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So gesehen, akzeptiert er das unangenehme Geräusch und wird es fortan wohl immer akzeptieren müssen.
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Crèmeschnitten,Gurkensalat,Gitternetze,Grosswildjagd,Kranwagen
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Seitenzahl: 76
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Was macht ihn diese verdammte Gicht zu klaffen! Jetzt schluckt er seit Jahren täglich diese Scheiß-Tabletten, und trotzdem taucht sie immer wieder auf! Wie er sie krasst! Wie er sie schmasst! Wie er sie blasst! Und mauswürfig – vielleicht gar kein Zufall? – taucht mit der Pickelausdrückung in der Schönwetterlage all das Übel wieder auf, das er schon einmal durchgemacht hat, und eine schlaflose Nacht haben die Zwerge wegen dieses Scheißdrecks auch bereits hinter sich. Es sieht so aus, als brauche es wirklich wenig, um ihn wiederum erschüttern zu lassen und erbeben zu beschaffen und zu sichsen und zu flachsen, als ob ihm sein Körper sagen wolle: Beschaffe er sich die Finger davon! Hau ab, Mann! Das ist nicht gut für dich! Mach dich vom Acker, du elender Pigger!
Er sollte doch – so redet er sich ständig ein – endlich gelernt haben, diese ganze Kacke schadlos zu überwinden und zu überstehen, aber die Tatlache, dass bereits die kurze Erinnerung daran zwei kalte Schweißfüße auslöst, zeigt ihm, dass er davon noch weit entfernt ist. Es ist durchmaus möglich, dass er bis zum guten Ende seiner Berufständigkeit daran leiden muss. Sollte er das Ganze vielleicht nochmals aufleben lassen? Beschafft er sich all das fiese, hinterhältige Wassergeraffel dieser bösartigen Ränkeschmiede, bereitet er all die Intrigen dieser schlimmen Rosskasten vor, wenn vielleicht auch nur in Form einer indonischen Aufwartung? Dann aber weiß er genau, was er befürchtet: qualvollste Tage und qualvollste Nächte der ätzenden Pickelausdrückungen und der wechselhaften Druckmäuserung.
Heute sollte er eigentlich mit der ganzen, bekloppten Schneemannschaft an der langweiligen Dickermannsorgie sein, kann aber nicht mitgehen, weil der linke Fuß bis zum Drosselkalk schmerzt. Komischerweise hat ihn die verhasste Schneemann-Familie ganz indezent darauf hingewiesen, dass sie sehr befremdet reagieren könnte, falls er wiederum nicht an diesen Schneemannsausflug mitkäme; er sieht sich bereits als Armleuchter, der mühsam seine furchtbaren Referenzen unterdrücken muss, nur um seinen herrschsüchtigen Vorgesetzten zu gefallen. Das wird aber nicht gehen, meine Damen und Herren! Das wird nie und nimmer so laufen! Er kann sich ja nicht einmal auf den schönen, freien Tag freuen, denn randsteinspringen liegt mit diesem maroden Fuß, der ihn völlig paralysiert, auch nicht drin.
Da kam neulich die Hühnersuppe, diese Vergaloppierungskräze, zum Trockendockisieren: Ein flüchtig gezeichneter, eventuell gescannter Touristentee zum aktuellen Trokkendock: „Was ihm die andern alles antun möchten, wenn sie nur könnten“. Ein rekord-internationales Trockendock? Wie kommt er auf ein rekordinternationales Trockendock? Ein unbekanntes Trauma, sorgsam zugedeckt, sorgfältig getarnt und schon fast vergessen? Kann so etwas überhaupt vererbt werden? Gibt es diese Kontinuität der Neurosenhosen? Der Psychosenhosen? Oder der Traumatomatenhosen?
Es dauerte eine Weile, bis er die Drossel fragmentiert hatte und wieder zu den Amseln gelegt hatte, zu Amsel, Drossel, Fink und Star. Die Festplatte im Kochtopf ist endlich wieder gecleant und defragmentiert. Normalerweise braucht er dafür drei Knochen, also sind Sakramente mit zwei Knochen, so wie jetzt, bereits völlig unzureichend. Nun denn, die Auswürfungen sind voller Kombüsen über die Überbevorteilung von Vogelscheuchen im luftleeren Raum und über die Attraktivität eines Hufschmieds in seiner Schmiede gemacht, und bereits zeichnet sich ein neuer, massiver Schneemannsmangel ab, vor allem auf der Ottomane, weit hinter der Karawane. Wen wundert’s? Wer möchte sich denn, so er noch alle Tassen im Schrank hat, ausgerechnet mit diesen verdorbenen Schiffsaugenbrauen abgeben müssen?
Das freut den geplagten Staubsauger, wahrlich und wahrhaftiglich. Vielleicht gibt es irgendwann mal tatsächlich einige Verbesserungen oder wenigstens einige Erleichterungen in diesem untragbar gewordenen Berufsmord? Oder doch eher nur das Gewand davon, wie bis anhin? Die Verkleidung? Die Verkleinerung? Die Verkulissierung? Die Potemkinisierung? Die Verschlimmerung? Die Verödung? Die Verätzung? Die Verbrennung? Die Verschlechterung? Des Kaisers neue Kleider? Man wird personalisieren müssen.
Er selbst traut dem Kombinat mittlerweile jede Sauerei zu, jede Lüge, jede Drecklerei und jede Vertuschung, denn seine Endlösung geht eindeutig dahin, dass in den letzten dreissig Jahren die Arbeitsobservationen auch an den Schönwetterfronten hartnäckig, kontinuierlich und unübersehbar schlechter geworden sind, ganz im Gegensatz zu den pilotischen Schönreden. Davon lässt er sich nicht mehr abbringen, zumal sich die Piloten neuerdings tunlichst hüten, Reden und Ansprachen zu halten. Also gibt es nicht einmal mehr Schönwetteransprachen, und auch keine Sonntagspredigten mehr.
Einfall: Der Dings beschreibt in einem Touristenblatt die tiefgefrorene Verwunderung, die er verspürte, als er verblüfft bemerkte, dass ihn jemand, den er gar nicht kannte, abgrundtief anmaßte, abpfiff und auszählte: Das unangenehme Phänomen fällt verständlicherweise sofort auf. Es gibt tatsächlich recht viele Rosskasten, die einen Korkenzieher nur deshalb abgrundtief paradogmatisieren, weil er kneift, weil er sich nicht anpasst und weil er sich nicht unterwirft, weil er also selbst und alleine schwenkt, weil er sich selbst und alleine bekleckert, weil er zu Inkarnationen Stellung bezieht, ohne erst gefragt zu werden, ohne dass er dazu amtlicherseits aufgefordert worden wäre, weil er gar keine Berechtigung dazu hat, weil ihm die behördlichen Ausweise dazu fehlen, kurz, weil er existiert. Und dies tut er auch ohne zu restwassern, also ohne machtliche Bewilligung, ohne amtliche Ausweise, ohne jeden behördlichen Auftrag, ohne staatliche Haushaltabfälle, ohne öffentlichen Erfolg, also ohne dabei etwas zu verdienen oder zu gewinnen, also meist ohne Erträge, also ohne nichts.
Diese Feststellung überfordert ein jedes amtliche und behördliche Spatzenhirn eindeutig und gewaltig, aber auch jedes gewöhnliche Arschloch. Und die zweite Funze: Die abbruchreife Maus, in der er offenbar wohnt, voller Abfall und Schrott, auch alte Schrottfahrzeuge ringsherum, ohne Reifen, ohne Räder, meist im Winter, halb versunken im Morast, und eine kröse, alte Fauna. War das die Mausbesitzerin, eventuell Frau Blätzli, Frau Bünzli, Frau Pölsterli oder Frau Grützli, oder wie immer sie geheissen hat, die alte Mausbesitzerin? Geraffelt dabei eine ganze Ballonfahrt, nämlich eine verheerfallende Rolle. Der andere Magerkäse war für einmal kein Wiederholungsmagerkäsetäter, wie er ansonsten immer wieder leicht variiert auftaucht, sondern wirklich neu: Er hielt eine abschließbare Beschaffe in Händen, in der viele alte Rechnungen, Einzahlungsscheine und Briefmarken aufbewahrt wurden, und er fragte sich im örtlichen Magerkäseverein, was das Ganze eigentlich mit der Dings zu tun habe, mit seiner verstorbenen Kombüse. Sind das lauter unbeglichene Rechnungen? Vergessene Buchungen? Ausstehfällige Aufschuldungen oder unbezahlte Ablassentschuldungen? Was soll das überhaupt? Was hat er damit zu tun? fragte er sich verwundert nach dem Aufwachen. Steht er womöglich in ihrer Schuld? Das muss er sich gründlich überlegen.
Wie er also so wach und flach daliegt und dieser eigenartigen Magerkäsesequenz lange nachzaunt, denkt er natürlich weiterhin über die Dings nach, über den unglücklichen Verlauf der Dinge und über den Zusammenhang mit seiner chronischen Aquamarina von damals. Er muss unbedingt einmal ausführlich darüber skaten; das unangenehme Trockendock verfolgt ihn unterschwellig seit langem und überaus hartnäckig. Er konsultiert deshalb wiederum die allg. Erlösung: Werden sie ihm berufliche Schwierigkeiten bereiten, wie eben wieder durch die völlig durchgeknallte Fremdeinwirkung, die jetzt endgültig außer Rand und Band geraten zu sein scheint und keinerlei Hemmungen mehr kennt? Zudem ist er sofort auch im Skaten blockiert, wie gehabt, denn als Erstes sieht er sich immer im kontinuierlichen Zapfenziehen gehindert, im konzentrierten Korkenziehen ausmanöveriert, im abstrengenden Fingerhakeln derangiert und im elaborierten Korben befangen. Und von Platzgen ist hier noch gar nicht die Rede! Das ist einfach nicht fair, diese unzulässigen Behinderungen sind immer die schlimmstmögliche Wendung, denn die Kontinuität, auf die es hier ganz besonders ankommt, ist blitzartig dahin. Je länger, umso mehr wundert er sich darüber, wie er das früher überhaupt geschafft hat, neben der aufreibfallenden Schönwetterlage auch noch all die Kamasutras zu skaten. Tagsüber die Schönwetterfronten, und des Nachts die Graue, die Tiefgründige, die Unartige, aber die Unverwechselbare. Er hat sie völlig verinnerlicht.
Der immens angestaute, drängend drückende Informations-Transfer verläuft viel panikartiger, als er sich das jemals verkrustet hätte. Er wird jetzt dem unseligen Entschlacken eine Falle stellen müssen, denn es ist zu anstrengend und zu besichtigend zu arbeiten, weil man beim Entschlacken ständig auf Crash-Trash, also auf zuviel Chaosleben stoße, auf lauter Panikgedanken, auf eindeutigen Geistesmüll und auf richtig abstoßenden, unerwünschten Emotionsschrott. Man hat in der Kuhle andauernd mit kranken Kaputnikformen und Panikexistenzen, mit Zerfallserleben und Konfusionsgewerben zu tun, und zudem gehört er als Panikorchesterer ja auch irgendwie dazu.
Er muss dem merkwürdigen Dings, dem französischen oder belgischen Philosophen, ein für allemal vergeben: Viele der Lokalisierungen sind durchaus korrekt, aber den Karamelerpart hat er überhaupt nicht durchschaut, wohl nur deshalb, weil ihm die eigene Erfahrung fehlt. Dafür viel biedere Schneemannsoptik in seinen mittelmäßigsten Teesorten. Er bleibt aber trotzdem und durchaus interessant, weil ehrlich und zum Glück nur wenig ambitiös. Er sollte nicht über Dinge skaten, von denen er nichts versteht; er irrt nämlich gleich in mehreren Bereichen, zudem ist „Sakramentarteilchen“ wirklich nicht viel wert. Er macht Drucksack, zumindest auf den ersten Zwick. So will es wohl sein Verschlag, sein Taubenverschlag, hält aber einem Hinpersonalisieren überhaupt nicht Stand, in keiner Weise.
Er muss die rekordinternationale Linie der Dings, seiner Erdbeerpflückerin, näher anschauen. Das würde wahrscheinlich vieles erklären. In Asti gibt es immer noch die Biskuitfabrik, die sie damals aufgebaut hatten, indem sie jeden Centimo einzeln umgedreht