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In Cedar Falls steht eine weitere Hochzeit an. Diese soll es mit der ersten Hochzeit von mehreren Paaren in Tying the Knot – Unter der Haube aufnehmen. Statt neun Paaren sind es dieses Mal zwölf. Aber es gibt noch einen weiteren Unterschied: Jesse Grant ist nun Bürgermeister, was bedeutet, dass er plant, die Hochzeit in ein Festival zu verwandeln, das ein ganzes Wochenende lang dauert. Das einzige Problem? Jesse ist zu beschäftigt, um es zu planen, und er denkt, Ryder wäre der Aufgabe nicht gewachsen. Da das Datum schnell näher rückt, müssen sie jemanden finden, der Jesse zusagt und die Aufgabe für ihn erledigt. Micah Grace glaubt, dass er das perfekte Leben führt. Nun, das ist vielleicht etwas übertrieben, denn sein Privatleben führt nirgendwohin, aber beruflich ist er ganz oben. Er ist einer der besten und gefragtesten Hochzeitsplaner in San Francisco. Bis er das plötzlich nicht mehr ist. Mit eingezogenem Schwanz zieht er nach Cedar Falls und ist entschlossen, dieses Hochzeitsfestival am Wochenende zum größten Event zu machen, um seinen Ruf wiederherzustellen, nachdem dieser zerstört wurde. Brayden Lutz liebt sein Leben in Cedar Falls. Er besitzt seinen eigenen Hundesalon namens Doggie Style, und er hat viele Freunde sowie seinen besten Freund Baby, einen deutschen Schäferhund, den er abgöttisch liebt. Für ihn ist alles perfekt. Dann trifft er Micah und irgendetwas macht Klick. Plötzlich weiß Brayden, dass ihm etwas Wichtiges gefehlt hat: ein Sub, der ihm gehört. Wird Brayden Micah überzeugen können, ihnen eine Chance zu geben? Er wird viel Glück brauchen, denn Micah wird auf die Probe gestellt, sobald er in Cedar Falls ankommt und erfährt, dass sich viele der Paare wegen etwas gestritten haben, das beim Junggesellenabschied passiert ist. Für Micah ist das nur der Beweis dafür, dass Liebe nicht von Dauer ist. Während Dinge in Ordnung gebracht werden müssen und er es mit einem Bürgermeister zu tun hat, der seiner Meinung nach völlig verrückt ist, weiß Micah nicht recht, ob er einem Happy End eine Chance geben sollte. Glücklicherweise sind die Einwohner von Cedar Falls wie immer mehr als gern bereit, sich zu engagieren und zu helfen, auch wenn niemand sie darum gebeten hat. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Länge: rund 42.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
ÜBER SHEA BALIK
LESEPROBE:
Doggie Style: Heiße Hunde
In Cedar Falls steht eine weitere Hochzeit an. Diese soll es mit der ersten Hochzeit von mehreren Paaren in Tying the Knot – Unter der Haube aufnehmen. Statt neun Paaren sind es dieses Mal zwölf. Aber es gibt noch einen weiteren Unterschied: Jesse Grant ist nun Bürgermeister, was bedeutet, dass er plant, die Hochzeit in ein Festival zu verwandeln, das ein ganzes Wochenende lang dauert. Das einzige Problem? Jesse ist zu beschäftigt, um es zu planen, und er denkt, Ryder wäre der Aufgabe nicht gewachsen. Da das Datum schnell näher rückt, müssen sie jemanden finden, der Jesse zusagt und die Aufgabe für ihn erledigt.
Micah Grace glaubt, dass er das perfekte Leben führt. Nun, das ist vielleicht etwas übertrieben, denn sein Privatleben führt nirgendwohin, aber beruflich ist er ganz oben. Er ist einer der besten und gefragtesten Hochzeitsplaner in San Francisco. Bis er das plötzlich nicht mehr ist. Mit eingezogenem Schwanz zieht er nach Cedar Falls und ist entschlossen, dieses Hochzeitsfestival am Wochenende zum größten Event zu machen, um seinen Ruf wiederherzustellen, nachdem dieser zerstört wurde.
Brayden Lutz liebt sein Leben in Cedar Falls. Er besitzt seinen eigenen Hundesalon namens Doggie Style, und er hat viele Freunde sowie seinen besten Freund Baby, einen deutschen Schäferhund, den er abgöttisch liebt. Für ihn ist alles perfekt. Dann trifft er Micah und irgendetwas macht Klick. Plötzlich weiß Brayden, dass ihm etwas Wichtiges gefehlt hat: ein Sub, der ihm gehört.
Wird Brayden Micah überzeugen können, ihnen eine Chance zu geben? Er wird viel Glück brauchen, denn Micah wird auf die Probe gestellt, sobald er in Cedar Falls ankommt und erfährt, dass sich viele der Paare wegen etwas gestritten haben, das beim Junggesellenabschied passiert ist. Für Micah ist das nur der Beweis dafür, dass Liebe nicht von Dauer ist. Während Dinge in Ordnung gebracht werden müssen und er es mit einem Bürgermeister zu tun hat, der seiner Meinung nach völlig verrückt ist, weiß Micah nicht recht, ob er einem Happy End eine Chance geben sollte.
Glücklicherweise sind die Einwohner von Cedar Falls wie immer mehr als gern bereit, sich zu engagieren und zu helfen, auch wenn niemand sie darum gebeten hat.
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.
Länge: rund 42.000 Wörter
SHEA BALIK
Doggie Style: Heiße Hunde
Cedar Falls 27
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Doggie Style“:
Shea Balik
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2025
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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„Nein, das wird nicht passieren, Jesse.“
Micah Grace hatte beide Seiten des Gesprächs gehört, obwohl Tag das Telefon am Ohr hatte, als sie in dem geparkten Truck des Mannes auf der Straße vor einem zweistöckigen Backsteingebäude saßen. Hauptsächlich, weil es klang, als wäre dieser Jesse hysterisch, der verlangte, dass Tag den Streit nicht erwähnte, der offenbar bei dem Meeting ausgebrochen war, zu dem Micah unterwegs war, um ein ganzes Festival zu besprechen, das Hochzeiten gewidmet war und in ein paar Monaten stattfinden sollte.
Es gab bereits zwölf männliche Paare, die sich angemeldet hatten, um vom Bürgermeister persönlich getraut zu werden, der – wenn Micah sich nicht täuschte – die Person war, mit der Tag sprach. Angesichts der Größe dieser Veranstaltung und der unterschiedlichen Meinungen der zwölf verschiedenen Paare war es keine Überraschung, dass es Streit gab. Micah wollte den Kopf schütteln, weil – wenn er es richtig gehört hatte – Stripper und Lapdances im Spiel gewesen waren.
Blöde Junggesellenabschiede. Wenn es nach Micah ginge, würde er Paaren verbieten, Junggesellen- und Junggesellinnenabschiede zu feiern, weil sie nur Probleme verursachten. Zu schade, dass ihn niemand danach gefragt hatte, bevor sie losgezogen waren.
Es würde einiges an Arbeit für ihn bedeuten, aber Micah wusste, dass er dabei helfen konnte, die meisten, wenn nicht alle, Paare wieder zusammenzubringen, damit sie an ihrem Hochzeitstag vor dem Altar stehen konnten. Er hatte nur nicht damit gerechnet, dass er das gleich nach seiner Ankunft tun musste.
„Das ist mir egal“, sagte Tag barsch zu Jesse. „Ich werde nicht lügen, also komm damit klar.“ Dann legte er auf und wandte sich mit einem Blick voller Frustration und Bedauern an Micah.
Nachdem er tief durchgeatmet und – wenn Micah sich nicht irrte – im Stillen bis zehn gezählt hatte, erzählte Tag ihm von dem Junggesellenabschied im Stripclub und wie viele der Doms im Moment sehr unzufrieden mit ihren Subs waren. Das Meeting würde also in der folgenden Woche stattfinden, nachdem sich alle beruhigt und einander vergeben hätten.
Micah ließ sich nicht abschrecken, besonders da er dringend ein neues Zuhause finden musste, weil sein bisheriges nach einem Desaster bei einer Hochzeit, das er zwar nicht angerichtet hatte, für das man ihn aber dennoch verantwortlich machte, nicht mehr in Frage kam. Ein Neuanfang am anderen Ende des Landes in einer Kleinstadt mit Anbindung an Orte wie Atlanta und Chattanooga schien alles in allem ideal zu sein.
Ein Klopfen an seinem Fenster ließ ihn aufschrecken. Er hielt sich die Brust, um sein rasendes Herz zu beruhigen, und drehte sich zu demjenigen um, der ihm einen gehörigen Schrecken eingejagt hatte, während Tag das Fenster herunterließ. Micah blinzelte. Dann blinzelte er noch einmal, bevor er aufgeregt grinste.
„Hallo, ich bin Jesse Grant, Bürgermeister von Cedar Falls. Willkommen“, sagte der Mann hastig, bevor Micah überhaupt alles erfassen konnte, was er trug.
Dann wurde plötzlich seine Tür geöffnet und er wurde mit ziemlicher Kraft aus dem Truck gezogen, obwohl Micah fast dreißig Zentimeter größer und mindestens fünfundzwanzig Kilo schwerer war. Der ganze Moment war surreal, denn Jesse quasselte wie wild, als hätte er keinen Aus-Schalter.
„Ich weiß nicht, was Tag dir erzählt hat, aber es ist nicht so schlimm, wie es klingt. Diese Männer lieben sich und würden füreinander sterben, genau wie ich für meinen wunderbaren Ehemann Parker, den ich dir gleich vorstellen werde, aber ich wollte die Dinge erklären, bevor ich ihn einbeziehe, für den Fall, dass er nicht übereinstimmt mit dem, was ich dir erzähle. Ich meine, versteh mich nicht falsch, er ist absolut der Beste, aber es gibt immer noch Dinge, bei denen wir nicht ganz einer Meinung sind. Wie das ganze Filmen der vielen Männer, die in der Öffentlichkeit rummachen. Ich meine, wer würde nicht gerne an einen Ort kommen, an dem er im Grunde genommen Pornos anschauen kann, während er einfach herumläuft? Habe ich recht?“ Er nickte und ließ damit sein langes Haar um seinen Körper herumschwingen.
Da Jesse offenbar keine Antwort brauchte, redete er einfach weiter. Nicht, dass Micah sonderlich überrascht gewesen wäre. Zuerst war er fasziniert gewesen, dass er in dieser kleinen Stadt im Süden jemanden gefunden hatte, der so viel Make-up trug, wie er selbst es normalerweise tat. Der einzige Grund, warum Micah derzeit nicht komplett geschminkt war, war, dass er keinen schlechten Eindruck machen wollte, wenn die Leute hier nicht so tolerant waren, wie Ryder behauptete.
Dann war er begeistert, als er sah, dass Jesse rosafarbene Plateaustiefel mit etwa acht Zentimeter hohen Absätzen trug, in die er blaugrüne Leggings gesteckt hatte. Dazu ein rosafarbenes Oberteil mit blaugrünen langen Ärmeln und blaugrünem Schriftzug auf der Brust. Es war nicht gerade Micahs Geschmack, aber die Tatsache, dass Jesse, der Bürgermeister von Cedar Falls, sich sichtlich wohl damit fühlte, in dem farbenfrohen Outfit herumzulaufen, gab ihm Hoffnung, dass er seinen eigenen Stil zur Schau stellen konnte.
Doch der fortlaufende Monolog wurde durch die Worte auf Jesses Shirt zusammengefasst: Ich bin der Freund, den du deinen anderen Freunden erklären musst, bevor sie mich kennenlernen.
„Ich meine, es ist ja nicht so, als ob jemand fremdgegangen wäre. Es gab nur ein paar Lapdances und größtenteils hat niemand jemanden angefasst. Naja, außer als wir ihnen Geld in die Tangas stopften, aber das war alles nur Spaß. Woher hätte ich wissen sollen, dass unsere Partner sauer werden würden? Ich wusste nicht, dass sie beleidigt sein würden. Besonders Parker. Verdammt, er hat mich direkt dort im Club gefickt. Ich nahm an, dass es ihn nicht störte, was ich getan hatte. Und heute Morgen sagte er dann so was wie ‚du hast meine Gefühle mit Füßen getreten‘ und ‚du hast unsere Ehegelübde komplett zerstört‘, als ob ein dummer Lapdance irgendwas davon bedeuten würde. Ich meine, wir waren betrunken und hatten ein bisschen Spaß. Was war schlimm daran? Es hätte nicht schlimm sein sollen, aber jeder von ihnen ist verdammt wütend auf mich, genauso wie ihre Ehemänner und Verlobten. Das ist nicht richtig. Wir haben nichts falsch gemacht. Oder?“
Als Jesse ihn anblinzelte, wurde Micah klar, dass er etwas sagen sollte. Das Problem? Was Jesse von ihm hören wollte und was Micah empfand, waren zwei verschiedene Dinge. Sein Problem? Wollte er den Bürgermeister der Stadt, in die er ernsthaft ziehen wollte, wirklich verärgern?
„Du lagst falsch, Jesse, und die anderen, die mitgemacht haben, auch.“ Anscheinend hatte Tag keine Probleme damit, zu sagen, was er dachte.
Schimmernde rosa Lippen verzogen sich zu einem finsteren Ausdruck, als Jesse mit einem Stiefel auf den Boden stampfte. „Halt dich da raus, Tag. Niemand hat dich gefragt. Warum sollte es dich überhaupt interessieren? Dein Mann, Mister Brav und Anständig, hat an diesem Abend nichts anderes getan, als uns lächerlich zu machen. Ryder wüsste nicht, wie er Spaß haben soll, selbst wenn es ihn in den Hintern beißen würde.“
Verdammt. Er hatte vergessen, dass der Mann, der ihn hierher geholt hatte, Tags Ehemann war. Micah war verdammt, egal, was er sagte.
Tag grinste boshaft. „Eigentlich macht es mit ihm richtig Spaß, wenn man ihn in den Hintern beißt.“
Jesse verdrehte theatralisch die Augen. „Ich will im Moment wirklich nichts über dein und Ryders Sexleben hören. Warum gehst du nicht weg, damit ich Micah davon überzeugen kann, dass er nach Cedar Falls gehört, bevor du ihn verjagst?“
Tag grunzte. „Ich glaube, du hast da was falsch verstanden. Zehn Minuten mit dir und er rennt über alle Berge davon. Außerdem habe ich sein Gepäck und muss ihn zum Hotel bringen, damit er einchecken kann. Nachdem er die ganze Nacht von der Westküste hergereist ist, möchte er sich bestimmt ausruhen.“
Das stimmte. Micah war müde. Der Nachtflug war ziemlich beschissen. Er flog sowieso nicht besonders gerne, da er ein bisschen unter Reiseübelkeit litt und sein Körper nicht dafür gemacht war, in diese winzigen Sitze zu passen. Außerdem war zwei Reihen von ihm entfernt ein quengeliges Baby gewesen, das nicht aufhörte zu weinen, sodass er nicht schlafen konnte. Nicht, dass er dem Kind oder den Eltern Vorwürfe machte, aber es hatte die unangenehme Situation nur noch schlimmer gemacht.
„Aber ich wollte ihn ein paar Jungs vorstellen.“ Hatte Jesse etwa gerade ernsthaft gejammert?
„Eigentlich hat Tag recht. Der Flug war anstrengend und ich könnte jetzt wirklich ein Nickerchen gebrauchen.“ Das Letzte, was er wollte, war, zu versuchen, eine Gruppe von Männern zu beschwichtigen, die entweder sauer waren oder sich darüber aufregten, dass ihre Partner wütend auf sie waren.
Jesse nickte, als wäre er völlig einverstanden, obwohl er gerade gesagt hatte, dass er es nicht war. „Natürlich.“ Dann sah er Tag anklagend an. „Ich verstehe nicht, warum du die Idee hattest, ihn von seiner dringend benötigten Ruhe abzuhalten. Bring ihn ins Hotel und lass ihn einchecken.“ Dann wandten sich diese dunklen Augen wieder Micah zu. „Ich hole dich morgen früh um Punkt neun ab, damit ich dir unsere wunderschöne Stadt zeigen und dich allen auf der Main Street vorstellen kann, da sie alle zusammen mit den Paaren, die heiraten, am Festival teilnehmen werden.“
Erleichtert, dass er nicht mehr lange nett sein musste, wenn er dringend Schlaf brauchte, lächelte Micah den Bürgermeister an. „Das wäre wunderbar.“
Als er wieder ins Auto stieg, schnallte er sich gewissenhaft an. Dankbar, dass Tag sein Fenster wieder geschlossen hatte, winkte er dem viel zu aufgeregten Jesse nur zu, dessen Arme sich so schnell bewegten, dass man es kaum als Winken bezeichnen konnte, aber andererseits könnte es auch der Jetlag gewesen sein.
„Tut mir leid wegen ihm“, sagte Tag, als sie durch die Stadt fuhren. „Jesse ist … nun ja, zum einen übereifrig, zum anderen eine echte Nervensäge, aber – und es tut mir wirklich weh, das zuzugeben – er hat in den fünf Monaten, in denen er jetzt Bürgermeister ist, Wunder für Cedar Falls vollbracht.“
Das war ein bisschen schwer zu glauben. Er war wie ein überdrehter Welpe. Aus Erfahrung wusste Micah, dass Welpen dazu neigten, Dinge zu zerstören, anstatt sie besser zu machen. Trotzdem wollte er abwarten und sehen.
* * * *
„Steh auf und strahle“, rief eine Stimme aus der weit geöffneten Tür seines Hotelzimmers. Irgendwie war die Tür, von der Micah ganz sicher war, dass er sie gestern, bevor er erschöpft eingeschlafen war, abgeschlossen und verriegelt hatte, nun vollständig geöffnet.
Micah setzte sich hastig auf und sah mit weit aufgerissenen Augen zu, wie Jesse und drei Männer, die er nicht kannte, in sein Zimmer schlenderten. Was zur Hölle sollte das?
„Wie bist du hier reingekommen?“, fragte er … nein, verlangte er zu wissen. Er zog das Laken bis zum Hals hoch und fühlte sich ein wenig überfallen.
Jesse hielt eine Schlüsselkarte hoch.
„Wie bist du an die rangekommen?“ Er wollte auf keinen Fall in einer Stadt bleiben, wo jemand glaubte, er könne einfach in sein Zimmer spazieren, ohne anzuklopfen und hereingebeten zu werden. „Und wie hast du die Verriegelung aufgemacht?“
Die drei Männer bei Jesse lachten, während der Bürgermeister die Achseln zuckte. „Talent“, antwortete er, als würde das alles erklären, was es aber nicht tat.
„Raus.“ Micah zeigte mit dem Finger auf die Tür.
„Aber du bist spät dran und noch nicht aufgestanden, also musste ich dich doch holen kommen.“ Jesse sagte die Worte, als ob sie den größtmöglichen Sinn der Welt ergaben, was definitiv nicht der Fall war.
„Entweder verschwindet ihr, oder ich verlasse Cedar Falls und du suchst dir einen anderen Hochzeitsplaner.“ Bei Micahs Drohung weiteten sich Jesses Augen vor Angst.
Plötzlich schob Jesse die anderen drei zur Tür. „Ihr habt den Mann gehört. Er will euch hier nicht haben. Geht, während ich ihm helfe, sich fertigzumachen.“
Ein Mann sah ihn mit einem lachenden und mitleidigen Ausdruck in den Augen an. Das konnte nichts Gutes bedeuten. Nicht einmal ein bisschen. Es war ihm nicht entgangen, wie Jesse sich selbst davon ausschloss, gehen zu müssen, und er fürchtete, dass er sie nicht alle dazu bringen würde, zu gehen. Vielleicht war es an der Zeit, diesen Job als verloren abzuhaken.
Warum er geglaubt hatte, er könnte eine Chance bekommen und einen Neuanfang schaffen, war ihm ein Rätsel, aber er war noch immer ein bisschen benommen und hatte noch keinen Kaffee getrunken. Er war wirklich nicht bereit, sich mit dem verrückten Bürgermeister auseinanderzusetzen. Nicht so früh am Morgen.
„Oh wow, du hast wirklich Stil“, rief Jesse aus dem Schrank, wo Micah die meisten seiner Klamotten aufgehängt hatte. „Bei der Hose und dem schlichten Pullover, die du gestern getragen hast, hatte ich ernsthaft Angst, dass Ryder den falschen Typen aufgegabelt hat.“
Dann marschierte er mit einem seiner auffallenderen Outfits zurück ins Zimmer. Eine hautenge Lederhose mit einem durchsichtigen, smaragdgrünen rückenfreien Top und dazu passenden grünen Stilettos. „Das ist ein perfektes Outfit, um dich der Gang vorzustellen.“
Das würde ganz sicher nicht passieren.
„Ähm, nein. Ich suche mir mein Outfit selbst aus. Danke.“ Er war sich nicht sicher, wie er den Kerl zum Gehen bewegen sollte, aber er hatte nicht vor, nackt vor jemandem herumzuspazieren, den er nicht kannte. Naja, zumindest wenn es nicht um sexy Vergnügen ging. Aber das war es nicht. Jesse war nicht nur der Bürgermeister und verheiratet, sondern auch soooo gar nicht Micahs Typ. „Und jetzt, wie ich schon gesagt habe, geh, damit ich mich fertigmachen kann.“
Jesse neigte leicht den Kopf, während er Micah anstarrte, als versuchte er zu verstehen, was er sagte. Nachdem eine ganze Minute vergangen war und er die Worte offenbar immer noch nicht deuten konnte, schüttelte er den Kopf, als ob Micah eine Fremdsprache gesprochen hätte. „Aber beste Freunde helfen sich immer gegenseitig, sich fertig zu machen.“
Er winkte mit der Hand in Richtung Tür. „Ich verstehe ja, dass du Ethan, Vail und Flynn noch nicht getroffen hast, aber wir haben uns gestern angefreundet.“ Dann streckte er seinen Arm aus, mit dem er immer noch das Outfit hielt, und schüttelte es. „Und das ist zu wunderschön, um es nicht zu tragen. Es wird ganz Cedar Falls zweifelsohne zeigen, dass du wild bist.“
Die Kleidung würde sicherlich ein Statement abgeben. Er befürchtete nur, dass es lauten würde: „Ich bin zu dämlich, um zu wissen, dass es draußen eiskalt ist“ oder „Ich bin eine Schlampe, weil ich dieses Outfit irgendwo anders als in einem Club trage“. So oder so war es kein Statement, das er an seinem ersten Tag in dieser kleinen Südstaatenstadt mitten in der Bibelregion abgeben wollte. Er war vielleicht ein großer Kerl, aber er wollte trotzdem nicht zusammengeschlagen werden.
„Raus“, sagte er. Und um Jesse klarzumachen, dass er es ernst meinte, sagte er noch einmal: „Oder ich verlasse Cedar Falls innerhalb einer Stunde und komme nie wieder zurück.“
Seine Schultern, von denen er nicht gemerkt hatte, dass sie völlig steif waren, fielen von der Höhe seiner Ohren herab, als Jesse die Klamotten und Schuhe auf das Bett warf und aus dem Zimmer flitzte, als stünde er in Flammen. Endlich.
Micah holte ein paar Mal tief Luft und ließ seinen Körper noch weiter entspannen, bevor er aus dem Bett stieg. Auch wenn er sich nicht mehr wirklich darauf freute, war es Zeit, sich an die Arbeit zu machen. Er hoffte nur, dass er die Erfahrung überleben würde.
Brayden Lutz liebte die entspannte Atmosphäre von Cedar Falls. Er war in Chicago aufgewachsen und hasste die Menschenmassen, den Verkehr und die Hektik, die dort immer herrschten, selbst als seine Eltern in die Vororte gezogen waren, als er fünfzehn Jahre alt war. Aber in Cedar Falls konnte man die Main Street entlangschlendern, ohne Angst haben zu müssen, überfallen zu werden.
Er war etwa zehn bis fünfzehn Minuten von Waldwegen entfernt, wo er einfach durchatmen konnte, normalerweise ohne einer Menschenseele zu begegnen. Der einzige kleine Nachteil war, dass jeder jeden kannte, was bedeutete, dass praktisch jeder das Recht zu haben glaubte, seine Nase in die Angelegenheiten anderer zu stecken. Das war der Hauptgrund, warum er sich geweigert hatte, mit irgendjemandem aus der Stadt auszugehen.
Wenn er Gesellschaft brauchte, ging er in einen der Clubs in Atlanta, und das war immer nur für eine Nacht. Nie länger. Nein. Das Letzte, was er wollte, war, dass die Gerüchteküche anfing, über jeden seiner Schritte mit einem Freund zu spekulieren.
Zuerst war er sich nicht sicher gewesen, wie eine kleine Südstaatenstadt auf einen schwulen Mann reagieren würde. Doch nach einem Jahr in Cedar Falls bemerkte er, dass dort nicht mehr die gleiche Intoleranz herrschte, die ihn beunruhigt hatte. Dann zog Zane zurück in die Stadt, in der er aufgewachsen war, und brachte seine Freunde Jesse und Ethan mit, und Brayden wurden definitiv die Augen geöffnet.
Cedar Falls hatte nicht nur die LGBTQ+-Community mit offenen Armen angenommen, sondern schien auch nichts gegen den BDSM-Lifestyle zu haben, den viele der derzeitigen Bewohner bevorzugten. So viel Glück. Er war seit über zehn Jahren ein Dom und selbst in Städten wurde es nicht immer akzeptiert, wenn man nicht bei seiner Gruppe blieb.
Aber in Cedar Falls taten die Paare, die diesen Lebensstil führten, dies ganz offen. Zwar war es nicht so, dass jemand in der Öffentlichkeit den Hintern versohlt bekam, aber es wurden Halsbänder getragen und Leute wie Bram, der Ethans Dom war, nannten ihn Junge und warnten ihn davor, sich eine Strafe einzuhandeln, ohne sich darum zu kümmern, wer es hörte.
Es war, gelinde gesagt, erfrischend. Dennoch tat Brayden sein Bestes, den größten Teil davon zu ignorieren, weil er das Gefühl hatte, es ginge ihn nichts an, was im Leben anderer Paare passierte. Aber das war nicht immer möglich.
Ein typisches Beispiel dafür waren Vail und Macon. Vail arbeitete für ihn und Macon war Vails Cousin. Sie waren beide Subs und sie, wie auch viele ihrer anderen Sub-Freunde, fanden es völlig in Ordnung, in seinen Hundesalon namens Doggie Style zu kommen und lautstark über ihre Aktivitäten mit ihren Doms zu sprechen. Und genau das passierte, zu seinem großen Verdruss, an diesem Morgen.
„Ich weiß, er war einer der wenigen, die nicht im Hotel geschlafen haben, aber er will nicht mal mehr in unserem Bett schlafen“, jammerte Macon, und seine Worte waren kaum zu hören wegen des Schluchzens, das, da war Brayden sicher, im ganzen Laden zu hören war.
„Wenigstens ist er in eurem Haus geblieben“, brummelte Ethan. „Selbst mein ununterbrochenes Fluchen in den letzten Tagen hat keine Reaktion hervorgerufen. Kein ‚Junge‘. Keine Warnung, wie viele Strafen ich bekommen werde. Nichts. Verdammt, außer mir zu sagen, dass er über mein Verhalten im Stripclub verärgert ist, hat er kein einziges Wort gesagt.“
„Wir hätten wirklich auf unser Bauchgefühl hören sollen, als wir Jesse ursprünglich sagten, dass wir keinen Lapdance wollten“, sagte Vail zu ihnen.
„Das hätten wir vielleicht, aber dann hat Jesse drei Shots hintereinander bestellt und plötzlich schienen all unsere Einwände kein Grund mehr zu sein, nicht mitzumachen.“
Brayden war sich nicht ganz sicher, aber er glaubte, dass Flynn das gesagt hatte. Der kam nicht so oft vorbei wie die anderen.
„Was zum Teufel macht ihr vier hier … Weint ihr?“, schrie Jesse praktisch.
Wenn jemand im Wartebereich war und sein Haustier ablieferte oder abholen wollte, würde er das hören. Seufzend nahm Brayden den Hund, an dem er gerade arbeitete, und setzte ihn auf den Boden. Eine Kette sicherte ihn davor, aus der Tür zu laufen. Er legte ein paar Spielzeuge auf den Boden, mit denen das Tier spielen konnte, und ging zu Vails Zimmer. Es war an der Zeit, diese Männer daran zu erinnern, dass dies ein Geschäft war, und er erwartete von ihnen, besonders von Vail, dass sie sich professionell verhielten.
„Ihr dürft nicht weinen. Ihr solltet mir helfen, Micah davon zu überzeugen, wie toll Cedar Falls ist. Wie soll er jemals bleiben und das Hochzeitsfestival planen, wenn sich alle Paare streiten? Ich bestehe darauf, dass ihr einen Weg findet, euch zu versöhnen, damit er bleibt.“ Jesse kreischte den letzten Teil praktisch.
Brayden hätte wirklich darauf bestehen sollen, dass Vail den zweiten Raum links nahm, anstatt ihm den rechten zu überlassen.