MICHAEL MÜLLER REISEFÜHRER Latium mit Rom - Florian Fritz - E-Book

MICHAEL MÜLLER REISEFÜHRER Latium mit Rom E-Book

Florian Fritz

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Beschreibung

Reiseführer Latium Das E-Book aus dem Michael Müller Verlag ­– umfassend, übersichtlich, unentbehrlich Die 3. Auflage des Latium-Reiseführers nimmt Sie auf 368 Seiten mit nach Rom und sein Umland bis an die Grenzen der Toskana und Kampanien. 36 Detailkarten sorgen für Ihre Orientierung. Sieben Wandertouren führen Sie vor allem durch den Süden und Nordosten des Latiums. 185 Farbfotos zeigen Ihnen die Sehenswürdigkeiten und die Vielfalt der Region. Tipps und Hintergrundinfos zu Landschaft und Geografie, Geschichte und Gesellschaft sowie Übernachten, Anreise und Vielem mehr runden den Reiseführer ab. Die FAZ findet: »So viele Informationen in einem robusten und handtaschenfreundlichen Format.« Das E-Book Latium auf einen Blick - Für den Familienurlaub finden Sie eine Übersicht zu Aktivitäten mit Kindern gleich am Anfang des Reiseführers. Dort ist auch alles zu den Themen Natur und Kultur. - 6 Kapitel widmen sich allen Teilen der Region und zeigen Ihnen, was Sie nicht verpassen sollten. In der »Ewigen Stadt« Rom finden Sie Jahrtausende an Geschichte vom römischen Imperium über das Kolosseum bis in die Gegendwart. Zahlreiche Museen lassen die Geschichte erleben. Entdecken Sie die auf dem bröckelnden Tuffstein errichtete »sterbende Stadt« Civita di Bagnoregio oder gehen Sie mit Florian Fritz Baden, Spazieren und Entspannen am Lago di Bolsena und in umliegenden Städten. Zahlreiche Spuren der Vergangenheit finden Sie mit dem Latium-Reiseführer in den mittelalterlichen Orten um den Bracciano-See sowie in Tarquinia und Cerveteri. - Unser Reiseführer Latium ebnet den Weg ins Badeparadies. Die Region bietet Ihnen eine abwechslungsreiche Landschaft mit 285 km Küste, fünf Vulkanseen und dem Monte Gorzano mit fast 2500 Höhenmetern. Die Küste lockt mit versteckten Buchten und lohnend sind auch die Badebuchten und Sonnenuntergänge auf den Pontinischen Inseln. - 7 Wanderungen führen Sie durch das Latium, viele davon direkt am Meer im Süden oder Nordosten der Region. Erkunden Sie den Monte Terminillo oder machen Sie eine Rundwanderung auf den Monte Circeo. - Florian Fritz zeigt Unterkünfte für alle Bedürfnisse und gibt Tipps zum Essengehen mit Restaurantempfehlungen zu jedem Ort. Dazu erhalten Sie zahlreiche Tipps für Shopping- und Ausgehmöglichkeiten in einmaliger Atmosphäre.Authentisch reisen mit den Reiseführern aus dem Michael Müller Verlag Was ist das Besondere an den Michael-Müller-Reiseführern? Sie sind von Reisenden für Reisende gemacht. Unsere Autorinnen und Autoren recherchieren immer vor Ort, sie schreiben über Dinge, die sie selbst erlebt und getestet haben. Unabhängig, ehrlich, authentisch

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Seitenzahl: 690

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhaltsverzeichnis
Unterwegs mit Florian FritzOrientiert im LatiumDie Region im ProfilErlebnis KulturErlebnis NaturDas Latium mit KindernUnterwegs im LatiumLago di BolsenaBolsenaAcquapendenteAusflug nach Torre AlfinaCivita di BagnoregioAusflug in die Hügel südlich von BagnoregioMontefiasconeMarta, Capodimonte und GradoliMartaCapodimonte und die InselnWestlich von CapodimonteGradoliSüdwestlich des Lago di BolsenaTuscaniaCaninoThermen von VulciDie Ruinen von VulciNördliches LatiumViterboUmgebung von ViterboSan Martino al CiminoRuinen von FerentoBagnaia/Villa LanteVitorchianoBomarzoSoriano nel CiminoLago di Vico und RonciglioneCaprarolaCivita CastellanaNepiSutriLago di BraccianoTrevignano RomanoBraccianoAnguillara SabàziaAntica MonteranoTolfa und Monti della TolfaZwischen Lago di Vico und TarquiniaDie Nekropolen von San GiulianoBarbarano RomanoBleraNorchiaTarquiniaCerveteriÖstliches LatiumRietiDie Franziskanerklöster bei RietiDie reatinische Ebene und der Lago di RipasottileAusflug in die Monti ReatiniLabroLeonessaÜber den Monte Terminillo zurück nach RietiÜber Posta zurück nach RietiAusflug nach Amatrice und in die Monti della LagaAmatriceAccumoliAusflug zum Lago del Salto und zur Hochebene von RascinoAusflug in die Hügel südlich von RietiRocca SinibaldaOrnaroMonteleone SabinoDie Monti Sabini um FarfaCastelnuovo di FarfaAbbazia di Santa Maria di FarfaFara in SabinaTivoliVicovaroVon Vicovaro nach SubiacoSubiacoDie Umgebung von SubiacoMonte LivataAltipiani di ArcinazzoOlevano RomanoPalestrinaCastelli RomaniFrascatiDie Ruinen von TusculumGrottaferrataRocca di PapaLago AlbanoCastel GandolfoAlbano LazialeAricciaLago di NemiNemiGenzano di RomaSüdliches LatiumIn den Monti LepiniCoriNormaAbbazia di ValviscioloRuinen von NinfaSermonetaLatinaDie Küste der Provinz LatinaParco Nazionale del CirceoTerracinaAbbazia di FossanovaSperlongaGaetaFormiaItriFondiDie Pontinischen InselnPonzaVentoteneSanto StefanoIn der CiociariaFerentinoAnagniSegniFiuggiVon Fiuggi nach AlatriAlatriVeroliAbbazia di CasamariIsola del LiriAusflug in den PNALMPastenaCassinoAbbazia di MontecassinoRomStadtgeschichteSehenswertesUm Kapitol, Forum Romanum und KolosseumUm Campo de'Fiori und jüdisches ViertelUm Pantheon und Piazza NavonaUm die Via del Corso, Piazza di Spagna und Fontana di TreviVilla BorgheseUm den Bahnhof Termini/Piazza della RepubblicaTrastevereVatikan und UmgebungVatikanische Museen (Musei Vaticani)Außerhalb der InnenstadtOstia AnticaPraktische InfosÜbernachtenEssen und Trinken – die „Cucina alla Romana“EinkaufenNachlesen & NachschlagenLandschaft und GeografieKlima und ReisezeitGeschichte und GesellschaftAnreiseVerkehrsmittel vor OrtÜbernachtenEssen und TrinkenReisepraktisches von A bis ZÄrztliche VersorgungBarrierefreiheitBotschaften/KonsulateEinkaufenFeiertageGeldInformationLiteratur- und FilmtippsÖffnungszeitenPostRadfahrenRauchenRechnungenSicherheitSport und AktivitätenTelefonierenTrinkgeldTrinkwasser/BrunnenWLAN/WI-FIZeitungen/ZeitschriftenZollbestimmungenWandern im LatiumEtwas ItalienischÜber dieses BuchÜbersichtskarten und PläneIndex
Alles im Kasten
Zwei Legenden: Martyrium und Blutwunder am SeeAzienda Agricola e Agriturismo Pulicaro – ein Ort der ZukunftUnterirdisches Viterbo – Viterbo SotterraneaDer Moai von VitorchianoManierismusVicino OrsiniDie Familie FarneseKurzer Überblick über die etruskische GrabkulturCammino di FrancescoDer heilige FranziskusOlivenöl: eine ErfolgsgeschichteLapis TiburtinusDer heilige BenediktDie besten Weinerzeuger der RegionDie Adelsfamilie ChigiCasale del Giglio: prämierter Weinbau in der Pontinischen EbeneDie Via Appia Antica – eine der ältesten Straßen EuropasDie römischen Zisternen von PonzaDas Manifest von Ventotene – Urdokument der europäischen UnionAnagni: Heimat von vier PäpstenDie Pinsa Romana – nicht antik, aber lecker!Die Schlacht von MontecassinoLa Lupa CapitolinaDer VatikanWichtige BuslinienRömische SpezialitätenDas Latium in ZahlenAlbergo diffuso – eine Idee zur Wiederbelebung sterbender OrteDrei Sterne, drei Hauben, drei GläserDie Infiorata – Blumenpracht im Namen Gottes
Kartenverzeichnis
Lago di BolsenaTuscaniaNördliches LatiumViterboTarquiniaÖstliches LatiumRietiCastelli RomaniFrascatiSüdliches LatiumSüdküste LatiumInsel PonzaRom ÜbersichtRom: Um Campo de’Fiori und Piazza NavonaRom: Um die Via del CorsoRom: TrastavereRom: Um den VatikanRom: Autobahnring G.R.A.RomWanderübersichtWanderung 1: Auf den Monte TerminilloWanderung 2: Runde um den Lago di RascinoWanderung 3: Rundwanderung auf den Monte CirceoWanderung 4: Von Gaeta auf den Monte OrlandoWanderung 5: Auf die Cima del Redentore bei FormiaWanderung 6: Von Ponza auf den Monte della GuardiaWanderung 7: Wanderung zur Certosa die Trisulti und ins Valle dei SantiVilla d’EsteVilla AdrianaZeichenerklärungLatium Übersicht
Tourenverzeichnis
GPS-Wanderung 1: Wanderung auf den Monte TerminilloCharakteristik: schattenlose Bergwanderung mit steilem Anstieg zu Beginn und spektakulären Rundumblicken.GPS-Wanderung 2: Runde um den Lago di RascinoCharakteristik: kurze schattenlose Rundwanderung in einsamer Umgebung um einen fischreichen flachen See ohne jede Schwierigkeit – außer der, dass sie zum großen Teil weglos verläuft.GPS-Wanderung 3: Rundwanderung auf den Monte CirceoCharakteristik: Die Wanderung im Nationalpark auf den vollständig bewaldeten Felsrücken am Meer hat es in sich, man wird aber mit zahlreichen spektakulären Ausblicken an Klippenrändern und Aussichtspunkten belohnt.GPS-Wanderung 4: Von Gaeta auf den Monte OrlandoCharakteristik: abwechslungsreiche, einfache Wanderung mit spektakulären Küstenblicken und einer beeindruckenden Felsgrotte.GPS-Wanderung 5: Auf die Cima del Redentore bei FormiaCharakteristik: Der Aufstieg erfolgt auf dem eigens für den Transport der Erlöserstatue „Il Redentore“ auf einem der Gipfel der Monti Aurunci angelegten Weg 960, der rot-weiß markiert ist.GPS-Wanderung 6: Von Ponza auf den Monte della GuardiaCharakteristik: einfache Bergwanderung mit tollen Ausblicken auf den höchsten Punkt der Insel Ponza, aufgrund fehlender Beschilderung ist etwas Orientierungssinn erforderlich.GPS-Wanderung 7: Wanderung zur Abbazia di Trisulti und ins Valle dei SantiCharakteristik: Der Rundweg führt auf teils mit lockerem Geröll bedeckten Bergpfaden durch eine zumeist schattige, malerische Berglandschaft mit Buchen und Eichenwäldern und ein ebenso malerisches Flusstal, das Valle dei Santi.
Unterwegs mit
Florian Fritz
Hauptberuflich ist der studierte Sozialpädagoge im Sozialreferat der Stadt München beschäftigt. Die große Leidenschaft des freien Fotografen und Journalisten ist seit jeher das Reisen. 2018 brachte er den ersten eigenen Reiseführer zum Latium heraus. Neben dem Bekannten das Unbekannte zu entdecken, lockt ihn wie die immerwährende Aussicht auf neue Fotos. Und natürlich - so gehört sich das südlich des Brenners - unverfälschte Küche, qualitätvolle Weine und ab und an ein kräftiger Espresso.
„Lenticchie del Altopiano di Rascino“? Selbst weitgereisten Italienkennern dürfte dazu nicht viel einfallen.
Die Hochebene von Rascino liegt abseits der großen Touristenattraktionen nördlich des Valle del Salto bei Rieti. Man fährt erst mal eine halbe Stunde ab dem letzten Ort, bis man überhaupt da ist. Irgendwann endet der Teer und es geht auf einem staubigen Feldweg, einer „strada bianca“, weiter. Oben erwarten einen, je nach Jahreszeit, farbenprächtige Blumenteppiche, der Duft von Heuballen, blökende Schafherden und einige Angler samt Wohnwagen am Lago di Rascino, die dort große Fische fangen. Auf einer Fläche im östlichen Bereich der Hochebene gedeihen Linsen, die eingangs erwähnten „lenticchie“. Klein, fest, dunkelbraun. Zu kaufen gibt es sie in den Ortschaften rund um den Lago di Salto, wenn überhaupt. Gekocht, ein bisschen Olivenöl draufgeträufelt, etwas Salz. Bessere Linsen haben wir nie gegessen.
Deshalb stehen sie stellvertretend für das, was man im Latium an Schätzen für sich entdecken kann. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!
Was haben Sie entdeckt?
Haben Sie ein besonderes Restaurant, ein neues Museum oder ein nettes Hotel entdeckt? Wenn Sie Ergänzungen, Verbesserungen oder Tipps zum Buch haben, lassen Sie es uns bitte wissen!
Michael Müller Verlag GmbH | Stichwort „Florian Fritz, Latium“ | Gerberei 19 | D - 91054 Erlangen oder per Mail an: [email protected] | Betreff „Florian Fritz, Latium“
Orientiert im Latium
Die Region im Profil
Das Latium ist ...
... kontrastreich und geschichtsträchtig: Die Region liegt eingebettet zwischen Bergen und Meer, mit Gipfeln bis auf fast 2500 m Höhe und 285 km Küstenlinie, besitzt fünf Vulkanseen, sechs Inseln, eine „ewige“ Stadt (Rom), eine „sterbende“ Stadt (Civita di Bagnoregio) und eine 3000-jährige Geschichte, geprägt von Etruskern und Römern.
♦ Fläche: 17.200 km²
♦ Einwohner: knapp 5,9 Mio.
♦ Hauptstadt: Rom
♦ Höchster Berg: Monte Gorzano (2458 m)
... eine Region mitten in Italien
Und zwar buchstäblich. Die Region Latium liegt ziemlich genau auf halber Höhe des italienischen Stiefels. Im Westen grenzt sie ans Tyrrhenische Meer, im Osten liegen die Nachbarregionen Umbrien, Abruzzen und Marken. Größte Stadt im Latium ist die Stadt schlechthin: Rom.
... mehr als nur Rom
Die Ewige Stadt genießt so viel Aufmerksamkeit, dass das Land um die Metropole bis heute fast touristische Terra incognita ist. Besonders gegenüber der berühmten Nachbarregion Toskana sind die Touristenzahlen im Latium fast lächerlich gering. Für Menschen, die sich gerne abseits der großen Touristenscharen bewegen, birgt das den unschätzbaren Vorteil, dass alles eine Nummer kleiner, entspannter und authentischer daherkommt. Das „echte“ Italien eben, weniger Nepp, realistische Preise und Sehenswürdigkeiten, die man auch mal für sich alleine hat. Ausgeprägter ist der Tourismus nur an der Küste, am Bolsena-See und im Dunstkreis der Hauptstadt (Albaner Berge, Tivoli, Frascati). Zur Region Latium gehören auch die der Küste bei Formia vorgelagerten Pontinischen Inseln im Tyrrhenischen Meer. Von den sechs Inseln des Archipels sind nur zwei bewohnt: Ponza und Ventotene, beides beliebte Ausflugsziele für Wanderer und Naturliebhaber.
... eine uralte Kulturregion
Wer ins Latium kommt, wandelt auf den Spuren alter Kulturen, insbesondere der Etrusker. Das Volk, über das man bis heute wenig weiß, hat faszinierende Zeugnisse hinterlassen, vor allem solche seiner Grabkultur: Ob man an einem flirrend heißen Tag zwischen den überwucherten Grabstätten von Cerveteri umherstreift, bei Tarquinia farbenprächtig bemalte Kammern inspiziert oder in Vulci die sich überlagernden Ruinen von Etruskern und Römern erkundet - immer hat man das Gefühl, in eine andere Zeit versetzt worden zu sein.
... Wirkungsort berühmter Ordensleute
Das Wirken des hl. Franziskus in und um Rieti brachte vier Klöster hervor, die in abgeschiedener und teils spektakulärer Lage bis heute Erhabenheit ausstrahlen: Poggio Bustone, Fonte Colombo, La Foresta und Gréccio, das einem Adlerhorst gleich unterhalb eines Felsüberhangs an der Steilwand zu kleben scheint. Dem hl. Benedikt und seinem Orden verdankt das Latium die Abtei von Farfa und die zwei Klöster von Subiaco mit ihren farbenprächtigen Fresken. Die Zisterzienser schließlich schufen die monumentalen Abteien von Fossanova und Casamari.
... einfach köstlich
Das Latium ist eine Gegend für Genießer. In der Region wird ein fantastisches, kräftiges Olivenöl produziert, das man z. B. in Canino und Itri in 5-Liter-Kanistern günstig erstehen kann. Kleine, feste und schmackhafte Linsen gibt es auf Ventotene und in der Gegend um Onano. Den köstlichen Mozzarella di Bufala gibt es überall zu kaufen. Auch anderen Käse in hervorragender Qualität und großer Auswahl bietet nahezu jedes Feinkostgeschäft, aber auch jeder noch so kleine Supermarkt an. Die Anzahl hochwertiger Weingüter ist groß, eine typische Rebe ist der Cesanese, der insbesondere um den Ort Piglio, aber auch bei Anagni gedeiht und einen rubinfarbenen, eher leichten, zu vielen Gerichten passenden Wein hervorbringt.
... ein unerwartetes Inselparadies
Regelrecht süditalienisches Flair verströmen die weit draußen im Meer liegenden, bei schönem Wetter dennoch von der Küste zu erahnenden Inseln Ponza und Ventotene. Ihre von farbenfrohen Häusern geprägten Hafenorte mit schmalen, steilen Gassen sind Ausgangspunkt für Wanderungen und Spaziergänge, die mit duftender Vegetation und fantastischen Ausblicken auf weiße Segel im blauen Meer belohnen. Wer danach Hunger verspürt, kann in zahlreichen guten Restaurants und Trattorien einkehren, frischen Fisch und deftige Pasta genießen. Römische Zisternen, Ruinen antiker Villen und Bourbonenpaläste sorgen für kulturelle Abwechslung. Die Gefängnisinsel Santo Stefano bei Ventotene gilt manchem gar als Geburtsstätte der Idee Europa.
Sightseeing und mehr
Erlebnis Kultur
Von Amphitheater bis Zisterne: Die Region Latium ist geradezu gespickt mit Zeugnissen vergangener Kulturen, vor allem mit solchen aus etruskischer und römischer Zeit. Zahlreiche prachtvolle Kirchen, Klöster und Paläste, teils in spektakulärer Lage, sind ebenfalls zu besichtigen.
In den Sommer- und Herbstmonaten finden im Latium zahlreiche kulinarische Themenfeste statt, auf denen Produkte wie Pizza, Schnecken oder Kastanien gefeiert werden. Die meisten dieser Feste sind zwar eher touristischer als traditioneller Natur, aber es ist was los und man kann gut essen.
Auf den Spuren von Etruskern und Römern
Vulci: Etruskische Grabanlage trifft römische Stadt an einem romantischen Fluss mit einer mittelalterlichen Bogenbrücke - so kann man den abgelegenen Ort Vulci im flachen Nordwesten der Region wohl am besten beschreiben.
Nekropolen von San Giuliano: Weit verstreut in einem schattigen, unberührten Waldgebiet, das sich gut zum Wandern eignet, liegen die Grabbauten und -höhlen von San Giuliano. Manche könnte man glatt übersehen inmitten der dichten Vegetation.
Villa Adriana: 20.000 Menschen konnten in der riesigen Palastanlage in der Ebene vor Tivoli wohnen, die sich Kaiser Hadrian im 2. Jh. n. Chr. errichten ließ. So ist neben den zahlreichen Ruinen von Thermen, Tempeln, Wasserbecken und Villen vor allem die schiere Ausdehnung beeindruckend, die zu stundenlangen Spaziergängen animiert, Trinkwasservorrat vorausgesetzt.
Cisternone von Albano Laziale: Albano Laziale war lange Standort einer großen römischen Legion samt Thermen, Amphitheater und Monumentalgräbern. Beeindruckendstes Relikt aus dieser Zeit ist eine der größten Zisternen Europas, die an eine gewaltige, unterirdische Kathedrale erinnert mit Säulen und Bögen aus Tuffstein.
Kirchen, Klöster und Paläste
Kathedrale von Anagni: Mitten im historischen Zentrum und eingefasst von den Resten des einstigen Papstpalastes, Residenz von immerhin vier Päpsten, steht dieser mächtige romanische Bau mit seiner grandiosen, voll freskierten romanischen Krypta.
Abtei von Montecassino: Überwältigend sind die Ausmaße dieser vom hl. Benedikt 529 auf den Ruinen einer vorzeitlichen Akropolis gegründeten Abtei, und überwältigend sind sowohl die Anfahrt auf der steilen, schmalen Straße als auch der weite Ausblick von oben bis hin zur Riviera d’Ulisse und dem Monte Circeo.
Palazzo Farnese: Oberhalb des alten Ortes Caprarola thront dieser monumentale Palast des mächtigen Adelsgeschlechts der Farnese. Eine grandiose Treppenanlage verbindet in diesem Renaissance- bzw. Barockbau die 200 Räume. Die meisten sind mit farbigen Fresken ausgeschmückt, und die ausgedehnte Parkanlage lohnt ebenfalls einen Besuch.
Mittelalterliche Ortskerne
Viterbo: Die Stadt der Päpste ist von einer vollständig erhaltenen Ringmauer aus dem 13. Jh. umschlossen, innerhalb finden sich in ungeahnter Ausdehnung düstere Gassen zwischen hohen mittelalterlichen Häusern ebenso wie großzügige Plätze wie die Piazza San Lorenzo mit Papstpalast und Kathedrale.
Labro: Das kompakte Bergdorf mit steilen gepflasterten Gassen thront auf einem Hügel in grüner Umgebung ganz im Norden der Region. Wie in vielen alten Dörfern Italiens sind längst nicht alle Häuser bewohnt, Verfall wechselt sich mit sorgfältiger Restaurierung ab.
Sperlonga: Ein bisschen griechisch wirkt der in zahlreichen Weißtönen (dass es das gibt ...) erstrahlende, auf einem steilen Felssporn über dem tiefblauen Meer angelegte Ort mit seinem engen Gassenlabyrinth und dem Wech-sel aus ewigem Schatten und sonnigen Plätzen und Panoramabalkonen. Die Felsen rund um den Ort sind bei Kletterern äußert beliebt.
Feste und Brauchtum
Infiorata: Üppiger Blumenschmuck als fester Bestandteil großer Feste hat in der Gegend um Rom eine lange Tradition. Die erste so bezeichnete Infiorata gab es 1778 in Genzano di Roma, und sie findet seither jährlich dort statt. Die bunten, von Hand ausgelegten Blumenteppiche sind aber auch auf den Straßen von Itri, Sora, Bolsena oder auf dem Boden der Abteikirche von Casamari zu bewundern. Sie werden in der Regel am zweiten Wochenende nach Fronleichnam ausgelegt und halten, so das Wetter mitspielt, einige Tage. Unbedingt sehenswert!
Macchina di Santa Rosa: Am 3. September tragen alljährlich über 100 Männer einen 30 m hohen Turm, die Macchina di Santa Rosa, durch die Straßen von Viterbo, angelehnt an die Überführung des Leichnams der hl. Rosa im Jahre 1258. Ein Spektakel!
Zwischen Bergen und Meer
Erlebnis Natur
Der Zweitausender Monte Terminillo eine Autostunde von Rom, dichte Buchen- und Eichenwälder im Hinterland, Vulkanseen, Höhlen und einsame Hochebenen - das Latium bietet viele Ziele für Naturliebhaber und Aktivurlauber.
Im Kleinen Wanderführer werden sieben Touren ausführlich beschrieben, dazu gibt es GPS-Tracks inkl. Waypoints zum Download auf mmv.me/53958.
Sehenswerte Schutzgebiete
25 Schutzgebiete bzw. Naturparks zählt die Region Latium inkl. der beiden Nationalparks. Besonders attraktiv, da gut mit der malerischen Riviera d’Ulisse zu verbinden, sind die karstigen Monti Aurunci mit der Cima del Redentore, auf der 1901, wie auf einigen anderen Gipfeln in Italien, eine riesige Erlöserstatue aufgestellt wurde, nachdem sie unter größten Mühen herauftransportiert worden war. Auch heute ist das eine lohnende Wanderung auf gutem Weg mit tollen Panoramablicken (→ Tour 5).
Nationalpark Circeo: Der einzige komplett im Latium liegende Nationalpark schützt den beeindruckenden, bewaldeten Felsklotz des Monte Circeo (→ Tour 3) und einen nördlich davon gelegenen Teil der Dünen- und Lagunenlandschaft. Er ist also zum Bergsteigen und Baden gleichermaßen geeignet, was nicht alle Nationalparks von sich behaupten können.
Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga: Der grenzüberschreitende Nationalpark liegt nur zu einem kleinen Teil in der Region Latium und umfasst dort die Gipfel nördlich und westlich von Amatrice mit ihren fantastischen Eichen- und Buchenwaldhängen, wo einsame Wanderungen möglich sind.
Einsame Hochebenen
Altopiano di Rascino: Diese abgelegene Hochebene, auf der preisgekrönte Linsen wachsen, zählt zu den absoluten Lieblingsorten des Autors. Eine abenteuerliche Anfahrt über kurvige Sträßchen und Bergdörfer durch wunderschöne Wälder, oben ungeteerte Schotterpisten, Schafe, Kühe, einzelne Gehöfte und karstige Bergkuppen, am Rand ein flacher, sumpfiger See, und sogar die Überreste einer Burg gibt es zu erahnen. Da es zwei Auffahrten gibt, ist der Ausflug sogar als Rundtour möglich. Picknickkorb samt kräftigem Rotwein mitnehmen, ein schönes Plätzchen irgendwo in der Ebene suchen und einfach genießen.
Altipiani di Arcinazzo: Zwischen Fiuggi und Subiaco erstreckt sich diese flache Hochebene, umrahmt von grünen Wäldern und mit einer eindrucksvollen römischen Tempelruine, der Villa di Traiano, direkt neben der Straße.
Von Amatrice zum Lago di Campotosto: Amatrice liegt selbst schon auf 1000 m, was einem aufgrund der hohen Gipfel rundherum gar nicht so vorkommt. Die Fahrt auf der SR 577 zum Lago di Campotosto, der kurz hinter der Regionsgrenze in den Abruzzen liegt, führt über eine malerische Hochebene mit Almweiden und dichten Laubwäldern, im Herbst eine wahre Farbexplosion. Vom Lago di Campotosto sieht man hinüber zum Gran Sasso, ein Anblick von kanadisch anmutender Weite und Monumentalität!
Für Gipfelstürmer
Monte Terminillo: Nur eine Autostunde von Rom entfernt, beliebt im Sommer wie im Winter, hinauf geht es auf einer Straße, die teilweise autobahnartige Ausmaße hat, bis zu einer Hütte, von der man in gut eineinhalb Stunden zu einem der spektakulärsten Aussichtspunkte des Latiums gelangt - der Monte Terminillo bietet ein wahrhaft effizientes Gipfelerlebnis!
Monte Gorzano: Der höchste Berg des Latiums (2458 m) ragt oberhalb von Amatrice auf. Wer furchtlos Auto fährt, kann sich auf geteertem Weg bis zum Santuario Sacro Cuore auf 1384 m hochschrauben und von dort in 2:30 Std. durch dichten Laubwald und über karstige Berghänge zum Gipfel aufsteigen. Eine Tour, die nur bei sicherem Wetter zu machen ist!
Monte della Guardia: Zwar nicht der niedrigste Gipfel des Latiums, aber viel fehlt dazu nicht. Wer die höchste Erhebung der Insel Ponza erklimmt, hat einen Bilderbuchblick auf Meer, Ginsterhänge, weiße Ferienhäuschen und felsige Buchten.
Täler, Höhlen und Krater
Valle dei Santi: Eine Wanderung am plätschernden Bach unterhalb der trutzigen Abbazia di Trisulti im gebirgigen, dicht bewaldeten Hinterland garantiert Idylle pur.
Grotte di Collepardo und Pozzo’Antullo: Nicht weit von dem verschlafenen Örtchen Collepardo liegen eine eindrucksvolle Tropfsteinhöhle, die Grotte di Collepardo, und der einzigartige Pozzo’Antullo, ein sich im Karstgestein öffnender Krater von 80 m Tiefe und 300 m Durchmesser. Sein Grund ist dicht bewaldet, und einige seiner senkrechten Wände weisen riesige Stalaktiten auf, entstanden durch das herabtropfende Wasser im porösen Kalkgestein.
Tipps für den Familienurlaub
Das Latium mit Kindern
Geschichte und Geschichten im Monsterpark Bomarzo, im unterirdischen Rieti des Mittelalters oder in der Romaworld, die Tropfsteinwunder in Pastena, Baden in den heißen Quellen von Bullicame oder im lauen Meer bei Sabaudia am 15-km-Sandstrand kommen bei Kindern immer gut an. Und sonst? Natürlich Gelato!
Einzigartig ist der Park mit den Steinmonstern in Bomarzo: furchterregende Fratzen, schwarze Schlünder, finstere Augenhöhlen hinter jedem Busch und jedem Baum - eine mittelalterliche begehbare Geisterbahn im grünen Dickicht!
Ab ins Wasser!
Sabaudia: Ein 15 km langer Strand mit Dünenlandschaft und viel Platz zum Sandburgenbauen, Muschelnsammeln und Picknicken - das ist Baden im Nationalpark Monte Circeo.
Bolsena-See: An vielen Stellen ist das Ufer zugänglich, der feine schwarze Sand erhitzt sich schnell (Badeschlappen und Liegedecke!), aber das Wasser ist traumhaft. Außerdem kann man Tretboot fahren und Stand-up-Paddling ausprobieren.
Bullicame-Therme: Das etwas andere, kostenfreie Badeerlebnis für alle Altersklassen gibt es in den heißen Quellen bei Viterbo, allerdings ohne Schatten, also besser einen bedeckten Tag wählen und Proviant mitnehmen, einen Kiosk gibt es nicht.
Thermen von Vulci: Alternativ geht es in die nicht unbedingt preiswerten Thermen von Vulci mit Sonnenschirmen, Liegen, Sanitäranlagen, Snacks und Eis für den Kinderhunger zwischendurch.
Monster und Höhlen
Bomarzo, Parco dei Mostri: Der verwunschene, von dichtem Grün zugewucherte Park mit seinen steinernen, teils überlebensgroßen Monsterskulpturen (in manche kann man sogar hineingehen!) aus dem 16. Jh. ist ein Must-see mit garantiertem Gruselfaktor für die ganze Familie, Versteckspielen und Kraxeleien auf den Figuren inklusive.
Viterbo und Rieti Sotteranea: Die unterirdischen Altstädte von Viterbo und Rieti mit Tunneln und Spuren aus früheren Epochen sind kühl, ein bisschen gruselig und sehr spannend, denn hier unten wurde früher tatsächlich gewohnt.
Grotte di Pastena: Fantastische Tropfsteinfiguren gibt es in einer der größten Höhlen Mittelitaliens zu bestaunen, an einem heißen Tag kann man hier zudem angenehm abkühlen. Auf schmalen, gut gesicherten Steigen geht es teilweise am oberen Rand wasserführender Spalten entlang vorbei an grünblauen Gumpen, ein echtes Abenteuer!
Erlebnis- und Freizeitparks
Cinecittà World: Angelehnt an die legendären Filmstudios bietet dieser Freizeitpark eine Mischung aus Themenarealen (Wasserwelt, Eiswelt in einer Halle, Wilder Westen, Weltraum) und nachempfundenen Kulissen bekannter Filme wie Jurassic Park, ein spektakuläres Vergnügen!
Roma World: Gladiatorenkämpfe, Greifvogelschauen und Feuerspektakel - schon fühlt sich die ganze Familie ins alte Rom versetzt. Auch eine Übernachtung im Zelt inkl. Legionärsmenü ist möglich.
Magicland: Achterbahn, Riesenrutsche, Gokartfahrten und Begegnungen mit Zombies im „Haunted Hotel“ - für alle Altersstufen ist in dieser magischen Freizeitparkwelt etwas dabei.
Abenteuer Antike
Cerveteri: Die etruskischen Grabanlagen inmitten alles überwuchernder Natur haben was von einem Abenteuerpark. Über steile Treppen geht es hinab ins feuchte Dunkel, oben zirpen derweil die Grillen, und was um die nächste Ecke herum kommt, weiß man nie. Spannend!
Un gelato, per favore!
Generell kann man im Latium kaum etwas falsch machen beim Eisschlecken. Wo „Gelateria Artigianale“ steht, also selbstgemachtes Eis, schmeckt es eigentlich immer. Zwei Eisdielen seien dennoch besonders empfohlen:
Gretel Factory: Hier befindet sich nicht etwa der Ofen, in dem Gretel die Hexe verbrennen ließ - nein, diese Eisdiele verwendet nur naturbelassene Zutaten und hat eine große Auswahl origineller Geschmacksrichtungen. Wo die einzelnen Zutaten herkommen, kann man auf einer Karte lesen, transparent und nachhaltig! Es gibt derzeit zwei Filialen, eine befindet sich in Formia und eine in Gaeta.
Picchio Gelateria Naturale: Eine ähnliche Philosophie vertritt diese Eisdiele in der malerischen Altstadt unterhalb der Burg von Bracciano. Natürliche, möglichst regionale Zutaten und Herkunftsbezeichnung, zahlreiche originelle Geschmacksrichtungen - einfach lecker!
Bei schlechtem Wetter
Aquarium von Bolsena: Als Indoor-Programmpunkt lohnt sich ein Besuch des Aquariums mit seinen vielen bunten Fischen.
Unterwegs im Latium
Lago di Bolsena
Der kreisrunde Bolsena-See ist mit einer Fläche von 114 m² und einer Tiefe von 150 m der größte der Vulkanseen im Latium. Badespaß, malerische Orte wie Bolsena und Gradoli und die „sterbende Stadt“ Civita di Bagnoregio im zerklüfteten Tuffstein sorgen für einen kurzweiligen Urlaub.
Der schönste Ort am Bolsena-See ist die Treppe vor der Kirche Santa Maria Assunta in Capodimonte bei Sonnenaufgang. Der freie Blick auf das glitzernde Wasser, die Isola Martana und die über dem Kraterrand aufsteigende glutrote Sonne - pure Magie!
Die von bäuerlichen Kleinbetrieben geprägte Landschaft rund um den See, der auf gut ausgebauten Straßen komplett umfahren werden kann, strahlt eine wohltuende Ruhe aus. Weich gewellte Hügelformationen sind vielerorts mit schönen Buchenwäldern bewachsen, vereinzelt gedeihen Weinreben. Auf grünen Weiden tummeln sich Schafe, deren Milch die Basis für den schmackhaften Schafskäse der Region ist. Mehrere Orte liegen malerisch direkt am Ufer oder auf den hügeligen bzw. felsigen „Aussichtsbalkonen“ hoch über dem See, einige Kilometer abseits thront Civita di Bagnoregio auf einem bröckelnden Tuffsteinfelsen. Gut 15 km nördlich des Sees wartet Acquapendente am Rande des wald- und blumenreichen Monte Rufeno; etwa genauso weit entfernt vom See in südlicher Richtung gibt es in Tuscania zwei romanische Kirchen und noch etwas weiter südwestlich gelegenen Vulci römische und etruskische Ruinen zu entdecken.
Der Lago di Bolsena selbst bietet ein breites Angebot an Restaurants, Unterkünften und Sportmöglichkeiten, das allein schon für einen Urlaub reicht.
Was anschauen?
Capodimonte: Das reizende Städtchen kombiniert einen langen, schwarzen Strand mit einem verwinkelten Zentrum auf einem Felsen samt Aussichtsbalkon vor der Kirche Santa Maria Assunta (Sonnenaufgang!).
Montefiascone: Im Südosten gelegenes, für seinen Wein berühmtes Städtchen hoch über dem See mit einem interessanten Burgmuseum (Aussicht!) und der romanischen zweistöckigen Kirche San Flaviano.
Bolsena: Das wirtschaftliche und touristische Zentrum am See - mit dem berühmten „Blutwunder“, einem verschachtelten, von schmalen Kopfsteinpflastergassen geprägten historischen Zentrum und dem Aquarium.
Civita di Bagnoregio: Ein paar Kilometer östlich von Bolsena liegt auf einem bröckelnden Tuffsteinplateau dieser einzigartige Ort. Er ist gesichert durch raffinierte Stahlkonstruktionen und doch immer vom Abrutschen bedroht, was ihm den Beinamen „die sterbende Stadt“ eingebracht hat und erheblich zu seiner globalen Berühmtheit beiträgt.
Tuscania: Vom Parco Torre di Lavello, dem höchsten Punkt der sehenswerten Altstadt, hat man einen grandiosen Blick auf die zwei vor der Stadt auf einem Hügel thronenden romanischen Kirchen: Santa Maria Maggiore und San Pietro, samt mittelalterlichen Fresken, Cosmatenboden und einer Krypta.
Was unternehmen?
Thermen von Vulci: Im Niemandsland gelegene Schwefelwasserbecken, die sich mit der nahegelegenen Ausgrabungsstätte (römische Stadt und etruskische Nekropole) kombinieren lassen - Kultur und Entspannung in einem Ausflug.
Sentiero dei Briganti: Ein schöner Spaziergang lässt sich am malerischen Westufer des Sees unternehmen. Man wandelt dabei auf den historischen Pfaden des „Banditenwegs“, eines etwa 100 km langen historischen Wanderwegs, der an das in dieser Gegend früher weit verbreitete, legendenumrankte Banditentum erinnert.
Wo essen gehen?
In Civita di Bagnoregio lohnt das idyllisch gelegene Alma Civita, im Agriturismo Pulicaro gibt es Samstag und Sonntag ein grandioses Menu biologico al chilometro zero mit Hofführung und in Montefiascone kann man sich in der Fußgängerzone eine Porchetta to go genehmigen. Das saftige Schweinefleisch in der Brotkruste ist eine regionaltypische Alternative zur Pizza al Taglio.
Wo baden?
Den längsten Strand hat Capodimonte. Die Campingplätze am See haben eigene Strandabschnitte, und an der ungeteerten Straße am Ostufer gibt es verschiedene, schöne Strände, die entweder direkt neben der Straße gelegen oder durch Zufahrtswege mit ihr verbunden und dadurch gut erreichbar sind.
Was einkaufen?
Westlich vom Bolsena-See werden hervorragende Linsen angebaut, die man in den Orten am See, aber auch direkt beim Erzeuger kaufen kann. Berühmt für sein Olivenöl, mit mehreren großen Erzeugern am Ort, ist Canino.
Bolsena
Der Hauptort des Sees liegt direkt am Nordostufer, in seinem Einzugsgebiet befinden sich zahlreiche Campingplätze und Agriturismi. Sehenswert ist das kompakte historische Zentrum, das an der zentralen Piazza Matteotti beginnt.

Trutzig wacht das Castello über Bolsena

Die Piazza ist geschäftiger Ortsmittelpunkt mit mehreren Bars, Eisdielen und der als Veranstaltungsraum genutzten Kirche San Francesco. Ins Auge fällt hier eine Markise mit der Aufschrift „Fleischerei - Wurstwaren“. Dies ist nicht etwa ein Zeichen für eine schleichende Germanisierung Bolsenas - obwohl die Gegend bei deutschen Urlaubern durchaus beliebt ist. Die Aufschrift existiert schon seit über 40 Jahren; der Sohn des Hauses brach damals sein Studium im Ausland ab und kehrte heim in den elterlichen Betrieb, wo er dem Ort stolz die erworbenen Sprachkenntnisse präsentierte. Ein Parkplatz liegt zentral an der Piazza Martiri di Nassiriya - hier befindet sich auch ein Wasserspenderautomat, an dem man günstig Trinkwasser mit und ohne Sprudel zapfen kann. Diese Geräte gibt es in mehreren Orten Latiums, und sie erfreuen sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit.
Von der Piazza führt der Corso della Repubblica, die Hauptgeschäftsstraße Bolsenas, nach Südosten zur Porta Romana und dahinter zu einer der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt, der Basilica Santa Cristina. Hält man sich von der Piazza dagegen nordöstlich, geht es über steile gepflasterte Gassen zwischen hohen, aus groben Steinquadern bestehenden Häusern über die Via degli Ademi zur mächtigen Burg, dem Castello Monaldeschi, hinauf. Zahlreiche Quergassen und Gässchen laden zu verwinkelten Entdeckungen ein und eröffnen immer wieder überraschende Ausblicke auf den See.
Die Geschichte des Ortes reicht bis in die frühe Eisenzeit vor dem 9. Jh. v. Chr. zurück, aus der Siedlungsspuren in der Nähe des heutigen Bolsena nachgewiesen sind. Eine Pfahlsiedlung der Villanova-Kultur aus dem 9./8. Jh. v. Chr. entdeckten Archäologen etwa 6 km südlich des Ortes bei Gran Carro (viele der Funde sind im Museum in der Burg von Bolsena ausgestellt). Vermutlich lag in der Nähe auch das legendäre Velzna mit dem Tempel der Nortia, einem der größten Heiligtümer der etruskischen Föderation.
Die Römer zerstörten die Stadt, die sie Volsinii Veteres nannten, im Jahr 265 v. Chr. und zwangen die Bewohner, oberhalb des heutigen Städtchens eine neue Stadt zu gründen. Dieses Volsinii Novi wurde zu einem wichtigen Vorposten Roms. Nach Erhalt der Stadtrechte im Jahr 90 n. Chr. baute man Volsinii auf Terrassen mit Amphitheater, Thermen, Forum mit Basilika und luxuriösen Privathäusern bis an die Via Cassia am Seeufer aus.
Am Rand der antiken, von Goten und Langobarden zerstörten Stadt entstand die mittelalterliche Burgsiedlung Bolsena. Bedeutung erlangte sie, als Papst Gregor VII. 1078 die Kirche zu Ehren der heiligen Christina weihte. Im Zusammenhang mit verschiedenen Konflikten zwischen Päpsten, Kaisern und Fürsten kam es zum Bau der heute zum Teil noch erhaltenen Stadtmauer und des großen Burgturms im Jahr 1295. Bolsena wurde dann im 14. Jh. Teil des Kirchenstaates. Dem päpstlichen Statthalter errichtete man einen prächtigen Palast und erhielt dafür manche Gegenleistung. So stiftete Giovanni de’Medici als Statthalter Bolsenas, bevor er als Leo X. 1513 zum Papst gewählt wurde, eine neue Fassade für Santa Cristina, die deutlich Einflüsse der Florentiner Renaissance erkennen lässt.
Sehenswertes
Basilica di Santa Cristina: Die Kirche, die am 10. Mai 1078 von Papst Gregor VII. persönlich geweiht wurde, besteht aus drei Teilen: der romanischen Basilika mit Renaissancefassade im Florentiner Stil und Glockenturm aus dem 13. Jh., der 1693 erbauten Cappella del Miracolo mit der neoklassizistischen Fassade (im Jahr 1863 fertiggestellt) und, im Berg, der Grotte der heiligen Christina mit den Katakomben.

Außen Renaissance, innen Romanik: Basilica di Santa Cristina

In der „Kapelle des Blutwunders“ werden hinter goldenen Türen drei Marmorplatten mit den Blutstropfen der Heiligen aufbewahrt. Den vierten überlieferten Blutstropfen sieht man durch die Scheibe des Reliquiars von 1940 im Kuppelraum.
Im links neben dem Hauptaltar der Kirche gelegenen Vorraum der aus dem Felsen gehöhlten Grotte der heiligen Christina steht unter einem von vier antiken Säulen getragenen Überbau der Altar, an dem sich das weiter oben beschriebene Eucharistie-Wunder vollzogen haben soll. Im Gewölbebogen links davon, durch den man die mit Fresken aus dem 15. Jh. geschmückte Grotte betritt, ist schwach die älteste bekannte Darstellung des Märtyrer-Wunders zu erahnen. Die Stufen im Andachtsraum führen hinunter zu einem großen Steinsarkophag aus spätkaiserlicher Zeit. An seiner Rückwand ist eine Marmorurne mit der Inschrift Hier ruht der Leib der heiligen Märtyrerin Christina eingesetzt. Man fand darin eine Silbermünze aus dem 10. Jh. und Knochenreste eines Menschen, der nicht älter als 14 Jahre gewesen sein kann. Rechts ist der Eingang zur Katakombe, die zwischen dem 3. und 5. Jh. von der frühchristlichen Gemeinde Bolsenas als Friedhof genutzt wurde. Die Grabnischen waren meist mit Tontafeln verschlossen, darauf eingeritzt einfache Graffiti oder Malereien.
♦ Catacombe di S. Cristina, tägl. geöffnet, im Sommer 10-12 und 16-18 Uhr, im Winter 10-12 und 15.30-17 Uhr. Eintritt 5 €, für Kinder 3 €. Basilica di S. Cristina: im Sommer 7-12.30 und 15.30-19.30 Uhr, im Winter 7-12.30 und 15-18 Uhr. Infos unter basilicasantacristina.it.

Balkon mit Seeblick im Zentrum

Castello Monaldeschi: Den Bau der ersten Burg an dieser Stelle begann man im Jahr 1295. Im 14. Jh. wurde sie erheblich zerstört. Nur der untere Teil des Hauptturms und der Mauer zum See blieben erhalten. Zweihundert Jahre später bauten die Fürsten Monaldeschi den Hauptturm wieder auf und errichteten über den Ruinen die heutige Burg mit den fünf Nebentürmen. Wie damals ist das Innere nur über eine Zugbrücke zu erreichen. Dort befindet sich das Heimatmuseum Museo Territoriale del Lago di Bolsena, das sich mit der Entwicklung dieses Gebiets und der Stadt befasst. Angefangen mit anschaulichen Tafeln über den Vulkanismus und die Entstehung des Sees, werden Funde der Pfahlbausiedlung von Gran Carro aus prähistorischer Zeit sowie Zeugnisse aus etruskischer, römischer und mittelalterlicher Epoche bis hin zur Neuzeit gezeigt. Ein Besuch lohnt bereits wegen des herrlichen Ausblicks von den Zinnen der Burg. In den Räumen der Burg gibt es auch ein Aquarium, das die reiche Fisch- und Muschelwelt des Sees näherbringt - ein Spaß insbesondere für kleinere Kinder!
♦ Museo Territoriale del Lago di Bolsena e Acquario, tägl. 10-13 und 15-19 Uhr, Sa/So 10-19 Uhr. Eintritt 5 €, erm. 3,50 €. Derzeit nur nach Voranmeldung über die Webseite (acquariobolsena.it) oder Tel. 0761-798630.
Volsinii Scavi: Am Ortsausgang an der Straße in Richtung Orvieto liegt hinter einem grünen Zaun auf der rechten Seite Volsinii Scavi, das Ausgrabungsgebiet der antiken Stadt Volsinii. Zwischen Olivenbäumen verstreut liegen Reste des Mauerrings sowie Teile des noch nicht vollständig ausgegrabenen Amphitheaters, von Thermenanlagen und von Wohnhäusern mit Fußbodenfragmenten.
♦ Di und Do 14-19 Uhr, Mi und Fr 8-13.30 Uhr, Sa 8-13 Uhr, So/Mo geschlossen.
Zwei Legenden: Martyrium und Blutwunder am See
Der heute nach seinem Hauptort Bolsena benannte See war im Mittelalter unter dem Namen Lago di Santa Cristina bekannt. Die damalige Namenspatronin des Sees wuchs der Überlieferung nach Ende des 4. Jh. n. Chr. in Volsinii (heute Bolsena) als Tochter des römischen Stadtpräfekten auf. Durch eine Dienerin wurde sie zum Christentum bekehrt. Ihr Vater, der in Diensten des obersten Christenverfolgers Kaiser Diokletian stand, wurde wütend und ließ sie zunächst auspeitschen, woraufhin ihr Körper jedoch keinerlei Spuren der Folter zeigte. Mit einem Mühlstein um den Hals warf man sie daraufhin in den See, badete sie in brennendem Öl, steckte sie in einen glühenden Ofen, ließ giftige Schlangen auf sie los - Christina überlebte all diese und weitere Grausamkeiten auf wundersame Weise. Erst zwei Pfeile, die ihr Herz durchbohrten, setzten ihrem kurzen Leben ein Ende.
Leidensgeschichten dieser Art sind obligatorischer Bestandteil christlicher Märtyrerlegenden, die heilige Christina von Bolsena macht da keine Ausnahme. Über ihre tatsächliche Existenz ist dagegen nichts verbürgt, möglicherweise wird mit ihr lediglich das historische Ereignis der Christenverfolgung personalisiert. Am 24. Juli ist der Namenstag der Heiligen, die Feierlichkeiten ihr zu Ehren beginnen in Bolsena bereits am Vorabend und ziehen sich mit Prozessionen und einem Mysterienspiel bis in den eigentlichen Namenstag hinein.
Bolsena verfügt darüber hinaus über eine der heiligen Christina geweihte Kirche (Basilica di Santa Cristina), in der sich ihr (angebliches) Grab befindet und die im Jahr 1236 Schauplatz eines Blutwunders wurde: Damals machte ein an den Grundfesten des Glaubens zweifelnder böhmischer Priester auf einer Pilgerreise nach Rom Station in Bolsena und zelebrierte dort eine Messe. Seine Zweifel galten der „Wesensverwandlungslehre“, die besagt, dass sich Brot und Wein während der Eucharistie in Leib und Blut Christi verwandeln. Als der Priester im allerheiligsten Augenblick die Hostie und damit das Brot über den Kelch hielt, bat er um ein göttliches Zeichen, das seine Zweifel zerstreuen möge. Und tatsächlich quoll plötzlich Blut aus der Hostie und tropfte auf das Tuch, auf dem Kelch und Hostienschale standen. Das räumte nicht nur den persönlichen religiösen Zweifel des Böhmen aus, sondern hatte langfristige Auswirkungen auf die gesamte katholische Kirche. Denn das Blutwunder von Bolsena begründete das Fronleichnamsfest, das „Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi“, und damit eines der Hochfeste des Kirchenjahres. Das blutbefleckte Tuch wurde zeitnah ins nahe gelegene bedeutendere Orvieto gebracht, wo es bis heute in einem kostbaren Reliquiar verwahrt wird. Dem eigentlichen Ort des Geschehens, der Kirche der heiligen Christina in Bolsena, blieben nur ein paar Blutstropfen auf dem Marmor des dortigen Altars. Eine kleine Andachtskapelle zwischen Kirche und Grotte mit dem Grab der Heiligen erinnert an das Eucharistie-Wunder.
Basis-Infos
Information Auf der zentralen Piazza Matteotti 9. Tel. 0761-799923, visitbolsena.it. Die Webseite zu den Museen rund um den See lautet simulabo.it.
Verbindungen Von Orvieto über die SS 71 bis zur Abzweigung Bolsena, 23 km; von der Autobahn in Richtung Florenz (A 1) Abfahrt „Orvieto“ oder von Rom aus über die Via Cassia (80 km).
Buslinien nach Orvieto (2-mal tägl.) und nach Viterbo; weitere Regionalbusse fahren nach Montefiascone und Gradoli. Um nach Marta zu gelangen, muss man in Montefiascone umsteigen.

Markt am Hauptplatz von Bolsena

Parken Großer, kostenpflichtiger Parkplatz an der zentralen Piazza Martiri di Nassiriya, dort auch ein Wasserspender.
Markt Jeden Di auf der Piazza Matteotti.
FesteFronleichnamsprozession: Hier, wo das Fronleichnamsfest seinen Ursprung hat, ist die Prozession, die am Sonntag nach Fronleichnam stattfindet, natürlich ein ganz besonderes Ereignis und eines der prachtvollsten Infiorata-Feste Italiens. Der Weg hinauf zur Burg wird über eine Länge von gut einem Kilometer mit Bildern und kunstvollen Ornamenten aus Blütenblättern geschmückt. Musikkapellen und Teilnehmer in historischen Gewändern begleiten das Spektakel.
Das wichtigste Volksfest wird zu Ehren der heiligen Christina vom Abend des 23. Juli bis zum nächsten Mittag gefeiert. An diesen Mysterienspielen nimmt die ganze Stadt teil. Der Weg führt an mehreren aufgebauten Bühnen vorbei, auf denen Bewohner von Bolsena in erstarrter Pose als „lebende Bilder“ Stationen aus dem Martyrium der Christina nachstellen.
Prachtvoll ist auch die Prozession der Statue von San Rocco am Abend des 16. August aus der Kirche Santa Cristina bis zum Brunnen auf der Piazza 1 Maggio, dessen Wasser gesegnet wird.
Während der Sommermonate findet auf dem See unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eine Regatta von Fischerbooten aus den verschiedenen Anliegergemeinden des Bolsena-Sees statt.
Übernachten
Hotels**** Hotel Columbus, zentral am unteren Platz, ca. 50 m vom Seeufer entfernt, 36 gut ausgestattete Zimmer. Gepflegte Atmosphäre, passables Restaurant mit Seeblick. Viale Colesanti 27, Tel. 0761-799009. €€€
*** Loriana Park Hotel, an der Uferpromenade. Zweigeschossige, moderne Hotelanlage mit mehreren Häusern, Grünanlage, Pool und direktem Seezugang. Vom Restaurant aus hat man Seeblick. Parkmöglichkeiten am Haus. Die ordentlichen, großen Zimmer verfügen teilweise über Terrasse oder Balkon (ohne Seeblick). Viale Cadorna 33, Tel. 0761-799273, hotellagodibolsena.it. €€€
Casale 1541, originelles B & B mit 8 individuell eingerichteten Zimmern. Schöne Bruchsteinmauern in den Räumen der ehemaligen Mühle, gutes Frühstück. Via Acqua della Croce 25-27, Tel. 0761-799677, casale1541.com. €€-€€€
*** Zodiaco, kleines charmantes Hotel in der Altstadt mit nur 12 einfach eingerichteten Zimmern, z. T. mit Balkon. Via IV Novembre 8, Tel. 0761-798791. €€-€€€
AgriturismoAgriturismo Battaglini, am Rand von Bolsena gelegen, ca. 100 m vom Strand entfernt. 3 Apartments in einem landschaftstypischen Haus. Via della Chiusa 59, Tel. 328-2881506, agriturismobolsena.com. €€€
Arlena, Landhaus von 1850 in einem schönen Garten mit großer Liegewiese. Vermietet werden 9 Apartments (für 2 bis 6 Pers.) mit Seeblick; zum Seeufer führt ein Feldweg durch die Kiwiplantage. SS 2 Cassia bei km 108,150, Tel. 0761-799538, arlena.it. €€-€€€
Camping Das Verbot des Wildcampens wird besonders in der Hauptsaison streng durchgesetzt.

Ein Glas Wein in der Abendsonne am Lago: Bella Italia!

In der Zeit von April bis September stehen zahlreiche Plätze mit direktem Seezugang zur Verfügung (da es im August voller wird, ist dann eine Reservierung anzuraten), hier einige Empfehlungen:
Mein Tipp **** Lido Camping Village, bester und größter Platz am See. Alter Baumbestand, schwarzer Sandstrand, eine abgegrenzte, kindersichere, stehtiefe Badebucht, sehr gute Sportmöglichkeiten, Café, Supermarkt, Kinderbetreuung (3-15 Jahre), Disco, Animation, regelmäßig Open-Air-Buffet, organisierte Ausflüge. 600 Stellplätze, Bungalows und Apartments. Saubere Sanitäranlagen und Pool. Gutes und preiswertes Selbstbedienungsrestaurant - das Erlebnis, den Insalata Camping Lido mit einem Glas Rotwein beim Sonnenuntergang auf der Terrasse am Strand zu genießen, ist kaum noch zu toppen! Stellplatz und 2 Personen 25-40 €, Bungalows 50-160 €/Tag. Geöffnet April bis Sept. Via Cassia bei km 111,5, ca. 1,5 km südl. von Bolsena. Tel. 0761-799258, lidocampingvillage.it.
Camping Massimo, sehr sauber, familiäre Atmosphäre, kindergeeigneter Strand, alter Baumbestand. Es gibt eine kleine Bar mit Laden und eine Trattoria mit wechselnden Tagesgerichten zu moderaten Preisen. 4 Apartments mit Seeblick und 2 Bungalows. Stellplatz und 2 Personen 30-45 €, Apartment oder Bungalow (4 Pers.) 850-1460 €/Woche. Mai bis Sept. Via Cassia km 116,3 (ca. 3,5 km westlich von Bolsena), Tel. 0761-798738, massimo.info.
*** Blu International Camping, 180 Stellplätze, alter Baumbestand, Laden und Restaurant mit Pizzeria, Pool. Stellplatz und 2 Personen 25-33 €, Mobile Homes für 4 Pers. 55-170 €/Tag. April bis Okt. Via Cassia km 111,65 (südl. von Bolsena), Tel. 0761-798855, blucamping.it.
Essen & Trinken
Gio, hervorragende einheimische Gerichte, gemütliche Atmosphäre in altem Gewölbe. Es gibt auch Vegetarisches, alles äußerst appetitlich angerichtet. Nur abends und So mittags geöffnet, Di Ruhetag. Via G. Marconi 62, Tel. 342-1488402, gioristorocantina.com. €€€
Pizzeria Tanaquilla, bis spät in die Nacht kann man hier Kleinigkeiten, gute Salate und fantasievoll belegte Pizza essen, dazu gibt’s Bier vom Fass. Das Lokal ist besonders bei Jugendlichen beliebt und samstags wird es sehr voll. Mi geschlossen, nur abends geöffnet. Via Marconi 100, Tel. 0761-799686, tanaquilla.it. €€
Eis/Wein/EinkaufenEnoteca Gelateria Santa Cristina, Corso della Repubblica 8. Bietet wunderbares hausgemachtes Eis und mehr ... gelateria-bolsena.it.
Auf den Hügeln oberhalb des Sees besitzt Vittorio Puri (dem in Viterbo auch noch eine Schnapsbrennerei gehört) einige gute Weinlagen. Er produziert einen vorzüglichen Est! Est!! Est!!! di Montefiascone und den interessanten Chardonnay Il Vaiano. Der Verkauf der Azienda Agricola Villa Puri (auch gutes Olivenöl und Grappa) ist in der Piazza Matteotti 7, Tel. 0761-797138, villapuri.com.
Sport
Schwimmen Die Ufer sind fast überall zugänglich, es wechseln Schilf- und Strandabschnitte, deren feiner schwarzer Sand sich bei Sonne sehr aufheizt und hartnäckig auf feuchter Haut klebt.
Wassersport An warmen Frühjahrs- und Herbsttagen wehen der Tramontana oder der Scirocco mit Windstärke 4, 5 oder noch darüber. Selbst im Sommer kommt der Wind in Stärke 3-4 (in Böen 5) regelmäßig spätestens am Nachmittag und entwickelt eine Thermik, die der des Gardasees vergleichbar ist. Der See ist daher bei Surfern und Seglern beliebt. Auch das massentaugliche Stand-up-Paddling wird immer beliebter.
Es gibt mehrere Surfschulen, darunter eine auf dem Campingplatz Lido (surfcamp-bolsena.eu). Verkauf von Segelbooten, Kajaks und Zubehör bei Bolsena Yachting in Bolsena, Via Gramsci 1 A, Tel. 0761-798717, bolsenayachting.com. Von Frühjahr bis zum Herbstanfang gibt es unterschiedliche Regatten, z. B. die International Challenge Trophy im April, den Preis der Stadt Bolsena im Juni oder das Santa-Cristina-Segeln im August. Achtung: Bei starkem Wind sollte man wegen des hohen Wellengangs auf keinen Fall mit dem Boot hinausfahren.
Radfahren In Bolsena kann man die Uferpromenade entlangradeln (ca. 3 km), aber dann muss man zurück auf die schmale, kurvenreiche Straße, was bei dem dichten Verkehr (besonders auf der Via Cassia von Bolsena in Richtung Montefiascone) nicht ungefährlich ist. Die vielen Steigungen vom Seeufer zum Kraterrand (immerhin bis zu 300 m Höhenunterschied) erfordern zudem einige Kondition. Am Ostufer führt eine ungeteerte Straße sehr schön direkt am See entlang.
Fahrradverleih z. B. in Bolsena, Via Gramsci, oder auf den Campingplätzen.
Wandern Die waldreiche Landschaft lädt geradezu zum Wandern ein. Ausgewiesene Wanderwege sind jedoch rar; organisierte Wanderungen vom Campingplatz Lido aus (s. o.) oder bei der Touristeninformation in Bolsena, Piazza Matteotti, nachfragen.
Seerundfahrt Ob Bootstouren von den Häfen in Bolsena, Capodimonte oder Marta möglich sind, erfahren Sie im Touristenbüro in Bolsena, Piazza Matteotti, oder bei Alto Lazio an der Uferpromenade von Bolsena, Tel. 0761-798033, navigazionealtolazio.it bzw. bei La Bussola in Capodimonte, Tel. 0761-870760, navigabolsena.com.
Acquapendente
Der lebendige Ort liegt 20 km von Bolsena entfernt, ist die nördlichste Gemeinde Latiums und Ausgangspunkt für Touren in das wald- und blumenreiche Naturschutzgebiet Riserva Naturale Monte Rufeno.
Bereits in etruskischer und römischer Zeit war die Gegend besiedelt. Der Ort selbst wird im 9. Jh. erstmals urkundlich erwähnt. Sein Name (auf Deutsch „hängende Wasser“) weist auf die zahlreichen Wasserfälle in der Umgebung hin, die sich aus dem Fluss Paglia speisen. Der Ort war in seiner wechselhaften Geschichte Diener mehrerer Herren, u. a. gehörte er zur Toskana und zum Kirchenstaat, 1649 wurde er Bischofssitz, 1986 in das Bistum von Viterbo eingegliedert. Acquapendente ist Mitglied im Städteverbund Cittaslow. Der Schutz von Landschaft und Natur, die Verwendung lokaler Lebensmittel und die Erhöhung urbaner Lebensqualität sind Ziele dieser 1999 gegründeten Bewegung. Die Hauptsehenswürdigkeiten der am Fuße des kaum besiedelten Monte Rufeno gelegenen Gemeinde sind die Basilika San Sepolcro mit ihrer grandiosen Krypta aus dem 12. Jh. und der wegen der erhöhten Lage auf einem Hügel im Naturschutzgebiet weithin sichtbare Ortsteil Torre Alfina mit seiner trutzigen Burg und dem sehenswerten urwaldähnlichen Bosco del Sasseto. Im Centro Storico von Acquapendente, das leider nicht autofrei ist (da ist die Cittaslow-Idee nicht wirklich umgesetzt), finden sich einige kopfsteingepflasterte Gassen mit schönen Steinportalen an den Häusern. Hier führt auch die Via Francigena durch (beschildert).

Romanisch-gotische Krypta der Basilika

Sehenswertes
Die Kathedrale Santo Sepolcro, 1149 geweiht, liegt am östlichen Ortseingang direkt an der SS 2. Von außen ist sie ein eher unscheinbarer Bau aus braunem Sandstein mit einer farbenprächtigen barocken Fassade. Das dreischiffige Innere lässt die historische Wucht erahnen, aber umfassende Barockisierung und eine schwere Beschädigung im Zweiten Weltkrieg haben dem Raum trotz umfassender Renovierung die monumentale Wirkung original erhalten gebliebener romanischer Kirchen genommen. Die dunkle Krypta mit ihren 24 Säulen und schmalen Fenstern, durch die das Licht scharfe Strahlen auf den Boden wirft, entfaltet dagegen eine feierlich-morbide Atmosphäre. Einige schön gearbeitete Kapitelle mit Pflanzen- und Tiermotiven werden als Weiterentwicklung der Krypta von Nepi gedeutet, erinnern aber auch an die Unterkirche von San Flaviano im nahe gelegenen Montefiascone. Bedeutung hatte die Basilika über die Jahrhunderte nicht zuletzt aufgrund ihrer Lage an der Via Francigena, die den Besuch zahlreicher Pilger mit sich brachte.
Jährlich werden im Kirchenschiff für ein paar Wochen die Pugnaloni ausgestellt, monumentale Blumen- und Blätterbildnisse (2,60 m x 3,60 m). Sie werden in den einzelnen Stadtvierteln von Bewohnern auf Holzrahmen aufgeklebt und am 3. Sonntag im Mai im Rahmen des Festes der Madonna delle Fiore auf einer Prozession durch die Stadt getragen. Das Fest geht auf das Jahr 1166 zurück, als sich die Bewohner des Ortes gegen die aus ihrer Sicht tyrannische Herrschaft des Kaisers Barbarossa auflehnten und die Burg seines Stadthalters zerstörten. Ermutigt worden waren sie durch das Erlebnis zweier Bauern während der Feldarbeit. Ein vertrockneter Kirschbaum war plötzlich auf wundersame Weise erblüht, was als Zeichen gedeutet wurde, dass die Jungfrau Maria ihre schützende Hand über die Bewohner halten würde.
Gegenüber der täglich geöffneten Kathedrale befindet sich die Torre Julia de Jacopo, im Mittelalter einer der befestigten Haupteingänge der Stadtmauer und heute Sitz der Touristeninfo.

Mächtiges Schloss über dem Ort

Lohnenswert ist auch ein Besuch des nahe gelegenen Naturparks Riserva Naturale di Monte Rufeno, der auf gut gepflegten Wegen eine Vielzahl an Wander- und MTB-Möglichkeiten bietet. Seltene Schmetterlinge, zahlreiche Orchideenarten und der Eisvogel warten auf den Besucher. Im Infobüro gibt es eine übersichtliche Karte mit Routenvorschlägen für Wanderungen und MTB-Touren, Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten.
InformationTorre di Julia de Jacopo, Feinkost- und Buchladen und Touristeninformation, betrieben von der Kooperative L’Ape Regina, die auch die Touren im Bosco Sasseto und andere Touren im Naturpark durchführt. Via Julia de Jacopo, Tel. 388-8568841, laperegina.it.
BarIl Gran Bar, Via Rugarella 6, im Zentrum beim mächtigen Rathaus, Do geschlossen.
Ausflug nach Torre Alfina
Der verschlafene Ort 12 km östlich von Acquapendente wird überragt vom mächtigen, aus dunklem Basalt erbauten Schloss aus dem 19. Jh. Eine belgische Bankiersfamilie jüdischen Ursprungs erwarb den Grund und erbaute sich dort ein Traumdomizil. Den dichten Wald unterhalb, den Bosco del Sasseto, umzäunte sie, um ihn im Ursprungszustand zu erhalten - welche Weitsicht! Der letzte Eigner brachte es bis zum Marchese. Aufgrund der Rassengesetze unter Mussolini wurde er jedoch zur Flucht gezwungen. Er vermachte seinen Besitz seinem Butler, der die Ländereien und auch die Burg weiterverkaufte. Der Bosco del Sasseto unterhalb des Schlosses wurde von der Gemeinde erworben, die ihn weiterhin bewahren wollte, 2006 wurde er zum Naturdenkmal ernannt. Daher befindet er sich heute in urwaldähnlichem Zustand und ist unbedingt sehenswert. Gigantische Bäume mit bis zu 40 m Höhe, dicke, bemooste Stämme, Farne und Flechten wechseln sich ab. Das Gelände ist von Basaltbrocken übersät, der Boden vulkanisch und deshalb so fruchtbar. Ein verwunschener Ort, im Rahmen einer zweistündigen Führung zu besichtigen.
Torre Alfina selbst besteht aus ein paar schmalen Gassen, die zu einem kurzen Spaziergang einladen. An der Hauptstraße Via al Piazzale Sant’Angelo warten die große Eisdiele Sarchioni dal 1850, eine Bar und eine Bäckerei auf Kundschaft. Vom Platz vor dem Eingang zum Schloss, in dem heute Events veranstaltet werden und das nicht zugänglich ist, hat man einen schönen Blick auf die umliegenden Wälder, Hügel und Felder.
♦ Bosco del Sasseto nur nach Voranmeldung, Infos und Anfragen (per Mail) auf laperegina.it. Audioguide (englisch) auf Vorbestellung erhältlich, Eintritt und Führung 6 €, erm. 4 €.
Azienda Agricola e Agriturismo Pulicaro - ein Ort der Zukunft
Ein Landgut mit mittelalterlichem Turm, in dem Falken brüten, im Garten gedeihen Fenchel, Rosmarin, Salbei, auf dem Gelände nebenan picken unter Olivenbäumen und hohem Gras die glücklichen Hühner. 1000 ha Land, zu Beginn im Jahre 2003 waren es vier. Es gibt Schweine, Schafe, Ziegen und Küken, die nach der Zweihuhnnutzung aufgezogen werden. 40 weiße, aufs Wort gehorchende Hütehunde verteilen sich über das große Gelände. Das Ganze nennt sich regenerative Landwirtschaft, alles Bio und Natur - da fressen die Hühner die Oliven, die vom Baum fallen, weil sie vom Schädling befallen sind, und damit werden die Schädlinge auf natürliche Weise bekämpft.

Schafsglück in Pulicaro

Betrieben wird dieses eindrucksvolle Anwesen von Marco und Olivia Carbonara, ihre drei Töchter springen mittendrin herum, ebenso wie zahlreiche Katzen. Es gibt vier Zimmer und fünf Apartments, Samstagabend und Sonntagmittag das grandiose Menü „chilometro zero“, dazu ausgewählte Weine, darunter auch Naturweine. Was nicht selbst produziert ist, stammt von Freunden und Nachbarn aus der Gegend. Sonntag um 10.15 Uhr gibt es eine Führung zu den Hühnern, Küken, Schafen und Ziegen, bei der man Interessantes erfährt, spannend erzählt vom studierten Mario, der wie seine Frau gut Englisch spricht: zum Beispiel zum Thema Ernährung oder wie schwierig regenerative Landwirtschaft ist, da Bakterien und Viren nicht vor Zäunen haltmachen und Produktionszyklen länger dauern als Banken Kredite geben, und wie erfüllend, wenn nach 20 Jahren aus Brachland mit vier Bäumen ein dichter Olivenhain mit blühenden Vegetation entstanden ist.
Ein Aufenthalt an diesem Ort beruhigt, inspiriert, man lernt, genießt und freut sich mit der Familie, dass ein solches Konzept offenbar Erfolg haben kann. Im kleinen Laden kann man Wein, Mehl, Linsen, Farro und T-Shirts erwerben und so ein kleines Stück Erinnerung mitnehmen von diesem erfüllenden Ort.
♦ Azienda Agricola Bio e Agriturismo Pulicaro, angenehm schlichte Zimmer und Apartments mit direktem Zugang zum idyllischen Garten, gutes Frühstück. Speisen kann man nur auf Vorbestellung und nur Sa abends und So mittags. Predio Pulicaro 27, Torre Alfina, Tel. 390763716757, pulicaro.it. €€-€€€
Civita di Bagnoregio
Ein Erlebnis der ganz besonderen Art ist der Besuch des nur noch über eine Fußgängerbrücke mit dem Stadtteil Bagnoregio verbundenen Civita di Bagnoregio, das als „sterbende Stadt“ schaurig-faszinierend und wunderschön hoch oben auf einem steil abfallenden Felsplateau inmitten einer zerklüfteten Felslandschaft liegt.

Spektakuläre Lage auf dem bröckelnden Tuff: Civita di Bagnoregio

Städtischer Mittelpunkt der 12 km östlich von Bolsena liegenden Gemeinde ist der wesentlich jüngere frühere Vorort Bagnoregio, über dessen lang gestreckte Hauptstraße man zu den Parkplätzen am östlichen Ortsende kommt, die Ausgangspunkt für den Besuch von Civita sind.
Stadt und Umgebung sind von schwerer Erosion des vulkanischen Tuffsteingebirges betroffen, das sich vor einer Million Jahren auf nicht tragfähigen Ton- und Sandschichten aufgetürmt hat.
Zwei Flüsse und Regenwasser schwemmen seit Tausenden von Jahren die unteren Schichten weg, was zu regelmäßig auftretenden, dramatischen Erdrutschen führt. So hat sich der Geländesattel, der beide Ortsteile miteinander verbindet, seit dem Erdbeben von 1695 und einem großen Erdrutsch 1764, als die bis dahin auf einer Höhe verlaufende Verbindung unterbrochen wurde, durch weitere 134 Erdrutsche um etwa 40 m gesenkt. Durch aufwändige bauliche Maßnahmen, etwa in den Feld eingelassene Stützpfeiler, versucht man den auf dem Felsen thronenden Ortsteil zu stabilisieren. Anschaulich dokumentiert wird das im Museo geologico e delle frane von Civita anhand von Schautafeln und Fotos.
Der Charme Civitas bestand lange Zeit darin, dass man sich hier in den wenigen erhaltenen Resten einer einstmals reichen Handelsstadt befand, die jahrhundertelang in Agonie verfallen war. In den letzten Jahren hat allerdings ein massiver touristischer Zustrom aus aller Welt eingesetzt und für den Besuch des Ortes wird Eintritt verlangt. Es sind mehrere Restaurants entstanden, der zentrale Platz wurde renoviert und eine etruskische Kammer kann besichtigt werden. Erst wenn die Tagesgäste verschwunden sind, kehrt wieder eine gewisse Beschaulichkeit ein, die in der Wintersaison gar zur Einsamkeit wird.
Sehenswertes
Den ersten Blick auf Civita hat man vom Belvedere di San Francesco Vecchio am östlichen Ende von Bagnoregio. An diesem Platz befand sich einst ein vom heiligen Franziskus gegründetes Kloster, in dem Bonaventura studierte. Noch bis 1901 führte von diesem Platz eine Allee zur „sterbenden Stadt“, bis auch die wegbrach. Von hier gelangt man über Treppen zu einer Fußgängerbrücke, dem einzig noch existierenden Zugang nach Civita.
Die schmale, 300 m lange, fragil wirkende Brücke wurde in den 1960er Jahren unter schwierigen Bedingungen hoch über einem tiefen Taleinschnitt erbaut. Allein schon der Weg zu dem auf einem rundum steil abfallenden Felsen zusammengedrängten Städtchen ist unbeschreiblich schön: Links und rechts der weite Blick in die von der Erosion zerrissene Landschaft, vor einem das Städtchen, das ebenso wenig festen Boden unter sich zu haben scheint wie man selbst. Die Brücke endet unterhalb des alten Stadttores aus dem 13. Jh.
Der Boden, den man nun betritt, ist seit der Etruskerzeit besiedelt. Im Felsen unterhalb Civitas wurde in den 1930er Jahren ein Tunnel etruskischen Ursprungs entdeckt, der zu einer großen Nekropole gehörte. Selbst das Stadttor zeigt im Inneren noch etruskische Mauerreste. Der verbliebene Kern des einstmals weit größeren, nach einer Ost-West-Achse ausgerichteten Plateaus beinhaltet die Reste der alten Akropolis mit Tempel und Forum (heute Kirche und Piazza San Donato). Die darauf zuführende Straße folgt noch der Hauptstraße (Decumanus) der antiken Stadt. Heute stehen links und rechts Gebäude und Palazzi und Seitensträßchen führen in malerische Winkel, abrupt endende Gässchen und kleine Innenhöfe.
Im Sommer ist es durchaus belebt, etwa 200 Menschen wohnen dann dauerhaft hier; sie arbeiten in der Gastronomie und in Souvenirgeschäften oder verbringen ihren Urlaub in dem Örtchen. Im Winter sind es nur noch etwa 30 Bewohner, die die Stellung halten.
Vom Stadttor aus bewegt man sich auf der Hauptstraße ostwärts und erreicht nach etwa 100 m Piazza und Kirche San Donato. Die Kirche geht im Kern wahrscheinlich auf das 6. Jh. zurück, wurde aber im 16. Jh. so tiefgreifend umgebaut, dass man nur noch am Glockenturm ältere Mauerschichten (mit zahlreichen antiken Fragmenten) erkennen kann. Das Innere wirkt heute wie eine kleine bäuerliche Kirche. Sie birgt das Grab der heiligen Viktoria (251 Märtyrertod) in der Kapelle links vom Hauptaltar sowie das des heiligen Hildebrand, der von 856-873 Bischof dieser seiner Geburtsstadt war.
In einer Nische des Altarraums findet sich ein wertvolles, farbig gefasstes Holzkruzifix (15. Jh.) aus der Donatello-Schule. Das Kruzifix spielt in der Karfreitagsprozession nach Bagnoregio eine bedeutende Rolle.
Dass das aus der Schule Peruginos stammende Fresko der verehrten „Befreiungsmadonna“ im linken Seitenschiff heute wieder zu sehen ist, ist dem Erdbeben von 1695 geschuldet. Lange war es, wie zu Zeiten der Pest üblich in öffentlichen Räumen, mit desinfizierend wirkender Kalktünche überzogen und so in Vergessenheit geraten. Nach dem Beben wie durch ein Wunder erschienen, wird das liebliche Bildnis von Madonna mit Kind seither besonders verehrt und der Jungfrau zum Gedenken alljährlich am ersten Sonntag im Juni ein Fest veranstaltet. An diesem Tag findet auch die Tonna, ein Eselwettrennen, draußen auf der Piazza statt. Etwa ein Dutzend der sympathischen Lasttiere tritt dann (mit mehr oder weniger großer Begeisterung) auf der improvisierten Kreisbahn so lange in Zweierrunden an, bis der Sieger feststeht.
Gegenüber der Kirche steht das alte Rathaus mit dem für die Gegend von Viterbo so typischen Protterlo, der Außentreppe mit Balkon. Eine ganze Platzseite nehmen Reste des Bischofspalastes mit Gerichtsgebäude und Gefängnis ein. Auf der anderen Platzseite beherbergt der Palazzo Alemanni-Mazzocchi (1585) heute das Museo geologico e delle frane. Auf mehreren Etagen wird dort die geologische Beschaffenheit der Gegend ebenso anschaulich dargestellt wie die zahlreichen Erdrutsche der letzten Jahrhunderte und ihre Auswirkungen sowie die Versuche der letzten Jahrzehnte, die „sterbende Stadt“ mittels aufwändiger technischer Konstruktionen zu retten.
♦ Museo geologico e delle frane,Palazzo Alemanni, Piazza San Donato. Di-Do 9.30-13.30 und 14-18.30 Uhr, in der Nebensaison nur Fr-So geöffnet. Eintritt frei. Tel. 328-6657205.
Praktische Infos
Information 5 € Eintritt zur „sterbenden Stadt“. Vorab online buchbar unter civitabagnoregio.cloud. Dort sind auch weitere Informationen erhältlich.
Verbindungen Von der Autobahn A 1, Abfahrt „Orvieto“ über die Via Cassia (SS 71) in Richtung Bolsena, Montefiascone bis zur Abzweigung nach Bagnoregio; von Montefiascone über die SS 71 in Richtung Orvieto, ca. 9 km nach Montefiascone rechts abbiegen und noch 5,5 km. Von Bolsena ca. 10 km in Richtung Orvieto bis zur SS 71, dort links ab in Richtung Montefiascone, nach knapp 8 km links abbiegen und noch 5,5 km weiter.

Malerisch: Gasse in Bagnoregio

Parken Alle Parkplätze befinden sich am östl. Ende des langgezogenen Ortes Bagnoregio - durch diesen in jedem Fall noch durchfahren! Ganz am Ende der Straße dann mehrere kleine, kostenpflichtige Parkmöglichkeiten, die letzte unmittelbar am Beginn der Fußgängerbrücke.
ÜbernachtenAlma Civita, B & B, Zimmer von schlichter Eleganz in einer schön renovierten mittelalterlichen Ölmühle mitten in der Altstadt auf dem Felsen. 2 Zimmer und ein Apartment (2 Pers.) stehen den Gästen zur Verfügung. Via della Provvidenza, Tel. 0761-792415, almacivita.com. €€€
Agriturismo Buonasera, ca. 2 km von Bagnoregio entfernt liegt das alte, aufwändig renovierte Bauernhaus mit 13 Gästezimmern für 2-4 Pers. und 2 Apartments für 4 Pers. (Bad mit Whirlpool, Kochgelegenheit, Waschmaschine), Pool und Mountainbike-Verleih. Gutes Restaurant für Hausgäste. Angeboten werden außerdem Kochkurse und kunsthandwerkliche Kurse. Loc. Buonasera, Tel. 0761-792397, agribuonasera.it. €€€
Agriturismo La Capraccia, in dem liebevoll restaurierten, verwinkelten Bauernhaus von 1610 befinden sich 6 rustikale Apartments (Bruchsteinmauerwerk, Balkendecken) jeweils mit Kochgelegenheit. Man hat einen tollen Panoramablick bis zum Bolsena-See; ein Pool ist vorhanden. Via Nino Bixio, Loc. Capraccia, Tel. 329-1805515, lacapraccia.it. €€-€€€
EssenIn den verwinkelten Gassen des Ortes und an der Piazza finden sich mehrere Bars und Enotecas, in denen man auch einkaufen kann. Ein idealer Platz für einen Aperitivo ist die Bar Andrea an der zentralen Piazza San Donato.
Mein Tipp Ristorante Alma Civita, gehört zum gleichnamigen B & B, gehobene regional geprägte Küche auf zwei Ebenen (ein Raum ist eine Felsenhöhle) und mit netten Tischen im Freien in einer engen Gasse, traditionelle und saisonale Gerichte in einem außergewöhnlichen Ambiente. Di Ruhetag, werktags in der Nebensaison nur mittags. Via della Providdenza, Tel. 0761-792415, almacivita.com. €€€
Wein Von Bagnoregio lohnt ein Ausflug zu zwei bemerkenswerten Weingütern, die herausragende Qualität zu vergleichsweise günstigen Preisen bieten:
Das erste ist Mottura in Civitella d’Agliano (von Bagnoregio in Richtung SS 71, kurz nach dem Ortsausgang links die schmale Straße in Richtung Viterbo, nach ca. 3 km links ab, gut 13 km weiter vorbei an S. Michele in Teverina bis nach Civitella d’Agliano). Hier werden die Weinberge biologisch bewirtschaftet und vorbildlich gepflegt, was sich eindeutig in der Qualität der Weine bemerkbar macht. Der Chef des Hauses, Sergio Mottura, ist ein international anerkannter Experte für die Rebsorte Grechetto, herausragend sind deshalb auch die beiden Weißweine dieser Sorte Poggio della Costa und Latour a Civitella. Neben ihnen lagern auch beachtliche Spumante in den sehenswerten Gewölben unter dem Firmensitz am Dorfplatz des Ortsteils Poggio della Costa. Kontakt: Azienda Agricola Sergio Mottura, Civitella d’Agliano, Tel. 0761-914533, sergiomottura.com, Besichtigung und Weinprobe mit Verkostung nach Vereinbarung.