3,99 €
Marina Gerbig will nicht immer nur von der großen Liebe träumen. Eine günstige Gelegenheit ergibt sich, als sie und der Fotograf Andre Wulf eine Reportage über eine neue Ferienanlage machen sollen. Eine Autopanne zwingt sie, Zuflucht in dem Haus eines seltsamen Paares zu suchen. Dort nimmt Marina ihren ganzen Mut zusammen und fragt Andre, ob er mit ihr schlafen will.
Dem erotischen Verlangen folgt bald ein schreckliches Erwachen, denn irgendetwas stimmt nicht mit dem alten Gebäude. Während Andre Hilfe holt, wird Marina Zeugin unheimlicher Aktivitäten. Und plötzlich erwacht das Haus zum Leben. Die Grenzen zwischen Realität und Wahnsinn verschwimmen immer mehr.
Schon bald müssen sich Andre und Marina der Wahrheit stellen. Etwas Dunkles hat von dem Haus Besitz ergriffen. Und es wird mit jeder Sekunde mächtiger. Für die beiden beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um dem Albtraum zu entkommen, der sie umgibt.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2025
Bernd Teuber & Stephan Peters
Flammen des
Wahnsinns
Horror-Roman
Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv
Nach Motiven von Stephan Peters.
Cover: © by Steve Mayer, mit einem eigenen Motiv von eedebee (KI), 2025
Korrektorat: Bärenklau Exklusiv
Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang
www.baerenklauexklusiv.de / info.baerenklauexklusiv.de
Die Handlungen dieser Geschichte ist frei erfunden sowie die Namen der Protagonisten und Firmen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.
Alle Rechte vorbehalten
Das Copyright auf den Text oder andere Medien und Illustrationen und Bilder erlaubt es KIs/AIs und allen damit in Verbindung stehenden Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren oder damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung erstellen, zeitlich und räumlich unbegrenzt nicht, diesen Text oder auch nur Teile davon als Vorlage zu nutzen, und damit auch nicht allen Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs nutzen, diesen Text oder Teile daraus für ihre Texte zu verwenden, um daraus neue, eigene Texte im Stil des ursprünglichen Autors oder ähnlich zu generieren. Es haften alle Firmen und menschlichen Personen, die mit dieser menschlichen Roman-Vorlage einen neuen Text über eine KI/AI in der Art des ursprünglichen Autors erzeugen, sowie alle Firmen, menschlichen Personen , welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren um damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung zu erstellen; das Copyright für diesen Impressumstext sowie artverwandte Abwandlungen davon liegt zeitlich und räumlich unbegrenzt bei Bärenklau Exklusiv. Hiermit untersagen wir ausdrücklich die Nutzung unserer Texte nach §44b Urheberrechtsgesetz Absatz 2 Satz 1 und behalten uns dieses Recht selbst vor. 13.07.2023
Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
Flammen des Wahnsinns
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
15. Kapitel
16. Kapitel
17. Kapitel
18. Kapitel
19. Kapitel
20. Kapitel
21. Kapitel
22. Kapitel
23. Kapitel
24. Kapitel
25. Kapitel
26. Kapitel
27. Kapitel
Marina Gerbig will nicht immer nur von der großen Liebe träumen. Eine günstige Gelegenheit ergibt sich, als sie und der Fotograf Andre Wulf eine Reportage über eine neue Ferienanlage machen sollen. Eine Autopanne zwingt sie, Zuflucht in dem Haus eines seltsamen Paares zu suchen. Dort nimmt Marina ihren ganzen Mut zusammen und fragt Andre, ob er mit ihr schlafen will.
Dem erotischen Verlangen folgt bald ein schreckliches Erwachen, denn irgendetwas stimmt nicht mit dem alten Gebäude. Während Andre Hilfe holt, wird Marina Zeugin unheimlicher Aktivitäten. Und plötzlich erwacht das Haus zum Leben. Die Grenzen zwischen Realität und Wahnsinn verschwimmen immer mehr.
Schon bald müssen sich Andre und Marina der Wahrheit stellen. Etwas Dunkles hat von dem Haus Besitz ergriffen. Und es wird mit jeder Sekunde mächtiger. Für die beiden beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um dem Albtraum zu entkommen, der sie umgibt.
***
Bernd Teuber & Stephan Peters
Andre Wulf ging durch eine menschenleere Straße. Es war Nacht. Ein düsterer Himmel spannte sich über ihm. Der Wind heulte, und das Echo seiner Schritte hallte von den hässlichen verkohlten Gebäuden wider. Brandgeruch lag in der Luft. Was Andre am meisten verunsicherte, war die Tatsache, dass er keine Kamera bei sich hatte. Er arbeitete als Fotograf. Seine Kamera war nicht nur ein Werkzeug, sondern ein Schutzschild, ein Weg, um sich von der Welt zu distanzieren, die er dokumentierte.
Plötzlich bemerkte er, dass etwas nicht stimmte. Ein leises Knistern ertönte, das sich schnell zu einem donnernden Rauschen steigerte. Andre drehte sich um und sah, wie aus einer kleinen Flamme ein infernalischer Feuersturm wurde, der sich mit erschreckender Geschwindigkeit ausbreitete. Die Flammen waren lebendig, schienen ihn zu verfolgen, wie Raubtiere ihre Beute. Panik ergriff ihn. Er rannte, so schnell ihn seine Beine tragen konnten. Die Straße schien endlos.
Keine Gasse, keine Tür bot ihm Schutz. Die Flammen schlossen sich immer enger um ihn, während er keuchend und schweißgebadet vor ihnen flüchtete. Sein Atem ging stoßweise. Seine Beine waren schwer wie Blei, doch er konnte nicht anhalten. Das Feuer zischte und knisterte. Die Hitze war beinahe greifbar. Andre keuchte. Die Welt um ihn herum begann, sich zu verformen. Gebäude schmolzen, Straßen verwandelten sich in glühende Lava. Der Himmel wurde zu einem brodelnden Meer aus Flammen.
Inmitten dieses Chaos hörte Andre eine Stimme. Sie war nicht menschlich, sondern ein tiefes, bedrohliches Flüstern, das sich direkt in seinen Kopf zu bohren schien. »Das Feuer wird dich vernichten, aber du kannst nichts dagegen unternehmen.«
Die Worte trafen Andre wie ein Schlag. Er blieb stehen, unfähig, weiterzulaufen. Die Flammen rückten näher. Ihre Hitze brannte auf seiner Haut, doch er konnte die Stimme nicht ignorieren.
»Ich bin unschuldig«, stammelte er. »Ich habe nichts getan.«
»Das spielt keine Rolle«, entgegnete die Stimme spöttisch. Sie wurde lauter, intensiver, wie ein Chor aus Tausenden.
Die Flammen hatten ihn fast erreicht. Er spürte, wie sein Hemd Feuer fing, wie die Hitze seinen Atem raubte.
Andre erwachte mit einem Keuchen und saß aufrecht in seinem Bett. Schweiß lief ihm über das Gesicht. Sein Herz raste. Verwirrt schaute er sich um. Er brauchte einige Sekunden, um zu realisieren, wo er sich befand. Ein Albtraum, dachte er. Nur ein Albtraum. Er wischte sich mit der Hand den Schweiß vom Gesicht. Langsam ließ das Herzklopfen nach. Andre atmete tief durch und entspannte sich.
Er kletterte aus dem Bett und ging in die Küche. Der Boden unter seinen nackten Füßen war kalt. Das schwache Licht des Morgens fiel durch das Fenster. Andre griff nach der Kanne, füllte Wasser ein und begann, frischen Kaffee zu kochen. Der Duft von Röstbohnen bereitete sich aus. Die Maschine blubberte leise.
Während er wartete, lehnte er sich an die Arbeitsplatte und versuchte, die Bilder des Albtraums aus seinem Kopf zu verbannen. Doch die Flammen und die Stimme waren noch so lebendig, als hätte all das stattgefunden. Was sollte das bedeuten? War es ein Zeichen, eine Botschaft? Andre hatte keine Antworten, nur Fragen, die wie Knoten in seinem Verstand festsaßen.
Der Kaffee war fertig. Andre schenkte sich eine Tasse ein und setzte sich an den kleinen Holztisch in der Ecke der Küche. Draußen begannen die Vögel zu singen. Die Welt erwachte langsam zum Leben. Doch in seinem Inneren herrschte immer noch Unruhe. Er trank einen Schluck. Der heiße Kaffee brannte auf seiner Zunge, doch es war ein willkommener Schmerz, der ihn aus seinen Gedanken riss.
Er versuchte, die Ursachen des Albtraums logisch zu durchdenken. War es die Überarbeitung? Oder war es etwas Tieferes, das er noch nicht verstand? Nacht für Nacht kamen diese Albträume. Immer waren es Flammen und beißender Qualm, die ihn urplötzlich im Schlaf überfielen und alle anderen Träume abrupt verdrängten. Mit ihnen kamen die Angst vor dem Verbrennen und die Schmerzen, die er selbst im Schlaf verspürte, als wären sie Real.
Vielleicht sollte er zu einem Psychiater gehen. Es musste etwas Verschüttetes in seinem Unterbewusstsein geben, das er allein nicht bewältigen und verarbeiten konnte. Er hatte schon oft über solche Dinge gelesen. Ach Blödsinn, verwarf er den Gedanken wieder. Ich bin doch nicht verrückt. Es wird schon wieder werden. Das hoffte er zumindest.
Marina Gerbig ließ ihre Finger über die Computertastatur fliegen und schrieb gerade den letzten Satz ihres Artikels, als sich die Gegensprechanlage meldete.
»Kannst du mal eben in mein Büro kommen?«, fragte ihr Vater. »Natürlich nur, wenn du Zeit hast.«
Sofort verschlechterte sich ihre Stimmung. Ihr Vater war der Herausgeber des Hochglanzmagazins KulturRadar. Schon seit einiger Zeit arbeitete er daran, die Zeitschrift aufzupeppen. Er hatte einen neuen Artdirektor eingestellt, um etwas an dem biederen Image und den sinkenden Auflagenzahlen zu ändern. Aber bis jetzt hatten sich seine Bemühungen noch nicht ausgezahlt. Erschwerend kam hinzu, dass das Internet immer mehr an Bedeutung gewann.
Die Medienlandschaft hatte sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Traditionelle Zeitschriften, einst das Fundament der Informations- und Unterhaltungsbranche, standen zunehmend im Schatten digitaler Angebote. Dank des Internets konnten Leser auf eine Fülle von Nachrichten, Artikeln und Meinungen zugreifen – oft kostenlos und in Echtzeit.
Während gedruckte Zeitschriften wöchentlich oder monatlich erschienen, boten Online-Portale eine kontinuierliche Aktualisierung. Diese permanente Verfügbarkeit machte digitale Formate besonders attraktiv, insbesondere für jüngere Generationen, die mit Smartphones und sozialen Medien aufgewachsen waren. Interaktive Inhalte wie Videos, Podcasts und Kommentare erhöhten zusätzlich die Nutzerbindung.
Zudem waren die Kosten ein entscheidender Faktor. Online-Angebote erforderten keine teuren Druck- und Vertriebskosten. Dies ermöglichte niedrigere Preise oder sogar kostenfreien Zugang, was den Wettbewerb für traditionelle Zeitschriften erschwerte. Gleichzeitig kämpften Verlage mit sinkenden Abonnentenzahlen und Anzeigenumsätzen.
Doch dieser Wandel war nicht nur negativ. Einige etablierte Magazine hatten den Sprung ins Digitale erfolgreich gemeistert und boten Abos für ihre Online-Inhalte an. Die Zukunft lag wohl in hybriden Modellen. Dennoch blieb eines klar: Die Dominanz gedruckter Zeitschriften schwand immer mehr, während das Internet die Medienwelt revolutionierte. Wenn ihr Vater das nur auch endlich akzeptieren würde.
Marina drückte den Knopf auf der Gegensprechanlage. »Ich komme sofort.«
Sie speicherte ihren Artikel ab, schaltete den Computer aus und verließ ihr Büro. Auf dem Gang wäre sie beinahe mit einer vertrauten Gestalt in Lederkleidung zusammengeprallt. Er sprang gerade noch rechtzeitig zurück, doch die Satteltasche, die er über die Schulter geworfen hatte, ging auf. Mehrere Umschläge fielen heraus.
»Oh, tut mir leid.« Andre Wulf, Fotograf der Zeitschrift und ihrem Vater wegen seiner unkonventionellen Art ein Dorn im Auge, stützte sie. »Ich habe Sie nicht gesehen.«
Marina befreite sich von ihm. Seine Finger streiften ihre Bluse. Mit seinen vom Wind zerzausten, schulterlangen, braunen Haaren und seiner Lederjacke, unter der er ein weißes T-Shirt trug, fiel er unter den Verlagsangestellten in Anzug und Krawatte auf wie ein Löwe unter Kaninchen. Und für Marina war er ebenso gefährlich. Er besaß nämlich die Fähigkeit, sie nervös zu machen, obwohl sie sich alle Mühe gab, gelassen zu bleiben. Vielleicht lag es an der Art, wie er sie mit seinen dunklen Augen musterte. Oder es lag an dem offenkundigen Spaß, den ihm sein in jeder Hinsicht unangepasstes Verhalten bereitete.
Möglicherweise lag es aber auch daran, dass ihr jedes Mal heiß wurde, wenn er in ihrer Nähe war, an diesem ungewollten Aufflackern von Verlangen, dass sie daran erinnerte, dass sie eine Frau war und Andre ein Mann. Trotz der automatischen Reaktion ihres Körpers wollte sie jedoch nichts mit ihm zu tun haben.
»Wohin so eilig?«, fragte er.
Sie verbarg ihre Gereiztheit, bückte sich und sammelte die herausgefallenen Umschläge mit den Abzügen ein. Als sie sich aufrichtete, ging einer der Umschläge auf. Ein Farbfoto fiel heraus. Sie starrte das Bild an und errötete. Es zeigte eine nackte Frau mit großen Brüsten, die in einem Sessel saß. Das Gesicht war hinter ihren Haaren verborgen, und die Beine weit gespreizt.
»Entschuldigung.« Andre nahm ihr das Foto aus der Hand.
»Was … was machen Sie damit?« Marina versuchte, ruhig zu bleiben, obwohl ihr Herz wild pochte.
Andre lächelte. »Wussten Sie’s noch nicht? Wir wollen die Leserschaft von KulturRadar vergrößern. Deshalb soll in der Mitte ein aufklappbares Aktfoto präsentiert werden.«
Natürlich wusste Marina, dass er log, aber sie beschloss, sein Spiel mitzuspielen. »Interessant. Und natürlich haben Sie sich sofort freiwillig gemeldet.«
»Selbstverständlich.«
»Haben Sie dieses Foto gemacht?« Marina deutete auf das Bild und versuchte, es nicht anzustarren. Es war erotisch, ohne pornografisch zu sein. Es wirkte sogar künstlerisch, das sah sie auf den ersten Blick.
»Ja«, antwortete er, schob das Foto zurück in den Umschlag und verstaute ihn in der Satteltasche. »Vielleicht möchten Sie ja mal für mich posieren. Ihrem Vater würde das bestimmt gefallen.«
Sie wich einen Schritt zurück. »Was hat mein Vater denn damit zu tun?«
»Na ja, ich dachte …«
»Außerdem habe ich nicht die Absicht, mich vor Ihnen auszuziehen.«
Andre zuckte mit den Schultern. »Das überrascht mich nicht. Schließlich sind Sie ein braves Mädchen.« Sein Blick wanderte ihren Körper hoch und verweilte bei ihren Brüsten, bevor er ihr wieder in die Augen sah. »Trotzdem ist es schade.« Er wandte sich um und schlenderte den Flur entlang.
Marina sah ihm hinterher. »Was soll das heißen?« Sie sprach so leise, dass er sie nicht hören konnte. Trotzdem ahnte sie seine Antwort. Er machte kein Geheimnis daraus, dass er sie und ihren Vater für Spießer hielt, die nur um ihren guten Ruf besorgt waren. Diese Einschätzung hatte er zumindest bei der letzten Redaktionssitzung geäußert. Wenn er nicht so ein guter Fotograf gewesen wäre, hätte ihr Vater ihn schon vor Wochen entlassen. Doch das Lob der Anzeigenkunden und der Leser ließen den Herausgeber über vieles hinwegsehen.
Aber wieso fotografierte Andre nackte Frauen? Handelte es sich bei der Person um ein Model oder um eine Freundin? Marinas Miene verfinsterte sich. Zweifellos hatte er unter den Models eine ganze Menge Freundinnen, die ganz wild darauf waren, sich von ihm fotografieren zu lassen. Frauen, die mit Sicherheit nicht so spießig waren wie sie. Mit diesen Gedanken ging sie den Flur entlang.
Marina blieb vor der Tür ihres Vaters stehen, atmete tief durch und trat ein. Hartmut Gerbig saß an seinem Schreibtisch und betrachtete die Druckfahnen der Zeitschrift. Bei Marinas Eintreten schaute er auf.
»Ich habe einen Auftrag für dich«, sagte er ohne Umschweife und reichte ihr eine Hochglanzbroschüre. »Wirf mal einen Blick darauf.«
Marina betrachtete das Foto eines jungen Paares in knappen Badesachen, das an einem Strand lag. Wo möchten Sie Ihren nächsten Urlaub verbringen?, lautete der Text dazu. Marina blätterte weiter. Sie sah Palmen und weitere junge Paare.
»Im Sonnenglück-Resort werden Ihre Urlaubsträume wahr«, las sie vor. »Sonnenglück-Resort? Davon habe ich noch nie gehört. Ist das eine dieser Anlagen für Flitterwöchner?«
»Fast richtig. Es ist eine Ferienanlage für Paare in der Nähe von Oldenburg. An diesem Wochenende ist große Eröffnung, und wir wurden eingeladen, einen Reporter zu schicken, um darüber zu berichten.«
»Wieso?«, fragte Marina. »Eine neue Ferienanlage ist ja ganz nett, aber über so etwas berichten wir doch normalerweise nicht.«
»Doch. In einer der letzten Ausgaben hatten wir einen kurzen Artikel darüber gebracht. Und wenn wir mehr Leser gewinnen wollen, müssen wir junge Leute ansprechen. Das können wir nur mit den entsprechenden Themen. Und so etwas verkauft sich gut.«
»Und deshalb sollen wir über eine neue Ferienanlage berichten?«
»Es geht nicht nur um die Ferienanlage. Ich denke an eine Titelgeschichte mit dem Thema ›Urlaubsträume‹. Etwas Aufregendes und Unterhaltsames.«
Marina runzelte die Stirn. Die typische Titelgeschichte von KulturRadar drehte sich um die bevorstehende Opernspielzeit, die Eröffnung einer neuen Kunstausstellung und andere für die Oberschicht interessante Dinge. »So etwas haben wir noch nie gemacht.«
»Ich weiß«, erwiderte Hartmut. »Aber die Auflagenzahlen sinken immer weiter. Wenn wir nichts unternehmen, wird es bald kein KulturRadar mehr geben. Die Konkurrenz und das Internet setzen uns immer mehr zu. Aber dieser Artikel wird die Leute dazu bringen, über uns zu reden. Das wiederum beschert uns mehr Leser und mehr Anzeigen.«
Marina seufzte. »Ja, du hast recht.«
»Sehr gut.« Hartmut lehnte sich zurück. »Morgen fahrt ihr los.«
»Morgen?« Marina schaute ihren Vater überrascht an. »Wovon redest du?«
»Von der Eröffnungsfeier. Ich habe dir doch gerade erzählt, dass sie einen Reporter eingeladen haben, um darüber zu berichten.«
»Aber das muss doch nicht ich sein. Hast du nicht gesagt, es sei ohnehin nur für Paare? Außerdem bin ich Enthüllungsjournalistin. Ferienanlagen sind nicht mein Ding.