Aussichtshöhen

38Hochgrat und Rindalphorn5:45 Std.

Über den Hörnerkamm

39Durch den Eistobel1:30 Std.

Rauschende Kaskaden im Alpenvorland

40Durch den Falltobel zum Stoffelberg3:30 Std.

Wasserfall und sanfte Höhen

Bruckmanns Tourenfinder

PS: Genussvoll …

Register

Impressum

Der Aggenstein überragt den Weg zum Breitenstein (TOUR 10).

Im Frühling erblühen die Allgäuer Wiesen.

Die Wallfahrtskirche auf dem Gipfel des Auerberges (TOUR 1)

Blick vom Tegelberg zum Säuling und zu den Tannheimer Bergen (TOUR 4)

Der atemberaubende Mariensteg bei Schloss Neuschwanstein (TOUREN 4 und 5)

Die Allgäuer Kirchen überraschen mit so manchen Kunstschätzen.

Im Hopfensee spiegeln sich die Ostallgäuer Berge (TOUR 7).

Der Hopfensee ist ein herrlicher Kinderspielplatz (TOUR 7).

In der romantischen Altstadt von Füssen (TOUR 6)

PIKTOGRAMME ERLEICHTERN DEN ÜBERBLICK

leicht

mittel

schwierig

Gehzeit

Höhenunterschied

Weglänge

ZEICHENERKLÄRUNG ZU DEN TOURENKARTEN

Tour

Tourenvariante

Richtungspfeil

Ausgangs-/ Endpunkt der Tour

Bahnlinie mit Bahnhof

S-Bahn

Tunnel

Seilbahn, Gondelbahn

Bushaltestelle

Parkmöglichkeit

Hafen

Autofähre

Personenfähre

Flugplatz

Kirche

Kloster

Burg/Schloss

Ruine

Wegkreuz

Denkmal

Turm

Leuchtturm

Windpark

Windmühle

Mühle

Hotel, Gasthof, Restaurant

Jausenstation

Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter)

Schutzhütte, Berggasthof (Sommer)

Unterstand

Grillplatz

Jugendherberge

Campingplatz

Information

Museum

Bademöglichkeit

Bootsverleih

Sehenswürdigkeit

Ausgrabung

Kinderspielplatz

schöne Aussicht

Aussichtsturm

Wasserfall

Randhinweispfeil

Maßstabsleiste

Die Touren im Überblick

Kultur am Wegrand

1

Von Stötten auf den Auerberg

4

Vom Tegelberg nach Neuschwanstein

5

Rund um den Alpsee

6

Von Füssen nach Hohenschwangau

8

Alatsee, Weißensee und Ruine Falkenstein

9

Eisenberg und Hohenfreyberg

12

Wasserfallweg über Nesselwang

21

Von Vorderburg zum Falkenstein

26

Von Oberstdorf nach Gerstruben

Ruhe und Natur

2

Rund um Roßhaupten

13

Von Rückholz zum Trollweiher

14

Von Zöblen auf den Schönkahler

20

Zipfelsbachfälle bei Hinterstein

22

Starzlachklamm bei Sonthofen

23

Zum Hinanger Wasserfall

25

Durch den Faltenbachtobel

27

Rund um den Freibergsee

28

Über den Fellhornrücken

29

Durch die Breitachklamm

30

Am Gottesackerplateau

31

Von der Scheuenalpe zum -wasserfall

34

Gunzesrieder Säge und Ostertaltobel

35

Am Großen Alpsee

37

Buchenegger Wasserfälle und Prodelkamm

39

Durch den Eistobel

40

Durch den Falltobel zum Stoffelberg

Aussicht

3

Von Buching auf den Buchenberg

7

Rund um den Hopfensee

10

Auf den Breitenberg

15

Vom Vilsalpsee zum Bärgacht-Wasserfall

16

Vom Neunerkopf zur Sulzspitze

17

Auf dem Gräner Höhenweg

18

Von der Krinnenalp zum Haldensee

19

Auf das Wertacher Hörnle

24

Bergseen am Weg zum Großen Daumen

32

Auf den Siplingerkopf

33

Weiherkopf und Rangiswanger Horn

38

Hochgrat und Rindalphorn

Einkehr

11

Höllklamm bei Kappel

36

Von Wiedemannsdorf zur Salmaser Höhe

Genussvolle Touren vor den Bergen und in den Bergen

An der Grenze von Deutschland und Österreich liegt im Einzugsgebiet von Bodensee, Iller und Lech eine der beliebtesten und abwechslungsreichsten Ferienregionen im gesamten Alpenbereich: das Allgäu. Alljährlich pilgern Millionen von Touristen zum weltberühmten Schloss Neuschwanstein, das vielen als Inbegriff bayerischer Romantik gilt. Doch die südlichste Region Deutschlands hat abseits dieses Touristenmagneten noch viel mehr zu bieten. Die gebirgige Landschaft verwöhnt den Naturliebhaber mit einer Vielzahl unterschiedlicher Attraktionen. Die für den Wanderer attraktivsten Gebiete des Allgäus, das mit seinen unklaren Grenzen weit ins Alpenvorland ausgreift, findet man in den beiden Gebirgslandkreisen Oberallgäu und Ostallgäu. Zusätzlich sind im Führer Touren im zu Tirol gehörigen Tannheimer Tal aufgenommen, das vom Allgäu aus gut zu erreichen ist. Das Kleinwalsertal, das zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört und ebenfalls mit Touren vertreten ist, ist nur vom Allgäu aus zu erreichen.

Vom Burgberg geht der Blick hinab auf den malerischen Hopfensee (Tour 7).

Kurze oder lange, stille oder viel begangene und leichte oder schwierige Wege führen uns in diesem Gebiet zu den unterschiedlichen Naturschönheiten. Das grüne, sanft gewellte Alpenvorland lockt mit malerisch gelegenen Seen und dem herrlichen Blick zu den stets nahen Bergen. Versteckt sprudeln hier Wildbäche durch kleine Schluchten und malerische Burgruinen wachen über dem sattgrünen Bauernland. Sommerwarme Seen, auf denen sich der Himmel und die Berge spiegeln, verführen Groß und Klein zu erfrischenden und aussichtsreichen Badepausen. Ein breiter Saum von Randbergen, der sich zwischen dem Alpenvorland und dem Hochgebirge von Ost nach West streckt, bildet für den Wanderer eine Art Übergangszone. Hier sind die Berge noch nicht so hoch und steil und bieten so manchen Weg, der noch nicht allzu anspruchsvoll ist und trotzdem sowohl wilde Schluchten und Wasserfälle als auch aussichtsreiche Gipfel erschließt. In diesem Bereich finden auch die weniger geübten Wanderer ihre Ziele.

Eine meist ernstere Welt bietet das Hochgebirge. Im Osten locken die Ammergauer Alpen und die Tannheimer Berge, während die Allgäuer Hochalpen das gesamte zentrale Tourengebiet bedecken. Schmale Wege bringen uns hier zu einsamen Bergseen, abgelegenen Wasserfällen und beeindruckenden Schluchten. Steile Flanken sind zu queren und teils lange und steile Anstiege zu bewältigen, ehe man das tröstliche Bild eines blauen Bergsees in einer lebensfeindlichen Umgebung genießen oder über die üppig blühenden Hochwiesen der berühmten Allgäuer Blumenberge wandern kann. Doch einige Seilbahnen erleichtern den Vorstoß ins Hochgebirge, das so auch dem Normalwanderer zugänglich wird.

Die Eibe von Balderschwang ist einer der ältesten Bäume in Europa (Tour 32).

Tief eingeschnittene Täler öffnen für den Normalwanderer immer wieder einfache Wege am Fuß der eindrucksvoll wilden Hochgebirgswelt. Hier lassen sich mit weniger Mühe Wasserfälle, Klammen und Bergseen erwandern.

So bietet diese Region für jedes Alter und jedes Können eine breite Tourenpalette für mehr als einen Bergsommer.

Über dem Freibergsee sticht die Skiflugschanze in den Himmel (Tour 27).

Praktische Informationen

Ich habe die Genusstouren in diesem Buch vier unterschiedlichen Kategorien zugeordnet. Unter »Aussicht«, »Ruhe und Natur«, »Einkehr« und »Kultur am Wegrand« findet sicher jeder seine bevorzugten Ziele. Aber lassen Sie sich nicht täuschen, denn die meisten Wanderungen erfüllen natürlich mehrere dieser Kriterien. So kann man auf so mancher Tour zum Beispiel auf einer schönen Alpe eine schmackhafte Brotzeit, herrliche Aussicht und die Ruhe der beschaulichen Natur genießen. Entscheidend für die Einordnung der Wanderung ist meiner Meinung nach der prägende Eindruck der Tour.

Aussicht

Ruhe und Natur

Kultur am Wegrand

Einkehr

Einkehr und Verpflegung

Auf den meisten Touren bieten Gasthöfe oder Almen die Möglichkeit, sich während der Tour zu verpflegen. Allerdings sollte man sich vor Beginn einer Wanderung über mögliche Ruhetage informieren. Gerade, wenn man im Frühjahr oder Frühsommer unterwegs ist, sind viele Alpen noch gänzlich geschlossen. Um vor plötzlichem Leistungsabfall geschützt zu sein, sollte man immer eine ausreichende Menge an Getränken im Rucksack dabei haben. Wenn man dann auch noch einen Notproviant eingepackt hat, ist man für alle Eventualitäten gerüstet.

Kondition, Fitness und Auswahl der Touren

Natürlich sind die Unterschiede zwischen einzelnen Wanderern, was die Fitness in den Bergen betrifft, sehr groß und so wird auch eine breite Palette an Touren vorgestellt. Was für den einen ganz leicht ist, das überfordert den anderen. Aber die ausgewählten Genusstouren weisen allesamt keine extremen Schwierigkeiten, keine Gefahrenstellen und nur moderate Höhenunterschiede auf. Dennoch sind sie sehr unterschiedlich und erschließen von den Hügeln im Vorland bis zu den Hochgipfeln der Allgäuer Alpen die verschiedenen Höhenlagen und geologischen Zonen des Allgäus und des zu Österreich gehörenden Tannheimer Tales und Kleinwalsertales. Je nach Wetterlage, Jahreszeit und Fähigkeit kann so jeder die unterschiedlichen Facetten dieses herrlichen Landstrichs erleben. Kurze und flache Familienwanderungen im Alpenvorland stehen ebenso auf dem Programm wie längere, etwas anstrengendere Hochtouren mit steileren Wegpassagen. Auf jeden Fall wird ein bunter Strauß unterschiedlichster Touren vorgestellt. Eines aber haben alle Touren gemeinsam: Je nach Lust, Laune, Kondition und Können bieten sie alle genussvolle Erlebnisse.

Schwierigkeitseinteilung

Die vorgestellten Touren sind allesamt von einem durchschnittlich trainierten Bergwanderer gefahrlos zu begehen. Die Schwierigkeitsbewertung erfolgt nicht nach der Länge einer Tour, sondern ausschließlich anhand der gehtechnischen Schwierigkeiten. Leichte Wanderungen verlaufen auf Wegen, die auch von ungeübten Wanderern gefahrlos zu begehen sind. Auch mittelschwere Touren stellen keine großen Anforderungen, verlaufen aber teils auf schmalen und steinigen Wegen. Anspruchsvolle Touren wie jene am Großen Daumen (Tour 24) verlangen aufgrund der Wegbeschaffenheit Trittsicherheit und ein gewisses Maß an Orientierungssinn. Durch die Einteilung sollte es aber für jeden Wanderer kein Problem sein, die seinen Bedürfnissen angepasste Tour auszuwählen.

Gehzeiten

Die angegebenen Zeiten verstehen sich als reine Gehzeiten ohne Pause. Die Zeiten sind nach einem festen Schema berechnet und sollen lediglich eine Richtschnur geben, an der sich jeder entsprechend seiner eigenen Geschwindigkeit orientieren kann. Ist jemand auf einer Tour schneller unterwegs, als die Zeiten im Buch angeben, kann er davon ausgehen, dass dies auch auf den anderen Touren so sein wird. Da entlang der Wege zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel Bergseen, Wasserfälle oder Burgen liegen, können auch kürzere Touren zu Tagesunternehmungen ausgedehnt werden. Gerade Familien sollten bei der Zeit- und Tourenplanung bedenken, dass Kinder zahlreiche und oft lange Pausen einlegen wollen.

Geeignete Wanderausrüstung

Abgesehen von einigen leichten Wanderungen im Alpenvorland sind auf allen Touren in diesem Band feste Wander- oder Bergschuhe unerlässlich. Am wohlsten fühlt sich der Körper in spezieller Bergbekleidung, die den Schweiß nicht aufsaugt, sondern nach außen abführt. Moderne, wind- und wasserdichte Oberbekleidung sollte bei jeder Tour dabei sein, um für einen Wetterumschwung gerüstet zu sein. Ausreichende Verpflegung und ein großzügig bemessener Getränkevorrat versüßen nicht nur die Pausen, sondern können im Notfall überlebenswichtig sein. Eine kleine Apotheke, Sonnenschutzmittel und eine Taschenlampe für Notfälle finden in jedem Rucksack Platz. Wanderstöcke entlasten nicht nur die Knie, sondern geben auf Geröll oder im Frühjahr auf Altschnee zusätzliche Sicherheit. Mit einem Mobiltelefon kann man auch im Notfall unter der Nummer 112 (die auch ohne Netzkarte zu erreichen ist) meist eine schnelle Hilfe organisieren. Auf keinen Fall aber sollte man durch die vermeintlich größere Sicherheit, die ein Mobiltelefon verspricht, zusätzliche Risiken auf sich nehmen! Bei Touren, die zu Seen, Flüssen und Wasserfällen führen, kann ein kleines Handtuch oftmals gute Dienste leisten. An einem sprudelnden Bach oder stillen See wird man schnell dazu verleitet, die Füße ins kühle Nass zu tauchen. Anschließend heißt es, gut abtrocknen, um Blasen zu vermeiden. Eine komplette Badeausrüstung ist natürlich auf all jenen Wanderungen angesagt, deren Routen zu Badestellen führen.

Kuhweide mit Aussicht nahe der Kappeler Alpe (Tour 11)

Wanderungen für alle Jahreszeiten

Die Tourenauswahl dieses Bandes bietet Wanderungen für nahezu jede Jahreszeit. Selbst im Winter lassen sich bei wenig Schnee einige der Voralpentouren unternehmen. Besonders gemütlich wird dann eine Einkehr in der Abenddämmerung, um mit heißen Getränken die Lebensgeister wieder zu wecken. Selbst im Gebirge sind im Winter einige talnahe Wege geräumt und Bergdörfer wie Gerstruben (Tour 26) verströmen mit ihren alten, von dicken Schneemützen bedeckten Bauernhöfen einen besonderen Reiz. Ein ganz besonderes Erlebnis bieten im Winter die zugänglichen Schluchten und Wasserfälle wie zum Beispiel die Breitachklamm (Tour 29), die der Frost zu einer bizarren Welt aus Eis erstarren lässt. Allerdings ist jetzt auch erhöhte Vorsicht geboten, denn auf den vereisten Wegen kann ein Ausrutscher fatale Folgen nach sich ziehen. Grödeln, also Spikes, die man über die Schuhe ziehen kann, bieten dann den nötigen Halt.

Die niedrigeren und nach Süden exponierten Touren sind die richtigen Ziele für das Frühjahr und den Spätherbst. Während die Berge noch oder schon wieder unter einer dicken Schneeschicht begraben sind, kann man hier die wärmenden Strahlen der Sonne genießen. Gerade an den langen Tagen im Frühjahr lassen sich schon ausgedehnte Wanderungen unternehmen und die Natur verwöhnt uns jetzt mit der schönsten Blumenpracht. Ausgesprochen eindrucksvoll gebärden sich im Frühjahr viele Klammen und Wasserfälle. Während nach langen Schönwetterperioden im Sommer oder Herbst oftmals nur magere Wasserstreifen über die Felswände herabrieseln und schmale Bäche durch die Klammen sprudeln, kann man während der Schneeschmelze im Frühjahr an tosenden Wasserfällen und tobenden Schluchtbächen die unbändige Kraft der Natur eindrucksvoll erleben.

Ab Juni kann man sich an die Touren im höheren Bergland wagen. Dabei gilt es zu bedenken, dass an nordseitigen Wegstrecken Altschneereste bis weit in den Juni hinein Probleme bereiten können. Im Hochsommer können wir das Hochgebirge dann problemlos durchqueren. Die nun vermehrt auftretenden Gewitter erfordern jedoch eine genaue Wetterbeobachtung. An sehr heißen Tagen locken in dieser Zeit wieder die Touren am Alpenrand mit einem erfrischenden Bad in einem der zahlreichen Seen und Teiche. Gerade bei größerer Hitze sollte man seinen Ehrgeiz ein wenig ruhen lassen und trotz oder gerade wegen des schönen Wetters auf Touren setzen, die Zeit zum Baden und Erholen bieten.

Schönste Jahreszeit für ausgedehnte Bergtouren ist zweifellos der Herbst. Die Temperaturen sind wieder angenehm und die klare Luft ermöglicht grenzenlose Fernblicke. Auf den Bergseen spiegelt sich nun oft ein makellos blauer Himmel und die Murmeltiere sind bei ihrer hektischen Futtersuche vor dem langen Winterschlaf oftmals gut zu beobachten.

Flora und Fauna

Ein Puzzle aus Wäldern und Weiden bestimmt das Landschaftsbild im Allgäu und gibt einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Neben den von Fichten dominierten Wirtschaftswäldern findet man auch noch artenreiche Bergmischwälder. In höheren Lagen bestimmen vor allem Lärchen, über der Baumgrenze auf kalkreichen Böden die widerstandsfähigen Latschen und auf mergligem Untergrund die Grünerlen das Bild.

Während der gesamten Bergsaison bringt eine Vielzahl von Blütenpflanzen Farbe in die karge Hochgebirgswelt. Im Frühjahr überziehen Krokusteppiche die Wiesen, die gelben Blüten der Aurikel leuchten an sonnigen Felshängen und die filigranen Soldanellen durchbrechen die Schneedecke. Im Frühsommer entdeckt man die blauen Kelche des stängellosen Enzians, die weit verbreitete Akelei und den seltenen Türkenbund. In höheren Lagen blühen bald der äußerst giftige Eisenhut, die verschiedenen Formen der Alpenrose und der gelbe Enzian. Viel Glück braucht man, um einen Frauenschuh oder ein Edelweiß zu entdecken. Im Herbst sorgen auf den ausgetrockneten Bergmatten die Silberdisteln für Abwechslung.

Neben der Pflanzenwelt lädt auch die Fauna zu schönen Entdeckungen ein. Für jeden Wanderer ist es ein besonderes Erlebnis, an Herbstabenden dem Röhren der Hirsche zu lauschen. In höheren Lagen begeistern die Kletterkünste der Gämsen. Die verspielten Murmeltiere, die auf hoch gelegenen Almböden in größeren Kolonien zusammenleben, sind nicht nur die Lieblinge der Kinder. Ständige Besucher bei einer Gipfelrast sind die Dohlen, die um ihren Anteil an der Brotzeit betteln. Greifvögel wie Bussard, Falke und die riesigen Steinadler ziehen auf der Suche nach Beute am Himmel ihre Kreise.

Im Herbst beeindruckt der Große Alpsee mit besonders intensiven Farben (Tour 35).

1 Von Stötten auf den Auerberg

Wallfahrtskirche und Römerwälle

Von Stötten aus führt eine landschaftlich reizvolle Wanderung auf den geschichtsträchtigen Auerberg. Auf dem Römerweg steigen wir hinauf zur herrlich gelegenen Wallfahrtskirche mit der atemberaubenden Aussichtsplattform, die an klaren Tagen eine grandiose Aussicht bietet.

Besonderer Genuss: Kultur am Wegrand

Tourencharakter

Eine einfache Vorgebirgswanderung zur alten Wallfahrtskirche auf dem Gipfel des Auerberges, von dem man einen herrlichen Blick zum Alpenbogen genießt.

Ausgangs-/Endpunkt

Das Ortszentrum von Stötten am Westfuß des Auerbergs

GPS: 47.7385, 10.6900

Anfahrt

Auto: Stötten liegt an der B16, die von Füssen zur A96 führt. Bei Anfahrt über die A96 ist es empfehlenswert, ab der Ausfahrt Buchloe-West auf der B10 bis Marktoberdorf zu fahren und erst dort auf die B16 zu wechseln.

Bus/Bahn: In Stötten Bushaltestelle der Linie von Füssen nach Marktoberdorf.

Gehzeiten

Stötten–Auerberg 1:45 Std., zurück nach Stötten 1:30 Std.

Einkehr

Im Dorfzentrum von Stötten zum Beispiel im beliebten Gasthof Sonne und auf dem Auerberg in der aussichtsreichen Bergwirtschaft.

Karte

Topografische Karte 1:50 000 des Bayerischen Landesvermessungsamtes, Blatt Füssen

Information

Auerbergland e. V. Bernbeuren, Tel. 08860/81 21, www.auerbergland.de

Von Stötten auf den Römerweg Wir beginnen die Wanderung an der Kirche im Ortszentrum von Stötten. Wir gehen die Straße am Gasthof Sonne vorbei aufwärts und halten uns an der nächsten Kreuzung, den Wegweisern zum Römerweg und Auerberg folgend, links. Nach wenigen Metern leitet uns die Wegweisung geradeaus auf eine schmale Straße. Neben einer Tafel, auf der die Geschichte des Auerbergs erläutert wird, geht es geradewegs auf eine Wiese. Wir folgen einem weichen, sanft ansteigenden Weg, überqueren einen Feldweg und steigen durch frühlingsbunte Wiesen bergan. Bald wechseln wir geradewegs auf einen Wirtschaftsweg, der uns zu einem Bauernhof führt. Hier wenden wir uns auf dem Teersträßchen nach rechts und wandern über einen Bach zum Westrücken des Auerbergs. Bei erster Gelegenheit folgen wir dem Wegweiser zum Auerberg links auf eine schmale Teerstraße und wechseln schon nach wenigen Metern geradewegs auf einen Feldweg. Von der ersten Weggabelung steigen wir rechts sanft aufwärts auf eine auffällige Antenne zu und biegen vor einer Holzhütte links auf den Römerweg ein, der nun als schmaler Wanderweg bergan führt.

Auf dem Römerweg zur Wallfahrtskirche Wir steigen auf dem Wanderweg über den bewaldeten Westrücken des Auerbergs aufwärts. Bald ziehen sich die Wiesen über den Südhang bis zum Bergkamm herauf und für uns öffnet sich der Blick über das Voralpenland bis zur imposanten Gipfelkette der Alpen. An einer Rastbank erläutert hier eine Panoramatafel die umfassende Aussicht. Uns zu Füßen liegt das sanft geschwungene Alpenvorland, mit seinen dunklen Wäldern und sattgrünen Wiesen. Darüber spannt sich der Alpenbogen von den Gipfeln der Ammergauer Alpen über die wilden Felshörner der Tannheimer Berge bis zum markanten Grünten. Rings um uns blühen die Wiesen in den herrlichsten Frühjahrsfarben, während von den nahen Alpengipfeln noch die gleißenden Schneefelder herableuchten.

Vom Auerbergweg geht der Blick auf den Alpenbogen.

Immer nahe dem Bergrücken leitet uns der wundervoll weiche Waldweg über eine Kuppe in eine Senke. Wir folgen dem Wegweiser zum Auerberg auf einen breiten, ansteigenden Weg. Er wird bald wieder schmaler und bringt uns zu einer Weggabelung am Rand einer Wiese. Nach einer Rundtour über den Auerberg werden wir im Abstieg an dieser Stelle wieder auf den Anstiegsweg treffen, der uns zurück nach Stötten führt. Wir nehmen hier den linken, zum Auerberg ausgeschilderten Steig und wandern über blühende Wiesen auf den Gasthof Auerberg zu. Bald schaut auch die Kirche vom Gipfel aus auf uns herab. Nach einem Zaun gehen wir geradeaus über die Wiesen zu einem breiten Feldweg hinauf. Er bringt uns links zur schmalen Fahrstraße, die von Bernbeuren auf den Auerberg führt. Vorbei am Gasthof steigen wir zur nahen Wallfahrtskirche auf dem höchsten Punkt des Auerbergs (1055 m). Eine enge Treppe führt aus dem Kirchenschiff durch den im Kern romanischen Turm zu einem Fenster hinauf, durch das wir zur Aussichtsplattform hinaussteigen können. Sie schwebt in schwindelerregender Höhe zwischen Kirchdach und Kirchturm. An klaren Tagen scheint von dort der Blick über das malerische Alpenvorland hin zu den markanten Gipfeln der Alpen grenzenlos zu sein.

An römischen Wällen vorbei zurück nach Stötten