Urlaubsträume und Liebesrausch  – 10 romantische Urlaubsgeschichten - Eva Joachimsen - E-Book

Urlaubsträume und Liebesrausch – 10 romantische Urlaubsgeschichten E-Book

Eva Joachimsen

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Beschreibung

Der preiswerte Campingurlaub von Jenna und Nathalie erweist sich als Katastrophe, denn in Dänemark regnet es andauernd, bald ist alles durchnässt. Abwechslung bringen die beiden jungen Männer, die ebenfalls überlegten, wie sie dem Wasser entkommen können. Mutig reist Rebekka allein mit dem Campingbus durch Norwegen, obwohl sie sonst das Fahren ihrem Bruder überlässt. Auf einer einsamen Straße bleibt der Bus liegen, leider kennt sie sich mit der Technik nicht aus. Ob sie dem großen Wikinger vertrauen kann, der ihr seine Hilfe anbietet?

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Seitenzahl: 120

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Eva Joachimsen

Urlaubsträume und Liebesrausch – 10 romantische Urlaubsgeschichten

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Inhaltsverzeichnis

Urlaubsträume und Liebesrausch – 10 romantische Urlaubsgeschichten

Copyright

Flugreise mit Kind

Karneval in Venedig

Ein verregneter Campingurlaub

Ausgerechnet im Urlaub krank

Streit in Paris

Autopanne in Norwegen

Familienausflug als Geburtstagsgeschenk

Ein redseliger Tischnachbar

Urlaub auf Malle

Reise mit Yala

Urlaubsträume und Liebesrausch – 10 romantische Urlaubsgeschichten

von Eva Joachimsen

Der preiswerte Campingurlaub von Jenna und Nathalie erweist sich als Katastrophe, denn in Dänemark regnet es andauernd, bald ist alles durchnässt. Abwechslung bringen die beiden jungen Männer, die ebenfalls überlegten, wie sie dem Wasser entkommen können.

Mutig reist Rebekka allein mit dem Campingbus durch Norwegen, obwohl sie sonst das Fahren ihrem Bruder überlässt. Auf einer einsamen Straße bleibt der Bus liegen, leider kennt sie sich mit der Technik nicht aus. Ob sie dem großen Wikinger vertrauen kann, der ihr seine Hilfe anbietet?

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Bathranor Books, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© dieser Ausgabe 2025 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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Alles rund um Belletristik!

Flugreise mit Kind

„Komm, Luisa, wir müssen uns beeilen“, trieb Annika ihre kleine Tochter an. Doch Luisa hatte ihren eigenen Kopf. Nicht einmal ihr Kindertrolley, den sie mit Begeisterung wie einen Kinderwagen vor sich herschob, hielt sie davon ab, sich alles anzuschauen und manchmal sogar die Richtung zu wechseln.

„Luisa, wenn wir uns nicht beeilen, verpassen wir das Flugzeug und müssen wieder nach Hause zurück. Dann sehen wir Julia nicht, auf die freust du dich doch so.“

Julia war Annikas beste Freundin, leider war sie vor einem halben Jahr nach Dublin gezogen, deshalb sahen sie sich nicht mehr jede Woche. Mehr noch, Julia war nicht nur ihre Vertraute, der sie sämtlichen Kummer anvertrauen konnte, sondern auch noch ihr Babysitter gewesen. Ihre eigenen Eltern fielen dafür aus, denn Vater litt an einen Hirntumor und hatte große Schmerzen. Mutter war seit seiner Erkrankung nur noch ein Schatten ihrer selbst, weil sie mit ihren Sorgen und der Pflege ihres Mannes überfordert war.

Und Luisas Vater war ein Totalausfall. Die große Liebe war schlagartig gestorben, als er erfuhr, dass Annika schwanger war. „Treib es ab“, hatte er gefordert. Doch Annika konnte es nicht über sich bringen, das neue Leben zu töten. Sie hatten sich nicht einmal gestritten, denn Oliver hatte sie sofort aus der Wohnung geworfen und das Schloss ausgewechselt. Nur Julias Hartnäckigkeit hatte Annika es zu verdanken, dass sie wenigstens ihre Kleidung, Bücher, den Laptop und den teuren Kaffeeautomaten bekam.

Danach hatte er behauptet, das Kind wäre nicht von ihm, was einen ziemlich hässlichen Unterhaltsstreit mit einem Vaterschaftstest nach sich zog.

Annika hätte nie etwas von ihm verlangt, so angewidert war sie von ihm. Sie wollte es alleine schaffen. Doch Julia wies sie darauf hin, dass Luisa unbedingt abgesichert sein müsste, falls ihr etwas passieren würde.

„Annika, natürlich bin ich im Notfall für deine Kleine da. Aber wer weiß, ob ich es finanziell stemmen kann. Wenn du möchtest, dass Luisa eine vernünftige Ausbildung bekommt, musst du da durch. Kämpfe für den Unterhalt und auch für ihren Erbteil, hinterlege alles bei einem guten Anwalt, damit das Kind geschützt ist.“

Das hatte Annika schließlich eingesehen. Jetzt war Luisa drei Jahre alt und ein hübsches, aufgewecktes Kind. Ihr Vater zahlte zwar, ließ sich aber nicht blicken und schenkte ihr auch zu den Geburtstagen und zu Weihnachten nichts. Genauso wenig wie seine Eltern, die überhaupt kein Interesse an ihrem Enkelkind hatten.

Leider hatte Julias Firma vor einem Vierteljahr Konkurs gemacht, deshalb hatte sich Julia von ihrem irischen Freund Sean überreden lassen, sich in Dublin als Informatikerin zu bewerben, und war sofort genommen worden. Sie hatte zwar Annika vorgeschlagen, es ebenfalls in Irland zu versuchen, doch die wollte ihre Eltern nicht im Stich lassen. „Meinem Vater geht es schlecht, und meine Mutter hält es kaum noch aus. Sie steht kurz vor einem Zusammenbruch. Sie brauchen mich.“

„Und wer hilft dir?“, fragte Julia.

„Frau Schröder, sie ist wirklich ein Gottesgeschenk. Ich bin so dankbar, dass du sie gefunden hast.“

Frau Schröder war eine ältere Dame. Sie hatte vier Kinder großgezogen und kümmerte sich jetzt um ihren Mann, der nach einem Schlaganfall Frührentner war. Daher konnte sie das Geld als Tagesmutter gut gebrauchen. Aber sie war mehr als das. Für Luisa war sie eine Großmutter, für Annika Vertraute und Haushälterin. Schon manches Mal hatte sie gesagt, sie bräuchte doch nicht bei ihr zu putzen, doch Frau Schröder meinte nur: „Was soll ich denn sonst machen, wenn Luisa ihren Mittagsschlaf hält?“

Inzwischen ging es ihnen finanziell ein wenig besser, auch wenn Annika noch immer sehr sparsam lebte. Sie hatte eine dreiviertel Stelle bei einem Steuerberater, der sehr verständnisvoll war. Dazu bekam sie die Alimente von Luisas Vater, die sie aber fast vollständig zurücklegte, damit Luisa später einmal ihren Wunschberuf lernen konnte.

„Luisa, bitte.“ Energisch griff sie nach dem Kindertrolley und zog ihn neben ihrem eigenen Trolley.

Sofort fing Luisa an zu schreien und warf sich auf den Boden.

„Luisa bitte, möchtest du Julia wieder einmal sehen?“

Luisa schrie so stark, dass sie gar nicht hörte, was ihre Mutter sagte.

„Bitte Luisa, komm, unser Flug wird gleich aufgerufen. Wir müssen einsteigen, aber das Flugzeug steht da ganz weit hinten.“

Sie schnappte sich ihr tobendes Kind und versuchte mit der anderen Hand ihren Koffer zu schieben. Luisas Kindertrolley hatte sie hochgehoben. Natürlich rutschte ihr die Wickeltasche von der Schulter. Dabei hatte sie auch noch einen größeren Rucksack auf dem Rücken.

„Wo müssen Sie hin? Ich helfe Ihnen.“ Ein junger Ausländer lächelte sie an und nahm sich ihren Koffer. Locker hielt er den Kindertrolley in der Hand und schob mit der gleichen Hand auch noch ihren Koffer, in der anderen trug er seine eigene Reisetasche.

„Ich muss zu Gate fünfzehn, ich glaube, es ist das letzte.“

Der Mann stürmte mit großen Schritten voran. Annika folgte ihm im Laufschritt. Luisas Geschrei ignorierte sie. Die Schlange vor dem Gate war schon fast abgebaut, als sie endlich eintraf.

„Vielen, vielen Dank. Ohne Sie hätte ich das Flugzeug verpasst“, sagte sie. Aber der Mann stürmte schon in die entgegengesetzte Richtung weg. Hoffentlich erreichte er noch seine eigene Maschine.

Die Flughafenmitarbeiterin schaute sie etwas genervt an, als Annika ihr schreiendes Kind, Tasche und Rucksack absetzte und dann im Rucksack nach ihrer Bordkarte kramte.

„Sie sind spät dran“, sagte die Frau spitz, kontrollierte die Ausweise und ließ sie dann durch.

Nassgeschwitzt und außer Atem fand Annika schließlich ihren Sitzplatz.

Der Mann vor ihr schaute ziemlich grimmig, als Luisa noch immer schreiend auf dem Platz saß und mit den Füßen die Rückenlehne vor ihr traktierte. Zum Glück half ihr die Stewardess, das Gebäck zu verstauen, nur Annikas Wickeltasche behielt sie bei sich, alles andere landete im Gepäckfach.

„Sie dürfen nur eine Tasche haben“, sagte sie.

„Eine für mich, eine fürs Kind.“

„Ausnahmsweise.“ Sehr gnädig wirkte die Frau nicht. Immerhin half sie ihr, Luisa anzuschnallen.

Annika lächelte ihr dankbar zu. Julia hatte sie gewarnt, den Billigflieger zu nehmen, weil sie dann kein Handgepäck dabeihaben dürfte und das Personal als unfreundlich galt.

Sobald sie angeschnallt waren, holte Annika ein Stofftier, den Schnuller und ein Bilderbuch für Luisa heraus. Aber nichts half, die Kleine war einfach überdreht. Annika summte ihr leise Lieder ins Ohr, machte Fingerspiele, aber Luisa schrie. Noch schlimmer wurde es, als sie in den Steigflug übergingen. Annika holte ein Fläschchen heraus, das sie extra in dem teuren Flughafenshop besorgt hatte. Sie hatte den Saft gleich im Laden in eine Nuckelflasche umgefüllt.

„Komm, trink, dann tut es nicht weh“, lockte sie mit dem Getränk. Tatsächlich griff Luisa sich das Fläschchen und nuckelte daran herum. Leider trank sie nicht. Vorsichtshalber behielt Annika eine Hand in der Nähe, weil sie sich sorgte, dass Luisa, die Flasche als Wurfgeschoss nutzen würde.

Endlich wurde das Zeichen gegeben, dass die Gurte gelöst werden durften. Der eben noch unfreundliche Mann vor ihr drehte sich um. „Kennst du das Bauernhofspiel?“, fragte er Luisa und lächelte sie an.

Annika staunte, mit dem Lächeln sah er auf einmal ganz anders aus. Wirklich gutaussehend, was so ein Gesichtsausdruck doch alles bewirkte. Luisa hörte auf zu weinen und schaute ihn mit großen Augen an.

„Mein Neffe spielt es gern, aber er darf es immer nur ganz kurz spielen. Vielleicht darfst du es auch mit mir spielen?“ Fragend schaute er Annika an. Die war für jede Hilfe dankbar und nickte. Schon allein aus Sorge, dass die anderen Fluggäste sie aus dem Flugzeug werfen würden, wenn ihre Tochter weiterhin so tobte.

„Wollen wir die Plätze tauschen?“, fragte er. „Dann kann Ihre Tochter mit mir auf dem Handy daddeln und ist hoffentlich etwas abgelenkt.“

Zaghaft lächelte Annika. „Ich bin mir nicht sicher, aber probieren wir es. Vielen Dank, dass Sie versuchen, mir zu helfen.“

Jetzt lächelte er noch stärker, stand auf und wartete, dass sie ebenfalls aufstand, dann setzte er sich neben Luisa und zeigte auf ein paar bunte, winzige Figuren, die über eine Blumenwiese liefen. „Der Bauer muss die Tiere füttern, wir helfen ihm dabei“, erklärte er dem Kind. Er ließ die Personen weiterlaufen und erzählte eine passende Geschichte. Luisa war von den bunten, beweglichen Teilen abgelenkt und zum ersten Mal seit einer halben Stunde ruhig. Später bekam Annika mit, dass die beiden Kinderlieder von seinem Handy hörten. Dann sahen sie sich Zeichentrickfilme an, und endlich schlief Luisa erschöpft ein.

„Vielen Dank, Sie gehen ganz fabelhaft mit ihr um. Haben Sie eigene Kinder?“

Er schüttelte den Kopf. „Nein, aber Nichten und Neffen.“

„Sie haben mich gerettet.“

„Müssen Sie allein reisen?“, fragte er.

Sie nickte. „Meine beste Freundin ist leider nach Dublin gezogen, und jetzt wollen wir sie zum ersten Mal besuchen. Ich dachte nicht, dass wir solche Probleme haben, aber ich konnte vor dem Abflug keine Rücksicht mehr auf Luisas Trödelei nehmen, das hat sie wütend gemacht.“

Sie zuckte die Schultern. „Leider war ich selbst so gestresst, dass ich sie nicht mehr beruhigen konnte.“

„Sie haben doch wirklich alles versucht, manchmal ist es dann hilfreich, wenn eine dritte Person sich um das Kind kümmert.“

Sie nickte. „Fliegen Sie dienstlich nach Irland?“

„Ja, ich bin häufig auf Dienstreise, meist nach Großbritannien und Irland, da haben wir Geschäftspartner.“

Sie unterhielten sich über Reisen. „In Irland war ich noch nicht. Meistens bin ich nach Spanien, Italien oder Kroatien gereist. Aber seit Luisa da ist, war ich noch nie weg.“

„Was macht Ihr Mann denn?“

„Ich bin alleinerziehend.“ Mit einem Blick auf Luisa sagte sie mit harter Stimme. „Ihr Vater will nichts von ihr wissen. Leider sind meine Eltern sehr krank.“

„Das tut mir leid. Und dann ist ihre beste Freundin auch noch ausgewandert.“

Tränen stiegen in ihre Augen, aber sie versuchte, sie wegzuzwinkern.

„Es wird mit der Zeit immer besser. Luisa wird ja älter und verständiger.“ Aber sie wollte nicht weiter über sich reden, deshalb fragte sie: „Wie alt sind denn Ihre Neffen und Nichten?“

„Oh, schon älter. Ich habe zwei Schwestern. Die eine hat einen Sohn und eine Tochter, vierzehn und zwölf. Nicht unbedingt ein einfaches Alter.“ Er lachte. „Entschuldigen Sie, ich will Ihnen keine Angst machen.“ Dann fuhr er fort. „Meine kleine Schwester hat zwei Jungs, richtige kleine Racker, vier und fünf Jahre alt. Aber sie sind alle ganz prächtig, wenn es auch ab und zu Nerven kostet. – Haben Sie Geschwister?“

Sie schüttelte den Kopf. „Leider nein, dabei habe ich als Kind immer versucht, meine Eltern zu überreden, noch weitere Kinder zu bekommen. Das würde uns jetzt allen helfen, aber meine Eltern wollten wohl auf den Luxus nicht verzichten. Ein größeres Auto, ein Haus, große Reisen.“ Sie verzog ihr Gesicht. „Mindestens meine Mutter bereut es jetzt. Mit mehr Kindern hätte sie mehr Hilfe. Leider kann ich sie nicht so unterstützen, wie sie es bräuchte.“

Als ihr bewusst wurde, wie viel sie von sich preisgab, wurde ihr heiß. Wie konnte sie einem wildfremden Menschen so viel von sich erzählen? Aber er war so einfühlsam und hörte interessiert zu.

Als Luisa aufwachte, bat Annika die Stewardess, Luisas Gläschen warmzumachen. Damit waren sie eine Weile beschäftigt. Dann wickelte sie ihre Tochter. Die Frau auf dem Nachbarplatz stand währenddessen auf und ging auf Toilette. Annika war dankbar, dass sie bisher so geduldig alles ertragen hatte. Tatsächlich war der Flug dank der Hilfe des Fremden besser vorübergegangen als befürchtet.

Er half auch, ihr Gepäck aus dem Fach zu heben, und sagte: „Ich würde mich freuen, wenn wir uns wiedersehen können. Wenn Sie Hilfe brauchen, rufen Sie mich an. Ich bin bis Samstag in Irland. – Wie wäre es mit einem Zoobesuch, sobald Sie wieder daheim sind?“ Mit diesen Worten schob er ihr seine Visitenkarte in die Hand.

Überrascht blickte Annika ihm in die Augen. So strahlend blaue Augen hatte sie noch niemals gesehen. Er hatte ein kantiges Kinn und dunkle Haare, breite Schultern und war ziemlich groß, deshalb hatte er wohl auch am Gang gesessen.

„Sagen Sie nicht nein, ich möchte Sie wirklich gern wiedersehen. Kann ich Ihre Telefonnummer haben?“

Der Gang wurde frei, und sie mussten losgehen. Er trug seinen und ihren Koffer, während sie Luisa auf den Arm nahm, das restliche Gepäck schulterte und Luisas Trolley schob.

Sobald sie aus dem Flugzeug waren und durch die Gänge zum Gepäckband liefen, fragte er: „Wie kommen Sie jetzt weiter? Ich habe einen Leihwagen, soll ich Sie noch irgendwo hinbringen?“

„Danke, aber meine Freundin holt mich ab.“ Sie strahlte ihn an. „Ich schicke Ihnen eine SMS, dann haben Sie meine Nummer. Luisa ist sicher von einem Zoobesuch begeistert.“

Selbst als sein Koffer auf dem Band erschien und er ihn herunterhob, blieb er noch bei ihr.

„Müssen Sie nicht weg?“, fragte Annika.

„Mein heutiger Termin ist erst am Nachmittag. Etwas Zeit habe ich noch.“

Dann hob er ihren Koffer vom Band und schob ihn, nebenbei ermunterte er Luisa, mit ihrem Kindertrolley neben ihm zu laufen und erzählte ihr Geschichten über die Tiere des Farmers. So kamen sie glücklich durch die Pass- und Zollkontrolle. Gleich dahinter stand Julia und winkte wild.

„Ihre Freundin?“, fragte er mit einem Lächeln.

Strahlend nickte sie.

„Ich wünsche Ihnen viel Spaß und gute Erholung in Irland. Es ist eine wunderschöne Insel mit sehr freundlichen Menschen.“ Dann nickte er Julia zu.

„Herzlichen Dank, ich freue mich schon auf den Zoobesuch“, rief Annika ihm noch hinterher. Doch er war bereits verschwunden.

Julia hatte schon Luisa auf dem Arm und umarmte sie. „Deine neuste Eroberung?“

„Bobbi ist mein Freund“, antwortete Luisa an Annikas Stelle.

„Er hat fast die ganze Zeit mit ihr gespielt“, erklärte Annika. „Sonst wären wir gar nicht hier angekommen, die anderen Passagiere hätten uns über der Nordsee aus dem Flugzeug geworfen.“ Ihr Herz klopfte, als sie an den Mann dachte. Fest umklammerte sie seine Visitenkarte. Ja, sie wollte ihn unbedingt wiedersehen.

Karneval in Venedig

Susi zwang sich, den Blick auf ihr Croissant zu richten. Der Mann am Nachbartisch sah zwar verführerisch aus, aber sie konnte ihn doch unmöglich stundenlang anstarren. Vor ihrem inneren Auge erschien aber das markante Gesicht mit dem kantigen Kinn, den dunklen braunen Augen und den vollen schwarzen Haaren. Auch die Figur konnte sich sehen lassen, schmale Hüften und breite Schultern. Ob er ein Eishockey- oder Rugbyspieler war?

„Du hörst mir gar nicht zu“, beschuldigte Mona sie.

„Doch, doch“, widersprach Susi, obwohl sie zusammengezuckt war.

„Du bist also damit einverstanden?“

Mist, womit sollte sie einverstanden sein? Sie beschloss die Flucht nach vorn. „Sorry, ich war mit den Gedanken woanders. Tut mir leid“, sagte sie und grinste reumütig. Da sie Humor hatte, fiel sie in Monas Lachen ein.

„Heute schauen wir uns die Stadt an, fahren mit dem Boot den Canale Grand entlang, anschließend nach Murano rüber, nachmittags pilgern wir über den Markusplatz und gehen abends in den Gottesdienst, dann können wir zwar nicht rumlaufen, dafür kostet es keinen Eintritt“, schlug Mona vor.