Nele Forbergs Leidensweg - Patricia Vandenberg - E-Book

Nele Forbergs Leidensweg E-Book

Patricia Vandenberg

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Beschreibung

Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. Patricia Vandenberg ist die Begründerin von "Dr. Norden", der erfolgreichsten Arztromanserie deutscher Sprache, von "Dr. Laurin", "Sophienlust" und "Im Sonnenwinkel". Ohne ihre Pionierarbeit wäre der Roman nicht das geworden, was er heute ist. »Ich hab jeden Tag Ostern«, stöhnte Felicitas Norden und hob jedes einzelne Sofakissen von der Couch in ihrer Suite. »Ich suche immer irgendwas.« Es war noch früh am Morgen, und diesmal war ihr Wunsch in Erfüllung gegangen. Anders als in Amerika wurde die ›Caribbean Pearl‹ bei der Einfahrt in den Hafen von Nassau von einem romantischen kleinen Leuchtturm empfangen und von Palmen, die sich im Wind bogen. Dr. Daniel Norden kam gerade aus dem Bad. Er hatte die Bemerkung seiner Frau gehört und lachte. »Was ist es denn diesmal?« Fee stand vor dem Sofa und sah sich ratlos um. »Meine Sonnenbrille. Ich könnte schwören, dass ich sie gestern auf die Lehne gelegt habe.« »Nimm doch inzwischen die hier, bis du eine andere findest«, empfahl Daniel und deutete auf das Etui, das neben einem Stapel Bücher auf dem Couchtisch lag. Kopfschüttelnd steckte Fee das Corpus delicti ein. »Danke, mein Schatz. Was würde ich nur ohne dich tun?« Sie drehte sich zu ihm um und küsste sein frisch rasiertes Gesicht. »Genau das, was du heute tun wirst«, erwiderte er mit einem Blick auf die Uhr.

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Seitenzahl: 113

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Dr. Norden – 42 –

Nele Forbergs Leidensweg

Kann Dr. Norden Hilfe leisten?

Patricia Vandenberg

»Ich hab jeden Tag Ostern«, stöhnte Felicitas Norden und hob jedes einzelne Sofakissen von der Couch in ihrer Suite. »Ich suche immer irgendwas.«

Es war noch früh am Morgen, und diesmal war ihr Wunsch in Erfüllung gegangen. Anders als in Amerika wurde die ›Caribbean Pearl‹ bei der Einfahrt in den Hafen von Nassau von einem romantischen kleinen Leuchtturm empfangen und von Palmen, die sich im Wind bogen.

Dr. Daniel Norden kam gerade aus dem Bad. Er hatte die Bemerkung seiner Frau gehört und lachte.

»Was ist es denn diesmal?«

Fee stand vor dem Sofa und sah sich ratlos um.

»Meine Sonnenbrille. Ich könnte schwören, dass ich sie gestern auf die Lehne gelegt habe.«

»Nimm doch inzwischen die hier, bis du eine andere findest«, empfahl Daniel und deutete auf das Etui, das neben einem Stapel Bücher auf dem Couchtisch lag.

Kopfschüttelnd steckte Fee das Corpus delicti ein.

»Danke, mein Schatz. Was würde ich nur ohne dich tun?« Sie drehte sich zu ihm um und küsste sein frisch rasiertes Gesicht.

»Genau das, was du heute tun wirst«, erwiderte er mit einem Blick auf die Uhr. »Haben wir noch Zeit für ein gemeinsames Frühstück?« Ein Anflug von Enttäuschung trübte seine Miene.

»Haben wir«, tröstete Fee ihn schnell. »Außerdem sollst du doch nicht traurig sein. Immerhin freust du dich auf die Erfahrung, Leiter eines Hospitals auf einem Kreuzfahrtschiff zu sein. Zumindest hast du mir das gestern Abend glaubhaft versichert«, erinnerte sie ihn an das Gespräch, das sie am vergangenen Abend an Deck geführt hatten.

»Vielleicht habe ich meine Meinung über Nacht geändert.« Er schlang die Arme um sie und hielt sie fest, als wollte er sie nicht gehen lassen.

»Um mit mir bunt schillernde Papageien, Pfauen und die seltenen Iguana-Echsen zu bewundern?«, zählte Fee ohne jedes Mitleid das auf, was sie schon am frühen Morgen in den Schiffsnachrichten gelesen hatte. »Oder würdest du lieber mit dem Katamaran hinaus aufs türkisfarbene Meer fahren und dich später am schneeweißen Sandstrand aalen?«

Daniel schob seine Frau von sich und unterzog sie einer eingehenden Musterung.

»Ich glaube, ich muss mal ein ernstes Wort mit deinem Vater reden.«

»Mit meinem Vater?« Fee legte den Kopf schief. »Warum das denn?«

»Ich muss ihn dringend darauf hinweisen, dass er dir den falschen Namen gegeben hat«, löste Dr. Norden das Rätsel bereitwillig auf. »Du hättest nicht Fee, sondern Hexe heißen sollen.«

Mit einer Drehung wand sie sich aus seinen Armen, dass er Gelegenheit hatte, ihren Anblick zu bewundern. Zu einem bestickten Trägerhemd in Taupe trug sie weiße Shorts und bronzefarbene Flipflops. Ein paar Stunden an Deck hatten genügt, um ihrer Haut eine leichte Tönung zu verpassen. In den Augen ihres Mannes wurde Fee mit jedem Tag nicht nur reifer, sondern auch schöner. Im Normalfall freute er sich auch an ihrem Anblick. Anders an diesem Urlaubstag, an dem er sie nicht begleiten konnte. Zu allem Überfluss war das seine eigene Entscheidung.

»Und du hättest Lars’ Angebot, die Leitung des Hospitals für die Dauer seiner Erkrankung zu übernehmen, nicht annehmen müssen«, dachte sie gar nicht daran, ihn zu bedauern. Stattdessen griff sie nach der großen Tasche, die farblich auf Top und Schuhe abgestimmt war, und packte Sonnenbrille, Portemonnaie und Creme ein. Als Fee damit fertig war, lächelte sie ihren Mann engelsgleich an. »Wenn du aber tief in dein Innerstes hörst, wirst du feststellen, dass diese Chance genau das ist, wovon du insgeheim geträumt hast.« Sie streckte die Hand aus und streichelte seine Wange.

Daniel hielt sie fest und küsste die Innenfläche. Dabei sah er Fee tief in die Augen. Wie so oft kannte sie ihn fast besser als er sich selbst.

»Und du bist mir auch wirklich nicht böse?«

Felicitas erwiderte seinen Blick. Wie immer, wenn sie etwas im Schilde führte, sprühten ihre Augen Funken.

»Unter einer Bedingung«, verlangte sie, und schon schwante den Arzt Übles, als sie schmunzelnd fortfuhr. »Du sprichst nicht mit meinem Vater. Das mit der Hexe bleibt unter uns.«

Ob er wollte oder nicht musste Daniel laut auflachen.

»Ich glaube, das lässt sich einrichten«, versprach er. »Und jetzt ziehe ich mich schnell an, sonst wird das mit dem gemeinsamen Frühstück nichts mehr.« Er küsste sie noch einmal, um dann, nur mit Retroshorts bekleidet, an ihr vorbei zum Kleiderschrank zu gehen.

Fees bewundernder Blick folgte ihm. Auch nach all den Jahren hatte er nichts von seiner Anziehungskraft auf sie verloren.

»Schade eigentlich!«, stellte sie fest und gab ihm einen Klaps auf den Po, den er vorsichtshalber ignorierte. Andernfalls hätte er nicht dafür garantieren können, dass sie die Suite an diesem Tag überhaupt noch verlassen hätten. Weder in Richtung Hospital noch in Richtung Karibikstrand.

*

Von einer Harmonie, wie sie zwischen dem Ehepaar Norden herrschte, konnte Nele Forberg nur träumen.

Verschreckt wie ein junges Reh stand sie neben der Tür ihrer Suite und ließ ihren Mann nicht aus den Augen.

»Warum dieser Ausflug? Du solltest bei mir sein und mich pflegen«, schimpfte er, während er vor ihr auf und ab humpelte. »Immerhin hab ich das hier dir zu verdanken!« Er blieb vor ihr stehen und schüttelte den eingegipsten Arm vor ihrer Nase. Vor Angst stockte Nele der Atem, und ihre Augen wurden groß und rund wie Untertassen.

»Ich hatte keine Chance«, beteuerte sie. »Fee Norden hat so lange auf mich eingeredet, bis ich nicht mehr nein sagen konnte.« Das war nicht die Wahrheit. Aber obwohl Nele Forberg nur Gewalt noch mehr hasste als Lügen, hatte sie keine Wahl. »Was hätte ich denn tun sollen? Die Nordens sollen doch weiter daran glauben, dass wir uns beim Sturm verletzt haben.« Unwillkürlich hob sie die Hand und betastete die Kruste auf der Lippe.

Lars stand im T-Shirt vor ihr. Jeder einzelne Muskel zeichnete sich durch den dünnen Stoff ab. Seine Brust hob und senkte sich, während er ihr in die Augen starrte. Jeden Augenblick rechnete Nele damit, dass es wieder passieren würde. Er holte tief Luft.

Aber plötzlich geschah etwas. Plötzlich änderte sich sein Gesichtsausdruck. Die Härte verschwand und seine Züge wurden fast weich, mitfühlend.

»O Nele. Ich wollte das nicht. Aber du hast mich gezwungen. Das weißt du doch, oder?« So weich seine Miene war, so stechend war der Blick aus seinen Augen.

»Ja, natürlich weiß ich das.« Neles Stimme war tonlos. Schon wieder eine Lüge.

Lars bemerkte es nicht.

»Genauso, wie du weißt, dass das alles nicht passiert wäre, wenn du nicht versprochen hättest, Lilli zu helfen«, wiederholte er die immer gleiche Erklärung.

Als sich der Gipsarm ihrer Wange näherte, zuckte Nele zurück.

»Hey, Kleines, darf ich dich jetzt noch nicht mal mehr streicheln?« Seine Finger kratzten über ihr Gesicht. Sie traute dem Frieden nicht und wagte kaum zu atmen.

»Doch, natürlich«, krächzte sie.

Lars lachte leise.

»Ein Glück. Ich hatte schon Angst, du liebst mich nicht mehr.«

»Wie kommst du denn auf so was?« Nele hörte sich lachen und fürchtete sich vor diesem Geräusch. »Natürlich liebe ich dich.«

»Warum versprichst du unserer Tochter dann Dinge, von denen du genau weißt, dass ich sie nicht will?« Lars nahm ihr Gesicht in eine Hand und drückte es zusammen.

Es tat nicht weh. Trotzdem hämmerte Neles Herz in ihrer Brust.

»Weil … weil … weil ich will nicht, dass wir sie ganz verlieren. Und das tun wir, wenn wir ihr nicht helfen.« Trotz ihrer Angst hatte sie die Hoffnung, ihren Mann zu erreichen, immer noch nicht aufgegeben.

Und wurde wieder enttäuscht.

»Wenn du nicht so schwach geworden wärst, hätte Lilli niemals was erfahren. Du hättest dir eine Ausrede einfallen lassen können. Irgendwas …«

In diesem Moment hatte Nele genug. Todesmutig entwand sie sich dem Griff ihres Mannes, schlüpfte unter seinem Arm hindurch und floh ans andere Ende der Suite.

»Das sagst du so einfach!«, fauchte sie ihn von dort aus an. »Seit Jahren bin ich allein mit Lilli. Während du dich auf den sieben Weltmeeren herumtreibst, haben wir alles allein durchgestanden. Die ersten Krankheitsanzeichen, ihre Schmerzen, die ständigen Arztbesuche und quälenden Untersuchungen, bis die Ärzte endlich herausgefunden haben, was ihr fehlt«, brach ihr ganzes Unglück aus ihr heraus. »Du hast keine Vorstellung davon, wie schwer das alles für uns war. Aber ich habe mich nie beklagt. Wollte dich nicht damit belasten. Und das ist jetzt der Dank dafür.« Wieder fasste sie sich ins Gesicht, dorthin, wo seine Faust sie in der stürmischen Nacht getroffen hatte. Aber diesmal hatte das Schicksal, der Himmel oder wer auch immer ein Einsehen mit ihr gehabt. Eine Welle war ihr zu Hilfe gekommen und hatte Lars gegen die Bordwand geschleudert. Sein Versuch, sich abzustützen, war mit einem glatten Bruch des Unterarmknochens bestraft worden.

Dr. Lars Forberg starrte seine Frau aus schmalen Augen an.

»Das ist ja mal wieder typisch. Jetzt soll ich an allem schuld sein«, knurrte er. »Was kann ich dafür, wenn du so ein Versager bist und noch nicht mal mit einem Kind klarkommst?«

Die Energie, die die Sozialpädagogin gespürt hatte, als sie Partei für ihre Tochter ergriffen hatte, verpuffte angesichts dieser Vorwürfe. Auf der Suche nach einem Argument zu ihrer Verteidigung fiel ihr Blick auf die Uhr über der Kabinentür. Das war ihre Rettung.

»Es wird Zeit. Wenn Felicitas keinen Verdacht schöpfen soll, muss ich jetzt gehen.«

Das musste Lars wohl oder übel einsehen, zumal er versprochen hatte, seinem Kollegen Dr. Daniel Norden im Hospital beratend zur Seite zu stehen, falls sich Fragen ergaben.

Er musterte seine Frau. Zum ersten Mal seit langer Zeit sah er sie wirklich an.

»Neues Kleid?«, fragte er.

Verlegen zupfte Nele an dem weichen Stoff, der ihr bis zu den Knöcheln reichte.

»Lilli hat darauf bestanden, dass ich es kaufe. Sie meinte, es wäre die richtige Kleidung für ein Kreuzfahrtschiff wie dieses.«

»Kluges Kind.« Lars grinste. »Und den guten Geschmack hat sie auch von mir.«

Am liebsten hätte Nele in diesem Moment laut aufgelacht. Doch sie wagte es nicht.

»Natürlich«, stimmte sie zu, um ihren Mann nicht noch mehr gegen sich aufzubringen. Sie bückte sich nach der Tasche, die auf dem Sofa lag. »Ich bin heute Abend zurück«, sagte sie zum Abschied und wollte todesmutig an ihm vorbei durch die Tür gehen.

Wie erwartet hielt Lars sie zurück. Seine Finger gruben sich in ihren Oberarm. Um ein Haar hätte Nele vor Schmerz aufgeschrien.

»Was denn? Kein Kuss für deinen Ehemann?«, fragte er und beugte sich zu ihr hinab.

Es war lange her, dass Nele sich in den smarten Schiffsarzt verliebt hatte. Der schlimmste Fehler ihres Lebens, wie sich im Laufe der Zeit herausgestellt hatte. Und solange Lilli noch nicht auf eigenen Beinen stand, konnte Nele diesen Fehler nicht korrigieren. Deshalb bot sie ihrem Mann den Mund zum Kuss und schlüpfte durch die Tür, bevor er sie noch weiter quälen konnte.

*

»Tut mir echt leid, dass ihr nicht dabei sein könnt«, tat Felix Norden sein Bedauern kund.

Das Telefon ans Ohr gedrückt, saß er an Deck und ließ seinen Blick schweifen. Der warme Wind streichelte seine nackten Unterschenkel, seine Augen freuten sich über den Postkartenblick, und die Vorfreude zauberte ihm ein Grinsen auf den hübschen Mund.

Eine geschlagene Stunde hatte er neulich auf Lilli Forberg, aparte Tochter des Schiffsarztes, eingeredet, ehe sie sich schließlich bereit erklärt hatte, mit ihm einen Landausflug zu machen. Um sich die Wartezeit zu vertreiben, telefonierte er mit seinen Geschwistern, die aus verschiedenen Gründen zu Hause geblieben waren.

»Dieses Schiff ist der Wahnsinn. Wie eine schwimmende Stadt mit erstklassiger Infrastruktur«, berichtete er und wollte eben zu einer ausführlichen Schilderung der Annehmlichkeiten an Bord anheben, als eine hochgewachsene Gestalt aus dem Inneren des Schiffes hinaus ins gleißende Sonnenlicht trat. Ihr Anblick ließ ihn nach Luft schnappen. »Sorry, Anneka, ich muss Schluss machen. Ich …, ich hab mich zu einer Schiffsführung angemeldet, und gerade kommt der zweite Kapitän«, ließ er sich blitzschnell eine Ausrede einfallen.

Anneka am anderen Ende der Leitung lachte so laut, dass Felix um ein Haar der Apparat aus der Hand fiel.

»Du und eine Schiffsführung?«, gluckste sie noch immer, als sie endlich wieder Luft bekam. »Du machst höchstens eine Führung durch den Poolbereich, um die hübschesten Mädchen abzuchecken«, sagte sie ihm auf den Kopf zu.

Felix war nicht mehr ganz bei der Sache. Er war aufgesprungen und schlängelte sich an Liegestühlen und Deckchairs vorbei, um Lilli zu folgen.

»Nicht mehr nötig. Ich hab meine Prinzessin schon gefunden. Muss sie jetzt nur noch von mir überzeugen«, erwiderte er abwesend.

Trotzdem waren seine Worte in Annekas Ohren bemerkenswert.

»Hört, hört, das sind ja mal ganz neue Töne«, spottete sie gutmütig. »Ich dachte, dass die Frau, die dir widerstehen kann, erst noch geboren werden muss.«

»Das dachte ich bisher auch«, grinste Felix. »Du verstehst doch sicher, dass ich jetzt aufhören muss, um die Dame von meinen Qualitäten zu überzeugen.«

»Wenn du versprichst, sie nicht unglücklich zu machen«, empfahl Anneka ihrem älteren Bruder.

Als Antwort erntete sie ein belustigtes Lachen. Sie hörte noch, wie er einen brüderlichen Kuss in den Hörer hauchte. Ein Klicken verriet ihr, dass das Gespräch unterbrochen war.

Lilli hatte sich an einen Tisch in der Nähe der Poolbar gesetzt. Ihre Augen wurden von einer riesigen Sonnenbrille verdeckt, sodass Felix nicht erkennen konnte, ob sie nach ihm Ausschau hielt.

So blieb ihm nichts anderes übrig, als es darauf ankommen zu lassen. Zu seiner Verwunderung war seine Kehle trocken. Das war ihm schon lange nicht mehr passiert.

»Lass mich raten. Du bist auf der Suche nach der perfekten Begleitung für diesen Tag«, versuchte er es mit einem flapsigen Spruch.

Langsam drehte Lilli den Kopf mit den blonden Haaren, die ihr glatt über die Schulter fielen. Beim besten Willen konnte Felix kein Lächeln auf ihren breiten Lippen entdecken.