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Wir hören oft den Satz: Du musst nur daran glauben. Aber was bedeutet glauben? Ist es ein blinder Sprung ins Ungewisse? Etwas, worauf man ohne Beweise vertraut? Was versteht die Bibel darunter?Glaube bedeutet, Gott zu vertrauen und seinem Wort zu folgen, erklärt R.C. Sproul in diesem Buch. Anhand einer Untersuchung von Hebräer 11 zeigt er: So wie das Volk Gottes in der Vergangenheit sind wir heute gefordert, Gott in Schwierigkeiten und trotz einer ungewissen Zukunft zu vertrauen.
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Seitenzahl: 66
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Wir hören oft den Satz: »Du musst nur daran glauben.« Aber was bedeutet »glauben«? Ist es ein blinder Sprung ins Ungewisse? Etwas, worauf man ohne Beweise vertraut? Was versteht die Bibel darunter?
Glaube bedeutet, Gott zu vertrauen und seinem Wort zu folgen, erklärt R.C. Sproul in diesem Buch. Anhand einer Untersuchung von Hebräer 11 zeigt er: So wie das Volk Gottes in der Vergangenheit sind wir heute gefordert, Gott in Schwierigkeiten und trotz einer ungewissen Zukunft zu vertrauen.
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über dnb.de abrufbar.
Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung in und Verarbeitung durch elektronische Systeme.
TITEL DES ENGLISCHEN ORIGINALS
What is Faith?
© 2010 by R.C. Sproul
Published by Reformation Trust Publishing
A division of Ligonier Ministries 421 Ligonier Court, Sanford, FL 32771
This edition published by arrangement with Ligonier Ministries.
All rights reserved.
Wenn nicht anders angegeben, wurde folgende Bibelübersetzung verwendet: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
© 2022 Verbum Medien gGmbH,
Bad Oeynhausen
verbum-medien.de
ÜBERSETZUNG
Katie Domke
LEKTORAT
Florian Gostner
BUCHGESTALTUNG UND SATZ
Annika Felder
1. Auflage 2022
Best.-Nr. 8652030
E-Book 978-3-98665-031-5
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Was ist Glaube?
FRAGEN ZUM CHRISTLICHEN GLAUBEN
R. C. Sproul
Cover
Titel
Impressum
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Hoffnung für die Zukunft
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Beispiele des Glaubens
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Ein Geschenk Gottes
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Gestärkt durch das Wort
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Wenn wir über das Christentum sprechen, nennen wir es eher den »christlichen Glauben« als die »christliche Religion«. Das ist auch richtig so, weil der Glaube für das biblische Verständnis der Erlösung zentral und damit für das Christentum von größter Wichtigkeit ist. Der Begriff »Glaube« ist jedoch ein facettenreiches Konzept, sodass auch überzeugte Christen oft nicht genau erklären können, was genau damit gemeint ist.
In diesem Buch wollen wir uns anschauen, wie der Glaube in der Bibel definiert wird. Dabei legen wir den Fokus darauf, wie der Glaube mit unserer Erlösung zusammenhängt und welche Komponenten für den sogenannten »rettenden Glauben« notwendig sind. Außerdem befassen wir uns mit der Frage, wie Glaube und Vernunft zusammenhängen, sowie mit anderen Fragen, die uns in der Bibel rund um den Glauben begegnen.
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Die grundlegendste Definition für Glauben finden wir im Hebräerbrief: »Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht. Denn durch ihn haben die Alten Zeugnis erlangt« (11,1–2 ELB). Interessant ist hier die Unterscheidung zwischen dem Glauben und der Hoffnung. Die zwei Begriffe sind eng miteinander verbunden und doch verschieden. Auf ähnliche Weise schreibt Paulus in 1. Korinther 13 vom Dreiklang der christlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe. Auch hier wird deutlich, dass es einen Unterschied zwischen Glauben und Hoffnung gibt.
Lasst uns zunächst das biblische Konzept der Hoffnung näher betrachten, da das Wort »Hoffnung« im Neuen Testament anders verwendet wird als in unserer westlichen Gesellschaft. Wenn wir heutzutage das Wort »Hoffnung« verwenden, meinen wir damit in der Regel einen Herzenswunsch. Wir sehnen uns danach, dass in der Zukunft etwas Bestimmtes passiert, sind uns aber nicht sicher, ob es tatsächlich eintreffen wird. Wir können auf den Sieg unserer Lieblingsmannschaft beim nächsten Fußball-, Eishockey oder Footballspiel hoffen, doch diese Hoffnung wird vielleicht nie Wirklichkeit werden. Ich bin zum Beispiel ein großer Fan der Pi Pittsburgh Steelers und hoffe immer, dass sie das nächste Spiel gewinnen. Diese Hoffnung mag vergeblich sein, denn sie ist alles andere als eine Gewissheit. Es gibt zwar eine Art von Hoffnung, die uns nicht enttäuscht und beschämt (vgl. Röm 5,5), doch ich muss ständig befürchten, dass meine Hoffnungen für diese Mannschaft enttäuscht werden, denn obwohl sie regelmäßig Meisterschaften gewinnen, verlieren sie manche Spiele auch.
Wenn die Bibel von Hoffnung spricht, ist damit jedoch kein Wunsch gemeint, der ein bestimmtes Ergebnis in der ungewissen Zukunft erträumt. Vielmehr meint Hoffnung in der Bibel die Sehnsucht nach einem zukünftigen Ergebnis, das mit absoluter Sicherheit eintreffen wird. Auf der Grundlage unseres Vertrauens auf Gottes Verheißungen können wir uns des Ausgangs völlig sicher sein. Wenn Gott seinem Volk ein Versprechen für die Zukunft gibt und die Kirche daran festhält, ist diese Hoffnung der »Anker unserer Seele« (Hebräer 6,19). Ein Anker bewahrt ein Schiff vor dem ziellosen Herumtreiben im Meer, und die Verheißungen Gottes für die Zukunft funktionieren für Gläubige in der Gegenwart wie ein solcher Anker.
Wenn die Bibel sagt, »der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft« (Heb 11,1 ELB, Hervorhebung hinzugefügt), ist von einer Realität die Rede — nicht von Wunschdenken. Im Glauben wird die Hoffnung Wirklichkeit.
Hoffnung ist sozusagen ein Glaube, der in die Zukunft schaut. Das Wort »Glaube« hat einen starken Beigeschmack von Vertrauen. Wenn meine Hoffnung auf Gottes Aussagen über die Zukunft gegründet ist, setze ich mein Vertrauen auf Gott. Dadurch wird meine Hoffnung Wirklichkeit. Hoffnung entsteht durch das Vertrauen auf Gott. Weil ich auf Gottes Versprechen für die Zukunft vertrauen kann, hat meine Hoffnung Gewicht, sie ist nicht nur Einbildung oder Wunschdenken, sondern basiert auf einer Wirklichkeit.
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Die Definition lautet weiter: »Der Glaube aber ist … ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.« Der Autor des Hebräerbriefes nimmt hier Bezug auf den Sehsinn, durch den wir Dinge wahrnehmen und erkennen können. Heutzutage hört man oft den Satz: »Das glaube ich erst, wenn ich es mit eigenen Augen gesehen habe.« Diese Einstellung ist dem biblischen Verständnis von Glauben nicht entgegengesetzt, denn wir werden im Neuen Testament nicht dazu aufgerufen, dem Evangelium blind zu vertrauen. Wir sollen nicht einfach den Sprung ins kalte Wasser wagen, sondern der Schrift auf Grundlage von Augenzeugenberichten vertrauen.
Man sieht das etwa am Zeugnis des Apostels Petrus: »Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen« (2 Petr 1,16). Lukas beginnt sein Evangelium, das er an Theophilus adressiert, auf ähnliche Weise: »[So] habe auch ich’s für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben« (Lk 1,3). Er spricht hier von Dingen, die aufgrund von Augenzeugenberichten belegt sind. Auch Paulus bezieht sich auf Augenzeugen, als er in 1. Korinther 15 seinen Glauben an die Auferstehung verteidigt: »Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden« (V. 3–8). Paulus sagt damit im Grunde: »Ich glaube an die Auferstehung, weil viele Augenzeugen den auferstandenen Christus gesehen haben, und weil auch ich selbst ihn gesehen habe.«
Also gibt es im Neuen Testament einen Zusammenhang zwischen Glauben und Sehen — und dennoch beschreibt der Verfasser des Hebräerbriefes den Glauben als ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht. Vielleicht sind deshalb einige der Meinung, es gebe eine biblische Rechtfertigung dafür, blinden Glauben als etwas Erstrebenswertes zu betrachten. Immerhin bezeichnet man jemanden, der nicht sehen kann, als blind. Wenn der Glaube nun das Überzeugtsein von Dingen ist, die man nicht sieht, müsste hier doch blinder Glaube gemeint sein.