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Original oder Kopie, selbst- oder fremdbestimmt, wahrhaftig oder verlogen ? wie wollen Sie leben? Und wie haben Sie bisher gelebt? Stellen Sie sich vor, Sie wären Eins mit sich selbst, bräuchten keine Persönlichkeitsanteile, Wünsche oder Bedürfnisse zu verstecken, könnten Ihre Potenziale ausleben, Ihre Meinung sagen und konsequent Ihren Werten folgen: Wie würden Sie sich fühlen? Was könnten Sie erreichen und verwirklichen? Dieses Buch hilft Ihnen dabei, sich selbst neu zu entdecken, Ihr volles Potenzial auszuschöpfen und den eigenen Weg zu finden und zu gehen. Dr. Eva Kalbheim zeigt Ihnen in diesem Buch, wie Sie Beziehungen authentisch leben, sich beruflich als Marke gestalten, mit Körpersprache überzeugen und charismatisch kommunizieren und Ihr Selbst zum Strahlen bringen.
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Authentisch leben für Dummies
Jeder Mensch ist einzigartig und unverwechselbar. Um Individualität leben zu können, bedarf es der Selbstreflexion: Das Wissen um die eigenen Stärken, Schwächen, Talente, Fähigkeiten, Ziele, Werte und Ressourcen hilft dabei, sich nach außen glaubwürdig zu zeigen. Aus der Beschäftigung mit Ihrer bisherigen Entwicklung können Sie viel lernen: Wie sind Sie geworden, wer Sie heute sind? Welche Faktoren haben Ihre Lebensentscheidungen beeinflusst? Wie sind Sie mit Herausforderungen, Konflikten und Krisen umgegangen? Was war leicht, was war schwer? Nehmen Sie sich Zeit für diese Reflexion und versuchen Sie, Zusammenhänge und Prägungen zu erkennen. Je mehr Sie über sich wissen, desto unverfälschter können Sie kommunizieren. Verstecken und verbiegen Sie sich nicht, um den Vorstellungen anderer Menschen zu entsprechen. Bleiben Sie sich treu und entfalten Sie Ihr volles Potenzial.
Ihre Einzigartigkeit bringen Sie zur vollen Geltung, wenn Sie authentisch kommunizieren und selbstsicher auftreten. Neben dem gesprochenen Wort (verbale Kommunikation) sind auch Gestik, Mimik und Körperhaltung (nonverbale Kommunikation) bedeutsam, um im Kontakt mit anderen Menschen glaubwürdig zu wirken. Achten Sie darauf, dass Ihre verbale und nonverbale Kommunikation zueinander passen. Geben Sie Ihren Gefühlen Ausdruck, stehen Sie zu Ihren Werten und Prioritäten, lassen Sie sich nicht beirren. Sammeln Sie Informationen über Ihre blinden Flecken, also die Eigenschaften oder Angewohnheiten, die Ihnen nicht bewusst sind, die andere aber an Ihnen wahrnehmen. Feedback von vertrauten Menschen hilft Ihnen dabei, Ihre blinden Flecken zu verkleinern. Sie gewinnen Selbstsicherheit, indem Sie Ihre Stärken und Talente pflegen, sich auf Ihre Ressourcen und Werte konzentrieren und Ihre Bedürfnisse ernst nehmen. Zeigen Sie Präsenz, pflegen Sie Ihren Optimismus und Ihre Handlungsbereitschaft, bejahen Sie sich und stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl. So strahlen Sie von innen und wirken nach außen überzeugend und echt.
Selbstfürsorge stärkt die Authentizität, denn wenn es Ihnen gut geht, können Sie gelassen und aufrecht durchs Leben gehen. Manchmal ist es schwer, gut für sich zu sorgen, weil der Alltag zeitraubend und nervenzehrend ist. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Selbstfürsorge zu kurz kommt, halten Sie inne und überlegen Sie:
Warum haben Sie nicht auf sich geachtet?Welche Person oder welche Aufgabe haben Ihnen Ihre innere Ruhe geraubt?Was waren die ersten Anzeichen dafür, dass Sie Ihre Balance verlieren und Ihre Bedürfnisse nicht mehr im Blick haben?Wie haben Sie sich gefühlt, als die Anspannung stieg?Wie hat Ihr Körper reagiert?Welche Gefühle und Gedanken waren mit der Situation verbunden?Seien Sie sich selbst ein guter Freund und ermuntern Sie sich, die Selbstfürsorge ernst zu nehmen.
Vielleicht haben Sie sich bislang mehr an den Werten und Vorstellungen anderer Menschen orientiert als an Ihren eigenen Prioritäten und Bedürfnissen. Wagen Sie den Schritt zu sich selbst und machen Sie sich die Authentizität zur Aufgabe. Verlassen Sie Ihre Komfortzone und nehmen Sie in Kauf, dass Sie möglicherweise anecken oder manche Erwartungen nicht mehr erfüllen. Sie gewinnen innere Freiheit und Wahrhaftigkeit, wenn Sie authentisch leben. Ihre eigenen Zukunftsvorstellungen und Lebenspläne sind Triebfedern, die Ihnen helfen, Ihre Ressourcen zu bündeln und sich auf Dinge zu konzentrieren, die Ihrer inneren Wahrheit entsprechen. Veränderung braucht Zeit und Mut – Sie kommen in Bewegung und können über sich hinauswachsen.
Authentisch leben für Dummies
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
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Wiley, die Bezeichnung »Für Dummies«, das Dummies-Mann-Logo und darauf bezogene Gestaltungen sind Marken oder eingetragene Marken von John Wiley & Sons, Inc., USA, Deutschland und in anderen Ländern.
Das vorliegende Werk wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren und Verlag für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie eventuelle Druckfehler keine Haftung.
Coverfoto: © merklicht – stock.adobe.comKorrektur: Johanna Rupp, Walldorf
Print ISBN: 978-3-527-71913-6ePub ISBN: 978-3-527-83625-3
Dr. med. Eva Kalbheim ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Coachin und Kommunikationsexpertin. Sie beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit den Auswirkungen von Stress, Anspannung und Krisen auf die Gesundheit. In ihrer Arbeit als Pressesprecherin, Geschäftsführerin, Chefärztin und Klinikdirektorin sammelte sie umfangreiche Erfahrungen in der Mitarbeiterführung und -motivation. Mit einem innovativen Gesundheitscoaching-Konzept unterstützt sie Menschen, die eine bessere Arbeit-Freizeit-Balance erreichen möchten. In Führungskräftetrainings betont sie die Bedeutung der Kommunikation für entspannte, angstfreie und inspirierende Arbeitsbedingungen. Sie hat zahlreiche Bücher verfasst, die dem interessierten Leser helfen gesund zu bleiben, seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln, sich realistische Ziele zu stecken und erfolgreich zu sein. Dr. Eva Kalbheim führt eine Psychotherapie-Praxis in Bonn. Mehr Informationen über ihre Arbeit gibt es im Internet unter www.eva-kalbheim.de.
Dieses Buch widme ich meinen Söhnen und Schwiegertöchtern – mit innigen Wünschen für ein langes und authentisches Leben.
Von Herzen danke ich meiner Lektorin Esther Neuendorf, Wiley-VCH, die mich in bewährter Weise aufmerksam, konstruktiv und zuverlässig unterstützt hat. Die Zusammenarbeit mit ihr ist immer angenehm und hilfreich. Meine lieben Korrekturleser Robert Egg und Dr. Bernhard Koch haben alle Übungen ausprobiert, alle Tipps kritisch hinterfragt und mich mit ihren klugen Anmerkungen inspiriert – habt Dank dafür! Für die Erstellung der Grafiken danke ich Barbara Floer. Der größte Dank gilt meiner Familie, die mich auf meinem Weg der Authentizität immer wieder ermutigt und geduldig begleitet.
Cover
Titelblatt
Impressum
Über die Autorin
Widmung der Autorin
Danksagung der Autorin
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Über dieses Buch
Konventionen in diesem Buch
Was Sie nicht lesen müssen
Törichte Annahmen über den Leser
Wie dieses Buch aufgebaut ist
Teil I: Authentizität: die Grundlagen
Kapitel 1: Der Blick in den Spiegel
Sich selbst erkennen und verstehen
Die Persönlichkeit entwickeln
Den eigenen Weg finden
Kapitel 2: Die Rolle von Vererbung und Erziehung
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
Glaubenssätze verstehen und verändern
Kapitel 3: Werte, Gefühle und Prioritäten
Eigene Werte benennen
Gefühle ernst nehmen
Prioritäten setzen
Teil II: Authentisch sein im Alltag
Kapitel 4: Jeden Tag ehrlich mit sich selbst sein
Mit offenen Sinnen in den Morgen
Authentizitäts-Check am Mittag
Abendlicher Rückblick
Kapitel 5: Lebensbeziehungen authentisch gestalten
Jede Botschaft hat vier Seiten
Menschliche Reibung erzeugt Kälte
Wünsche äußern und Wünsche erfüllen
Kapitel 6: Konflikte authentisch lösen
Konflikte erkennen und verstehen
Umgang mit äußeren Konflikten
Umgang mit inneren Konflikten
Teil III: Authentizität im Berufsleben
Kapitel 7: Beruflicher Erfolg durch Authentizität
Bestandsaufnahme im aktuellen Job
Mit voller Kraft nach vorne
Kooperieren und Führen
Kapitel 8: Sich selbst authentisch positionieren
Die Einzigartigkeit erkennen
Die eigene Marke entdecken und entwickeln
Mit Selbstdisziplin zum Ziel
Kapitel 9: Authentizität schützt vor Burn-out
Stress macht krank
Burn-out-Gefahr durch fehlende Authentizität
Schluss mit der Selbstausbeutung
Teil IV: Authentische Körpersprache
Kapitel 10: Mit Ausstrahlung überzeugen
Authentische Körpersprache
Der erste Eindruck
Checkliste für die authentische Ausstrahlung
Kapitel 11: Mit Charisma Menschen begeistern
Die Macht der Selbstsicherheit
Charisma erkennen und nutzen
Checkliste: Die Ausstrahlung aufpolieren
Kapitel 12: Das wahre Selbst erstrahlen lassen
Selbstliebe und Selbstfürsorge
Selbstfindung als lebenslanger Prozess
Regelmäßige Selbstreflexion
Checkliste: Wer ich bin und was ich brauche
Teil V: Konsequent die eigenen Werte leben
Kapitel 13: Abschied vom Perfektionismus
Selbstwertgefühl durch Leistung
Authentisch statt perfekt
Fragebogen: Wie perfektionistisch bin ich?
Kapitel 14: Aufbruch zum wahren Ich
Attraktive Ziele formulieren
Meilensteine definieren und Hindernisse analysieren
Das Verhalten nachhaltig verändern
Kapitel 15: Sinnsuche und Wahrhaftigkeit
Zu sich selbst stehen
Die Kraft des Unbewussten nutzen
Keine Angst vor Widerstand oder Kränkung
Teil VI: Der Top-Ten-Teil
Kapitel 16: Zehn Fakten zur Authentizität
Jeder Mensch ist einzigartig
Wer sich selbst treu ist, wirkt authentisch
Selbstakzeptanz kann man üben
Fehlertoleranz macht stark
Innere Motivation befreit
Authentische Kommunikation stärkt das Vertrauen
Wer sich zeigt, wird gesehen
Lieber das Original als eine Kopie
Authentizität macht zufrieden
Perfektion ist langweilig
Kapitel 17: Zehn alltagstaugliche Übungen für ein authentisches Leben
Eine Werteliste anlegen
Die eigenen Bedürfnisse benennen
Neinsagen üben
An sich glauben
Schwächen akzeptieren
Bewusst entspannen
Den Tag positiv beginnen
Nicht reden, sondern tun
Die Konfliktfähigkeit schulen
Hilfreiche Beziehungen pflegen
Kapitel 18: Zehn Tipps für eine unverwechselbare Ausstrahlung
Das Spiegelbild lieben lernen
Die eigene Schönheit hervorheben
Selbstreflexion und Selbstfürsorge
Blickkontakt halten
Aufrecht stehen und gehen
Die Stimme bewusst einsetzen
Emotionen regulieren
Trigger erkennen
Lächeln und Wohlwollen zeigen
Freundlich und charmant sein
Abbildungsverzeichnis
Stichwortverzeichnis
End User License Agreement
Kapitel 3
Tabelle 3.1: Eigene Wertvorstellungen benennen
Kapitel 4
Tabelle 4.1: Checkliste für den täglichen Authentizitäts-Check
Kapitel 10
Tabelle 10.1: Checkliste für authentische Ausstrahlung
Kapitel 11
Tabelle 11.1: Checkliste für Ihre Ausstrahlung
Kapitel 12
Tabelle 12.1: Checkliste für Stärken und Bedürfnisse
Kapitel 13
Tabelle 13.1: Den eigenen Perfektionismus erkennen
Kapitel 1
Abbildung 1.1: Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow
Kapitel 5
Abbildung 5.1: Die vier Seiten einer Botschaft (nach Friedemann Schulz von Thun)
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Titelblatt
Impressum
Über die Autorin
Inhaltsverzeichnis
Einführung
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Abbildungsverzeichnis
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Wahrhaftig oder rollenkonform, bemerkenswert oder gleichgeschaltet, Original oder Kopie: Wie wollen Sie leben? Wenn das, was Sie sagen und tun, Ihrem inneren Wollen und Fühlen entspricht, gehen Sie als einzigartiges Individuum durchs Leben. Folgen Sie aber ausschließlich den Normen der Gesellschaft, den Rollenerwartungen Ihrer Mitmenschen oder den Glaubenssätzen Ihrer Eltern, entfremden Sie sich von sich selbst und werden austauschbar. Authentizität heißt das Zauberwort: Erkennen Sie sich selbst und leben Sie Ihr Potenzial! Verabschieden Sie sich von falschem Schein und trügerischem Hochglanz, tauchen Sie ein in die Vielfalt Ihrer Persönlichkeit und verwirklichen Sie Ihre Träume. Authentizität ist der Schlüssel zu größerer Zufriedenheit, mehr Lebensfreude und stabiler Gesundheit.
Das Ziel des authentischen Lebens ist, dass Sie sich in Ihrer Individualität und Unverwechselbarkeit zeigen und zu sich stehen. In diesem Buch erläutere ich, warum es so bedeutsam ist, seine inneren Triebfedern zu erkennen, seine Fantasie zu entfalten und Mut zum wahren Selbst zu haben. Wenn Sie Ihr unverfälschtes Ich zum Strahlen bringen und die Fesseln von Konvention, Erziehung oder Sachzwang überwinden, können Sie sich selbst verwirklichen. Sie verlassen ausgetretene Pfade, erweitern Ihre Komfortzone, vergrößern Ihre Selbstwirksamkeitserwartung und gewinnen innere Stärke. Sie werden besser gesehen, als unverwechselbar wahrgenommen und in Ihrer Einzigartigkeit geschätzt. Die Übungen und Checklisten in diesem Buch helfen Ihnen dabei, sich besser kennenzulernen, Ihre Prägungen zu hinterfragen, Klarheit über innere Hemmnisse zu gewinnen, achtsam auf Ihre Stärken und Schwächen zu schauen und sich stetig weiterzuentwickeln.
Internetadressen sind in Maschinenschrift dargestellt, damit Sie sie leicht erkennen können. Wenn ein Link aus Layoutgründen auf zwei Textzeilen verteilt werden muss, werden keine zusätzlichen Zeichen wie Bindestriche oder Ähnliches eingefügt. Sie können die Internetadresse so eingeben, wie sie im Buch steht, als wäre der Zeilenumbruch gar nicht vorhanden.
Der besseren Lesbarkeit halber wähle ich bei Berufs- und Personenbezeichnungen oft die männliche Form. Selbstverständlich sind immer alle Geschlechter gemeint.
In diesem Buch finden Sie eine Fülle von Informationen über Authentizität. Jeder Teil dieses Buchs enthält alle für das Verständnis notwendigen Informationen, sodass Sie das Buch nicht unbedingt von vorn nach hinten durchlesen müssen. Sie können sich die Kapitel heraussuchen, die für Sie besonders wichtig sind. Durch dieses Konzept ergeben sich unweigerlich einige Wiederholungen, damit jedes Kapitel auch ohne umfangreiches Vorwissen verständlich bleibt. Daher bitte ich um Nachsicht bei allen Leserinnen und Lesern, die das Buch chronologisch lesen und gelegentlich feststellen: »Das kenne ich doch schon!«
In Textkästen und neben dem Beispielsymbol gibt es weiterführende Informationen oder anschauliche Erläuterungen, die Ihnen zusätzliches Wissen vermitteln. Diese Passagen können Sie überspringen, wenn Sie möchten, ohne etwas ganz Wesentliches zu verpassen.
Beim Schreiben habe ich einige Annahmen über Sie vorausgesetzt, um Ihnen die Informationen zu geben, die Sie wirklich brauchen. Dies sind meine Annahmen:
Ich gehe davon aus, dass Sie das Gefühl haben, in manchen Situationen bestimmte Facetten Ihrer Persönlichkeit verbergen zu müssen, weil die Rahmenbedingungen schwierig für Sie sind.
Ich vermute, dass Sie aufgrund Ihrer Aufgaben und Verpflichtungen oft zu wenig Zeit für die Selbstreflexion haben.
Ich nehme an, dass Sie sich rasch umsetzbare Tipps wünschen, um authentischer leben zu können.
Ich vermute, dass Sie sich dafür interessieren, wie Sie Ihre Werte besser umsetzen, Ihre Bedürfnisse klarer kommunizieren und Ihre Ziele zuverlässig erreichen können.
Ich nehme an, dass Sie keine Lust mehr haben, sich zu verbiegen oder anderen nach dem Mund zu reden.
Authentisch leben für Dummies ist in sechs Teile eingeteilt, in denen das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln und in unterschiedlichen Zusammenhängen beleuchtet wird. Hier ein kurzer Überblick über das, was Sie in den einzelnen Teilen dieses Buches finden.
Um authentisch zu leben, ist es wichtig sich intensiv selbst zu erforschen und kennenzulernen. Authentizität beginnt mit einer spannenden Reise ins eigene Ich: Wer bin ich, was zeichnet mich aus, was will ich und wie zeige ich mich? In diesem Teil erfahren Sie, wie Sie sich Klarheit verschaffen über Ihren bisherigen Werdegang und Ihre Prägungen, wie Sie die Rolle Ihrer Erziehung und Ihrer Vorbilder verstehen können und dadurch erkennen, warum Sie so geworden sind, wie Sie heute sind. Aus dieser Erkenntnis entsteht die Freiheit zu entscheiden, ob Sie sich verändern möchten, um künftig authentischer zu leben. Ich stellen Ihnen einen Wertekanon vor, aus dem Sie die für Ihr Leben bedeutsamen Werte herausfiltern können, um in unterschiedlichen Situationen zu prüfen, wie authentisch Sie leben. Anhand Ihrer Lebensprioritäten können Sie einen Kompass erstellen, der Ihnen künftig dabei hilft, authentische Entscheidungen zu treffen und glaubwürdig mit anderen Menschen in Kontakt zu sein.
Wenn Sie authentisch und bewusst leben, können Sie den Anforderungen Ihres Alltags positiv begegnen. Denn Sie sind sich Ihrer Möglichkeiten und Grenzen bewusst und wissen, was Sie bewältigen können und wobei Sie Unterstützung benötigen. Authentizität braucht Zeit – je weniger Zeit Sie haben, desto weniger können Sie reflektieren und nachsteuern. Ich stelle Ihnen in diesem Teil alltagstaugliche Maßnahmen vor, mit denen Sie Ihre Selbstfürsorge und Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen authentischer gestalten können. Sie erfahren, wie Sie Konflikte authentisch lösen und sich künftig besser abgrenzen können.
Im beruflichen Umfeld ist es eine Herausforderung, authentisch zu sein und zu bleiben. Denn der Arbeitskontext erfordert nicht selten, dass Sie eine Rolle spielen und Erwartungen erfüllen. Doch je weniger Rolle oder Erwartung mit Ihrem wahren Selbst zu tun haben, desto anstrengender ist es, den Belastungen des Berufsalltags standzuhalten. In diesem Teil lade ich Sie dazu ein, Ihr Berufsleben zu reflektieren und zu überlegen, wie Sie Rolle und Selbst in Einklang bringen können. Ich erläutere, wie Sie sich unverwechselbar präsentieren und im Sinne des Selbst-Marketings als einzigartige Marke positionieren können. Sie bekommen Tipps für die authentische Gestaltung von Vorstellungsgesprächen, die Konfliktlösung im beruflichen Umfeld und die Vorbeugung von Burn-out.
Um mit einer authentischen Ausstrahlung überzeugen zu können, lohnt es sich, dass Sie sich mit Ihrer Körpersprache und Ihren nonverbalen Signalen beschäftigen. In diesem Teil erläutere ich die Zusammenhänge zwischen Körpersprache und Überzeugungskraft. Ich erläutere, welche Eigenschaften einen Menschen charismatisch machen, wie Sie mit Ihrem Charisma Menschen mitreißen können und welche Möglichkeiten es gibt, die eigene Ausstrahlung aufzupolieren. Außerdem lernen Sie, wie Sie sich liebevoll annehmen, Ihre Bedürfnisse versorgen und es sich gut gehen lassen können, um Ihr Innerstes nach außen strahlen zu lassen.
Um Ihr »wahres Ich« zu entdecken und authentisch zu leben, brauchen Sie Mut und Durchhaltevermögen. Denn durch Erziehung, äußere Einflüsse in Schule und Beruf, Hierarchien und Sachzwänge haben Sie im Laufe Ihres Lebens gelernt, sich anzupassen und manche Facetten Ihrer Persönlichkeit in unterschiedlichen Situationen zu verbergen, um nicht anzuecken. In diesem Teil lade ich Sie ein, sich über Ihre Werte, Ihre Stärken und Ihre Schwächen klar zu werden. Verabschieden Sie sich vom Perfektionismus, festigen Sie Ihr Selbstwertgefühl und stehen Sie zu sich. Sie erfahren, wie Sie Zukunftsvisionen entwickeln, Neues ausprobieren und über sich hinauswachsen können.
Die Grundlage der Authentizität ist das Wissen, wer man ist. Nach diesem Wissen zu leben und zu wirken, bringt Sie auf Ihrem einzigartigen und unverwechselbaren Weg voran. Im Top-Ten-Teil stelle ich Ihnen zehn Fakten zum Thema Authentizität vor, die Ihnen dabei helfen, Ihr Leben erfüllt und erfüllend zu gestalten. Sie bekommen zehn Impulse für Übungen, mit denen Sie Ihr Potenzial künftig ausschöpfen und Ihre Einzigartigkeit zur Geltung bringen können. Außerdem gebe ich Ihnen zehn Tipps, wie Sie Ihre Ausstrahlung gezielt beeinflussen können, um authentisch auf andere Menschen zu wirken. Denn Authentizität beginnt im Innen und beeinflusst das Äußere.
Über das Buch verteilt finden Sie zahlreiche Symbole. Sie weisen auf zusätzliche Informationen hin.
Hier finden Sie Begriffsklärungen, Herleitungen und die Übersetzung von Fachbegriffen.
Der Text neben diesem Symbol liefert Ihnen wichtige Informationen über die Zusammenhänge zwischen Authentizität und Lebensqualität, Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit.
Dieses Symbol steht für hilfreiche Tipps und praktische Hinweise für mehr Authentizität in Ihrem Leben.
Mit diesem Symbol weise ich Sie auf mögliche Hindernisse oder Fallstricke hin und erläutere, was Sie vermeiden oder hinterfragen sollten.
Neben diesem Symbol finden Sie eine Übung, die Sie sofort und ohne großen Aufwand ausprobieren können.
Dieses Symbol leitet ein Alltagsbeispiel ein, das die vorangegangenen Textpassagen konkretisiert oder illustriert. Sie können es überspringen, ohne wichtige Informationen zu verpassen
Das kommt darauf an:
Interessieren Sie sich vor allem für das Thema Selbstbewusstsein, also für eine innere Haltung von Wissen und Bewusstheit mit Klarheit über die eigenen Werte, die dazu gehörigen Gefühle und die individuellen Prioritäten für den Lebensweg, dann lesen Sie
Kapitel 3
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Wenn Sie sich im beruflichen Umfeld neu orientieren möchten und künftig Ihren Handlungsspielraum und Ihre Gestaltungsmöglichkeiten vergrößern wollen, finden Sie in
Kapitel 8
Hinweise, wie Sie sich als »Marke« positionieren und Ihre Arbeitszufriedenheit erhöhen können.
Wenn das Thema »Charisma« Sie fasziniert und Sie wissen möchten, welche Eigenschaften einen Menschen charismatisch machen, wie Sie charismatische Züge an sich entdecken können und wie Sie mit Ihrem Charisma Menschen mitreißen, blättern Sie zu
Kapitel 11
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Haben Sie bislang Ihren Selbstwert durch Leistung, Können, Ansehen oder Besitz definiert? Möchten Sie sich zukünftig mehr auf Ihre inneren Werte, Ihre Stärken und Ihre Einzigartigkeit fokussieren und den Perfektionismus aus Ihrem Leben verbannen? Dann finden Sie in
Kapitel 13
Erläuterungen zum Thema Persönlichkeitsentwicklung.
Wollen Sie Ihre Ausstrahlung rasch und wirksam aufpolieren, schlagen Sie
Kapitel 18
auf.
Suchen Sie sich die Impulse aus, die für Ihr unverwechselbares Leben hilfreich sind und Ihnen Mut machen, sich offen und ehrlich zu präsentieren. Gehen Sie Ihren ganz eigenen Weg und entfalten Sie Ihr volles Potenzial – Sie sind es wert!
Teil I
IN DIESEM TEIL …
Authentizität beginnt mit einer spannenden Reise ins eigene Ich: Wer bin ich, was zeichnet mich aus, was will ich und wie zeige ich mich? In diesem Teil erfahren Sie, wie Sie sich Klarheit verschaffen über Ihren bisherigen Werdegang und Ihre Prägungen, wie Sie die Rolle Ihrer Erziehung und Ihrer Vorbilder verstehen und dadurch erkennen können, warum Sie so geworden sind, wie Sie heute sind. Aus dieser Erkenntnis entsteht die Freiheit sich so zu verändern, wie es für Ihr authentisches Leben nötig ist. Ich stelle Ihnen einen Wertekanon vor, aus dem Sie die für Ihr Leben bedeutsamen Werte herausfiltern können, um in unterschiedlichen Situationen zu prüfen, wie authentisch Sie sind. Anhand Ihrer Werte und Lebensprioritäten können Sie einen Kompass erstellen, der Ihnen künftig dabei hilft, authentische Entscheidungen zu treffen.
Kapitel 1
IN DIESEM KAPITEL
Achtsam auf sich schauenDie eigene Persönlichkeit kennenlernenVeränderungswünsche benennenSelbstbewusst auf den Weg machenOriginal oder Kopie, selbst- oder fremdbestimmt, wahrhaftig oder verlogen – wie wollen Sie leben? Und wie haben Sie bisher gelebt? Stellen Sie sich vor, Sie wären eins mit sich selbst, bräuchten keine Persönlichkeitsanteile, Wünsche oder Bedürfnisse zu verstecken, könnten Ihre Potenziale ausleben, Ihre Meinung sagen und konsequent Ihren Werten folgen: Wie würden Sie sich fühlen? Was könnten Sie erreichen und verwirklichen? In diesem Kapitel lade ich Sie ein, sich selbst offen und ehrlich in die Augen zu schauen und zu überlegen, wie authentisch Sie in welchen Situationen sind und was Sie künftig verändern möchten. Ich erläutere, wie Sie verstehen lernen, warum Sie so sind wie Sie sind, und wie Sie Ihre Persönlichkeit weiterentwickeln können. Ziel ist es, dass Sie Ihren ureigenen Weg finden und gehen, damit Sie zufrieden und erfüllt leben.
Jeder Mensch ist unverwechselbar und einzigartig. Um authentisch zu leben, ist es wichtig sich intensiv selbst zu erforschen und kennenzulernen. Authentizität beginnt mit einer spannenden Reise ins eigene Ich: Wer bin ich, was zeichnet mich aus, was will ich und wie zeige ich mich? Diese Fragen zu beantworten, braucht Zeit und Ruhe – Selbsterkenntnis ist ein lebenslanger Prozess. Fangen Sie noch heute mit dem ersten Schritt an und schauen Sie aufmerksam in den Spiegel. Wenn Sie einen Notizblock zur Hand haben, notieren Sie, was Sie sehen. Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei, sich selbst zu beschreiben.
Die Wörter »Authentizität« und »authentisch« leiten sich her von griechisch authentikos und lateinisch authenticus mit den Übersetzungen »echt, verbürgt, zuverlässig, original, glaubwürdig, zum Urheber gehörig, ursprünglich«.
Vielleicht legen Sie ein Authentizitäts-Tagebuch an, in dem Sie Ihren Weg zu sich selbst festhalten und fortschreiben. Beginnen Sie mit Ihren äußeren Merkmalen:
Wie groß sind Sie und wie ist Ihre Statur?
Wie ist Ihre Kopfform, welche Haarfarbe und Frisur haben Sie, welche Form hat Ihr Gesicht?
Wie beschreiben Sie Ihre Augen, Ihre Nase, Ihren Mund und Ihr Kinn? Kann man Ihre Ohren sehen oder werden sie von Haaren bedeckt?
Welche Farbe hat Ihre Haut?
Wie sehen Ihre Arme und Hände, Beine und Füße aus?
Welche Form hat Ihr Leib?
An dieser Stelle möchte ich Ihnen einen wichtigen Grundsatz der Selbsterkenntnis ans Herz legen: Betrachten und beschreiben Sie sich aufmerksam und genau, aber bewerten Sie nichts! Denn mit einer Wertung entfernen Sie sich sofort von Ihrer Originalität und legen eine Folie von Normen und Vergleichen über das, was Sie sehen. Seien Sie achtsam und respektvoll, damit Sie sich wahrhaft erkennen und sich selbst gerecht werden.
Das Konzept der Achtsamkeit, also der wertungsfreien, aufmerksamen Beobachtung, stammt aus der buddhistischen Meditationspraxis. Menschen der westlichen Welt ist dieses Konzept eher fremd, denn sie werden von Kindesbeinen an bewertet und an Bewertung gewöhnt. Bewertungen engen den Blick jedoch ein, während Achtsamkeit den Blick öffnet und weitet. Für die ehrliche Selbsterkenntnis ist der Verzicht auf Bewertung daher sehr bedeutsam.
Wenden Sie sich dann Ihren inneren Merkmalen zu:
Wie ist Ihr Temperament – sind Sie eher intro- oder extrovertiert? Besonnen oder draufgängerisch? Ängstlich oder mutig? Finden Sie weitere Adjektive!
Was zeichnet Ihren Charakter aus, ist also charakteristisch für Sie? Wer oder was hat Sie geprägt?
Welche Talente und Begabungen haben Sie?
Was macht Ihnen Freude, was ist Ihnen wichtig?
Welche Werte haben besondere Bedeutung für Ihr Leben?
Beschäftigen Sie sich anschließend mit Ihrem Umfeld, Ihrem Alltag, Ihrem Beziehungsnetzwerk und Ihren Perspektiven:
Welche Menschen gehören zu Ihnen?
Wie und wo leben Sie?
Wie gestalten Sie Ihren Tag?
Welche Ziele haben Sie, was wünschen Sie sich und was ist Ihnen wichtig?
Welche Prioritäten setzen Sie im Privat- und Berufsleben?
Wie zeigen und verhalten Sie sich in Ihren unterschiedlichen Rollen im Privat- und Berufsleben?
In den folgenden Kapiteln finden Sie weitere Impulse, um Ihr Bild von sich selbst zu vervollständigen. Sammeln Sie, was Ihnen ein- und auffällt, und ergänzen Sie Ihre Beobachtungen regelmäßig. Je klarer Sie sich selbst sehen, desto besser können Sie prüfen, ob Sie authentisch denken, reden und handeln. Denn alle Gedanken, Äußerungen und Handlungen, die nicht wirklich zu Ihnen passen, sondern widerwillig übernommen, dem äußeren Schein wegen antrainiert oder von außen aufgezwungen sind, stehen Ihrer Authentizität möglicherweise im Wege.
Jeder Mensch hat ein Idealbild von sich selbst. Dieses Ideal orientiert sich
an Vorbildern,
an den durch die Erziehung geprägten Werten,
an Glaubenssätzen und Handlungsmustern,
an der Rückmeldung von wichtigen Bezugspersonen und
an eigenen Wunschvorstellungen.
Was nicht zum Idealbild passt, wird bewusst oder unbewusst ausgeblendet, verdrängt, verleugnet oder bekämpft. Wenn Sie authentisch leben möchten, sollten Sie innerlich Abstand von Ihrem Idealbild nehmen und sich zum Kern Ihrer Persönlichkeit vorarbeiten. Dieser Weg ist langwierig und manchmal steinig. Vielleicht finden Sie schmerzhafte Wahrheiten über sich heraus oder Sie erkennen, dass Ideal und Realität auseinanderklaffen. Die große Chance ist aber, dass Sie Ihre Einzigartigkeit künftig ausleben können und Ziele erreichen, von denen Sie bislang nur geträumt haben.
Legen Sie eine Ideenliste an und notieren Sie, warum es sich lohnt, künftig authentisch zu leben: Was werden Sie tun oder lassen? Wie werden Sie denken und handeln? Welche Gefühle verbinden Sie mit Authentizität? Was können Sie erreichen? Was werden Sie sich ersparen? Wovon wollen Sie sich befreien? Spüren Sie nach, welche Ideen und Ziele eine besonders starke Anziehungskraft haben, und markieren Sie diese in Ihrer Liste. Von diesen attraktiven Impulsen geht ein starker Sog aus, den Sie nutzen können, um sich weiterzuentwickeln.
Um herauszufinden, wer Sie wirklich sind, brauchen Sie Informationen aus verschiedenen Quellen.
Prüfen Sie Ihre Erinnerungen und halten Sie Episoden aus Ihrem Leben fest, in denen Sie sich treu waren, sich lebendig und wahrhaftig gefühlt haben und in denen Sie sich weiterentwickelt haben.
Lesen Sie alte Schul- und Arbeitszeugnisse durch und schreiben Sie auf, wie Ihre Lehrer, Ausbilder und Vorgesetzten Sie beschrieben haben. Decken sich diese Beschreibungen mit Ihrem Selbstbild?
Nehmen Sie Fotoalben zur Hand und blättern Sie durch Ihre Vergangenheit. Betrachten Sie sich in den verschiedenen Lebensabschnitten und gleichen Sie die Bilder mit Ihren Erinnerungen ab.
Befragen Sie Ihre Verwandten, Freunde und Bekannten und lassen Sie sich Geschichten und Anekdoten erzählen, die mit Ihnen zu tun haben.
Nach und nach bekommen Sie immer mehr Mosaiksteine an die Hand, mit denen Sie Ihr Selbstbild ergänzen und verfeinern können.
Vielleicht erkennen Sie Brüche in Ihrem Lebenslauf und stellen fest, dass Sie bewusst oder unbewusst einen Abzweig genommen haben, an dem Sie sich von sich selbst entfernt haben. Vielleicht sind Sie einer Bezugsperson gefolgt oder haben einem Vorbild nachgeeifert und stellen im Rückblick fest, dass Sie dabei Ihre eigenen Ziele aus den Augen verloren haben. Noch einmal: Bewerten Sie diese Erkenntnisse nicht, sondern halten Sie sie fest und versuchen Sie sich zu verstehen. Alle Entscheidungen im Leben folgen einer inneren Logik – mit dem Wissen von heute würden Sie sich rückblickend vielleicht anders entscheiden, aber dieses Wissen hatten Sie gestern nicht. Hüten Sie sich daher vor der Selbstabwertung nach dem Motto »Wie konnte ich nur so dumm sein«. Hinterher ist man (fast) immer schlauer!
Aus der Beschäftigung mit Ihrer Biografie und Ihrer bisherigen Entwicklung können Sie viel lernen:
Wie sind Sie geworden, wer Sie heute sind?
Welche Faktoren haben Ihre Lebensentscheidungen beeinflusst?
Wie sind Sie mit Herausforderungen, Konflikten und Krisen umgegangen?
Was war leicht, was war schwer?
Nehmen Sie sich Zeit für diese Reflexion und versuchen Sie, Zusammenhänge und Prägungen zu erkennen.
Kerstin Pfeiffer ist Lehrerin und hat zwei halbwüchsige Kinder. Sie hatte schon früh im Leben anhand des Vorbilds ihrer Tante ein Idealbild einer berufstätigen Mutter vor Augen: halbe Stelle und viel Zeit für die Kinder. Im Laufe ihrer Karriere bemerkt sie jedoch, dass sie unzufrieden mit dem Halbtagsjob ist und ihr Potenzial als zupackende Macherin nicht verwirklichen kann. Sie setzt sich intensiv mit ihrer Unzufriedenheit auseinander, bindet Mann und Kinder in ihren Denkprozess mit ein und erkennt, dass das Vorbild ihrer Tante nichts mit ihrer eigenen Realität zu tun hat. Ihre Familie stärkt ihr den Rücken und ermutigt sie, sich weiterzuentwickeln. Kurz bevor ihre Kinder Abitur machen, tritt sie eine Vollzeitstelle als stellvertretende Schulleiterin an und ist so zufrieden wie nie zuvor.
Das menschliche Handeln wird durch Motive und Bedürfnisse angetrieben. Aus einem unbefriedigten Bedürfnis entsteht eine innere Spannung, die aktiviert und motiviert. Wenn Sie Ihre Motive und Bedürfnisse kennen, verstehen Sie besser, was Sie antreibt und aktiv werden lässt. Der US-amerikanische Psychologe Abraham Maslow hat eine Bedürfnispyramide erarbeitet, um die Hierarchie der menschlichen Bedürfnisse verständlich darzustellen (siehe Abbildung 1.1).
Abbildung 1.1: Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow
Er unterscheidet Defizit- und Wachstumsbedürfnisse.
Defizitbedürfnisse
sichern das menschliche Überleben und umfassen physiologische Bedürfnisse wie Nahrung, Schlaf und Wärme, Sicherheitsbedürfnisse wie Stabilität, Schutz und Geborgenheit, und soziale Bedürfnisse wie Liebe und Zugehörigkeit.
Wachstumsbedürfnisse
dienen der Persönlichkeitsentwicklung und umfassen Individualbedürfnisse wie Anerkennung und Wertschätzung sowie das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und Transzendenz, also den Blick über den Tellerrand des Hier und Jetzt.
Versuchen Sie Ihre Bedürfnisse zu benennen und einzuordnen, indem Sie aufschreiben, was Ihnen im Alltag, in Beziehungen, in der Selbstverwirklichung und im Leben überhaupt wichtig ist, wonach Sie sich sehnen, was Sie erhoffen und welche Wünsche sich schon erfüllt haben.
Folgende zehn Hauptmotivatoren, die der US-amerikanische Wissenschaftler Frederick Herzberg zusammengestellt hat, können Ihnen bei der Beschäftigung mit Ihrem Bedürfnisprofil helfen:
Lob:
Bedürfnis nach Anerkennung, Zuwendung, positivem Selbstwertgefühl
Lernchancen:
Bedürfnis nach neuen Erkenntnissen, neuen Fertigkeiten, Verständnis und Logik
Leistung:
Bedürfnis nach Selbstwirksamkeitserleben, sichtbaren Ergebnissen, Veränderung, Mitgestaltung
Verantwortung:
Bedürfnis nach Gerechtigkeit, Solidarität, Einsatz für andere, Verbesserung der Welt
Wachstum:
Bedürfnis nach persönlicher Weiterentwicklung, Erfüllung von Träumen und Wünschen, Selbstverwirklichung
Macht:
Bedürfnis nach Einfluss, Stärke, Gestaltungsfreiheit
Wettbewerb:
Bedürfnis nach Vergleich, Konkurrenz, Verlassen der Komfortzone
Erfolg:
Bedürfnis nach Ansehen und ideeller/materieller Belohnung
Aufstieg:
Bedürfnis nach Entfaltung, Karriere, Wohlstand, Einfluss
Faszination:
Bedürfnis nach Außergewöhnlichem, neuen Erlebnissen, Abenteuern, Flow-Erleben
Um Ihre persönlichen Hauptmotivatoren zu identifizieren, denken Sie bitte an drei bis fünf Erlebnisse, Herausforderungen oder Entwicklungen, die Ihnen in letzter Zeit besonders große Befriedigung verschafft und Freude gemacht haben oder auf die Sie besonders stolz sind. Es können Ereignisse oder Projekte aus unterschiedlichen Lebensbereichen sein, also aus dem Privatleben, dem Berufsalltag, der Familie, einem Hobby oder einem Ehrenamt. Überlegen Sie, welche Aspekte Ihnen besonders wichtig waren oder sind:
Haben Sie etwas Außergewöhnliches geleistet?
Haben andere Sie gelobt und anerkannt?
Konnten Sie Verantwortung übernehmen?
Haben Sie sich einen Traum erfüllt? Haben Sie etwas Neues gelernt?
Fühlten Sie sich mächtig und wirksam?
Waren Sie besser als andere?
Haben Sie sich selbst übertroffen und etwas Besonderes erreicht?
Sind Sie einen großen Schritt vorangekommen?
Hat das Thema Sie fasziniert?
Notieren Sie die wesentlichen Motivatoren bei allen drei bis fünf Erlebnissen und bilden Sie eine Schnittmenge – diese entspricht den für Sie persönlich besonders wichtigen und wirksamen Motivatoren.
Je mehr Raum Ihre persönlichen Motivatoren bekommen, desto authentischer können Sie leben.
Ihre Persönlichkeit ist nicht statisch, sondern dynamisch, entwickelt sich also im Laufe Ihres Lebens immer weiter. Für Ihre Persönlichkeitsentwicklung brauchen Sie Lernprozesse, also die Aneignung von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten im körperlichen, intellektuellen, seelischen und sozialen Bereich. Ihre Persönlichkeit ist zum Teil genetisch bestimmt, also angeboren, und zum Teil durch die Wechselwirkung zwischen Ihnen und Ihrer Umwelt geprägt.
»Persönlichkeit« bezeichnet die Gesamtheit aller sicht-, fühl- und erkennbaren Eigenschaften eines Menschen, also seine äußeren Merkmale, sein angeborenes Temperament, seinen Charakter, seine geistigen und intellektuellen Fähigkeiten, sein Verhalten, seine Sicht auf die Welt, seine Identitätsbildung und seine Wechselwirkungen mit Umwelt und Mitmenschen.
In der Psychologie gibt es verschiedene Theorien der Persönlichkeitsentwicklung. Einen Überblick finden Sie im Kasten »Verschiedene Persönlichkeitstheorien und -tests«. Um authentisch zu leben, gilt es, sich selbst zu hinterfragen, sich der eigenen Werte bewusst zu werden und sein volles Potenzial zu entfalten.
Persönlichkeitsentwicklung setzt regelmäßige Selbstreflexion voraus: Sie treten selbstkritisch, aber liebevoll aus sich heraus und beobachten, wie Sie denken, fühlen und handeln.
Betrachten Sie beispielsweise offen und ehrlich, wie Sie reagieren, wenn es Ihnen gut geht oder wenn Sie unter Druck stehen.
Versuchen Sie Zusammenhänge zwischen Ihren Gedanken, Ihren Gefühlen und Ihrem Handeln zu erkennen – wie beeinflussen diese sich gegenseitig?
Schaffen Sie im Alltag immer wieder Distanz zwischen sich und der aktuellen Situation und prüfen Sie, ob und wie Sie sich und Ihre Umwelt bewerten.
Abhängig von der individuellen Bewertung geben Sie allen Konstellationen in Ihrem Leben eine Bedeutung. Ihre Wahrnehmung ist somit kein exaktes Abbild der Realität, sondern wird beeinflusst durch diese Bedeutungssetzung. Je authentischer Sie sind, desto transparenter ist Ihre Bewertung: Sie können benennen, warum Sie eine Situation so bewerten, wie Sie es tun, und haben genug Distanz, um die Bewertung oder Bedeutungssetzung anderer Menschen zu reflektieren und Ihre eigene Einschätzung zu hinterfragen.
Um sich besser kennenzulernen, ist es hilfreich, sich mit dem Konzept »Persönlichkeit« zu beschäftigen. In diesem Kasten finden Sie einen ersten Überblick über Theorien und Tests zu diesem Thema. Vielleicht haben Sie Interesse daran, sich intensiver damit zu befassen oder sich zu testen.
Persönlichkeitskonzept der Antike: Die Griechen orientierten sich an den vier Elementen und ordneten diesen verschiedene Persönlichkeitseigenschaften zu. Sie unterschieden Melancholiker (Erde – Traurigkeit), Choleriker (Feuer – Erregbarkeit), Sanguiniker (Luft – Heiterkeit) und Phlegmatiker (Wasser – Passivität).
Persönlichkeit nach Sigmund Freud: Aufgrund seiner Triebtheorie postulierte Freud die narzisstische, die zwanghafte und die hysterische Persönlichkeit. Jeder Mensch hat nach Freud drei Persönlichkeitsinstanzen: Das Es (Triebe), das Ich (bewusster Anteil) und das Über-Ich (Gewissen).
Primäre und sekundäre Persönlichkeitsfaktoren nach Cattell: Der US-amerikanische Psychologe Raymond Bernard Cattell benannte zwölf primäre (Wärme, Logik, emotionale Stabilität, Dominanz, Lebhaftigkeit, Moral, soziale Kompetenz, Empfindsamkeit, Wachsamkeit, Realitätsnähe, Privatheit, Besorgtheit) und vier sekundäre oder übergeordnete (Veränderungsbereitschaft, Perfektionismus, Selbstgenügsamkeit, Anspannung) Persönlichkeitsanteile (»Traits«). Sein 16-PF-Test (16 Persönlichkeitsfaktoren) ist weitverbreitet.
Dimensionen der Persönlichkeit nach Eysenck: Der in Berlin geborene Psychologe Hans Jürgen Eysenck war der Ansicht, dass drei Dimensionen, die bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sind, die Persönlichkeit bestimmen: Intro- und Extraversion auf einer Achse, also die Wendung des Individuums eher nach innen oder nach außen, Labilität und Stabilität auf der zweiten Achse, auch Neurotizismus genannt, sowie Psychotizismus als Grad der sozialen Anpassung des Verhaltens auf der dritten Achse.
Big-Five-Modell der Persönlichkeit: Der US-amerikanische Psychologe Lewis Robert Goldberg erweiterte das Modell von Eysenck und definierte fünf Persönlichkeitsfaktoren (Neurotizismus, Intro-/Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit). Einen Big-Five-Test in deutscher Sprache finden Sie im Internet unter de.outofservice.com/bigfive/.
Persönlichkeitsmodell der Positiven Psychologie: Die US-amerikanischen Psychologen Martin Seligman und Christopher Peterson benannten sechs Tugenden (Weisheit/Wissen, Mut, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Mäßigung, Transzendenz) und 24 zugeordnete Charakterstärken (Kreativität, Neugier, Urteilvermögen, Weisheit, Liebe zum Lernen, Authentizität, Tapferkeit, Ausdauer, Enthusiasmus, Freundlichkeit, Bindungsfähigkeit, soziale Intelligenz, Fairness, Führungsvermögen, Teamwork, Vergebungsbereitschaft, Bescheidenheit, Vorsicht, Selbstregulation, Wertschätzung, Dankbarkeit, Hoffnung, Humor, Spiritualität). Einen kostenlosen Internet-Test finden Sie unter www.charakterstaerken.org. Hier registrieren Sie sich und klicken den »Values-in-Action«(VIA)-Fragebogen an, der 264 Fragen umfasst.
Reiss-Profil der Persönlichkeit: Der US-amerikanische Psychologe Steven Reiss untersuchte die Motive des menschlichen Handelns (Macht, Unabhängigkeit, Neugier, Anerkennung, Ordnung, Sparen/Sammeln, Ehre, Idealismus, Beziehungen, Familie, Status, Rache/Kampf, Eros, Essen, körperliche Aktivität, emotionale Ruhe) und erarbeitete daraus eine Methode, um Persönlichkeitsprofile zu erstellen.
Gallup-Stärkenanalyse: Das US-amerikanische Wirtschaftsberatungsunternehmen Gallup sammelt seit den 1960er-Jahren Untersuchungsergebnisse über die Persönlichkeit und erstellte einen Kanon von 34 Talenten (englischsprachiger Internet-Test mit Zugangscode aus den Büchern von Gallup-Autoren: www.strengthsfinder.com).
PersönlichkeitstypologieDISG: Das auf der Arbeit des US-amerikanischen Psychologen William Marston basierende Modell nutzt ausschließlich Selbstbeschreibungen. In der Auswertung werden vier Typologien definiert: dominant, initiativ, stetig und gewissenhaft. Nach der Auswertung eines kostenpflichtigen Tests bekommt man eines von 81 Persönlichkeits- und Verhaltensprofilen. Ähnlich arbeitet der Myers-Briggs-Typ-Indikator (MBTI), der auf der Basis von vier Skalen 16 Persönlichkeitstypen identifiziert.
Zahlreiche weitere Persönlichkeitstests finden Sie im Internet oder in Büchern. Eine weitere Möglichkeit ist, Tests bei Psychologen oder Beratern durchführen zu lassen. Informieren Sie sich vorher über die Wissenschaftlichkeit und Validität solcher Tests – oder machen Sie sie einfach zum Spaß. Irgendetwas lernen Sie dabei immer.
Je besser Sie sich kennenlernen und je genauer Sie Ihre Persönlichkeit einschätzen können, desto größer wird Ihr Selbstvertrauen: Sie wissen, was Sie können und was Sie wert sind. Sie werden sich also im besten Sinne des Wortes Ihrer selbst bewusst.
Durch Authentizität
können Sie Ihre Aufmerksamkeit gezielt auf Themen und Aufgaben lenken, die Ihnen Erfolgserlebnisse verschaffen und Ihnen helfen, Ihre Ziele zu erreichen.
fühlen Sie sich kompetent und handlungsfähig.
füllen Sie Ihre Zeit mit sinnvollen Tätigkeiten.
lösen Sie Probleme und Konflikte ruhig und gelassen.
übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Entscheidungen.
sind Sie weniger abhängig von der Meinung und Bewertung anderer Menschen.
erkennen Sie, wie einzigartig Ihr Weg ist.
merken Sie, welche Spuren Sie im Leben Ihrer Mitmenschen und in der Welt hinterlassen.
Je älter Sie werden, desto mehr haben Sie bereits erlebt, geleistet, durchlitten, gestaltet und verändert. Aus diesen Erfahrungen speist sich Ihre Selbstwirksamkeitserwartung, also die Zuversicht, dass Sie etwas bewirken und Herausforderungen meistern können.
Je deutlicher Sie Ihre Kompetenz spüren und authentisch ausleben, desto größer wird Ihr Selbstvertrauen. Hilfreich dafür ist auch die Benennung Ihrer Intelligenzschwerpunkte, damit Sie Ihre Fähigkeiten ausbauen und Ihre Talente entfalten können. Der US-amerikanische Psychologe Howard Earl Gardner benennt acht »multiple Intelligenzen«, die bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Identifizieren Sie Ihre individuellen Stärken und leben Sie diese aus:
Selbsterkenntnis:
die eigenen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erkennen, verstehen und ernst nehmen, die eigenen Grenzen kennen und respektieren
Beziehungsgestaltung:
andere Menschen erkennen und verstehen, Kompromisse finden, sich empathisch in andere hineinversetzen können
Logik:
reflektieren und analysieren, Schlüsse ziehen, vorausdenken
Naturwissenschaft:
Naturgesetze verstehen, Umweltbedingungen erkennen, Kulturen unterscheiden
Räumliches Vorstellungsvermögen:
mehrdimensional denken, komplizierte Zusammenhänge einfach darstellen
Körperbeherrschung:
Bewegungsabläufe vorstellen und umsetzen, Grob- und Feinmotorik koordinieren
Sprache:
überzeugend argumentieren, Sprachgefühl, Fremdsprachen rasch lernen
Musik:
gutes Hörvermögen, melodische Stimme, Feinmotorik
Prüfen Sie, ob Sie in Ihrem privaten und beruflichen Alltag Ihre Intelligenzschwerpunkte ausleben, oder ob bestimmte Bereiche bislang brachliegen. Suchen Sie sich aktiv Aufgaben und Einsatzbereiche, in denen Sie Ihre Intelligenzschwerpunkte nutzen können. Je besser Sie sich entfalten können, umso zufriedener werden Sie und umso müheloser können Sie Ihre Ziele erreichen.
Ihre Persönlichkeit ist wie ein Garten, in dem bestimmte Pflanzen heimisch sind. Mit aufmerksamer Pflege wachsen und gedeihen diese Pflanzen und der Garten erblüht. Wenn Sie in Ihrem Garten hingegen exotische Gewächse aufziehen möchten, müssen Sie sehr viel Arbeit investieren und wissen dennoch nicht, ob die Exoten Wurzeln schlagen werden. Es lohnt sich also, die Ihnen innewohnenden Stärken, Talente und Intelligenzschwerpunkte authentisch zu fördern, da diese schnell und zuverlässig Früchte tragen. Ungleich mühsamer ist es, sich neue oder gar wesensferne Fähigkeiten oder Fertigkeiten aneignen zu wollen.
Authentisch zu leben bedeutet, zu seinen eigenen Talenten zu stehen und diese gewinnbringend einzusetzen. Werden Sie hingegen in eine Form gepresst, die Ihnen nicht entspricht, oder eifern Sie einem Idealbild nach, das wenig mit Ihrer persönlichen Realität zu tun hat, dann leben Sie unauthentisch und werden auf Dauer unglücklich, unzufrieden, mutlos oder krank.
Vielleicht spüren Sie, dass Sie in bestimmten Lebensbereichen authentisch unterwegs sind, in anderen aber ein Störgefühl haben. Ich lade Sie ein, sich intensiv mit Ihren verschiedenen Rollen auseinanderzusetzen und zu prüfen, in welchen Kontexten Sie sich ausleben können und in welchen Zusammenhängen Sie etwas verändern sollten, um authentischer zu sein.
Bei dieser Reflexion werden Sie möglicherweise Punkte entdecken, die Sie aktuell nicht verändern können oder wollen – dann geht es darum, einen guten Umgang damit zu finden und die Weiterentwicklung auf einen späteren Zeitraum zu verschieben.
Wenn Sie Lust haben, nehmen Sie ein großes Blatt Papier oder schlagen eine neue Doppelseite in Ihrem Authentizitäts-Tagebuch auf und notieren all Ihre Lebensrollen, beispielsweise:
Privatleben:
Ehefrau, Mutter, Tante, Schwester, Tochter, Schwiegertochter, Schwägerin, Patin, Freundin, Nachbarin, Bekannte
Berufsleben:
Chefin, Kollegin, Mitarbeiterin
Hobbys:
Vereinsmitglied, Vorstandsmitglied, Klavierschülerin, Chorsängerin, Sportlerin, Club-Kollegin, Autorin, Reisende
Ehrenamt:
Helferin, Unterstützerin, Teammitglied, Spendensammlerin
Markieren Sie die Rollen, in denen Sie sich schon jetzt authentisch und zufrieden fühlen, in Ihrer Lieblingsfarbe – und machen Sie einen Kringel in einer anderen Farbe um die Rollen, in denen Sie sich unauthentisch, überfordert, angespannt, unzufrieden, unausgeglichen oder fehl am Platze fühlen. Wie ist das Farbverhältnis auf Ihrem Arbeitsblatt?
Wenn Sie mehr Markierungen in Ihrer Lieblingsfarbe haben, sind Sie schon jetzt auf einem guten Weg, und es könnte sich lohnen, bei den übrigen weniger authentischen Rollen Schwerpunkte zu identifizieren, die Sie verändern möchten. Wählen Sie maximal drei Rollen aus, die Sie auf Ihre To-do-Liste für Ihr Authentizitätsprojekt setzen.
Wenn Sie aber feststellen, dass Sie deutlich mehr Markierungen in der anderen Farbe gesetzt haben, geht es vermutlich darum, dass Sie grundsätzlich etwas in Ihrem Leben verändern könnten. Denn ein deutliches Ungleichgewicht bei Ihren persönlichen Rollen mit Schwerpunkt auf Überforderung, Anspannung, Unzufriedenheit und Unauthentizität geht oft mit Hilflosigkeit, Wut, Verzweiflung oder Ausweglosigkeit einher. Das mindert Ihre Lebensqualität und Sie können sich nicht voll entfalten.
Überfordern Sie sich bei der Persönlichkeitsentwicklung nicht! Oft gibt es Sachzwänge, Rahmenbedingungen oder Verbindlichkeiten, die Sie nicht einfach ändern oder abschütteln können. Wenn Sie bemerken, dass Sie in vielen unterschiedlichen Lebensbereichen unauthentisch unterwegs sind, wird Ihre persönliche Weiterentwicklung wahrscheinlich viel Zeit und Kraft kosten. Suchen Sie sich Unterstützung, vielleicht sogar professioneller Art, also beispielsweise durch einen Coach oder eine Psychotherapeutin. Informieren Sie wichtige Bezugspersonen, dass Sie sich verändern wollen, und bitten Sie um Hilfe und Verständnis.
In den folgenden Kapiteln finden Sie Anregungen, wie Sie privat oder beruflich authentischer leben können und auf welche Weise Sie Veränderungen in Gang setzen. Schauen Sie noch einmal auf Ihre Ideenliste mit den persönlichen Impulsen und Zielen, weshalb es sich für Sie lohnt, authentisch zu leben. Sie haben die Ideen mit der größten Attraktivität und Anziehungskraft vielleicht schon markiert – schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, wie es sein wird, wenn Sie Ihr volles Potenzial nutzen und leben können. Atmen Sie ruhig ein und aus und versenken Sie sich in diese Zielvorstellung. Kommen Sie dann langsam wieder zurück ins Hier und Jetzt und spüren Sie nach:
Worauf freuen Sie sich?
Was erstreben und erhoffen Sie?
Wie verändern sich Ihre Gedanken und Gefühle, wenn Sie in Ihre Zielvorstellung eintauchen?