Inhaltsverzeichnis
Unterwegs mit Dieter KatzOrientiert in OstfrieslandDie Region im ProfilErlebnis Stadt, Kunst und KulturBaden und OutdoorOstfriesland mit KindernUnterwegs in OstfrieslandOstfriesische KüsteWilhelmshavenDangastHooksielHorumersiel-SchilligMinsen-FörrienHohenkirchenCarolinensiel und HarlesielNeuharlingersielEsensBensersielDornumersielDornumNeßmersielNordenNorddeichGreetsielDie KrummhörnEmdenOstfriesische InselnWangeroogeSpiekeroogLangeoogBaltrumNorderneyJuistBorkumOstfriesisches BinnenlandVarelFriesische Wehde/FriedeburgNeustadtgödens/SandeJeverWittmundAurichMarienhafeSüdbrookmerlandGroßefehnWiesmoorJümme (Detern)OverledingerlandLeerPapenburgJemgum/DitzumBundeWeenerNachlesen & NachschlagenLandschaft und NaturGeschichte OstfrieslandsTypisch OstfrieslandReisepraktisches in StichwortenRadwandern in OstfrieslandÜber dieses BuchÜbersichtskarten und PläneIndex
Alles im Kasten
Der JadebusenDeutschlands Tiefseehafen – der JadeWeserPortDie Goldene Linie: Grenze zwischen Ostfriesland und FrieslandDer Bär von EsensPostkutsche nach NorderneyDer Untergang der „Johanne“ – Gründung der DGzRS„Lili Marleen“ auf LangeoogDer Fluch des HolländersDer BaltrumwalDer goldene Ohrring der SeeleuteDer Retter des WelfenhausesKachelotplate: Eine neue Insel entstehtDie Insel der WalfängerDie Katastrophe der „Cimbria“Der Ems-Jade-Kanal – die Kuhrinne des ReichskanzlersKlaus StörtebekerTorf- und FehnschifffahrtDas Rheiderland – Geheimtipp für RuhesuchendeEbbe und FlutSeehunde, putzige Gesichter der NordseeküsteDie Weihnachtsflut von 1717Krabben an der Costa Granata
Kartenverzeichnis
Ostfriesische KüsteNordenEmdenOstfriesische InselnWangeroogeSpiekeroogLangeoogBaltrumNorderneyNorderney-StadtJuistBorkumBorkum-StadtOstfriesisches BinnenlandJeverAurichLeerÜbersicht der Rad- und WandertourenFahrradtour 1: Durch das Wangerland mit seinen mittelalterlichen KirchenFahrradtour 2: Von Neuharlingersiel nach Esens und BensersielFahrradtour 3: Kultur-Tour von Norden über den Hafen von Neßmersiel nach DornumFahrradtour 4: Von Greetsiel aus einmal durch die KrummhörnWanderung/Fahrradtour 5: Rund um die LangeoogWanderung 6: Rund um BaltrumFahrradtour 7: Inselrundfahrt BorkumFahrradtour 8: Von Neustadtgödens zum Jadebusen nach Dangast und zurückFahrradtour 9: Von Leer durch die Flusslandschaft von Jümme und LedaFahrradtour 10: Im Rheiderland zwischen Ems und Dollart zum tiefsten Punkt NiedersachsensZeichenerklärungOstfriesland ÜbersichtWilhelmshaven
Unterwegs mit
Dieter Katz
... studierte Wirtschaftswissenschaften, Erziehungswissenschaften und Ethik. Der promovierte Pädagoge und begeisterte Fotograf hat - erst familiär erzwungen, dann aus Leidenschaft - jeden Sommer seines Lebens an den deutschen Küsten verbracht. Neben dem vorliegenden Buch hat er für den Michael Müller Verlag fünf weitere Reiseführer zu Deutschlands Nord- und Ostseeküste und deren Inseln geschrieben.
Warum fahre ich so gerne nach Ostfriesland? Zugegeben, es war Liebe auf den zweiten Blick: Alles begann, als vor rund 30 Jahren meine Schwiegereltern ihren Aufenthaltsort - zumindest zeitweise - nach Ostfriesland verlegten. Das bedeutete automatisch viele Urlaube am nordwestlichen Rand der Republik. Und jedes Mal habe ich wieder etwas Neues, Interessantes oder geradezu Faszinierendes entdeckt.
Klar ist, die Ostfriesischen Inseln gehören zu den schönsten Flecken Deutschlands und sind allesamt absolut besuchenswert. Wenn das Wetter mitspielt, kommt man sich an den endlos weiten Inselstränden fast so verloren vor wie an einem unbewohnten Südseestrand. Doch auch die Küste mit ihren malerischen Sielhäfen bietet Eindrucksvolles. Ebenso das weithin unbekannte Binnenland mit seinen hübschen Dörfern, den saftigen Wiesen und Feldern, Mooren und Kanälen. Eine Erkundung lohnt unbedingt, denn in diesem uralten Kulturland gibt es viel zu entdecken.
Die schönste Seite Ostfrieslands ist für mich jedoch die allerorts spürbare Weite und die beneidenswerte Unaufgeregtheit. Was gibt es Besseres, als sich bei endlos langen (Deich-)Spaziergängen den Wind um die Nase wehen zu lassen? Und wenn mich weiterer Tatendrang ergreift, dann reicht ein Fahrrad, um ein paar Kilometer durch die Landschaft zu radeln und eine nette ostfriesische Teestube anzusteuern.
Was haben Sie entdeckt?
Haben Sie ein besonderes Restaurant, ein neues Museum oder ein nettes Hotel entdeckt? Wenn Sie Ergänzungen, Verbesserungen oder Tipps zum Buch haben, lassen Sie es uns bitte wissen!
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Michael Müller Verlag GmbH | Stichwort „Dieter Katz, Ostfriesland“ | Gerberei 19 | D - 91054 Erlangen
oder per Mail an:
Orientiert in Ostfriesland
Die Region im Profil
Ostfriesland ist ...
Die Vielfalt macht’s: Strand- und Badeurlauber kommen in Ostfriesland ebenso auf ihre Kosten wie Radfahrtouristen, Wassersportler oder kulturell Interessierte. Neben hübschen, kleinen Dörfern und pittoresken Sielhäfen gibt es mit Wilhelmshaven und Emden sogar zwei städtische Zentren.
♦ Nord-Süd-Erstreckung: max. 75 km
♦ Ost-West-Erstreckung: max. 85 km
♦ Einwohner: ca. 640.000 (Ostfriesische Halbinsel), ca. 165 Einwohner/km2
♦ Tourismus: Rund 24 Millionen Übernachtungsgäste und knapp 26 Millionen Tagesgäste sorgen für einen lebhaften Ganzjahrestourismus.
... die platteste Region der Republik
Auf den ersten Blick ist Ostfriesland vor allem eins: flach. Es gibt keine Berge, nicht einmal Hügel oder nur wenige besonders auffällige Höhenunterschiede, zumindest im Vergleich mit anderen Gegenden. Der Ostfriese sieht das allerdings ein bisschen anders. Für ihn ist jede kleine Erhöhung ein Berg oder - in seiner Sprache, die bezeichnenderweise Plattdeutsch heißt - ein barg. Den höchsten barg findet man auf der Insel Norderney. Er ist eine Düne und stolze 24,4 m hoch.
... der nordwestliche Zipfel der Republik
Auch wenn’s kurios klingt, es stimmt: Das platte Ostfriesland ist so westlich, wie’s westlicher in Deutschland kaum geht. Alles aber nur eine Frage der Perspektive: Das Ost in Ostfriesland bezieht sich darauf, dass die Region den östlichen Teil des Siedlungsgebiets der alten Friesen bildet. Der Rest liegt jenseits der Staatsgrenze in den Niederlanden (Westfriesland) bzw. jenseits der innerdeutschen Landesgrenze in Schleswig-Holstein (Nordfriesland). So weit, so klar. Nicht ganz, denn der Osten der ostfriesischen Halbinsel gehört politisch gar nicht mehr zu Ostfriesland, sondern zu Friesland. Der Teufel steckt also wie so oft im Detail ...
... ein Inselparadies
Sieben Ostfriesische Inseln liegen aneinandergereiht wie Perlen an einer Schnur vor der ostfriesischen Küste. Die weitgehend autofreien Inseln Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney und Juist sind dabei nur 5 bis 8 km vom Festland entfernt, sodass einige von ihnen im Rahmen von Wattwanderungen sogar zu Fuß erreicht werden können. Lediglich Borkum, die größte und westlichste Insel, liegt mit rund 20 km deutlich ab vom Schuss, was sie bei Allergikern besonders beliebt macht, die das pollenarme Hochseeklima schätzen. Alle Inseln bieten herrliche Sandstrände zum offenen Meer hin und sind deshalb für Badeurlauber besonders attraktiv - aber auch für alle, die Ruhe und Erholung suchen.
... ein Land der Deiche, Siele und Warfen
Endlose Sandstrände wie auf den Inseln sucht man an der ostfriesischen Festlandküste vergeblich. Die Küste musste wegen der verheerenden Sturmfluten, die Ostfrieland im Laufe der Geschichte regelmäßig heimgesucht haben, mit einem riesigen Verteidigungswall geschützt, sprich eingedeicht werden. Das geschah bereits ab dem 11. Jh., heute sind diese Deiche der landschaftsprägende Faktor der ostfriesischen Küstenlinie schlechthin. Völlig undurchlässig sind die Deiche aber nicht: Verschließbare Gewässerdurchlässe, sog. Siele, sorgen dafür, dass das Marschland hinter der Küstenlinie bei Bedarf entwässert werden kann. An diesen Sielen sind malerische Hafenorte wie Greetsiel oder Neuharlingersiel entstanden, die heute zum Charme der Küste beitragen. Ebenfalls auf den Schutz vor den Fluten zurückzuführen sind die Warfendörfer: kleine Siedlungen, die auf künstlich aufgeschütteten Hügeln errichtet wurden, um so den Fluten zu entrinnen. Eine ganze Reihe alter Warfendörfer gibt es in der Krummhörn, eines der besterhaltenen und schönsten ist Rysum.
... uraltes Kulturland
Ostfrieslands Binnenland lockt mit beschaulichen Kirchdörfern, wunderschön hergerichteten historischen Windmühlen, geschichtsträchtigen Kleinstädten wie Leer oder Jever und einer unendlich weiten, sattgrünen Landschaft. Charakteristisch sind vor allem die durch lange Kanäle miteinander verbundenen Moorkolonien, die durch die einstmals mühselige Kultivierung der Hochmoore entstanden sind. Hier ist man mit zahlreichen Rad- und Wasserwegen für Kanufahrer bestens auf (Aktiv-)Urlauber eingestellt.
... Weltnaturerbe
Zwischen den Inseln und dem Festland Ostfrieslands erstreckt sich das flache Wattenmeer der Nordsee. Die maßgeblich von den Gezeiten geformte einzigartige Landschaft ist Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Was bei Ebbe an eine schlammige Wüstenlandschaft erinnert, beherbergt eine Fülle von (vor allem sehr kleinen) Lebewesen, die sich auf einer Wattwanderung entdecken lassen. Etwa alle sechs Stunden setzt die Flut ein und sorgt dafür, dass das „richtige“ Meer zurückkommt.
Sightseeing und mehr
Erlebnis Stadt, Kunst und Kultur
Die Ostfriesische Halbinsel ist uraltes Kulturland und verfügt mit mittelalterlichen Kirchen, Häuptlingsburgen und Windmühlen über viele bauliche Schätze. Auch museal hat Ostfriesland einiges zu bieten - vom Heimatmuseum bis zur modernen Kunsthalle ist alles dabei.
In Ostfriesland gibt es ...
♦ ... etwa 80 Museen (von der Heimatstube bis zum Museum mit Weltruhm)
♦ ... etwa 280 historische Kirchen (mit zum Teil bedeutenden Kunstschätzen)
♦ ... etwa 80 historische Windmühlen (etwa 25 davon sind noch funktionsfähig)
Maritime Museen in Wilhelmshaven
Seine enge Verbindung mit dem Meer dokumentiert Wilhelmshaven mit einigen sehenswerten maritimen Museen und Ausstellungen. Das Deutsche Marinemuseum beeindruckt vor allem mit einem riesigen begehbaren U-Boot; das Küstenmuseum zeigt unter anderem seltene Grabungsfunde, die die Siedlungsgeschichte von Stadt und Umland dokumentieren. Im Aquarium gibt es über 300 Tierarten zu bestaunen, darunter auch Seehunde, Pinguine und Haie. Einzigartig ist dort die Simulation des Lebensraums Antarktis. Und mit dem Wattenmeer-Besucherzentrum steht in Wilhelmshaven quasi die Mutter aller niedersächsischen Nationalparkhäuser, in dem neben der interaktiven Wattenmeer-Ausstellung auch das Skelett eines vor Baltrum gestrandeten Pottwals zu sehen ist. .
Ostfriesisches Landesmuseum Emden
Die Dauerausstellung des Museums umfasst mehrere Sammlungen, die Geschichte, Kunst und Kultur der Region gewidmet sind. Das wahrscheinlich ungewöhnlichste Ausstellungsobjekt ist eine 1200 Jahre alte Moorleiche, die 1907 im Landkreis Aurich gefunden wurde. Für einen weiteren Superlativ sorgt die Rüstkammer mit der größten stadteigenen Waffensammlung Deutschlands. Andere Abteilungen thematisieren den Deichbau oder die Siedlungsgeschichte der Region, eine Gemäldegalerie präsentiert niederländische Meister.
Kunsthalle Emden
Weltruhm in Sachen moderne Kunst genießt Emden, seit im Jahr 1986 Henri Nannen seiner Heimatstadt eine bedeu-tende Kunstsammlung geschenkt hat. Nicht nur die Meisterwerke von Kirchner, Nolde oder Macke locken scharenweise Kunstliebhaber an, auch die hochkarätigen Sonderausstellungen der Kunsthalle mit Leihgaben aus aller Welt finden ihr Publikum.
Expressionismus in Dangast
Ostfriesland hat zu Beginn des 20. Jh. immer wieder expressionistische Maler, besonders die der Künstlergruppe Brücke, nach Dangast an den Jadebusen gelockt, wo Lichtverhältnisse und Landschaft sie inspirierten. Der Maler Franz Radziwill lebte hier bis zu seinem Tod 1983. Sein Haus ist heute ein einzigartiges Gesamtkunstwerk mit jährlich wechselnden Ausstellungen. Empfehlenswert ist auch ein Spaziergang auf dem sog. Dangaster Kunstpfad, der den Brücke-Künstlern gewidmet ist: 19 Bildtafeln zeigen einige ihrer Werke und markieren gleichzeitig die Stellen, an denen das jeweilige Motiv zu finden ist.
Rats- und Bürgerhäuser in Leer
Dass Leer durch den Warenhandel im 16. und 17. Jh. zu Wohlstand kam, kann man noch heute an den reich verzierten Backsteinfassaden der Rats- und Bürgerhäuser im Stil des niederländischen Frühbarocks ablesen. Über 300 denkmalgeschützte Häuser bilden ein wunderschönes Altstadtensemble. Ein wahres Prachtstück ist das Haus Samson von 1643, das schon seit etwa 1800 eine Weinhandlung beherbergt. In den oberen Stockwerken ist ein kleines Museum für ostfriesische Wohnkultur des 18. und 19. Jh. untergebracht.
Neustadtgödens
Der kleine Ort in der Nähe des Jadebusens wurde 1544 als Planstadt gegründet und ist weitgehend unzerstört erhalten geblieben. Mit dem Recht auf freie Religionsausübung lockten die Herren des benachbarten Schlosses Gödens damals niederländische Glaubensflüchtlinge als Facharbeiter hierher. Bald kamen nicht nur Mennoniten, sondern auch Lutheraner, Reformierte, Katholiken und Juden. Neustadtgödens wurde zu einem lebhaften Handels- und Handwerkerort, in dem eine ungewöhnlich hohe religiöse Toleranz herrschte. Die vielen Handwerkerwappen an den kleinen Häusern und vor allem der Umstand, dass alle fünf Gotteshäuser dieser Religionen erhalten geblieben sind, erinnern daran.
Warfendorf Rysum
Das Örtchen im Süden der Krummhörn ist ein außerordentlich gut erhaltenes Warfendorf, in dem sich die kleinen Häuser auf einem flutgeschützten, künstlich aufgeschütteten Hügel (Warf) aneinanderdrängen. Im Zentrum steht die Dorfkirche mit der wahrscheinlich ältesten noch vollständig erhaltenen Orgel Deutschlands (von 1457).
Familienurlaub
Ostfriesland mit Kindern
Kinder, Strand und Meer, das passt eigentlich immer gut zusammen. Ostfrieslands Küste und Inseln bieten also ideale Voraussetzungen für einen unbeschwerten Familienurlaub. Spannende (Mitmach-)Museen und Tierparks runden das Angebot ab.
Ausflug zu den Seehundbänken
Immer ein Erlebnis für Familien mit Kindern ist eine „Seehundsafari“ mit dem Ausflugsschiff, bei der die scheuen Tiere aus nächster Nähe beobachtet werden können. Angeboten werden diese Fahrten vor allem von Harlesiel, Neuharlingersiel und Bensersiel aus und auf Norderney.
Kinderangebote der Gemeinden
Die Tourismus-Services der einzelnen Orte stellen häufig ein spezielles Kinderunterhaltungsprogramm zusammen, dessen Eintritt meist im Kurbeitrag enthalten ist. Die Palette reicht von Kinderfesten, Bastelangeboten und Piratenabenteuern bis zu Clown-Vorführungen oder der öffentlichen Lesung von Gutenachtgeschichten.
Und damit sich die lieben Kleinen auch bei Schlechtwetter austoben können, gibt es in vielen Orten sog. Indoor-Spielanlagen. Hier kann Ihr Nachwuchs auf Klettertürmen, Rutschen, Trampolinen usw. nach Herzenslust lautstark herumtollen, vorausgesetzt, Sie zahlen dem Betreiber der Spielscheune oder -halle einen entsprechenden Obolus.
Erlebnis Nationalpark Wattenmeer
Jedes Nordseebad an der Küste und auf den Inseln Ostfrieslands hat ein eigenes Nationalparkhaus, das dem UNESCO-Welterbe Wattenmeer eine Ausstellung widmet - jeweils unter Beachtung der regionalen Besonderheiten des Ortes. Gleichzeitig wird dort immer ein tolles Angebot speziell für Kinder organisiert, zum Beispiel Wattspaziergänge, Vogel-Endeckungstouren oder Mikroskopierangebote. Infos unter nationalparkhaus-wattenmeer.de.
Seehundaufzuchtstation und Waloseum Norddeich
Die Seehundaufzuchtstation ist eine der meistbesuchten Einrichtungen an der Nordseeküste, die kleinen Heuler sind einfach unfassbar süß. Für Kinder beeindruckend ist aber auch das dazugehörige 5 km entfernte Waloseum mit seiner Ausstellung über die riesigen Meeressäuger und dem imposanten Pottwalskelett.
Buddelschiffmuseum Neuharlingersiel
Wie kommt das Schiff in die Flasche? Das erfährt man in diesem kleinen Museum, wo es über 100 Buddelschiffe in Flaschen unterschiedlichster Größe (von 0,7 bis 60 Liter!) zu bestaunen gibt. Mitunter werden Buddelschiffbauaktionen angeboten, an denen man teilnehmen kann.
Museumseisenbahn Norden
Eisenbahnromantik im Bummeltempo auf der 17 km langen Strecke von Norden nach Dornum. Eine Fahrt mit der Museumsbahn lässt sich auch gut mit einem Fahrradausflug kombinieren. Und im Lockschuppen gibt’s zudem noch ein schönes Eisenbahnmuseum mit historischen Fahrzeugen. Zugverkehr nur sonntags.
Leuchtturm Campen
Hier geht’s richtig hoch hinaus, und das schon seit 1889. Der mit seinem dreibeinigen Stahlgestell filigran wirkende Turm streckt sich stolze 65 m in die Höhe und ist damit Deutschlands höchster Leuchtturm. Kinder können hier per Fragebogen die Prüfung zum „Leuchtturmhilfswärter“ ablegen oder das „Leuchtturmstürmer-Diplom“ erwerben.
MachMitMuseum miraculum Aurich
Kein Museum im klassischen Sinn, denn hier stehen das Selbermachen, Ausprobieren und spielerisches Lernen im Vordergrund. Jährlich wird hier eine neue interaktive Ausstellung zu Themen wie „Leinen los“ oder „Reise zum Mittelpunkt der Zeit“ aufgebaut, und Kinder ab 5 Jahren können hier auf Entdeckungsreise gehen.
Dat Otto Huus in Emden
Kleines Museum von und über den Emder Komiker Otto Waalkes, in dem es für Otto-Fans viel zu entdecken gibt. Im großen Ottifanten-Souvenirshop werden die Kinderaugen zwangsläufig größer, der Inhalt des elterlichen Geldbeutels wird entsprechend schrumpfen.
Leeraner Miniaturland
Da leuchten nicht nur Kinderaugen: Auf zwei riesigen Modelleisenbahnanlagen wurde die hiesige Region im Maßstab 1:87 nachgebaut - über 8500 Gebäude und Sehenswürdigkeiten, zwischen denen sich Dutzende von Zügen auf kilometerlangen Schienen bewegen.
Jaderpark bei Varel
Für Kinder ein Traum! Der Jaderpark ist eine Mischung aus Zoo und Freizeitpark (mit etwa zehn Fahrattraktionen), der mit der sog. Spielscheune noch eins draufsetzt und dort - schlechtwettersicher! - weitere Spiel- und vor allem vielerlei Klettermöglichkeiten bietet.
Unterwegs in Ostfriesland
Ostfriesische Küste
Die Küste Ostfrieslands bietet vor allem Wind, Wattenmeer und Weite, dazwischen bunte Leuchttürme, gut erhaltene Warfendörfer, uralte Kirchen und Fischkutter-Romantik in malerischen Sielhäfen, aber auch großstädtische Kultur in Wilhelmshaven und Emden.
Leuchttürme ...
... sind ein Wahrzeichen der Küste. Der größte, aber auch der kleinste Leuchtturm Deutschlands steht in der Krummhörn.
Ostfrieslands Küste wird von hübschen Hafenorten geprägt, die überall dort entstanden sind, wo Siele gebaut wurden, um das Land nach Neueindeichungen zu entwässern. Entsprechend lauten die Ortsnamen: Carolinensiel, Neuharlingersiel oder Greetsiel. Längst leben die ehemaligen Fischerorte fast ausschließlich vom Tourismus. Idyllische Kutteratmosphäre findet man daher nur noch in wenigen Häfen. Dort jedoch können Sie immer noch fangfrischen Granat (Krabben) oder Fisch direkt vom Kutter kaufen.
Am Jadebusen im Osten der ostfriesischen Halbinsel liegt mit Wilhelmshaven die größte Stadt der Region, die mit ihren maritimen Museen sowie dem einzigen Südstrand der deutschen Nordseeküste Besucher und Badegäste anzieht. Im Westen besetzt Emden den Rang der zweitgrößten Stadt Ostfrieslands und lohnt vor allem wegen der hochkarätigen Kunsthalle und dem Ostfriesischen Landesmuseum einen Besuch.
Eingefasst ist die 150 km lange Küstenlinie von den schier endlos wirkenden Deichen. Sie schützen das mühsam dem Meer abgerungene Land wie eine unüberwindbare Mauer vor den Sturmfluten und laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Einen freien Blick auf das Meer und die nahen Inseln hat man daher immer erst, wenn man die Deichkrone überwunden hat. Binnendeichs erstreckt sich das endlos flache Marschland, das von zahlreichen Wasserläufen durchzogen ist und durch viele kleine, oft alleenartige Straßen und Wege erschlossen ist. Einzige Erhebungen sind zahlreiche, vor Jahrhunderten aufgeschüttete Erdhügel (Warfen, Warften oder Wurten), auf
denen die früheren Bewohner ihre mächtigen Gulfhöfe und Kirchen errichteten.
Die pittoresken Leuchttürme, darunter Deutschlands kleinster und Deutschlands höchster (beide in der Krummhörn), prägen das Landschaftsbild der Küste ebenso wie die mittlerweile weit verbreiteten Windkraftanlagen. Ostfriesland zählt weltweit zu den Regionen mit den meisten dieser lukrativen Energiequellen.
Was anschauen?
Greetsiel und Neuharlingersiel: Zwei malerische Sielhäfen - vor allem in Greetsiel ist es gelungen, nahezu den kompletten Ort perfekt zu restaurieren und das Flair alter Zeit zu bewahren. Auch der Hafen von Neuharlingersiel mit seinen zahlreichen Kuttern lohnt unbedingt einen Besuch.
Kunsthalle Emden: Für Liebhaber moderner Kunst gehört ein Besuch dieses hochrangigen Museums zum Pflichtprogramm. Neben Meisterwerken des Expressionismus werden auch Sonderausstellungen mit Leihgaben aus aller Welt gezeigt.
Rysum: Das hervorragend erhaltene Rundwarfendorf im Süden der Krummhörn kann mit der ältesten spielbaren Orgel Nordeuropas aufwarten. Auch die hübsche historische Windmühle, ein dreistöckiger Galerieholländer, ist einen Besuch wert.
Wo baden?
Baden ist an der Küste nur bei Flut möglich, bei Ebbe zieht sich das Wasser fast vollständig zurück. Lediglich in Dangast berührt ein Stück der hügeligen Geestlandschaft das Meer und beschert dem Badeort folglich einen kleinen natürlichen Sandstrand. Und auch in Schillig an der Nordostspitze der Ostfriesischen Halbinsel gibt es aufgrund von strömungsbedingten Sandanlagerungen ein Stück ursprüngliche Dünenlandschaft mit Sandstrand. In den anderen Küstenbädern sorgen künstlich aufgeschüttete Strandabschnitte für Badefreuden.
Was unternehmen?
Wattwandern: Was liegt näher, als sich einer der fast überall an der Küste von staatlich geprüften Wattführern angebotenen Wanderungen anzuschließen? Gerade auch für Kinder ist das immer ein Erlebnis, weil es dabei so viel zu entdecken gibt.
Fahrradtour von Greetsiel durch die Krummhörn: Auf dieser Rundfahrt erleben Sie Ostfriesland pur - Wind, Wattenmeer und Leuchttürme wie der berühmte „Otto-Turm“ auf der einen, Burgen, uralte Kirchen und Warfendörfer auf der anderen Seite.
Schiffstouren: Von allen Küstenhäfen aus können Sie erlebnisreiche Ausflugsfahrten unternehmen, meist zur nächstgelegenen Ostfriesischen Insel, oft auch Hafenrundfahrten, Wattenmeerfahrten oder Mini-Kreuzfahrten zu den Seehundbänken.
Wilhelmshaven
Wilhelmshaven ist im Süden und Osten vom Nordseewasser umgeben. Das Meer ist allgegenwärtig und Lebensmittelpunkt, ja geradezu die Existenzberechtigung der Stadt. Und auch das bemerkenswerte kulturelle Angebot der Stadt setzt voll auf das Thema Meer und Küste.
Badetouristisch hat Wilhelmshaven eine Besonderheit zu bieten: Die Stadt verfügt über den einzigen Südstrand an der deutschen Nordseeküste. Der ist allerdings kein Sand-, sondern ein Grünstrand, also ein flach auslaufender Deich. Man sonnt sich auf dem kostenlos zugänglichen und sehr gepflegten Grün oder mietet sich einen der am Deichweg stehenden Strandkörbe. Teestuben, Restaurants und Hotels in einheitlicher Klinkerbauweise laden auf der breiten Promenade zum Besuch ein. Ebenso warten hier mit dem Aquarium, dem Wattenmeer-Besucherzentrum und dem Marinemuseum auch drei Stationen der Maritimen Meile auf Besucher. Andere Sehenswürdigkeiten wie das Küstenmuseum und das auffällig rot gestrichene Museums-Feuerschiff„Norderney“ erreicht man vom Südstrand über die 1907 eröffnete Kaiser-Wilhelm-Brücke. Die denkmalgeschützte Drehbrücke ist die größte Europas und zugleich das Wahrzeichen der Stadt. Mit einer Breite von 159 m und ihren 20 m hohen Pfeilern überspannt sie die Engstelle des sog. „Großen Hafens“. Sie stellt die Verbindung zur Innenstadt her, zu der es von der Brücke nicht mehr allzu weit ist. Vorbei an der Christus- und Garnisonskirche geht es hinüber zum Bahnhof. Schön bummeln lässt es sich auf der dahinter liegenden Marktstraße, der eigentlichen Fußgängerzone Wilhelmshavens. Etwa in ihrer Mitte zweigt nordwärts die Kieler Straße mit ihren gläsernen Arkaden ab und mündet dann in die parallel zur Marktstraße verlaufende Börsenstraße. Hier weitet sich die (etwas gesichtslose) Fußgängerzone zu einem Platz, gesäumt von zahlreichen Straßencafés und Bistrokneipen.
Auch wenn der Tourismus der Stadt inzwischen ein erkleckliches finanzielles Zubrot liefert, lebt Wilhelmshaven weiter in erster Linie von der Marine, der Großschifffahrt und der Hafenwirtschaft (→ JadeWeserPort). Einst als Standort der preußischen Kriegsmarine gegründet, ist die Stadt heute mit rund 9000 Soldaten und zivilen Mitarbeitern der größte Bundeswehrstandort Deutschlands und natürlich auch der wichtigste Marinestützpunkt. Bei der zivilen Hafenwirtschaft spielt der Ölumschlag eine bedeutende Rolle. Die mächtigen Raffinerieanlagen liegen nordöstlich der Stadt am Ölhafen (ausgeschildert). Hier gibt es auch einen besuchenswerten Aussichtshügel mit einer Gedenkstätte für Seebestattete, der vom 5 Tonnen schweren Stockanker eines Großseglers aus dem 19. Jh. gekrönt ist. Außerdem befinden sich hier (wie auch im nahe gelegenen Etzel) riesige unterirdische Kavernen, in denen Erdölreserven der Bundesrepublik gelagert werden und die in Krisenzeiten die landesweite Versorgung für drei Monate gewährleisten sollen.
Ein ganz anderes Gesicht zeigt Wilhelmshaven in seinem 4 km nördlich der Innenstadt gelegenen Ortsteil Rüstersiel, der auf eine fast 500-jährige Geschichte zurückblicken kann. Als kleine Idylle hat dort der beschauliche Sielhafen überdauert. Auf der nördlichen Hafenseite lädt ein hübsch gelegenes Restaurant mit einer Terrasse unter hohen Bäumen zum Verweilen ein.
Besuchenswert - v. a. für Kinder - ist zudem der in der Nähe gelegene Störtebeker Park, ein 2 ha großer Spiel-, Lern- und Freizeitpark (Freiligrathstr. 426; Eintritt frei, Sa geschlossen, stoertebekerpark.de), in dem auch die historische Sibetsburg im Maßstab 1:4 nachgebaut wurde. Er ist nur eine von mehreren städtischen Parkanlagen, die der auf Watt gebauten Schlicktown Wilhelmshaven ein eher grünes Gesicht verleihen. Am imposantesten ist der riesige, über 100 Jahre alte Stadtpark mit sehr schönem Rosarium (mit über 500 Sorten) und dem erst 2017 neu angelegten Botanischen Garten ganz im Norden Wilhelmshavens (Neuengrodener Weg 26).
Geschichte
Das nicht mal 170 Jahre alte Wilhelmshaven ist eine Planstadt, die generalstabsmäßig als Marinehafen und -werft entworfen wurde. Zwar erkannte der Friesenhäuptling und Seeräuber Edo Wiemken schon 1383 die günstige Lage am Jadebusen (→ Kasten) und erbaute die Siebethsburg, doch bereits 50 Jahre später wurde diese Seeräuberburg von der Hanse geschliffen. An die Burg erinnern heute nicht viel mehr als ein paar Wälle und Gräben in der nördlichen Innenstadt.
Erst im 19. Jh. offenbarten die kriegerischen Auseinandersetzungen des Deutschen Bundes mit Dänemark die Schutzlosigkeit der deutschen Nordseeküste und machten den Bau eines Kriegshafens erforderlich. Unglücklicherweise gehörte das erwählte sturmgeschützte Gebiet an der Jademündung aber nicht zu Preußen, sondern zum souveränen Großherzogtum Oldenburg. Doch für 500.000 Taler traten die Oldenburger 1853 mit dem Jadevertrag etwa 313 ha Land zum Bau eines Marinehafens an Preußen ab. Vor allem das benachbarte Königreich Hannover war verständlicherweise wenig begeistert von der neuen preußischen Enklave. 1857 legten Tausende nur mit Schaufeln und Schubkarren bewaffnete Arbeiter unter härtesten Bedingungen eine riesige Sumpflandschaft an der Jade trocken, auf welcher nach nur zwölf Jahren die Stadt mit ihrem auf dem Reißbrett geplanten rechtwinkligen Straßennetz und der so wichtige Hafen entstanden. Feierlich übergab der preußische König und spätere deutsche Kaiser Wilhelm I. im Sommer 1869 der Marine den Hafen, die Ansiedlung rundherum bekam seinen Namen.
Südstrand der Nordseeküste: Wilhelmshaven
Bis zum Ersten Weltkrieg erlebte Wilhelmshaven einen wahren Bau- und Bevölkerungsboom, denn die kaiserliche Werft benötigte dringend Arbeitskräfte, die aus allen Teilen Deutschlands zuzogen. Unter Kaiser Wilhelm II. hatte die Marine nämlich Vorrang, mit ihr wollte er für sein Reich „einen Platz an der Sonne“ erobern. Das so entfesselte Wettrüsten mit der größten Marinemacht Großbritannien trug aber auch maßgeblich zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs bei. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass von der durch den Kaiser so geförderten Kriegshafenstadt ein entscheidender Impuls zur deutschen Revolution 1918/19 und damit zur Beendigung des Ersten Weltkriegs sowie zur Auflösung des Kaiserreichs ausging. Am 30. Oktober 1918 verweigerten die Matrosen der Wilhelmshavener Kriegsschiffe den Befehl zum Auslaufen und vereitelten so eine sinnlose Seeschlacht mit den Briten. Der Matrosenaufstand erfasste erst die Kriegshäfen, später das gesamte Reich und führte schließlich zur Abdankung des Kaisers.
Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Folgen der einseitigen Ausrichtung auf die Rüstungsindustrie überdeutlich zu spüren. Deutschland war im Versailler Friedensvertrag 1919 der Unterhalt einer größeren Kriegsflotte untersagt worden, und so gab es kaum Arbeit in Wilhelmshaven. Die Flottenpläne der Nationalsozialisten brachten der Stadt eine erneute Blüte. Wieder wurde einseitig auf die Marine gesetzt, und wieder hatte man falsch entschieden. In rund 100 Luftangriffen gingen im Zweiten Weltkrieg etwa 80.000 Bomben auf den Hafen und das Stadtgebiet nieder. 80 % der Wohnhäuser wurden zerstört. Dank der stattlichen Anzahl von 120 im Stadtgebiet verteilten Bunkeranlangen kamen bei diesen Bombardements von den damals 120.000 Einwohnern „nur“ etwa 500 Menschen ums Leben. Nach dem Krieg sahen erste Pläne der Alliierten zunächst eine komplette Flutung der Stadt vor, man beschränkte sich aber schließlich auf die Zerstörung von Marinewerft und Kriegshafen.
Heute ist Wilhelmshaven wieder der größte und bedeutendste Marinestandort Deutschlands. Doch auch neu angesiedelte Industrieunternehmen brachten der Stadt Lohn und Brot. Viele konnten sich aber langfristig nicht am Standort halten. 1992 schlossen z. B. die Olympiawerke (Schreibmaschinen), die einmal 20.000 Mitarbeiter beschäftigt hatten. Zukunftshoffnung sind der Tourismus und - wieder einmal - der Hafen in Form des modernen JadeWeserPort.
Der Jadebusen
Entstanden ist die riesige Bucht durch mehrere mittelalterliche Sturmfluten. Erste Einbuchtungen waren das Ergebnis der Julianenflut von 1164, die einen damals schon vorhandenen Deich zerstörte. In den folgenden Jahrhunderten schlug der Blanke Hans, wie die tosende Nordsee auch genannt wird, immer wieder zu und vergrößerte die Bucht. Zuletzt geschah das im Jahr 1905, als die Insel Arngastendgültig verschwand. Sieben Kirchdörfer wurden im Laufe der Zeit ausradiert, und nahezu 100.000 Menschen starben in den Fluten. Andererseits konnte man mühsam auch wieder Land zurückgewinnen, sodass die heutige Form des Jadebusens auch das Resultat umfangreicher Eindeichungsmaßnahmen ist.
Der Jadebusen - sein Name stammt vom Fluss Jade, der bei Varel in die Bucht mündet - hat eine Fläche von über 190 km2. An seiner engsten Stelle, die Wilhelmshaven von Butjadingen trennt und quasi den Eingang zur Bucht bildet, ist der Jadebusen ein wahres Nadelöhr von nur 4 km Breite.
Durch die Verengung lassen die Gezeiten viermal am Tag 450 Millionen Tonnen Wasser mit der Flut in den Jadebusen hinein- und mit der Ebbe wieder hinausfließen. Die Spülkraft der Wassermassen hat im Sand eine Rille mit einer Tiefe von über 10 m gegraben, die direkt an Wilhelmshaven vorbeiführt und eine ideale Fahrrinne für den Tiefseehafen (→ JadeWeserPort) schafft.
Der größte Teil des Jadebusens fällt bei Ebbe trocken und ist heute ein einzigartiges Vogelschutzreservat im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Zum Schutz vor der Flut ist der Jadebusen von einem 55 km langen Deich umgeben; einzig das 2 km lange Geestkliff von Dangast benötigt keinen Schutzdeich.