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Mit David lernt man nicht nur eine der wichtigsten, sondern auch der faszinierendsten Figuren der Bibel kennen. Seine Geschichte ist zutiefst bewegend und manchmal erschütternd. Es gibt sowohl Glanz und Gloria als auch menschliche Abgründe und unbeschreibliches Elend. Die Bibel schildert ihre Helden mit allen Ecken und Kanten, mit allen Brüchen in ihrer Biografie. Das macht sie für uns heute so lebendig. Erleben Sie also Davids Geschichte mit – oder sollte man besser sagen: Gottes Geschichte mit David. Wir können viel von ihm lernen..
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Seitenzahl: 97
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Martin Simon
Das 2. Buch Samuel
anschaulich, verständlich, lebensnah
www.bibellesebund.net
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© 2020 Bibellesebund Verlag, Marienheide
© 2025 der E-Book-Ausgabe
Lockenfeld 2
51709 Marienheide
bibellesebund.de/
Autor: Martin Simon
Lektorat: Burkhard Meißner
Titelfoto: © Lorado - Istockphoto.com
Titelgestaltung: Luba Siemens
Layout des E-Books: Connie Waffenschmidt
Printausgabe: ISBN 978-3-95568-354-2
E-Book: ISBN 978-3-95568-593-5
Hinweise des Verlags:
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Titel
Impressum
Liebe Leserin, lieber Leser
Einführung in das 2. Buch Samuel
Trauer über den Gesalbten (2. Samuel 1,1-16)
Verlust (2. Samuel 1,17-27)
Geduldig abwarten (2. Samuel 2,1-11)
Verschwörung (2. Samuel 3,6-21)
Auf Abstand gehen (2. Samuel 3,22-39)
Prinzipientreu (2. Samuel 4,1-12)
Ein kluger Schachzug (2. Samuel 5,1-16)
Unter Gottes Leitung (2. Samuel 5,17-25)
Vor den Karren gespannt (2. Samuel 6,1-19)
Schmerz und Anbetung (2. Samuel 6,20-23)
Verheißung (2. Samuel 7,1-16)
Überwältigt (2. Samuel 7,17-29)
Treue (2. Samuel 9,1-13)
Krieg (2. Samuel 10,1-19)
Vertuscht (2. Samuel 11,1-27)
Enthüllt (2. Samuel 12,1-25)
Gier (2. Samuel 13,1-22)
Rache (2. Samuel 13,23-37)
Verhinderte Versöhnung (2. Samuel 14,1-24)
Familienkrieg (2. Samuel 14,25-27 und 15,1-12)
Rückzug (2. Samuel 15,13-37)
Ermutigung und Demütigung (2. Samuel 16,1-14)
Schlecht beraten (2. Samuel 16,15–17,14)
Ungehorsam aus Staatsräson (2. Samuel 18,1-18)
Rollenkonflikt (2. Samuel 18,19–19,9)
Schwache Führung (2. Samuel 19,10-44)
Versprochen ist versprochen (2. Samuel 21,1-14)
Gerettet (2. Samuel 22,1-51)
Vermächtnis (2. Samuel 23,1-7)
Verhängnisvolle Entscheidung (2. Samuel 24,1-25)
Davids Weg zum Königtum
Davids Staat
Historischer Hintergrund
Ein Mann nach dem Herzen Gottes?
Die Geschichte Davids ist sicher eine der faszinierendsten in der Bibel. Vor allem ist es die längste, die uns berichtet wird. Zwei ganze Bücher (beziehungsweise ein sehr umfangreiches, siehe Einleitung) sind ihm gewidmet. Dazu kommen die Texte aus den Büchern der Chronik. Immer wieder wird auf David Bezug genommen, nicht nur in den Königebüchern, sondern auch bei den Propheten. Nicht zuletzt soll der Messias ja ein Nachkomme Davids sein, und ist es in Jesus ja auch tatsächlich. Die Bedeutung, die dieser König für Israel hatte und bis heute hat, kann man kaum überschätzen. Es lohnt sich also, diese schillernde Figur zu betrachten.
Im ersten Buch Samuel ist Davids Aufstieg vom Hirtenjungen zum Heerführer beschrieben worden, dann seine Flucht vor Saul. Nun kommt im zweiten Buch sein Königtum in den Blick. David hat es geschafft, aus einem zerstreuten, von den Philistern gedemütigten, Volk ein großes Reich zu formen. Das war eine militärische und politische Glanzleistung. War das alles so von Gott vorherbestimmt? Auf der einen Seite ist die Frage eindeutig zu bejahen, andererseits wird oft auch deutlich, wie David sein Schicksal mitgestaltete. So wird sein Leben auch für uns heute oft ein Anreiz, über unser eigenes Leben nachzudenken.
Es gibt viele sehr spannende Geschichten rund um David und jede hat ihren eigenen Fokus. Ich habe bei der Auswahl nur wenige Stellen ausgelassen, wie zum Beispiel bestimmte Kriegsberichte oder die Liste der Helden Davids, die für einen Hauskreis wohl nicht so interessant sind. Manchmal war es auch eine Herausforderung, aus den doch sehr anderen Lebensumständen, in denen David sich bewegte, Linien zu ziehen in unsere heutige Lebenswelt. Ich hoffe, es ist mir gelungen und Sie haben einen Nutzen von diesem Heft für Ihre persönliche Situation.
Ich wünsche Ihnen viel Freude, gute Gespräche und Gottes Segen bei der Beschäftigung mit dem zweiten Samuelbuch.
Martin Simon
Dem Heft liegt die Lutherübersetzung (LUT) zugrunde. Es wurde aber auch die Gute Nachricht verwendet (GNB) und die Neue evangelistische Übersetzung (NeÜ).
Gliederung
Kapitel 1-4 David als König über Juda
Kapitel 1 Davids Trauer über Saul und Jonatan
Kapitel 2 König in Juda, Krieg mit Israel
Kapitel 3 David und Abner
Kapitel 4 Isch-Boschets Ende
Kapitel 5–6 David König über ganz Israel
Kapitel 5 Eroberung Jerusalems
Kapitel 6 Die Lade kommt nach Jerusalem
Kapitel 7 Die Nathansweissagung
Kapitel 8-12 Kriege und Schuld
Kapitel 8-10 Davids Kriege
Kapitel 11-12 Davids Ehebruch
Kapitel 13-20Aufstände gegen David
Kapitel 13-19 Absalom
Kapitel 20 Scheba
Kapitel 21-24 Nachträge
Kapitel 21 Die Rache der Gibeoniten
Kapitel 22-23 Davids Danklied und Vermächtnis
Kapitel 24 Die Volkszählung
Autor und Entstehungszeit
Das Buch bietet einen nahtlosen Übergang von 1. Samuel. Die beiden Bücher waren einst ein einziges Werk; die Trennung in zwei Bücher ist erst später erfolgt (im Judentum Ende 15. Jahrhundert). Beide gehören wiederum mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem größeren Werk, das die Bücher von Josua bis 2. Könige umfasst. Darauf deuten der durchgehende Erzählstrang, die gleichen Sprache und die gleichen theologischen Gedanken hin. Viele Theologen gehen davon aus, dass das 2. Samuelbuch in der vorliegenden Form erst im Exil entstanden ist, denn das zweite Königebuch endet mit der Wegführung nach Babylon. Die Berichte und Geschichten haben natürlich schon viel früher schriftlich vorgelegen. Wir kennen die Bücher der Propheten Samuel, Nathan und Gad (1. Chronik 29,29) und wir wissen, dass es verschiedene Quellen gegeben hat, wie die Annalen der Könige, auf die man zurückgreifen konnte. Wer der Autor ist, wissen wir nicht.
Theologische Leitlinien
Im 1. Samuelbuch wurde das Königtum noch sehr kritisch gesehen. Das verändert sich im Grunde auch jetzt nicht, aber Gott segnet doch den König und verheißt David sogar ein ewiges Königtum. Selbst wenn also der Wunsch nach einem König einem Misstrauensvotum gegen Gott gleichkam, hat Gott sich doch über sein Volk erbarmt und diesen „Irrweg“ mitgetragen und sogar gesegnet. Gott hat aus dem Fehler seines Volkes etwas Gutes werden lassen. Davids Königtum ist ein Muster für das Königtum des Messias.
Doch der Held ist nicht unfehlbar. Gott arbeitet mit Menschen, die ihre Schwächen haben, das wird auch bei David deutlich. Gott verhindert kein Verbrechen oder Versagen seines Gesalbten. Sehr nüchtern berichtet die Bibel von ihren Helden. Dass David König wird, ist eine Mischung aus der Salbung Gottes – man könnte auch sagen: aus Vorherbestimmung durch Gott – und dem eigenen ehrgeizigen Streben. Es läuft beides zusammen. Gott greift einerseits immer wieder ins Geschehen ein. Zum Beispiel fragt David oft, was er tun soll und bekommt klare Weisung. Die Propheten Nathan und Gad sagen ihm Gottes Wort, Gott erhört Davids Gebet, als ihm Huschai über den Weg läuft, gerade in dem Moment, als David gebeten hat, dass der Rat Ahitofels zunichte gemacht wird. Andererseits lässt Gott die Menschen auch einfach machen. Insofern ist Davids Weg einerseits zwar vorgezeichnet, andererseits ist er aber auch „seines Glückes eigener Schmied“ und auf jeden Fall voll verantwortlich für seine Taten. Vielleicht kann man es so sagen: Gott kommt mit und trotz unseres Strebens zu seinem Ziel. Und das ist doch eine tröstliche Botschaft.
2. Samuel 1,1-16
Erklärungen zum Text
David kommt gerade von seinem Sieg gegen die Amalekiter zurück, die die Erbfeinde Israels waren (1. Samuel 30). Während er aber einen Sieg erringen konnte, ist Saul mit seinem Heer von den Philistern geschlagen worden. Innerhalb weniger Stunden oder Tage also hat das Blatt sich gewendet. David könnte jetzt der erste Mann in Israel sein. Man erfährt zunächst nicht, wer der Bote ist, der zu David kommt. Er scheint aus Sauls Heer zu stammen. Mit dem oberflächlichen Bericht, den er gibt, ist David nicht zufrieden. Er will genau erfahren, woher der Mann sein Wissen hat. Der Bote stellt sich als Amalekiter heraus, der zufällig auf das Schlachtfeld gekommen sein will. Es könnte aber auch sein, dass der Mann nicht zufällig auf dem Schlachtfeld war, sondern dass er darauf gewartet hat, die Toten auszuplündern. Seine Geschichte stimmt nicht mit dem Bericht in 1. Samuel 31,4-5 überein: „Als nun sein Waffenträger sah, dass Saul tot war …“ Oder stimmt seine Version vielleicht doch? Die hebräische Wortform für „töten“, die er verwendet, heißt übersetzt „vollends töten“ (vergleiche Richter 9,54; 1. Samuel 17,51). Ist Sauls Suizidversuch möglicherweise nicht erfolgreich gewesen und der Amalekiter hat die Tötung vollendet? Jedenfalls muss er tatsächlich auf dem Schlachtfeld Saul begegnet sein, denn er kann die Krone und den Armreif des Königs vorweisen.
David reagiert nicht, wie man es erwarten könnte. Die Spontaneität der Reaktion zeigt, dass sie echt ist. David inszeniert die Trauer nicht. Vor allem wird es ihm um seinen Freund Jonatan gegangen sein. David weiß bereits, dass der Bote ein Amalekiter ist, er fragt aber trotzdem noch einmal nach. Da er keine anderen Informationen hat, muss er dem Boten glauben. Dessen Hinrichtung ist keine spontane Reaktion. Sie erfolgt erst am Abend (Vers 12) nach der Trauer. Ob die Geschichte des Boten erfunden war oder der Wahrheit entsprach, bleibt für David einerlei. Er hat Hand an den Messias (Gesalbten) des HERRN gelegt oder behauptet, es getan zu haben!
Fragen zum Text
Vergleichen Sie den Bericht des Boten mit den Ereignissen, wie sie in 1. Samuel 31 geschildert werden. Wo liegen die Unterschiede? Wie kann man sie erklären?
Wie ist Davids Haltung gegen- über Saul als Gesalbten des HERRN (vergleiche dazu 1. Samuel 24 und 26)?
Denken Sie, dass der Amalekiter gelogen hat? Welche Deutung halten Sie für wahrscheinlicher?
Übertragung ins Leben
David hätte guten Grund gehabt, sich über den Tod dessen zu freuen, der ihm nach dem Leben getrachtet hat (so wie auch der Bote eine Belohnung für seine „Freudenbotschaft“ hätte erwarten können). Aber er lässt sich nicht von persönlichen Gefühlen bestimmen. Der Gesalbte ist ein von Gott eingesetzter Mensch, durch den sich Gott verherrlichen wollte. Der ist gescheitert. Das ist Grund zur Trauer.
Gesprächsimpulse
Gibt es Menschen, die Sie einengen und Ihnen das Leben schwer machen? Wie gehen Sie mit denen um?
Wie können wir angemessen mit Gefühlen wie Wut oder Enttäuschung umgehen?
Wie können wir Menschen wertschätzen, die uns vertreiben wollen (Mobbing) oder uns feindlich gegenüberstehen?
Welche Auswirkungen hätte wohl solch eine Wertschätzung?
Wie finden wir zu einem ehrlichen, aber doch versöhnlichen Umgang mit diesen Menschen?
2. Samuel 1,17-27
Erklärungen zum Text
Zwei Dinge fallen in dieser Klage sofort auf: Zum einen betrauert David nicht die Niederlage Israels. Das hat er sicher auch getan, aber in diesem Lied findet nur die Trauer um Saul und Davids besten Freund Jonatan ihren Ausdruck. Zum anderen kommt Gott in diesem Lied nicht vor und wird auch nicht angerufen. Es ist eine reine Totenklage. Das Buch der Heldenlieder (wörtlich: „Lieder der Gerechten“) wird auch in Josua 10,12-13 zitiert. Es ist uns nicht überliefert, enthält aber offensichtlich Kriegsberichte. Mit großer Wertschätzung spricht David auch von Saul, der ihm doch feind war. Nach einem Sieg kamen oft die Frauen den siegreichen Kriegern feiernd und jubelnd entgegen (1. Samuel 18,6-7). Die Freude wird den Philistern nicht gegönnt – und das, obwohl David offiziell noch im Dienst der Philister steht, gerade auch im Dienst des Achisch von Gat (Vers 20)! Das zeigt, wie wenig sich David bei den Philistern integriert hat. Die Verfluchung der Berge Gilboas ist sicherlich nicht so wörtlich zu nehmen. Es zeigt sich darin Davids Erschütterung.
Vers 21: … der Schild Sauls, als wäre er nicht gesalbt mit Öl (LUT). Die Schilde waren mit Leder überzogen und wurden mit Öl eingerieben (Jesaja 21,5 LUT). Mit einer Salbung zum König hat das hier nichts zu tun. Jonatans Bogen war sein Markenzeichen. Er spielt in 1. Samuel 20,18-22
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