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"Er betrachtete die Seezunge, die die Tante aß." Wer da wohl wen gegessen hat? Ist es beneidenswert oder doch eher ärgerlich, wenn der Interviewpartner aus der Politik, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Religion oder anderen Bereichen, auf die gestellten Fragen des Interviewers wunderbare wohlklingende Antworten gibt, die aber - genau analysiert - überhaupt nichts mit der gestellten Frage zu tun haben. Auf der einen Seite ärgerlich, wie geschickt ausgewichen wird; auf der anderen Seite ist es aus rhetorischer Betrachtungsweise hoch interessant, wie - eben rhetorisch geschickt - auf ein anderes Thema eingegangen wird. Der Profi wählt seine Worte gezielt - Wörter haben eine mitschwingende Bedeutung. Wer rhetorisch geschult ist, kann seine Idee, seine Ware oder seine Dienstleistung überzeugend und au-thentisch 'verkaufen'. Die Zuhörer werden gefesselt vom Inhalt der Rede, des Vortrags oder der Präsentation und sind begeistert vom vermittelten Inhalt beziehungsweise der überbrachten Botschaft. Das rhetorische Feuer ist übergesprungen. Umso wichtiger ist es, sich gut auf eine Präsentation vorzubereiten, die Zuhörer (ein)-zubinden und auftretendes Lampenfieber in den Griff zu bekommen. Die Kraft der Wörter, die Kraft der Stimme, die Wechselwirkung zwischen Redner und Zuhörer bereiten den Weg zum rhetorischen Erfolg. Es werden Übungen gezeigt, wie sich der Laie zum rhetorischen Profi entwickeln kann, sei es in einer Präsenz-Veranstaltung oder in Online-Form, allein oder im Team. Viel Erfolg beim Trainieren, Üben und vor allem erfolgreichen Umsetzen der rhetorischen Tricks und Kniffe und viel Kurzweil beim Eintauchen in die hochinteressante Thematik der Rhetorik bis hin zur perfekten Kunst der Rede.
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Seitenzahl: 416
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INHALTSVERZEICHNIS
VORWORT
R
HETORIK – DIE
K
UNST DES
R
EDENS
Rhetorisch fit bei Präsentationen, Vorträgen und Reden
HINLEITUNG ZUM THEMA
T
ACHELES
R
EDEN
„Liebe Teilnehmende, ich begrüße Sie herzlich …“
KAPITEL 1
– RHETORIK – DIE GROßE KUNST DER REDE
RHETORIK – DIE GROßE KUNST ZU REDEN
R
HETORIK VON DER
A
NTIKE BIS HEUTE
Die Vorläufer der heutigen Rhetorik
Die Schule von Athen
Protagoras und die Sophisten
Der Rhetor
Tropen, Redeschmuck und Wortfügungen
Die Stilqualitäten der Antike
Zwei-Stil-Lehre
M
ODERNE
R
HETORIK
Die Kunst zu reden
Rhetorische Darstellungsmethoden – Redefiguren
KAPITEL 2
– PROFESSIONELLE VORBEREITUNG EINER PRÄSENTATION
DIE PRÄSENTATION SEHR GUT PLANEN
R
ÄUMLICHE UND INHALTLICHE
V
ORBEREITUNG
Der geeignete Vortragsraum – Der passende Raum für die Präsentation
V
ISUALISIERUNG
Der Einsatz von Medien und Hilfsmitteln
Projizierte Folien
Die Memo-Karte
Anforderungen an die virtuelle Präsentation
KAPITEL 3
– STRUKTUR DER PRÄSENTATION – DER ROTE FADEN
DER PRÄSENTATION EINE NACHVOLLZIEHBARE STRUKTUR VERLEIHEN
V
ON
E
INLEITUNG BIS
A
BSCHLUSS
Erste Gedanken zur Planung einer Präsentation
Vorbereitung der Präsentation; sammeln – ordnen – fertigstellen
B
ASIS FÜR EINE PROFESSIONELLE
P
RÄSENTATION
Dynamisch und kurzweilig vortragen
Der Rote Faden
Dramaturgie
Das Redeziel
Vortrags- und Präsentationsarten
Zeitumfang und Reserve
Aktive Phasen und Lerneinheiten
D
ER
P
RÄSENTATIONS
-B
EGINN
Geschickt einsteigen – die Einleitung
Mit packendem Titel potentielle Interesse wecken
D
ER STRUKTURIERTE
H
AUPTTEIL
Makro- und Mikro-Planung
Die Organisation des Hauptteils
Chronologie, Zeitachse – damals, heute, dann
Die Präsentation in einen Rahmen packen
Storytelling
D
AS
P
RÄSENTATIONS
-E
NDE
Das zusammenfassende Finale
Verabschiedung und Schluss
Nachbereitung
KAPITEL 4
– DIE RHETORISCHE KRAFT DER WÖRTER – WORTSTIL
DIE RHETORISCHE KRAFT DES WORTES
D
IE
B
ASIS FÜR DIE VERBALE
K
OMMUNIKATION
Wortstil – Wörter werden lebendig
W
ÖRTERN EINEN
S
INN UND EINE
S
TIMME GEBEN
Stimmung und Atmosphäre schaffen
Lexeme
Die affektive Bedeutung eines Wortes
D
IE LÄSTIGEN
U
NWÖRTER
,Eigentlich‘ heißt ,eigentlich nicht‘
Ungeschickte Kraft der Wörter?
Ausdrucksweise – Lokution – Sprechakte
V
ON
B
UCHSTABEN ZUR SCHRIFT
Formen der Handschrift
Von der Schrift zu Bildzeichen – Die Emojis
V
ON
W
ÖRTERN ZUM AUSSAGEKRÄFTIGEN
S
ATZ
Der elegante Satzstil
V
ERALLGEMEINERUNG
, T
AUTOLOGIEN UND
A
LLITERATIONEN
„Jeder hat schon mal…“
Tautologie – Pleonasmus
KAPITEL 5
– DIE HÖRBARE KRAFT DER STIMME – SUPRASEGMENTALE MERKMALE
DIE HÖRBARE KRAFT DER STIMME
D
IE
B
ASIS FÜR DIE PARAVERBALE
K
OMMUNIKATION
Die wohlklingende, ,sonore‘ Stimme
Sprechrhythmus – Tonhöhe, Betonung und Lautstärke
Phonologie/Fonologie
Das Auslösen von Reaktionen durch die Stimme
Das Mittel der Betonung – Prosodie
Zäsur – Sprechpause – Kunstpause
KAPITEL 6
– DIE SICHTBARE KRAFT DER KÖRPERSPRACHE – KÖRPERSIGNALE
DIE UNTERSCHÄTZE KRAFT DER KÖRPERSPRACHE
D
IE
B
ASIS FÜR DIE NONVERBALE
K
OMMUNIKATION
Mit dem Körper sprechen – Die 7/93-Regel
D
IE
G
ESTIK
– M
IT HAND UND
F
Uß REDEN
Reaktion auf Aktion
W
AS DIE
K
ÖRPERSPRACHE VERRÄT…
Wohin mit den Armen und Händen beim Reden?
Die Arme in Bewegung
Lasst die Hände sprechen
Unwillkürliche und willkürliche Gesten
Blickkontakt vor großem Publikum auf der Bühne
I
M
A
USLAND WIRD EINE ANDERE
S
PRACHE DES
K
ÖRPERS GESPROCHEN
Körpersprachliche Missverständnisse vermeiden
Unterschiedliche Deutung bei Finger und Hand
Unterschiedliche Deutung bei Arm und Oberkörper
Unterschiedliche Deutung bei Kopf und Körper
Missverstehen bei ausländischen Zuhörern
KAPITEL 7
– DER ERSTE ENTSCHEIDENDE EINDRUCK – DIE MENSCHLICHE AUSSTRAHLUNG
DIE NICHT WIEDERHOLBARE KRAFT DES ERSTEN ENTSCHEIDENDEN EINDRUCKS
D
IE WIRKUNG DES EIGENEN ERSCHEINUNGSBILDS AUF DAS
G
EGENÜBER
Die entscheidenden ersten 7 Sekunden
Welches Bild der Präsentierende vermittelt
Blitzartiges Festlegen der eigenen Meinung
Die sich selbst erfüllende Prophezeiung
Der Auftritt des Präsentierenden
Deutungnonverbaler Signale
Die menschliche Ausstrahlung – das Menschometer
D
AS STRAHLENDE
G
ESICHT
„Zeige mir ein strahlendes Lächeln!“
Lächeln entwaffnet
KAPITEL 8
– DER LAIE WIRD PROFI – PROFESSIONELLES TRAINING
DER LAIE WIRD PROFI, DAS INTENSIVE TRAINING, DER PROFI
P
RÄSENTATIONS
-T
RAINING UND
R
HETORIK
-Ü
BUNGEN
Trainierendes Redens
1. Mentale Präsentation
2. Einzeltraining vor dem Spiegel
3. Training vor einer anderen Person
4. Auf Tonträger aufnehmen
5. Auf Bildträger aufnehmen
Redetraining vor Testpublikum
V
ORTRAGS- UND
P
RÄSENTATIONS
Ü
BUNG
Ständiges Training – hervorragende Umsetzung
1. Ablesen
2. Inhaltswiedergabe
3. Sprechdenken
4. Erzählung/Narratio
5. Sachbericht und Stellungnahme
6. Beschreibung
7. Schlagzeile
8. Sachvortrag
9. Meinungsrede – Überzeugungsrede
10. Verkaufsgespräch
11. Pitch
12. Motivationsrede
13. Rahmenrede
14. Festrede
15. Jubiläumsrede
16. Trinkspruch
17. Hochzeitsansprache
18. Tischrede
19. Laudatio (Lobrede)
20. Dankesrede
21. Trauerrede – Grabrede…
22. Smalltalk
24. Anmoderation
25. Moderation
26. Talk-Runde
27. Diskussion
28. Präsentation
29. Online-Präsentation
P
RÄZISE ERKLÄREN
So präsentieren, dass der andere eindeutig versteht
Links ist nicht immer links – Zweideutige Eindeutigkeit
Wer steht vorn, wer steht hinten?
Motorik
S
ENSIBEL AUSDRÜCKEN
Feinfühlig erklären
KAPITEL 9
– DER PROFI – SELBSTBEOBACHTUNG – KONSTRUKTIVES FEEDBACK
DER PROFI BENÖTIGT RÜCKMELDUNG
Ü
BUNG MACHT DEN
R
HETORIK
-M
EISTER
Der Laie wird Profi – Selbstbeobachtung, Training und Feedback bringen den Erfolg
Geheimnisvolle Hand- und Armhaltung – Gürtellinie
K
ONSTRUKTIVES
F
EEDBACK
Um eine kritische (Rück- )meldung bitten
KAPITEL 10
– NERVOSITÄT – LAMPENFIEBER – STRESS-ABBAU – ANTI-STRESS
NERVENDES LAMPENFIEBER UND BERUHIGENDE ANTI-STRESS ÜBUNGEN
D
IE INNERE
U
NRUHE
B
ESIEGEN
Schweißperlen auf der Stirn
Unwohlsein vor dem Auftritt
Nervosität und Lampenfieber
Positiver und negativer Stress
Sich der Gefahr stellen – oder fliehen?
Nervös vor dem Auftritt?
D
IE
S
TRESSAUSLÖSER BEI
V
ORTRÄGEN
Ungewollte Stressoren
So reagiert der Körper bei Lampenfieber
Blackout
Lampenfieber gehört dazu
Stress-Vermeidung und Minimierung der Nervosität
Techniken, um Nervosität in den Griff zu bekommen
T
RICKS ZUM
A
BBAU VON STRESS UND
N
ERVOSITÄT
Anti-Nervositäts-Tricks
1. Entspannungstechnik einsetzen
2. Fantasiereise unternehmen
3. Stress thematisieren
4. Mental vorbereiten
5. Innere Distanz schaffen
6. Probleme zerlegen
7. Herausforderungen suchen
8. Von außen betrachten
9. Stressfreie Zone
10. Auszeiten schaffen
11. Zeitmanagement nutzen
12. Abschalten können
13. Tagesablauf sprengen
14. Sie etwas Besonderes gönnen
15. Körperlicher Ausgleich
16. Gesunde Lebensführung
Nervosität unter Kontrolle
T
ECHNIKEN, UM
L
AMPENFIEBER IN DEN
G
RIFF ZU BEKOMMEN
Anti-Lampenfieber-Tricks
1. Der beruhigende Zauberstein
2. Das Lampenfieber wegschnicken
3. Tief Luft holen
D
IE MENTALE
R
HETORIK
-F
ALLE AUSTRICKSEN
Die acht kognitiven Fallen – Selbst-Beeinflussung
Negative Gedanken versus positive Lösungswege
1. Die Schwarz/Weiß-Falle
2. Die Verallgemeinerungs-Falle
3. Die Abwertungs-Falle
4. Die Verlierer-Falle
5. Die Filter-Falle
6. Die Muss-Falle
7. Die Ich-hab‘s-ja-vorher-gewusst-Falle
8. Die Nachbar-Falle
KAPITEL 11
– WECHSELWIRKUNG ZWISCHEN REDNER UND ZUHÖRER – RHETORISCHES FEUER ENTFACHEN
REDNER UND ZUHÖRER BEEINFLUSSEN EINANDER
W
AS
A
SAGT UND
B
VERSTEHT
„Das habe ich schon tausend mal gesagt...“
Bedürfnisse der Zuhörer
A
US EINER
M
ENSCHENMENGE WIRD EINE
M
ASSE
Wie die Menschenmasse handelt
Massenkommunikation
Sinnvoller rhetorischer Umgang mit dem Zuhörer
G
LUT ENTFACHEN,
F
EUER ÜBERSPRINGEN LASSEN, VERRÜCKTSEIN
Rhetorischer Brandstifter
Glut entfachen – Feuer entzünden
Der Optimist, der Pessimist und der Fortschritt
Verrückte Visionen und Visionäre
Das verrückte Denken steigert die eigene Begeisterung
Realist sein versus verrückt handeln?
Aus der gesellschaftlichen Norm gerückt
D
AS RHETORISCHE
F
EUER ÜBERSPRINGEN LASSEN
Vier Schritte der Feuer-Taktik
1. Rhetorische Lunte
2. Rhetorische Glut
3. Rhetorisches Feuer
4. Rhetorischer Brand
KAPITEL 12
– DAS PUBLIKUM AKTIV EINBEZIEHEN
DIE TEILNEHMENDEN AKTIV BETEILIGEN
I
NTERAKTION MIT DEN
T
EILNEHMERN
Alle Geschlechter berücksichtigen – Gendergerechte Präsentation
E
MPFANG DER
T
EILNEHMER * INNEN
„Schön, dass Sie hier sind.“
Umgang mit passiven Zuhörern
Umgang mit aktiven Zuhörern
Einbeziehen der Teilnehmer
Rollenspiele und Aktionen
Einbinden der Zuschauer*innen gleich zu Beginn
1. Eisbrecher
2. Alle etwas aufschreiben oder zeichnen lassen
3. Abstimmenlassen
4. Anschauungsmaterial zeigen
5. Statt stehen – hinsetzen
6. Allen Teilnehmern etwas in die Hand geben
7. Blickkontakt zum Medium lenken
8. Teilnehmer einbinden – Rollenspiel
KAPITEL 13
– DIE DYNAMISCHE PRÄSENTATION IM TEAM
DIE PRÄSENTATION IM TEAM
D
YNAMISCHE
P
RÄSENTATION IM
T
EAM
Die Stärken Einzelner nutzen
Echte Teamarbeit
KAPITEL 14
– ONLINE – PRÄSENTATION – AUFTRITT AUF DER VIRTUELLEN BÜHNE
PRÄSENTATION ÜBER DEN DIGITALEN WEG
Ü
BERZEUGENDE
T
ELE
-A
KTION
Auftritt auf der virtuellen Bühne
Abgeschnittene Körper und eingeschränkte Körpersprache
KAPITEL 15
– ALLE SINNE EINBEZIEHEN – WAHRNEHMUNG – SPIEGELNEURONEN
SEHEN – RIECHEN – TASTEN – SCHMECKEN – HÖREN
D
IE
W
AHRNEHMUNG ÜBER ALLE
K
ANÄLE
R
EIZEN
Körperliche Sensation
Über den ,richtigen‘ Sinneskanal ansprechen
D
AS AKTIVE
E
INBEZIEHEN ALLER
S
INNE
Alle Wahrnehmungskanäle ansprechen
Bewegte Bilder – Aus Bildern wird ein Film
Subjektive Wahrheit
Wie Farben wirken – Kleine Farbpsychologie
Anschauungsmaterial
KAPITEL 16
– MACHT DURCH MANIPULATION – BEWUSSTE IRREFÜHRUNG – RHETORISCHE LENKUNG
UNTERSCHÄTZTE MACHT DER MANIPULATION
L
ÜGT DIE
S
TATISTIK?
Ins bessere Licht stellen
Geschönte Darstellung des Ergebnisses
Darstellung der Ergebnisse
Die wundersame Vermehrung in der 3. Dimension – eine echte Schweinerei
Immer schön der Linie nach – Liniendiagramme
Mit Zahlen und Superlativen spielen
R
HETORISCHE
T
RICKS
Der Zuhörer soll etwas anderes verstehen
Unvollständige Vergleiche
R
HETORISCHE
L
ENKUNG
Der Zuschauer soll zustimmen
Das Individuum aus der Masse erkennen
KAPITEL 17
– HUMOR – IRONIE – ZWEIDEUTIGKEITEN SCHÖNFÄRBEREI
ALLES STAUBTROCKEN UND BIERERNST NEHMEN?
Z
WISCHEN DEN
Z
EILEN KOMMUNIZIEREN
Humor
Kategorien-Verwechslung – Gewollt komisch
Witz
Mehrdeutigkeit(Ambiguität)
Doppeldeutigkeit, zwischen den Zeilen sprechen
Zynismus
Sarkasmus
Diplomatie
Lüge
KAPITEL 18
– DIE AUTORITÄT DES ZITIERTEN NUTZEN – REDEWENDUNG – SPRICHWORT APHORISMUS
BEMERKENSWERTE ÄUßERUNGEN VON PERSÖNLICHKEITEN
Z
ITATE UND
R
EDEWENDUNGEN
An eine Autorität anhängen
Zitate
Sprichwörter
Redewendungen
Aphorismen
D
IE LETZTEN
W
ORTE
Im Anfang war das Wort- und am Ende?
KAPITEL 19
– PRESSEKONTAKT – PRESSEKONFERENZ – JOURNALIST – KAMERA-PERSPEKTIVE
KONTAKT MIT JOURNALISTEN UND PRESSE
D
ER
U
MGANG MIT DER
P
RESSE
Pressekonferenz
Statement
Die Journalisten sind eingeladen, Fragen zu stellen
Bundespressekonferenz
Hinterm Redepult Stellung nehmen
Fairness im Umgang zwischen Presse und Unternehmensvertretung
K
AMERAPERSPEKTIVEN UND
L
OCATIONS
Kamera-Perspektiven und Locations
Die kamerataugliche Kleidung
INDEX
Reden lernt man nur durch reden.
Marcus Tullius Cicero, röm. Redner (106 v. Chr.-43 v. Chr .)
Rhetorik, die ‚Redekunst‘, ist ‚ur-uralt‘. Menschen kommunizieren seit Ewigkeiten durch Töne, Stimme und Körpersprache, schätzungsweise seit Zeiten der Neandertaler auch mit Wörtern.
Die ‚alten‘ Griechen, unter ihnen Sokrates, Plato(n) und Aristoteles haben sich einen großen Teil ihres Lebens intensiv mit der Rhetorik auseinandergesetzt.
Schon damals wurde überlegt, wie logisch zu argumentieren ist, wie sich vor Gericht vernünftig verteidigt werden kann.
Wer rhetorisch geschult ist, kann seine Idee, seine Ware oder seine Dienstleistung überzeugend verkaufen‘.
Die Zuhörer werden gefesselt vom Inhalt der Rede, des Vortrags oder der Präsentation und sind begeistert vom vermittelten Inhalt beziehungsweise der überbrachten Botschaft.
Das rhetorische Feuer ist übergesprungen.
Als imageschädigend, verkaufshemmend oder Zeitverschwendung können langweilige, unverständliche und schlecht vorbereitete Präsentationen gewertet werden.
Die Zuhörer quälen sich durch den Vortrag, der gespickt ist mit ‚ähms‘, ‚eigentlich‘ und dem anonymen ‚man‘. Endlose Schachtelsätze, die ins Leere laufen, mit monotoner Stimme an die Wand projizierten Text ablesen, statische Unbewegtheit verstärken die schwache Präsentation.
Wird dann noch genuschelt, hohle Worthülsen und Fremdwörter eingestreut, sowie Blickkontakt gemieden und von Zetteln abgelesen, werden manche Zuhörer die Darstellung als Zumutung empfinden, sofern sie nicht einschlafen.
Umso wichtiger ist es, sich gut auf eine Präsentation vorzubereiten, die Zuhörer (ein)-zubinden und auftretendes Lampenfieber in den Griff zu bekommen.
Die thematischen Inhalte zum Bereich Soft Skills, Rhetorik, Kommunikation sind in der Buchreihe der ‚Big 5‘ erfasst.
Das vorliegende Buch „Das große Buch der Rhetorik 2100“ ist ein Schwesternbuch zu, „Das große Buch der Kommunikation und Gesprächsführung2100“, „Trickreiche Rhetorik 2100“, „Körpersprache – Lüge, Verrat, Macht 2100“ und „Soft Skills-Knigge 2100.
Da die Themen der 5 Bücher thematisch miteinander verknüpft sind beziehungsweise ineinandergreifen, bleiben manche Überschneidungen nicht aus.
Einige Teile des vorliegenden Textes sind in dem einen oder anderen Ratgeber aus der Reihe „Das kleine Handbuch der Rhetorik 2100“zu finden – für diejenigen, die nur ein bestimmter Bereich der Rhetorik interessiert.
Die Zahl 2100 im Titel steht dabei für das 21. Jahrhundert, was die Aktualität der Themen unterstreicht. Diese entsprechen den heutigen Anforderungen im beruflichen wie auch im gesellschaftlichen Umgang miteinander.
Das gilt für den präsenten Austausch vor Ort wie auch für die Online-Kommunikation über diverse Programme.
Das vorliegende Buch geht auf folgende Themen ein.
Rhetorik – Die große Kunst der Rede
Professionelle Vorbereitung einer Präsentation
Struktur der Präsentation – Der Rote Faden
Die rhetorische Kraft der Wörter – Wortstil
Die hörbare Kraft der Stimme – Suprasegmentale Merkmale
Die sichtbare Kraft der Körpersprache – Körpersignale
Der erste entscheidende Eindruck – Die menschliche Ausstrahlung
Der Laie wird Profi – Professionelles Training
Der Profi – Selbstbeobachtung – Konstruktives Feedback
Nervosität – Lampenfieber – Stress – Abbau – Anti-Stress
Wechselwirkung zwischen Redner und Zuhörer – Rhetorisches Feuer entfachen
Das Publikum aktiv einbeziehen
Die dynamische Präsentation im Team
Online-Präsentation – Auftritt auf der virtuellen Bühne
Alle Sinne einbeziehen – Wahrnehmung – Spiegelneuronen
Macht durch Manipulation – Bewusste Irreführung – Rhetorische Lenkung
Humor-Ironie – Zweideutigkeiten – Schönfärberei
Die Autorität des Zitierten nutzen – Redewendung-Sprichwort – Aphorismus
Pressekontakt – Pressekonferenz – Journalisten – Kamera-Perspektive
Liebe Leserin, lieber Leser, ich wünsche Ihnen viel Kurzweil beim Eintauchen in die hochinteressante Thematik der Rhetorik bis hin zur perfekten Kunst der Rede.
Ich wünsche weiterhin ein gutes Gelingen bei Ihren zukünftigen Reden, Präsentationen, Vorträgen und anderen rhetorischen Herausforderungen. Auf dass Sie in Zukunft all das, was Sie vermitteln wollen, rhetorisch professionell aber doch menschlich und vor allem überzeugend umsetzen.
Horst Hanisch
Danke:
Ich will nicht viele Worte machen, aber, wie es sich offensichtlich für (gute?) Bücher gehört, nutze ich hier die Gelegenheit, mich bei einigen Menschen, die mich psychisch und physisch bei der Realisierung dieses Projekts (fast selbstlos) unterstützten, mit geschriebenen Wörtern zu bedanken.
Da ist zum einen eine große Gruppe Studierender und zahlreicher Seminarteilnehmer, die mir nicht zählbare Beispiele in tatsächlich tausenden Präsentationen aus dem Leben, also live, lieferten.
Praktische Workshops und Seminare zeigten Bedürfnisse der Teilnehmenden auf, sodass sich auf die Dauer wertvolle Hinweise und Tricks für die praktische Umsetzung ergaben.
Weiterhin habe ich auch nicht all diejenigen Menschen, Bekannte und Freunde vergessen, die mir mit zahlreichen kleinen Ratschlägen bis großen Tipps wertvolle Hilfestellung gaben.
Habe keine Angst vor Perfektion – du wirst sie nie erreichen.
Salvador Felipe Jacinto Dali, span. Maler (1904 – 1989)
„Ich würde sagen wollen, dass eigentlich eben mal…“ Ups, mit welchem Redner haben wir es hier zu tun? Die Person scheint sich regelrecht zu winden in der sprachlichen Ausdrucksform.
Ist die Person lediglich nervös oder eingeschüchtert? Ist sie nicht gut vorbereitet oder steht sie nicht hinter ihrem Thema? Handelt es sich um eine rhetorisch ungeschulte Person, die unvorbereitet auf die ‚Menschheit losgelassen‘ wird?
So kann wohl niemand überzeugen, sei das Inhaltliche noch so wertvoll oder wichtig.
Chance vertan! Hiermit ramponiert! Geschäft kaputt!
Im vorliegenden Buch werden Techniken gezeigt, wie professionell präsentiert werden kann und wie die Zuhörenden menschlich einbezogen werden.
Natürlich bleibt es nicht aus, den Bereich der Manipulation in diesem Zusammenhang zu betrachten.
In dem Moment, in dem Sie, liebe Leserin, lieber Leser, erkennen, wie manipuliert werden kann, sehen Sie auch, wie Sie sich gegen Versuche der Manipulation in Ihrem Verhalten wehren können.
Beginnen wir ganz am Anfang. Am Anfang war das Wort. Oder doch nicht? Waren unsere Vorfahren nicht eher Wort-los?
War es nicht eher das Ungesprochene, mit dem sich unsere Ur-Ur-Ur-Vorfahren verständigten? Versteht sich nicht ein Schwarm Fische ohne ein Wort zu sprechen? Kommunizieren nicht Ameisen nonverbal, wohl aber durch (körperliche) Berührung?
Tatsächlich gibt es die Sprache im heutigen Sinne wohl erst seit 30.000 bis 100.000 Jahren. Laut neuesten Untersuchungen eventuell schon bei den Neandertalern vor 130.000 Jahren.
Selbst heute können wir gar nicht alles durch Wörter ausdrücken. Oder können Sie Ihrem Nachbarn erklären, wie eine Banane schmeckt?
Das Kunst-Wort ‚bananig‘ gilt dabei nicht, weil sich unser Gesprächspartner, hat er noch nie eine Banane gegessen, durch dieses Wort den Geschmack immer noch nicht vorstellen kann.
Manche Aussage zeigt, welche Gefühle die Sprache verrät. Zum Beispiel: „Ich kann dich nicht riechen“, oder „Das kann ich nicht begreifen.“ Manchmal bleibt jemandem das Wort ja auch sozusagen im Halse stecken.
Zu allem Überfluss heißt es hin und wieder gar, dass wir nicht alles wört-lich nehmen sollen (Ja wie denn sonst?)! Übrigens – manche können wohl ihre eigenen Wörter nicht verstehen: „Ich kann mein eigenes Wort nicht verstehen…“
So scheint es nicht mehr unbedingt zu verwundern, dass der US-Amerikanische Psychologe Albert Mehrabian herausgefunden hat, dass in der Kommunikation nur 7 % der vermittelten Informationen verbal übermittelt werden, aber 93 % durch die Art und Weise, wie die Wörter ausgesprochen werden, sowie durch die Körpersprache!
Es schadet nichts, wenn bei dieser umfangreichen Materie, die den Menschen allerdings tagtäglich begleitet beziehungsweise verfolgt, auch hin und wieder gelacht werden darf.
Zum Beispiel, wenn solch ein Satz geäußert wird: „Er betrachtete die Seezunge, die die Tante aß.“ Wer da wohl wen gegessen hat?
Da eine Sprache offensichtlich nicht als logisch zu bezeichnen ist, ergeben sich hin und wieder Situationen, die zum Schmunzeln reizen: Hat schon mal jemand ein Wört-chen mit Ihnen geredet (Und blieb es dann auch nur bei einem Wort)?
Oder hat Ihnen jemand schon mal sein Wort gegeben (Hatte er nur eines? – Und hat jetzt keines mehr? – Ist also jetzt Wort-los?).
Aber gut, es heißt ja dann auch „Jetzt haben Sie das Wort.“ (Wo denn?). Letztens wurde mal jemand beim Wort genommen, wobei die Zeitgenossenlieber sind, die um‘s Wort bitten.
Hin und wieder legt jemand auch sein Wort in Gottes Ohr (Haben Sie schon mal gehört, dass er es von dort wiederholte? – Sucht er deswegen manchmal nach Wörtern?).
Manch ein Zeitgenosse hält sein Wort (Fest? – Oder in den Händen?). Ein anderer wieder ergreift das Wort (War es geflohen?),der nächste wechselt ein Wort („Ich gebe dir das Wort ‚Nikolaus‘, und was kriege ich dafür?“).
Ein Wort kann – so scheint es – gut und schlecht sein:„Ich habe ein gutes Wort für ihn eingelegt.“ (Was war das wohl für ein ‚gutes‘ Wort?).
Wussten Sie, dass ein Wort gegessen werden kann: Wort-Salat? Oder, dass ein Wort in kriegerischen Auseinandersetzungen von Vorteil sein kann: Wort-Gefecht?
Es wird von Wort-Reichtum gesprochen. Deshalb erscheint es nachvollziehbar, was ein Ehepartner zum anderen sagte: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.“
Bis heute ist vorab allerdings nicht zu erfahren, welches wohl das letzte Wort sein würde. Aber, da fällt auf, ein anderer Nachbar erzählte mal, dass seine Frau immer das letzte Wort habe (Wobei immer noch nicht bekannt ist, um welches Wort es sich handelt).„Das ist mein letztes Wort!“ Aha.
Angeblich entsprechen die 50 meistgebrauchten Wörter einer Sprache etwa 45 Prozent eines geschriebenen Textes. Also doch eher Wort-Armut?
Die Leserin und der Leser mögen es nachsehen, wird in diesem Buch der eine oder andere Punkt ausführlicher beschrieben und manchmal auch etwas Humorvolles eingestreut.
Die präsentierende Person achtet nicht nur auf das gesprochene Wort, sondern auch auf das ‚Drumherum‘ im Vortragsraum oder im Veranstaltungssaal.
Wenn irgend möglich, informiert sie sich im Vorfeld über die technische Ausstattung und Möblierung des Raums. Falls möglich, lohnt unter Umständen ein Besuch im Vorfeld.
Die ansprechende Gestaltung des Raums sorgt für eine gewünschte Atmosphäre, die wiederum zum Gelingen der Präsentation beiträgt.
Lassen Sie zuletzt noch auf den Bereich des Rhetorik-Trainings hinweisen. Selbst wenn Sie wissen, wie Technik optimal einzusetzen ist, weshalb es sinnvoll erscheint zu zitieren, Sie es schaffen, unnötige Fülllaute und irreführende Unwörter zu vermeiden, heißt es noch lange nicht, dass der Transfer in die Praxis gelingt.
Deshalb gilt: Praktisch und tatsächlich üben. Haben Sie keine Angst vor Nervosität oder Lampenfieber. Das gehört dazu.
Die meisten Trainierenden können durch aktives Training in überschaubarer Zeit deutliche Verbesserungen erkennen.
Bei diesem komplexen Thema mit allen möglichen Facetten bleibt es nicht aus, dass manchmal eine eigene Meinung zu dem einen oder anderen Sachverhalt einfließt und einen subjektiven Schwerpunkt setzt.
Das diese Meinung nicht immer mit der Meinung anderer Menschen übereinstimmen muss, ist demnach relativ leicht nachvollziehbar. Und – nicht zu vergessen – es gibt bestimmt noch das ein oder andere Kapitel, das ergänzt werden könnte. Konstruktive Kritik und weiterführende Anregungen sind willkommen.
Lassen Sie uns Tacheles reden. Sagen Sie frei, was Sie denken, ohne andere zu verletzen. Das Wort Tacheles stammt aus dem Westjiddischen und bedeutet ‚Zweckmäßig reden, zur Sache kommen‘.
Also, lassen Sie uns zur Sache kommen. Nehmen Sie nur dann ein Blatt vor den Mund, wenn es wirklich notwendig ist.
Guten Erfolg.
Erkenne dich selbst.
Inschrift am Eingang des Apollotempels von Delphi
Die meisten Ur-Ur-Ur-Vorfahren heutiger Menschen kommunizierten eifrig miteinander. Die von der Gruppe als Leitung bestimmte Person übernahm die Führung durch die Geschicke der Zeit.
Die Führung brauchte rhetorische Überzeugungskraft, um Vertrauen ‚bei ihren Leuten‘ aufzubauen und zu halten. Sie schaffte es dank der Redekunst, die Gruppe, später den Stamm, dann die Bevölkerung gegen Angriffe von innen und außen zu schützen.
Fruchtbare Gebiete konnten besiedelt werden, Aufgaben wurden delegiert und Ziele gesetzt. Die Gesellschaft konnte sich weiterentwickeln.
Spätestens bei den ‚alten Griechen‘ tauchten heute noch namhafte Persönlichkeiten auf, Philosophen, Mathematiker, Rhetoriker, Astronomen, Feldherren und andere, die bedeutende Erkenntnisse erzielten und Wissen für die Nachwelt hinterließen.
Raffaello Sanzio da Urbina (auch Raffaello Santi, 1483 – 1520),bekannt als Raffael, war ein begnadeter Maler und Architekt.
Schon im Alter von 25 Jahren erhielt er von Papst Julius II. (1443 – 1513)den Auftrag, im Vatikan vier Wände der Stanza della Segnatura großflächig malerisch auszumalen.
Selbst für ein Genie wie Raffael war dieser hochwertige Auftrag bestimmt eine besondere Herausforderung.
Das bekannteste Fresko in seinem Werk ist ‚Die Schule von Athen‘,auf dem die Denker der Antike dargestellt sind.
Raffael gab sie naturgetreu und plastisch wieder, zumindest wie er sich das Erscheinungsbild der Abgebildeten vorstellte.
Im Mittelpunkt des Gemäldes platzierte Rafael Plato(n) mit dem Finger nach oben deutend (steht für die spekulative Philosophie) und Aristoteles (die empirische Philosophie vertretend).
Das Fresko zeigt die wichtigsten Persönlichkeiten der klassischen Philosophie. Unter anderem sind dort abgebildet:
Sokrates (470 – 399 v. Chr.,von seinen Schülern umgeben):
Ein großer Denker. Er musste Selbstmord begehen, indem er aus dem Schierlingsbecher trank.
„Ich weiß, dass ich nicht[s]weiß.“
Noch am Tag seines verordneten Selbstmordes versammelte er seine Freunde um sich und philosophierte über Leben und Tod.
„Es ist Zeit, dass wir gehen: Ich, um zu sterben, und ihr, um zu leben.“
So beendete Sokrates sein Todesurteil, dass das Gericht gegen ihn verhängt hatte.
Plato(n) (427 – 347 v. Chr., Schüler Sokrates):
Der Philosoph begründete die Philosophenschule, die ‚Akademie‘ (Akademos), die erst 529 durch Kaiser Justinian I. (482 – 564) geschlossen wurde.
„Der Anfang ist der wichtigste Teil der Arbeit.“
Dank seiner intensiven Arbeit stellte er sich selbst – und anderen – viele philosophischen Fragen, deren Antworten er anschaulich vermittelte oder sie zur Beantwortung ganz einfach anderen überließ.
Aristoteles (384 – 322 v. Chr., der berühmteste Schüler Platons):
Ein umtriebiger Naturforscher und Philosoph. Er eröffnete das einzige Gymnasium (Lykeion) in Athen. Er gilt als Begründer der Logik. Aristoteles war der Lehrer von Alexander dem Großen.
„Einen Fehler durch eine Lüge zu verdecken heißt, einen Flecken durch ein Loch zu ersetzen.“
Durch die Schulung seines Lehrers Plato(n) wurden viele Interessen in ihm geweckt. Seine Erkenntnisse teilte er unter anderem mit dem späteren König Alexander III., genannt der Große.
In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt:
Alexander der Große (356 – 323 v. Chr., Aristoteles‘ Schüler):
■ Ein makedonischer König.
Er lernte bei Aristoteles bis zu seiner Thronbesteigung im Jahre 336 v. Chr.
„Wenn ich nicht Alexander wäre, so würde ich Diogenes sein.“
Wer hat noch nicht von dem ‚Großen‘ Alexander gehört, der das Ende der (bekannten) Welt zu erreichen suchte.
Mit einem gigantischen Heer setzte er nach Kleinasien über, um Gebiete bis in die Nähe des heutigen Indiens zu erobern.
Welche rhetorische Überzeugungskraft muss Alexander gehabt haben, um seine Heerführer über Jahre hunderte von Kilometern von Zuhause wegzuführen?
Die Lebensleistung dieser Menschen ist beeindruckend.
Allein die genannten Personen haben einen starken Einfluss auf den geistigen und wirtschaftlichen Erfolg der betroffenen Menschheit und deren Nachkommen genommen.
Auf Raffaels Fresko sind noch weitere Größen abgebildet, von denen 5 hier erwähnt werden.
Viel Intelligenz und ausgeklügelte Rhetorik steckte in den Köpfen dieser antiken Griechen. Deren Einflussnahme blieb nicht ohne Folgen.
Mit dem Ende der Perserkriege entwickelt sich in Griechenland ein größerer Wohlstand. Gleichzeit entsteht das Bedürfnis nach Bildung.
Durch die demokratische Staatsform wird auch vom Bürger erwartet, dass er geschickt und frei reden kann. Somit entsteht der ‚Beruf‘ des Redetrainers.
Deren Kenntnisse wurden in der damaligen Zeit immer wichtiger und gefragter. Natürlich auch über die Grenzen Athens hinaus. So trugen die Redetrainer ihr Wissen in weitere Regionen.
Die Trainer, nämlich die Sophisten waren Wanderlehrer, die von einem Ort zum anderen zogen und gegen Entgelt Bildung und Beredsamkeit lehrten.
Sie werden mit dem Sammelbegriff Sophisten (Lehrer der Weisheit) bezeichnet. Der älteste und bedeutendste Sophist ist Protagoras aus Abdera (ca. 485 – 411/415 v. Chr.). Von ihm stammt der Satz: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge.“
Ein weiterer Grund des Bedürfnisses nach vernünftigem Redevermögen war die Notwendigkeit, eine eigene Verteidigung vor Gericht in Athen ab ca. 450 v. Chr. nur selbst vornehmen zu dürfen.
Kein Wunder, dass die Redekunst/Rhetorik sehr gefragt war besonders dann, wenn es hilfreich war, sich selbst verteidigen zu können.
Ursprünglich wird als Rhetor (pl. Rhetoren)ein redegewandter Redner bezeichnet, der vor Publikum auftritt. Später dann, als ‚Lehrer der Beredsamkeit‘, wurde er zum ‚Rhetorik-Lehrer‘.
Davor (siehe oben) wurde der Rhetorik-Lehrer als ‚Sophist‘ bezeichnet, jemand, der gegen Entgelt Rhetorik und begleitende Themen unterrichtete.
Dabei sind in der Rhetorik zwei Disziplinen (Formen) ausschlaggebend.
Rhythmus:
klanglich-rhythmisch
der Sprachablauf durch Betonung, Sprachmelodie und Pausen
Semantik:
semantisch
die Bedeutung der Wörter betreffend
Syntax:
syntaktisch
die Satzlehre betreffend
So zum Beispiel die Argumentations-Technik (Strukturen, die die Wahrheit zu Tage fördern oder verschleiern).
Wichtig hierbei: der Syllogismus, die Lehre vom Beweisverfahren.
Der Syllogismus (die Verknüpfung zweier Urteile zu einem dritten)besteht aus zwei Vordersätzen (Prämissen) und einem Schlusssatz (Konklusion).
Beispiel Syllogismus:
Erster Vordersatz (Prämisse): Menschen sind sterblich.
Zweiter Vordersatz (Prämisse): Herr Mertens ist ein Mensch.
Schlusssatz (Konklusion): Also ist Herr Mertens sterblich.
Nach Aristoteles ist ‚Mensch‘ in diesem Fall der Mittelbegriff.
In der Antike wurde unter anderem unterschieden zwischen Tropen (Wendungen), Redeschmuck und zwischen rhetorischen Wortfiguren in dreierlei Kategorien (Hinzufügen von Wörtern, Auslassen von Wörtern oder Umstellung von Wörtern) und so fort.
Gemeintist:
In einer Figur bleibt das Wort in seinem Sinn bestehen, aber mehrere Wörter ergeben in ihrer Verknüpfung eine Figur.
Da aber auch schon damals die Unterscheidung recht schwierig zu ziehen war, bezeichnen wir der Einfachheit halber alle Möglichkeiten als Redefiguren.
Die unten aufgelisteten Wortfügungen waren in der antiken Rhetorik wichtig. Heute können Sie benutzt beziehungsweise vermieden werden.
Geübte Redner setzen sie gerne ein.
Die ‚Kraft‘ der Rede soll im Verlauf der Präsentation oder des Vortrags zunehmen.
„Die besprochenen Punkte sollen Sie zum Nachdenken anregen, ja zum Umsetzen auffordern.“
„Ich sehe die Katastrophe vor mir, ja ich höre die Leidenden schon schreien.“
Vermeidung von Kakofonie (gr. ‚kakos‘ für ‚schlecht‘, ‚phone‘ für ‚Ton/Laut‘), also Missklängen in der Sprache.
Gemeint ist eine Folge schlecht klingender Laute oder schwierig auszusprechender Wörter (Beispiel: der Letztzitierte).
Das Gegenwort zu Kakofonie (auch Kakophonie) lautet Euphonie (nicht Euphorie!). Euphorie bezeichnet den Wohlklang eines Wortes.
Es wird ausgesprochen: afrika-n-isch, wobei das n der besseren Aussprache wegen eingefügt ist.
Ähnlich klingende Silben sollen nicht im selben Satz benutzt werden.
„Fischers Fritz fischt frische Fische.“
Es wird unterschieden zwischen Stilqualität und Stilart, die schon Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr. – 43 v. Chr.) vor mehr als 2.000 Jahren gruppiert hat.
Er stellte in seinem Buch ‚De oratore‘ (‚Über den Redner‘) dar, wie er den idealen Redner betrachtete.
In der Antike wurden folgende fünf Kategorien der Stilqualität unterschieden:
Die antike Rhetorik kannte drei Stilarten, die bei bestimmten Reden beziehungsweise Anlässen benutzt werden (mussten), (Stilarten =genera dicendi).
Die ursprünglich dritte Stilart wird hier noch ein weiteres Mal unterteilt, sodass sich noch eine vierte ergibt.
Zur Darstellung:
Wenn etwas einfach dargestellt werden sollte.
Kann jederzeit benutzt werden, Umgangston.
Zur Überzeugung:
Wenn etwas bewegt werden soll.
Benutzt viele Redefiguren.
Wird heute im täglichen Leben am ehesten vorkommen.
Dient zur angenehmen Unterhaltung.
Zur Würdigung:
Wenn würdevolle Anlässe ausgesuchte Wörter verlangen.
Beste Wortwahl.
Zur Leidenschaft. (Im antiken Sinn gehört diese Stilart zur dritten aufgelisteten):
Wenn düstere Leidenschaft dargestellt werden soll.
Darstellung in schwülstiger Art.
Beste Wortwahl.
Wirkt manchmal ‚aufgeblasen‘.
Im Gegensatz zum ‚schlichten Stil‘ steht der Asianismus (aus Kleinasien stammend). Das war ein Stil in der antiken Rhetorik, mit dem der Name Hegesias von Magnesia (und 320 v. Chr.- 280 v. Chr.) verbunden wird.
Gerne wurden kurze Sätze mit überladenen, nach Effekten haschenden, schwülstigen Formulierungen benutzt.
Im späten Mittelalter wurde aus den drei genera die Zwei-Stil-Lehre entwickelt.
Zwei Stile:
Einfacher Stil (ornatus facilis).
Schwerer Stil (ornatus difficilis).
Unabhängig davon, ob und welche Stilart Sie anwenden, werden Sie merken, dass Sie fast automatisch zu bestimmten Anlässen unterschiedlich reden werden.
Anlässlich einer Hochzeitsrede wird anders gesprochen als im Trauerfall. Mit einem Arzt wird sich üblicherweise anders ausgetauscht als mit dem Nachbarn.
Der gute Redner, die gute Rednerinnen, bleibt angemessen in der Wortwahl. Sie stärken durch das rhetorische Auftreten ihre Authentizität.
Rhetorik ist die Kunst, die Menschen durch Reden zu dem zu bringen, was der Redner will.
Theodektes (Freund von Aristoteles), Poet (ca. 380 v. Chr.- 340 v. Chr.)
Was bedeutet Rhetorik? Wird ein Lexikon aufgeschlagen, finden sich Definitionen wie: Redelehre, Redekunst, Redefähigkeit.
Rhetorik kann unter anderem in folgende besondere Redehandlungen gegliedert werden:
Die Ziele der Rhetorik lassen sich so darstellen:
Ziel der Rhetorik:
Prozesse des Mitdenkens auslösen.
Mitdenkfähigkeit entwickeln.
Verhaltensweisen stärken/ändern.
Kritikfähigkeit stärken.
Im Gegensatz zur Kommunikation, in der sich zwei Gesprächspartner verbal und nonverbal etwas mitteilen und in der Regel eine unbewusste Beeinflussung stattfindet, kann Rhetorik eher so beschrieben werden:
In der Rhetorik versuchen zwei Kommunikations-Partner, sich bewusst zu manipulieren.
Natürlich sollte klar sein, dass Kommunikation immer beeinflusst oder manipuliert.
Da Menschen ständig (verbal wie nonverbal) miteinander kommunizieren, ist abzuleiten, dass untereinander auch ständig manipuliert wird.
Nur durch das Bewusstwerden dieser Tatsache kann sich der Einzelne bemühen, so objektiv (sachlich, frei von Emotionen) wie möglich zu reden.
Im englischen Unterhaus soll die Labour-Abgeordnete Bessy Smith eines Tages Sir Winston Churchill mit den Worten unterbrochen haben: „Wenn Sie mein Mann wären, würde ich Ihnen Gift in den Kaffee tun.“
Ungerührt soll Churchill erwidert haben: „Wenn Sie meine Frau wären, würde ich den Kaffee trinken.“
Rhetorische Figuren, also Redefiguren, sind Stilmittel zur Ausschmückung, Verdeutlichung, Veranschaulichung und Verlebendigung der sprachlichen Aussage.
Es gibt eine Unzahl rhetorischer Darstellungsmethoden für einen Vortrag beziehungsweise in einer Präsentation. Einige sind vom Autor ausgewählt und hier in fünf Gruppen dargestellt.
1. Gruppe:
Anschauliche Redefigur
2. Gruppe:
Eindringliche Redefigur
3. Gruppe:
Spannende Redefigur
4. Gruppe:
Ästhetisch anschauliche Redefigur
5. Gruppe:
Kommunikative (den Zuhörer einbeziehende) Redefigur
Wiederholung (ruft Erinnerungen wach).
Manipulierte Wiederholung:Zum Beispiel durch gezielte Wortwahl.
„Ich rede von 100 Menschen. 100 Menschen!“
Genau 100 Personen.
Knapp 100 Menschen.
Weniger als 100, bedeutet wenig, gleichzusetzen mit negativem Bild.
Fast 100 Menschen.
Also beinahe 100, bedeutet viel, gleichzusetzen mit positivem Bild.
Stereotype Wiederholung:Immer dieselbe Wiederholung.
Etwas wird immer und immer wieder wiederholt, wobei es durch die Wiederholung noch lange nicht zur Wahrheit wird.
Zitat: ‚Behauptung ist nicht Beweis‘, William Shakespeare, (1564 -1616)
Quantitative Multiplikation:Auf die Anzahl der Menschen bezogen.
„Kaum einer hat widersprochen.“
„Die meisten sind dafür.“
„Alle sagen, das ist richtig.“
Qualitative Verstärkung:Auf ‚Autorität‘ bezogen.
Medien (Zeitung) bemühen
Autorität (Zitat) erwähnen
Wissenschaft (Tests), Statistik angeben. „Laut Statistik …“
Wörtliche Wiederholung:Wie bei Ausrufen
„Achtung, Achtung …“
Wörtliche Wiederholung: Wie bei Ausrufen.
„Keiner, wirklich keiner …“
„… dann, nur dann …“
Teilwiederholung:Anaphora.
„Ich behaupte erstens, ich behaupte zweitens, …“
Erweiterte Wiederholung(Geminatio):
„Ich behaupte erstens, ich behaupte
bewusst
erstens …“
Wiederholung Schlusswörter eines Satzes (Epiphora):
„Ich will, dass es unserem Unternehmen gut geht. Ich will, dass es Ihnen gut geht.“
Raffung:Zusammenfassung in wenigen Sätzen.
Zitat:
„Ich zitiere Barack Obama, …“
Kreuzstellung (Chiasmus):
„Geld ausgeben ist leicht, Geld einnehmen hingegen schwer.“
Verdeutlichung (Correctio):
„Ich habe ihn gebeten, nein, ich habe ihn
aufgefordert.
“
Steigerung (Klimax):
Zeitliche Steigerung.
„Heute. morgen. übermorgen.“
„Erst. dann . schließlich.“
Kette:
Eines baut logisch auf das nächste auf.
A weil B, B weil C
Vorbehalt-Verzögerung (retardierendes Moment):
Spannung wird aufgebaut.
„Sag‘ ich gleich.“
Überraschung (Sustentio):
Ein ‚Aha – Erlebnis‘ wird erzeugt.
„Alle tun‘s – ich nicht.“
Ankündigung (Hinweis – Ziel):
Auch hier wird eine Spannungskurve aufgebaut.
„Sie werden staunen. Ich will …“
Auslassung (Ellipse):
Es erfolgt die Raffung einer Gedankenfolge.
„Ich … auf dem Markt … solche Kürbisse …!“
Gegenpaar (Antithese):
„Die Liebe ist ideal, die Ehe real.“
„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein hingegen sehr.“
Begriffspaar:
Vorteile – Nachteile
damals – heute
Absicht – Ergebnis
Kontraste:
schwarz – weiß
positiv – negativ
Einzelner – Alle
Hier einige extreme Formen:
Schwarzseherei, Schwarzseher (Defätismus, Defätist):
Die Zukunft negativ sehen.
„Oh, oh, wie sollen wir das alles bewältigen? Das schaffen wir nicht.“
Feindseligkeit (Polemik):
Gegen eine andere Ansicht scharf und unsachlich argumentieren.
„Das ist Unsinn, was Sie sagen. Erstens weil …“
Volksaufwiegelung (Demagogie, Demagoge):
Politische Hetze.
„Lasst euch das nicht gefallen! Stürmt das Parlament!“
Das Unwort des Jahres wird seit 1991 jährlich ermittelt.
Eine Jury an der Universität Frankfurt am Main stützt sich bei der Auswahl auf Zuschriften von Bürgerinnen und Bürgern.
Bis 1994 wurde das ‚Unwort des Jahres‘ im Rahmen der Gesellschaft für deutsche Sprache gekürt. Danach hat sich die Jury als ‚Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres‘ selbständig gemacht.
Hier ein Auszug aus der Satzung: Die Entscheidung über das ‚Unwort des Jahres‘ trifft eine Jury. Diese besteht aus vier ständigen Mitgliedern, durch germanistische Ausbildung oder Tätigkeit ausgewiesenen Sprachwissenschaftlern oder Sprachwissenschaftlerinnen und zwei Mitgliedern, die einen Bereich der öffentlichen Sprachpraxis (zum Beispiel Medien, Kulturinstitutionen, Politik, Verbände) vertreten.
Hier eine Auswahl:
1992: ethnische Säuberung (Propagandaformel im ehemaligen Jugoslawien.)
1995: Diätenanpassung (Beschönigung der Diätenerhöhung im Bundestag.)
2002: Ich-AG (Der Begriff ist eine Neuschöpfung aus dem Umfeld der Vorschläge der Hartz-Kommission zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland.)
2003: Tätervolk (Ein grundsätzlich inakzeptabler Kollektivschuldvorwurf.)
2007: Herdprämie (Ausgleich für Eltern oder Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen, statt einen Krippenplatz in Anspruch zu nehmen.)
2008: notleidende Banken (Banken, die die Krise verursacht haben.)
2014: Lügenpresse (Dieser Ausdruck wurde im 1. Weltkrieg und im Nationalsozialismus verwendet. 2014 demonstrierten Bürger auf der Straße und skandierten diesen Begriff, ohne die historischen Hintergründe zu kennen.)
2015: Gutmensch (Benennung von ehrenamtlich arbeitenden Personen, die Flüchtlingen helfen. Deren Hilfsbereitschaft wird als weltfremdes Helfersyndrom abgetan.)
2020: (Es wurden 2 Ergebnisse gekürt): Rückführungseigenschaften (Die EU-Kommission beschreibt die beschönigende Idee, Geflüchtete in Mitgliedsstaaten zurückzuführen. Dort soll dann die Abschiebung erfolgen.) und Corona-Diktatur (Wort, das von Impfgegnern und Andersdenkenden benutzt wird, um die Corona-Schutzmaßnahmen in Verruf zu bringen.).
Einschub/Einflechtung einer kleinen Zwischenbemerkung (Parenthese).
Der Einschub könnte als eigenständiger Satz gelesen werden:
„Diese Überlegung – in unserer Unternehmensphilosophie ist das Vorgehen festgelegt – es ist äußert wichtig.“
Vorgriff/Einwand – Vorausnahme (Prolepsis):
„Sie werden Bedenken haben.“
Scheinfrage/rhetorische Frage. Die Frage könnte vom Zuhörer beantwortet werden, wird aber tatsächlich vom Redner selbst beantwortet:
„Wohin soll das führen?“
„Wann wirst du mir mal richtig zuhören?“
„Wann wirst du endlich erwachsen?“
Mitverstehen (Synekdoche). Die Zuhörer wissen, worum es geht:
Berlin und Washington stimmen überein. (Die Vertreter beider Länder [Berlin steht Deutschland, Washington für die USA] sind gleicher Meinung.)
Karlsruhe statt Bundesgerichtshof.
Auslegekunst (Hermeneutik):
Das parallele einfühlende Verstehen einer Information.
„Wie geht es?“ -„Ok.“ Was steht hinter der Aussage? Geht es dem Antwortenden wirklich gut?
Liebe Leserin, lieber Leser, hoffentlich schwirrt Ihnen nicht der Kopf wegen der vielen Fremdwörter und der unterschiedlichen Möglichkeiten.
Es ist für viele Lernende nicht zwangsläufig sinnvoll, die genannten Beispiele (und viele andere mehr) stupide auswendig zu lernen.
Viel wichtiger erscheint es, einige der gezeigten Muster in der Praxis zügig einsetzen zu können.
Suchen Sie sich die Fälle aus, die Ihnen sinnvoll erscheinen und trainieren Sie die praktische Anwendung.
Außerdem werden Sie die kommunikativen Tricks einiger Redner entlarven und deren rhetorische Kraft analysieren können.
Konferenzen beruft man ein, wenn man nicht mehr allein weiter weiß.
William Penn Adair ‚Will‘ Rogers, US-am. Humorist (1879 – 1935)
Eine Präsentation ist geplant. Bevor es an die Umsetzung geht, wird sich die beauftragte Person über die Ausstattung am Veranstaltungsort und die räumlichen Gegebenheiten informieren.
Die Präsentation kann vor Ort stattfinden oder sie wird über eine Online-Plattform durchgeführt. Zuerst wird hier auf die Präsenz-Veranstaltung eingegangen. Ist die Präsentation auf großer Bühne vorgesehen, in einem überschaubaren Besprechungsraum, im Freien oder in einem TV-Studio?
Die Raumgröße soll auf die erwartete Teilnehmerzahl abgestimmt sein. Drängen sich die Anwesenden, kann das zum ungewollten Gefühl der bedrohlichen Enge führen oder zu einem undefinierten Unwohlsein.
Ist der Raum hingegen zu groß, verlieren sich die Anwesenden. Sie vermissen unter Umständen das Gefühl des sozialen Zusammenseins. Vielleicht denken sie auch, das Interesse am Präsentationsthema sei (zu)gering und das Dargebotene sei wertlos.
Sollten Sie als Redner/Rednerinnen eingeladen sein, erkundigen Sie sich am besten rechtzeitig im Vorfeld.
Falls Sie Material oder Geräte mitbringen: Wie kann vor Ort Material in den Raum transportiert werden? Gibt es Lagermöglichkeit?
Es kann auch interessant für Sie sein, ob Ihnen ein kleiner Ruhe-oder Vorbereitungsraum zur Verfügung gestellt wird. Eventuell wollen Sie sich kurz zurückziehen, um sich mental zu sammeln, sich umzuziehen oder eine Anti-Stress-Übung umzusetzen.
Gegebenenfalls wollen Sie Ihre Garderobe oder andere Unterlagen (dort)deponieren. Manchmal erscheint es sinnvoll, sich einen Bestuhlungsplan schicken zu lassen.
Überlegen Sie und klären Sie, ob und wann Sie in den Raum können, um sich zu akklimatisieren oder um eine Mikrofon-Probe vorzunehmen.
Wollen Sie etwas vorbereiten und Unterlagen verteilen? Planen Sie genügend Zeit ein.
Bei bester einkalkulierter Vorbereitungszeit kann es immer wieder zu unerwünschten Verzögerungen kommen, da ‚ der Schlüssel nicht zu finden ist‘ oder kurzfristig umdisponiert werden musste.
Folgende Gegebenheiten des Raumes beeinflussen den Erfolg Ihrer Präsentation:
Wo befindet sich der Veranstaltungsraum (Ort, auch in welchem Gebäude)?
Wie lässt sich das Raumlicht beeinflussen?
Gibt es einen Dimmer?
Ist ein Strahler auf die Bühne oder den Redner gerichtet?
Größe des Raumes (qm)
Wie und wo wird Publikum platziert?
Wie ist die Bestuhlung des Raumes? Sitzen die Gesprächsteilnehmer in einer Stuhlrunde?
Sitzen die Gesprächsteilnehmer hinter Tischen.
Gibt es Tageslicht, sind Fenster im Raum?
Wie lassen sich Fenster abdunkeln?
Können Fenster zur Luftzirkulation geöffnet werden und/oder gibt es eine Klimaanlage? Wie ist diese zu steuern?
Werden Mikrofone benötigt? Ist eine Mikrofonanlage vorhanden und wie funktioniert sie?
Wer bedient sie?
Gibt es Echo, Verzerrung oder Rückkopplung?
Wird ein Headset oder ein Handmikrofon bereitgehalten (letzteres beeinträchtigt die Körpersprache)?
Eigenes Büro oder Besprechungszimmer? TV-Studio? Messehalle?
Werden Hilfsmittel oder Medien benötigt?
Wo können die eigenen Unterlagen deponiert werden?
Je mehr Möbel, desto mehr wird Schall geschluckt, zum Beispiel in einem Gastraum.
Sind ausreichend Stromanschlüsse für mitgebrachte elektrische Geräte vorhanden?
Ab wann kann der Redner/Moderator zur Vorbereitung in den Raum?
Gibt es einen Schlüssel zum Raum?
Wer hält diesen bereit?
Lassen Sie sich vorab sagen, wer Ihre Ansprechperson ist, ob Sie sie vorab kontaktieren können.
Falls Sie für die Präsentation verkabelt werden sollten, klären Sie im Vorfeld
Das Bild ist die Mutter des Wortes.
Hugo Ball, dt. Schriftsteller (1886 – 1927)
Egal ob Sie frei redend ein Medium wie Flipchart, Whiteboard, Pinnwand, Smartboard oder andere einsetzen, ist bei der Benutzung immer wieder zu beobachten, dass sich der Präsentierende eifrig und intensiv dem Medium zuwendet – und damit gleichzeitig dem Publikum den Rücken zudreht.
Das ist unklug, kann er die Reaktionen im Publikum nicht mehr erkennen. Auch richtet sich der Schall des gesprochenen Wortes vom Publikum weg und wird damit häufig schlechter wahrgenommen.
Dieses Verhalten gilt schlichtweg als unprofessionell. Gerade dann, wenn die präsentierende Person fast selbst verliebt auf die ‚ ach so schön‘ gestaltete Folienprojektion blickt.
Um möglichst das Publikum im Auge behalten, werden die eingesetzten Medien soweit wie möglich vorbereitet. Also sind Überschriften bereits aufgeschrieben, Karten angepinnt.
Eine Ergänzung kann dann während der Präsentation erfolgen, wobei viel mit Symbolen, Abkürzungen oder vorbereiteten Karten gearbeitet wird.
Vermeiden Sie, komplette Fließtexte aufzuschreiben. Da Sie in der Regel Erklärungen zu dem geben, was Sie schreiben, genügt die oben erwähnte Umsetzung.
Weiter gilt: Erst schreiben, dann reden. Auch wenn eine kleine Sprechpause entsteht, sollte das beim Zuhörer nachvollziehbar und damit verständnisvoll ankommen.