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Es muss nicht immer der Jakobsweg sein. Fernwandern – also über mehrere Etappen und Tage hinweg unterwegs sein – lässt sich auch ganz prima in Deutschland. Ob auf dem Heidschnuckenweg durch die Lüneburger Heide, auf dem Maximiliansweg von Lindau bis Berchtesgaden oder auf dem angeblich schönsten deutschen Fernwanderweg: dem Moselsteig von Schengen bis Koblenz. Die attraktivsten Weitwanderwege Deutschlands in einem Buch vereint!
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Seitenzahl: 197
Veröffentlichungsjahr: 2024
Unzählige Wanderwege gibt es in Deutschland, unsere Auswahl ist nach persönlichen Vorlieben zusammengestellt.
Lisa Bahnmüller · Regine Heue
30 außergewöhnlicheFernwanderwege
Vorwort
NORDEN
1Inselleben: Der Strandvogt-Weg
Auf den Spuren der Strandvögte
2Natur pur: Der Naturparkweg
Eine Wanderung in fünf Nationalparks
3Rauer Charme: Der Nord-Ostsee-Wanderweg
Meerluft schnuppern und Massentrubel meiden
Weitere Touren im Norden
4Überschäumend: Der Ostseeküsten-Wanderweg
Schönster Küstenwanderweg Deutschlands
5Einzigartig: Der Heidschnuckenweg
Deutschlands nördlichster Top-Wanderweg
Weitere Touren im Norden
6Leichtigkeit: Der Stormarnweg
Natur und Kultur quer durch Stormarn
7Rundherum: Der Wendland-Rundweg
Landschaftlicher Reichtum in vielfältigen Schutzgebieten
8Welterbe: Der Müritz-Nationalpark-Weg
Abseits ausgetretener Pfade
Weitere Touren im Norden
MITTE
9Mystisch: Der Harzer-Hexen-Stieg
Harzüberquerung vom Allerfeinsten
10Modern: Der Rothaarsteig
Auf dem Weg der Sinne
11Abenteuerlich: Der Rheinsteig®
Auf den Spuren von Burgen, Schlössern und Ruinen
Weitere Touren in der Mitte
12Kurzweilig: Der Moselsteig
Eine Landschaft voller Höhepunkte
13Auf dem Werra-Burgen-Steig Hessen
Der kleine Bruder
14Auf dem Rennsteig
»Gut Runst!«
Weitere Touren in der Mitte
15Im Herzen: Der Hochröhner®
Im Dreiländereck Hessen, Thüringen und Bayern
16Der Eselsweg im Spessart
Eintauchen ins dichte Grün
17Romantisch: Der Malerweg
Auf den Spuren der Künstler
Weitere Touren in der Mitte
SÜDEN
18Sagenhaft: Der Felsenland-Sagenweg
Begleitet von zahlreichen Legenden und Geschichten
19Besinnlich: Der Jakobsweg zur Burgundischen Pforte
Lange Geschichte eines Weges
20Panoramaweg Taubertal
Romantik pur zwischen Stadt, Wein und Wald
21Vilstalwanderweg
Losziehen statt Wurzeln schlagen
Weitere Touren im Süden
22Historischer Goldsteig
Grenzenlos im Grünen
23Altmühltal-Panoramaweg
Römer, Jura und eine Barockstadt
24Auf dem Wolfgangweg
Über die Grenze – mit oder ohne Heiligenschein
25Ries-Panoramaweg
Rund um Europas Mega-Meteoritenkrater: das Nördlinger Ries
26Donau-Zollernalb-Weg
Das Gute liegt so nah
Weitere Touren im Süden
27Auf dem Schluchtensteig
Schwarzwalds Best-of
28Bodensee-Rundweg
Drei Länder und jede Menge Wasser
29Maximiliansweg oder einfach E4?
Ein durchwegs königlicher Weg
30Allgäuer Wandertrilogie
Himmelsstürmer, Wasserläufer oder Wiesengänger
Weitere Touren im Süden
Register
Über den Alten Hafen in Wismar wacht der Marienkirchturm. (Tour 4)
Sonnenaufgang bei Eschwege am Werra-Burgen-Steig Hessen (Tour 13)
Morgennebel am Zirmgrat bei Pfronten auf dem Maximliansweg (Tour 29)
Grün beruhigt und entschleunigt – zum Glück wandern wir fast immer durch die herrliche Natur.
Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will. Es ist der Weg in die Freiheit.Elizabeth von Arnim
Im Alltag sind wir es gewohnt, sämtliche Ziele sofort oder zumindest in sehr kurzer Zeit zu erreichen. 25 Kilometer fahren, um in die nächste Stadt zu kommen? Mit dem Auto kein Problem.
Auf einem Fernwanderweg sind 25 Kilometer eine ordentliche Tagesetappe, die schon mal acht Stunden kosten kann. Wer jedoch eine solche Wanderung unternimmt, der bekommt wieder ein Gefühl für Weite und Zeit. Es entschleunigt ungemein, denn man hat am Tag nichts anderes vor, als einen Schritt nach dem anderen zu setzen, um zu Fuß vorwärtszukommen. Alles, was man benötigt, trägt man auf dem Rücken oder lässt es sich komfortabel zur nächsten Herberge bringen. Plötzlich versteht man die Worte »weniger statt mehr, langsam statt schnell und leise statt laut«. Die Fernwanderwege in diesem Buch führen durch herrlichste Landschaften – Flusstäler, Höhenzüge, Dünen, Seengebiete und Gipfelregionen. Umgeben von viel Grün ist man mitten in der Natur unterwegs und trifft ganz unverhofft auf viele interessante Sehenswürdigkeiten. Ganz nebenbei entdeckt man, wie schön und vielfältig Deutschland ist.
Natürlich sollte man sich auf eine Fernwanderung so gut wie möglich vorbereiten – ohne es zu übertreiben, denn alle Risiken kann man ohnehin nicht eliminieren. Der beste Schuh, die schnittigste Jacke und der kalorienreichste Riegel geben am Ende nicht den Ausschlag. Vielmehr sind auf dem Weg Körper und Geist gefordert. Ist man mental stark? Hat man die entsprechende Fitness? Das sind die entscheidenden Punkte, um eine Fernwanderung zu schaffen. Zudem darf man eine Tour auch auf mehrere Jahreszeiten aufteilen oder abbrechen, wenn es nicht passt. Denn einer der Hauptakteure, mit dem jede Tour steht oder fällt, ist das Wetter, und das ändert sich sowieso ständig. Eine gewisse Flexibilität ist deshalb wichtig, dann macht das Wandern Spaß.
In diesem Sinne sind die vorgestellten Fernwanderrouten nach unseren sehr persönlichen Vorlieben entstanden. Es ist natürlich nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten, von denen es in Deutschland noch so viele mehr gibt.
Wir hoffen, Sie zu inspirieren, eine einzelne Tagesetappe oder eine gesamte Route nachzuwandern. Dabei wünschen wir Ihnen viel Spaß, nette Wanderbegleiter, schönstes Wetter und niemals einen Muskelkater.
Herzlichst
Ihre Lisa Bahnmüller
und Regine Heue
Born auf dem Darß ist ein staatlich anerkannter Erholungsort – bei dem Strand kann man das nur glauben.
Abstieg von der Milseburg auf dem Hochrhönerweg
Weite, Wasser, Wind und Wellen, dazu malerische Backsteinstädte, das Meer, die Inseln, Leuchttürme und flache Landschaften – so macht Wandern Spaß!
Herrlich ist es an der Ostseeküste auf Rügen – da fällt das Wandern besonders leicht!
Auf den Spuren der Strandvögte
Der Strandvogt-Törn ist eine außergewöhnliche Inselfernwanderung, die entlang an Stränden und Dünen sogar auf Wattwegen über den Meeresgrund zwischen den beiden Inseln Amrum und Wyk verläuft. Viel Strecke macht man auf dieser Tour zwar nicht, aber dafür bekommt man einen eindrucksvollen Einblick in die vielfältige Flora und Fauna der beiden Inseln.
Fernwanderung an der Nordseeküste? Doch, durchaus! Eine solche ist voller Vielfalt und landschaftlich außerordentlich reizvoll – und vor allem einzigartig. Auf den Spuren der Strandvögte geht es bei dieser Wanderung entlang der Südküste der Insel Föhr und dann weiter an der wilden Westküste der Insel Amrum. Dazwischen der vielleicht faszinierendste Teil: die Wanderung auf dem Meeresboden, von Insel zu Insel.
Zu empfehlen ist, den Strandvogt-Weg in drei Etappen mit Übernachtungen in Utersum auf Föhr und Norddorf auf Amrum aufzuteilen: Der erste Abschnitt führt von der Föhrer Inselhauptstadt Wyk bis an die Westküste bei Utersum. Dann folgt die Wanderung durch das Watt – allerdings nur mit fachkundiger Führung! – von Dunsum auf Föhr bis zur Nordspitze Amrums. Die letzte Etappe beginnt dort und endet am Fährhafen Wittdün auf Amrum. Auf den knapp 55 Kilometern beeindrucken viele faszinierende Impressionen, seien es die Vögel des Meeres oder die Seehunde an der Amrumer Odde, sei es der gemütliche Strand auf Föhr oder der wilde Westen von Amrum, Leuchtturm inklusive.
Der Strandvogt-Weg ist kein ausgewiesener Fernwanderweg, aber er verläuft am Strand entlang, wobei sich Abstecher ins Hinterland unbedingt lohnen: auf Föhr zum Beispiel in das Friesendorf Nieblum mit seinen hübschen Reetdachhäusern oder zur historischen Stätte »Lembecksburg«, auf Amrum über die Vogelkoje mit dem rekonstruierten Steinzeithaus in das Friesendorf Nebel mit seiner Windmühle.
Los geht es in Wyk. Kurz nach Verlassen der Strandpromenade wird es gleich einsamer. Wunderschöne Reetdachhäuser erscheinen wie ein Postkartenmotiv in den Dünen.
Wie eine bunte Vogelschar am Strand tummeln sich auf der Insel Wyk die Strandkörbe.
In der Ferne scheint es, als ob die Halligen von Langeneß über dem Wattenmeer schwebten, ehe sich ein historisches Segelschiff über den Horizont schiebt. Ansonsten eine für Ohr und Auge wohltuende Stille und Entspanntheit, unterbrochen nur vom leisen Plätschern der Wellen und dem krächzenden Schrei der Möwen. Es gleicht dem Bild von alten Tagen. Damals waren hier auch Leute unterwegs, die allerdings die Interessen der Obrigkeit vertraten. Denn es galt, Strandgut und gestrandete Schiffe zu bergen. Und so waren sie quasi die Steuererheber vom Strand. Man nannte sie die Strandvögte, die auf Kontrollgang waren, besonders nach Sturm und Flut. Damals standen diese wetterfesten Männer im ständigen Rennen mit denen, die am Strand – auch ohne Steuer – ihren Reibach machen wollten.
Und noch heute ist es so, dass manch ein Insulaner nervös wird, wenn es heißt: »Bauholz über Bord!« Nur sind es heute Ü-Eier oder Turnschuhe. Wenn man hier wandert, heißt es immer: Augen offen halten. Wie der Leute, deren Silhouetten man, nachdem sich das Wasser zurückgezogen hat, in der Ferne entdeckt. Manche bücken sich immer wieder! Vielleicht, weil man heute noch oft ein Stück funkelnden Bernstein oder ein kurioses Stück Strandgut entdeckt?
Die Nordsee wirft immer etwas zurück an den Strand, besonders nach schweren Stürmen oder an exponierten Stellen. Früher waren derlei Fundsachen ein fester Posten im Ein- und Auskommen der Insulaner. Begehrt war Holz auf den waldarmen Inseln, sei es als Brennholz oder zum Bauen. Noch heute finden sich wohl in manchem historischen Friesenhaus Balken und Bohlen von gestrandeten Schiffen.
Sehr beliebtes Touristenausflugsziel in Norddeutschland: Wattwanderer auf ihrem Weg zwischen den Inseln Amrum und Dunsum – dennoch sollte man die Natur mit Vorsicht genießen. Erstens ist das Wett nicht ungefährlich, zweitens aber auch ein schützenswertes Naturschutzgebiet.
Dann geht’s ins Watt. Die Strecke von Föhr nach Amrum ist auf festem Sandboden sehr gut zu laufen. Zweieinhalb Stunden vor Niedrigwasser startet die Wanderung in Dunsum auf Föhr, um den tiefen Priel direkt vor Amrum bei tiefster Ebbe überhaupt queren zu können. Weite Flächen sind bereits trocken gefallen, andere glänzen im Sonnenlicht wie geschmolzenes Silber. In den Prielen eilt das Wasser der Nordsee hinterher. Es geht in einem Bogen auf die Nachbarinsel zu und der Wattführer zeigt ein Schiffswrack. Viel ist nicht mehr übrig; ein paar Holzspaten, die im Watt stecken. 1825 kam die »City of Bedford« in einem Unwetter vom Kurs ab und zerschellte in diesem Irrgarten aus Sandbänken, Lagunen und Wasserläufen. Drei Männer kamen dabei ums Leben. Es sind auch die Geschichten, die die Wattführer erzählen, die eine Wanderung über den Meeresboden spannend machen. Sicher ist es allerdings nur im Rahmen einer Führung. So genießt man die Weite und das schaurig-schöne Gefühl, dort zu sein, wo Menschen eigentlich nicht hingehören. Ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, wohin genau man treten soll.
Naturpark
Im Gegensatz zu Biosphärenreservaten, die den Erhalt und Schutz der durch Menschen geprägten Kulturlandschaft anstreben, werden Nationalparks zum Schutz einer natürlichen Dynamik ausgewiesen. Im Nationalpark soll sich die Natur ohne menschlichen Einfluss entwickeln. Deshalb sind im Nationalpark 75 Prozent der Gesamtfläche einer Nutzung entzogen, im Biosphärengebiet lediglich drei Prozent. Naturparks und Biosphärenreservate verbindet eine vergleichbare Aufgabenstellung. Beide haben das Ziel, menschliches Wirtschaften und Handeln im Einklang mit der Natur zu ermöglichen. Naturparks haben jedoch eine stärkere Ausrichtung im Tourismus- und Erholungsbereich. Mit einer Gesamtfläche von mehr als 10,1 Millionen Hektar decken die Naturparks etwa 28,4 Prozent der Landesfläche Deutschlands ab. In Deutschland gibt es derzeit 104 Naturparks.
Der Leuchtturm auf Amrum befindet sich passenderweise in der Gemeinde Nebel – und erleichtert den Schiffen gerade bei besagtem Wetter seit 1875 die Orientierung.
Die Kniepsand auf Amrum ist eine extrem langsam wandernde Sandbank in der Nordsee.
Einen beendruckenden Anblick bietet Amrum auch aus der Luft.
Wer in Norddorf auf Amrum übernachtet, kann noch hinauf zur Nordspitze der Insel, die Odde umrunden. Mit viel Glück und einem Fernglas lassen sich von einer Plattform aus Seehunde und manchmal sogar Kegelrobben beobachten.
An die Westküste der Insel donnert machtvoll die Nordsee. Vorgelagert ist ihr eine der größten Sandmassen in Europa: der Kniepsand. Vor der Küste ist die gewaltige Brandung zu erkennen und hier liegt einer der größten Schiffsfriedhöfe der Nordsee, denn unzähligen Schiffen wurde diese Küste bereits zum Verhängnis. Und immer wieder spült die Nordsee Treibgut an. Was genau, kann man zum Beispiel in der Bude zwischen den Dünen nördlich von Nebel betrachten. Aus Brettern und Bohlen haben die Leute hier eine Hütte zusammengezimmert – Tische aus Treibholz, Turnschuhe und ein Tierskelett an der Wand. Kurios, aber echt.
Gut zu wissen
SCHWIERIGKEIT: leicht
LÄNGE: 55 km
CHARAKTER: Die Strecke ist kurzweilig und in ihren Abschnitten familientauglich. Die Wanderung über den Meeresboden bietet ein besonderes Erlebnis. Die Blumen der Salzwiesen, die Vögel des Meeres, Kegelrobben und Seehunde, beeindruckende Dünenlandschaften, der endlose Kniepsand und das Watt machen diese Wanderung abwechslungsreich und faszinierend zugleich.
WEGMARKIERUNG: keine
AUSGANGSPUNKT: Wyk auf Föhr
ENDPUNKT: Wittdün auf Amrum
AN- UND ABREISE: Mit der Bahn bis Fähranleger in Dagebüll. Dann mit einer W.D.R.-Fähre 50-minütige Minikreuzfahrt nach Wyk auf Föhr. Von Wittdünn auf Amrum zurück nach Dagebüll.
INFORMATION:www.foehr.de; www.amrum.de
Kurz vor Wittdün führt der Weg durch eine romantische Dünenlandschaft, die der Wind wieder und wieder aufs Neue formt, während er sein ewiges Lied singt. Vielleicht wird es Sturm geben, der dann auch manchen Friesen an den Strand treibt. Strandgut suchen. Wie die Strandvögte.
Eine Wanderung in fünf Nationalparks
Bei einer Tour auf dem Naturparkweg kann man fünf Naturparks in Schleswig-Holstein auf einen Schlag entdecken. Der beliebte Wanderweg führt von der Eckernförder Bucht durch die Naturparks Hüttener Berge, Holsteinische Schweiz, Westensee und Aukrug zum Naturpark Lauenburgische Seen. In Westensee kreuzt er den von Meldorf nach Kiel führenden Nord-Ostsee-Wanderweg. Er führt durch touristisch wenig erschlossene Landschaften Schleswig-Holsteins, vorbei an zahlreichen Natur- und Kulturdenkmälern.
Der Naturparkweg verbindet von Eckernförde aus die Naturparks Hüttener Berge, Westensee und Aukrug im Kreis Rendsburg-Eckernförde, den Segeberger Forst und den Großen Segeberger See mit dem Naturpark Holsteinische Schweiz sowie den Naturpark Lauenburgische Seen. Das alles verspricht Wandergenuss in weitestgehend geschützten Gebieten. Wanderer kommen hier in den besonderen Genuss einzigartiger Naturerlebnisse: von dichten Wäldern über herrliche Seenlandschaften bis hin zu eiszeitlichen Spuren der ostholsteinischen Endmoränenlandschaften.
Glanzpunkte auf dem rund 200 Kilometer langen Wanderweg sind die Seen Bistensee und Segeberger See, aber auch malerische Städte und Dörfer wie Eckernförde, Aukrug, Brokstedt und Bad Segeberg. Eingeteilt ist der Naturparkweg in neun Etappen, die problemlos individuell geplant werden können. Der Naturparkweg hat Anschluss an den Nord-Ostsee-Wanderweg (siehe Tour Nr. 3), den Europäischen Fernwanderweg E1 »Nordsee-Bodensee-Gotthard-Mittelmeer« und an den E6 »Ostsee-Wachau-Adria«.
Durch die besondere Lage an der Ostsee war Eckernförde lange Zeit auch als Fischereistandort interessant. Das merkt man der Hafenstadt heute noch immer an. Auf keinen Fall sollte man das Ostsee Info-Center und die kulturellen Highlights wie den historischen Getreidespeicher, die Alte Fischräucherei und die alte Borbyer Kirche verpassen.
Die farbenfrohen Häuser der Altstadt von Eckenförde sind eine wahre Augenweide.
Man startet zunächst am Süd- und Westufer des Windebyer Noors nach Kochendorf. In der Dorfmitte geht’s halb links in den Weg zum Gut Möhlhorst und danach weiter in die Dörfer Götheby und Fleckeby südlich der Schlei. Auf dem Aschberg mit seinem Bismarckdenkmal hat man einen schönen Blick auf die Knicklandschaft Schleswig-Holsteins. Über den Schoothorster Berg ist bald der Ort Bistensee mit seinem gleichnamigen See, der in der Weichsel-Eiszeit entstand, erreicht.
Weiter geht es dann durch Wald und Feld in das Gebiet der Duvenstedter Berge, Endmoränen der letzten Eiszeit. Durch das Dorf Borgstedt gelangt man zur Borgstedter Enge, dem früheren Flussbett der Eider und des Eider-Kanals. Entlang der Borgstedter Enge wandert man weiter durch Schirnau bis nach Sehestedt mit seiner alten Kirche aus dem 13. Jahrhundert.
Dann führt der Weg von Sehestedt nach Groß Königsförde und nach Landwehr. Mit der Fähre überquert man den Kanal und wandert am Flemhuder See und an der Eider in das Dorf Achterwehr. Über eine Fußgängerbrücke geht es über die Eider, danach weiter westlich des Westensees und des Bosseer Sees durch Siedlungen, Wiesen und Wald bis nach Westensee. Achterwehr und Westensee sind Ausgangspunkte für weitere Wanderungen durch den 260 Quadratkilometer großen Naturpark Westensee, der ebenfalls in einem Endmoränengebiet der letzten Eiszeit liegt.
Von Westensee wandert man durch den Wald und über den Kieler Berg nach Groß Vollstedt. Von dort führt der Weg mitten durch das Katenstedter Moor nach Bokel. Der kleine Ort ist Kinderkulturdorf. So findet man dort ein Zirkuswagenhotel und das kleinste Aalmuseum Deutschlands. Dann geht es auf Feldwegen weiter nach Brammer. In der Aussiedlung Brammerau ist die archäologische Ausstellung einer Privatsammlung aus der Vor- und Frühgeschichte untergebracht: »Max sein Steenstuv«. Die Besitzer führen Gäste gern durch die Ausstellung. Übrigens verbindet diese Etappe den Naturpark Westensee mit dem Naturpark Aukrug.
Durch Wälder und an Feldern entlang führt die Route nach Bargstedt. Dieser Weg führt auf dem Hauptweg des Geheges Himmelreich, das zum Naturschutzgebiet »Naturwälder in den Barloher Forsten« gehört und in südlicher bzw. südöstlicher Richtung durchquert wird. Über das Dorf Heinkenborstel geht es auf Feldwegen durch die Niederung der Buckener Au, bis man den Ortsteil Innien der Gemeinde Aukrug erreicht. Die aus den Dörfern Bargfeld, Böken, Bünzen, Homfeld und Innien bestehende Gemeinde Aukrug ist der Mittelpunkt des gleichnamigen Naturparks. Sehenswert sind vor allem die alte Wassermühle und das Dorfmuseum »Dat ole Hus« in Bünzen. Über Bünzen an der alten Wassermühle vorbei führt der Weg dann zur Bünzener Au und weiter nach Klein Sarlhusen. Ab hier geht es auf Feldwegen Richtung Fitzbek und man hat einen tollen Blick auf den Burgwall von Willenscharen. Weiter geht die Wanderung nach Fitzbek und von dort entlang des Mühlbaches zur Stör und weiter nach Brokstedt. In Brokstedt hat man bereits den Naturpark verlassen.
Die Hüttener Berge im gleichnamigen Naturpark sind Heimat vieler Milch gebender Bewohner.
Rapsfelder lassen die Umgebung der Hüttener Berge gelb leuchten.
Die Eichenallee im Naturpark Aukrug könnte idyllischer nicht sein.
Winterlich mutet es an, wenn das Wollgras auf den Wiesen wächst.
Der Segeberger Forst liegt unweit des gleichnamigen Kurortes mit seinen Karl-May-Festspielen.
Gleich zu Beginn beschert uns der Weg schöne Blicke in das Wiesental der Wiemersdorfer und Hardebeker Au. Über Hasenkrug, Feldwege und am Sendemast des NDR vorbei wandert man nach Arnstedt. Am Ortsbeginn wendet man sich nach links und auf befestigten Feldwegen geht es durch Wiesen und Felder, vorbei an einem Beobachtungsstand bis zu einem Gedenkstein an die Flurbereinigung 1967/1968. Hier biegt man nach rechts und über Beverloh erreicht man Wiemersdorf.
Von Wiemersdorf wandert man nach Bimöhlen und dann in der Niederung der Osterau auf Eckholt zu. Gleich hinter dem Wildpark liegt das Halloher Moor mit seinem beeindruckenden Wollgras, das im Frühjahr blüht. Durch Wald erreicht man Rieshorn, überquert die Osterau und gelangt so nach Heidmühlen. Durch Wiesen, Moor und Bruchwald wandert man dann zum Segeberger Forst. An dessen nördlichem Rand geht es entlang einer Stauchmoräne der letzten Eiszeit bis zum Staatsforst Neumünster und nach Rickling.
Von dort geh es zunächst in den Wildpark Trappenkamp und dann weiter nach Blunk, wo man einen einzigartigen Blick auf den Blunker See hat. Hier war der Rand der früheren Gletscher in der Endmoränenlandschaft Ostholsteins. In der Ferne sieht man dann bereits den Segeberger Kalkberg und den Sendeturm. Der Naturparkweg überquert die Trave und führt dann zum wunderschönen Großen Segeberger See. Man wandert am See entlang, dessen kleine Insel fast das ganze Jahr von Wasser bedeckt ist. Vom Kalkberg abwärts entlang eines kleinen Sees erreicht man dann das Ziel der Wanderung: Bad Segeberg.
Gut zu wissen
SCHWIERIGKEIT: mittel
LÄNGE: 208 km
CHARAKTER: Der Naturparkweg besteht aus verschiedenen Auf- und Abstiegen. Ein klein wenig Erfahrung und Kondition sind vonnöten. Die Tour ist in neun Tagesetappen unterteilt. Der Ein- und Ausstieg ist individuell planbar und überall möglich.
WEGMARKIERUNG: gelbe Richtungspfeile, grün umrandet
AUSGANGSPUNKT: Eckernförde
ENDPUNKT: Bad Segeberg
AN- UND ABREISE: Die Bahnhöfe Eckernförde und Bad Segeberg sind von überall aus per Bahn sehr gut zu erreichen.
INFORMATION:www.naturparkwanderweg.de
Eine gemäldeähnliche Idylle wirkt im Naturpark Westensee.
Meerluft schnuppern und Massentrubel meiden
Dem rauen Charme Norddeutschlands erliegen auch weniger geübte Wanderer auf dem 117 Kilometer langen Nord-Ostsee-Wanderweg. Er verbindet die Stadt Meldorf an der Nordseeküste mit der schleswigholsteinischen Landeshauptstadt Kiel. Die Strecke verläuft durch Marsch und Geest in Teilabschnitten am Nord-Ostsee-Kanal entlang bis ins östliche Hügelland Mittelholsteins.
Von Meldorf nach Kiel führt diese Strecke den Nord-Ostsee-Kanal entlang, also die kürzeste Wasserverbindung zwischen Nord- und Ostsee. Die 117 Kilometer läuft man in etwa fünf Tagen umgeben von Häfen, Städten wie Rendsburg, und einer einzigartigen Natur. Diese Wanderung auf dem Nord-Ostsee-Wanderweg ist besonders geeignet für Menschen, die neben dem Meer im Norden auch die Einsamkeit suchen, um dem Massentrubel zu entgehen, und sich auch auf unspektakulären, schnurgeraden Teilstücken zwischen Feldern und Wiesen wohlfühlen. Leider verläuft der Nord-Ostsee-Wanderweg auch häufig auf befestigten oder asphaltierten Wegen.
Wer wirklich an der Nordseeküste beginnen möchte, muss noch sieben Kilometer weiter westlich, denn Meldorf liegt nicht direkt an der Nordseeküste, nur der Hafen des Örtchens. Bevor die Wanderung beginnt, sollte man sich Meldorf etwas genauer ansehen. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten, wie den Dom der Dithmarscher, das Dithmarscher Landesmuseum und das Landwirtschaftsmuseum.
Hinter Meldorf säumen weite, endlos wirkende Felder und Wiesen den Weg und man kommt an einem bronzezeitlichen Gräberfeld vorbei. Über Feldwege geht es nach Farnewinkel und Dellbrück. Im Ort befindet sich ein Großsteingrab, das man über einen Pfad erreicht. Über die Ruine Marienburg, Tennsbüttel und durch kleine Siedlungen gelangt man über Grünethal nach Albersdorf. In Grünethal lohnt ein kurzer Abstecher zum Brückenkopf der alten Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal.
Die Kirche St. Johannis wird auch als Meldorfer Dom bezeichnet.
Im Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf begibt man sich auf eine Reise durch 1000 Jahre Geschichte.
Von Albersdorf führt der Weg in den Wald hinein. Unweit danach gelangt man auf den Ochsenweg. Dieser führte bereits in der Steinzeit von Jütland zur Elbe und ist an dieser Stelle noch original. Zudem treffen sich hier die Wanderwege Schlei-Eider-Elbe und der Nord-Ostsee-Wanderweg, wobei der Schlei-Eider-Elbe-Wanderweg dem Ochsenweg in Richtung Norden folgt. Der Nord-Ostsee-Wanderweg überquert den Ochsenweg.
Man gelangt zur Weiche Fischerhütte am Nord-Ostsee-Kanal und geht nun eine ganze Weile an diesem entlang. Auf dem Kanal herrscht immer reger Schiffsverkehr und sowohl Traumschiffe als auch Ozeanriesen sind stets zum Greifen nahe. In Hinrichshörn endet der Weg am Ufer des Kanals und man geht erst durch das kleine Örtchen, ehe man es Richtung Norden wieder verlässt. Auf diesem Weg gelangt man zur Schleuse des Gieselau-Kanals, die nahe des Fähranlegers Oldenbüttel den Nord-Ostsee-Kanal mit der Eider verbindet. An der Fähre Oldenbüttel gelangt man wieder zum Ufer des Nord-Ostsee-Kanals. Nach 3,5 Kilometern verlässt man den Uferweg und gelangt zum ehemaligen Fischerdorf Breiholz nahe der Eider.
Von Breiholz geht es auf der Straße nach Hamdorf. Auf der Brücke über die Eider hat man eine gute Aussicht über die Niederung des Flusses. In Hamdorf führt der Weg rechts über Feldwege zum Elsdorfer Gehege und weiter zum Gehege Osterhamm. Danach erreicht man das Fischer- und Bootswerftendorf Nübbel. Man überquert die Eider auf einer Fußgängerbrücke und erreicht bei der Lotsenstation wieder den Nord-Ostsee-Kanal. Bis in die ehemalige Festungsstadt Rendsburg folgt man dem Kanal in die Nähe der Eisenbahnhochbrücke. Vorher jedoch – am Platz der früheren Drehbrücke – biegt man ab. Und während der gesamten Zeit kann man den regen Schiffsverkehr und die mächtigen Pötte bewundern.
Bei der anderen, interessanteren Variante nimmt man die Gabelung über eine Treppe zum Eiderwanderweg, der uns neben der Eider in das Zentrum von Rendsburg und zum Schiffsbrückenplatz führt. Durch die Stadt geht man über die «Weiße Brücke» in die Grünanlage und zum Paradeplatz. Von hier durch die König-, Berliner und Hindenburgstraße gelangt man zum Fußgängertunnel. Dieser ist mit dem Tunnel und der Rolltreppe Teil des Wanderweges! Dem Wanderweg folgend gelangt man zur Eisenbahnhochbrücke und zur kostenlosen Schwebefähre in Osterrönfeld, ein tolles Highlight. Ein Stück weiter muss man die Bundesstraße B 202 überqueren und hinter Osterrönfeld geht es in Richtung Süden nach Bokelholm. Auf dem Weg dorthin durchquert man das Stadtmoor und das Wilde Moor. Aus Bokelholm führt der Weg über die Bahngleise und auf Feldwegen geht es wieder Richtung Norden, über die Autobahn A 7, nach Wittenkamp und zum Nordmoor.
Die Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal verläuft über die Eisenbahnbrücke Rendsburg.
Seehunde ruhen auf einer Sandbank auf den Ostfriesischen Inseln.
Nach den Naturschutzgebieten Methorstteich und Rümlandteich mit ihren schönen Teichlandschaften und idyllischen Uferzonen wandert man durch ausgedehnte Wald- und Wiesengebiete und erreicht den Naturpark Westensee mit seiner eindrucksvollen Seenlandschaft.
Naturschutzgebiet Wattenmeer