Unterwegs mit Dieter KatzOrientiert an der Nordseeküste Schleswig-HolsteinsDie Region im ProfilKunst und KulturBaden und OutdoorKüsten- und Inselurlaub mit KindernUnterwegs an der Nordseeküste Schleswig-HolsteinsDithmarschenBrunsbüttelMarneSt. MichaelisdonnBurgFriedrichskoogMeldorfHemmingstedtAlbersdorfTellingstedtHeideWöhrdenBüsumWesselburenEidersperrwerkLundenEiderstedtFriedrichstadtTönningAbstecher nach KotzenbüllGardingWelt und VollerwiekTatingSt. Peter-OrdingWesterheverTetenbüllOldenswortWitzwortUelvesbüll und SimonsbergNordfriesisches FestlandHusumBeltringharder KoogBredstedtSchlüttsiel (Ockholm)DagebüllNiebüllKlanxbüllSeebüll und NeukirchenSüderlügumLeckInseln und HalligenAmrumFöhrWykNordstrandPellwormSyltHelgolandHallig HoogeHallig LangeneßHallig GrödeHamburger HalligHallig NorderoogHallig NordstrandischmoorHallig OlandHallig SüderoogHallig SüdfallNachlesen & NachschlagenLandschaft und NaturPflanzen und TiereGeschichteTypisch NordseeküsteBiikebrennenBoßeln/KlootschießenFriesenhäuserFriesische SpracheHünen- und HügelgräberJulbaumKirchenKlotstockspringenKüstenschutz: Warften, Deiche, SieleLeuchttürmeNordwestdeutsche KücheRingreitenWindkraftanlagenWindmühlenReisepraktisches in StichwortenAnreiseGästebeitrag/KurabgabeHunde an die LeineKlima und ReisezeitÜbernachtenVerzeichnisseImpressumÜbersichtskarten und PläneIndex
Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) – meistbefahrene Wasserstraße der WeltFaster, harder, louder: Wacken-Open-Air (W:O:A)Seehunde – die putzigen Gesichter NordfrieslandsSchlacht bei Hemmingstedt – David gegen GoliathAusflug zum StorchendorfDer Haubarg – das größte Bauernhaus der WeltHusums berühmter Sohn: Theodor StormDas Blütenwunder von HusumEmil Nolde – umstrittener Expressionist mit WeltruhmErzählende GrabsteineWattwanderung zwischen Amrum und FöhrVogelkojen – Entenjagd der besonderen ArtWeinanbau auf Föhr, Amrum und SyltDer Pharisäer – das nordfriesische NationalgetränkVersunkene Stadt im Meer: geheimnisvolles RungholtLewer duad üs Slaav – lieber tot als Sklave!Sylter Royal – Segen oder Fluch?(Über-)Leben auf den HalligenDie Gezeiten: Ebbe und Flut„The Small Five“ – Insider des WattenmeeresQuallen – lästige Begleiter am NordseestrandReetdächer – funktional und malerischWie kommt die Krabbe aufs Brötchen?
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Sightseeing
Kanalmuseum Atrium: In direkter Nachbarschaft zu den Schleusenanlagen wird im Gebäude der Touristinfo mit Fotos, Filmen, Modellen und diversen Exponaten über den Bau, die Bedeutung und die Funktionsweise des Nord-Ostsee-Kanals informiert. Zudem präsentiert man in einem Filmraum historisches Filmmaterial zum Kanalbau, aber auch Videos zu aktuellen maritimen Themen.
♦ Mitte März bis Ende Okt. tägl. 10.30-17 Uhr. Eintritt 4 €, Familien 8 €. Gustav-Meyer-Platz 2, Tel. 04852-885213, schleuseninfo.de.
Schleusenführungen: März-Okt. So u. Di (in der Hochsaison auch Mi-Fr) jeweils um 14 Uhr (Treffpunkt und Anmeldung bei der Touristinfo, Dauer: 90 Min.). Erw. 6 €, Schüler ab 12 J. 5 €, schleuseninfo.de.
Mein Tipp Aussichtsplattform Nordseite (in Brunsbüttel): Die beiden kleinen Aussichtsplattformen sind von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang kostenlos zugänglich.
Heimatmuseum: Ein buntes Sammelsurium historischer Ausstellungsstücke, die einen interessanten Einblick in die maritime und handwerkliche Vergangenheit der Stadt bieten. Im ehemaligen, 1905 errichteten Rathaus gibt es auf zwei Etagen so unterschiedliche Dinge wie ein kleines Klassenzimmer, das ehemalige Büro des Brunsbütteler Schiffsmeldedienstes, eine Schuhmacherwerkstatt und alte Haushaltsgeräte zu sehen. Und man kann sogar eine Sammlung an Blechverschlüssen bestaunen, die man einst für die Gläser aus dem „PANO-Werk“ herstellte und die daran erinnern, dass diese Art der heute weltweit in der Lebensmittelindustrie verwendeten Verschlüsse 1938 in Brunsbüttel entwickelt wurde und hier auch heute noch produziert wird. Gelegentliche Sonderausstellungen ergänzen das Angebot.
♦ Do u. Sa/So 14.30-17.30 Uhr. Eintritt frei, es ist auch ein Audio-Guide für einen unterhaltsamen Rundgang durch Alt-Brunsbüttel erhältlich (3 €). Markt 4, Tel. 04852-7212, museum-brunsbuettel.de.
Stadtgalerie: Seit 1992 ist in dem von außen unspektakulär-modern anmutenden Tagungs- und Kulturzentrum Elbeforum die städtische Kunstsammlung untergebracht. Sie zeigt wechselnde Ausstellungen von der Klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst.
♦ Mi-Sa 15-18 Uhr, So 11-18 Uhr. Eintritt frei (Spende erbeten). Von-Humboldt-Platz 5, Tel. 04852-540017, stadtgalerie-brunsbuettel.de.
Jakobuskirche: Es muss der Zorn Gottes im Spiel gewesen sein, als während der Predigt des Pastors unter „Donnerschlag“ der Blitz einschlug und der Vorgängerbau der vergleichsweise schlichten Backstein-Saalkirche bis auf die Grundmauern abbrannte. Eine Gedenktafel in der Kirche erinnert an dieses Ereignis und auch daran, dass die tapferen Brunsbütteler im Jahr 1724 ihr Gotteshaus mitten auf dem heute begrünten Marktplatz wieder aufbauten. Außergewöhnlich ist der prächtige weiße Schnitzaltar aus dem 17. Jh., der mit seinem bizarren Knorpelbarockstil zwölf medaillonartige Bildfelder umschließt. Gestiftet wurde der pompöse Altar seinerzeit vom dänischen König Frederik IV., der just zum selben Zeitpunkt die baufällige Schlosskirche in Glückstadt abreißen ließ und - nachdem er vom Brand gehört hatte - deren Altar den Brunsbüttelern überließ. Die dankbaren Brunsbütteler widmeten daraufhin ihrem Landesherren die prächtige Königsloge neben der Orgel, obgleich der König natürlich nie nach Brunsbüttel kam. Schön ist auch der von Putten getragene Taufbrunnen aus Sandstein (um 1700) mit seinem darüberhängenden kunstvoll geschnitzten Deckel sowie die mit zehn Aposteln geschmückte Hängekanzel von 1725.
Übernachten
2 Hotel Kleiner Yachthafen
Essen & Trinken
1 Torhaus 3 Ginelli 4 Beckmanns Strandhalle
♦ Tägl. 9-17 Uhr.
Die Basics
Einwohnerzahl 12.000
Von Bäumen umrankt: Jakobuskirche in Alt-Brunsbüttel
Touristeninformation Gustav-Meyer-Platz 2 (im Atrium an der Schleuse), 25541 Brunsbüttel, Tel. 04852-391186, echt-dithmarschen.de. Kein Gästebeitrag.
Kanal-Fähre Gleich an 2 Stellen der kleinen Stadt gibt es eine Auto-Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal; eine davon verkehrt alle 10 Min. rund um die Uhr (im 24-Std.-Takt), die Überfahrt ist kostenlos.
Schiffsausflug nach Helgoland Von April bis Okt. fährt Mi, Fr und So um 10.45 Uhr ab Anleger „Zum Elbdeich“ der Katamaran „Halunder Jet“ nach Helgoland (Fahrtzeit 2 Std., Aufenthalt 3:45 Std.), Erw. 90 €, Kinder (4-14 J.) 48 €, Familien 220 €. Tel. 0461-86444, frs-helgoline.de.
Wochenmarkt Jeden Di 8-12 Uhr in der Koogstraße.
SchwimmbäderFreizeitbad Brunsbüttel, innen 25-m-Bahnen, Kinderrutsche; zudem ein beheiztes Außenbecken. Erw. 5 €, Familien ab 13 €, Saunalandschaft 18 €. Am Freizeitbad, Tel. 04852-940450.
Freibad Ulitzhörn, einzigartige Lage direkt an der Kanalmündung mit Blick auf die Schiffe. 50-m-Bahnen, beheizt, kleines Sprungbrett und sogar Strandkörbe gibt es hier zu mieten. Bis 20 Uhr geöffnet. Erw. 4,50 €, Familien ab 10 €. Ulitzhörn 1, Tel. 04852-2208.
VeranstaltungenWattolümpiade, unter dem Motto „Schmutziger Sport für eine saubere Sache!“ treten bei dieser jährlich Mitte August durchgeführten Benefizveranstaltung an der Elbmündung bis zu 500 „Wattleten“ in verschiedenen schlammigen Disziplinen wie Wattfußball oder „Wattwolliball“ gegeneinander an (wattoluempiade.de).
NOK-Romantika, jährlich Anfang September wird der Ausklang des Sommers romantisch gefeiert, indem die Schleusenmeile mit Lichterketten und Feuerdarbietungen in ein buntes Lichtermeer verwandelt wird. Nicht nur in Brunsbüttel, bis hinüber nach Kiel werden dann entlang des Kanals zahlreiche Fackeln und Lichter entzündet.
Übernachten→ Karte
Hotel Kleiner Yachthafen2, gepflegtes Garni-Hotel in einem direkt neben dem Elbdeich gelegenen historischen Gebäude samt angrenzendem Gästehaus. 14 geräumige EZ und 19 DZ. Reichhaltiges Frühstücksbüfett. Hafenstr. 16, Tel. 04852-9400933, hotel-kleiner-yachthafen.de. €€
Essen & Trinken→ Karte
Torhaus1, durchgehend italienisch-deutsche Küche (Pizza & Pasta), auch Fischgerichte. Die Qualität überzeugt nicht immer, bestechend ist aber die Lage. Von der großen Terrasse können Sie schön das Treiben vor der Schleuse beobachten. Gustav-Meyer-Platz 3, Tel. 04752-940577. €-€€
Mein Tipp Beckmanns Strandhalle4, abseits des Trubels auf dem Elbdeich gelegen, daher ist ein prima Ausblick garantiert. Die Strandhalleh ist sowohl Frühstückslocation als auch Cocktailbar. Vor allem aber können Sie hier auch gut zu Mittag und zu Abend essen. Vornehmlich regionale Speisen wie Büsumer Krabbensuppe, Kabeljaufilet, Sauerfleisch oder Rumpsteak von der Färse. Große Terrasse. Deichstr. 75, Tel. 04852-9409600. €€€
Ginelli3, stilvoll eingerichtetes italienisches Restaurant am Marktplatz von Alt-Brunsbüttel. Gute Küche, Mo-Fr auch Mittagstisch. Freundlicher Service, kleine Außenterrasse, Di Ruhetag. Markt 5, Tel. 04852-530717. €
Radfahren auf Schienen
Marne
Das kleine Städtchen der Marschen und Köge ist das Zentrum der Südermarsch und vor allem bekannt für sein gutes Bier - hier wird das Dithmarscher Pils gebraut. Ansonsten geht es hier recht beschaulich zu.
Das Städtchen Marne lag bis ins 18. Jh. hinein direkt am Meer, was auch den erstmals im 12. Jh. erwähnten Namen erklärt - der Name „Marne“ hat seine Wurzeln im Angelsächsischen (Myrne) und bedeutet „Siedlung am hohen Ufer“. Durch Landgewinnungsmaßnahmen ist Marne jedoch in den letzten drei Jahrhunderten um etwa 7 km ins Binnenland gerutscht. Das der Nordsee abgerungene fruchtbare Marschland sorgte spätestens zu preußischer Zeit für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die repräsentativen Wohnhäuser aus dem 19. und frühen 20. Jh. prägen z. T. noch heute das Stadtbild. Und spätestens mit dem Bau einer großen Kirche (1906) wurde Marne eines der Zentren Dithmarschens. Dennoch ist der kleine Ort schnell zu Fuß erkundet. Einige Gebäude rund um die St.-Magdalenen-Kirche spiegeln den Umstand, dass auch Marne den Weg so vieler Städtchen geht, in denen die Läden leer stehen, weil sich am Ortsrand Discounter angesiedelt haben.
Aber immerhin hat Marne noch Stadtrechte (seit 1891) und daher auch ein markantes backsteinernes Rathaus, das in einer späten Jugendstilform im Jahr 1915 gegenüber der Kirche errichtet wurde und dessen Vorbild das fast zeitgleich erbaute Büsumer Rathaus ist. Ausgestattet ist es mit einem wuchtigen Schaugiebel und einem Torbogen. Auffällig ist auch die grün-weiß verputzte Sonnenapotheke unweit der Kirche, die an dieser Stelle seit 1755 existiert. Und Marne hat noch immer seine Privatbrauerei, in der nach wie vor die weithin bekannten Dithmarscher Biere gebraut werden.
Der 1934 errichtete Müllenhoff-Brunnen (Markt/Süderstraße) erinnert an den Marner Märchensammler und Germanistik-Professor Karl Viktor Müllenhoff (1818-1884) und mit der Gestalt des von einer Elster gekrönten Wunderbaums an eine alte Dithmarscher Sage. Nach dieser Erzählung soll zur Zeit der sog. Dithmarscher Freiheit eine riesige Linde mit gekreuzten Zweigen während der Besetzung des Landes verdorrt sein. Und der Sage nach sollte sie erst wieder ausschlagen, wenn eine Elster darauf genistet und fünf weiße Jungen ausgebrütet hätte, dann nämlich hätte auch Dithmarschen seine Freiheit zurück. An die gleiche Sage erinnert die Skulptur einer riesigen Hasenelster im Stadtzentrum (Königstraße), also einer Elster, die eine Hasenmaske trägt. Mit ihrer aufgesetzten Hasenmaske verkörpert die im Jahr 2000 errichtete Skulptur zudem symbolhaft den Marner Karneval - Marne ist die nördlichste Karnevalshochburg Deutschlands. Merkwürdigerweise ist Marne der einzige Ort im ansonsten eher faschingsfernen Schleswig-Holstein, wo man es schafft, jährlich einen Rosenmontagszug mit etwa 50 Motivwagen und Gruppen auf die Beine zu stellen, und das immerhin schon seit 1978.
Sightseeing
Maria-Magdalenen-Kirche: Erst 1906 auf der alten Marner Kirchwarft erbaut. Die neue Saalkirche errichtete man in einem Stilmix aus Neugotik und Neuromanik und stattete sie v. a. im Inneren mit Jugendstilelementen aus. Markant ist v. a. der schmale, mit 61,5 m sehr hohe Kirchturm.
Die von vier Figuren auf einem Ring getragene uralte Bronzetaufe (um 1300) stammt noch aus dem Vorgängerbau und ist das mit Abstand älteste Einrichtungsstück der Kirche. Auch die kostbar verzierte Kanzel sowie das Orgelgehäuse (beide von 1603) wurden wiederverwendet.
♦ Mo/Di u. Do 9-17 Uhr, Mi u. Fr 9-12 Uhr. Österstr. 16.
Heimatmuseum Marner Skatclub: Die in der kleinen Gründerzeitvilla von 1905, dem ehemaligen „Skathaus“, untergebrachte Ausstellung geht im Wesentlichen auf die Sammlung des 1873 gegründeten Skatclubs zurück. Das der Geselligkeit der Marner Oberschicht dienende Clubhaus wurde einst nicht nur mit Utensilien des Biertrinkens und Rauchens geschmückt, sondern u. a. auch mit einigen kolonialen Mitbringseln, z. B. mit einem Schild aus Elefantenhaut und chinesischen Richtschwertern. Die Sammlung wurde 1977 von der Stadt übernommen und 1990 durch einen Anbau erweitert. Mit vielen Bildern, Fotos und interessanten Exponaten (v. a. historischen Einrichtungsgegenständen und Handwerksmaschinen) vermittelt sie einen etwas sammelsuriumartigen, aber durchaus interessanten Einblick in die Marner Stadt- und Familiengeschichte. Präsentiert werden darüber hinaus einige vorgeschichtliche Funde aus der Region.
♦ Di-Fr und So 14.30-18 Uhr. Erw. 2 €, Familien 3 €. Museumsstr. 2, Tel. 04851-3518.
Heimatmuseum im Skatclub
Dithmarscher Privatbrauerei
Dithmarscher Brauerei: Die heute einzige Privatbrauerei an Schleswig-Holsteins Westküste wurde im Jahr 1884 von der Familie Hintz gegründet und stellt bis heute im nördlichen Ortszentrum ihr Dithmarscher Bier her, das stilvoll und traditionell in Bügelflaschen, den sog. Beugelbuddeln, abgefüllt wird. Derzeit produzieren und vermarkten gut 40 Mitarbeiter täglich etwa 150.000 Flaschen gängiger Biersorten wie Pils, Dunkel oder Bockbier. Bei einer Besichtigung der Braustätte, die teils über enge Treppen und Gänge führt, können Sie den Brauern über die Schulter schauen sowie die Flaschenabfüllung und das Verpacken der Kisten beobachten. Eine Einkehr im Karlskeller mit Verkostung und kleinem Imbiss rundet die Besichtigung ab.
♦ Besichtigung Di, Do oder Sa um 15 bzw. 17 Uhr nach vorheriger Anmeldung. 18 €/Pers., Dauer 2 Std. Anmeldung über ein Buchungsformular unter dithmarscher.de. Österstr. 18, Tel. 04851-9620.
Mein Tipp Marschenbahn-Draisine: Der einstige Bahnabzweig von St. Michaelisdonn über Marne nach Friedrichskoog wurde bereits 1961 eingestellt. Die Gleise von Marne nach St. Michaelisdonn sind aber noch erhalten, sodass Sie diese 9 km lange, stillgelegte Marschenbahnstrecke mit Fahrraddraisinen erkunden können. Maximal vier Personen finden auf der Draisine Platz, jeweils zwei Personen müssen dann kräftig in die Pedale treten. Sie müssen bei der Fahrt auch ein paar kleine Straßen queren, dabei müssen Sie zunächst eine Schranke öffnen (gegebenenfalls Ampeln bedienen) und die Draisine dann über die Straße bzw. den Überweg schieben. Die Draisine ist die einzige in Deutschland mit Stecksegel, das bei entsprechenden Verhältnissen für ein wenig Windunterstützung sorgt. Die Strecke beginnt bzw. endet am alten Marner Bahnhof, wo (wie auch in St. Michaelisdonn) jeweils ein ausgedienter Eisenbahnwaggon als Kiosk bzw. Café dient.
♦ Mai-Sept. „im Dienst“. Einfache Fahrt 25 €/Draisine (bis 4 Pers.), Hin- und Rückfahrt 50 €. Besonderes Familienangebot für 2 Draisinen (bis 8 Pers.) 45 €. Gefahren wird ca. 70 Min. lang. Abfahrt täglich ab Marne 12 und 16 Uhr (in der Gegenrichtung ab St. Michaelisdonn um 10 und 14 Uhr). Buchungsportal unter marschenbahn-draisine.de. Bahnhofstr. 41, Tel. 04851-957686 (Marne) oder Tel. 04853-8816510 (St. Michaelisdonn).
Neufelder Hafen: Ein knapp 6 km südlich von Marne gelegenes Kleinod für Ruhesuchende. Der tideabhängige Hafen mit seinem kleinen Hafenkai beherbergte einmal eine ansehnliche Fischerflotte. Wegen zunehmender Landgewinnungsmaßnahmen und damit zunehmender Verschlickung dient er seit Anfang der 1970er-Jahre jedoch nur noch als Sportboothafen für Boote mit einem Tiefgang von max. 1,50 m. Meeresluft können Sie hier zwar schnuppern, die Außenelbe versteckt sich jedoch hinter einem breiten Gürtel von Salzwiesen, lediglich in der Ferne lassen sich die Schiffe ausmachen. Auf dem Deich lädt ein Restaurant zum Verweilen ein.
Die Basics
Einwohnerzahl 6000
TouristeninformationTouristik Marne-Marschenland e. V., Deichstr. 2 (am ZOB), 25709 Marne, Tel. 04851-957686, echt-dithmarschen.de.
Stadtführung Unterhaltsame Führung jeden Do um 10.30 Uhr (15. Juni bis 15. Okt.). 2 €/Pers. Tel. 04851-957686, Treffpunkt: Touristinfo, Deichstr. 2. Um Anmeldung wird gebeten.
Wochenmarkt Jeden Mi 8-12 Uhr auf dem Marktplatz rund um die Kirche.
BadenBadestelle Kaiser-Wilhelm-Koog, wenn Sie die Einsamkeit lieben, können Sie 8 km westlich von Marne die komfortlose Badestelle des Kaiser-Wilhelm-Koogs ansteuern. Nach Überwindung des Elbdeiches müssen Sie noch etwa 150 m seewärts durch die Salzwiesen zum Wattenmeer laufen. Nur eine einsame Dusche inmitten der Schafe und ihren Hinterlassenschaften weist auf das Badevergnügen hin.
SchwimmbadMarner Schwimmhalle, schnörkellose Halle mit 25-m-Bahnen, Fußbecken für Wechselbäder, Dampfbad und 2 finnischen Saunen. Erw. 3,50 €, Kinder erm., Sauna 8 €. Wechselnde Öffnungszeiten (zumeist nachmittags und abends). Wilhelmstr. 35, Tel. 04851-95969770.
Übernachten
Marner Hof, kleines, vergleichsweise einfaches 20-Zimmer-Hotel garni in einem renovierten, an der verkehrsreichen Hauptstraße gelegenen Altbau, großes Frühstücksbüfett. Die Rezeption ist selten geöffnet, aber Sie erhalten den Zimmerschlüssel jederzeit per Zahlencode unproblematisch am Schlüsselkasten. Kleiner Ring 8, Tel. 04851-9566310, marner-hof.de. €
Essen & Trinken
Stadtkrog, deftige, gutbürgerliche Küche mit prima Preis-Leistungs-Verhältnis (große Portionen) mitten in Marne (am Parkplatz nördl. der Kirche). Netter Service (auch kinderfreundlich), Pizza, Pasta, Balkan-Spezialitäten, aber auch gute Schnitzel mit Pommes, Steaks und Bratfischgerichte. Abendrestaurant (nur So auch mittags geöffnet, Mi Ruhetag). Alter Kirchhof 6, Tel. 04851-9576277. €
Op’n Diek, uriges Lokal direkt auf dem Deich am Neufelder Hafen (6 km südlich von Marne). Es gibt rustikale norddeutsche Küche von einer großen Speisekarte mit Fisch- und Fleischgerichten und leckere Fischbrötchen. Zum Abschluss kann man sich einen leckeren Eiergrog gönnen. Strandkorbterrasse mit Ausblick (Mo/Di Ruhetag). Op’n Diek 3, 25724 Neufeld, Tel. 04851-1840. €€
Mein Tipp Eisblume, 2 km westlich der Innenstadt in Marnerdeich gelegene, seltene Kombination aus Gärtnerei und Eisladen. Hier gibt es keine Kugeln, sondern Becher unterschiedlicher Größen, in denen man sich die teils ungewöhnlichen Sorten mischen lässt (z. B. Zitronenkuchen, Buttermilch-Holunder, Lakritze), zudem Kaffeespezialitäten. Sitzplätze auf dem Gelände auch im Gewächshaus. Mo/Di Ruhetag. Nordseestr. 25, Marnerdeich, Tel. 04851-9573436.
Eine Windmühle namens Edda
St. Michaelisdonn
Der für Dithmarschen schon relativ große Wohnort ohne nennenswerten Tourismus liegt am Übergang von der flachen Marsch zur hügeligen Geest. Am südöstlichen Ortsrand erhebt sich an den Moorwiesen das Kleve (Kliff), das heute ein 12 ha kleines Naturschutzgebiet ist.
Keimzelle des Orts war die St.-Michaelis-Kirche, die 1611 neben ein paar Katen auf einer ehemaligen Düne (Donn) errichtet wurde. Meilensteine seiner wirtschaftlichen Entwicklung waren die Gründung einer inzwischen abgerissenen Zuckerfabrik im Jahr 1888 und der Bau der Marschenbahn Hamburg-Westerland im Jahr 1878 - von St. Michaelisdonn führte ein 1961 stillgelegter Bahnabzweig bis Friedrichskoog. Das Teilstück bis zum etwa 10 km entfernten Städtchen Marne können Sie heute mit einerFahrraddraisine befahren.
Sightseeing
St.-Michaelis-Kirche: Die in Ortsmitte gelegene, einfache Saalkirche mit ihrer Holzbalkendecke wurde 1730 nach Westen hin erweitert, der markante freistehende Glockenturm kam erst 1964 hinzu. Im Kircheninneren fehlt das historische Gestühl, bemerkenswert sind v. a. der von einem einheimischen Künstler geschnitzte Barockaltar und die spätbarocke, reich verzierte Taufe (um 1670).
St. Michaelisdonn: Mühle „Edda“
Freimaurermuseum: Das in einem ehemaligen Schulgebäude am nördlichen Ortsrand untergebrachte Museum ist immerhin das drittgrößte seiner Art in Europa. Im ersten Stock des Gebäudes residiert die Freimaurerloge und gewährt mit der Präsentation von 6000 Exponaten und rituellen Gegenständen Einblicke in die Geschichte der geheimnisumwitterten Freimaurertradition.
♦ Öffnet auf Anfrage, Eintritt frei. Meldorfer Str. 2 (beim Restaurant St. Michael), Tel. 0172-4541277, freimaurer-museum.de.
Naturschutzgebiet Kleve
Der für hiesige Verhältnisse mit einer Höhe von bis zu 40 m ü. NN eindrucksvolle Höhenzug markierte vor 5000 Jahren die ehemalige Küstenlinie. Wie die zugehörige Bilderbuchkulisse präsentiert sich die weithin sichtbare und wunderschön auf dem „toten Kliff“ gelegene Windmühle „Edda“ (ausgeschildert), die zum Ortsteil Hopen gehört. Der schöne reetgedeckte Kellerholländer ersetzte im Jahr 1842 einen Vorgängerbau, von dem man einen Balken mit der Aufschrift „A.D. 1666 8. Mai“ übernahm. Den Namen „Edda“ erhielt die Mühle erst 1959 nach einem Familienmitglied der seinerzeit hier ansässigen Müllerfamilie. Ein Mühlenverein kümmert sich um die Erhaltung des nur selten zu besichtigenden historischen Bauwerks, dessen technische Ausstattung noch vollständig vorhanden ist. Der benachbarte historische Bauernhof wartet derzeit allerdings noch auf bessere Zeiten.
Windmühlen in der Umgebung
Windmühlenliebhaber kommen nicht nur in St. Michaelisdonn, sondern auch in der Umgebung auf ihre Kosten. Knapp 7 km nordwestlich steht im OrtBarlt mit der Windmühle „Ursula“ ein interessanter, 1875 erbauter Galerieholländer mit Jalousieflügeln und Windrose. Die von Wirtschaftsgebäuden umgebene Mühle war noch bis 2000 als eine der letzten Vollerwerbsmühlen Deutschlands in Betrieb. Sie wird mitunter noch zur Futtervermahlung betrieben. Zudem gibt’s hier ein Hofcafésamt Hofladen, Eiswagen und Waschbärgehege (Di-So 13-18 Uhr). Im Garten hinter dem Müllerhaus steht eine bemerkenswerte uralte Doppel-Hainbuche, die wohl das Überbleibsel einer einstigen Wallhecke ist. Eine weitere historische Mühle finden Sie 6 km südlich von St. Michaelisdonn im Ort Eddelak(Süderstr. 27). Die Windmühle„Gott mit uns“ wurde 1865 u. a. unter Verwendung von Teilen des Vorgängerbaus errichtet. Die Mühlentechnik ist noch bemerkenswert gut erhalten. Der reetgedeckte Galerieholländer wird auch „Hochzeitsmühle“ genannt, weil er heute auch als Außenstelle des Standesamts Burg-St. Michaelisdonn dient.
Die Basics
Einwohnerzahl 3500
TouristeninformationTouristinfo St. Michaelisdonn und Umgebung, Bahnhofstr. 26, 25693 St. Michaelisdonn, Tel. 04853-8816510, echt-dithmarschen.de. Kein Gästebeitrag.
SchwimmbadFreibad St. Michaelisdonn, beheiztes Bad mit 25-m-Becken und Kinderrutsche (Mai-Sept. tägl. 13-20 Uhr). Erw. 3 €, Kinder 2 €. Burger Str. 18a, Tel. 04853-8249.
Bio/Regional Alles rund um die Gans
5 km nördlich von St. Michaelisdonn gibt es in Gudendorf eine Gänsefarm, die sich zum Ausflugsziel gemausert hat. Im Dithmarscher Gänsemarkt können Sie den Kükenstall besuchen (Eintritt frei), Ihre Kinder auf dem Spielplatz toben lassen, im großen Hofladen Daunendecken und -kissen wie auch Dekoartikel erwerben und im großen Café/Restaurant Leckereien aus der Farmküche (z. B. Gänse-Burger mit Pommes) und frische Kuchen (z. B. Eierlikörtorte) genießen. April-Dez. tägl. 10-17 Uhr (Mo Ruhetag). Hauptstr. 1, 25693 Gudendorf, Tel. 04859-445. €-€€
Essen & Übernachten
**** Landhaus Gardels, in der ruhigen Ortsmitte gelegenes Ringhotel. 22 mit Liebe zum Detail eingerichtete Zimmer. Fitness- und Saunabereich. Gutes Frühstücksbüfett. Angeschlossen ist das 2-Sterne-Haus „Der kleine Hans“ (kleiner-hans.de). Zum Hotel gehört auch das gute Abendrestaurant Gustav’s: Speisen mit frischen Zutaten (z. B. Sauerfleisch, Rinderroulade, Entenbrust oder Nordseescholle). So Ruhetag. Westerstr. 19, Tel. 04853-8030, landhaus-gardels.de.€€ (Hotel), €€ (Restaurant)
Camping
Hohenkamp Camping, sehr gepflegter, auf einer Anhöhe neben dem Sportflugplatz von St. Michaelisdonn gelegener Campingplatz mit gut 50 Stellplätzen, auch Doppelzimmer im Haupthaus (Fahrrad-Hostel, Gemeinschaftsküche). Hopen 55, Tel. 0173-1467190, hohenkamp-camping.de.
Eine Prise Wald
Burg
Der Luftkurort hat in Dithmarschen eine Art Alleinstellungsmerkmal: Er liegt nicht im platten Marschland, sondern am Rande eines hohen, bewaldeten Geestkerns. Dem Wald ist sogar ein ganzes Museum gewidmet.
Schön und schlicht: Petri-Kirche Burg
In Norddeutschland tragen zahlreiche lediglich von einem hohen Erdwall umgebene Flucht- und Schutzanlagen im Namen die Bezeichnung „Burg“ - und das, obwohl gar keine tatsächliche Burg vorhanden ist. Der Ortsname leitet sich in diesem Fall vom historischen Bökelnburgab, plattdeutsch für „Buchenburg“: Im 9. Jh. befand sich der einst mit hohen Palisaden gespickte Burgwall nämlich in einem Buchenwald. Und auch heute noch ist dieser teils 10 m hohe Bökelnburgwallgut erkennbar, wenn auch der nach wie vor dichte Buchenwaldbewuchs die Palisaden längst abgelöst hat. Das kreisrunde Innere des Walls mit einem Durchmesser von etwa 100 m beherbergte einst einfache Blockhäuser, heute dient es als Friedhof. Erreichbar ist das Gelände vom Zentrum Burgs aus über einen rund 300 m langen Fußweg. Am Fuße des Burgwalls, am Ende der Straße mit Namen Holzmarkt, befindet sich zudem eine kleine Freilichtbühne samt großem Parkplatz, der sich gut als Ausgangspunkt für eine Ortserkundung eignet. Auch von hier aus führt ein Fußweg hinauf zum Friedhof in der ehemaligen Bökelnburg.
Zentraler Punkt des kleinen Ortes ist jedoch der erhöht liegende Marktplatz nahe der St.-Petri-Kirche. Drei schöne historische Gebäude schmücken die Ostseite des Platzes: ein reetgedecktes niederdeutschesFachwerk-Hallenhaus(Haus Nr. 9), das um 1750 errichtet wurde, und ein nur wenige Jahrzehnte jüngerer, weiß getünchter Backsteinbau (Haus Nr. 8), in dem sich 1839-2020 eine „privilegierte“ Apotheke befand. Das Privileg bzw. die Konzession zum Betrieb dieser Apotheke wurde damals noch vom dänischen König verliehen. Das älteste Gebäude ist jedoch das vor der Kirche am Denkmal gelegene ehemalige Diakonat(Große Bergstr. 11) aus dem Jahr 1613, auch „Doktorhaus“ genannt. Der kleine Ort hat außerdem zwei Museen zu bieten: 300 m westlich des Ortskerns befindet sich dasMuseum Ditmarsium, knapp 2 km außerhalb im Burger Wald gibt es zudem das Waldmuseum mit Aussichtsturm.
Sightseeing
Petri-Kirche: Direkt hinter dem Marktplatz liegt das dörflich wirkende, weiß getünchte Gotteshaus, dessen kleiner Turmaufsatz fast mittig auf dem Kirchendach platziert ist. Ursprünglich bestand der auf das 12. Jh. zurückgehende Kirchenbau aus Feldsteinen, die jedoch im Laufe der Zeit weitgehend durch Ziegelsteine ersetzt wurden. Weil die Kirche in früheren Zeiten eine wertvolle Reliquie des Hl. Petrus besaß, wurde sie im Spätmittelalter zur viel besuchten Wallfahrtskirche - heute geht es hier wesentlich ruhiger zu. Die Innenausstattung des fast rechteckigen, einschiffigen Baus mit einer Erweiterung an der Südseite ist vergleichsweise spartanisch, historisch bedeutsam sind lediglich die schlichte Holzkanzel (1621) und das Holzkruzifix (14. Jh.) über dem Altar. Ein Schiffsmodell an der Seitenwand erinnert an die maritime Tradition Burgs.
Auf ewig ungeteilt: Doppeleichen-Gedenkstein in Burg
♦ April-Okt. tägl. 9-18 Uhr (Nov.-März Mo-Fr 9-12 Uhr, Sa/So 9-15 Uhr.
„Up ewig ungedeelt“: Neben der Kirche befindet sich eine Doppeleiche samt Gedenkstein, den die Aufschrift „Up ewig ungedeelt“ ziert. Er erinnert an die Schleswig-Holsteinische Erhebung von 1848. Unter Berufung auf das Ripener Privileg von 1460, in dem vereinbart wurde, dass die Herzogtümer Schleswig und Holstein auf ewig ungeteilt („up ewig ungedeelt“) bleiben sollten, bildeten die Schleswig-Holsteiner eine provisorische Regierung gegen die dänischen Gesamtstaatspläne. Doch die Revolte scheiterte blutig. Zum 50. Jahrestag wurden - nun unter preußischer Herrschaft - überall im Land solche Doppeleichen als Symbolbäume gepflanzt. Wegen ihrer zusammengewachsenen Stämme kann man sie nicht voneinander trennen, ohne dass der ganze Baum zerstört oder schwer beschädigt wird.
Ditmarsium: Das interessante Apotheken-, Gewerbe- und Schifffahrtsmuseum in einer ehemaligen Sattlerei verdankt sich der Initiative eines engagierten Fördervereins. In einer mit Fotos, maritimen Exponaten, Schiffsmodellen und einer originalen Kapitänskajüte ausgestatteten Ausstellung erhält man zunächst Einblicke in die Burger Schifffahrt. Bemerkenswerterweise reichten nämlich einst einzelne Meeresarme bzw. die Küstenlinie bis dicht an Burg heran. So existierte noch im 18. Jh. in der Burger Au eine Werft und eine bedeutende Torfschifffahrt. Mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals schließlich erhielt der Ort sogar einen Kanalhafen, der 1940 jedoch wieder zugeschüttet wurde.
Es gibt darüber hinaus verschiedene historische Werkstätten und Läden zu sehen: Neben den Gerätschaften der alten Sattlerei können Sie eine historische Uhrmacherwerkstatt, einen Frisörladen, einen Kaufmannsladen und eine altertümliche Zahnarztpraxis bewundern. Höhepunkt und ganzer Stolz des Museums ist aber sicherlich die im Obergeschoss platzierte historische Originaleinrichtung der örtlichen königlich-dänischen Apotheke. In verschiedenen kleinen Räumen können Sie die komplette Einrichtung der alten Landapotheke bewundern, also nicht nur den Verkaufsraum, sondern auch die Materialkammern (mit Giftkammer), das Kontor („Büro“), das Laboratorium und auch die „Stosskammer“ (zum Zerkleinern der Heilkräuter mit Mörsern). Zum Haus gehört auch ein gepflegter Apothekergarten mit einheimischen Arzneipflanzen, und ein kleinesSchiffercafé gibt es auch.
♦ Mai-Okt. Di u. Fr-So 14-17 Uhr. Erw. 5 € (mit Gartenführung 6 €), Kinder erm. Große Mühlenstr. 6, Tel. 04825-902200, ditmarsium.de.
Waldmuseum mit Waldlehrpfad: Ungewöhnlich für die waldarme Nordseeküstenregion gibt es auf dem höchsten Punkt des 1,5 km von der Ortsmitte gelegenen, 65 m hohen Wulfsboom ein Waldmuseum. Dieses ist im Unterbau eines 21 m hohen und sehr massiv wirkenden Aussichtsturms untergebracht, der an dieser für schleswig-holsteinische Verhältnisse durchaus exponierten Stelle 1914 errichtet wurde. Von einer verglasten Aussichtsplattform haben Sie knapp über den Baumkronen des 50 ha großen Waldes einen schönen Ausblick über weite Teile Dithmarschens und hinüber zu der den Nord-Ostsee-Kanal überspannenden Hochdonner Eisenbahnbrücke.
Die schon ein wenig betagte Ausstellung selber präsentiert das Ökosystem Wald und insbesondere die heimische Tier- und Pflanzenwelt u. a. mit zahlreichen Tierpräparaten. Aber auch die Burger Heimatgeschichte, Fossil- und Bernsteinfunde sowie die Mooreichen sind Ausstellungsthemen. Entstanden ist das Museum am Fuße des Turms im Jahr 1968 aus der pädagogischen Auswertung einer Schulwaldarbeit an der Realschule Burg und wird seitdem auch gerne von Schulklassen besucht.
Neben dem Museum befindet sich ein umzäuntes Areal mit einem schön gestalteten Waldlehrpfad, der mit Rutschen und Schaukeln auch Spielmöglichkeiten für Kinder bietet. Zudem führt ein etwa 2 km langer, ebenfalls mit Infotafeln bestückter Rundwanderweg durch den angrenzenden Wald. Dabei kommen Sie an einem Teich vorbei, bekommen einen schönen Bestand japanischer Lärchen sowie alter Buchen und Eichen zu sehen, können ein Torfmoospolster bestaunen und v. a. eine hier in der Nähe gefundene Mooreiche, die aus der Zeit um Christi Geburt stammt und von dem Moor konserviert wurde.
♦ Karfreitag bis Ende Okt. Di-So 11-17 Uhr (Mo Ruhetag). Erw. 4 €, Familien 10 €. Für Kinder liegen Quizbögen zur spielerischen Museumserkundung bereit. Die Zufahrt über die Waldstraße ist beschildert. Von einem Waldparkplatz geht es 250 m zu Fuß hinauf zum Museum mit dem Aussichtsturm. Waldstr. 141, Tel. 04825-2985, burger-waldmuseum.de.
Tiefste Landstelle Deutschlands
Die Zugspitze mit ihren 2962 m Höhe kennt jeder als höchsten Berg Deutschlands. Wenn Sie aber auch mal an der tiefsten Stelle Deutschlands stehen wollen, lohnt von Burg aus ein kurzer, gut 6 km langer Abstecher mit der kostenlosen Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal nach Neuendorf-Sachsenbande. Hier befindet sich mit immerhin 3,54 m unterNN Deutschlands tiefstgelegene natürliche Senke, man ist also gewissermaßen am Tiefpunkt Deutschlands angelangt (genau genommen ist es die tiefstgelegene begehbare natürliche Senke Deutschlands, die vom nicht begehbaren, 39 m unter dem Meeresspiegel gelegenen Grund des Hemmelsdorfer Sees bei Timmendorfer Strand noch einmal gehörig getoppt wird). Ohne eine Jahrhunderte andauernde Eindeichung der Elbe und ohne die Niederschlags-Entwässerung dieses fruchtbaren Marschlandes würde der Wasserspiegel hier in der Wilstermarsch um 5 m höher stehen. Ein hölzerner Pfahl an einem kleinen Parkplatz direkt neben der Landstraße weist auf diese exponierte Stelle hin. Die untere hölzerne Tafel erklärt anschaulich, dass der genaue Vermessungspunkt von Deutschlands tiefster Landstelle etwas entfernt halbrechts auf der Weide zu finden ist (also etwa auf „zwei Uhr“ rechts neben dem Haus). Sitzmöglichkeiten und Infotafeln laden an der gepflegten Anlage zur Rast ein, zudem zeigt ein Flutmarker, wie hoch hier ohne entsprechenden Küstenschutz das Wasser bei den vergangenen Sturmfluten gestanden hätte. Deutlich wird die Lage unterhalb des Meeresspiegels auch durch einen artesischen Brunnen - man hat hier eine Bohrung in die wasserführende Schicht in etwa 25 m Tiefe vorgenommen. Und da in einer Senke unterhalb des Grundwasserspiegels das Wasser unter Überdruck steht, kommt es hier ohne Pumpen von selbst an die Oberfläche.
♦ Etwas unscheinbar an der Landstraße zwischen Burg (Dithmarschen) und Wilster gelegen, 500 m vor Neuendorf-Sachsenbande auf der rechten Seite (Infos auch unter tiefstelandstelle.de).
Die Basics
Einwohnerzahl 4100
3,54 m unter NN: Deutschlands tiefste Stelle
Touristeninformation Holzmarkt 5 (im Ladengeschäft „Tee-Burg“), 25712 Burg, Tel. 04825-901194, echt-dithmarschen.de. Kein Gästebeitrag.
Wochenmarkt Jeden Fr 8-12 Uhr auf dem Marktplatz.
SchwimmbadWaldschwimmbad Burg, beheiztes Erlebnisfreibad mit 80-m-Wasserrutsche und Wildwasserkanal. Mai-Sept. 10-20 Uhr. Erw. 4,50 €, Kinder 2 €. Am Sportplatz 10, Tel. 04825-8857.
Essen & Übernachten
Bio/Regional Burger Fährhaus, traditionsreiches, 1895 erbautes Restaurant und Café in wunderbarer Lage direkt am Burger Fährübergang des Nord-Ostsee-Kanals. Im Restaurant mit kleiner wechselnder Karte werden fast ausschließlich regionale Produkte verarbeitet (z. B. gebratenes Goldforellenfilet oder Rumpsteak von der Husumer Färse). Und mit dem Fährhausbräu wird hier sogar ein eigenes Craft-Bier gebraut. Vom Restaurant und dessen Terrasse können Sie wunderbar das Treiben auf der Kanalfähre und den regen Schiffsverkehr beobachten. Auch 4 liebvoll eingerichtete Zimmer im Haus. Im Winter Di Ruhetag. Hafenstr. 48, Tel. 04825-2417, burger-faehrhaus.de. €€
Mein Tipp Zum Dückerstieg, Landgasthaus und Hotel mit hervorragender Küche. In den gepflegten Räumlichkeiten werden saisonale regionale, liebvoll zubereitete Speisen serviert (z. B. geschmorte Kalbsbrust, Dorschfilet oder Haferkorn-Risotto). Professioneller Service. Mo/Di Ruhetag. Geräumige Hotelzimmer im Gästehaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite. 9 km südöstlich von Burg (jenseits des Kanals) nahe der tiefsten Stelle Deutschlands an der kurvigen Landstraße Richtung Wilster gelegen. Dückerstieg 7, 25554 Neuendorf-Sachsenbande, Tel. 04823-92929, dueckerstieg.de. €€ (Hotel), €€€ (Restaurant)
Faster, harder, louder: Wacken-Open-Air (W:O:A)
Nur 10 km nördlich von Deutschlands tiefster Landstelle liegt Wacken, ein kleiner, beschaulicher und vollkommen unspektakulärer 2000-Einwohner-Ort. Nur einmal im Jahr, am ersten Augustwochenende, wird es laut in Wacken - sehr laut! Und voll. Denn dann pilgern unter dem Motto „faster, harder, louder“ 85.000 Heavy-Metal-Fans aus aller Welt in das kleine 1900-Seelen-Dorf, um das seit über 30 Jahren stattfindende Wacken-Open-Air-Festival zu besuchen. Doch die Dorfbewohner stehen mehrheitlich zu dem Festival - und verdienen zumeist auch ganz gut daran. 1990 aus einer Bierlaune entstanden und mit lediglich 800 Besuchern in Wackens Sandkuhle veranstaltet, hat sich das W:O:A mittlerweile zum Mega-Event entwickelt und auf die umliegenden Äcker mit einer Fläche von 300 Fußballfeldern ausgedehnt. Auf insgesamt acht Bühnen treten am dreitägigen Festival-Wochenende von früh bis spät etwa 150 Bands verschiedener Genres auf. Alles, was in der Metal-Szene Rang und Namen hat, gibt sich hier die Ehre. Traditionell eröffnet wird die gigantische Party jedoch durch die Feuerwehrkapelle des Dorfes. Auch die Infrastruktur ist monströs. Das Gelände ist mit mehr als 45 km Bauzaun abgesperrt bzw. unterteilt und verfügt über ein riesiges Campingareal. Um Logistik und Infrastruktur für eine solche Menschenmenge gewährleisten zu können, wurde ein elektrisches System installiert, das eine Stadt mit 70.000 Einwohnern versorgen könnte. Zudem gibt es eine unterirdische Bier-Pipeline mit einer Zapf-Kapazität von 10.000 Litern pro Stunde und überdies 1300 Toiletten und 500 Duschen. Wacken hat sich längst zu Europas Eldorado der Heavy-Metal-Anhänger gemausert. Jahr für Jahr sind die 333 € teuren Tickets bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. Außerhalb der Festivalzeit erinnern nur ein Getreidesilo mit dem Logo des Wacken-Open-Air sowie der dazugehörige Merchandise-Shop („Wacken Store“) an das bedeutende Ereignis.