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Der vorliegende Band „Die Letzten am Feind” beschreibt in bedrückender Form den Einsatz einer deutschen Panzerbesatzung mit ihrem Panther in verzweifelten Nachhutgefechten gegen die nachrückende Rote Armee im Winter 43/44. Der junge, aber bereits kampferprobte LeutnantWilhelm Kellerbekommt den Auftrag, die nachstoßenden Einheiten der Roten Armee aufzuhalten, um so seiner arg dezimierten Einheit das Absetzen und den Aufbau einer neuen Hauptkampflinie zu ermöglichen. Doch nicht nur die feindlichen Verbände stellen die deutsche Panther-Besatzung vor immer neue Probleme. Wird es der Panzerbesatzung gelingen, den zahlenmäßig weit überlegenen Gegner aufzuhalten und werden sie letztendlich auch wieder Anschluss an die eigene Truppe finden? Über die Reihe „Landser im Weltkrieg“ „Landser im Weltkrieg“ erzählt fiktionale Geschichten vor historischem Hintergrund realer Schlachten und Ereignisse im Zweiten Weltkrieg. Im Zentrum stehen die Erlebnisse deutscher Landser fernab der großen Strategien am grünen Tisch.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Hermann Weinhauer
Landser im Weltkrieg
Die letzten am Feind – Ein Panzerkampfwagen V „Panther“ als Nachhut gegen die Rote Armee
EK-2 Militär
Jeder Band dieser Romanreihe erzählt eine fiktionale Geschichte, die vor dem Hintergrund realer Ereignisse und Schlachten im Zweiten Weltkrieg spielt. Im Zentrum der Geschichte steht das Schicksal deutscher Soldaten.
Wir lehnen Krieg und Gewalt ab. Kriege im Allgemeinen und der Zweite Weltkrieg im Besonderen haben unsägliches Leid über Millionen von Menschen gebracht.
Deutsche Soldaten beteiligten sich im Zweiten Weltkrieg an fürchterlichen Verbrechen. Deutsche Soldaten waren aber auch Opfer und Leittragende dieses Konfliktes. Längst nicht jeder ist als glühender Nationalsozialist und Anhänger des Hitler-Regimes in den Kampf gezogen – im Gegenteil hätten Millionen von Deutschen gerne auf die Entbehrungen, den Hunger, die Angst und die seelischen und körperlichen Wunden verzichtet. Sie wünschten sich ein »normales« Leben, einen zivilen Beruf, eine Familie, statt an den Kriegsfronten ums Überleben kämpfen zu müssen. Die Grenzerfahrung des Krieges war für die Erlebnisgeneration epochal und letztlich zog die Mehrheit ihre Motivation aus dem Glauben, durch ihren Einsatz Freunde, Familie und Heimat zu schützen.
Prof. Dr. Sönke Neitzel bescheinigt den deutschen Streitkräften in seinem Buch »Deutsche Krieger« einen bemerkenswerten Zusammenhalt, der bis zum Untergang 1945 weitgehend aufrechterhalten werden konnte. Anhänger des Regimes als auch politisch Indifferente und Gegner der NS-Politik wurden im Kampf zu Schicksalsgemeinschaften zusammengeschweißt. Genau diese Schicksalsgemeinschaften nimmt »Landser im Weltkrieg« in den Blick.
Bei den Romanen aus dieser Reihe handelt es sich um gut recherchierte Werke der Unterhaltungsliteratur, mit denen wir uns der Lebenswirklichkeit des Landsers an der Front annähern. Auf diese Weise gelingt es uns hoffentlich, die Weltkriegsgeneration besser zu verstehen und aus ihren Fehlern, aber auch aus ihrer Erfahrung zu lernen.
Nun wünschen wir Ihnen viel Lesevergnügen mit dem vorliegenden Werk.
Liebe Leser, liebe Leserinnen,
zunächst möchten wir uns herzlich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie dieses Buch erworben haben. Wir sind ein kleines Familienunternehmen aus Duisburg und freuen uns riesig über jeden einzelnen Verkauf!
Unser wichtigstes Anliegen ist es, Ihnen ein angenehmes Leseerlebnis zu bieten.
Damit uns dies gelingt, sind wir sehr an Ihrer Meinung interessiert. Haben Sie Anregungen für uns? Verbesserungsvorschläge? Kritik?
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Nun wünschen wir Ihnen ein angenehmes Leseerlebnis!
Heiko und Jill von EK-2 Militär
Die Sonne steht tief am Horizont als ein blassroter Fleck am kalten, grauen Winterhimmel. Der Wind fege erbarmungslos über die endlosen, schneebedeckten Felder der russischen Steppe, und die Umrisse der Welt scheinen in einem trüben Schleier aus Kälte, Rauch und Schneegestöber zu verschwimmen. Irgendwo in der Ferne hört man das dumpfe Grollen der Artillerie. Es ist ein Echo der näherkommenden Front. Der Tod hält wieder einmal reiche Ernte
Ein Panzerkampfwagen V Panther, ein weiß-getarnter, 45 Tonnen schwerer Koloss aus Stahl und Maschinenkraft, steht regungslos am Rand eines kleinen Waldstücks. Die tarnende Lackierung ist an vielen Stellen von Ruß, Schlamm und Spuren vergangener Kämpfe überzogen. Und die Wärme des Maybach-Motors lässt den Schnee unter dem Panzer schmelzen. Es ist eine seltsame Stille, die die Besatzung umgibt. Es herrscht eine nervenzerrende, angespannte Ruhe vor dem nächsten tödlichen Sturm.
Leutnant Wilhelm Keller steht im Turm des Panzers und späht durch das Fernglas über die verschneite russische Landschaft. Sein Gesicht ist ein Abbild der Erschöpfung. Es ist von tiefen Falten durchzogen, die in den letzten Jahren dieses Krieges immer deutlicher geworden sind. Sein Körper scheint im schweren Anorak zu versinken, doch seine Augen sind wie immer scharf und wachsam. Jede Unachtsamkeit kann für ihn und seine Männer den Tod bedeuten. Er war seit den ersten Tagen des Krieges dabei, hatte die Blitzkriege in Polen, Belgien, Frankreich, die Operation Barbarossa und die Katastrophe von Stalingrad erlebt. Doch dieser Krieg war nicht mehr derselbe. Die Luft roch schon länger nach Niederlage, und Keller weiß das.
Im Inneren des Panthers ist es eng und stickig. Die abgestandene Luft ist einer leichten Benzinnote durchzogen. Der Funker, Gefreiter Emil Brandt, sitzt an seinem Platz, die Kopfhörer über die Ohren gezogen. Er ist der Jüngste in der Besatzung, kaum über 20 Jahre alt, mit einem blassen Gesicht und nervösen Bewegungen. Seine Finger trommelten ungeduldig auf das Funkgerät neben ihm.
„Hörst Du etwas?“ fragt Keller ohne den Blick vom schweren Zeiss-Fernglas zu nehmen.
Brandt schüttelt den Kopf. „Nichts Neues, Herr Hauptmann. Funkstille. Gerade mal ein paar Störgeräusche.“
Keller nickt leicht. Funkstille kann vieles bedeuten. Es kann eine chaotische Rückzugsbewegung, ein unterbrochener Nachschub oder schlichtweg der Tod derjenigen, die die Nachrichten übermitteln sollen, bedeuten. Die Front ist in Bewegung, und der Panther ist Teil der Nachhut, die versuchen soll, den Vormarsch der Roten Armee zu verlangsamen, damit die eigenen Kräfte sich lösen, und einen neue Verteidigungslinie aufbauen können.
„Hoffmann, wie sieht’s aus?“ ruft Keller nach unten.
Oberfeldwebel Karl Hoffmann, der Richtschütze, hebt den Kopf von seinem Zieloptik. Er ist ein hagerer Mann mit einer Brille, die immer wieder von seiner Nase rutscht. Seine Hände ruhen auf dem Abzug der mächtigen 7,5-cm-KwK 42 L/70, die das Herzstück des Panthers darstellt.
„Ruhig, Herr Hauptmann. Keine Bewegung. Aber der Nebel da vorn gefällt mir nicht“.
Er deutet auf einen niedrigen Dunstschleier, der langsam und wabernd über den Boden kriecht.
„Da könnte sich ein ganzes Bataillon von Russenpanzern verbergen. Man sieht einfach nichts.“
Keller brummt zustimmend. „Mensch Weber, halt mir bloß den Motor warm. Wir wollen hier nicht wie die Enten im Schilf hocken.“
„Jawohl, Herr Hauptmann,“ kommt die Antwort vom Gefechtsstand des Fahrers. Unteroffizier Anton Weber ist ein stiller Mann, der selten spricht, aber ihren Panzer wie kein Zweiter beherrscht. Das leise Surren des Zwölfzylinder-Otto-Motors setzt wieder ein. Es ist ein vertrautes, beruhigendes Geräusch für die Panzermänner.
Otto Klein, der Ladeschütze, sitzt gegen die Panzerwand gelehnt und kaut auf einem trockenen Stück Brot herum. Sein grobes Gesicht ist gerötet von der Kälte, und er murmelt etwas Unverständliches vor sich hin.
„Hör auf zu mampfen, Klein. Wenn der Iwan kommt, will ich, dass du schnell bei der Sache bist,“ ruft Hoffmann mit einem schwachen Lächeln.
Klein hebt eine Augenbraue, grinst und kaut demonstrativ weiter. „Der Russe kann warten, bis ich fertig bin.“
Ein trockenes Lachen geht durch die Besatzung, und für einen kurzen Moment löst sich die Spannung im Panzer. Doch Keller bleibt ernst. Er weiß, dass die Lage bald kippen wird. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die ersten Angriffsspitzen der Sowjets vor ihrem Panzerkampfwagen auftauchen werden und dann müssten alle voll bei der Sache sein.
Eine Stunde vergeht, dann zwei. Die Kälte nimmt zu und kriecht durch die Ritzen des Panzers. Sie macht es schwer, die Finger zu bewegen. Plötzlich knackt der Funk. Brandt zuckt zusammen und hebt die Hand zum Kopfhörer.
„Achtung, hier Adler sechs. Feindliche Panzer im Anmarsch. Koordinaten folgen. Stellung halten und Feind vernichten. Ende.“
Kellers Griff um das Fernglas wird fester. „Vernichten…“ murmelte er. Ob das Bataillon vergessen hat, dass sie hier allein sind. Kein Rückhalt durch eigene Truppen, keine Grenadiere. Nur sie und der Panther.
„Hoffmann, Augen auf die grobe Richtung und bleib bloß an der Optik. Wer zuerst schießt, der überlebt! Weber, mach dich bereit, unseren Hobel in Deckung zu fahren. Brandt, halte Funkkontakt. Klein, die Kanone laden und sichern. Halt deine Griffel schon mal an der nächsten Granate. Die Iwans werden kommen und dann sind wir dran.“
Ein vielstimmiges „Jawohl!“ hallt durch den Panzer und die Männer bewegen sich in ihren engen Positionen wie ein eingespieltes Uhrwerk. Dies ist ihre Welt, ein winziger Raum aus Stahl und Angst, aber auch aus Kameradschaft und Pflicht.
Keller späht erneut durch das Fernglas und sieht, wie sich dunkle Schatten durch den Nebel schieben. Es sind Panzer und zwar keine eigenen, sondern sowjetische T-34, die sich in breiter Formation über die weißen Felder bewegen. Sein Herzschlag beschleunigt sich, doch seine Stimme bleibt fest und ruhig.
„Ich sehe fünf Ziele, Entfernung etwa 1.000 Meter. Hoffmann, bereithalten. Zuerst den in der Mitte, dann die beiden äußeren. Wenn Du den ersten klar im Visier hast, Feuer frei. Jeder Schuss muss sitzen!“
Die Finger des Richtschützen zitterten leicht, als er das Ziel anvisiert. Klein schiebt eine Granate in den Verschluss und klopft auf die Wand. „Geladen!“
„Weber, beweg uns ein paar Meter nach links. Aber ganz langsam,“ befiehlt der Kommandant. Der Panther setzt sich ruckartig in Bewegung, während Hoffmann sein Ziel nicht aus den Augen verliert.
„Entfernung 800 Meter. Ich hab ihn genau im Visier, Herr Hauptmann,“ sagt der Oberfeldwebel.
„Feuer!“
Sofort drückt der Richtschütze den Abzug.
Ein ohrenbetäubender Knall erschüttert den Panther und die Granate jagt aus dem Lauf. Durch den Nebel sieht Keller, wie der anvisierte T-34 in einer Explosion aus Flammen und Metall auseinandergerissen wird.
„Treffer!“ ruft Hoffmann.
Der Ladeschütze hat sofort, als die leere Kartusche aus der KwK flog, eine neue Granate hineingewuchtet.
Doch nun haben die feindlichen Kampfpanzer den deutschen Panther ausgemacht. Sie werden schneller, wollen die Entfernung überbrücken, damit ihre Kanonen beim deutschen Panzerkampfwagen Wirkung zeigen. Das Grollen ihrer Motoren wird lauter. Und auch die Antwort auf den Abschuss ihres Kameraden kommt sofort. Einschlagende Granaten lassen die Erde um den Panther aufspritzen. Dreck und Schnee wird hochgewirbelt und fällt auf den Panzer V. Weber zieht den Panzer ruckartig in Deckung, während Klein bereits die nächste Granate in den Händen hält.
„Hoffmann, nimm den ganz Links! Brandt, ruf die Kompanie! Wir brauchen Unterstützung! Das werden nicht die letzten bleiben“ ruft Keller, während er sich im Turm festhält.
Der Kampf auf Leben und Tod hat wieder einmal begonnen.
Die Kälte im Panther steht im Kontrast zum Kampf, der um ihn herum tobt.
Die eisige Kälte der russischen Steppe scheint mehr und mehr in den Panzer zu kriechen, trotz des warmen Motors und der stickigen Luft, die von Schweiß und Öl durchzogen ist. Der Panther hat sich leicht zurückgezogen und steht nun in einer Senke, halb verdeckt von einer Baumreihe. Die Stille ist nur von dem gelegentlichen Knistern des Funkgeräts unterbrochen.
„Ich sehe Bewegung, zwei Uhr!“ Hoffmanns Stimme ist angespannt, aber kontrolliert. Er drückt sein Auge fest gegen die Zieloptik und korrigiert die Position des Turms.
„Abstand etwa 700 Meter. Sie kommen näher.“
„Bleib ruhig, Hoffmann,“ antwortet Keller. „Wir lassen sie wieder näher kommen. Klein, mach dich bereit. Wir schießen schnell und gezielt, danach ziehen wir uns wieder ein Stück zurück.“
„Jawohl, Herr Hauptmann!“ Klein hält routiniert eine Panzergranate bereit, seine Hände zitterten leicht vor Kälte und Anspannung. Im Geiste hat er bereits die nächste Griffbereit.
Brandt hebt plötzlich den Kopf und schaut vom Funkgerät weg. „Adler sechs meldet Feindbewegung auch aus Nordwesten. Wir könnten umgangen werden.“
Keller flucht leise.
„Natürlich. Die Russen versuchen, uns zu umzingeln. Weber, halt den Motor bereit, aber keine voreiligen Bewegungen. Wir brauchen die Deckung noch.“
Die T-34 nähern sich langsam, wie hungrige Raubtiere, die ihre Beute einkreisen wollen. Keller beobachtet sie durch seine Optik im Turm. Ihre schlanken Silhouetten sind gegen die graue Winterlandschaft kaum zu erkennen, doch ihre Absicht ist dafür umso klarer. Die sowjetischen Panzer sind wendig und in der Überzahl. Wenn sie klug eingesetzt werden, haben sie den Vorteil der Überlegenheit und können den deutschen Kampfpanzer aus mehreren Richtungen packen. Doch der Panther hat die bessere Reichweite und Panzerung. Es wird wieder auf die bessere Ausbildung und das nötige Quäntchen Glück ankommen.
„Hoffmann, wieder vorderen Panzer ins Visier nehmen. Entfernung 600 Meter. Warte auf mein Kommando,“ befiehlt Keller. Seine Stimme ist noch immer eiskalt und bestimmt.
„Verstanden, Herr Hauptmann,“ antwortete Hoffmann und lässt sein Ziel ins Visier wandern. Der Richtschütze atmet tief durch, um die zitternde Kälte aus seinen Händen zu vertreiben.
Klein meint beinahe bei läufig. „ist noch immer geladen!“
„Feuer!“ ruft der Kommandant.
Der Panther ruckt leicht zurück, als die Kanone mit einem ohrenbetäubenden Knall die Panzergranate ausstößt. Hoffmann hält den Blick auf das Ziel gerichtet und sieht, wie die Granate den anvisierten Sowjetpanzer frontal trieft. Der sowjetische Kampfpanzer gerät ins Stocken, bevor eine Explosion ihn in ein brennendes Wrack verwandelt.
„Treffer!“ rief Hoffmann triumphierend.
Doch die anderen T-34 lassen sich nicht beirren. Sie teilen sich weiter auf und nähern sich nun von verschiedenen Seiten. Gleichzeitig hört Keller das Dröhnen von Motoren, die von Nordwesten näher kommen. Der Einkreisungsversuch nimmt langsam Gestalt an.
„Weber, beweg uns 50 Meter zurück, schnell!“ befiehlt Keller. Der Fahrer reißt den Rückwärtsgang rein und der Panzer setzt sich ruckartig in Bewegung, während Hoffmann die Kanone neu ausrichtet. Eine sowjetische Granate schlägt dort in den Schnee ein, wo sie vor wenigen Augenblicken noch gestanden haben, nun jedoch wenige Meter vom Panther entfernt. Die Granate lässt eine Wolke aus Dreck und Eis aufwirbeln, die nun jedoch dem Russenpanzer die Sicht auf seinen Gegner nimmt.
„Knapp!“ murmelt Klein und lädt hastig nach.
„Hoffmann, nimm den linken T-34! Entfernung 400 Meter!“ ruft Keller. Er spürt, wie sich die Spannung im Inneren des Panzers aufbaut. Trotz der spürbaren Kälte läuft den Männern der Schweiß von der Stirn und den Rücken hinunter. Das Kehlkopfmikrophon klebt dem Kommandanten am Kopf. Dennoch, jeder Handgriff musst sitzen. Ein Fehler genügt schon und sie würden nicht lebend aus dieser Schlacht hinauskommen.
„Ich hab ihn… Feuer bereit!“
Die Stimme des Oberfeldwebels überschlägt sich leicht vor Anspannung.
„Feuer!“
Ein weiterer Schuss verlässt die 7,5-cm-Kanone. Die Granate trifft den T-34 an der Seite, durchschlägt die Panzerung und lässt ihn qualmend stehen. Doch der dritte sowjetische Panzer ist nun gefährlich nah und seine 7,62-cm-Kanone ist bereits auf den Panther gerichtet.
„Schnell, 50 Meter zurück und links einschlagen!“ schreit der Leutnant. Der Fahrer wirft den Panzer im Rückwärtsgang zurück, doch es ist zu spät. Die Granate trifft sie voll, doch prallt glücklicherweise an der 100 Millimeter starken, abgeschrägten Frontpanzerung ab. Doch der Treffer lässt den ganzen Panzer erbeben. Ein ohrenbetäubender Lärm erfüllt den Kampfraum.
„Alles in Ordnung?“ ruft Keller, während er sich am Inneren des Turmes festhält.
„Turmpanzerung hält! Kein Durchschlag!“ antwortet Hoffmann, doch sein Gesicht ist blass. Klein wischt sich den Schweiß von der Stirn und greift nach der nächsten Panzergranate 40.
„Brandt, was ist mit der Verstärkung?“ fragt Keller etwas ungehalten.
„Keine Antwort, Herr Hauptmann!“ ist die lapidare Antwort des Funkers.
Brandt rüttelt verzweifelt an den Reglern seines Funkgeräts. „Wir sind wohl mal wieder auf uns allein gestellt.“
„Verdammt,“ murmelt Keller. Er richtet seinen Blick wieder auf das Schlachtfeld. Zwei T-34 sind noch immer intakt und bewegen sich in ihre Richtung. Gleichzeitig tauchen im Nordwesten weitere Silhouetten auf. Dort sind es auch mindestens zwei weitere Panzer, vielleicht sogar mehr.
„Hoffmann, Rauchtöpfe vorbereiten!“ ruft nun der Kommandant.
„Wir ziehen uns zurück, jetzt!“
Weber bringt den Panther in Bewegung, während Hoffmann die Rauchtöpfe abfeuerte. Dicker, grauer Rauch hüllt nun die nähere Umgebung des Panzers ein und verdeckt die Sicht für die Feinde. Keller weiß, dass dies nur ein vorübergehender Schutz ist, aber es verschafft ihnen wertvolle Sekunden.
„Weber, Richtung Westen. Wir müssen durchbrechen, bevor sie uns entgültig umgangen haben und uns von hinten packen können!“
„Jawohl, Herr Hauptmann!“ Weber steuert den Panther geschickt durch die dichte Rauchwolke, während ihr Richtschütze die Kanone auf die nächste Bedrohung ausrichtet. Klein hält noch immer die nächste Granate bereit, seine Hände zittern vor Kälte und Erschöpfung.
Die Schlacht ist noch lange nicht vorbei, doch Keller weiß, dass sie keine Wahl haben. Sie müssen überleben, um weiterkämpfen zu können. An einem anderen Tag in diesem scheinbar endlosen Krieg.
Der Panther donnert durch die winterliche Steppe. Der Maybach-Motor heult unter der Belastung, während Weber alles gibt, um das schwere Fahrzeug sicher durch die verschneite Landschaft zu manövrieren. Der dichte und deckende Rauch, den Hoffmann zuvor abgefeuert hatte, beginnt sich langsam immer mehr zu lichten und Keller weiß, dass die sowjetischen Panzer nicht weit hinter ihnen sein können.
„Wie viele Granaten haben wir noch, Klein?“ ruft der Leutnant, während er durch die Optik nach möglichen Verfolgern Ausschau hält.
Klein zählt hastig die verbleibende Munition.
„Nur noch fünf Panzergranaten, zwei Sprenggranaten und die MG-Gurte für das Bug-MG und das Koaxiale sind halb voll, Herr Hauptmann!“ berichtet der Ladeschütze hastig und schaut nochmals überall an den Halterungen nach.
„Nicht gerade viel, Herr Hauptmann“, setzt er nach.
„Das muss reichen, Klein“, meint der Kommandant ungerührt, doch er weiß selbst, dass damit nicht mehr viel Staat zu machen ist. Es bleibt nichts weiter übrig, als schnellstmöglich wieder Anschluss an eigene Truppen zu bekommen, um aufzumunitionieren und auch zu tanken.
„Feind auf drei Uhr!“ Hoffmanns Alarmruf schneidet wie ein scharfes Messer durch die dröhnende Geräuschkulisse und die Gedanken des Kommandanten. Der Oberfeldwebel schwenkt den Turm ruckartig nach rechts. Ein T-34 taucht aus dem Nebel auf, flankiert sie schneidig und eröffnet sofort das Feuer. Die feindliche Granate schlägt glücklicherweise in den Boden neben dem Panther ein, wirbelte Schnee und Erde auf, während Hoffmann den Sowjetpanzer in sein Visier wandern lässt. Ein kurzes Nachrichten und er drückt den Abzug.
Peitschend verlässt das Geschoss das lange Rohr des Panthers und schlägt genau zwischen Turm und Unterwanne des T-34 ein. Durch die Wucht wird der tonnenschwere Turm des Russenpanzers aus dem Drehkranz gerissen und landet mehrere Meter von der Wanne entfernt im Schnee. Aus der Wanne selbst schießt eine gewaltige Feuersäule.
„Der ist vernichtet!“, ruft der Richtschütze begeistert, während der Ladeschütze bereits die nächste Granate lädt.
„Guter Treffer, Hoffmann!“ ruft Keller. Doch es blieb den Panzersoldaten keine Zeit zum Feiern des weiteren Abschusses.
Brandt schreit plötzlich vom Platz des Funkers aus: „Feindliche Infanterie! Südwestlich, etwa 100 Meter! Die haben Panzerbüchsen!“
„Verdammt, die kommen immer näher!“
Keller kann durch seine Optik erkennen, wie mehrere sowjetische Soldaten zwischen den verschneiten Bäumen Deckung suchen. Einer von ihnen trägt eine Panzerbüchse auf der Schulter. Das stellt für den deutschen Panzer eine tödliche Gefahr dar. Er ist bereit, den Panther ins Visier zu nehmen.
„Hoffmann, MG auf die Infanterie, schnell. Der Iwan darf nicht zum Schuss kommen!“
Der Richtschütze schaltete blitzschnell und klemmt sich hinter das koaxiale Maschinengewehr. Er feuert eine Salve in Richtung der sowjetischen Soldaten. Die Geschosse peitschten durch die Luft. Auch der Funker klemmt hinter seiner Waffe und feuert mit dem Bug-MG auf die erkannten Rotarmisten.
Mehrere der feindlichen Soldaten werden erfasst und niedergestreckt, doch die restlichen arbeiten sich im Schutz von kleinen Bodenwellen, Bäumen und anderen Deckungsmöglichkeiten immer näher an den einsamen Panzer V heran.
„Feuert aus allen Knopflöchern!“, schreit der Kommandant gegen das Dröhnen der beiden MG 34 an.
„Ich hau raus, was ich kann, aber die Brüder kommen näher!“, antwortet Hoffmann.
„Noch ein paar Meter, und die brennen uns eins mit der verdammten Panzerbüchse auf!“, schaltet sich nun auch Unteroffizier Weber ein.
„Klein, Sprenggranate laden!“, befiehlt der Kommandant mit überschlagender Stimme.
„Geladen!“ ruft diese kurze Zeit später.
„Hoffmann, feuer gegen die große Birke auf elf Uhr, die hinter dem Felden steht!“
Der Richtschütze dreht den schweren Pantherturm in die angegebene Richtung und visiert den Baum an.
Mit lautem Knall verlässt die Sprenggranate 42 die KwK und schlägt Augenblicke später donnernd in die Birke ein. Diese wird durch die Explosion des Geschosses förmlich zerrissen. Metall- und Holzsplitter sirren nun wild durch die Umgebung und schlagen in menschliche Körper ein. Mehrere Rotarmisten sacken, von mehreren Splittern zersiebt, zu Boden und färben den weißen Schnee in ein blutiges Rot.
„Treffer, das verschafft uns etwas Luft!“, jubelt der junge Offizier und setzt dann nach, „Weiter feuern, mit beiden Maschinengewehren!“
Wieder beginnen die Bord-MG`s zu rattern und nehmen die übrigen Sowjetsoldaten ins Visier.
Der Kommandant beobachtet in des die Umgebung und da entdeckt er etwas aus dem nebligen Schneeschleier hervorkriechen. Kalter Schweiß läuft ihm augenblicklich über die Stirn.
„Verflucht, ein T-34! Auf fünf Uhr, Entfernung 400 Meter! Los, schnell, Hoffmann! Klein, Panzergranate laden! Weber, dreh unseren Bock nach rechts und setz dann 100 Meter zurück!“
Ein vielstimmiges „Verstanden, Herr Leutnant!“ ertönt von den verschiedenen Plätzen. Die Männer arbeiten wie ein präzises Uhrwerk.
Oberfeldwebel Karl Hoffmann lässt den Turm noch im drehen des Kampfpanzers Richtung Ziel schwenken.
Doch der sowjetische T-34 feuert bereits. Aber wieder einmal haben die deutschen Panzersoldaten unheimliches Glück, denn die Granate schleift den sich drehenden Turm und zischt an der Turmseite vorbei. Im Inneren des Panzers hören sie das unheimliche kreischen der Granate und schon ist es wieder still.