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Ein Pakt mit dem Teufel kann ziemlich heiß werden. Seit Ewigkeiten treibt dieser Belzebub sein teuflisches Spiel mit den Menschen. Doch sie werden nicht klüger, glauben an die falschen Versprechungen und geraten dabei tatsächlich in Teufels Küche, wo sie schmoren und köcheln, bis zum Jüngsten Tag. Manchmal aber gelingt es auch einigen Tapferen, diesen bösen Geist zu überrumpeln. Dann braust er Feuer speiend hinab in sein höllisches Reich und lässt sich lange Zeit nicht mehr blicken.
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Seitenzahl: 32
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Inge Elsing-Fitzinger
Teufelsspuk
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Der überlistete Teufel
Die teuflische Schwiegermutter
Der verpasste Zipfel vom Glück
Juan am See des Teufels
Die Söhne der Teufelin
Der Vertrag mit dem Teufel
Impressum neobooks
Es war einmal ein Fischer, der täglich seine Netzte auswarf und voll gefüllt wieder einholte. Doch eines Tages schaffte er es nicht, wie sehr er auch zog und zog. Endlich, nach vieler Mühe, gelang es ihm doch, und da lag ein großer eiserner Schlüssel im Netz.
Während er ihn noch bestaunte, erschien ihm ein riesiger haariger Mann und sprach: „Der Schlüssel gehört mir. Ich bin Belzebub, der Teufel und wohne in der Hölle, wo es ungeheuer große Schätze gibt. Nimm den Schlüssel und komm damit am Freitag um Mitternacht wieder ans Ufer. Du wirst dort eine Tür sehen, die öffne, tritt ein und besuche mich.“ Nach diesen Worten verwandelte er sich in eine stinkende Rauchwolke und verschwand.
Der Alte kehrte nach Hause zurück und erzählte sein Abenteuer. Lachend meinte er, dass er Samstagmorgen viele Schätze mitbringen werde. Endlich war Freitagabend. Der Fischer nahm den Schlüssel und ging zum Ufer. Hier sah er das riesige Tor. Mühsam öffnete er es und trat ein. Da saß ein Greis, dessen Nase fast bis zu den Zehen hing, und sein weißer Bart verhüllte beinahe das ganze Gesicht.
„Zu wem willst du und wen suchst du? Viele sind hier herein gekommen, aber keiner kam je zurück“.
„Ich will den mächtigen Herrn sprechen“, antwortete der Fischer.
„Da bist du zu bedauern, mein Sohn, denn vieles wirst du überstehen müssen, bis du zu ihm kommst. Aber ich will dir einige Regeln verraten. Lass dich durch nichts beirren. Pflücke keine Frucht von den schönsten Bäumen, lausche nicht den lieblichen Gesängen der Sirenen. Auch wirst du ringsum Stimmen vernehmen, die dich erschrecken und dir zurufen werden, deine Familie sei in arger Not. Halte dir die Ohren zu und renne weiter. Dann kommst du an eine Treppe, die steig' hinab und du wirst den Gesuchten finden.“
Der Fischer tat alles so, wie ihm der Alte sagte, und traf Belzebub allein in seiner Behausung an. Der fragte ihn während eines köstlichen Mahles, ob er Töchter habe.
„Ja“, antwortete der Fischer, „ich habe drei wunderschöne Mädchen.“
Da befahl der Teufel einem seiner Diener, den Alten mit Schätzen zu beladen. Dann schickte er ihn wieder nach Hause und bat, am folgenden Tage eine seiner Töchter mitzubringen. Als nun die Mädchen das viele Gold sahen, strahlten sie über das ganze Gesicht. Alle Wünsche konnten sie sich jetzt erfüllen.
Am nächsten Tag brach der Vater mit der ältesten Tochter voller Freude auf. Sie trafen den Teufel wieder alleine. Nachdem der Fischer abermals reichlich mit Gold beschenkt worden war, trat er den Heimweg an, seine Tochter aber ließ er dem Teufel als Weib zurück.
Als nun die Mittagszeit kam, ging Belzebub fort. Vorher servierte er seiner Frau einen blutigen Menschenfuß. Da grauste dem Mädchen sehr und sie warf ihn auf den Misthaufen. Bei seiner Rückkehr fragte sie der Teufel, ob sie den Fuß gegessen habe.
„Ja“, log sie.
Weil er aber ihrem Wort nicht recht traute, rief er: „Fuß, wo bist du?“
Da antwortete der Fuß: „Auf dem Mist.“
Jetzt gab der Teufel der Lügnerin eine Ohrfeige und sie wurde zu Stein. Dann warf er sie auf einen riesigen Haufen anderer verzauberter Steinfrauen.
Tags darauf trug der Teufel dem Fischer auf, seine zweite Tochter zu bringen und beschenkte ihn wieder mit Kostbarkeiten. Aber es ging der zweiten gerade so, wie der ersten. Schließlich brachte er seine jüngste Tochter.
Als die Mittagszeit heranrückte, setzte Belzebub, ehe er ausging, dem Mädchen eine Menschenhand vor. Das Mädchen aber nahm sie und band sie sich unter das Kleid. Als der Teufel zurückkehrte, fragte er, ob sie die Hand gegessen habe.
„Ja“, war des Mädchens Antwort.