Das Evangelium nach Judas - Jeffrey Archer - E-Book

Das Evangelium nach Judas E-Book

Jeffrey Archer

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Beschreibung

Er ist der größte Sündenbock des Christentums – doch seine Absichten waren aufrichtig … Er wurde als Verräter gebrandmarkt – doch er war Jesus bis zuletzt treu … Judäa zur Zeit der römischen Besatzung: Als der nach jüdischer Tradition erzogene Judas Iskariot auf Jesus von Nazareth trifft, nimmt sein Leben eine unvorhergesehene Wendung. Schnell gewinnt er das Vertrauen des charismatischen Predigers und wird von diesem zu einem seiner zwölf Jünger auserwählt. Doch auf seinen Reisen wird er nicht nur Zeuge von König Herodes grausamer Herrschaft, sondern auch von Verschwörern, die alles daran setzen, Jesus ins Verderben zu stürzen. Um das Leben seines Herrn zu retten, schmiedet er einen Plan, der ihn weit mehr kosten könnte als sein eigenes Leben … »Jeffrey Archer erweist sich als der geborene Geschichtenerzähler!« The Times Der packende Bibel-Roman »Das Evangelium nach Judas« ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen einem Bestsellerautor und einem Bibelwissenschaftler: Jeffrey Archer und Francis J. Moloney. Ihre fesselnde Darstellung der Geschichten von Jesus und Judas steht Kinofilmen wie »Die Passion Christi« in nichts nach!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 138

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Jeffrey Archer

Das Evangelium nach Judas

Übersetzt aus dem Englischen Von Michael Walter

Unter Mitwirkung von Professor Francis J. Moloney

dotbooks.

Über dieses Buch:

Er wurde als Verräter gebrandmarkt – doch er war Jesus bis zuletzt treu … Judäa zur Zeit der römischen Besatzung: Als der nach jüdischer Tradition erzogene Judas Iskariot auf Jesus von Nazareth trifft, nimmt sein Leben eine unvorhergesehene Wendung. Schnell gewinnt er das Vertrauen des charismatischen Predigers und wird von diesem zu einem seiner zwölf Jünger auserwählt. Doch auf seinen Reisen wird er nicht nur Zeuge von König Herodes grausamer Herrschaft, sondern auch von Verschwörern, die alles daran setzen, Jesus ins Verderben zu stürzen. Um das Leben seines Herrn zu retten, schmiedet er einen Plan, der ihn weit mehr kosten könnte als sein eigenes Leben …

 

Über den Autor:

Jeffrey Archer (geboren 1940 in London) ist ein britischer Bestsellerautor und gehört zu den erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Nach seinem Studium in Oxford schlug er eine bewegte unternehmerische und politische Karriere ein, die in einem Skandal endete. Nachdem er 2001 wegen Meineids inhaftiert wurde, wandte er sich voll und ganz der Schriftstellerei zu und hat seitdem zahlreiche internationale Bestseller geschrieben. Jeffrey Archer ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in abwechselnd in London, Cambridge und auf Mallorca.

 

Bei dotbooks als eBook erhältlich sind seine hochkarätigen Anthologien »Der perfekte Dreh«, »Falsche Spuren«, »Ein echter Gentleman«, »Der gefälschte König« und »Verbrechen lohnt sich«. »Der perfekte Dreh« und »Falsche Spuren« sind auch als Hörbuch bei SAGA Egmont erhältlich.

 

Außerdem erscheinen bei dotbooks der Thriller »Die Stunde der Fälscher« und der Kurzroman »Das Evangelium nach Judas«.

 

Die Website des Autors: www.jeffreyarcher.com/

Der Autor bei Facebook: www.facebook.com/JeffreyArcherAuthor/

Der Autor auf Instagram: www.instagram.com/jeffrey_archer_author/

 

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eBook-Ausgabe April 2025

Die englische Originalausgabe erschien erstmals 2007 unter dem Originaltitel »The Gospel According to Judas« bei Macmillan, London.

Copyright © der englischen Originalausgabe Jeffrey Archer 2007

Copyright © der deutschen Erstausgabe S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main, 2007

Copyright © der eBook-Ausgabe 2025 dotbooks GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Karol Kinal unter Verwendung von Shutterstock

eBook-Herstellung: Saga Egmont (fb)

 

ISBN 978-3-98952-453-8

 

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dotbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, einem Unternehmen der Egmont-Gruppe. Egmont ist Dänemarks größter Medienkonzern und gehört der Egmont-Stiftung, die jährlich Kinder aus schwierigen Verhältnissen mit fast 13,4 Millionen Euro unterstützt: www.egmont.com/support-children-and-young-people. Danke, dass Sie mit dem Kauf dieses eBooks dazu beitragen!

 

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Liebe Leserin, lieber Leser, wir freuen uns, dass Sie sich für dieses eBook entschieden haben. Bitte beachten Sie, dass Sie damit gemäß § 31 des Urheberrechtsgesetzes ausschließlich ein Leserecht erworben haben: Sie dürfen dieses eBook – anders als ein gedrucktes Buch – nicht verleihen, verkaufen, in anderer Form weitergeben oder Dritten zugänglich machen. Die unerlaubte Verbreitung von eBooks ist – wie der illegale Download von Musikdateien und Videos – untersagt und kein Freundschaftsdienst oder Bagatelldelikt, sondern Diebstahl geistigen Eigentums, mit dem Sie sich strafbar machen und der Autorin oder dem Autor finanziellen Schaden zufügen. Bei Fragen können Sie sich jederzeit direkt an uns wenden: [email protected]. Mit herzlichem Gruß: das Team des dotbooks-Verlags

 

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KAPITEL 1

Siehe, das ist Gottes Lamm

1 Dieses Evangelium wird geschrieben, damit alle die Wahrheit erkennen über Judas Iskariot und die Rolle, die er im Leben und beim tragischen Tod Jesu von Nazareth spielte.

2 Viele andere haben die Geschichte Jesu erzählt und alles berichtet, was er in seiner kurzen Zeit auf Erden sagte und tat.

3 Einige waren Zeugen des tatsächlichen Geschehens, und sie gaben der jüdischen Tradition gemäß mündlich weiter, was sie gesehen und gehört hatten.

4 Andere haben schriftliche Überlieferungen aufgezeichnet über das Leben von Jesus Christus, Gottes Sohn. Diese Schriften sind bekannt geworden als Evangelien. (I)

5 Einer der Augenzeugen war mein Vater, Judas Iskariot.

6 Ich, Benjamin, Sohn des Judas Iskariot, sein Erstgeborener, habe den Bericht meines Vaters über die damaligen Ereignisse vernommen und alles, was er sah und hörte, genau aufgezeichnet, ursprünglich auf Aramäisch – der Sprache, die Jesus sprach – und dann auf Griechisch, das mich mein Vater schon in jungen Jahren lehrte. (II)

7 Mein Vater erzog mich in der strengen Tradition der Thora, und ich bin ebenso wie er zu der Ansicht gelangt, dass Jesus von Nazareth ein Prophet und ein echter Sohn Israels war, aber nicht der lang erwartete Messias.

8 Jüngst sind wieder einige Evangelien geschrieben worden, die ihre Darstellung davon geben, was zu Jesu Lebzeiten geschah. Doch nur einige, die von der neuen Sekte der Christen nicht anerkannt werden, schildern die Handlungen meines Vaters in dieser Epoche unserer Geschichte annähernd gerecht. (III)

9 Die anderen begreifen weder Judas’ leidenschaftlichen Glauben und seine Hingabe an Jesus von Nazareth auch nur im Entferntesten, noch berichten sie unvoreingenommen darüber. Vielmehr haben sie den Namen meines Vaters so sehr beschmutzt, dass er nun als der schändlichste von Jesu Anhängern gilt.

10 Er wurde als Verräter gebrandmarkt, als Dieb und als Mensch, der sich willig bestechen lässt, und ein Evangelium berichtet sogar fälschlich, er habe sich selber das Leben genommen. Matt 27:3–10

11 Keines dieser seit dem tragischen Tod Jesu oft wiederholten Urteile wurde zu seinen Lebzeiten gefällt.

12 Einige, die beweisen wollten, dass sie Recht hatten, haben gemeint, der Name Iskariot leite sich her von dem römischen Wort Sicarii, was übersetzt soviel bedeutet wie »Dolchtragender Zelot«.

13 Andere wieder haben behauptet, er gehe zurück auf das hebräische Wort saqar, was bedeutet »Der Falsche«.

14 Die Wahrheit lautet, dass der Name Iskariot aus dem Hebräischen ish-kerioth herkommt, was bedeutet »einer aus Kerioth«, der Stadt, wo Judas geboren wurde.

15 Mein Vater ist ein Spross aus dem Stamme Juda. Er wurde in Kerioth, einer in der frühen jüdischen Geschichte erwähnten Stadt, im Geist der uralten jüdischen Tradition erzogen. s. Jos 15:25 (IV)

16 Die Christen verbreiten weiterhin in ganz Galiläa, dass Judas ein gewalttätiger Mensch war, ein Mitläufer und einer, dem man nicht trauen konnte. Trotz etlicher Gegenbeweise sind diese Verleumdungen weiterhin in Umlauf und werden von den Anhängern Jesu bis auf den heutigen Tag oft wiederholt.

17 Judas Iskariot war in Wahrheit ein Jünger von Johannes dem Täufer und gehorchte willig dessen Gebot: Dort geht ein Mann Gottes, folgt ihm. s. Joh 1:36

18 Von jenem Tag an wurde mein Vater ein Anhänger des Jesus von Nazareth, und der Meister vertraute ihm so sehr, dass er ihn später zu einem seiner zwölf Jünger auserwählte.

19 Als Kind lauschte ich dem Bericht meines Vaters über Jesu geistliches Wirken und zeichnete seine Worte später auf, als ich ihn in Khirbet Qumran besuchte, kurz bevor er von den Römern hingerichtet wurde.

20 Mein Vater ist jetzt zurückgekehrt zu dem Gott, den er liebte und dem er so getreulich diente.

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KAPITEL 2

Bereitet den Weg des Herrn

1 Judas war ein Jünger von Johannes dem Täufer, und als der Prophet zum ersten Mal in der Wüste erschien, glaubten viele, die Weissagung des Propheten Maleachi habe sich erfüllt: Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des Herrn. Mal 4, 5

2 Johannes der Täufer lebte so, wie Elia gelebt hatte: Ein Mann in einem Kleid von Kamelhaaren, mit einem Ledergurt um die Lenden, der wilde Heuschrecken und Honig speiste. s. 2 Kön 1, 8

3 Judas glaubte, mit Elias’ Rückkehr stünde der Tag des Herrn gewiss bevor. Johannes der Täufer war die Stimme, die in der Wüste rief: Bereitet den Weg des Herrn, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott. Jes 40, 3

4 Viele meinten, dass Johannes selber Israels prophetische Hoffnungen erfülle, und deshalb der Messias sein müsse. Aber er sagte zu Judas, er sei nicht der Mann: ,Nach mir kommt ein Mann, der ist weit größer als ich. Joh 1, 30

5 Johannes achtete sich selber für so gering im Vergleich zu dem, der da noch kommen sollte, dass er oft sagte, er sei es nicht wert, sich vor ihm zu bücken und die Riemen seiner Schuhe zu lösen; eine Arbeit, für die nur ein Sklave taugt. s. Mk 1, 7; Mt 3, 11; Lk 3, 16

6 Jesus war der Sohn Josefs und seiner Frau Maria. Er kam nach Nazareth, um sich von Johannes, seinem Vetter, taufen zu lassen. s. Lk 1, 36

7 Über Jesu Geburt und Erziehung sind viele Geschichten erzählt worden, aber Judas glaubte immer, dass Jesus der Erstgeborene aus der rechtmäßigen Verbindung zwischen seinem Vater Josef und seiner Mutter Maria war. Ist er nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Josef und Judas und Simon, und sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns? Mk 6, 3 s. auch Mt 1, 25; Mk 3,31–35; Joh 7, 3–8 (V)

8 Manche Geschichten über Jesu Geburt, die damals erzählt wurden, waren nichts weiter als griechische Mythen, die von Göttern erzählen, aus deren Verbindung mit irdischen Frauen Nachkommen hervorgehen. s. 1. Mose 6, 1–4 (VI)

9 Die Geschichten, die von Jesu Geburt berichten, überliefern alle wahrheitsgetreu, dass Josef, sein Vater, ursprünglich aus Bethlehem stammte, der Stadt Davids, und dass seiner Mutter Maria ein Kind geboren wurde.

10 Dies waren schwierige Zeiten für alle jüdischen Familien. König Herodes regierte durch Angst und erlaubte den römischen Soldaten ungehindert durchs Land zu streifen und zu tun, was ihnen gefiel. Es geschah nicht selten, dass junge Frauen von diesen Heiden geschändet wurden.

11 Um jede Auseinandersetzung mit den Römern zu vermeiden, muss Josef beschlossen haben, gemeinsam mit seiner Frau Maria die gefährliche Reise nach dem entfernten Dorf Nazareth in Galiläa zu machen.

12 In Nazareth fand Josef bei denen, welche die große Stadt Sepphoris erbauten, Arbeit als Zimmermann, während sich Maria mit der übrigen Familie im Dorf niederließ.

13 Als Jesus in Nazareth aufwuchs, lehrten ihn sein rechtschaffener Vater Josef, ein Sohn Davids, und seine Mutter Maria, eine echte Tochter Zions, die Bräuche Israels.

14 Obwohl Jesus immer als Nazarener gilt, wurde er in Bethlehem geboren, der Stadt Davids.

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KAPITEL 3

Folgt mir nach

1 Jesus begann sein Wirken als Lehrer in dem Ort Kapernaum am See Genezareth.

2 Er lehrte seine wachsende Anhängerschaft, dass die Zeit von Gottes Erscheinen in Israel erfüllt sei und dass sie die Vorschriften der bestechlichen Gemeindebeamten nicht beachten sollten, eine Schlangenbrut, die dem künftigen Zorn zu entrinnen sucht. s. Mt 3, 7

3 Für Israel sei die Stunde der Wahrheit gekommen, und es müsse Gott allein als den Herrn und König des Volkes anerkennen. s. Mk 1, 14–15; Mt 4, 12–17

4 Die Botschaft Jesu verbreitete sich rasch in ganz Galiläa, und die Menschen kamen von weit her, um ihn predigen zu hören.

5 Während er am See Genezareth stand, drängte sich die Menge zu ihm und wollte das Wort Gottes hören. Lk 5, 1

6 Er sah Simon und seinen Bruder Andreas, zwei Fischer, die ihre Netze auswarfen. Sie hatten die ganze Nacht vergeblich gefischt und warfen jetzt zum letzten Mal die Netze aus.

7 Jesus sah, wie sie die leeren Netze aus dem Wasser zogen.

8 Er sagte zu Simon: Wirf dein Netz noch ein Mal aus, aber diesmal auf der anderen Seite des Boots.

9 Simon hörte nicht auf den Rat des Fremden und sagte ihm, er kenne die Laichplätze der Fischschwärme selber ganz genau und müsse sich nicht von einem Fremden belehren lassen, wo er sein Netz auswerfen müsse. s. Lk 5, 4

10 Andreas schwieg, während er die am Ufer stehende Gestalt betrachtete. Anders als sein Bruder beschloss er, den Rat des Fremden zu befolgen.

11 Andreas warf sein Netz auf der anderen Seite des Boots aus, und beinahe im selben Augenblick war das Netz so voll, dass Simon und Andreas alle Kräfte aufbieten mussten, um den Fang an Bord zu ziehen.

12 Simon war überwältigt von der Autorität des Fremden und sprang aus dem Boot und ins Wasser. Er watete an Land und fiel zu Jesu Füßen nieder.

13 Jesus blickte die beiden Männer an und sagte: Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. Mt 4, 19; Mk 1, 17; Lk 5, 10

14 Simon und Andreas ließen ihre Boote zurück und folgten Jesus.

15 Als die drei Männer zusammen am Ufer entlanggingen, trafen sie Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Auch sie waren Fischer, die nach der nächtlichen Arbeit gerade die Netze flickten und den Fang sortierten.

16 Jesus forderte auch sie auf, ihm zu folgen, und sie ließen augenblicklich ihre Boote zurück und folgten seinen Schritten.

17 Diese vier Fischer waren die ersten Anhänger von Jesus von Nazareth. s. Mk 1, 16–20; Mt 4, 18–22; Lk 5, 1–11

18 Sie gaben ihre Arbeit auf, ließen ihre Familien zurück und ihre Tagelöhner und ihren ganzen Besitz, um Jesus zu folgen.

19 Seit jener ersten Zeit als wandernder Lehrer erfüllte Jesu Autorität jene mit Vertrauen und Leidenschaft, die alles aufgaben, um ihn zu folgen.

20 Jesus kehrte mit seinen vier Jüngern Simon, Andreas, Jakobus und Johannes nach Kapernaum zurück.

21 Weil Sabbat war, begaben sie sich gleich zur Synagoge, um zu beten und fanden den heiligen Ort in hellem Aufruhr.

22 Ein von einem Dämon Besessener hatte das Gebäude betreten und schrie wüste Gotteslästerungen und störte die Andacht der Menschen, die sich versammelten, um die Thora vorgelesen und ausgelegt zu bekommen.

23 Jesus trat zu dem Mann.

24 Der geriet in Panik und fuchtelte mit den Armen und schrie: Geh weg, Jesus. Ich weiß, wer du bist: der heilige Bote Gottes.’s. Mk 1, 24; Lk 4, 34

25 Mit derselben Autorität, die seine Jünger erfahren hatten, als er sie von ihren Booten weg rief, sagte Jesus bestimmt: Verstumme und fahre aus von ihm! s. Mk 1, 25; Lk 4,35

26 Der Besessene stürzte zu Boden, und alle Umstehenden, die ihn dort liegen sahen, glaubten, er sei tot. Niemand wagte sich Jesus zu nähern, denn sie alle fürchteten, auch er könne von Dämonen besessen sein.

27 Jesus beugte sich nieder und fasste den Mann bei der Hand. Er hieß ihn nach Hause gehen.

28 Einer, der mit angesehen hatte, was geschehen war, wandte sich an die Jünger und fragte: Wer ist dieser Mann? Und durch welche Macht treibt er Dämonen aus? Mk 1, 21–28; Lk 4, 31–37

29 Die Jünger konnten diese Fragen nicht beantworten, und die Kunde dessen, was sich ereignet hatte, verbreitete sich bald in ganz Galiläa.

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KAPITEL 4

Wer ist dieser Mann?

1 Jesus und seine Jünger verließen die Synagoge und begaben sich zum Haus von Simon.

2 Als sie dort ankamen, erfuhren sie, dass Simons Schwiegermutter an einem Fieber erkrankt war. Simons Familie bangte um ihr Leben und riet Simon und seinen Freunden, schnell wieder zu gehen, weil sie sich sonst anstecken und vielleicht sterben könnten.

3 Jesus zeigte keine Furcht und bat, zu der Kranken geführt zu werden.

4 Jesus stand am Bett der Frau, beugte sich hinunter und fasste vorsichtig ihre Hand.

5 Simon, die anderen Jünger und die übrigen Personen des Haushalts konnten ihre Überraschung nicht verhehlen. Sie fragten sich untereinander: Wer ist dieser Mann? Er scheint ein Mann Gottes zu sein und hat seine Macht über Dämonen bewiesen, aber er hat auch die Hand einer Frau berührt, die nicht seine Frau ist, und das ist ein öffentlicher Verstoß gegen die jüdischen Reinheitsgebräuche. (VII)

6 Jesus kniete neben der Frau nieder und flüsterte ihr ins Ohr. Noch während er sprach, schwand ihr Fieber und alle staunten.

7 Jesus erhob sich und bat die Frau leise aufzustehen, was sie sogleich tat.

8 Später setzte sich die Familie freudig mit Jesus zu Tisch und brach das Brot. s. Mk 1, 29–31; Mt 8, 14–15; Lk 4, 38–39

9 Nachdem sie geruht hatten, verließen Jesus und seine Jünger Simons Haus und machten sich auf den Weg nach Nazareth, eine Reise, die mehrere Stunden dauerte.

10 Als sie die Hügel erreichten hatten, die in das Dorf führten, hörten sie den Klang einer Glocke, die sie darauf hinwies, dass ein Aussätziger in der Nähe war. Die Jünger fürchteten um ihre Gesundheit und religiöse Reinheit und blieben zurück, während Jesus weiter dem Klang der Glocke nachging.

11 An der nächsten Wegbiegung stand Jesus vor einem Aussätzigen. Der kranke Mann fiel auf die Knie und rief: Wenn du willst, kannst du mich rein machen.