Die Apostelgeschichte 13–28 - Burkhard Meißner - E-Book

Die Apostelgeschichte 13–28 E-Book

Burkhard Meißner

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Beschreibung

Die Apostelgeschichte gewährt uns einen einzigartigen Einblick in die Ausbreitung der Guten Nachricht von Jesus im 1. Jahrhundert. In den Kapiteln 13–28 sehen wir, wie missioniert, welche Botschaft verkündigt und wie eine Gemeinde nach der anderen gegründet wurde. Wir erfahren etwas über die Herausforderungen, denen sich die jungen Gemeinden und ihre Leiter gegenübersahen, und wie der große Apostel Paulus sie ermutigte, ermahnte und fit machte für ein Christsein, das mit Anfeindungen und Widerständen zu kämpfen hatte. Auch wenn das alles fast 2 000 Jahre her ist, können wir heute für unsere Gemeinden immer noch davon lernen.

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Seitenzahl: 121

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Burkhard Meißner

Die Apostelgeschichte 13–28

anschaulich, verständlich, lebensnah

www.bibellesebund.net

Impressum

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

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© 2024 Bibellesebund Verlag, Marienheide

© 2024 der E-Book-Ausgabe

Lockenfeld 2

51709 Marienheide

[email protected]

Autor: Burkhard Meißner

Titelfoto: © Godjes - Lightstock.com

Titelgestaltung: Gisela Auth

Layout des E-Books: Inge Neuhaus

Printausgabe: ISBN 978-3-95568-540-9

E-Book: ISBN 978-3-95568-571-3

www.bibellesebund.net

Hinweise des Verlags:

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des Textes und der Bilder kommen.

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Inhalt

Titel

Impressum

Liebe Leserin, lieber Leser

Einführung in die Apostelgeschichte (Teil 2)

Das Alte Testament und die neutestamentliche Gemeinde

Paulus – Missionar aus Leidenschaft

Gottes Volk – nach Himmelfahrt

Ausweitung des Missionsfeldes (Apostelgeschichte 13,1-12)

Die Mitte der Verkündigung (Apostelgeschichte 13,13-41)

Judenmission (Apostelgeschichte 13,42-52)

An Jesus scheiden sich die Geister (Apostelgeschichte 14,1-7)

Menschenkult (Apostelgeschichte 14,8-20a)

Nacharbeit (Apostelgeschichte 14,20b-28)

Allein aus Gnade (Apostelgeschichte 15,1-29)

Das Alte Testament – die Bibel der ersten Christen

Die Mission geht weiter (Apostelgeschichte 15,30-41)

Stop – and go! (Apostelgeschichte 16,1-10)

Gott reden hören

Eine vorbildliche Frau (Apostelgeschichte 16,11-15)

Jesus ist stärker (Apostelgeschichte 16,16-22)

Kerker-Lobpreis (Apostelgeschichte 16,23-40)

König Jesus (Apostelgeschichte 17,1-9)

Tägliche Bibellese (Apostelgeschichte 17,10-15)

Anknüpfungspunkte (Apostelgeschichte 17,16-34)

Anfeindung und Ermutigung (Apostelgeschichte 18,1-17)

Vorbildliche Mitarbeiter (Apostelgeschichte 18,18-28)

Brücken ins alte Leben abbrechen (Apostelgeschichte 19,1-22)

Demo gegen Christen (Apostelgeschichte 19,23-40)

Das Missionsteam (Apostelgeschichte 20,1-16)

Gemeindeleiter in der Pflicht (Apostelgeschichte 20,17-38)

Paulus unbeirrt (Apostelgeschichte 21,1-14)

Die Gabe der Prophetie

Den Juden wie ein Jude (Apostelgeschichte 21,15-26)

Gerüchteküche (Apostelgeschichte 21,27-40)

Für Jesus leben (Apostelgeschichte 22,1-22)

Angeklagt und getröstet (Apostelgeschichte 22,23–23,11)

Unter Gottes Schutz (Apostelgeschichte 23,12-35)

Ein und dieselbe Hoffnung (Apostelgeschichte 24,1-21)

Unangenehme Verkündigung (Apostelgeschichte 24,22-27)

Wach sein für Möglichkeiten (Apostelgeschichte 25,1-27)

Keine Sonderlehre (Apostelgeschichte 26,1-32)

Freunde in der Not (Apostelgeschichte 27,1-20)

Glaube und Verstand (Apostelgeschichte 27,21-44)

Krisenfest (Apostelgeschichte 28,1-16)

Geteilte Hoffnung (Apostelgeschichte 28,17-31)

Jesus im Alten Testament

Liebe Leserin, lieber Leser,

dieses Heft setzt die Betrachtung der Apostelgeschichte fort. Im Heft über die Kapitel 1–12 ging es um die Ereignisse der Jahre 30 bis 44 nach Christus – von der Himmelfahrt des Herrn Jesus bis zur Gründung der Gemeinde in Antiochia, der Missionsbasis für Paulus und sein Team. Der zweite Teil der Apostelgeschichte, die Kapitel 13–28, beginnt damit, dass Paulus zu seiner ersten Missionsreise aufbricht, und endet etwa im Jahr 62 nach Christus mit seinem Hausarrest in Rom. Dazwischen liegen spannende Jahre, in denen der große Apostel unablässig die Gute Nachricht von Jesus vor allem im Ausland verbreitete. Dabei war es sein „großes Anliegen, nur dort zu predigen, wo man noch nichts von Jesus Christus gehört hatte“ (Römer 15,20). Paulus war kein Einzelkämpfer, sondern gut vernetzt. Zu seinen Mitarbeitern zählten Barnabas, Timotheus, Titus, Priska und Aquila, Urbanus, Epaphroditus, Aristarch, Markus, Jesus Justus und manche anderen mehr. Er erlebte Gottes Führung und Wirken in besonderem Maße, gründete etliche Gemeinden und blieb, wenn er nicht persönlich kommen konnte, mit Briefen an sie in Kontakt. Immer darauf bedacht, die jungen Christen im Glauben zu festigen und vor Gefahren zu warnen.

Wenn er neu in einer Gegend war, wurde er längst nicht immer freundlich empfangen. Paulus wurde wiederholt übel geschlagen, verleumdet, verfolgt, eingekerkert und sogar einmal gesteinigt. Und seine Reisen waren zum Abgewöhnen. Dreimal erlitt er Schiffbruch und auch zu Lande konnte er nicht sorglos unterwegs sein wegen der allgegenwärtigen Gefahr durch Räuber. Nicht immer hatte er genug zu essen und zu trinken und manchmal fror er auch. Doch all diese Widrigkeiten hielten ihn nicht davon ab, seinen Auftrag als „Völkerapostel“ gewissenhaft auszuführen. Diesem Auftrag ordnete er alle persönlichen Empfindlichkeiten unter.

Ich wünsche Ihnen viele Aha-Erlebnisse und auch ganz praktische Anregungen durch die Lektüre des zweiten Teils der Apostelgeschichte.

Burkhard Meißner

Bibelstellen-Angaben in Klammern, die nur Kapitel und Vers angeben, beziehen sich immer auf die Apostelgeschichte.

Einführung in die Apostelgeschichte(Teil 2)

Die Schlüssel-Aussage der Apostelgeschichte lautet: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde“ (Kapitel 1,8).

Im zweiten Teil der Apostelgeschichte erleben wir mit, wie sich das Reich Gottes im gesamten Römischen Reich auszubreiten beginnt. Hierbei spielt Saulus alias Paulus eine entscheidende Rolle. Auf seinen ausgedehnten Reisen missioniert er unter Juden und Nichtjuden, gründet Gemeinden, setzt Älteste ein und hilft den Jungbekehrten, im Glauben zu wachsen. Das tut er, indem er die Gemeinden erneut besucht oder ihnen Briefe schreibt. Dabei arbeitet er immer im Team. Seine Missionsreisetätigkeit wird schließlich durch eine Anklage gestoppt. Weil er sich daraufhin auf den Kaiser beruft, gelangt er als Gefangener nach Rom, wo er in leichte Haft genommen wird. An diesem Punkt endet die Apostelgeschichte – aber natürlich nicht die Ausbreitung des Reiches Gottes. Bis heute wird die Apostelgeschichte fortgeschrieben.

Das Alte Testament und die neutestamentliche Gemeinde

Schweigen sich die Propheten über die Gemeinde aus?

„An jenem Tag werden sich viele Völker mir zuwenden. Dann gehören auch sie zu meinem Volk, und ich wohne in eurer Mitte“ (Sacharja 2,15). Spricht Sacharja hier von der neutestamentlichen Gemeinde, zu der außer an Jesus gläubige Juden auch gläubige Heiden gehören? Was Paulus in Epheser 2,11-22 dazu ausführt (bitte lesen!), deutet darauf hin. Doch nach einer verbreiteten Auffassung enthält das Alte Testament keine Aussagen über die Gemeinde beziehungsweise das Gemeindezeitalter. Ist das so? Sollten die Propheten allesamt nichts über die inzwischen 2 000 Jahre gesagt haben? Nichts über die Weltmission, nichts über die Ausbreitung des Reiches Gottes bis heute? Schwer vorstellbar. Petrus jedenfalls machte seinen Zuhörern kurze Zeit nach Pfingsten, der Geburtsstunde der neutestamentlichen Gemeinde, klar: „Und auch alle Propheten – angefangen mit Samuel und dann der Reihe nach alle, die ihm folgten – haben von all dem gesprochen, was in unserer Zeit in Erfüllung gehen soll“ (Kapitel 3,24).

Ein Beispiel für einen prophetischen Hinweis auf die Gemeinde

„Das sind wir, die er berufen hat – nicht nur aus dem jüdischen Volk, sondern auch aus den anderen Völkern. Das ist schon beim Propheten Hosea angekündigt, durch den Gott im Blick auf die anderen Völker sagt: „Ich werde die, die nicht mein Volk sind, ,mein Volk‘ nennen und die Ungeliebten ,Geliebte‘ (Hosea 2,25). Und dieselben Leute, zu denen ich gesagt hatte: ,Ihr seid nicht mein Volk‘, werden dann ,Kinder des lebendigen Gottes‘ genannt werden“ (Hosea 2,1). Über das Volk Israel aber sagt Jesaja …“ (Römer 9,24-27).

Wenn Sie aufmerksam gelesen haben, ist Ihnen aufgefallen, dass Paulus ein Wort, das von Hosea an Israel gerichtet war, nun auf das Volk des Neuen Bundes bezieht: die Gemeinde, das „wahre“ Israel (die gläubigen Juden), das durch gläubige Heiden ergänzt wird (vergleiche Römer 11,17-18). Das Neue Testament zeigt uns, wie das Alte Testament verstanden werden muss! Wie dieses und andere Beispiele zeigen, stimmt die Annahme offenbar nicht, dass die Propheten nichts über die Gemeinde sagten. Auch Jakobus sah das anders: „Simon Petrus hat eben erzählt, wie Gott selbst begonnen hat, unter den Nichtjuden ein Volk zu sammeln, das ihm gehört. Das stimmt mit den Aussagen der Propheten überein […]“ (Apostelgeschichte 15,14-15).

Man spricht auch von uns im Alten Testament

Wenn das so ist, dass die neutestamentliche Gemeinde im Alten Testament erwähnt wird, dann mit ihr auch wir, vorausgesetzt, wir gehören zu Jesus. In diesem Fall wird das Bibellesen noch spannender, weil wir plötzlich im Alten Testament vorkommen – und es dort nicht nur interessante Ausblicke für das Volk Israel in ferner Zeit gibt.

Paulus – Missionar aus Leidenschaft

Wer war dieser Mann, den Jesus in ganz besonderer Weise dazu gebrauchte, das Evangelium, die Gute Nachricht von der Rettung durch den Gottessohn, bis „ans Ende der Welt“ zu bringen?

Paulus vor seiner Bekehrung und Berufung

Einige Eckpunkte: Paulus wurde als Jude in der Diaspora geboren, also nicht in Israel. Als Geburtsstadt gibt er eine kulturell bedeutende Stadt an: „Ich bin ein Jude aus Zilizien, ein Bürger der bekannten Stadt Tarsus“ (Kapitel 22,3). Diese Stadt liegt in der heutigen Türkei ganz im Südosten des Landes. Von Geburt an besaß er das römische Bürgerrecht, das er später auf seinen Missionsreisen hin und wieder nutzte (Kapitel 16,37 und 22,25-27). Seine Vorfahren waren Pharisäer (Kapitel 23,6). Wie damals nicht unüblich hatte er zwei Namen (Kapitel 13,9). Der hebräische lautete Saulus oder Saul (Kapitel 9,4) – wie der Name des ersten Königs von Israel, der ebenfalls zum Stamm Benjamin gehörte (Philipper 3,5) –, der lateinische Paulus. Als sich Saulus in die nichtjüdische Welt begab, wurde er mit seinem lateinischen Namen Paulus genannt (ab 13,9). Schon als Kind kam er nach Jerusalem und wurde gründlich vom angesehenen Pharisäer Gamaliel im „väterlichen Gesetz“, der Thora, unterwiesen (Kapitel 5,34 und 22,3). Auch seine Schwester lebte mit ihrer Familie offenbar in Jerusalem (Kapitel 23,16).

Er bezeichnet sich als „Zelot“ – so lautet das griechische Wort, das häufig mit „Eiferer“ übersetzt wird. Zelot bezeichnete zu diesem Zeitpunkt keinen Widerstandskämpfer gegen die römischen Besatzer, sondern einen leidenschaftlichen Gläubigen. So sagt Paulus von sich: „Ich hatte mich ganz dem jüdischen Glauben verschrieben und übertraf in meinem Eifer (zelotes) die meisten meiner Altersgenossen in unserem Volk. Mit aller Kraft trat ich dafür ein, dass die überlieferten Vorschriften unserer Vorfahren buchstabengetreu erfüllt würden“ (Galater 1,14). Und an die Gemeinde in Philippi schreibt er: „Was die Stellung zum Gesetz angeht, so gehörte ich zur strengen Richtung der Pharisäer. Mein Eifer ging so weit, dass ich die christliche Gemeinde verfolgte. Gemessen an dem, was das Gesetz vorschreibt, stand ich vor Gott ohne Tadel da“ (Philipper 3,5-6). Wie diese Christenverfolgung konkret aussah, beschreibt er König Agrippa so: „Ausgestattet mit einer Vollmacht der führenden Priester brachte ich viele Christen [wörtlich viele der Heiligen] ins Gefängnis und gab meine Stimme gegen sie ab, wenn sie zum Tod verurteilt wurden. In allen Synagogen habe ich immer wieder versucht, sie durch Auspeitschen dahin zu bringen, dass sie ihrem Glauben abschwören. Mein Hass war so groß, dass ich sie sogar noch über die Grenzen des Landes hinaus verfolgen wollte“ (Kapitel 26,10-11).

Paulus nach seiner Bekehrung und Berufung

Dieser „grenzenlosen“ Verfolgung setzt Jesus ein Ende. Als Paulus beziehungsweise Saulus in Damaskus Judenchristen aufspüren will, um sie gefesselt nach Jerusalem zu bringen, stellt sich ihm Jesus entgegen und nimmt ihn in seinen Dienst (Kapitel 9). Sein Auftrag lautet: „Er wird meinen Namen den nichtjüdischen Völkern und ihren Herrschern bekannt machen und auch dem Volk Israel“ (Kapitel 9,15). Diesen Plan hatte Gott für ihn schon gehabt, bevor der kleine Saulus in Tarsus zur Welt kam: „Aber Gott hatte mich in seiner Gnade schon vor meiner Geburt dazu bestimmt, ihm einmal zu dienen. Als die Zeit dafür gekommen war, ließ er mich seinen Sohn erkennen. Die anderen Völker sollten durch mich von ihm erfahren“ (Galater 1,15-16). Solch eine vorgeburtliche Bestimmung hatte der Prophet Jeremia ganz ähnlich erlebt (Jeremia 1,5).

Der „Eiferer“ Paulus behält nach dieser 180-Grad-Wende seinen Missionseifer bei – nur in entgegengesetzter Richtung. Er arbeitet hart für Jesus, legt Tausende Kilometer zurück, wird mehrmals ins Gefängnis geworfen, schwebt oft in Todesgefahr, wird dann und wann zusammengeschlagen, einmal sogar gesteinigt, erleidet dreimal Schiffbruch und leidet immer wieder Hunger und Durst (vergleiche 2. Korinther 11,23-28). Um unabhängig zu bleiben und um niemandem zur Last zu fallen (1. Thessalonicher 2,9), verdient sich Paulus als Zeltmacher seinen Lebensunterhalt (Kapitel 18,3).

Um das Jahr 64 soll Paulus unter Kaiser Nero in Rom den Märtyrertod erlitten haben – durch das Schwert.

Gottes Volk – nach Himmelfahrt

Das Verhältnis von Juden und Heiden – zueinander und zu Jesus – durchzieht die Apostelgeschichte. Jesus hatte vor seiner Himmelfahrt die Apostel beauftragt, bis ans Ende der Welt zu gehen und alle Völker mit der Guten Nachricht zu erreichen (Kapitel 1,8). Doch zunächst reichen alle Gedanken der Apostel nur bis zur Landesgrenze Israels. „Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich wieder her?“, fragen sie ihn kurz vor seinem Weggang (Kapitel 1,6). Den Rest der Welt haben sie noch nicht im Blick. Wie alle Juden betrachten die Apostel die Heiden als unrein und verweigern ihnen die (Tisch-)Gemeinschaft. Das ändert sich erst, als Petrus durch eine Vision klargemacht wird, dass auch die Heiden zu Gottes Volk gehören dürfen Apostelgeschichte 10). Als Petrus der Jerusalemer Gemeinde von seiner Erfahrung mit den zum Glauben gekommenen Heiden berichtet, loben sie Gott: „Gott hat also auch den Nichtjuden die Umkehr zum Leben ermöglicht!“ (Kapitel 11,18). Von da an ist allen klar: Die Heiden, die sich Jesus zuwenden, gehören genauso zu Gottes Volk wie die Juden, die sich Jesus zuwenden. Die Trennlinie verläuft nicht länger zwischen Juden und Heiden, sondern zwischen an (Jesus) gläubigen Juden und Heiden und ungläubigen Juden und Heiden.

Paulus zwischen Juden und Heiden

Eine neue Phase der Mission beginnt mit Paulus. Nach seiner Bekehrung beruft Jesus ihn für eine besondere Aufgabe: „Er soll meinen Namen bei Nichtjuden und ihren Königen genauso bekannt machen wie bei den Israeliten“ (Kapitel 9,15). Das tut Paulus dann auch. Er schreibt später: „Ich schäme mich nicht für die rettende Botschaft. Denn sie ist eine Kraft Gottes, die alle befreit, die darauf vertrauen; zuerst die Juden, aber auch alle anderen Menschen“ (Römer 1,16).

„Zuerst die Juden“ – dieser Regel folgt er auf seinen Missionsreisen. Kommt er in eine neue Stadt, geht er zunächst in die Synagoge oder zu einer jüdischen Gebetsstätte (Kapitel 13,14; 14,1; 16,13; 17,1-2 und 17,10). Erst wenn die Juden das Angebot der Rettung durch Jesus ablehnen, wendet er sich den Heiden zu: „Euch musste als Ersten die Botschaft Gottes verkündet werden. Aber weil ihr nichts davon wissen wollt und euch damit als unwürdig erweist, das ewige Leben zu empfangen, wenden wir uns jetzt an die Nichtjuden“ (Kapitel 13,46). Doch auch wenn Paulus vor allem unter den Heiden missioniert – so abgesprochen mit den Verantwortlichen der Jerusalemer Gemeinde (Galater 2,6-10