MICHAEL MÜLLER REISEFÜHRER Nordseeküste Schleswig-Holstein - Dieter Katz - E-Book

MICHAEL MÜLLER REISEFÜHRER Nordseeküste Schleswig-Holstein E-Book

Katz Dieter

0,0
17,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Reiseführer Nordseeküste Schleswig-Holstein Das E-Book aus dem Michael Müller Verlag – umfassend, übersichtlich, unentbehrlich Entdecken Sie mit der 3. Auflage unseres Reiseführers die Nordseeküste Schleswig-Holsteins auf 308 Seiten mit 181 Farbfotos. Detailkarten sorgen für Orientierung und führen Sie in jeden Winkel und zu jeder Sehenswürdigkeit. Lovelybooks schreibt: »Dieter Katz darf für sich in Anspruch nehmen, dass der Urlaub hier nicht erst bei der Anreise beginnt, sondern schon beim ersten Durchblättern dieses umfangreichen und informativen Reisebandes.« Das E-Book Nordseeküste Schleswig-Holstein auf einen Blick - Orientiert an der Nordseeküste: Die kulturellen Highlights der Region, die schönsten Strände und Outdooraktivitäten und die besten Ziele für Familien im Überblick. - Unterwegs an der Nordseeküste: Dieter Katz führt Sie zu den spannendsten Zielen der Region, an den Infinity-Strand von St. Peter-Ording, in die malerischen Städte Husum und Friedrichstadt oder zum Leuchtturm Westerheversand und nimmt Sie mit auf einen Besuch der Seehundstation Friedrichskoog und auf eine Wattwanderung zwischen Amrum und Föhr. Mit zahlreichen mittelalterlichen Kirchen, Windmühlen und Haubargen hat die Region auch kulturell einiges zu bieten. Bei jedem Ort gibt der Autor Empfehlungen für Unterkünfte, sowie Tipps zum Essengehen und Shopping. - Nachlesen & Nachschlagen:  Landeskundliche  Hintergrundinfos  sowie zahlreiche praktische Tipps rund um die Reise .Authentisch reisen mit den Reiseführern aus dem Michael Müller Verlag Was ist das Besondere an den Michael-Müller-Reiseführern? Sie sind von Reisenden für Reisende gemacht. Unsere Autorinnen und Autoren recherchieren immer vor Ort, sie schreiben über Dinge, die sie selbst erlebt und getestet haben. Unabhängig, ehrlich, authentisch.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 508

Veröffentlichungsjahr: 2025

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis
Unterwegs mit Dieter KatzOrientiert an der Nordseeküste Schleswig-HolsteinsDie Region im ProfilKunst und KulturBaden und OutdoorKüsten- und Inselurlaub mit KindernUnterwegs an der Nordseeküste Schleswig-HolsteinsDithmarschenBrunsbüttelMarneSt. MichaelisdonnBurgFriedrichskoogMeldorfHemmingstedtAlbersdorfTellingstedtHeideWöhrdenBüsumWesselburenEidersperrwerkLundenEiderstedtFriedrichstadtTönningAbstecher nach KotzenbüllGardingWelt und VollerwiekTatingSt. Peter-OrdingWesterheverTetenbüllOldenswortWitzwortUelvesbüll und SimonsbergNordfriesisches FestlandHusumBeltringharder KoogBredstedtSchlüttsiel (Ockholm)DagebüllNiebüllKlanxbüllSeebüll und NeukirchenSüderlügumLeckInseln und HalligenAmrumFöhrWykNordstrandPellwormSyltHelgolandHallig HoogeHallig LangeneßHallig GrödeHamburger HalligHallig NorderoogHallig NordstrandischmoorHallig OlandHallig SüderoogHallig SüdfallNachlesen & NachschlagenLandschaft und NaturPflanzen und TiereGeschichteTypisch NordseeküsteBiikebrennenBoßeln/KlootschießenFriesenhäuserFriesische SpracheHünen- und HügelgräberJulbaumKirchenKlotstockspringenKüstenschutz: Warften, Deiche, SieleLeuchttürmeNordwestdeutsche KücheRingreitenWindkraftanlagenWindmühlenReisepraktisches in StichwortenAnreiseGästebeitrag/KurabgabeHunde an die LeineKlima und ReisezeitÜbernachtenVerzeichnisseImpressumÜbersichtskarten und PläneIndex
Alles im Kasten
Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) – meistbefahrene Wasserstraße der WeltFaster, harder, louder: Wacken-Open-Air (W:O:A)Seehunde – die putzigen Gesichter NordfrieslandsSchlacht bei Hemmingstedt – David gegen GoliathAusflug zum StorchendorfDer Haubarg – das größte Bauernhaus der WeltHusums berühmter Sohn: Theodor StormDas Blütenwunder von HusumEmil Nolde – umstrittener Expressionist mit WeltruhmErzählende GrabsteineWattwanderung zwischen Amrum und FöhrVogelkojen – Entenjagd der besonderen ArtWeinanbau auf Föhr, Amrum und SyltDer Pharisäer – das nordfriesische NationalgetränkVersunkene Stadt im Meer: geheimnisvolles RungholtLewer duad üs Slaav – lieber tot als Sklave!Sylter Royal – Segen oder Fluch?(Über-)Leben auf den HalligenDie Gezeiten: Ebbe und Flut„The Small Five“ – Insider des WattenmeeresQuallen – lästige Begleiter am NordseestrandReetdächer – funktional und malerischWie kommt die Krabbe aufs Brötchen?
Kartenverzeichnis
DithmarschenBrunsbüttelFriedrichskoogMeldorfHeideBüsumEiderstedtFriedrichstadtTönningSt. Peter-OrdingNordfriesisches FestlandHusumNiebüllInseln und HalligenAmrumWykFöhrNordstrandPellwormSyltWesterlandHelgolandHallig HoogeHallig Langeneß und Oland Legende Nordseeküste Schleswig-HolsteinNordseeküste Schleswig-Holstein Übersicht
Unterwegs mit
Dieter Katz
Jahrgang 1964, studierte Wirtschaftswissenschaften, Erziehungswissenschaften und Theologie/Ethik. Der promovierte Pädagoge und begeisterte Fotograf hat - erst familiär erzwungen, dann aus Leidenschaft - jeden Sommer seines Lebens an den deutschen Küsten verbracht. Neben dem vorliegenden Buch hat er für den Michael Müller Verlag auch Reiseführer zu Ostfriesland, Norderney, Föhr & Amrum, Fehmarn und die Ostseeküste geschrieben.
Natürlich, die nordfriesischen Inseln und Halligen sind über jeden Zweifel erhaben und gehören zu den schönsten Flecken Deutschlands. Inselfeeling pur eben. Aber die Küste Schleswig-Holsteins? Zugegeben, das war Liebe auf den zweiten Blick. Die Küste wirkt immer irgendwie verbaut, weil sich das flache Land zum Schutz vor Tobsuchtsanfällen der Nordsee hinter hohen Deichen versteckt. Und wenn ich diese an warmen Sommertagen voll Vorfreude auf ein kühles Bad erklimme, passiert es oft, dass das Meer wegen der Gezeiten gerade nicht da ist. Dann blicke ich auf die augenscheinlich karge, in Wirklichkeit aber außerordentlich fruchtbare braungraue Fläche des Wattenmeers und weiß, dass das erfrischende Nass verlässlich alle sechs Stunden zurückkehrt. Und genau das ist es, was ich suche: die allerorts spürbare Weite und beneidenswerte Unaufgeregtheit. Schleswig-Holsteins Nordseeküste samt ihren Inseln und Halligen bietet von manchem nichts: Keine Hektik, kaum Großstadt, vielerorts (sogar auf Sylt) keinen Jetset, keinen Nepp, keine VIP-Lokale oder Edelboutiquen. Stattdessen kann ich am Strand liegen oder mir bei Deichspaziergängen den Wind um die Nase wehen lassen und dabei das Wolkenkino betrachten oder den Seevögeln lauschen. Und wenn mich doch der Tatendrang ergreift, dann reicht ein Rad, um ein paar Kilometer durch die Landschaft zu radeln, die verstreut liegenden Dörfer mit ihren alten Kirchen zu erkunden oder ein nettes Café anzusteuern.
Was haben Sie entdeckt?
Haben Sie ein besonderes Restaurant, ein neues Museum oder ein nettes Hotel entdeckt? Wenn Sie Ergänzungen, Verbesserungen oder Tipps zum Buch haben, lassen Sie es uns bitte wissen!Schreiben Sie an: Michael Müller Verlag GmbH | Stichwort „Dieter Katz, Nordseeküste Schleswig-Holstein“ | Gerberei 19 | D - 91054 Erlangen oder per Mail an:[email protected] | Betreff „Dieter Katz, Nordseeküste Schleswig-Holstein“
Orientiert an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins
Die Region im Profil
Schleswig-Holsteins Nordseeküste ist ...
Beneidenswerte Unaufgeregtheit auf langen (Deich-)Spaziergängen verspüren, klare und salzhaltige Luft atmen, die unendliche Weite mit dem Fahrrad erkunden, im Strandkorb lesen, Wind und Wellen hautnah erleben, wunderbare Inseln und Halligen entdecken - das ist Nordseefeeling pur.
♦ Nord-Süd-Erstreckung: max. 140 km
♦ West-Ost-Erstreckung: max. 35 km
♦ Küstenlänge: ca. 300 km, zudem ca. 250 km Insel- und Halligküste
♦ Einwohner: ca. 640.000 (davon 35.000 auf den Inseln) - und ebenso viele Schafe
♦ Die größten Städte: Husum (24.000 Einw.) und Heide (22.000 Einw.)
... von Deichen geprägt
Auf den ersten Blick ist die Nordseeküste Schleswig-Holsteins v. a. eines: flach. Es gibt keine Berge, allenfalls ein paar bescheidene Hügel im Binnenland. Die auffälligsten Erhebungen sind die unendlich langen Deiche, auf denen unzählige Schafe als zuverlässige Rasenmäher ihren Dienst tun. Und entlang der Deichlinie erstrecken sich weite Salzwiesen und fruchtbares Marschland, die dem Meer mühsam abgerungen wurden. Die Nordsee hat die Küste im Laufe der Geschichte immer wieder mit gewaltigen Sturmfluten heimgesucht. Auch heute noch knabbern die Fluten oft zerstörerisch an den in den letzten Jahren im Schnitt auf 8,70 m erhöhten Festlandsdeichen, v. a. im Herbst und Winter. Natürliche lange Sandstrände sucht man an der Küste deshalb vergebens, sieht man einmal vom Strandparadies St. Peter-Ording und den Inselstränden von Sylt, Föhr und Amrum ab.
... von traumhaften Inseln und dem Wattenmeer flankiert
10-30 km vor der Küste liegen die fünf Nordfriesischen Inseln und die zehn weltweit einmaligen Halligen, deren Charakter mit dem nahen Festland kaum vergleichbar ist. Zwischen den Inseln und dem Festland erstreckt sich das flache Wattenmeer, das von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Was bei Ebbe an eine schlammige Wüstenlandschaft erinnert, beherbergt eine Fülle von v. a. sehr kleinen Lebewesen, die sich auf einer Wattwanderung entdecken lassen. Etwa alle sechs Stunden setzt die Flut ein und sorgt dafür, dass das „richtige“ Meer zurückkommt. Jenseits des Wattenmeeres thront 70 km vom Festland entfernt inmitten der Deutschen Bucht das kleine Helgoland und lebt von seinem Mythos als Deutschlands einzige Felseninsel.
... der nördlichste Zipfel der Republik
List auf Sylt ist die nördlichste Gemeinde Deutschlands und ragt bis dicht an die dänische Insel Rømø heran. Auch der nördlichste deutsche Festlandspunkt liegt in Nordfriesland, und zwar im erst 1981 erbauten Rickelsbüller Koog, der seitdem die Grenze zu Dänemark markiert. Von hier zieht sich die Nordseeküste weit hinunter bis an die Elbmündung. Der vornehmlich aus Nordwesten kommende Wind trifft hier weitgehend ungebremst auf die Küste trifft, was durchaus seine Vorteile hat: Wegen der ständigen Brise sind lange Regenperioden an der Westküste und erst recht auf den Inseln eher selten, zumal sich die Wolken oft erst über dem etwas hügeligeren Binnenland entladen.
... dünn besiedelt
Der nördlichste Zipfel Deutschlands gehört zu den bevölkerungsärmsten Regionen der Republik, die wenigen Städte haben allenfalls Kleinstadtformat. Dazwischen warten beschauliche, von sattgrünem Bauernland umgebene Kirchdörfer und in Küstennähe die von Kanälen und Wassergräben durchzogenen Köge auf ihre Entdeckung. Alles in allem also nichts für Event- und Shoppingbegeisterte, sondern eine Region zum Radeln und Baden - aber v. a. auch ein Refugium für alle, die weite Landschaften lieben und Ruhe und Erholung suchen.
... trotz touristischer Erschlossenheit nicht überlaufen
Vom Massentourismus mit seinen unschönen Begleiterscheinungen blieb die Nordseeküste Schleswig-Holsteins bis auf wenige Ausnahmen verschont, obwohl die Region jährlich insgesamt 2 Mio. Gäste mit etwa 15 Mio. Übernachtungen zu verzeichnen hat. Der Andrang konzentriert sich aber nur auf wenige Ferienorte. An der Küste ist dies v. a. der Bade- und Strandhotspot St. Peter-Ording mit ca. 3 Mio. Übernachtungen im Jahr. Mit weitem Abstand in der Gunst der Urlauber folgt Büsum (1,9 Mio. Übernachtungen pro Jahr). Voll wird es im Sommer v. a. auch auf Sylt (7 Mio. Übernachtungen) und mitunter auch auf Föhr (1,9 Mio. Übernachtungen), doch auch hier findet sich selbst in der Hochsaison immer noch ein ruhiges Plätzchen. Bettenburgen existieren als Relikte des Baubooms der 1970er- und 80er-Jahre nur wenige. Dennoch ist die Baulust ungebrochen, man zielt jetzt aber eher auf nachhaltigen Tourismus und auch auf gut betuchte Kundschaft. Vielerorts entstehen derzeit komfortabel ausgestattete Ferienhäuser, natürlich fast ausschließlich im Friesenhausstil und mit stilechtem Reetdach.
Sightseeing und mehr
Kunst und Kultur
Die Nordseeküste Schleswig-Holsteins ist uraltes Kulturland und verfügt mit steinzeitlichen Gräbern, mittelalterlichen Kirchen, Friesenhäusern, Haubargen und Windmühlen über viele bauliche Schätze. Auch in der Museumslandschaft hat Nordfriesland einiges zu bieten - vom Heimatmuseum bis zum Museum für Moderne Kunst ist alles dabei.
In Nordfriesland und Dithmarschen gibt es ...
♦ ... etwa 60 Museen - von der Heimatstube bis zur Kunstausstellung mit Weltruhm
♦ ... etwa 80 historische Kirchen mit z. T. bedeutenden Kunstschätzen
♦ ... rund 40 historische Windmühlen, von denen nur etwa 5 noch funktionsfähig sind
Malerische Altstädte
Es gibt sie auch in Nordfriesland, wenn auch nur vereinzelt. Denn oft genug haben Sturmfluten, aber auch Landgewinnungsmaßnahmen die Küstenlinie und Hafenzufahrten zerstört und damit auch die Entwicklung aufstrebender Handelsstädtchen gebremst.
Husum: Eine schöne Altstadt und reichlich maritimes Flair - hier gibt es den einzig nennenswerten Hafen der nordfriesischen Westküste.
Friedrichstadt: Wegen seines wunderschönen Altstadtensembles mit reich verzierten Fassaden wird das Städtchen auch Klein-Amsterdam genannt.
Windmühlen, Leuchttürme und Haubarge
Historische Windmühlen prägen unser Bild von der Nordseeküste. Doch nur vergleichsweise wenige haben das durch die Konkurrenz moderner Industriemühlen hervorgerufene Windmühlensterben überlebt. Charakteristischer für die Landschaft sind da schon die vorwiegend auf den Inseln in die Höhe ragenden Leuchttürme. Eine architektonische Besonderheit sind zudem die vielen Haubarge auf der Halbinsel Eiderstedt.
Amrumer Windmühle: Besonders schön renoviertes Mühlenexemplar, zugleich die älteste Holländer-Windmühle Schleswig-Holsteins.
Leuchtturm Westerheversand: Thronend auf einer Warft in den Salzwiesen vor der Westküste ist dieses Prachtstück geradezu der Inbegriff eines Leuchtturms.
Der Rote Haubarg: Besonders schönes Exemplar dieser weltweit größten Bauform eines Bauernhauses.
Mittelalterliche Kirchen
Wegen der unzähligen uralten Sakralbauten verfügt die Nordseeküste samt ihrer Inseln und Halligen über einen vielfältigen Schatz an kostbarer Kirchenkunst. Die Palette reicht von steinernen oder bronzenen Taufbecken über formvollendete Altäre, Kanzeln und Abendmahlsbänke sowie kunstvoll verzierte Emporen mit wohlklingenden Orgeln bis hin zu mittelalterlichen Fresken. Vor allem auf der Halbinsel Eiderstedt ist die Kirchendichte beeindruckend.
Meldorfer Dom: Er gilt als der bedeutendste mittelalterliche Kirchenbau an der Westküste. Der durch ein seltenes Chorgitter abgetrennte Altarraum beherbergt einen wertvollen spätgotischen Schnitzaltar.
St.-Laurentius-Kirche Tönning: Reich ausgestattete Saalkirche mit bemaltem Tonnengewölbe und hohem Barockturm.
Die besten Museen im Überblick
Nolde-Museum: Die Meisterwerke im ehemaligen Wohnhaus und Atelier Ada und Emil Noldes locken scharenweise Kunstliebhaber aus aller Welt ins kleine Seebüll an der Grenze zu Dänemark. Haus und Garten sind quasi eine Art Gesamtkunstwerk.
Museum Kunst der Westküste: Internationales Renommee genießt auch diese hochkarätige Gemäldesammlung zum Thema Meer und Küste im kleinen Alkersum auf Föhr.
Theodor-Storm-Haus: Kultstätte für Storm-Liebhaber im ehemaligen Wohnhaus des bekannten Dichters in Husum mit einer Dauerausstellung zu Leben und Werk des berühmtesten Sohnes der Stadt.
Nordfriesland Museum: In Husums imposantem Nissenhaus untergebracht, widmet sich dieses Museum dem Kultur- und Naturraum der sturmflutgefährdeten Nordseeküste. Sonderausstellungen verschiedener schleswig-holsteinischer Kunstschaffender des 19. bis 21. Jh. ergänzen die Ausstellung.
Dithmarscher Landesmuseum: Hier wird sehr lebendig die Alltagsgeschichte aus der jüngeren Vergangenheit Dithmarschens thematisiert, zudem präsentiert dieses Museum in Meldorf eine sehenswerte kulturhistorische Sammlung.
Museum am Meer: Interessanter Einblick in die Küstenfischerei und v. a. die Krabbenverarbeitung in Büsum, verbunden mit einer Ausstellung zur touristischen Entwicklung des Nordseebades.
Steinzeitpark Dithmarschen: In und bei Albersdorf sind die steinzeitlichen Spuren der Region zu besichtigen, bestehend aus verschiedenen vorzeitlichen Grabhügeln und einem Steinzeitdorf, das die Lebensverhältnisse der Jungsteinzeit-Menschen erfahrbar macht.
Aktivurlaub
Baden und Outdoor
Baden an traumhaft weiten Stränden? Das ist nur in St. Peter-Ording oder auf den Nordfriesischen Inseln möglich. Ansonsten ist die ganze Region ein Eldorado für Outdoor-Aktivitäten aller Art, v. a. aber eignet sich das flache Land hervorragend zum Fahrradfahren.
Detaillierte Infos zu den Radfernwegen der Region (und GPS-Tracks zum Download) gibt es unter sh-tourismus.de/radfahren.
Strand und Meer
Die Festlandsküste ist in Sachen Badevergnügen das Aschenputtel unter den deutschen Küsten: Bis auf wenige Ausnahmen spielt sich das Badeleben an der vollständig eingedeichten und eher brandungsarmen Nordseeküste sowie auf Nordstrand, Pellworm und den Halligen an den grasbewachsenen Außendeichen ab, die hier Grünstrand genannt werden und i. d. R. mit einigen Strandkörben bestückt sind. Baden ist hier allerdings nur bei Flut oder genauer: bei auflaufender Flut möglich, denn bei Ebbe zieht sich das Wasser bis weit ins Wattenmeer zurück. Eine bessere Wahl für Badeurlauber sind daher Föhr und die Sandinseln Amrum und Sylt mit ihren üppigen Sandstränden. Sowohl an der Küste als auch auf den Inseln sollte man bei beginnender Ebbe jedoch niemals ins Wasser gehen, weil der gewaltige Sog des seewärts ablaufenden Wassers selbst für den stärksten Schwimmer lebensgefährlich ist. Die durch die DLRG bewachten Strände sind mit gelb-roten Flaggen gekennzeichnet. Eine zusätzliche gelbe Flagge an den Beobachtungsstationen bedeutet, dass das Baden und Schwimmen aktuell nicht ungefährlich ist. Ist eine rote Flagge gehisst, herrscht Badeverbot.
Büsum: Kilometerlanger Grünstrand in Vollendung samt „Perlebucht“ zum Plantschen.
St. Peter-Ording: Schönster Badestrand der Nordseeküste; endlos weit, extrem breit und dazu noch mit markanten Pfahlbauten bestückt.
Kniepsand Amrum: Einer der breitesten Strände Europas, der als feinsandiger Badestrand die gesamte Westküste Amrums umschließt.
Düne Helgoland: Baden in Sichtweite von Kegelrobben und Seehunden..
Radtouren und Fernradwege
Mehrere Tausend Kilometer Radwegenetz stehen zur Verfügung, stets versehen mit den typischen weiß-grünen Wegweisern. Zu beachten ist der oft heftige Wind, der meist aus Westen weht und v. a. bei Rundtouren mindestens einmal garantiert von der falschen Seite kommt.
Rundtourenvorschläge: Dutzende Vorschläge zu 20-40 km langen Touren durch Dithmarschen, Eiderstedt und Nordfriesland sowie eine umfangreiche Übersicht zu Radverleihstationen finden Sie kostenlos unter nordseetourismus.de und echt-dithmarschen.de.
Eider-Treene-Sorge-Weg: Ab Friedrichstadt führt dieser 165 km lange Rundkurs durch das größte Niederungsgebiet Schleswig-Holsteins, das sich im Übrigen auch für Kanu- und Kajaktouren eignet (gruenes-binnenland.de).
Nordseeküstenradweg (North Sea Cycle Route): Mit einer Länge von über 7000 km ist dies der längste durchgehend beschilderte Radweg der Welt. Einen 245 km langen Teilabschnitt können Sie entlang der Küste von Brunsbüttel bis hinauf zur dänischen Grenze radeln (sh-tourismus.de/nordseekuesten-radweg).
Nord-Ostsee-Kanal-Route: Von Brunsbüttel bis Kiel mit einigen Abstechern 325 km durch das landschaftlich reizvolle Hinterland. Interessant ist v. a. die 47 km lange Etappe von Brunsbüttel bis Albersdorf, die nicht nur strikt am Kanal entlangführt, sondern auch die umliegenden Sehenswürdigkeiten streift (nok-route.de).
Wikinger-Friesen-Weg: Von St. Peter-Ording historischen Spuren folgend erst 62 km über die Halbinsel Eiderstedt bis Friedrichstadt und von dort weiter durch die Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge (und später an der Schlei entlang bis ins 185 km entfernte Maasholm; sh-tourismus.de/wikinger-friesen-weg).
Grenzroute: 130 km vom dänischen Høyer bis nach Flensburg mit 11 dänisch-deutschen Grenzübertritten (sh-tourismus.de/grenzroute).
Wattwandern - Spaziergang auf dem Meeresboden
Eine Wattwanderung ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Da jedoch die Priele bei Flut schnell volllaufen und den Rückweg abschneiden können, sollten Sie eine Wattwanderung keinesfalls auf eigene Faust unternehmen. Überall bieten staatlich geprüfte Wattführer/-innen ihre Dienste an. Auf dem Programm stehen sowohl kleine, etwa 1,5 km lange Familienwanderungen im Watt als auch Streckenwanderungen zu den Halligen. Nützliche Infos zum Wattwandern und alles Wissenswerte rund ums Wattenmeer finden Sie ab
Wattwanderung zwischen Amrum und Föhr: Diese Tour bei Ebbe über den Meeresboden ist der Klassiker aller nordfriesischen Wattwanderungen.
Familienurlaub
Küsten- und Inselurlaub mit Kindern
Kinder, Strand und Meer - das passt eigentlich immer gut zusammen. Schleswig-Holsteins Wattenmeerküste und v. a. die sandigen Inseln bieten also ideale Voraussetzungen für einen unbeschwerten Familienurlaub. Spannende (Mitmach-)Museen und Tierparks runden das Angebot ab.
Ausflug zu den Seehundbänken
Immer ein Erlebnis für Familien mit Kindern ist eine „Seehundsafari“ mit dem Ausflugsschiff, bei der die scheuen Tiere aus nächster Nähe beobachtet werden können. Angeboten werden diese Fahrten v. a. von Büsum, Tönning und Schlüttsiel aus und natürlich auf den Inseln.
Kinderangebote der Gemeinden
Die Tourismus-Services der einzelnen Orte stellen häufig ein spezielles Kinderunterhaltungsprogramm zusammen, dessen Eintritt meist im Gästebeitrag enthalten ist. Die Palette reicht von Kinderfesten, Bastelangeboten und Piratenabenteuern bis zu Clown-Vorführungen oder der öffentlichen Lesung von Gutenachtgeschichten.
In einigen Orten gibt es darüber hinaus kommerzielle Indoor-Spielanlagen mit Klettertürmen, Rutschen, Trampolinen usw.
Familien- und Erlebnisbäder
Und wenn das Wetter mal nicht mitspielt? Schwimmbad geht immer, weshalb es in allen größeren Urlaubsorten auch Freizeit- und Erlebnisbäder gibt, die zumeist auch mit Riesenrutschen und Außenbecken aufwarten. Große Bäder dieser Art gibt es in Büsum, Heide, St. Peter-Ording und Husum, auf Pellworm, in Wyk (Föhr) und Westerland (Sylt) und auf Helgoland.
Erlebnis Nationalpark Wattenmeer
Fast jeder Ferienort hat ein eigenes Nationalpark-Haus, das dem UNESCO-Welterbe Wattenmeer eine Ausstellung widmet, jeweils unter Berücksichtigung der lokalen Besonderheiten. Gleichzeitig gibt es dort immer ein tolles Angebot speziell für Kinder, z. B. Wattspaziergänge, Vogel-Entdeckungstouren oder Mikroskopierworkshops (Infos unter nationalpark-wattenmeer.de). Die bedeutendsten Einrichtungen dieser Art sind das Multimar Wattforum in Tönning und das Erlebniszentrum Naturgewalten in List.
Seehundstation Friedrichskoog
Die nur aus Spenden- und Eintrittsgeldern finanzierte ist die einzige Station ihrer Art an der schleswig-holsteinischen Küste und nicht nur was für Kinder - die kleinen Heuler sind einfach unfassbar süß.
Aquarium Büsum
Eine Begegnung nicht nur mit den heimischen Nordseebewohnern, sondern auch mit Fischen tropischer Meere und mit Süßwasserlebensräumen. Zudem gibt es Terrarien mit Reptilien, und sogar eine kleine Affenfamilie.
Grachtenfahrt in Friedrichstadt
Das Holländerstädtchen Friedrichstadt vom Wasser aus zu erkunden, ist nicht nur für die Kleinen ein besonderes Erlebnis. Sie können z. B. Grachtenfahrten mit Ausflugsbooten unternehmen, Sie können aber auch Kanus, Tret- oder Elektroboote ausleihen, um das Städtchen auf eigene Faust zu erkunden. Sportliche können auch per SUP durch die Grachten paddeln.
Modellbahnzauber Friedrichstadt
Da leuchten nicht nur Kinderaugen: Kleine, mit Liebe zum Detail aufgebaute Modelleisenbahnanlage im Maßstab 1:87.
Draisinenbahn von Marne nach St. Michaelisdonn
Eisenbahnromantik und Familienspaß: An der schleswig-holsteinischen Küste gibt es eine stillgelegte Bahnstrecke, die man mit einer Fahrraddraisine erkunden kann. Die Strecke der Marschenbahn-Draisine führt 9 km durch Dithmarschen von Marne nach St. Michaelisdonn.
Westküstenpark St. Peter-Ording
Tierpark mit 800 Haus- und Wildtieren zahlreicher Rassen. Hauptattraktion ist ein Freigehege-Robbarium mit täglicher Seehundfütterung. Außerdem gibt es einen Streichelzoo, Spielplätze und ein großes Hüpfkissen für Kinder.
Phänomania Büsum
Physik zum Anfassen und Ausprobieren. Die Kinder gehen an Experimentierstationen auf Entdeckungsreise und können physikalische Phänomene auch selbst erzeugen.
Schiffe gucken in Brunsbüttel
Nirgendwo kommen einem die dicken Pötte so nahe wie auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Mit rund 100 Frachtschiffen täglich ist er die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. In Brunsbüttel mündet der Kanal an der Elbmündung in die Nordsee. Was liegt näher, als von einer Aussichtsplattform die Schiffe in den Schleusenkammern zu beobachten.
Unterwegs an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins
Dithmarschen
Dithmarschen ist etwas für Ruhesuchende und besticht durch eine von satten Weiden und fruchtbaren (Kohl-)Feldern und natürlich von den allgegenwärtigen Windkrafträdern geprägte Landschaft. Einen nennenswerten Badetourismus gibt es lediglich in Büsum und ein wenig auch in Friedrichskoog. (Klein-)Städtisches Flair finden Sie allenfalls in Heide und in Brunsbüttel.
Wussten Sie, dass ...
... alle 14 Fähren über den Nord-Ostsee-Kanal kostenlos benutzbar sind?
Dithmarschen ist der baumärmste und zugleich auch älteste Landkreis der Bundesrepublik. Er umfasst das fruchtbare Gebiet zwischen Elbe, Nordsee, Eider und dem Nord-Ostsee- Kanal und präsentiert sich in zwei unterschiedlichen Landschaftsformen: Im Osten die hügelige Geest, die sich v. a. in der Nähe von St. Michaelisdonn teilweise bis zu 40 m hoch aufwölbt. Im Westen breitet sich die Marsch aus, ein etwa 10 km breiter Streifen fruchtbaren Lands, das im Laufe der Zeit mithilfe von 14 flachen Kögen dem Meer abgerungen wurde. Heute wird es u. a. als größtes geschlossenes Kohlanbaugebiet Europas genutzt.
Vor den hohen Deichen erstreckt sich das weite Wattenmeer. Sandstrände sind hier Fehlanzeige, nur einige gepflegte Deichwiesen, sog. Grünstrände, verbergen sich hinter der 80 km langen Seedeichlinie, weshalb die großen Touristenströme ausbleiben.
Einen Namen machte sich der bereits seit dem Mittelalter „Dithmarschen“ genannte Landstrich als ehemals freie Bauernrepublik. Zwar hatte Dithmarschen immer Lehnsherren, deren Einfluss war jedoch - ähnlich wie in Eiderstedt - nicht sehr ausgeprägt, sodass einflussreiche Dithmarscher Bauerngeschlechter 1477 mit dem Rat der „Achtundvierziger“ eine eigene Regierung mit eigenem Landrecht bilden konnten.
Die freien Dithmarscher waren also nie Leibeigene irgendeines Adelsgeschlechts oder eines Kirchenfürsten. Das lag v. a. an den geografischen Besonderheiten - wem die mühselige Eindeichung und Kultivierung des fruchtbaren Marschlandes gelang, der hatte auch das Recht, Herr dieses Landes zu sein. Und das war eben eine großbäuerliche Oberschicht, zumindest bis zur Unterwerfung durch die dänische Krone im Jahr 1559. Das Dithmarscher Landrecht jedoch blieb noch bis zur preußischen Herrschaft 1864 bestehen, was die Dithmarscher bis heute mit gewissem Stolz erfüllt.
Mit 22.000 bzw. 13.000 Einwohnern sind die Kreisstadt Heide sowie Brunsbüttel die größten Städte Dithmarschens. Der überwiegende Teil des ländlich strukturierten Gebiets mit seinen rund 140.000 Einwohnern verteilt sich jedoch auf die drei noch bedeutend kleineren Städtchen Marne, Meldorf und Wesselburen und v. a. auf die 111 Landgemeinden. Kein Wunder also, dass in Dithmarschen bis auf wenige Ausnahmen (Büsum und Friedrichskoog) nicht der Tourismus, sondern die Landwirtschaft die erste Geige spielt.
Was anschauen?
Tiefste Landstelle Deutschlands: Nicht spektakulär, aber mit immerhin 3,54 m unter NN Deutschlands tiefster Punkt (in Neuendorf-Sachsenbande).
Seehundaufzuchtstation Friedrichskoog: Hier werden alle in Schleswig-Holstein gefundenen „Heuler“ wieder aufgepäppelt. Und das sind jährlich immerhin rund 230 putzige Robbenbabys.
Dithmarscher Landesmuseum: Sehenswerte kulturhistorische Sammlung, die zudem sehr lebendig die Alltagsgeschichte der jüngeren Vergangenheit Dithmarschens präsentiert.
Eidersperrwerk: Deutschlands größtes Küstenschutzbauwerk mit mächtigen Sturmfluttoren, durch das sogar eine Straße führt, die Dithmarschen mit Eiderstedt verbindet.
Wo baden?
Perlebucht-Büsum: Im Nordwesten des Nordseeheilbads wurde eine dünenartige, künstliche Insel geschaffen - samt Sandstrand und Lagune fürs tideunabhängige Plantschen und Baden.
Friedrichskoog-Spitze: Großer und sehr gepflegter Grünstrand mit reichlich Strandkörben hinter dem Seedeich mit seiner 100 m breiten Deichböschung. Kleine Übergänge führen direkt hinab zum Wattenmeer. Es gibt auch einen Strandbuddelbereich für Kinder. Baden ist nur bei Flut möglich.
Was unternehmen?
Draisinenfahrt: Von Marne bis zum 9 km entfernten St. Michaelisdonn können Sie die Marschlandschaft mit einer Fahrraddraisine erkunden.
Tagesausflug nach Helgoland: Deutschlands einzige echte Hochseeinsel mit der berühmten „Langen Anna“ besuchen und dabei zoll- und mehrwertsteuerfrei einkaufen - mit der MS „Funny Girl“ von Büsum aus.
Schiffe gucken in Brunsbüttel: Frei zugänglich sind die kleinen Aussichtsplattformen an der Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsbüttel. Mit rund 100 Frachtschiffen täglich ist der Kanal die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt.
Schiffe gucken in der Schleusenstadt
Brunsbüttel
Schnurgerade führt die Koogstraße als eine Art Einkaufsstraße zur Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals. Sie ist Lebensader und zugleich touristische Attraktion der Hafen- und Industriestadt.

Mit Plastikmüll beflaggt: Segler am Kanalhafen

Zum Greifen nah sind hier die vielen Frachtschiffe und auch die riesigen Kreuzfahrtschiffe, von denen jährlich über hundert den Kanal passieren. Die Schleuse teilt die Stadt in einen kleineren industriell geprägten Südteil und ein größeres Wohn- und Einkaufsviertel, das sich unmittelbar an die Schleusenanlage schmiegt und Brunsbüttel ein wenig maritimen Charakter verleiht. Am Fuß der Schleuse befinden sich ein kleiner Kurzliege-Yachthafen für die Freizeitskipper und eine Promenade, die sich in den letzten Jahren gemeinsam mit der Koogstraße als Schleusenmeile mit Kinderspielplatz, Cafés, Restaurants und Boutiquen usw. zu einem Shopping- und Freizeitviertel gemausert hat. Um Gäste anzulocken, verzichtet man im Innenstadtbereich auf Parkgebühren (Parkscheibe genügt).
Aber nicht nur der Bereich um die Schleuse ist beeindruckend. Wegen der günstigen Lage entstanden Mitte des 20. Jh. zudem ein Ölhafen an der Nordwestseite des Nord-Ostsee-Kanals und ein Elbhafen, der 2023 um ein LNG-Terminal (für Flüssiggas) erweitert wurde. Gemessen an seinen Warenumschlagszahlen ist Brunsbüttel mit Abstand der größte Hafen der schleswig-holsteinischen Nordseeküste.
Viel ruhiger geht es im knapp 3 km westlich der Schleuse gelegenen historischen Ortskern von Brunsbüttel zu. Reizvoll ist hier in Brunsbüttel-Ort v. a. das Idyll rund um das ehemalige Marktgeviert mit Jakobuskirche, Heimatmuseum und dem Alten Diakonat von 1779 („Boie-Haus“, Markt Nr. 12), das als eines der schönsten Fachwerkhäuser Dithmarschens gilt. Malerisch reiht sich hier Haus an Haus rings um den großen, von Bäumen eingefassten Platz- das ganze Ensemble vermittelt einen Eindruck davon, wie der Ort aussah, als Brunsbüttel („Der Ort des Brun“, also „des Braunen“) am Mündungstrichter der Elbe noch ein beschauliches Dorf war.
Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) - meistbefahrene Wasserstraße der Welt
1895 erfüllte sich ein lange gehegter Traum: Kaiser Wilhelm II. eröffnete feierlich den damals noch nach seinem Großvater Wilhelm I. benannten Wasserweg zwischen der deutschen Nordsee und der Ostsee. Der Kanal führt von Brunsbüttel bis nach Kiel, wo die Schiffe nach dem Ausschleusen an den Holtenauer Schleusen ihren Weg in die Ostsee finden. Die Zahlen sind beeindruckend: Bis zu 30.000 Frachtschiffe jährlich, die bis zu 235 m lang, 32,5 m breit und 40 m hoch sein dürfen, passieren den Kanal von der Elbmündung bis Kiel oder umgekehrt. Hinzu kommen etwa 17.000 Boote der Sportschifffahrt. Auch wenn das Schiffsaufkommen in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat, so ist der 99 km lange, 162 m breite (Sohlbreite 90 m) und 11 m tiefe Kiel-Canal, wie er international heißt, doch immer noch die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Er spart den Umweg um Jütland und den großen Belt, das sind immerhin rund 460 km. Für die aus Hamburg kommenden Schiffe ist der Vorteil noch größer. Diese sparen beispielsweise auf dem Weg von Hamburg nach Rostock rund 800 km (432 Seemeilen) und damit Treibstoff. Der Zeitgewinn ist weniger groß, als man auf den ersten Blick denkt, denn auf dem Kanal gilt ein Tempolimit von 15 km/h (8,1 kn), weshalb die Durchfahrt je nach Verkehrsdichte und Schiffsgröße 6:30-8:30 Std. dauert. Um angesichts der immer größer und schneller werdenden Schiffe die Attraktivität der Wasserstraße dennoch zu erhalten, subventioniert der Staat kräftig. Die Gebühren decken die Kosten nicht einmal zur Hälfte, aber immerhin beschäftigt der Kanal etwa 450 Menschen, und etwa 3000 weitere Arbeitsplätze sind von ihm indirekt abhängig. Nicht nur die Schleusen und der Kanal sind wartungsanfällig, sondern auch die Zufahrten. Und weil sich in der Unterelbe immer viel Schlick ansammelt, ist ein Saugbagger fast ständig damit beschäftigt, die Schleusenzufahrt davon zu befreien.
Mitten in Brunsbüttel an der Nordseite des Kanals lässt sich das Aus- und Einschleusen der Schiffe hautnah auf zwei kleinen Aussichtsplattformen miterleben. In den vier Schleusenkammern (bis Ende 2026 sollen es sogar fünf sein) werden die Schiffe in 30-45 Min. je nach Wasserstand im Schnitt um nur etwa 1,50 m gehoben oder gesenkt, um die Wasserstandsunterschiede zwischen der tideabhängigen Elbe und dem Kanal auszugleichen. Die beiden kleineren Schleusen messen dabei 125 m (bei einer Nutzbreite von 22 m), die beiden größeren Schleusen sogar 310 m (bei einer Nutzbreite von 42 m). Schiffe bis 235 m Länge dürfen diese Schleuse passieren, sie zählt damit zu einer der größten Schleusen der Welt. Und damit auf dem Kanal keine Unfälle passieren, muss jedes größere Schiff zusätzlich einen Lotsen mit an Bord nehmen.
Auch die Geschichte des Kanals ist bemerkenswert. Schon zwischen 1777 und 1784 wurde der Traum vom Wasserweg zwischen beiden Meeren durch den weltweit ersten Seekanal verwirklicht, als zwischen Kiel und Rendsburg der 43 km lange Eiderkanal entstand und die Schiffe von hier aus auf einer etwas nördlicheren Route über die Eider zur Nordsee gelangten. Als nach langen Auseinandersetzungen und Kriegen mit Dänemark 1864 die Herzogtümer Schleswig und Holstein an Preußen fielen, nahmen die Pläne für einen neuen, auch aus militärischen Gründen wichtigen Kanal konkretere Formen an. Ab 1887 bewegten 8000 Arbeiter acht Jahre lang 80 Mio. Kubikmeter Erde, um das Bauwerk zu schaffen.

Teilt Schleswig-Holstein in zwei Hälften: der NOK

Die neue Wasserstraße zerschnitt Gemeinden und Verkehrswege. Um die Akzeptanz des Jahrhundertbauwerks in der Bevölkerung zu stärken, verfügte daher der Kaiser die kostenlose Nutzung aller Brücken und Fähren. Diese Verfügung gilt nach wie vor: Alle 13 Fahrzeugfähren und die eine Fußgängerfähre (Holtenau) sind kostenlos nutzbar. Zudem überspannen zehn Hochbrücken den Kanal, davon zwei Autobahnbrücken, zwei kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücken und zwei reine Eisenbahnhochbrücken.
Was nur wenig bekannt ist: Das Privileg der ersten Verbindung zwischen Nord- und Ostsee genießt weder der Eiderkanal noch der NOK, sondern der im Mittelalter angelegte Stecknitzkanal. Dieser wurde bereits 1381-98 auf Anregung Lübecks gebaut und verlief viel weiter südlich zwischen der Trave bei Lübeck und der Elbe bei Lauenburg (östlich von Hamburg). Seit 1900 ersetzt der 62 km lange Elbe-Trave-Kanal diese mittelalterliche Verbindung.
♦ Unter schiffsradar-marinetraffic.de/schiffe-im-nok bekommen Sie in Echtzeit die Position, die Schiffsdaten und den Routenverlauf der in der Schleuse und auf dem Kanal verkehrenden Schiffe angezeigt. Auf traumschiffe-im-kanal.de können Sie zudem erkunden, wann Kreuzfahrtschiffe den Kanal passieren.
Sightseeing
Kanalmuseum Atrium: In direkter Nachbarschaft zu den Schleusenanlagen wird im Gebäude der Touristinfo mit Fotos, Filmen, Modellen und diversen Exponaten über den Bau, die Bedeutung und die Funktionsweise des Nord-Ostsee-Kanals informiert. Zudem präsentiert man in einem Filmraum historisches Filmmaterial zum Kanalbau, aber auch Videos zu aktuellen maritimen Themen.
♦ Mitte März bis Ende Okt. tägl. 10.30-17 Uhr. Eintritt 4 €, Familien 8 €. Gustav-Meyer-Platz 2, Tel. 04852-885213, schleuseninfo.de.
Schleusenführungen: März-Okt. So u. Di (in der Hochsaison auch Mi-Fr) jeweils um 14 Uhr (Treffpunkt und Anmeldung bei der Touristinfo, Dauer: 90 Min.). Erw. 6 €, Schüler ab 12 J. 5 €, schleuseninfo.de.
Mein Tipp Aussichtsplattform Nordseite (in Brunsbüttel): Die beiden kleinen Aussichtsplattformen sind von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang kostenlos zugänglich.
Heimatmuseum: Ein buntes Sammelsurium historischer Ausstellungsstücke, die einen interessanten Einblick in die maritime und handwerkliche Vergangenheit der Stadt bieten. Im ehemaligen, 1905 errichteten Rathaus gibt es auf zwei Etagen so unterschiedliche Dinge wie ein kleines Klassenzimmer, das ehemalige Büro des Brunsbütteler Schiffsmeldedienstes, eine Schuhmacherwerkstatt und alte Haushaltsgeräte zu sehen. Und man kann sogar eine Sammlung an Blechverschlüssen bestaunen, die man einst für die Gläser aus dem „PANO-Werk“ herstellte und die daran erinnern, dass diese Art der heute weltweit in der Lebensmittelindustrie verwendeten Verschlüsse 1938 in Brunsbüttel entwickelt wurde und hier auch heute noch produziert wird. Gelegentliche Sonderausstellungen ergänzen das Angebot.
♦ Do u. Sa/So 14.30-17.30 Uhr. Eintritt frei, es ist auch ein Audio-Guide für einen unterhaltsamen Rundgang durch Alt-Brunsbüttel erhältlich (3 €). Markt 4, Tel. 04852-7212, museum-brunsbuettel.de.
Stadtgalerie: Seit 1992 ist in dem von außen unspektakulär-modern anmutenden Tagungs- und Kulturzentrum Elbeforum die städtische Kunstsammlung untergebracht. Sie zeigt wechselnde Ausstellungen von der Klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst.
♦ Mi-Sa 15-18 Uhr, So 11-18 Uhr. Eintritt frei (Spende erbeten). Von-Humboldt-Platz 5, Tel. 04852-540017, stadtgalerie-brunsbuettel.de.
Jakobuskirche: Es muss der Zorn Gottes im Spiel gewesen sein, als während der Predigt des Pastors unter „Donnerschlag“ der Blitz einschlug und der Vorgängerbau der vergleichsweise schlichten Backstein-Saalkirche bis auf die Grundmauern abbrannte. Eine Gedenktafel in der Kirche erinnert an dieses Ereignis und auch daran, dass die tapferen Brunsbütteler im Jahr 1724 ihr Gotteshaus mitten auf dem heute begrünten Marktplatz wieder aufbauten. Außergewöhnlich ist der prächtige weiße Schnitzaltar aus dem 17. Jh., der mit seinem bizarren Knorpelbarockstil zwölf medaillonartige Bildfelder umschließt. Gestiftet wurde der pompöse Altar seinerzeit vom dänischen König Frederik IV., der just zum selben Zeitpunkt die baufällige Schlosskirche in Glückstadt abreißen ließ und - nachdem er vom Brand gehört hatte - deren Altar den Brunsbüttelern überließ. Die dankbaren Brunsbütteler widmeten daraufhin ihrem Landesherren die prächtige Königsloge neben der Orgel, obgleich der König natürlich nie nach Brunsbüttel kam. Schön ist auch der von Putten getragene Taufbrunnen aus Sandstein (um 1700) mit seinem darüberhängenden kunstvoll geschnitzten Deckel sowie die mit zehn Aposteln geschmückte Hängekanzel von 1725.

Übernachten

2 Hotel Kleiner Yachthafen

Essen & Trinken

1 Torhaus 3 Ginelli 4 Beckmanns Strandhalle
♦ Tägl. 9-17 Uhr.
Die Basics
Einwohnerzahl 12.000

Von Bäumen umrankt: Jakobuskirche in Alt-Brunsbüttel

Touristeninformation Gustav-Meyer-Platz 2 (im Atrium an der Schleuse), 25541 Brunsbüttel, Tel. 04852-391186, echt-dithmarschen.de. Kein Gästebeitrag.
Kanal-Fähre Gleich an 2 Stellen der kleinen Stadt gibt es eine Auto-Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal; eine davon verkehrt alle 10 Min. rund um die Uhr (im 24-Std.-Takt), die Überfahrt ist kostenlos.
Schiffsausflug nach Helgoland Von April bis Okt. fährt Mi, Fr und So um 10.45 Uhr ab Anleger „Zum Elbdeich“ der Katamaran „Halunder Jet“ nach Helgoland (Fahrtzeit 2 Std., Aufenthalt 3:45 Std.), Erw. 90 €, Kinder (4-14 J.) 48 €, Familien 220 €. Tel. 0461-86444, frs-helgoline.de.
Wochenmarkt Jeden Di 8-12 Uhr in der Koogstraße.
SchwimmbäderFreizeitbad Brunsbüttel, innen 25-m-Bahnen, Kinderrutsche; zudem ein beheiztes Außenbecken. Erw. 5 €, Familien ab 13 €, Saunalandschaft 18 €. Am Freizeitbad, Tel. 04852-940450.
Freibad Ulitzhörn, einzigartige Lage direkt an der Kanalmündung mit Blick auf die Schiffe. 50-m-Bahnen, beheizt, kleines Sprungbrett und sogar Strandkörbe gibt es hier zu mieten. Bis 20 Uhr geöffnet. Erw. 4,50 €, Familien ab 10 €. Ulitzhörn 1, Tel. 04852-2208.
VeranstaltungenWattolümpiade, unter dem Motto „Schmutziger Sport für eine saubere Sache!“ treten bei dieser jährlich Mitte August durchgeführten Benefizveranstaltung an der Elbmündung bis zu 500 „Wattleten“ in verschiedenen schlammigen Disziplinen wie Wattfußball oder „Wattwolliball“ gegeneinander an (wattoluempiade.de).
NOK-Romantika, jährlich Anfang September wird der Ausklang des Sommers romantisch gefeiert, indem die Schleusenmeile mit Lichterketten und Feuerdarbietungen in ein buntes Lichtermeer verwandelt wird. Nicht nur in Brunsbüttel, bis hinüber nach Kiel werden dann entlang des Kanals zahlreiche Fackeln und Lichter entzündet.
Übernachten→ Karte
Hotel Kleiner Yachthafen2, gepflegtes Garni-Hotel in einem direkt neben dem Elbdeich gelegenen historischen Gebäude samt angrenzendem Gästehaus. 14 geräumige EZ und 19 DZ. Reichhaltiges Frühstücksbüfett. Hafenstr. 16, Tel. 04852-9400933, hotel-kleiner-yachthafen.de. €€
Essen & Trinken→ Karte
Torhaus1, durchgehend italienisch-deutsche Küche (Pizza & Pasta), auch Fischgerichte. Die Qualität überzeugt nicht immer, bestechend ist aber die Lage. Von der großen Terrasse können Sie schön das Treiben vor der Schleuse beobachten. Gustav-Meyer-Platz 3, Tel. 04752-940577. €-€€
Mein Tipp Beckmanns Strandhalle4, abseits des Trubels auf dem Elbdeich gelegen, daher ist ein prima Ausblick garantiert. Die Strandhalleh ist sowohl Frühstückslocation als auch Cocktailbar. Vor allem aber können Sie hier auch gut zu Mittag und zu Abend essen. Vornehmlich regionale Speisen wie Büsumer Krabbensuppe, Kabeljaufilet, Sauerfleisch oder Rumpsteak von der Färse. Große Terrasse. Deichstr. 75, Tel. 04852-9409600. €€€
Ginelli3, stilvoll eingerichtetes italienisches Restaurant am Marktplatz von Alt-Brunsbüttel. Gute Küche, Mo-Fr auch Mittagstisch. Freundlicher Service, kleine Außenterrasse, Di Ruhetag. Markt 5, Tel. 04852-530717. €
Radfahren auf Schienen
Marne
Das kleine Städtchen der Marschen und Köge ist das Zentrum der Südermarsch und vor allem bekannt für sein gutes Bier - hier wird das Dithmarscher Pils gebraut. Ansonsten geht es hier recht beschaulich zu.
Das Städtchen Marne lag bis ins 18. Jh. hinein direkt am Meer, was auch den erstmals im 12. Jh. erwähnten Namen erklärt - der Name „Marne“ hat seine Wurzeln im Angelsächsischen (Myrne) und bedeutet „Siedlung am hohen Ufer“. Durch Landgewinnungsmaßnahmen ist Marne jedoch in den letzten drei Jahrhunderten um etwa 7 km ins Binnenland gerutscht. Das der Nordsee abgerungene fruchtbare Marschland sorgte spätestens zu preußischer Zeit für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die repräsentativen Wohnhäuser aus dem 19. und frühen 20. Jh. prägen z. T. noch heute das Stadtbild. Und spätestens mit dem Bau einer großen Kirche (1906) wurde Marne eines der Zentren Dithmarschens. Dennoch ist der kleine Ort schnell zu Fuß erkundet. Einige Gebäude rund um die St.-Magdalenen-Kirche spiegeln den Umstand, dass auch Marne den Weg so vieler Städtchen geht, in denen die Läden leer stehen, weil sich am Ortsrand Discounter angesiedelt haben.
Aber immerhin hat Marne noch Stadtrechte (seit 1891) und daher auch ein markantes backsteinernes Rathaus, das in einer späten Jugendstilform im Jahr 1915 gegenüber der Kirche errichtet wurde und dessen Vorbild das fast zeitgleich erbaute Büsumer Rathaus ist. Ausgestattet ist es mit einem wuchtigen Schaugiebel und einem Torbogen. Auffällig ist auch die grün-weiß verputzte Sonnenapotheke unweit der Kirche, die an dieser Stelle seit 1755 existiert. Und Marne hat noch immer seine Privatbrauerei, in der nach wie vor die weithin bekannten Dithmarscher Biere gebraut werden.
Der 1934 errichtete Müllenhoff-Brunnen (Markt/Süderstraße) erinnert an den Marner Märchensammler und Germanistik-Professor Karl Viktor Müllenhoff (1818-1884) und mit der Gestalt des von einer Elster gekrönten Wunderbaums an eine alte Dithmarscher Sage. Nach dieser Erzählung soll zur Zeit der sog. Dithmarscher Freiheit eine riesige Linde mit gekreuzten Zweigen während der Besetzung des Landes verdorrt sein. Und der Sage nach sollte sie erst wieder ausschlagen, wenn eine Elster darauf genistet und fünf weiße Jungen ausgebrütet hätte, dann nämlich hätte auch Dithmarschen seine Freiheit zurück. An die gleiche Sage erinnert die Skulptur einer riesigen Hasenelster im Stadtzentrum (Königstraße), also einer Elster, die eine Hasenmaske trägt. Mit ihrer aufgesetzten Hasenmaske verkörpert die im Jahr 2000 errichtete Skulptur zudem symbolhaft den Marner Karneval - Marne ist die nördlichste Karnevalshochburg Deutschlands. Merkwürdigerweise ist Marne der einzige Ort im ansonsten eher faschingsfernen Schleswig-Holstein, wo man es schafft, jährlich einen Rosenmontagszug mit etwa 50 Motivwagen und Gruppen auf die Beine zu stellen, und das immerhin schon seit 1978.
Sightseeing
Maria-Magdalenen-Kirche: Erst 1906 auf der alten Marner Kirchwarft erbaut. Die neue Saalkirche errichtete man in einem Stilmix aus Neugotik und Neuromanik und stattete sie v. a. im Inneren mit Jugendstilelementen aus. Markant ist v. a. der schmale, mit 61,5 m sehr hohe Kirchturm.

Marne: Müllenhoffbrunnen

Die von vier Figuren auf einem Ring getragene uralte Bronzetaufe (um 1300) stammt noch aus dem Vorgängerbau und ist das mit Abstand älteste Einrichtungsstück der Kirche. Auch die kostbar verzierte Kanzel sowie das Orgelgehäuse (beide von 1603) wurden wiederverwendet.
♦ Mo/Di u. Do 9-17 Uhr, Mi u. Fr 9-12 Uhr. Österstr. 16.
Heimatmuseum Marner Skatclub: Die in der kleinen Gründerzeitvilla von 1905, dem ehemaligen „Skathaus“, untergebrachte Ausstellung geht im Wesentlichen auf die Sammlung des 1873 gegründeten Skatclubs zurück. Das der Geselligkeit der Marner Oberschicht dienende Clubhaus wurde einst nicht nur mit Utensilien des Biertrinkens und Rauchens geschmückt, sondern u. a. auch mit einigen kolonialen Mitbringseln, z. B. mit einem Schild aus Elefantenhaut und chinesischen Richtschwertern. Die Sammlung wurde 1977 von der Stadt übernommen und 1990 durch einen Anbau erweitert. Mit vielen Bildern, Fotos und interessanten Exponaten (v. a. historischen Einrichtungsgegenständen und Handwerksmaschinen) vermittelt sie einen etwas sammelsuriumartigen, aber durchaus interessanten Einblick in die Marner Stadt- und Familiengeschichte. Präsentiert werden darüber hinaus einige vorgeschichtliche Funde aus der Region.
♦ Di-Fr und So 14.30-18 Uhr. Erw. 2 €, Familien 3 €. Museumsstr. 2, Tel. 04851-3518.

Heimatmuseum im Skatclub

Dithmarscher Privatbrauerei

Dithmarscher Brauerei: Die heute einzige Privatbrauerei an Schleswig-Holsteins Westküste wurde im Jahr 1884 von der Familie Hintz gegründet und stellt bis heute im nördlichen Ortszentrum ihr Dithmarscher Bier her, das stilvoll und traditionell in Bügelflaschen, den sog. Beugelbuddeln, abgefüllt wird. Derzeit produzieren und vermarkten gut 40 Mitarbeiter täglich etwa 150.000 Flaschen gängiger Biersorten wie Pils, Dunkel oder Bockbier. Bei einer Besichtigung der Braustätte, die teils über enge Treppen und Gänge führt, können Sie den Brauern über die Schulter schauen sowie die Flaschenabfüllung und das Verpacken der Kisten beobachten. Eine Einkehr im Karlskeller mit Verkostung und kleinem Imbiss rundet die Besichtigung ab.
♦ Besichtigung Di, Do oder Sa um 15 bzw. 17 Uhr nach vorheriger Anmeldung. 18 €/Pers., Dauer 2 Std. Anmeldung über ein Buchungsformular unter dithmarscher.de. Österstr. 18, Tel. 04851-9620.
Mein Tipp Marschenbahn-Draisine: Der einstige Bahnabzweig von St. Michaelisdonn über Marne nach Friedrichskoog wurde bereits 1961 eingestellt. Die Gleise von Marne nach St. Michaelisdonn sind aber noch erhalten, sodass Sie diese 9 km lange, stillgelegte Marschenbahnstrecke mit Fahrraddraisinen erkunden können. Maximal vier Personen finden auf der Draisine Platz, jeweils zwei Personen müssen dann kräftig in die Pedale treten. Sie müssen bei der Fahrt auch ein paar kleine Straßen queren, dabei müssen Sie zunächst eine Schranke öffnen (gegebenenfalls Ampeln bedienen) und die Draisine dann über die Straße bzw. den Überweg schieben. Die Draisine ist die einzige in Deutschland mit Stecksegel, das bei entsprechenden Verhältnissen für ein wenig Windunterstützung sorgt. Die Strecke beginnt bzw. endet am alten Marner Bahnhof, wo (wie auch in St. Michaelisdonn) jeweils ein ausgedienter Eisenbahnwaggon als Kiosk bzw. Café dient.

Kleinod: Neufelder Hafen

♦ Mai-Sept. „im Dienst“. Einfache Fahrt 25 €/Draisine (bis 4 Pers.), Hin- und Rückfahrt 50 €. Besonderes Familienangebot für 2 Draisinen (bis 8 Pers.) 45 €. Gefahren wird ca. 70 Min. lang. Abfahrt täglich ab Marne 12 und 16 Uhr (in der Gegenrichtung ab St. Michaelisdonn um 10 und 14 Uhr). Buchungsportal unter marschenbahn-draisine.de. Bahnhofstr. 41, Tel. 04851-957686 (Marne) oder Tel. 04853-8816510 (St. Michaelisdonn).
Neufelder Hafen: Ein knapp 6 km südlich von Marne gelegenes Kleinod für Ruhesuchende. Der tideabhängige Hafen mit seinem kleinen Hafenkai beherbergte einmal eine ansehnliche Fischerflotte. Wegen zunehmender Landgewinnungsmaßnahmen und damit zunehmender Verschlickung dient er seit Anfang der 1970er-Jahre jedoch nur noch als Sportboothafen für Boote mit einem Tiefgang von max. 1,50 m. Meeresluft können Sie hier zwar schnuppern, die Außenelbe versteckt sich jedoch hinter einem breiten Gürtel von Salzwiesen, lediglich in der Ferne lassen sich die Schiffe ausmachen. Auf dem Deich lädt ein Restaurant zum Verweilen ein.
Die Basics
Einwohnerzahl 6000
TouristeninformationTouristik Marne-Marschenland e. V., Deichstr. 2 (am ZOB), 25709 Marne, Tel. 04851-957686, echt-dithmarschen.de.
Stadtführung Unterhaltsame Führung jeden Do um 10.30 Uhr (15. Juni bis 15. Okt.). 2 €/Pers. Tel. 04851-957686, Treffpunkt: Touristinfo, Deichstr. 2. Um Anmeldung wird gebeten.
Wochenmarkt Jeden Mi 8-12 Uhr auf dem Marktplatz rund um die Kirche.
BadenBadestelle Kaiser-Wilhelm-Koog, wenn Sie die Einsamkeit lieben, können Sie 8 km westlich von Marne die komfortlose Badestelle des Kaiser-Wilhelm-Koogs ansteuern. Nach Überwindung des Elbdeiches müssen Sie noch etwa 150 m seewärts durch die Salzwiesen zum Wattenmeer laufen. Nur eine einsame Dusche inmitten der Schafe und ihren Hinterlassenschaften weist auf das Badevergnügen hin.
SchwimmbadMarner Schwimmhalle, schnörkellose Halle mit 25-m-Bahnen, Fußbecken für Wechselbäder, Dampfbad und 2 finnischen Saunen. Erw. 3,50 €, Kinder erm., Sauna 8 €. Wechselnde Öffnungszeiten (zumeist nachmittags und abends). Wilhelmstr. 35, Tel. 04851-95969770.
Übernachten
Marner Hof, kleines, vergleichsweise einfaches 20-Zimmer-Hotel garni in einem renovierten, an der verkehrsreichen Hauptstraße gelegenen Altbau, großes Frühstücksbüfett. Die Rezeption ist selten geöffnet, aber Sie erhalten den Zimmerschlüssel jederzeit per Zahlencode unproblematisch am Schlüsselkasten. Kleiner Ring 8, Tel. 04851-9566310, marner-hof.de. €
Essen & Trinken
Stadtkrog, deftige, gutbürgerliche Küche mit prima Preis-Leistungs-Verhältnis (große Portionen) mitten in Marne (am Parkplatz nördl. der Kirche). Netter Service (auch kinderfreundlich), Pizza, Pasta, Balkan-Spezialitäten, aber auch gute Schnitzel mit Pommes, Steaks und Bratfischgerichte. Abendrestaurant (nur So auch mittags geöffnet, Mi Ruhetag). Alter Kirchhof 6, Tel. 04851-9576277. €
Op’n Diek, uriges Lokal direkt auf dem Deich am Neufelder Hafen (6 km südlich von Marne). Es gibt rustikale norddeutsche Küche von einer großen Speisekarte mit Fisch- und Fleischgerichten und leckere Fischbrötchen. Zum Abschluss kann man sich einen leckeren Eiergrog gönnen. Strandkorbterrasse mit Ausblick (Mo/Di Ruhetag). Op’n Diek 3, 25724 Neufeld, Tel. 04851-1840. €€
Mein Tipp Eisblume, 2 km westlich der Innenstadt in Marnerdeich gelegene, seltene Kombination aus Gärtnerei und Eisladen. Hier gibt es keine Kugeln, sondern Becher unterschiedlicher Größen, in denen man sich die teils ungewöhnlichen Sorten mischen lässt (z. B. Zitronenkuchen, Buttermilch-Holunder, Lakritze), zudem Kaffeespezialitäten. Sitzplätze auf dem Gelände auch im Gewächshaus. Mo/Di Ruhetag. Nordseestr. 25, Marnerdeich, Tel. 04851-9573436.
Eine Windmühle namens Edda
St. Michaelisdonn
Der für Dithmarschen schon relativ große Wohnort ohne nennenswerten Tourismus liegt am Übergang von der flachen Marsch zur hügeligen Geest. Am südöstlichen Ortsrand erhebt sich an den Moorwiesen das Kleve (Kliff), das heute ein 12 ha kleines Naturschutzgebiet ist.
Keimzelle des Orts war die St.-Michaelis-Kirche, die 1611 neben ein paar Katen auf einer ehemaligen Düne (Donn) errichtet wurde. Meilensteine seiner wirtschaftlichen Entwicklung waren die Gründung einer inzwischen abgerissenen Zuckerfabrik im Jahr 1888 und der Bau der Marschenbahn Hamburg-Westerland im Jahr 1878 - von St. Michaelisdonn führte ein 1961 stillgelegter Bahnabzweig bis Friedrichskoog. Das Teilstück bis zum etwa 10 km entfernten Städtchen Marne können Sie heute mit einerFahrraddraisine befahren.
Sightseeing
St.-Michaelis-Kirche: Die in Ortsmitte gelegene, einfache Saalkirche mit ihrer Holzbalkendecke wurde 1730 nach Westen hin erweitert, der markante freistehende Glockenturm kam erst 1964 hinzu. Im Kircheninneren fehlt das historische Gestühl, bemerkenswert sind v. a. der von einem einheimischen Künstler geschnitzte Barockaltar und die spätbarocke, reich verzierte Taufe (um 1670).

St. Michaelisdonn: Mühle „Edda“

Freimaurermuseum: Das in einem ehemaligen Schulgebäude am nördlichen Ortsrand untergebrachte Museum ist immerhin das drittgrößte seiner Art in Europa. Im ersten Stock des Gebäudes residiert die Freimaurerloge und gewährt mit der Präsentation von 6000 Exponaten und rituellen Gegenständen Einblicke in die Geschichte der geheimnisumwitterten Freimaurertradition.
♦ Öffnet auf Anfrage, Eintritt frei. Meldorfer Str. 2 (beim Restaurant St. Michael), Tel. 0172-4541277, freimaurer-museum.de.
Naturschutzgebiet Kleve
Der für hiesige Verhältnisse mit einer Höhe von bis zu 40 m ü. NN eindrucksvolle Höhenzug markierte vor 5000 Jahren die ehemalige Küstenlinie. Wie die zugehörige Bilderbuchkulisse präsentiert sich die weithin sichtbare und wunderschön auf dem „toten Kliff“ gelegene Windmühle „Edda“ (ausgeschildert), die zum Ortsteil Hopen gehört. Der schöne reetgedeckte Kellerholländer ersetzte im Jahr 1842 einen Vorgängerbau, von dem man einen Balken mit der Aufschrift „A.D. 1666 8. Mai“ übernahm. Den Namen „Edda“ erhielt die Mühle erst 1959 nach einem Familienmitglied der seinerzeit hier ansässigen Müllerfamilie. Ein Mühlenverein kümmert sich um die Erhaltung des nur selten zu besichtigenden historischen Bauwerks, dessen technische Ausstattung noch vollständig vorhanden ist. Der benachbarte historische Bauernhof wartet derzeit allerdings noch auf bessere Zeiten.
Windmühlen in der Umgebung
Windmühlenliebhaber kommen nicht nur in St. Michaelisdonn, sondern auch in der Umgebung auf ihre Kosten. Knapp 7 km nordwestlich steht im OrtBarlt mit der Windmühle „Ursula“ ein interessanter, 1875 erbauter Galerieholländer mit Jalousieflügeln und Windrose. Die von Wirtschaftsgebäuden umgebene Mühle war noch bis 2000 als eine der letzten Vollerwerbsmühlen Deutschlands in Betrieb. Sie wird mitunter noch zur Futtervermahlung betrieben. Zudem gibt’s hier ein Hofcafésamt Hofladen, Eiswagen und Waschbärgehege (Di-So 13-18 Uhr). Im Garten hinter dem Müllerhaus steht eine bemerkenswerte uralte Doppel-Hainbuche, die wohl das Überbleibsel einer einstigen Wallhecke ist. Eine weitere historische Mühle finden Sie 6 km südlich von St. Michaelisdonn im Ort Eddelak(Süderstr. 27). Die Windmühle„Gott mit uns“ wurde 1865 u. a. unter Verwendung von Teilen des Vorgängerbaus errichtet. Die Mühlentechnik ist noch bemerkenswert gut erhalten. Der reetgedeckte Galerieholländer wird auch „Hochzeitsmühle“ genannt, weil er heute auch als Außenstelle des Standesamts Burg-St. Michaelisdonn dient.
Die Basics
Einwohnerzahl 3500
TouristeninformationTouristinfo St. Michaelisdonn und Umgebung, Bahnhofstr. 26, 25693 St. Michaelisdonn, Tel. 04853-8816510, echt-dithmarschen.de. Kein Gästebeitrag.
SchwimmbadFreibad St. Michaelisdonn, beheiztes Bad mit 25-m-Becken und Kinderrutsche (Mai-Sept. tägl. 13-20 Uhr). Erw. 3 €, Kinder 2 €. Burger Str. 18a, Tel. 04853-8249.
Bio/Regional Alles rund um die Gans
5 km nördlich von St. Michaelisdonn gibt es in Gudendorf eine Gänsefarm, die sich zum Ausflugsziel gemausert hat. Im Dithmarscher Gänsemarkt können Sie den Kükenstall besuchen (Eintritt frei), Ihre Kinder auf dem Spielplatz toben lassen, im großen Hofladen Daunendecken und -kissen wie auch Dekoartikel erwerben und im großen Café/Restaurant Leckereien aus der Farmküche (z. B. Gänse-Burger mit Pommes) und frische Kuchen (z. B. Eierlikörtorte) genießen. April-Dez. tägl. 10-17 Uhr (Mo Ruhetag). Hauptstr. 1, 25693 Gudendorf, Tel. 04859-445. €-€€

Barlt: Mühle „Ursula“

Essen & Übernachten
**** Landhaus Gardels, in der ruhigen Ortsmitte gelegenes Ringhotel. 22 mit Liebe zum Detail eingerichtete Zimmer. Fitness- und Saunabereich. Gutes Frühstücksbüfett. Angeschlossen ist das 2-Sterne-Haus „Der kleine Hans“ (kleiner-hans.de). Zum Hotel gehört auch das gute Abendrestaurant Gustav’s: Speisen mit frischen Zutaten (z. B. Sauerfleisch, Rinderroulade, Entenbrust oder Nordseescholle). So Ruhetag. Westerstr. 19, Tel. 04853-8030, landhaus-gardels.de.€€ (Hotel), €€ (Restaurant)
Camping
Hohenkamp Camping, sehr gepflegter, auf einer Anhöhe neben dem Sportflugplatz von St. Michaelisdonn gelegener Campingplatz mit gut 50 Stellplätzen, auch Doppelzimmer im Haupthaus (Fahrrad-Hostel, Gemeinschaftsküche). Hopen 55, Tel. 0173-1467190, hohenkamp-camping.de.
Eine Prise Wald
Burg
Der Luftkurort hat in Dithmarschen eine Art Alleinstellungsmerkmal: Er liegt nicht im platten Marschland, sondern am Rande eines hohen, bewaldeten Geestkerns. Dem Wald ist sogar ein ganzes Museum gewidmet.

Schön und schlicht: Petri-Kirche Burg

In Norddeutschland tragen zahlreiche lediglich von einem hohen Erdwall umgebene Flucht- und Schutzanlagen im Namen die Bezeichnung „Burg“ - und das, obwohl gar keine tatsächliche Burg vorhanden ist. Der Ortsname leitet sich in diesem Fall vom historischen Bökelnburgab, plattdeutsch für „Buchenburg“: Im 9. Jh. befand sich der einst mit hohen Palisaden gespickte Burgwall nämlich in einem Buchenwald. Und auch heute noch ist dieser teils 10 m hohe Bökelnburgwallgut erkennbar, wenn auch der nach wie vor dichte Buchenwaldbewuchs die Palisaden längst abgelöst hat. Das kreisrunde Innere des Walls mit einem Durchmesser von etwa 100 m beherbergte einst einfache Blockhäuser, heute dient es als Friedhof. Erreichbar ist das Gelände vom Zentrum Burgs aus über einen rund 300 m langen Fußweg. Am Fuße des Burgwalls, am Ende der Straße mit Namen Holzmarkt, befindet sich zudem eine kleine Freilichtbühne samt großem Parkplatz, der sich gut als Ausgangspunkt für eine Ortserkundung eignet. Auch von hier aus führt ein Fußweg hinauf zum Friedhof in der ehemaligen Bökelnburg.
Zentraler Punkt des kleinen Ortes ist jedoch der erhöht liegende Marktplatz nahe der St.-Petri-Kirche. Drei schöne historische Gebäude schmücken die Ostseite des Platzes: ein reetgedecktes niederdeutschesFachwerk-Hallenhaus(Haus Nr. 9), das um 1750 errichtet wurde, und ein nur wenige Jahrzehnte jüngerer, weiß getünchter Backsteinbau (Haus Nr. 8), in dem sich 1839-2020 eine „privilegierte“ Apotheke befand. Das Privileg bzw. die Konzession zum Betrieb dieser Apotheke wurde damals noch vom dänischen König verliehen. Das älteste Gebäude ist jedoch das vor der Kirche am Denkmal gelegene ehemalige Diakonat(Große Bergstr. 11) aus dem Jahr 1613, auch „Doktorhaus“ genannt. Der kleine Ort hat außerdem zwei Museen zu bieten: 300 m westlich des Ortskerns befindet sich dasMuseum Ditmarsium, knapp 2 km außerhalb im Burger Wald gibt es zudem das Waldmuseum mit Aussichtsturm.
Sightseeing
Petri-Kirche: Direkt hinter dem Marktplatz liegt das dörflich wirkende, weiß getünchte Gotteshaus, dessen kleiner Turmaufsatz fast mittig auf dem Kirchendach platziert ist. Ursprünglich bestand der auf das 12. Jh. zurückgehende Kirchenbau aus Feldsteinen, die jedoch im Laufe der Zeit weitgehend durch Ziegelsteine ersetzt wurden. Weil die Kirche in früheren Zeiten eine wertvolle Reliquie des Hl. Petrus besaß, wurde sie im Spätmittelalter zur viel besuchten Wallfahrtskirche - heute geht es hier wesentlich ruhiger zu. Die Innenausstattung des fast rechteckigen, einschiffigen Baus mit einer Erweiterung an der Südseite ist vergleichsweise spartanisch, historisch bedeutsam sind lediglich die schlichte Holzkanzel (1621) und das Holzkruzifix (14. Jh.) über dem Altar. Ein Schiffsmodell an der Seitenwand erinnert an die maritime Tradition Burgs.

Auf ewig ungeteilt: Doppeleichen-Gedenkstein in Burg

♦ April-Okt. tägl. 9-18 Uhr (Nov.-März Mo-Fr 9-12 Uhr, Sa/So 9-15 Uhr.
„Up ewig ungedeelt“: Neben der Kirche befindet sich eine Doppeleiche samt Gedenkstein, den die Aufschrift „Up ewig ungedeelt“ ziert. Er erinnert an die Schleswig-Holsteinische Erhebung von 1848. Unter Berufung auf das Ripener Privileg von 1460, in dem vereinbart wurde, dass die Herzogtümer Schleswig und Holstein auf ewig ungeteilt („up ewig ungedeelt“) bleiben sollten, bildeten die Schleswig-Holsteiner eine provisorische Regierung gegen die dänischen Gesamtstaatspläne. Doch die Revolte scheiterte blutig. Zum 50. Jahrestag wurden - nun unter preußischer Herrschaft - überall im Land solche Doppeleichen als Symbolbäume gepflanzt. Wegen ihrer zusammengewachsenen Stämme kann man sie nicht voneinander trennen, ohne dass der ganze Baum zerstört oder schwer beschädigt wird.
Ditmarsium: Das interessante Apotheken-, Gewerbe- und Schifffahrtsmuseum in einer ehemaligen Sattlerei verdankt sich der Initiative eines engagierten Fördervereins. In einer mit Fotos, maritimen Exponaten, Schiffsmodellen und einer originalen Kapitänskajüte ausgestatteten Ausstellung erhält man zunächst Einblicke in die Burger Schifffahrt. Bemerkenswerterweise reichten nämlich einst einzelne Meeresarme bzw. die Küstenlinie bis dicht an Burg heran. So existierte noch im 18. Jh. in der Burger Au eine Werft und eine bedeutende Torfschifffahrt. Mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals schließlich erhielt der Ort sogar einen Kanalhafen, der 1940 jedoch wieder zugeschüttet wurde.

Ditmarsium Burg

Es gibt darüber hinaus verschiedene historische Werkstätten und Läden zu sehen: Neben den Gerätschaften der alten Sattlerei können Sie eine historische Uhrmacherwerkstatt, einen Frisörladen, einen Kaufmannsladen und eine altertümliche Zahnarztpraxis bewundern. Höhepunkt und ganzer Stolz des Museums ist aber sicherlich die im Obergeschoss platzierte historische Originaleinrichtung der örtlichen königlich-dänischen Apotheke. In verschiedenen kleinen Räumen können Sie die komplette Einrichtung der alten Landapotheke bewundern, also nicht nur den Verkaufsraum, sondern auch die Materialkammern (mit Giftkammer), das Kontor („Büro“), das Laboratorium und auch die „Stosskammer“ (zum Zerkleinern der Heilkräuter mit Mörsern). Zum Haus gehört auch ein gepflegter Apothekergarten mit einheimischen Arzneipflanzen, und ein kleinesSchiffercafé gibt es auch.
♦ Mai-Okt. Di u. Fr-So 14-17 Uhr. Erw. 5 € (mit Gartenführung 6 €), Kinder erm. Große Mühlenstr. 6, Tel. 04825-902200, ditmarsium.de.
Waldmuseum mit Waldlehrpfad: Ungewöhnlich für die waldarme Nordseeküstenregion gibt es auf dem höchsten Punkt des 1,5 km von der Ortsmitte gelegenen, 65 m hohen Wulfsboom ein Waldmuseum. Dieses ist im Unterbau eines 21 m hohen und sehr massiv wirkenden Aussichtsturms untergebracht, der an dieser für schleswig-holsteinische Verhältnisse durchaus exponierten Stelle 1914 errichtet wurde. Von einer verglasten Aussichtsplattform haben Sie knapp über den Baumkronen des 50 ha großen Waldes einen schönen Ausblick über weite Teile Dithmarschens und hinüber zu der den Nord-Ostsee-Kanal überspannenden Hochdonner Eisenbahnbrücke.
Die schon ein wenig betagte Ausstellung selber präsentiert das Ökosystem Wald und insbesondere die heimische Tier- und Pflanzenwelt u. a. mit zahlreichen Tierpräparaten. Aber auch die Burger Heimatgeschichte, Fossil- und Bernsteinfunde sowie die Mooreichen sind Ausstellungsthemen. Entstanden ist das Museum am Fuße des Turms im Jahr 1968 aus der pädagogischen Auswertung einer Schulwaldarbeit an der Realschule Burg und wird seitdem auch gerne von Schulklassen besucht.
Neben dem Museum befindet sich ein umzäuntes Areal mit einem schön gestalteten Waldlehrpfad, der mit Rutschen und Schaukeln auch Spielmöglichkeiten für Kinder bietet. Zudem führt ein etwa 2 km langer, ebenfalls mit Infotafeln bestückter Rundwanderweg durch den angrenzenden Wald. Dabei kommen Sie an einem Teich vorbei, bekommen einen schönen Bestand japanischer Lärchen sowie alter Buchen und Eichen zu sehen, können ein Torfmoospolster bestaunen und v. a. eine hier in der Nähe gefundene Mooreiche, die aus der Zeit um Christi Geburt stammt und von dem Moor konserviert wurde.

Im Waldmuseum

♦ Karfreitag bis Ende Okt. Di-So 11-17 Uhr (Mo Ruhetag). Erw. 4 €, Familien 10 €. Für Kinder liegen Quizbögen zur spielerischen Museumserkundung bereit. Die Zufahrt über die Waldstraße ist beschildert. Von einem Waldparkplatz geht es 250 m zu Fuß hinauf zum Museum mit dem Aussichtsturm. Waldstr. 141, Tel. 04825-2985, burger-waldmuseum.de.
Tiefste Landstelle Deutschlands
Die Zugspitze mit ihren 2962 m Höhe kennt jeder als höchsten Berg Deutschlands. Wenn Sie aber auch mal an der tiefsten Stelle Deutschlands stehen wollen, lohnt von Burg aus ein kurzer, gut 6 km langer Abstecher mit der kostenlosen Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal nach Neuendorf-Sachsenbande. Hier befindet sich mit immerhin 3,54 m unterNN Deutschlands tiefstgelegene natürliche Senke, man ist also gewissermaßen am Tiefpunkt Deutschlands angelangt (genau genommen ist es die tiefstgelegene begehbare natürliche Senke Deutschlands, die vom nicht begehbaren, 39 m unter dem Meeresspiegel gelegenen Grund des Hemmelsdorfer Sees bei Timmendorfer Strand noch einmal gehörig getoppt wird). Ohne eine Jahrhunderte andauernde Eindeichung der Elbe und ohne die Niederschlags-Entwässerung dieses fruchtbaren Marschlandes würde der Wasserspiegel hier in der Wilstermarsch um 5 m höher stehen. Ein hölzerner Pfahl an einem kleinen Parkplatz direkt neben der Landstraße weist auf diese exponierte Stelle hin. Die untere hölzerne Tafel erklärt anschaulich, dass der genaue Vermessungspunkt von Deutschlands tiefster Landstelle etwas entfernt halbrechts auf der Weide zu finden ist (also etwa auf „zwei Uhr“ rechts neben dem Haus). Sitzmöglichkeiten und Infotafeln laden an der gepflegten Anlage zur Rast ein, zudem zeigt ein Flutmarker, wie hoch hier ohne entsprechenden Küstenschutz das Wasser bei den vergangenen Sturmfluten gestanden hätte. Deutlich wird die Lage unterhalb des Meeresspiegels auch durch einen artesischen Brunnen - man hat hier eine Bohrung in die wasserführende Schicht in etwa 25 m Tiefe vorgenommen. Und da in einer Senke unterhalb des Grundwasserspiegels das Wasser unter Überdruck steht, kommt es hier ohne Pumpen von selbst an die Oberfläche.
♦ Etwas unscheinbar an der Landstraße zwischen Burg (Dithmarschen) und Wilster gelegen, 500 m vor Neuendorf-Sachsenbande auf der rechten Seite (Infos auch unter tiefstelandstelle.de).
Die Basics
Einwohnerzahl 4100

3,54 m unter NN: Deutschlands tiefste Stelle

Touristeninformation Holzmarkt 5 (im Ladengeschäft „Tee-Burg“), 25712 Burg, Tel. 04825-901194, echt-dithmarschen.de. Kein Gästebeitrag.
Wochenmarkt Jeden Fr 8-12 Uhr auf dem Marktplatz.
SchwimmbadWaldschwimmbad Burg, beheiztes Erlebnisfreibad mit 80-m-Wasserrutsche und Wildwasserkanal. Mai-Sept. 10-20 Uhr. Erw. 4,50 €, Kinder 2 €. Am Sportplatz 10, Tel. 04825-8857.
Essen & Übernachten
Bio/Regional Burger Fährhaus, traditionsreiches, 1895 erbautes Restaurant und Café in wunderbarer Lage direkt am Burger Fährübergang des Nord-Ostsee-Kanals. Im Restaurant mit kleiner wechselnder Karte werden fast ausschließlich regionale Produkte verarbeitet (z. B. gebratenes Goldforellenfilet oder Rumpsteak von der Husumer Färse). Und mit dem Fährhausbräu wird hier sogar ein eigenes Craft-Bier gebraut. Vom Restaurant und dessen Terrasse können Sie wunderbar das Treiben auf der Kanalfähre und den regen Schiffsverkehr beobachten. Auch 4 liebvoll eingerichtete Zimmer im Haus. Im Winter Di Ruhetag. Hafenstr. 48, Tel. 04825-2417, burger-faehrhaus.de. €€
Mein Tipp Zum Dückerstieg, Landgasthaus und Hotel mit hervorragender Küche. In den gepflegten Räumlichkeiten werden saisonale regionale, liebvoll zubereitete Speisen serviert (z. B. geschmorte Kalbsbrust, Dorschfilet oder Haferkorn-Risotto). Professioneller Service. Mo/Di Ruhetag. Geräumige Hotelzimmer im Gästehaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite. 9 km südöstlich von Burg (jenseits des Kanals) nahe der tiefsten Stelle Deutschlands an der kurvigen Landstraße Richtung Wilster gelegen. Dückerstieg 7, 25554 Neuendorf-Sachsenbande, Tel. 04823-92929, dueckerstieg.de. €€ (Hotel), €€€ (Restaurant)
Faster, harder, louder: Wacken-Open-Air (W:O:A)
Nur 10 km nördlich von Deutschlands tiefster Landstelle liegt Wacken, ein kleiner, beschaulicher und vollkommen unspektakulärer 2000-Einwohner-Ort. Nur einmal im Jahr, am ersten Augustwochenende, wird es laut in Wacken - sehr laut! Und voll. Denn dann pilgern unter dem Motto „faster, harder, louder“ 85.000 Heavy-Metal-Fans aus aller Welt in das kleine 1900-Seelen-Dorf, um das seit über 30 Jahren stattfindende Wacken-Open-Air-Festival zu besuchen. Doch die Dorfbewohner stehen mehrheitlich zu dem Festival - und verdienen zumeist auch ganz gut daran. 1990 aus einer Bierlaune entstanden und mit lediglich 800 Besuchern in Wackens Sandkuhle veranstaltet, hat sich das W:O:A mittlerweile zum Mega-Event entwickelt und auf die umliegenden Äcker mit einer Fläche von 300 Fußballfeldern ausgedehnt. Auf insgesamt acht Bühnen treten am dreitägigen Festival-Wochenende von früh bis spät etwa 150 Bands verschiedener Genres auf. Alles, was in der Metal-Szene Rang und Namen hat, gibt sich hier die Ehre. Traditionell eröffnet wird die gigantische Party jedoch durch die Feuerwehrkapelle des Dorfes. Auch die Infrastruktur ist monströs. Das Gelände ist mit mehr als 45 km Bauzaun abgesperrt bzw. unterteilt und verfügt über ein riesiges Campingareal. Um Logistik und Infrastruktur für eine solche Menschenmenge gewährleisten zu können, wurde ein elektrisches System installiert, das eine Stadt mit 70.000 Einwohnern versorgen könnte. Zudem gibt es eine unterirdische Bier-Pipeline mit einer Zapf-Kapazität von 10.000 Litern pro Stunde und überdies 1300 Toiletten und 500 Duschen. Wacken hat sich längst zu Europas Eldorado der Heavy-Metal-Anhänger gemausert. Jahr für Jahr sind die 333 € teuren Tickets bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. Außerhalb der Festivalzeit erinnern nur ein Getreidesilo mit dem Logo des Wacken-Open-Air sowie der dazugehörige Merchandise-Shop („Wacken Store“) an das bedeutende Ereignis.
Viel Deich, viel Seehund
Friedrichskoog
Das auf einer eingedeichten Landzunge gelegene Friedrichskoog besteht eigentlich aus zwei Orten, nämlich aus Friedrichskoog mit der weithin bekannten Seehundstation und dem rund 5 km davon entfernten Friedrichskoog-Spitze mit seinem großen Grünstrand.
Das ganze Gebiet um Friedrichskoog wurde erst im 19. und 20. Jh. durch Eindeichung dem Meer abgerungen, um auf diese Weise fruchtbares Ackerland zu gewinnen. Benannt wurde es nach dem damaligen Herrscher, dem dänischen König Friedrich VII.

Sachte Deichböschung: Grünstrand Friedrichskoog-Spitze

Seit die schleswig-holsteinische Landesregierung zum großen Ärger der Friedrichskooger beschloss, den an der Elbmündung gelegenen Tidehafen im Jahr 2015 wegen des zu teuren Unterhalts zu schließen, macht das leere Hafenbecken