Aberglaube-Knigge 2100 - Horst Hanisch - E-Book

Aberglaube-Knigge 2100 E-Book

Horst Hanisch

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Beschreibung

Von Geistern, Hexen und dem Teufel Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass der Mensch sozusagen umzingelt ist von guten und bösen Geistern, von buckeligen Hexen und sogar vom Teufel 'persönlich'? Täglich beeinflussen sie das menschliche Verhalten. Tatsächlich? Ja! Manchmal ruft einer aus: "Du bist ja von allen guten Geistern verlassen!" Oder: "Dich reitet wohl der Teufel?" Der Jahreswechsel steht mit viel Spektakel bevor. Glücklicherweise gibt es zu Silvester ein Glücksschweinchen aus Marzipan und ein vierblättriges Kleeblatt. Sie sind auf Reisen an einem wunderschönen Ort. Werfen Sie eine Münze in einen Brunnen. Sie soll Glück bringen und den Wunsch erfüllen, an denselben Ort zurückzukehren. Ein anderer erspäht eine Sternschnuppe und hat einen Wunsch frei. Sternschnuppen bringen Glück. Fällt eine vom Himmel, soll der Wunsch in Erfüllung gehen. In diesem Buch wird in fünf Kapiteln auf Schwerpunkte rund um das Thema Aberglaube(n) eingegangen. Dabei geht es um Mythen, Bräuche und Rituale, die im Alltag Glück oder Unglück bringen und das Verhalten vieler Menschen beeinflussen. Natürlich darf die schwarze Katze nicht fehlen, Freitag der 13., kommen Gefahren abwehrende Amulette zur Sprache, wird von Orakeln geredet, von Hochzeitsbräuchen und von überlieferten Ritualen, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Lassen Sie sich entführen in die mystische Welt der magischen Umgangsformen. Und - bitte nicht alles zu ernst nehmen. Für alle Fälle: "Toi, toi, toi."

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Seitenzahl: 202

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS

PROLOG

VON SCHUTZ, GLÜCK UND WÜNSCHEN, SOWIE …

… von Geistern, Hexen und dem Teufel

HINLEITUNG ZUM THEMA

DER UN-AUFGEKLÄRTE MENSCH

Glaube und Aberglaube

Zauberei – Magie

GOTTESURTEILE

Durchs Feuer gehen

Henker – Scharfrichter

Kausale Zusammenhänge

Aberglaube-Verhaltensmuster in der heutigen Zeit

TEIL 1 – DIE LINKE HAND DES TEUFELS

DIE TEUFLISCHE LINKE HAND DES TEUFELS …

… UND DIE UNGLÜCKBRINGENDE SCHWARZE

KATZE

Das Kreuz mit der linken Hand

Das unschöne linke Händchen

Die schöne rechte Hand

Wer geht wo?

Rechts ist richtig

DER BÖSE BLICK

Die Augen bleiben stehen

Die Nase juckt und es klingelt in den

Ohren

In die Hände gespuckt

Lieber eine Glatze als gar keine Haare

VON SCHWARZEN KATZEN UND WEIßEN SCHÄFCHEN ZUR LINKEN

Die Katze von links

Ein schwarzes Schaf in jeder Familie?

Der Klapperstorch und weiße Tauben

Schwein gehabt – das Glücksschwein

Das Pferd und sein Hufeisen

TEIL 2 – DIE GLÜCKLICHE 7 UND DIE UNGLÜCKLICHE 13

GLÜCKSZAHLEN, GLÜCKSSYMBOLE

DIE BÖSE 13

Freitag der 13.

Die ideale 7

IM EIGENEN HEIM

Zu Hause in den eigenen vier Wänden

BEI TISCH – DAS UMGESCHÜTTETE SALZFASS

Salz – kostbarer als Gold

Unterwegs

GELD STINKT NICHT

Die Münze im Brunnen

Glückspfennig

DIE KRAFT DER FARBEN – KLEINE FARBPSYCHOLOGIE

Blass vor Neid und grün hinter den Ohren

TEIL 3 – MOND, STERNE UND ZUKUNFT

UNTERM STERNENHIMMEL

SONNTAGSKINDER

Wochentage und Horoskope

Sterndeutung

Sternschnuppe

Tierkreiszeichen

Chinesisches Horoskop

Zunehmender Mond

Tödliches Sonnenlicht – Der Vampir

Die Kosmische Siebenheit der

Planetenmetalle

VORAHNUNG UND PROPHEZEIUNG

„Ich habe es ja gleich gewusst!“

Die Prophezeiung, die sich selbst erfüllt

Sprachformeln – „2 Dumme, ein

Gedanke“

WAS DIE ZUKUNFT BRINGT

Wahrsagerei

Hellseherei – Das Orakel von Delphi

Nostradamus

Traumdeutung

Kartenlegen

Lesen von Kaffeesatz

Handlesen

Pendeln

Das Omen

SCHUTZWIRKUNG UND GEGENZAUBER

Auf Holz klopfen – Aberglaube an

Bord

Gegenzauber – „Toi, toi, toi“

Glück im Spiel – Pech in der Liebe

KRAFT DER STEINE

Talisman

Amulett

Glückssteine

Edelsteine

Rituale

TEIL 4 – GEISTERSTUNDE

GEISTERSTUNDE, DIE WELT DER GEISTER

Mitternacht – ein neuer Tag erwacht

Parallelwelt der Geister – Hausgeister

Elementargeist – Naturgeister

Totengeister

Geisterwelt im Schlaf

Geisterschiff

Gespenst oder Geist?

TEIL 5 – VERLIEBT, VERLOBT, VERSTORBEN

ALLE JAHRE WIEDER

DER WIEDERKEHRENDE JAHRESABLAUF

Bauernregeln

In den April schicken – „April, April“

Der Maibaum

Weihnachten und die Rauhnächte

Silvester

Blick in die Zukunft – Befragen von

Orakeln

WO DIE LIEBE HINFÄLLT

„ER LIEBT MICH, ER LIEBT MICH NICHT“

Blumensprache

POLTERABEND UND TRAUUNG

Die junge Partnerschaft

Je mehr Scherben, je mehr Glück

Gebraucht, neu, geliehen, blau

Gemeinsam sind wir stark

Die Hochzeitstorte

Entführung der Braut

Braut über die Schwelle tragen

VON DER GEBURT BIS ZUM TOD

Vom Kleinkind bis zur alten Frau

Vornamen – Nomen est omen

Alles Gute zum Geburtstag

Die alte Dame

Der Tod hält Einzug

Der fröhliche Tag der Toten

EPILOG

EPILOG – ZUM AUSKLANG

UNGLÜCK ABWEHREN

„Ein Unglück kommt selten allein“

STICHWORTVERZEICHNIS

KNIGGE ALS SYNONYM UND ALS NAMENSGEBER

UMGANG MIT MENSCHEN

Adolph Freiherr Knigge

Prolog

Von Schutz, Glück und Wünschen, sowie…

„Den ersten Unterricht erhalten wir im Aberglauben.“

Emanuel Wertheimer, dt. Philosoph

(1846 - 1916)

… von Geistern, Hexen und dem Teufel

„Pfui Teufel! Schnell dreimal auf Holz klopfen!“

Liebe Leserin, lieber Leser, ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass wir sozusagen umzingelt sind von guten und bösen Geistern, von buckeligen Hexen und sogar vom Teufel ‚persönlich‘? Täglich beeinflussen sie unser Verhalten. Tatsächlich?

Ja!

Manchmal ruft einer aus:

„Du bist ja von allen guten Geistern verlassen!“

Oder:

„Dich reitet wohl der Teufel?“

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai laden die verrufenen Hexen zum ausufernden Tanz auf dem Brocken ein, um die Walpurgisnacht ausgiebig zu feiern. Die Hexen kommen aus allen Landesteilen auf ihren Besen angeritten. Da geht es ‚wild zur Sache‘.

Der Jahreswechsel mit viel Spektakel steht bevor. Glücklicherweise gibt es zu Silvester ein Glücksschweinchen aus Marzipan, ein vierblättriges Kleeblatt und ein kleines Glück bringende Schornsteinfeger-Figürchen.

Das alles sorgt für ein glückliches und ein erfolgreiches neues Jahr. Sie sind auf Reisen an einem wunderschönen Ort. Werfen Sie eine Münze in einen Brunnen. Sie soll Glück bringen und den Wunsch erfüllen, an denselben Ort zurückzukehren.

Ein anderer erspäht eine Sternschnuppe und hat einen Wunsch frei. Sternschnuppen bringen Glück. Fällt eine vom Himmel, soll der Wunsch in Erfüllung gehen.

Die Engel sind fleißig bei der Hausarbeit. Sie putzen eifrig die Kerzenleuchter und ein glühender Docht fällt als Sternschnuppe auf die Erde.

Wer eine Sternschnuppe fallen sieht, sollte sich schnell etwas wünschen und den Wunsch für sich behalten, damit er in Erfüllung geht.

In diesem Buch wird in fünf Kapiteln auf Schwerpunkte rund um das Thema Aberglaube(n) eingegangen.

Dabei geht es um Mythen, Bräuche und Rituale, die im Alltag Glück oder Unglück bringen und das Verhalten vieler Menschen beeinflussen.

Natürlich darf die schwarze Katze nicht fehlen, Freitag der 13., kommen Gefahren abwehrende Amulette zur Sprache, wird von Orakeln geredet, von Hochzeitsbräuchen und von überlieferten Ritualen, wenn ein geliebter Mensch stirbt.

Lassen Sie sich entführen in die mystische Welt der magischen Umgangsformen. Und – bitte nicht alles zu ernst nehmen.

Auch wenn Sie sich selbst nicht als abergläubisch betrachten, kann es bei Ihrem Gegenüber der Fall sein. Da Sie niemanden in eine peinliche Aberglauben-Falle laufen lassen wollen, gehen Sie einfühlsam vor.

Gehören Sie zu den abergläubischen Menschen, werden die folgenden Themen Ihr Wissen ergänzen können, neue Varianten eröffnen oder Erklärungen zu dem einen oder anderen Verhaltensmuster offenbaren.

Viel Vergnügen dabei.

In unseren Ratgebern rund um das Thema ‚Lebenseinstellung‘ (siehe auch Lügen und Egoismus-Knigge 2100, Angst und Optimierungs-Knigge 2100, Glücks-Knigge 2100) wird betrachtet, wie ein Mensch im Leben von außen beeinflusst wird und wie er sein eigenes Leben im Idealfall optimieren kann.

Andererseits beeinflusst der Mensch auch sein soziales Umfeld durch sein eigenes Verhalten, hier durch seinen möglichen Aberglauben.

Also denn, viel Schutz vor Bösem, Glück und Gesundheit, und das Erfüllen von Wünschen.

Viel Spaß beim Lesen der Hinweise und Tipps. Vergessen Sie dabei nicht, egal wie abergläubisch Sie sind, dass sich keinerlei rechtliche Verpflichtungen aus dem Inhalt des Buches ergeben können.

Nun denn: „Alles Gute und toi, toi, toi.“

Horst Hanisch

Hinleitung zum Thema

Der un-aufgeklärte Mensch

„Wir müssen erkennen, dass es Aberglaube ist, wenn wir annehmen,

Gott würde handeln, wenn wir müßig bleiben.“

Martin Luther King, US-amer. Bürgerrechtler

(1929 - 1968)

Glaube und Aberglaube

Amres sitzt zusammen mit seiner lieben Frau, seinen neun Kindern, der alten Mutter sowie einigen Familienmitgliedern eng und schützend aneinandergedrängt.

Seit Stunden regnet es sintflutartig, es blitzt heftig und donnert gewaltig. Einige der kleineren Kinder weinen leise vor sich hin, seine Frau zittert heftig am ganzen Leibe. Bei ganz lautem Donner schreien einige der Gruppe angstvoll auf.

Woher kommt nur der Blitz und der so Angst einflößende Donnerschlag? Wer ist böse auf Amres und seine Familie? Es musste irgendjemanden geben, der ungehalten war, der unglaublich verärgert mit Amres und mit seiner Familie war. Was hatten sie nur getan?

In Gedanken geht Amres die letzten Tage durch. Ihm fällt nichts ein. Oder hatte er vielleicht zu viele Fische gefangen? War er vorgestern zu spät zur Jagd aufgestanden?

Amres nimmt sich vor – sollte das Gewitter jemals aufhören – demjenigen, der so ungehalten reagiert, einen besonders großen Fisch gut zuzubereiten und diesen dann zum Dank in das nahe vorbeifließende Gewässer zu werfen.

Er will nicht, dass jemand, wer auch immer, über ihn, seine Familie und seine Gruppe unglaublich erzürnt ist.

Glaube

Der Glaube war geboren. Der Glaube an eine höhere und kräftige Macht.

Der Glaube half Amres und seinen Nachkommen, Unerklärbares zu verstehen und damit beruhigt weiterleben zu können.

Es war ja ‚logisch‘, dass irgendjemand hinter den extremen Wetterausbrüchen stehen musste. Dieser Jemand musste unglaublich stark sein, konnte er doch deutlich die menschlichen Fähigkeiten übertrumpfen.

Es musste also eine höhere Macht geben. Diese Macht war über-menschlich.

Der Glaube half und hilft über Jahrtausende hinweg bis heute, vieles im Leben zu akzeptieren, was mit der eigenen mentalen Intelligenz nicht erklärbar war oder ist.

So entwickelten sich Glaubensrichtungen in allen Kulturen, die mehr oder minder für die jeweilige Gesellschaft gültig waren und sind. Die Religion und damit gleichzeitig die Religionsvertreter gewannen eine relativ große Macht und einen beachtlichen Einfluss auf die Gesellschaft.

Somit konnte alles nicht Erklärbare mit dem Leben in Einklang gebracht werden. Die Menschen lernten, was als ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ angesehen wurde.

Nach dem Richtigen wurde gelebt. Falsches wurde geahndet.

Aberglaube

Nun gab es allerdings auch Personen, die von den allgemeinen Glaubenslehren abwichen, weg von dem, was die Allgemeinheit als richtig betrachtete, und an die Wirkung magischer, übernatürlicher Kräfte in Menschen oder Dingen glaubten.

Gewissermaßen praktizierten Menschen schließlich einen gegensätzlichen Glauben.

Spätestens von jetzt an lässt sich von Aberglaube (auch Aberglauben) sprechen.

Seit dem zwölften Jahrhundert gibt es in der spätmittelhochdeutschen Sprache den Begriff ‚abergloube‘. Dabei steht ‚aber‘ für ‚wider‘ und bezeichnet alles, was dem christlichen Glauben widerspricht.

Im Sprachgebrauch gibt es zum Beispiel das Wort Aberwitz. Aberwitz bedeutet Wahnwitz oder Unsinnigkeit. „Das ist ja aberwitzig!“

In anderen Quellen wird das Wort ‚Afterglaube‘ erwähnt. Das steht für Missglaube und ist aus religiöser Sicht ein falscher Glaube, der von der geltenden Glaubenslehre abweicht. Solch ein Verhalten wurde als Aberglaube, also als Irrglaube, teilweise auch Gespensterglaube, bezeichnet und schnell als heidnisch betrachtet.

Weiße und schwarze Magie

Die weiße, erlaubte Magie (magia naturalis) kann Hinweise aus der Natur deuten, die für die Zukunft aussagekräftig sind. Dagegen steht die schwarze, verbotene Magie (magia infamis), zu der die dämonische Magie (magia daemonica) zählt.

In den Augen des Klerus galt dieser Weg des Aberglaubens als ketzerisch. Die Menschen mussten auf ‚den richtigen Weg‘ zurückgeführt werden. Schon entstand die intensive Jagd auf die Abergläubischen, die schnell als Zauberer und Hexen bezeichnet wurden. Die Hetze brach im 15. Jahrhundert voll aus.

Hatte eine Frau rote Haare, was in hiesigen geographischen Kreisen eher selten vorkam, war sie per se eine Außenseiterin und mit höchster Skepsis zu betrachten. Wie schnell gelang es scheinbar Gläubigen, solch einer Rothaarigen ketzerisches Tun nachzusagen. Stand die Behauptung erst einmal im Raum, nahm das Unglück für die Betroffene seinen Lauf.

Es wird geschätzt, dass die Jagd auf Hexen, die Hexenverfolgung, die Hexenjagd in Europa 40.000 bis 60.000 Todesopfer forderte.

40.000 bis 60.000 überwiegend unschuldige Menschen mussten – oft nach qualvoller Folter – ihr Leben lassen, beispielsweise, indem sie bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.

Rund um den Begriff Aberglaube sind auch Begriffe wie Götzendienst, Irrglaube, Häresie, Abgötterei, Idolatrie (bildliche Darstellung von Göttern mit übertriebener Ehrerbietung), Vergottung und Superstition zu finden.

Superstition, aus dem lateinischen ‚superstitio‘ für Überglauben bezeichnet den von der offiziellen theologischen Lehre abweichenden (Irr-)Glauben.

Aus dem lateinischen Wort ‚superstes‘, was so viel wie ‚überlegen‘ bedeutet, wurde der sogenannte Überglaube, der fehlerhafte religiöse Kult.

Übrigens: Fairerweise soll auch erwähnt werden, dass es auch Hexer oder Hexenmeister gab.

Weshalb Aberglaube praktizieren?

Weshalb wurde denn überhaupt Aberglaube praktiziert? Das gesellschaftliche System wurde doch durch die politischen und religiösen Verantwortlichen geregelt.

Durch abergläubisches Handeln konnte (vermeintlich) darüberhinausgehenden, drohenden Gefahren aus dem Wege gegangen werden. So war es möglich, natürlich im Sinne des Aberglaubens, Unglück abzuwenden oder Glück herbeizuführen.

Es baute sich eine Welt von Göttern, Engeln, guten und bösen Geistern auf, vom Klabautermann, vom Wahrsager und Menschen mit dem Bösen Blick, von Dämonen und schließlich gar von Luzifer, dem Teufel.

Extremere Ausprägungen zeigten sich im Exorzismus, Okkultismus und Spiritualismus.

Es ließe sich sagen, dass eine Parallelwelt entstand, die bis zum heutigen Tage Einfluss auf das soziale Miteinander nimmt.

Übrigens: Wer’s glaubt, wird selig.

Zauberei – Magie

Zauberei, Magie, auch Zauberkunst genannt, begeistert die meisten Menschen mit ‚bezaubernden‘ Zaubertricks.

In Shows, Varietéveranstaltungen oder zur allgemeinen Belustigung werden erstaunliche Zaubertricks vorgeführt. Natürlich weiß wohl jeder, dass es sich um Tricks handelt. Manchmal sind sie so professionell präsentiert, dass die Zuschauer verblüfft und begeistert sind und keine Erklärung für den Trick finden können.

Zauber, der im Sinne des Aberglaubens eingesetzt wird, benötigt übernatürliche Kräfte. Es handelt sich hierbei also nicht um erlernte Tricks, sondern um besondere, magische Kräfte, die nur wenigen Personen zuteilwird.

Im Wort ‚Zauber‘, belegt seit dem 8. Jahrhundert als ‚zouber‘ (mittelhochdeutsch), versteckt sich etwas Mystisches, eine besondere Aura.

„Das Kleidungsstück ist zauberhaft.“

„Bei ihrem Anblick war er regelrecht verzaubert.“

„Dieser Oldtimer hat seinen Zauber nicht verloren.“

Zauberspruch – Abrakadabra

Magische Zutaten (wie Kräuter, Wurzeln, Haare …) erhalten ihre Wirkung oft erst durch einen geheimen Zauberspruch.

Zauberformeln beziehungsweise Zaubersprüche sollen das Böse unter Kontrolle halten oder eine magische Wirkung erzielen.

Nur Eingeweihte kennen die wirkungsvollen Zaubersprüche, die über Generationen an die nachfolgenden Personen mit magischen Kräften weitergegeben werden.

Manche uralten Formeln finden sich in ebenso alten, schweren, in Leder gebundenen, wertvollen Büchern, die dem Blick der Öffentlichkeit vorenthalten sind.

Richtig eingesetzt, mit den entsprechenden Zutaten, zur passenden Zeit verwendet, können diese Sprüche Unheimliches bewirken.

Einige Zaubersprüche sind trotz strikter Geheimhaltung an die Bevölkerung gelangt:

Abrakadabra

Ene, mene, …

Simsalabim

Hokuspokus Fidibus, drei Mal schwarzer Kater!

Lirum – larum – Löffelstiel, Zaubern ist ja nur ein Spiel! (‚Lirum – larum – Löffelstiel‘ aus ‚Des Knaben Wunderhorn‘ von den deutschen Schriftstellern Clemens Wenzeslaus Brentano de La Roche (1778 – 1842) und Carl Joachim Friedrich Ludwig ‚Achim‘ von Arnim (1781 – 1831).

6, 6, 6, es schreit die Katze, schon ist sie fort, des Mannes Glatze.

 

Gottesurteile

„Je mehr Urteil, desto weniger Liebe!“

Honoré de Balzac, frz. Schriftsteller

(1799 - 1850)

Durchs Feuer gehen

Durch gegenläufige Betrachtungen und Bewertungen ergaben sich Situationen, die ‚dummerweise‘ nicht mehr eindeutig als richtig oder falsch einzuordnen waren.

Waren sich die Menschen nicht mehr sicher, ob jemand böse gehandelt hat, konnte ein sogenanntes Gottesurteil gefällt werden. Das war die allerletzte Möglichkeit, konnte kein eindeutiges und ‚gerechtes‘ Urteil gefällt werden.

Das öffnete der Obrigkeit einen fantastischen Weg, die Verantwortung an ein ‚höheres Wesen‘ abzugeben. Es war nicht mehr der Mensch, der entschied, sondern die unfehlbare Gottheit.

Beispielsweise gab es die Feuerprobe und die Wasserprobe, die ein eindeutiges und nachprüfbares Urteil zuließen.

Feuerprobe

Bei der Feuerprobe musste der Angeklagte ein glühendes Stück Eisen mit bloßen Händen mehrere Schritte von A nach B tragen.

Verheilten die dabei entstandenen Brandwunden, war er unschuldig. Entzündeten sie sich, war er schuldig.

Wasserprobe

Die Wasserprobe konnte mit siedendem oder in kaltem Wasser durchgeführt werden.

Im ersten Fall, auch Kesselprobe genannt, wurde in einen Kessel mit heißem Wasser ein Stein oder ein Ring gelegt, den der Angeklagte mit nacktem Arm herausholen musste.

Erwartungsgemäß – und gewünscht – verbrannte sich der Kandidat die Haut. Wie bei der Feuerprobe wurde genau geschaut, wie die Wunde anschließend verheilte.

Kesselfang

Beim Kesselfang wurde dem Beschuldigten ein Kessel mit siedendem Wasser zugeworfen. Der Beschuldigte musste den glühend heißen Kessel auffangen.

Die Verletzungen wurden später wie oben begutachtet.

Hexenbad – Kaltwasserprobe

Bei der Kaltwasserprobe, auch Hexenbad genannt, wurde der Angeklagte an Händen und Füßen gefesselt ins kalte Wasser geworfen. Blieb er an der Wasseroberfläche war er schuldig, weil ihn das reine Wasser, das als Teil der Schöpfung Gottes galt, nicht aufnehmen wollte.

Ging er unter, galt er allerdings auch nicht als unschuldig. Da der Angeklagte der Hexerei beschuldigt wurde, sollte es ihm locker möglich sein, unterzugehen und Unschuld vorzutäuschen. Er war dem Urteil nicht unbedingt entkommen.

Auf welche ‚genialen‘ Einfälle die Entscheider kamen, die das ‚Gute‘ im Menschen suchten.

Hexenwaage

Nach Meinung vieler Menschen im Mittelalter konnten Hexen fliegen. Um fliegen zu können mussten sie ‚logischerweise‘ leichter sein als der Durchschnittsmensch.

Wurde eine Frau als Hexe beschuldigt, wurde sie auf einer Waage gewogen. In eine Waagschale wurde ein vom Gericht festgelegtes Gewicht gelegt.

Wog die Angeklagte weniger, wurde sie der Hexerei beschuldigt, da sie offensichtlich fliegen konnte.

War sie schwerer als das Gewicht, wurde ihr vorgeworfen, dass sie die Waage verhext habe (hier wurde ihr Hexerei vorgeworfen).

Egal wie die Wiegeprobe ausging, die Verurteilte war immer die Dumme. Wirklich raffiniert, diese Hexenprobe.

Nadelprobe – Hexenmal

Besonders gern geht der Teufel mit der Hexe einen Pakt ein. Der Hexe wird ein Zeichen, ein ‚Mal‘ auf die Haut gegeben, das als Muttermal erkennbar ist.

Bevorzugt waren vernünftigerweise ‚versteckte‘ Stellen, damit das Mal nicht sofort jedem auffiel.

Die Obrigkeit wollte sicher sein, ob es sich um ein Hexenmal handelte, weshalb eine Nadelprobe (Stigmaprobe) durchgeführt wurde.

Es wurde angenommen, dass ein Mal des Teufels schmerzunempfindlich sei und beim Einstechen der Nadel kein Blut hervorträte. Die Nadelprobe wurde vom Henker durchgeführt.

Ist es nicht unglaublich, auf welche menschenunwürdige Behandlung der Angeklagten die Verantwortlichen kamen?

Henker – Scharfrichter

In vielen Gegenden galt der Henker, der Scharfrichter, als nicht gesellschaftsfähig, weshalb er oft am Stadtrand wohnte.

Obwohl seine Fähigkeiten in damaliger Zeit absolut wichtig erschienen, galt seine Arbeit als unehrbar. Kaum jemand wollte diesen Beruf ausführen.

Wie genial, dass im Mittelalter dieser Beruf vererbt wurde. Der Sohn konnte nicht ablehnen und musste nach dem Ausscheiden seines Vaters in dessen blutiges Handwerk einsteigen.

Übrigens: Einem Henker wird nicht die Hand gereicht, am besten auch nicht in die Augen geschaut.

Gut, dass er meistens eine Kapuze zu seiner Kleidung trug.

Henkersmahlzeit

Der zum Tode Verurteilte erhält am Tag vor der Hinrichtung Essen und Trinken nach seinem Wunsch. Dem Delinquenten wird alles so angenehm wie möglich hergerichtet.

Tja, es geht manchmal sogar weiter, wird ihm auf Wunsch noch einmal eine Frau zugeführt.

Der Verurteilte verliert bei der Hinrichtung sein Leben, die Seele allerdings lebt weiter. Wurde der Delinquent am letzten Tag seines Lebens schlecht behandelt, musste befürchtet werden, dass er später fürchterliche Rache nehmen würde.

Das wollte verständlicherweise niemand, der mit der Verurteilung oder dem Verurteilten zu tun hatte – deshalb die ‚gute Stimmung erzeugende‘ Henkersmahlzeit.

Kausale Zusammenhäänge

Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, wird Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung erkennen.

Er sieht:

„Wenn ..., dann ...“.

„Wenn ich die Saat rechtzeitig aussähe, dann werde ich später eine reiche Ernte einbringen können.“

Aufgrund dieser Kausalität konnte sich das Leben entwickeln. Erst eine Ursache, dann eine Wirkung.

Dummerweise werden manchmal kausale Zusammenhänge hergestellt, wo es gar keine gibt. Trägt der Sportler rote Socken und fährt einen Gewinn ein, stellt er möglicherweise einen nichtzutreffenden Zusammenhang her.

Er sieht als Ursache für seinen Erfolg das Tragen der roten Socken. Es kann sein, dass er in Zukunft immer wieder bei sportlichen Wettkämpfen ebendiese roten Socken trägt.

Einem nüchtern denkenden Menschen wird klar sein, dass die roten Socken nicht die Ursache für den Gewinn sein können. Hier kommt eine Art sich selbst erfüllender Prophezeiung ins Spiel. Darauf wird später in diesem Buch eingegangen.

Obwohl den meisten Menschen klar ist, dass es hier keinen Zusammenhang gibt, findet sich dieses Verhalten häufig in seinem täglichen Leben.

Hier wird ein Maskottchen mit zur Prüfung genommen, dort eine Kastanie in die Manteltasche gesteckt, um nicht an Rheuma zu erkranken.

Na gut.

„Es schadet ja nichts.“

Aberglaube-Verhaltensmuster in der heutigen Zeit

Selbst für den relativ aufgeklärten Zeitgenossen, der rational denkend sein Leben genießt, gibt es eine überraschend große Zahl an Aberglaube– Verhaltensmustern.

Die meisten Befragten werden antworten, dass sie selbstverständlich nicht abergläubisch sind, aber:

„Sicher ist sicher – toi, toi, toi – ‚man‘ kann ja nie wissen.“

Im Leben gibt es viele Situationen, in denen der Aberglaube nach wie vor eine Rolle spielt.

Um niemanden zu kompromittieren wird alles Mögliche vermieden, was – im Sinne des Aberglaubens – ein Risiko bedeuten könnte.

Beispielsweise Hände nicht über Kreuz reichen – keine 13 Personen an derselben Tafel platzieren – Salzstreuer nicht umwerfen – nichts Böses beschwören – beim Tod eines Menschen die Spiegel im Haus verhängen – vierblättriges Kleeblatt zu Silvester verschenken – Hals- und Beinbruch wünschen und unendlich vieles mehr.

Aberglaube-Regeln

Aber weshalb denn alle diese Aberglaube-Regeln? Irgendetwas muss doch sein – oder gewesen sein – was diese Rituale entstehen ließ? Löste ein Einzelner oder eine gesellschaftliche Gruppe diese Verhaltensmuster aus?

Weshalb soll nicht unter einer an einer Hausfassade angelehnten Leiter durchgegangen werden?

Nun, ganz einfach: Oben auf der Leiter könnte ein Anstreicher stehen, dem just dann der Farbeimer herunterfällt, wenn einer unter der Leiter herläuft. Also: Sicher ist sicher.

Es gibt noch eine weitere Erklärung.

Von der Seite betrachtet bildet die angelegte Leiter mit der Hauswand und dem Boden ein Dreieck. Dieses Dreieck hat eine religiöse Bedeutung.

Im Christentum symbolisiert es die Heilige Dreifaltigkeit (auch Dreieinigkeit oder Trinität). Diese soll nicht gestört werden, weshalb nicht unter der angelehnten Leiter durchgegangen werden soll.

Und weshalb sollen bei der Begrüßung die Hände nicht über Kreuz gereicht werden, wenn sich vier Personen untereinander begrüßen? Nun, weil – bildlich betrachtet – ein Kreuz entsteht.

Dann, so der Aberglaube, muss jemand am Kreuz sein Leben aushauchen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas heute passieren würde, und vor allem gerade und genau im Moment des Händeschüttelns, außerordentlich gering ist, „muss ‚man‘ es ja nicht drauf anlegen.“

Also: Hände zurück. Immer zwei der vier Beteiligten tauschen den Gruß aus! Dann entsteht kein kritisches Kreuz.

Bei der Recherche zu diesem Thema fiel auf, dass es unglaublich viele Lebensbereiche gibt, in denen der Aberglaube greift und das tägliche Leben beeinflusst.

Sie mögen sagen:

„Interessiert mich alles nicht, denn ich bin nicht abergläubisch.“

In Ordnung. Dann sind Sie fein heraus. Vielleicht ist es so, wie Martin Luther King (1929 – 1968) an anderer Stelle sagte:

„Leichtgläubige Menschen verfallen leicht dem Aberglauben.“

Möglicherweise treffen Sie auf einen Menschen, der abergläubisch ist. Wollen Sie jenen in eine (für ihn) unangenehme Situation bringen? Hoffentlich nicht.

Die Konsequenz daraus lautet, Verhaltensmuster zu vermeiden, die für einen Dritten unangenehm sind. Damit zeigen Sie Ihrem Gegenüber Einfühlungsvermögen, bieten Sicherheit und, so ganz nebenbei, höfliche Umgangsformen untereinander.

Unter Berücksichtigung dieser Vorüberlegungen sollen die Betrachtungen auf den nächsten Seiten gesehen werden.

Das ist gar nicht so einfach, gibt es teilweise regional unterschiedliche Rituale. Noch komplizierter kann es werden, kommen interkulturelle Aspekte ins Spiel.

Deshalb und für alle Fälle: Um Zauber abzuwehren, dreimal (trocken) auf den Boden spucken.

Teil 1 – Die linke Hand des Teufels

Die teuflische linke Hand des Teufels …

… und die unglückbringende schwarze Katze

„Ein jeder Aberglaube versetzt uns in das Heidentum.“

Justus von Liebig, dt. Chemiker

(1803 - 1873)

Das Kreuz mit der linken Hand

Die linke Hand gilt seit Ewigkeiten als unreine Hand. So dachten und denken viele Menschen auf der Erde. Ältere Leserinnen und Leser können sich bestimmt an Aussagen erinnern wie:

„Die linke Hand ist die Hand des Teufels.“

Mit Schrecken werden sich auch einige daran erinnern, wie Linkshänder unter heute sehr fragwürdig anzusehenden Methoden mit Zwang auf Rechtshändigkeit umtrainiert wurden. In einigen Fällen ist das gelungen; in anderen Fällen leiden heute noch die damals Malträtierten.

In vielen Verhaltensmustern der modernen Zeit ist nach wie vor erkennbar, dass die rechte Hand die ist, mit der agiert werden soll.

Die Grußhand ist die rechte Hand

So wird zum Beispiel der Handschlag mit der rechten Hand ausgeführt. Sollte jemand an der rechten Hand verletzt sein und die linke einsetzen müssen, kommt oft ein Spruch der Entschuldigung wie:

„Kommt von Herzen“.

Dieser Spruch soll die Regel, die rechte Hand als Grußhand einzusetzen, ersetzen. Denn die linke Hand zum Gruß reichen soll Unglück bringen. Ist denn solch ein Entschuldigungsspruch überhaupt nötig in der heutigen Zeit? Ja, offensichtlich.

Denn, wie oben beschrieben, könnte sich der Begrüßte in eine unangenehme Situation gebracht sehen, würde ihm die linke Hand entgegengestreckt. Wie sollte er sich dann verhalten?

Hände über Kreuz

Diese Situation kennen die meisten. Zwei Paare stehen einander gegenüber und wollen sich die Hände reichen. Einer streckt eine Hand aus, ein anderer gleichzeitig auch – aber, oh Schreck – beide Hände beziehungsweise beide Arme würden sich kreuzen! Sofort zuckt jeder mit einem verlegenen Lächeln zurück.

Es wird gemunkelt, dass beim Überkreuzen der Arme ein Mensch sterben müsse (siehe Text weiter vorn). Der Aberglaube soll auf die Kreuzigung von Jesus zurückzuführen sein.