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»Doch bevor er darüber nachdenken konnte, trieb er schon in den verschwommenen Bereichen zwischen Wachen und Schlafen. Als das Rauschen des Windes an seine Ohren drang, wurde ihm klar, dass er es schon seit einer Weile hörte. Das Geräusch wirkte unheimlich, wie der Vorbote einer Katastrophe. Und dann bewegte sich etwas vor ihm. Zuerst dachte Lennard, es sei ein Mensch. Doch je näher die Gestalt kam, desto deutlicher wurde, dass sie nur eine grobe Nachahmung eines Menschen war. Ihr Körper bestand aus wirbelndem Gras, ihre Augen waren zwei leere Löcher, aus denen kühler Wind strömte. »Wer bist du?«, fragte Lennard. Seine Stimme klang heiser vor Anspannung.«
Mit jeder Nacht, in der Investmentbanker David Lennard von Emily träumt, wird die Macht des mysteriösen Mädchens stärker. Allmählich beginnt er, an seinem Verstand zu zweifeln. Ist sie wirklich nur ein Traum oder real? Und warum hat sie sich gerade ihn ausgesucht?
Erst sehr spät erkennt er die grauenvolle Wahrheit …
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Bernd Teuber & Stephan Peters
Kannibalistische Triebe
Grusel-Roman
Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv
Nach Motiven von Stephan Peters.
Cover: © by Steve Mayer, mit einem eigenen Motiv von eedebee (KI), 2024
Korrektorat: Bärenklau Exklusiv
Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang
www.baerenklauexklusiv.de / info.baerenklauexklusiv.de
Die Handlungen dieser Geschichte ist frei erfunden sowie die Namen der Protagonisten und Firmen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.
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Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
Kannibalistische Triebe
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
15. Kapitel
16. Kapitel
17. Kapitel
18. Kapitel
19. Kapitel
20. Kapitel
21. Kapitel
»Doch bevor er darüber nachdenken konnte, trieb er schon in den verschwommenen Bereichen zwischen Wachen und Schlafen. Als das Rauschen des Windes an seine Ohren drang, wurde ihm klar, dass er es schon seit einer Weile hörte. Das Geräusch wirkte unheimlich, wie der Vorbote einer Katastrophe. Und dann bewegte sich etwas vor ihm. Zuerst dachte Lennard, es sei ein Mensch. Doch je näher die Gestalt kam, desto deutlicher wurde, dass sie nur eine grobe Nachahmung eines Menschen war. Ihr Körper bestand aus wirbelndem Gras, ihre Augen waren zwei leere Löcher, aus denen kühler Wind strömte. »Wer bist du?«, fragte Lennard. Seine Stimme klang heiser vor Anspannung.«
Mit jeder Nacht, in der Investmentbanker David Lennard von Emily träumt, wird die Macht des mysteriösen Mädchens stärker. Allmählich beginnt er, an seinem Verstand zu zweifeln. Ist sie wirklich nur ein Traum oder real? Und warum hat sie sich gerade ihn ausgesucht?
Erst sehr spät erkennt er die grauenvolle Wahrheit …
***
Bernd Teuber & Stephan Peters
Endlich Feierabend, dachte David Lennard.
Während er den Computer herunterfuhr, wurde die Tür geöffnet und sein Kollege Gerd Siebert betrat das Büro.
»Kommst du noch mit auf einen kleinen Absacker?«, erkundigte er sich. »Sabine, Jens und ich wollten noch in die neue Bar an der Ecke. Die mit den abgefahrenen Cocktails und der Jazzband.«
Lennard schüttelte den Kopf. »Nein, danke. Heute nicht. Ich habe genug. Außerdem, Cocktails und Jazz? Ist das wirklich mein Ding?«
»Warum nicht? Hast du noch eine Verabredung?«, fragte Siebert grinsend. Er wusste, dass Lennard Junggeselle war und ständig neue Frauenbekanntschaften hatte.
»Nein, habe ich nicht«, lautete die Antwort.
»Na, dann solltest du mal ein bisschen aus deiner Komfortzone herauskommen. Wann warst du das letzte Mal abends unterwegs? Ich meine nicht aus beruflichen Gründen?«
Lennard zögerte einen Moment. »Hmm … ehrlich gesagt, keine Ahnung. Aber ich finde, dass ich meinen Feierabend ruhig verbringen sollte. Ich habe den ganzen Tag Leute um mich, weißt du?«
»Ruhig verbringen?«, fragte Siebert überrascht. »David, das ist doch kein Leben! Du bist 35, nicht 75. Du kannst dich am Wochenende auf die Couch setzen. Heute Abend aber – heute Abend wird gefeiert.«
»Und was genau feiern wir?«
Siebert lachte. »Feierabend natürlich! Das ist doch ein Grund, oder?«
»Ja, aber trotzdem bin ich wirklich nicht in der Stimmung. Ihr habt doch auch ohne mich Spaß.«
»Es geht doch nicht nur um Spaß«, entgegnete Siebert. »Es geht darum, die Kollegen auch mal außerhalb des Büros zu sehen, ein bisschen loszulassen. Du arbeitest hart, keiner bezweifelt das. Aber manchmal brauchst du auch eine Pause, um wieder Energie zu tanken, und ehrlich, ich habe keine Lust, mit Jens alleine über seine neuesten Fitnessabenteuer zu reden.«
»Okay, der Fitness-Talk ist wirklich eine Herausforderung.«
Siebert grinste. »Eben. Und stell dir vor: Ein Drink, entspannte Musik, vielleicht sogar ein Gespräch, das nichts mit Zahlen, Charts oder Kreditbewilligungen zu hat. Revolutionär, oder?«
»Du gibst wirklich nie auf, was?«
»Niemals. Ich bin hartnäckig.«
»Ich auch, das kannst du mir glauben. Mir ist heute wirklich nicht nach Ausgehen zumute.«
Er zuckte mit den Schultern. »Na gut, dann wünsche ich dir einen schönen Feierabend.«
»Danke gleichfalls.«
Siebert verschwand und schloss die Tür hinter sich. An jedem anderen Abend wäre Lennard gerne mitgegangen, aber heute hatte er keine Lust. Er fühlte sich nicht gut. Außerdem war die Ahnung, dass etwas Ungewöhnliches bevorstand, im Verlauf des Tages immer stärker geworden. Er versuchte zu raten, was es sein könnte. Sollte er darauf zugehen, was er erwartete … oder lieber in die andere Richtung laufen?
Lennard drückte die Hände gegen seine Schläfen. Plötzlich fühlte er sich sehr müde … und irgendwie schwindelig. Er lehnte sich haltsuchend gegen seinen Bürostuhl. Ich glaube, ich lasse das Abendessen ausfallen und versuche, etwas Schlaf zu bekommen, überlegte er. Ich bin verdammt müde … vermutlich ist der Stress daran schuld.
Lennard schloss die Bürotür, verließ das Gebäude und ging zu seinem Wagen, der auf dem Parkplatz stand. Als er einstieg, spürte er wieder die Kopfschmerzen, die ihn schon den ganzen Nachmittag gequält hatten. Irgendetwas stimmte wirklich nicht mit ihm. Hoffentlich wurde er nicht krank. In der nächsten Woche standen ein paar wichtige Geschäftsabschlüsse an. Die durfte er auf keinen Fall verpassen. Immerhin bekam er für jeden Vertrag eine satte Provision.
Lennard startete den Motor, lenkte den BMW vom Parkplatz und fädelte sich in den fließenden Verkehr ein. Glücklicherweise waren nicht allzu viele Fahrzeuge unterwegs, deshalb kam er zügig voran.
Lennard war fünfunddreißig Jahre alt, groß, schlank, hatte dunkelblondes Haar und graue wache Augen. Sein Mund war fest, das Kinn schob sich energisch vor. Er trug einen dunkelblauen Anzug, schwarze Halbschuhe und eine dunkelrote Krawatte. Lennard war das herausragende Beispiel eines Mannes, der eine erfolgreiche Karriere als Banker gemacht hatte. Geboren und aufgewachsen in einer Kleinstadt, zeigte er schon früh ein starkes Interesse an Zahlen und Wirtschaft. Nach dem Abitur entschied er sich, Betriebswirtschaftslehre zu studieren, die er mit Auszeichnung abschloss.
Er setzte seine Ausbildung mit einem Master in Finanzen und einem MBA fort. Schon während seines Studiums sammelte Lennard Erfahrungen durch Praktika bei bekannten Banken und Finanzinstituten. Diese frühen Berufserfahrungen legten den Grundstein für sein tiefes Verständnis der Finanzmärkte und seiner Fähigkeit, theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen.
Nach dem Abschluss seines Studiums begann Lennard seine Karriere als Analyst bei einer führenden Investmentbank in Frankfurt. Durch seine herausragenden analytischen Fähigkeiten und sein Engagement stieg er schnell die Karriereleiter hinauf. Innerhalb weniger Jahre wurde er zum Associate befördert und übernahm zunehmend Verantwortung in der Beratung großer Unternehmen und institutioneller Investoren.
Ein wesentlicher Faktor für Lennards Erfolg war sein Talent im Beziehungsmanagement. Er baute ein weitreichendes Netzwerk von Kontakten auf, indem er regelmäßig an Branchenveranstaltungen teilnahm und aktiv das Gespräch mit Kollegen und Kunden suchte. Sein Ruf als verlässlicher und kompetenter Partner sprach sich schnell herum, und er konnte eine loyale Kundschaft aufbauen, die ihm auch in schwierigen Zeiten die Treue hielt.
Lennard war stets für seine Integrität und sein ethisches Verhalten bekannt. In einer Branche, die oft von Skandalen und zweifelhaften Praktiken erschüttert wurde, hielt er sich stets an höchste Standards. Er handelte immer im besten Interesse seiner Kunden und schaffte es so, langfristiges Vertrauen aufzubauen. Sein Verhalten und seine Transparenz führten dazu, dass er nie in Schwierigkeiten geriet und stets das Vertrauen seiner Vorgesetzten und Kollegen genoss.
Lennard erreichte sein Zuhause. Er parkte den Wagen am Straßenrand, stieg aus, betrat das Mehrfamilienhaus und stieg die Stufen in den zweiten Stock empor. Während er die Tür aufschloss, registrierte er, dass die Kopfschmerzen allmählich nachließen.
Er stellte seinen Aktenkoffer in den Flur, schloss die Tür und seufzte leise, als er sich mit dem Rücken gegen die Wand lehnte. Die Stille des Apartments wirkte wie ein Kontrastprogramm zu dem Tumult des Tages. Zwölf Stunden Meetings, endlose Anrufe, und ein unerwarteter Crash auf dem asiatischen Markt – und natürlich die konstanten Erwartungen, immer alles im Griff zu haben. Ein Investmentbanker durfte keine Schwäche zeigen.
Lennard ging zum Badezimmer. Er tastete nach dem Lichtschalter. Mit einem dumpfen Klicken flammte die Neonleuchte unter der Decke auf. Er blinzelte ins grelle Licht, als hätte er einen Suchscheinwerfer eingeschaltet. Das unangenehme Ziehen in seiner Blase wurde deutlicher. Ohne weitere Verzögerung stellte er sich vor die Toilette und klappte den Deckel hoch.
Doch kaum war er bereit, geschah das Undenkbare: Das Wasser in der Leitung begann plötzlich zu rauschen, und die Dusche – die er gestern Abend noch repariert hatte – begann von alleine zu tropfen. Ein rhythmisches Pling, Pling erfüllte den Raum. Lennard fühlte, wie seine Konzentration nachließ.
»Nicht jetzt«, murmelte er.
Aber sein Körper schien anderer Meinung zu sein. Er konnte sich nicht entspannen. Das grelle Licht, das Tropfen – alles war gegen ihn.
Schließlich wandte er sich resigniert ab, ließ das Wasser laufen und starrte in den Spiegel über dem Waschbecken. Seine Augen wirkten müder, als sie sollten. Ein schwaches Lächeln umspielte seine Lippen.
»Das ist das Highlight am Abend, ein epischer Kampf mit der eigenen Blase.«
Ein letzter Versuch. Er atmete tief durch, schloss die Augen und konzentrierte sich. Und dann – endlich – kam die erlösende Entspannung.
»Danke«, murmelte Lennard erleichtert.
Das Badezimmer war still. Das Tropfen hörte auf. Alles fühlte sich wieder im Gleichgewicht an. Zufrieden ging er ins Wohnzimmer, trat an die Bar und goss sich einen Whisky ein. Das Glas leerte er in einem Zug. Wohlige Wärme breitete sich in seinem Körper aus. Lennard genehmigte sich noch ein zweites Glas. Dann trat er an die bodentiefen Fenster und betrachtete das Panorama der Stadt. Die Lichter, die Bewegung, die Geschwindigkeit – es war die Welt, die er sich ausgesucht hatte, eine, in dem Stillstand gleichbedeutend mit Rückschritt war.
Lennard war nicht hungrig, aber er wusste, dass er etwas essen musste. Er ging in die Küche, wo die glänzenden Oberflächen fast unberührt wirkten. Hier war nichts Persönliches, keine Fotos, keine Notizen. Alles funktional, alles perfekt. Es war, als wollte die Küche sagen: »Ich bin bereit, wenn du es bist.«
Er öffnete den Kühlschrank. In den Regalen standen Behälter mit vorgekochtem Essen. Huhn mit Brokkoli und Reis. Lachs mit Quinoa. Es war alles da, genau wie seine Ernährungsexpertin es vor Monaten empfohlen hatte. Aber heute Abend fühlte sich der Gedanke an trockenes Huhn und dampfenden Brokkoli an wie eine zusätzliche Belastung.
Stattdessen griff er zur Tiefkühlpizza, die er irgendwo hinten im Gefrierfach gefunden hatte. Ein Relikt aus einem seltenen Moment der Rebellion gegen seine durchstrukturierte Lebensweise. Er legte die Pizza in den Ofen und stellte den Timer auf 15 Minuten. Während er wartete, füllte er ein Glas mit Rotwein – einer teuren Flasche Pinot Noir, die ihm ein Kollege geschenkt hatte. Es war ihm egal, ob sie zu Pizza passte oder nicht. Heute Abend war kein Abend für Perfektion.
Mit dem Glas in der Hand ließ er sich auf die Ledercouch im Wohnzimmer sinken und streckte die Beine aus.