Tipps und Tricks für Lehrer - Nele Hansen - E-Book

Tipps und Tricks für Lehrer E-Book

Nele Hansen

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Beschreibung

Tipps und Tricks für Lehrer Weder im Studium noch im Referendariat wirst du auf die realen Herausforderungen des Lehrerberufes vorbereitet. Und auch als erfahrener Kollege kann es dir passieren, dass du dich in der Alltagsroutine verlierst und plötzlich wieder wie ein Junglehrer nach Lösungsstrategien für Probleme im Schulalltag suchst. Dieser Ratgeber hält Seite für Seite zahlreiche Tipps, Hinweise, Ideen, Vorgehensweisen und Tricks für deinen Alltag in der Schule bereit. So wirst du dich schnell zurechtfinden, gut ankommen und schulische Situationen meistern. Das Buch ist vor allem für junge, angehende Lehrkräfte gedacht. Es bietet aber auch denjenigen eine gute Hilfe, die etwas im Schulleben ändern möchten, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Mit den Tipps begegnest du den Anforderungen des Lehreralltages gelassen und schonst deine Gesundheit. Was dich erwartet: Tipps, die direkt umsetzbar, realistisch und praxisnah sind.

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Seitenzahl: 148

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Praxistipps für junge Lehrer

Ein Ratgeber für angehende Lehrkräfte in der Schule: Praktische Tipps und Strategien, die dir helfen, schulische Situationen zu meistern.

Es kann losgehen…

Diese Tipps erwarten dich

Neu an der Schule: Tipps für den ersten Schultag

Erwartungen an den Lehrerberuf

Der erste Eindruck

Auf die äußere Erscheinung achten

Die Kollegen kennenlernen

Die Schüler kennenlernen

In den Unterricht einsteigen: Tipps für gelungene Unterrichtseinstiege

Unterricht planen, durchführen und reflektieren

Unterrichtsabschluss: Tipps für das Stundenende

Guter Unterricht: Kriterien und was ihn ausmacht

Bewegungspause: Im Unterricht erlaubt?

Unterrichtsstörungen erkennen und damit umgehen

Disziplin bewahren und wertschätzend unterrichten

Den Schülern Verantwortung geben

Lehrerpersönlichkeit: So beachtest du deine innere Haltung

Feedback für Lehrer: Darum ist es so wichtig

Empathiefähigkeit: Darum ist sie für Lehrkräfte so wichtig

Das eigene Image verbessern: So geht’s

Als Lehrkraft zufrieden sein

Glücklich sein im Lehrerberuf: Geht das heutzutage überhaupt noch?

Zeitmanagement: Methoden für Lehrer

Prioritäten setzen: So arbeitest du effektiv und zielorientiert

Stimme trainieren: Das Handwerkszeug für Lehrer

Lehrer dürfen keine Medikamente verabreichen

Stress im Lehrerberuf erkennen und bewältigen

Berufsziel Beamter: Vorteile und Nachteile des Beamtenstatus

Darf ich als Lehrkraft Schüler anschreien? Einfach erklärt

Darf mein Schulleiter mich anschreien? Nein!

Mit der Schulleitung angemessen kommunizieren

Vertretungsstunden halten

Pausen gestalten

Aufsicht in der Schule: Darauf solltest du achten

Termine beachten

Das Klassenbuch und Kurshefte führen

Klassenlehrer sein: Das sind deine Aufgaben

Klassenarbeiten schreiben und korrigieren

Noten geben

Vom Schulleiter bewertet und beurteilt werden

Ausflüge und Wandertage organisieren

Eine Klassen- oder Kursfahrt durchführen

Umgang mit Lehrplänen und Standards

Reflexion: So bewältigst du deine Schulerfahrungen

Defizite: Es ist wichtig, sie zu akzeptieren

Weiterentwicklung: So kann es gelingen

Projekte entwickeln und durchführen

Was bedeutet Teamarbeit? Das solltest du wissen

Teilnahme an Konferenzen

Elternarbeit

Elternsprechtag

Gesund bleiben: Was Lehrkräfte stresst und was du dagegen tun kannst

Verantwortung übernehmen und zurückweisen

Notizen über Notizen: Lass die kleinen Zettel nicht Überhand nehmen

Bürokratie reduzieren

Mit Ärger und öffentlicher Kritik umgehen

Aussteigen aus dem Beruf: Alternativen zum Lehrerjob

Eigene Notizen

Buchempfehlungen

Nachgedanken: Warum Gendern gut überlegt sein sollte

Register

Zu diesem Buch

Warum dieses Buch? Weil ich es mir zu Beginn meiner Lehrtätigkeit gewünscht hätte. Vieles von dem, was ich später erfahren musste, hätte ich gern im Vorfeld gewusst. Erfahrene Kollegen umschwirren einen zahlreich, aber viele von ihnen halten mit Tipps hinterm Berg, weil für sie alle Angelegenheiten und Aufgaben im Schulalltag selbstverständlich sind. Sie meinen es gar nicht böse. Doch sie halten so einiges für nicht erwähnenswert oder überflüssig, weil sie schon so lange dabei und die Dinge in Fleisch und Blut übergegangen sind.

Als Junglehrer, egal ob im ersten Praktikum, im Referendariat oder zu Beginn der Tätigkeit in der ersten Schule stellt man sich viele Fragen: Wie trete ich richtig auf? Wie begegne ich der Schulleitung, dem Kollegium, Schülern und den Eltern? Wie gehe ich mit Kritik um? Was ziehe ich an? Wann sollte ich morgens erscheinen? Denn eins ist klar: Am ersten Tag schauen alle auf dich. Du bist neu und daher interessant. Und was du in den nächsten Tagen und Wochen tust, noch umso mehr.

Darüber hinaus stehst du jeden Tag im Rampenlicht. Wie auf einer Theaterbühne spielst du für deine Schüler die Hauptrolle. Sitzt der Text nicht, lachen sie, hast du das falsche Kostüm an, bist du erledigt. Ein professionelles Auftreten ist das, was von Anfang an zählt. Aber weder das Studium noch das Referendariat bereiten dich auf die Realität im Schulleben vor. Es ist wie der Sprung ins kalte Wasser. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du deine alltäglichen Aufgaben bewältigst und wie du dich richtig in den verschiedenen Situationen verhältst.

Was erwartet dich? Praxistipps! Seite für Seite erfährst du zahlreiche Tipps und Tricks für deinen Alltag in der Schule. So wirst du dich schnell zurechtfinden und gut ankommen.

Ach ja, noch eins: Gegendert wird hier nicht. Für den Lesefluss werden nachfolgend nur „die Lehrkraft“, „der Lehrer“ bzw. „der Schüler“, „der Kollege“ usw. genannt. Inhaltlich werden allerdings an allen Stellen alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen.

Ich wünsche dir viel Spaß mit dem Buch und vor allem gute und erfolgreiche erste Tage und Wochen in deinem Leben als Lehrerin oder Lehrer. Liebe Grüße Nele

Praktische Tipps für junge Lehrer und die, die es werden wollen.

TIPP 1

Neu an der Schule: Tipps für den ersten Schultag

Irgendwann ist es soweit und du erlebst den ersten Tag an einer Schule als Lehrkraft. Hierfür ist es egal, ob du als Praktikant, Referendar oder Junglehrer zum Kollegium dazustößt. In jeder Rolle wird es für dich aufregend sein und du wirst dir im Vorfeld viele Gedanken machen.

Der erste Tag will gut vorbereitet sein

Neue Gesichter und ein unübersichtliches Gebäude machen es einem am ersten Tag nicht leicht. Mit ein paar Tipps wirst du schnell und gut zurechtkommen. Ganz wichtig ist, dass du dir schon vorab ein Bild von deiner neuen Schule machst.

Auf der

Website

informierst du dich über das Profil und Leitbild der Schule, die Kollegen, die pädagogischen Schwerpunkte, Projekte und die Angebote.

Mit einem

Anruf

klärst du wichtige Informationen, z.B. wann du kommen sollst und an wen du dich als erstes wendest.

Ein Bild machst du dir am genauesten, wenn du die

Schule vorher besuchst

. So lernst du am besten die örtlichen Gegebenheiten kennen.

Fahr die Wegstrecke vorher ab, um deinen zukünftigen Arbeitsweg zu testen und die

Verkehrs- sowie Parkplatzsituation

zu checken. Fährst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln, prüfe die Verbindungsmöglichkeiten und gleichzeitig auch Alternativen. Vergiss nicht, die Laufstrecken mit einzuplanen und sorge in jedem Fall für Pünktlichkeit.

Am Vorabend packst du deine

Tasche

, damit du dafür am Morgen keine Zeit verschwenden musst. Außerdem vergisst man dann unter Umständen wichtige Dinge.

Leg dir auch alle

Anziehsachen

bereit. So musst du am Morgen nicht überlegen und im Kleiderschrank herumwühlen. Das kostet alles Zeit und Nerven. Kleide dich für deinen ersten Tag an der Schule eher unauffällig.

An der Schule angekommen, findest du dich am vereinbarten

Treffpunkt

ein. Halte dich zunächst zurück. Sei freundlich und fragenur Dinge, die zunächst wichtig sind. Was du später klären kannst, verschiebe auf die nächsten Tage.

Bleibe am ersten Tag unbedingt beim

Sie

, vor allem den Schulleitungsmitgliedern gegenüber. Wenn dir jemand das Du anbietet, ist es okay. Biete es allerdings nicht von selbst an. Das gebührt sich nicht.

Geh direkt auch im

Sekretariat

vorbei und beim

Hausmeister

. Stell dich kurz vor und wünsche ihnen einen guten Tag. Das sind die guten Seelen der Schule, mit denen du hin und wieder zu tun haben wirst.

Im

Lehrerzimmer

solltest du nicht gleich mit privaten Geschichten aufwarten. Lerne deine Kollegen erst einmal kennen und gib ihnen Gelegenheit, dich kennenzulernen. Baue vorsichtig und langsam Beziehungen auf und wachse ins Kollegium hinein.

In der Regel wirst du auf einer Konferenz oder im Lehrerzimmer von einer Person des Kollegiums vorgestellt. Wirst du für deine

Vorstellung

gebeten, ein paar Worte zu sagen, nenne deinen Vor- und Zunamen und deine Fächerkombination. Biete an, dass man sich bei Fragen oder für Anregungen an dich wenden kann.

In den meisten Lehrerzimmern gelten

Sitzordnungen

. Um nicht gleich ins Fettnäpfchen zu treten, erkundige dich, welcher Platz unbesetzt ist.

Ein wichtiger Austauschplatz in lockerer Atmosphäre ist die

Teeküche

. Hier kannst du Neuigkeiten erfahren und Kontakte knüpfen. Frage, ob es eine Kaffeekasse gibt, wer Kaffee kocht und wie die Reinigung des Geschirrs erfolgt.

Das Lehrerzimmer gilt als

schülerfreie Zone

. Wenn du etwas mit Schülern zu klären hast, solltest du das immer in anderen Räumen erledigen.

Achte auf dein äußeres

Erscheinungsbild

, begrüße allmorgendlich entgegenkommende Kollegen und sei stets zuvorkommend und höflich.

Neben der

Schulleitung

gibt es auch Stellvertreter und Personen, die zur erweiterten Schulleitung gehören. Mit ihnen solltest du dich von Anfang an gut stellen. Bringe schnellstmöglich in Erfahrung, wer für was zuständig ist.

TIPP 2

Erwartungen an den Lehrerberuf

Sowohl Studium als auch Praktikum und Referendariat decken bei Weitem nicht alle Bereiche ab, die aber den Job des Lehrens ausmachen. Im Alltag kommen viele zusätzliche Herausforderungen auf dich zu.

Bleibe in einer realistischen Erwartungshaltung

Jeder Mensch stellt an seinen zukünftigen Beruf gewisse Erwartungen. Im Lehrerberuf übertragen sich diese häufig vom Schülerdasein über das Studium auf den späteren Einsatz in der Schule. Man ruft sich ins Gedächtnis, was man als Schüler von einem guten Lehrer erwartet hat und versucht, genauso zu werden: Als guter Lehrer ist man immer fachlich kompetent, kann seinen Unterricht interessant gestalten und hat stets ein gutes Verhältnis zu seinen Schülern und Kollegen. Jedoch hat sich das Lehrerbild in den letzten Jahren sehr gewandelt. Der Beruf ist sehr anspruchsvoll geworden und mit vielen unterschiedlichen Anforderungen verbunden. So bleibst du realistisch in deiner Erwartungshaltung:

Sei dir vom ersten Tag an bewusst, dass du dich vom Studium und Referendariat auf das Schulleben umstellen musst.

Eine zu hohe Erwartungshaltung trübt den Blick für die Realität und endet in Wut und Frustration. Lege sie von Anfang ab.

Nimm bereits im Studium jede Praxisphase wahr und erlebe den wirklichen Lehreralltag aus nächster Nähe.

Wachse langsam in den Beruf hinein. Passe deine Arbeitsweise schrittweise den neuen Anforderungen an.

Hast du eine Klassenleitung und volle Stundenzahl, übernimm nicht sofort alle angebotenen zusätzlichen Aufgaben.

Pflege eine positive Grundhaltung zu dem, was du täglich tust. Das betrifft deinen Job, deine Schüler und Kollegen und die Rahmenbedingungen.

Kläre mit der Schulleitung deine Wünsche und Bedürfnisse. Kommuniziere grundsätzlich mit allen am Schulleben Beteiligten, was du brauchst und was dich glücklich macht.

Es wird der Tag kommen, dass du selbst mit überzogenen Erwartungen konfrontiert wirst. Liefere dich diesen nicht einfach nur aus.

Entwickle Fähigkeiten, mit gegensätzlichen Erwartungen und Widersprüchlichkeiten gelassen umzugehen. Lass unverschämte Forderungen an dir abprallen.

Sprich eine solche ungerechtfertigte Erwartungshaltung dir gegenüber an und mache deinem Gegenüber klar, dass du diese nicht erfüllen kannst.

Mit diesen Tipps kannst du deine Erwartungshaltung ablegen und runterschrauben; ganz gleich, ob du mit deiner zu hohen Erwartungshaltung klarkommen musst oder mit zu hohen Erwartungen durch Dritte:

Reflektiere dich selbst

: Prüfe, ob du ein Versprechen abgegeben (an dich selbst, an andere) oder eine Vereinbarung getroffen hast und die Erwartungshaltung gerechtfertigt ist.

Relativiere

: Denke nicht in Extremen. Fühle dich erst einmal zu nichts verpflichtet. Mach dir bewusst, dass die Erwartung nur eine Meinung oder eine Annahme darstellt.

Ordne die Reaktion ein

: Sieh das Ergebnis deiner Reflexion oder die Rückmeldung Dritter kritisch.

Kläre die Erwartung

: Entschärfe die Enttäuschung für dich selbst, indem du realistisch einordnest, was du zu leisten im Stande bist. Entschärfe einen möglichen Konflikt mit einem Kollegen oder Schüler, indem du ihre ungerechtfertigte Erwartungshaltung besprichst und klärst.

TIPP 3

Der erste Eindruck:

Studien zufolge dauert es nur 100 Millisekunden, bis nahezu unveränderlich feststeht, wie wir eine Person einschätzen. Es sollte also alles stimmen, wenn du dich neuen Kollegen und Schülern präsentierst.

Der erste Eindruck: Was ist das?

Der erste Eindruck ist die Bewertung einer Person, die wir vorher noch nie gesehen haben. Beim Aufeinandertreffen ersteht in nur wenigen Sekunden ein Gesamturteil, welches sich aus der Körpersprache, Körperhaltung, Stimme, Sprache, Wortwahl, Kleidung und dem Körpergeruch bildet. Der erste Eindruck prägt das Urteil über eine bisher unbekannte Person nachhaltig.

Der erste Eindruck im Kollegium

Überlege dir, was du anziehst. Bauchfrei und Metalbands vom letzten Festival kommen weder bei Kollegen noch Schulleitungsmitgliedern gut an.

Verkleide dich nicht. Der Schulform entsprechend treten manche Kollegen konservativ im Anzug auf, andere in Jeans und T-Shirt. Beobachte, wie sich die anderen kleiden und passe dich an.

Sei in den ersten Wochen dauerfreundlich, auch wenn man dir unfreundlich begegnet. Du weißt nie, wann du wen wofür brauchst. Wirst du absichtlich schlecht behandelt, wehre dich mit Bedacht.

Stelle Fragen, die Sinn machen, z.B.: Welche Lehrer arbeiten in meinen Fächern? Wie sind die Fachräume ausgestattet? Gibt es eine Kollegenliste? Wo ist der Vertretungsplan? Worauf wird Wert gelegt?

Zeige dich engagiert, aber arbeite dich nicht kaputt. Finde eine gute Balance zwischen Schule und Privatleben. Dazu gehört auch, dass du entscheidest, zum wem du privat Kontakt haben möchtest oder solltest.

Plane einen Einstand, optimalerweise zusammen mit Kollegen, die auch neu an die Schule gekommen sind. Hierfür ist es egal, ob ihr etwas selber backt oder etwas einkauft.

Sei clever und setze dich bei der Besetzung von Posten durch.

Der erste Eindruck bei den Schülern

Komm mit einer freundlichen und höflichen Einstellung in den Klassenraum. Zeige, dass du gute Laune hast und motiviert bist, gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen.

Sind die Schüler unruhig, warte, bis von selbst Ruhe einkehrt. Werde in keinem Fall laut oder schreie die Schüler an. Vermittle über nonverbale Signale und Handzeichen, dass du dich vorstellen möchtest.

Kläre direkt zu Beginn die Namen und die Sitzordnung. Merke dir die Namen schnell, idealerweise über den Sitzplan. Etabliere wichtige Regeln und setze sie konsequent um.

Anschließend nutzt du in der ersten Stunde die Zeit, um Organisatorisches und Fragen zu klären. Lernt euch etwas kennen, bevor du inhaltlich loslegst.

Sei insbesondere am Anfang immer sehr gut vorbereitet. Deine Schüler sollen merken, dass du weißt, worüber du sprichst. Fertige alle Arbeitsmaterialien sauber, korrekt und ordentlich an.

Möchtest du viel kooperativ arbeiten, etabliere eine ruhige Arbeitsatmosphäre und das kooperative Lernen von der ersten Stunde an und fordere es dir auch immer wieder ein.

Kannst du auf eine Frage nicht antworten, sei ehrlich und verschiebe die Klärung auf die nächste Stunde. Kein Mensch weiß alles oder wandelt als Lexikon umher. Das sollten auch die Schüler begreifen.

Entscheide direkt zu Beginn, ob du dich als Person öffnen oder eher auf Distanz bleiben möchtest. Beantworte keine zu persönlichen Fragen. Bedenke, dass die Schüler nicht deine Freunde sind, sondern deine Schutzbefohlenen.

Halte dich nie mit einem einzelnen Schüler allein im Raum auf. Musst du ein Gespräch führen, lass die Tür weit geöffnet, sodass dich auch andere sehen können. Ist der Gesprächsinhalt so vertraulich, dass keiner mithören soll, hol einen zweiten Kollegen dazu. So sicherst du dich ab. Das solltest du von der ersten Stunde an beherzigen.

TIPP 4

Auf die äußere Erscheinung achten

Spätestens mit Beginn des Referendariats sollte es dir gelingen, dein äußeres Erscheinungsbild angemessen zu gestalten. Du bist nun ein Repräsentant des staatlichen Schulsystems.

Kleidung, Haare und mehr – achte auf dein Erscheinungsbild

Egal ob in der Ausbildung oder als junger Lehrer - von Anfang an präsentierst du dich anderen Menschen. Innerhalb des Schulsystems nehmen dich nicht nur Schüler oder Kollegen wahr. Auch Eltern, externe Kooperationspartner und Besucher der Schule sehen dich, wie du dich kleidest, die Haare frisierst und welche Tasche du trägst.

Wenn du mit einer zu freizügigen Kleidung deine gegenüber sitzenden Personen provozierst, brauchst du dich nicht zu wundern, dass dir persönliche Kommentare entgegengebracht werden. Schlecht reden vor allem Schüler darüber, wenn du dich ihnen ungepflegt zeigst. Wenn du an einer Schule arbeitest, solltest du dein äußeres Erscheinungsbild optimieren und dein Äußeres immer reflektieren, bevor du das Haus verlässt. Ein Blick in den Spiegel solltest du dir gönnen und gut gemeinte Ratschläge durch Ausbilder verinnerlichen. So gibst du nicht unfreiwillig Anstoß zu Kritik.

Das solltest du in punkto Kleidung vermeiden:

bauchfreie Kleidung tragen

durchsichtige Kleidung wählen

enge Kleidung anziehen, durch die sich andere Wäsche abzeichnet

Oberbekleidung mit großem Ausschnitt tragen (vor allem bei einer großen Oberweite)

ohne BH zur Schule gehen

sehr kurze Röcke oder Hosen tragen (Shorts)

Baseballkappe im Unterricht aufbehalten

T-Shirts mit großem Aufdruck

ungewaschene oder nach Rauch und Schweiß riechende Kleidung anziehen

tagelang dieselbe Kleidung anziehen

Das geht gar nicht:

Neben der Kleidung gibt es noch weitere Dinge, auf die du achten kannst. Hierzu gehören vor allem hygienische Aspekte.

Sorge für einen angenehmen Körpergeruch. Dusche täglich und benutze immer ein Deo. Während der Zeit der Periode sollten Frauen ein dezentes Parfum auftragen.

Achte auf deinen Mundgeruch. In der Schule wird eng zusammengearbeitet. Kollegen stellen sich schonmal dicht an einen heran oder du beugst dich über einen sitzenden Schüler, um ihm etwas näher zu erläutern.

Hierfür solltest du niemals nach Restalkohol riechen oder Nikotin. Auch Knoblauch wird für die Kommunikation unangenehm. Also immer schön Zähne putzen und für den Notfall einen Kaugummi in der Tasche stecken haben, diesen aber nicht im Unterricht kauen.

Zur Körperbehaarung mögen es Schüler heutzutage gar nicht, wenn sich ihnen Achselhaare oder behaarte Beine (bei Frauen) zeigen.

Fettige Haare und dreckige Fingernägel sind ein absolutes No-Go.

Lackierst du dir gern die Fingernägel, sollte der Lack in Ordnung und nicht an einigen Stellen schon abgeblättert sein.

Neigst du in Stresssituationen zu Schweißflecken unter den Armen, verhindere sie mit Antitranspiranten, Achselpads oder ziehe eine Strickjacke über das T-Shirt.

Der Blick auf die Schuhe verrät, wie ordentlich du bist. Putze sie regelmäßig.

Deine Lehrertasche sagt auch einiges über dich aus. Flecken auf der Tasche oder abgewetzte Ränder sorgen für negative Kommentare. Tausche sie von Zeit zu Zeit aus. Eine neue Tasche kannst du dir super zum Geburtstag oder zu Weihnachten wünschen.

TIPP 5

Die Kollegen kennenlernen

Ein Lehrerkollegium ist als soziales Gefüge über viele Jahre hinweg gewachsen. Dennoch verändert es sich auch hin und wieder, wenn Kollegen versetzt werden, aus dem Dienst ausscheiden oder neue hinzukommen.

Lerne die Kollegen über Beobachtungen kennen