Bringt Gebet etwas? - R. C. Sproul - E-Book

Bringt Gebet etwas? E-Book

R. C. Sproul

0,0

Beschreibung

Macht es einen Unterschied, ob ein Christ betet oder nicht? Verändert das Gebet überhaupt etwas? Auch wenn unsere Gebete keine Sinnesänderung bei Gott bewirken können, möchte Gott sie als Mittel gebrauchen, um seinen Willen zu tun. Wir können zuversichtlich sein, dass Gebet etwas verändert – auch unser eigenes Herz. In diesem Buch zeigt R.C. Sproul, welche große Bedeutung das Gebet im Leben eines Christen hat. Er fordert uns auf, freudig und hoffnungsvoll vor Gott zu treten. Der Autor vermittelt praktische Weisheit und hilft uns, Zweck, Muster, Praxis, Hindernisse und die Kraft des Gebets zu verstehen.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 90

Veröffentlichungsjahr: 2025

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über dnb.de abrufbar.

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung in und Verarbeitung durch elektronische Systeme.

Originally published in English under the title: Does Prayer Change Things? © 2009 by R.C. Sproul

Published by Ligonier Ministries

421 Ligonier Court, Sanford,

FL 32771

Ligonier.org

Translated by permission.

All rights reserved.

Übersetzung

Marion Gebert

Lektorat

Florian Gostner

Buchgestaltung

Annika Felder

Wenn nicht anders angegeben, wurde folgende Bibelübersetzung verwendet

Lutherbibel, revidiert 2017,

© 2016 Deutsche Bibelgesellschaft,

Stuttgart

Satz

Wilhelm Adelberger

Druck und Bindung

Finidr

1. Auflage 2025

Best.-Nr. 8652 149

ISBN 978-3-98665-149-7

E-Book 978-3-98665-150-3

Hörbuch 978-3-98665-151-0

© 2025 Verbum Medien gGmbH,

Kleines Lohfeld 6

D-32549 Bad Oeynhausen

verbum-medien.de

[email protected]

Solltest du Fehler in diesem Buch entdecken, würden wir uns über einen kurzen Hinweis an [email protected] freuen.

BringtGebetetwas?

FRAGEN ZUM

CHRISTLICHEN GLAUBEN

R.C. Sproul

Inhaltsverzeichnis

Die Wichtigkeit des Gebets

Der Zweck des Gebets

Das Muster des Gebets

Die Praxis des Gebets

Die Hindernisse für das Gebet

Die Kraft des Gebets

Die Wichtigkeit des Gebets

Was ist das Ziel des christlichen Lebens? Gottesfurcht, die dem Gehorsam gegenüber Christus entspringt. Gehorsam erschließt die ganze Fülle des Lebens als Christ. Und das Gebet fördert und nährt diesen Gehorsam, indem es das Herz in die richtige Verfassung versetzt, sodass es sich wünscht zu gehorchen.

Natürlich ist Erkenntnis auch wichtig, denn ohne sie können wir nicht wissen, was Gott von uns verlangt. Erkenntnis und Wahrheit bleiben jedoch so lange abstrakt, bis wir im Gebet mit Gott Zwiesprache halten. Es ist der Heilige Geist, der uns Gottes Wort lehrt, erhellt und aufschließt. Er vermittelt uns das Wort Gottes und steht uns darin bei, dem Vater im Gebet darauf zu antworten.

Einfach ausgedrückt: Das Gebet ist von elementarer Bedeutung für Christen. Man kann zwar beten, ohne Christ zu sein, aber man kann kein Christ sein, ohne zu beten. Römer 8,15 sagt uns, dass die geistliche Adoption, durch die wir zu Kindern Gottes wurden, in uns bewirkt, dass wir rufen: »Abba! Vater!« Gebet ist für den Christen, was das Atmen für den Körper bedeutet, und doch wird keine andere Pflicht so stark vernachlässigt.

Das Gebet, zumindest das persönliche Gebet, findet schwerlich aus falschen Motiven statt. Man kann aus falschen Motiven predigen wie die falschen Propheten. Man kann sich aus falschen Motiven in christliche Aktivitäten stürzen. Viele äußerliche religiöse Handlungen können aus falschen Motiven erfolgen, aber es ist unwahrscheinlich, dass jemand aus unlauteren Motiven im Gebet mit Gott Gemeinschaft pflegt.

Wir sind also eingeladen – sogar angewiesen – zu beten. Gebet ist sowohl Privileg als auch Pflicht, und jede Pflicht kann mühsam werden. Gebet erfordert Anstrengung, wie alles, das zum Wachstum als Christ beiträgt. In gewissem Sinne ist Gebet unnatürlich für uns. Obwohl wir für die Gemeinschaft mit Gott geschaffen wurden, sind die meisten von uns durch die Auswirkungen des Sündenfalls faul und gleichgültig gegenüber etwas so Wichtigem wie dem Gebet geworden. Die Wiedergeburt weckt in uns ein neues Verlangen nach Gemeinschaft mit Gott, aber die Sünde widersteht dem Geist.

Wir können uns mit der Tatsache trösten, dass Gott unsere Herzen kennt und auch unsere unausgesprochenen Bitten hört – gleich wie die Worte, die über unsere Lippen kommen. Wann immer wir unfähig sind, die tiefen Regungen und Gefühle unserer Seele auszudrücken, oder wenn uns schlichtweg nicht klar ist, wofür wir beten sollen, tritt der Heilige Geist für uns ein.

In Römer 8,26–27 schreibt Paulus: »Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt, sondern der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er tritt für die Heiligen ein, wie Gott es will.« Wenn wir in bestimmten Situationen nicht wissen, wofür oder wie wir beten sollen, dann steht uns der Heilige Geist bei. Wir können aus diesem Text schließen, dass der Heilige Geist unsere Fehler korrigiert, wenn wir falsch oder mangelhaft beten, ehe er unsere Bitten vor den Vater bringt. Schließlich macht Vers 27 deutlich, dass er so für die Heiligen eintritt, wie Gott es möchte.

Gebet ist auch das Geheimnis der Heiligkeit – falls Heiligkeit überhaupt etwas Geheimnisvolles an sich hat. Wenn wir die Biographien unserer großen Glaubensvorbilder betrachten, sehen wir, dass sie große Beter waren. John Wesley bemerkte einmal, dass er nicht viel von Geistlichen hielt, die nicht mindestens vier Stunden am Tag im Gebet verbrachten. Luther sagte, dass er regelmäßig eine Stunde am Tag betete, es sei denn, er hatte einen ganz besonders arbeitsreichen Tag vor sich. Dann betete er zwei Stunden.

Ein Hauptgrund für Stillstand im geistlichen Leben ist die Vernachlässigung des Gebets. Denk an das Beispiel von Petrus in Lukas 22,39–62. Jesus ging auf den Ölberg, um nach seiner Gewohnheit zu beten, und sagte seinen Jüngern: »Betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!« Stattdessen schliefen die Jünger ein. Als Nächstes versuchte Petrus, es mit einem Schwert mit der römischen Armee aufzunehmen. Danach verleugnete er Christus. Petrus hat nicht gebetet, und ist deshalb in Versuchung geraten. Und was für Petrus zutrifft, gilt für uns alle: Wir versagen zuerst im Verborgenen, bevor wir in der Öffentlichkeit versagen.

Gibt es eine richtige oder falsche Zeit zum Beten? Jesaja 50,4 spricht über den Morgen als die Zeit, in der Gott Tag für Tag das Verlangen in uns weckt zu beten. Andere Textstellen reden von Gebet zu den verschiedensten Tageszeiten. Keine Tageszeit ist heiliger als eine andere. Jesus betete am Morgen, tagsüber und manchmal die ganze Nacht hindurch. Es gibt Hinweise darauf, dass er bestimmte Gebetszeiten hatte, aber in Anbetracht seiner Beziehung zum Vater wissen wir, dass die Gemeinschaft unter ihnen nie aufhörte.

1. Thessalonicher 5,17 fordert uns auf, ohne Unterlass zu beten. Das bedeutet, dass wir uns in einem ununterbrochenen Zustand der Gemeinschaft mit unserem Vater befinden sollen. Gebet ist also von entscheidender Bedeutung für unser Leben als Christ. Lasst uns im Folgenden diese lebenswichtige, aber vernachlässigte und missverstandene geistliche Disziplin näher betrachten.

Der Zweck des Gebets

Gott entgeht nichts, und nichts liegt außerhalb seines Machtbereichs. Gott ist in allen Dingen die maßgebende Autorität. Würde ich denken, dass auch nur ein einzelnes Molekül im Universum außerhalb der Kontrolle und des Herrschaftsbereichs des allmächtigen Gottes frei herumschwirrt, könnte ich heute Nacht nicht schlafen. Schließlich beruht mein Vertrauen in die Zukunft ganz auf meinem Vertrauen in den Gott, der die Geschichte lenkt. Doch auf welche Weise übt Gott seine Herrschaft aus, und wie zeigt er seine Autorität? Wie setzt Gott die Dinge, die er souverän anordnet, in die Tat um?

Augustinus sagte, dass in diesem Universum nichts ohne den Willen Gottes geschieht und Gott in einem gewissen Sinne alles bestimmt, was geschieht. Mit dieser Lehre wollte er die Menschen nicht von der Verantwortung für ihr Handeln freisprechen. Allerdings könnte man sich fragen: Wenn Gott souverän über die Handlungen und Absichten der Menschen waltet, warum sollte man dann überhaupt beten? Zudem stellt sich die Frage: Bringt Gebet etwas?

Die erste Frage möchte ich mit der Feststellung beantworten, dass der souveräne Gott uns durch sein heiliges Wort befiehlt zu beten. Das Gebet ist für Christen nichts Optionales, sondern es ist unsere Pflicht. Man könnte nun fragen: Ja, aber was ist, wenn es gar nichts bewirkt? Darum geht es jedoch nicht. Unabhängig davon, ob das Gebet etwas nützt, müssen wir beten, weil Gott es uns aufträgt. Es ist Grund genug, dass der Herr, der Gott des Universums, der Schöpfer und Erhalter aller Dinge, es befiehlt. Allerdings gebietet er uns nicht nur zu beten, sondern er lädt uns auch ein, ihm unsere Bitten vorzutragen. Jakobus erklärt, dass wir nichts haben, weil wir nicht bitten (vgl. Jak 4,2). Er sagt uns auch, dass das Gebet eines Gerechten viel vermag (vgl. Jak 5,16). In der Bibel steht wiederholt, dass das Gebet ein wirksames Mittel ist. Es ist nützlich und es funktioniert.

Johannes Calvin macht in der Institutio einige tiefgründige Beobachtungen zum Gebet:

»Es könnte aber jemand einwenden: Weiß denn Gott nicht auch ohne Mahner, was uns bedrückt und was uns nützlich ist? Es könnte auf diese Weise geradezu überflüssig erscheinen, ihn mit unseren Bitten zu bemühen – gerade als ob er nichts merken wollte oder gar schliefe, bis ihn unsere Stimme aufweckte! Aber wer solche Schlussfolgerungen anstellt, der beachtet nicht, zu welchem Zweck der Herr die Seinen zum Beten angewiesen hat. Er hat das doch nicht so sehr um seinetwillen so geordnet, als vielmehr um unsertwillen! Er will zwar, wie es billig ist, dass ihm sein Recht werde, indem die Menschen alles, was sie von ihm erbitten und was nach ihrer Erfahrung zu ihrem Nutzen dient, wirklich als von ihm kommend anerkennen und das auch in ihren Gebeten bezeugen. Aber auch die Frucht dieses Opfers, mit dem er verehrt wird, kommt wiederum uns zugute! Je zuversichtlicher deswegen die heiligen Väter Gottes Wohltaten an sich und anderen rühmten, desto kräftiger wurden sie auch zum Bitten angetrieben … Aber es liegt trotzdem für uns viel daran, dass er unablässig von uns angerufen wird! Wir gewöhnen uns so daran, in aller Not zu ihm als zu dem heiligen Anker unsere Zuflucht zu nehmen – und darüber soll unser Herz von dem ernstlichen, glühenden Verlangen erfüllt werden, ihn allezeit zu suchen, ihn zu lieben und ihm zu dienen! Weiter lernen wir auch, ihm alle unsere Wünsche vor Augen zu stellen, ja, vor ihm unser ganzes Herz auszuschütten – und darüber soll es dazu kommen, dass in unserem Herzen kein Begehren, ja überhaupt kein Wunsch sich regt, bei dem wir Scheu hätten, ihn zum Zeugen zu machen. Dann sollen wir auch dahin gelangen, seine Wohltaten mit rechter, herzlicher Dankbarkeit und auch mit Danksagung anzunehmen; gerade unser Bitten erinnert uns ja daran, dass all diese Gaben aus seiner Hand zu uns kommen!« (Calvin, Institutio, III,20.3)

Das Gebet dient, wie alles andere im christlichen Leben, zu Gottes Ehre und zu unserem Segen, und zwar in dieser Reihenfolge. Alles, was Gott tut, und alles, was er zulässt und anordnet, dient letztlich seiner Ehre. Gleichzeitig gilt, dass Gott zwar vorrangig seine eigene Ehre sucht, der Mensch aber davon profitiert, dass Gott verherrlicht wird. Wir beten, um Gott zu verherrlichen, aber wir beten auch, um die Segnungen des Gebets aus seiner Hand zu empfangen. Beten kommt uns zugute, gerade auch vor dem Hintergrund, dass Gott von Anfang an den Ausgang kennt. Es ist unser Vorrecht, unsere ganze endliche Existenz in die Herrlichkeit seiner unendlichen Gegenwart zu bringen.

Ein Gespräch mit Gott