7,49 €
Lise und Ben sind von Lübeck nach Isenbüttel gezogen. Doch wohin ist Bens Lachen verschwunden? Ben findet das Leben auf dem Dorf langweilig. Das ändert sich, als er die Geheimnisse des Tankumsees entdeckt, auf die Suche nach dem König der Vögel geht und den alten Geschichten von Räubern und Rittern lauscht. Er findet neue Freunde. Gemeinsam erkunden sie Isenbüttel und plötzlich ist Bens Leben wieder aufregend und interessant.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 31
Veröffentlichungsjahr: 2024
Danke, an alle Freunde und Unterstützer
Das verschwundene Lachen
Ein Käfer und seine Freunde
Der König der Vögel
Die goldene Kette
Die Geheimnisse des Tankumsees
Im Wald da sind die Räuber
Das verschwundene Schloss
An einem Sonntag im Mai saß Lise im Garten unter der großen Eiche und las ein Buch, eine spannende Geschichte über Pferde – natürlich. Lise liebte Pferde und Geschichten über Pferde.
.
„Lise, pass auf!“ Ben sprang hinter dem Baum hervor.
Vor lauter Schreck ließ Lise das Buch fallen. Blödmann, was wollte die Krabbe?
„Tante Erna hat gesagt: Im Mai schlagen die Bäume aus!“, rief Ben und sah seine Schwester besorgt an.
Wollte Ben sie ärgern? Aber er schien es ernst zu meinen. „Oh Ben, du hast Tante Erna falsch verstanden!“, lachte sie. „Mit ausschlagen ist gemeint, sie bekommen Blätter!“
Als sich Ben nach einer Weile immer noch nicht vom Fleck rührte, zischte sie ärgerlich: „Was willst du?“ Lise war 10 Jahre alt, zwei Jahre älter als ihr Bruder, und diesen Altersunterschied ließ sie Ben gerne spüren.
„Oh Mann, ich langweile mich!“, seufzte Ben. Betont genervt ließ er sich neben Lise ins Gras fallen.
„Schon wieder?“ So kannte Lise ihren Bruder gar nicht. Eigentlich war Ben ein sehr lebensfroher Junge. Seit einiger Zeit aber war sein fröhliches Lachen einfach verschwunden. Nicht einmal Tüt schaffte es, Ben aufzuheitern. Dabei schleppte er Tüt, wie er liebevoll sein Spielzeugauto nannte, überall mit hin. Tüt musste bei allen Aktivitäten dabei sein, obwohl Ben ja eigentlich schon ein wenig zu alt war, um sein Spielzeug permanent mit sich herumzuschleppen. Aber Ben ließ sich nicht beirren. Tüt sei sein bester Freund, behauptete er. Lise dachte an Jossielein, ihre Dackelhündin. Jossie war Lisas Haustier. Der kleine Dackel schlief fast jede Nacht am Fußende ihres Bettes. Neben Bens Bett schlief Tüt, sein Hausauto.
Schon am frühen Morgen brachte Ben normalerweise alle in der Familie zum Lachen. Zur Familie gehörten: Nina Füller, Lise und Bens Mutter, ihr Vater Leo Füller und der Dackel Jossie. Sie waren erst vor kurzem von Lübeck nach Isenbüttel gezogen, weil die Eltern sich unbedingt beruflich verändern mussten, wie sie es nannten. Ben wäre am liebsten in Lübeck bei seiner Oma geblieben. Aber nein, er musste ja unbedingt mit umziehen. Mit viel gutem Zureden hatten Nina und Leo versucht, den Kindern eine Umsiedlung von Schleswig-Holstein nach Niedersachsen schmackhaft zu machen. Innerhalb kürzester Zeit hatten sie ihren Haushalt in Lübeck aufgelöst und ein Haus in Isenbüttel gemietet. Von der Stadt aufs Dorf, wie Lise es immer nannte. Dabei war Isenbüttel ein großes Dorf mit allem Pi-Pa-Po: also Arzt, Einkaufszentrum, Kindergarten, Schule, Sportverein und vieles mehr. Allerdings lag das Häuschen, das Familie Füller nun bewohnte, am Ortsrand und hinter dem Gartenzaun grasten Kühe auf einer Weide.
Früher war Ben immer damit beschäftigt gewesen an etwas herumzutüfteln, etwas auseinanderzunehmen oder auszuprobieren, doch jetzt langweilte er sich nur noch. Lise liebte ihren Bruder sehr, doch seit sie hier in diesem kleinen Dorf wohnten, machte sie sich Sorgen um ihn.